Profilbild von Testsphaere

Testsphaere

Lesejury Profi
online

Testsphaere ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Testsphaere über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.01.2021

Jede Familie hat ihr Geheimnis

Das Unrecht der Väter
0

Zum Inhalt:

Das Buch "Das Unrecht der Väter" ist der Auftakit einer mehrteiligen Fammiliensaga rund um die Familien von Falkenbach und Lehmann, die in Bernried am Starnberger See eine gemeinsame Topf- ...

Zum Inhalt:

Das Buch "Das Unrecht der Väter" ist der Auftakit einer mehrteiligen Fammiliensaga rund um die Familien von Falkenbach und Lehmann, die in Bernried am Starnberger See eine gemeinsame Topf- und Porzellanfrabrik führen. Die Geschichte setzt im Jahr 1936 einb, Paul-Friedrich von Falkenbach und die beiden Brüder Lehmann haben im Ersten Weltkrieg gemeinsam gedient und sich anschließend als Geschäftspartner und Freunde zusammengetan. Aber nicht nur das schweißt sie zusammen, sondern auch ein Geheimnis aus Kriegszeiten, das unter keinen Umständen zu Tage kommen darf.


Das Cover:

Sepiafarben gehalten, passt es sehr gut zu einem historischen Roman, den größten Teil nimmit der Titel ein, im unteren Titel ist das Bild einer Villa, direkt an einem See gelegen, davor steht ein Automobil. Das alles gibt insgesamt ein rundes Ganzes ab.


Meine Meinung:

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, die Geschichte ist insgesamt gut zu lesen und man kann dem Geschehen, trotz der Vielzahl an handelnden Akteuren gut folgen. Auch der Zeitgeist ist gut getroffen, der latent und dann auch offene Antisemitismus, der zunehmend erkennbar und Teil des Lebens war, die fast schon erahnende Kriegsgefahr, der Einfluß der Nationalsozialisten, das alles ist präsent und wird mit der Geschichte gekommt verwoben, ohne dass man jedoch mit historischen Daten und Fakten erschlagen wird. Das ist wirklich sehr gekonnt umgesetzt.

Während man am Anfang noch meint, dass es in dem Band um die Aufklärung eines Geheimnisses aus der Vergangenheit geht, merkt man relativ schnell, dass das nicht der Fokus ist. Jedes der Familienmitglieder hat mehr oder weniger etwas zu verbergen und somit wird auch jedem Familienmitglied genug Raum gegeben es kennenzulernen und auch die Verbindung zu den anderen Familienmitgliedern zu erforschen.

Die Charaktere sind auch wirklich vielfältig, Wilhelmine, die rebellische Tochter, die sich für andere einsetzt, Wilhelm. der sich für seine Familie einsetzt und moderat und gerecht auftritt, im Gegensatz dazu sein Bruder Heinrich, der um das Geheimnis zu bewahren, auch vor schrecklichen Taten nicht zurückschreckt.

Der Klappentext gibt es tatsächlich nicht so wieder, aber für mich sind es die Frauenfiguren, die die "starken Rollen" einnehmen. Auch hier ist bei jeder die Charakterzeichnung vielschichtig, oft habe ich mich ertappt, wie ich z.B. schon eine Figur für mich "abgestempelt" hatte und dann mein Urteil revidieren musste. Wilhelmine ist eben nicht nur das verwöhnte Gutstöchterlein, sondern widersetzt sich den Nazis, Clara, die zunächst nur berechnend erscheint, führt ein Doppelleben und versucht nur ihre Schwester zu retten. Jede Schattierung ist vorhanden, jeder Akteur spielt seine Rolle und alle Beziehungen untereinander scheinen gleichermaßen wichtig zu sein.


Fazit:

Insgesamt ist dies für mich ein spannender Auftakt in die Familiensage rund um die von Falkenbachs und Lehmanns, die absolut Lust auf mehr macht. Die Charaktere sind gut gezeichnet, mir gefällt, dass es nicht "den einen" Hauptcharakter gibt, sondern hier verschiedene Erzählstränge parallel laufen und es auch mehrere Geheimnisse zu entdecken gilt. Der Cliffhanger am Schluß ist klasse, aber es wäre trotzdem schön gewesen, wenn zumindest mit Abschluss des ersten Bandes auch ein Erzählstrang sein Geheimnis offenbart hätte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.10.2020

Auf der Suche nach der geheimnisvollen Sternenuhr

Code: Elektra
0

Zum Inhalt:
Es handelt sich um den zweiten Band einer Trilogie, bei der sich die 13-jährige Malin und der gleichaltrige Orestes auf die Suche nach dem Rutenkind machen, um hinter das Geheimnis der Sternenuhr ...

Zum Inhalt:
Es handelt sich um den zweiten Band einer Trilogie, bei der sich die 13-jährige Malin und der gleichaltrige Orestes auf die Suche nach dem Rutenkind machen, um hinter das Geheimnis der Sternenuhr zu kommen. Dabei begeben sie sich auf eine abenteuerliche Schnitzeljagd innerhalb ihres Heimatortes Lerum, das sich in der Nähe von Göteborg befindet, in das auch ihrer beiden Familien und Freunde mit hineingezogen werden.

Das Cover:
Das Cover ist sehr gut gelungen und spiegelt das wieder, um das es im Buch geht. Außerdem passt es von der Farbgestaltung und Stil zu Band 1 aus der Reihe. Im Hintergrund sind Textfragmente und Symbole der Sternzeichen. Zentral stehen zwei Figuren (wahrscheinlich Malin und Orestes), vor einem orangefarbenen Hintergrund, der zu einem Teil einer Uhr gehört.

Meine Meinung:
Wir haben den ersten Band nicht gelesen, man kann der Geschichte aber auch so folgen, allerdings denke ich, dass das Ganze etwas stimmiger wird, wenn man die Bände tatsächlich in chronologischer Abfolge liest. Die erneute Suche nach dem Rutenkind startet, ganz stimmig, während einer Séance an Halloween, als Malin und Orestes neue Hinweise erhalten.
Die Suche selber führt sie an die verschiedensten Orte in Lerum wo sie nach den Briefen und weiteren Hinweisen zum Lösen der Codes suchen. Das ganze wird auch manchmal geheimnisvoll und abenteuerlich, was sicherlich auch an der Jahreszeit (der zweite Band spielt Halloween und Weihnachten) liegt. Die Charaktere gefallen mir sehr gut, jeder bringt etwas besonderes mit sich, auch die Nebenfiguren. Dazu bewegen die beiden Jugendlichen neben der Rätselsuche, auch die normalen Probleme, in der Familie, in der Schule und im Freundeskreis. Allerdings wird alles nur eher oberflächlich angerissen, was sehr schade ist.

Fazit:
Ein schönes Buch für Kinder und Jugendliche ab 11 Jahren. Die Geschichte ist stimmig erzählt, aber mir fehlt es etwas an Tiefe. Das bezieht sich sowohl auf die handelnde Figuren, diese werden insgesamt nur sehr oberflächlich abgehandelt, auch wenn ich sie in sich interessant finde, da könnte man sicherlich mehr machen. Und das bezieht sich auch auf das Lösen der Rätseln, hier wird man als Leser einfach zu wenig mit hineingezogen. Das Erklären, wie die Codes funktionieren, finde ich wirklich toll, aber die Lösung wird dann einfach zu schnell präsentiert, das nimmt dem Ganzen etwas die Spannung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.09.2020

Ein Buch für den zweiten Blick

Vielleicht auf einem anderen Stern
0

Zum Inhalt:

Maddy, gerade 16 geworden, ist an Krebs erkrankt, die Heilungschancen sind gering, Rückhalt gibt ihr ihre Mutter Eve, die versucht ihrem Alltag einen Hauch von Normalität zu geben. Allerdings ...

Zum Inhalt:

Maddy, gerade 16 geworden, ist an Krebs erkrankt, die Heilungschancen sind gering, Rückhalt gibt ihr ihre Mutter Eve, die versucht ihrem Alltag einen Hauch von Normalität zu geben. Allerdings belastet ein Geheimnis die Beziehung der beiden, Eve hat sich von Maddys Vater noch vor deren Geburt getrennt und keinen Kontakt mehr zu ihm. Nachdem absehbar ist, dass die Krankheit einen tödlichen Verlauf nehmen wird, entschließt sich Maddy, ohne Wissen ihrer Mutter sich auf die Suche nach ihrem Vater zu machen.

Das Cover und Titel:

Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut, die Mohnblumenwiese, das Mädchen im gelben Blümchenkleid, das könnte Maddy sein,vor der Krankheit, das könnte auch die junge Eve sein. Den Titel im englischen ("All the Water in the World") finde ich etwas passender, da er auch Bezug zur Geschichte hat.

Meine Meinung:

Maddy ist schwer erkrankt und sie, wie auch der Leser wissen relativ schnell, dass die Krankheit tödlich verlaufen wird. Dennoch gelingt es diesem Roman nicht kitschig in eine Behandlungs- und Leidensgeschichte abzudriften. Die Krankheit bleibt präsent, aber es geht nicht um deren Behandlung, sondern eher, wie das Leben sich für die zwei Protaganisten mit und um die tödliche Krankheit herum gestaltet.

Während Maddy, mit knapp 16 noch möglichst viel an Erfahrungen mitnehmen will (über den ersten Freund, die Teilnahme an politischen Kampagnen oder eben den eigenen Vater kennenzulernen), muss Eve nicht nur für sich und ihre Umwelt Stärke zeigen, sondern auch für ihr Kind, sie muss versuchen ihr all das was sie sich noch wünscht zu ermöglichen. Bis auf den Kontakt zum Vater, die erfolgt nämlich ohne das Wissen von Eve.

Erst nach Maddys Tod erfährt Eve, dass Maddy Antonio, ihren Vater kontaktiert ist und dieses Wissen. muss sie zusätzlich zu ihrer Trauer bewältigen.

Das Thema oder die Themen sind nicht neu, was es für mich wirklich außergewöhnlich macht, ist die leise und unaufgeregte Art, wie es bearbeitet wird, sowohl stilistisch als auch inhaltlich. Während man nach dem Lesen des Klappentextes oder anderer Inhaltsangaben davon ausgeht hier vielleicht ab der Hälfte des Buches nur mit einem Taschentuch den Stoff bewältigen kann, passiert alles ganz unaufgeregt, aber mit vielen schönen Momenten und leisen Zwischentönen.

Fazit:

Ohne zu plakativ zu sein, ist dies für mich ein Buch für die Zwischentöne, manchmal auch für das was nicht gesagt wird und das von jeder Leserin und jedem Leser individuell hineininterpretiert wird. Die Krankheit begleitet beim Lesen durch das ganze Buch, steht aber nicht im Mittelpunkt, was den Figuren Raum für Entwicklung gibt. Manchmal hätte ich mir ein bisschen weniger Distanz gewünscht, allerdings muss ich sagen, dass der grandiose Epilog, das ganze wieder einigermaßen wett macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2019

Ab heute sind wir gute Jungs ...

Böse Jungs (Band 1)
0

Zum Inhalt:
Mr. Wolf, Mr. Shark, Mr. Piranha und Mr. Snake wollen sind böse, so richtig böse. Auf ihren Namen werden Steckbriefe ausgehängt und in unzähligen Filmen und Büchern spielen sie als Bösewichte ...

Zum Inhalt:
Mr. Wolf, Mr. Shark, Mr. Piranha und Mr. Snake wollen sind böse, so richtig böse. Auf ihren Namen werden Steckbriefe ausgehängt und in unzähligen Filmen und Büchern spielen sie als Bösewichte die Hauptrolle. Doch sie wollen sich ändern, sie wollen gute Jungs sein, was aber nicht ganz so reibungslos funktioniert, wie sie es sich vielleicht wünschen.
Das Cover:
Verrät noch nicht allzuviel zum Inhalt, das finde ich insgesamt sehr gut. Der freundlich grinsende Wolf zieht den ersten Blick auf sich und erst dann nimmt man seine Gefährten wahr. Ganz klar dominiert der Titel des Buches das Cover, die Farben finde ich hervorragend gewählt, das orange ist auffallend, aber nicht zu knallig.
Meine Meinung:
Soviel sei verraten, das Buch ist ein Comic und wie ich finde ein ziemlich guter. Die Figuren sind nicht kindlich-naiv gezeichnet oder überzeichnet, es passt einfach perfekt. Dazu die Dialoge, die oftmals an der Grenze zum subtil-sarkastischen sind, das alles erzeugt ein stimmiges Ganzes und macht wirklich Spaß.
Fazit:
Ein kurzweiliger Lesespaß, der durchaus auch uns Erwachsene überzeugt hat. Dass ein Comic in einem festen Einband "daherkommt" hat auch was. Mittlerweile haben wir das Buch der Schulklasse meiner Tochter geschenkt, wo es gerade die Runde macht und für allerlei Lacher sorgt. Schön wäre gewesen, wenn man etwas mehr über die Motivation erfahren hätte, die vor allem Mr. Wolf dazu bewegt hat, jetzt kein böser Junge mehr sein zu wollen.

Veröffentlicht am 16.10.2018

Rosas Abenteuer im Grillenwinkel

Rosa Räuberprinzessin
0

Zum Inhalt:
Rosa, steht kurz vor ihrem siebten Geburtstag und lebt mit Mama, Papa und drei Brüdern auf einem kleinen Bauernhof, dem sogenannten Grillenwinkel. Während Rosa, ihrem Namen alle Ehre machen ...

Zum Inhalt:
Rosa, steht kurz vor ihrem siebten Geburtstag und lebt mit Mama, Papa und drei Brüdern auf einem kleinen Bauernhof, dem sogenannten Grillenwinkel. Während Rosa, ihrem Namen alle Ehre machen würde und in einer rosaroten Prinzessinenwelt leben würde, hat sie es mit drei Brüdern und Eltern und insbesondere einer Mama schwer sich durchzusetzen, die hält nämlich rosa nur für eine Phase veranstaltet für sie lieber Räuber- und Piraten-Geburtstage und kauft ihr grün-gelb-blau getreifte Klamotten. Aber so nach und nach erkämpft sich Rosa ihr eigenes Esel-Ein-Horn, eine rosa Kleid, eine Krone und eine riesige rosa Überraschung am Schluß.
Das Cover:
Schön gezeichnet, aber jetzt nicht spektukulär, Rosa auf ihrem Esel, auf einem riesigen rosa Farbfleck, während Sie den Zaun auch schon rosa verziert hat. Lustig finde ich das das Titelbild sich auf der Rückseite fortsetzt und auch der Buchrücken rosa-braun ist und etwas an einen weitergezeichneten Zaun erinnern.
Meine Meinung:
4 kleine Abenteuergeschichten rund um Rosa befinden sich in diesem Buch, jede so um die 40 Seiten lang und kindgerecht aufgearbeitet. Die Illustrationen im Buchinneren sind wirklich liebevoll und mit viel Detailliebe gemalt. Die Geschichten sind mit viel Witz erzählt, wobei ich denke, dass es sich inhaltlich an eine Zielgruppe 6 / 7 jähriger Mädchen orientiert. Allerdings ist das Buch in sich zu umfangreich für ganz junge Leser, meine Tochter (9 Jahre) bewältigte den Umfang ganz gut, aber zwischenzeitlich merkte man ihr an, dass für sie die Geschichte mitunter zu kindlich war. Rosa ist sympathisch und mutig und hat in ihrem Esel Einhorn einen Freund fürs Leben, der sie zu ständig neuen Streichen animiert. Die Charaktere sind manchmal etwas überzogen, angefangen von der Familie, die etwas alternativ angehaucht ist (kaufen nur Dinkelmehl auf dem Markt, sind hauptsächlich Selbstversorger und Verkaufen Grillen auf dem Volksfest), einer Bürgermeisterin, die noch ein Dienstmädchen hat, das sie als "gnädige Frau" bezeichnet oder einem Obdachlosen, der täglich seine Semmel beim Bäcker bekommt.
Fazit:
Empfehlen würde ich es eher als Vor- oder Miteinander-Lesebuch ab 5 Jahren, da ich denke, dass diese Altersgruppe den Geschichten gut folgen kann, sich aber nicht an der Klischeehaftigkeit der Charaktere und den teilweise etwas überzogenen Geschichten stören dürfte. Für Mädchen ab 9 wird es dann aber schnell langweilig und auch etwas unglaubwürdig. Aber im Hinblick auf die Zielgruppe handelt es sich bei dem Buch um Rosa Räuberprinzessin um ein Buch, das eben nicht nur an Prinzessinnen, sondern auch an kleine Abenteuerinnen gerichtet ist, die mit viel Fantasie, verrückten Ideen und guten Freunden, sich ihr Recht erkämpfen und sei es das Recht auf die Farbe rosa.