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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.01.2018

Erfüllt leider nicht die Erwartungen

Töchter wie wir
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Wir lernen die Protagonistin Mona unmittelbar vor ihrem 40. Geburtstag kennen und begleiten sie in der Geschichte für ein Jahr. Schon anhand ihrer ersten Gedanken merkt man, dass in ihrem Leben was fehlt ...

Wir lernen die Protagonistin Mona unmittelbar vor ihrem 40. Geburtstag kennen und begleiten sie in der Geschichte für ein Jahr. Schon anhand ihrer ersten Gedanken merkt man, dass in ihrem Leben was fehlt und sie mit sich und ihrem Umfeld nicht zufrieden ist. Ihre Vergangenheit und vor allem ihr Elternhaus wirken noch bis in die Gegenwart hinein und machen aus ihr einen unentschlossenen Charakter. Im nächsten Schritt lernen wir ihre Mutter Hella kennen, die ebenfalls noch einiges aus ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten hat, die beiden Lebensgeschichten werden miteinander verwoben und durch Rückblenden in die Vergangenheit aufgerollt. Die Geschichte wird dann auch in der Folge abwechselnd von Mona und Hella „erzählt“.
Die dritte Protagonistin, die 11-jährige Shirin lernt Mona zufällig kennen, beobachtet sie bei einem Diebstahl in einer Drogerie, hilft ihr aus der Klemme und trifft sie dann durch einen Zufall wieder. In der Folge baut sich auch hier eine Beziehung auf, die Einfluß auf Monas Leben nehmen wird.
Ich muss zugeben, dass ich mir anhand des Klappentextes und auch des Titelbildes mehr erwartet habe, etwas in die Richtung „emanzipatorischer“ Frauenroman, ein Frauenroman ist es auch aber das emanzipatorisch-befreiende fehlt irgendwie.
Mona ist nicht gerade sehr sympathisch, sie ist ewig unzufrieden und ewig mißgelaunt, dazu ist immer ihre Umgebung an allem Schuld, das Elternhaus, die verflossenen Lieben, ihre Chefs usw. Bei allem Verständnis für ihr Verhalten, dass aufgrund eines Schicksalschlags in der Jugend begründet ist, mir fehlt die Entwicklung in dem Charakter und auch die Befreiung aus sich heraus, das bleibt einfach zu diffus.
Insgesamt ist alles sehr konstruiert und auch sehr langatmig. Das Buch liest sich zwar flüssig, dennoch ist der Schreibstil nicht wirklich ausgereift, sondern eher flach, am Schluß nimmt das ganze zwar an Fahrt auf und man fühlt sich besser in die Charaktere ein. Insgesamt sind es dann auch zuviele Nebenschauplätze, die zwar kurz angerissen werden, die aber dann dazu führen, dass das zentrale Thema, die „Tochter-Eltern“-Beziehung nur angerissen und plakativ abgehandelt wird (der unbekannte „biologische“ Vater bei Hella und Shirin, der gefühlskalte Vater von Mona, dem sie nie hat was Recht machen können, der Konflikt zwischen Hella und Mona, der Konflikt zwischen Hella und ihrer Schwiegermutter).
Das Buch von Barbara Kunrath überzeugt weder in der Story, noch im Schreibstil. Die Charaktere bleiben nur oberflächlich angerissen und auch der Schluß der Geschichte ist uninspiriert und vorhersehbar.

Veröffentlicht am 21.02.2021

Langatmig und mit wenig Spannungsmomenten

Flieh, so weit du kannst
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Zum Inhalt:
Ava arbeitet in einer Londoner Agentur und steigt dort die Karriereleiter nach oben. Privat geht es hier aber wesentlich schlechter, zum einen ist vor kurzem ihre gute Freundin und Kollegin ...

Zum Inhalt:
Ava arbeitet in einer Londoner Agentur und steigt dort die Karriereleiter nach oben. Privat geht es hier aber wesentlich schlechter, zum einen ist vor kurzem ihre gute Freundin und Kollegin Olivia an eine Überdosis gestorben, was umso verzwickter ist, weil Olivia die Tochter des Agenturchefs David war. Und auch in ihrer Beziehung läuft es rund, ihr Freund ist ein Kontrollfreak, der auch immer gewaltätiger wird. So entschließt sich Ava das Angebot Davids anzunehmen und vorübergehend in die Wohnung seiner verstorbene Tochter zu ziehen. Dabei ahnt sie nicht, dass David auch so das ein oder andere Geheimnis hütet.

Das Cover:
Das Cover finde ich gelungen, vor allem weil man nicht so ganz erkennt, welcher Gegenstand abgebildet ist. Ist es ein Dolch, ein Ornament von einem Gartenzaun oder doch ein Schmückstück. Erkennbar ist aber auf jeden Fall der rote Blutstropfen, der nach unten tropft. Die Farbe "rot" wird dann auch im Namen der Autorin aufgenommen. Insgesamt erzeugt das ganze Spannung und die Erwartung wird nach oben geschraubt.

Meine Meinung:
Um es gleich vorwegzunehmen: die Erwartung, die durch das Titelbild nach oben gesetzt werden, werden in keinem Punkt erfüllt. Zum einen fehlt ein Handlungsstrang, den man folgen kann. Anfangs ist das auch in Ordnung, da geht es um Avas Beziehnung und ihren gewaltätigen Freund, dann ist da das Leben und Arbeiten in der Agentur, voller Intrigen, einem Chef, dem man nicht ganz trauen kann und einer Kollegin, die sich zunehmend von einer Freundin zur Rivalin entwickelt. Die Todesfälle, die es in Davids Vergangenheit gab usw. Das alles läuft aber parallel und findet kaum oder wenn zu vorhersehbar zusammen. Die Charaktere sind wirklich durch die Bank unsympathisch. Das ist natürlich nicht immer ausschlaggebend, aber dann müsste dann die Entwicklung des "Bösen" konsequent erzählt werden, das Moment fehlt hier komplett, das Ende war für mich schon nach dem Lesen des ersten Kapitel klar, da fehlte komplett der Spannungsmoment.

Fazit:
Leider hat das Buch meine Erwartungen nicht erfüllt, vor allem weil es weder Thriller noch Charakterstudie ist. Einzig der Blick in die Psyche von Jade, einer Arbeitskollegin von Ava, war gut herausgearbeitet, das war mir aber insgesamt zu wenig.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.01.2018

Langweilig und uninspiert

Lieben lernen
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Schade, anhand des Klappentextes hatte ich mir mehr versprochen, aber das war eines der schlechtesten Bücher, durch die ich mich durchgequält habe. Leider verfolge ich das Prinzip immer alles zu Ende zu ...

Schade, anhand des Klappentextes hatte ich mir mehr versprochen, aber das war eines der schlechtesten Bücher, durch die ich mich durchgequält habe. Leider verfolge ich das Prinzip immer alles zu Ende zu lesen, vielleicht auch in der Hoffnung, dass es irgendwann besser wird, aber das war hier nicht der Fall.
Die Hauptcharaktere sind dürftig gezeichnet und gelinde gesagt fast schon unglaubwürdig und unsympathisch. Insbesondere Effy, eine 28-jährige Stylistin, die aus dem Nichts eine Wohltätigkeitsorganisation gründet. Was sie dazu bewogen hat erfährt man im Laufe der Geschichte (ok als dramaturgisches Mittel durchaus verständlich), aber sonst bleibt ihre Vergangenheit unbeleuchtet, bis auf die Episode mit dem Ex-Freund. Bei Ben sieht man noch eher Ansätze, die interessant sein könnten, aber auch er bleibt oberflächlich und die vermeintlich vielseitigen Facetten, die ihn ausmachen sollen, werden nur aneinandergereiht, aber nicht zu einem stimmigen Ganzen verbunden.
Und so geht es bei jeder Figur in diesem Buch, dazu noch der dilettantische Schreibstil und die platten Dialoge, das macht das Lesen wirklich anstrengend.
Einziger kurzer Lichtblick ist der Moment als Ben, die Tagebücher seiner Ex-Freundin erhält und quasi daraus zitiert wird. Hier ist das Schreibniveau etwas besser, aber leider wird die Chance verpasst mehr daraus zu machen.