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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2018

Spezieller Schreibstil

Das Vogelhaus
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"Das Vogelhaus" von Eva Meijer begleitet die Protagonistin Gwendolen Howard von früher Kindheit übers Erwachsen sein bis ins hohe Alter. Es wird ihre Geschichte erzählt, als sie noch ausgelassen Kind sein ...

"Das Vogelhaus" von Eva Meijer begleitet die Protagonistin Gwendolen Howard von früher Kindheit übers Erwachsen sein bis ins hohe Alter. Es wird ihre Geschichte erzählt, als sie noch ausgelassen Kind sein konnte und später ihre Familie verlassen hatte und in die Stadt gezogen ist, um in einem Orchester professionell zu spielen. Nach Jahren jedoch immer unzufriedener wurde und schließlich aufs Land zog um ihrer Leidenschaft, die sie schon als Kind mit ihrem Vater teilte, dem Vögel beobachten, wieder nachzugehen. Über all die Jahre kommen und gehen Gwendolens Freunde und Bekannte, wenige bleiben lange genug um einen festen Platz an ihrer Seite einzunehmen. Anders jedoch die Vögel, die Len später in Südengland studierte: Zu einer Meise namens Sternchen bekommt sie eine ganz besondere Beziehung.

Eva Meijer beschreibt mit ihren gefühlvollen Worten den Charakter der Menschen und den der Vögel. Zieht vergleiche und veranschaulicht, dass bestimmte Ereignisse den Wesenszug eines jeden Individuum beeinflusst.

Was mir leider nicht so gut gefallen hat, war die sprunghafte Beschreibung. Teilweise gerieten Personen und Momente in Vergessenheit, wo ich dachte, die könnten später noch in Erscheinung treten. Bedauerlicherweise wurde nicht einmal mehr ein Gedanke darüber verloren.

Ein tolles Buch, um mal wieder über das wirklich Wichtige im Leben nachzudenken. Es brachte mich dazu, den Gesang der Vögel anders zu hören!

Veröffentlicht am 10.10.2018

Erinnerungen sind unser wertvollstes Vermächtnis

Das rote Adressbuch
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"Das rote Adressbuch" erzählt von der 96-jährigen Doris, die außer ihrer Großnichte keine lebende Verwandte und Bekannte mehr hat. Denn sie sind alle TOT, wie in ihrem Adressbuch gekennzeichnet. Sie spührt, ...

"Das rote Adressbuch" erzählt von der 96-jährigen Doris, die außer ihrer Großnichte keine lebende Verwandte und Bekannte mehr hat. Denn sie sind alle TOT, wie in ihrem Adressbuch gekennzeichnet. Sie spührt, dass auch ihr Tod schon die Finger nach ihr ausstreckt. Und weil ihre Großnichte Jenny auf einem anderen Kontinent lebt, beginnt sie das wertvollste was Doris hat, nämlich ihre Erinnerungen, für Jenny aufzuschreiben.
Es beginnt eine emotionale und tiefgründige Lesereise, die einem durch das 20. Jahrhundert führt. Mit den Zeitsprüngen in die Vergangenheit wird einem gezeigt, dass das jeder noch so kleine Augenblick im Leben eine Person zeichnet. Uns zu dem Menschen macht, der wir heute sind. Und dass unsere Erinnerungen das wertvollste Vermächtnis ist, das wir besitzen.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Keine komplizierten Sätze oder verstrickten Gedanken die einem verwirren. Ich hatte anfangs bedenken, dass ich nicht so schnell Motivation fürs Lesen aufbringen kann, doch schon die ersten Seiten zeigten mir eine Spannende Handlung, die ich so interessant fand, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte.
"Hast du genug geliebt?", mit diesen letztem Satz schafft es Sofia Lundberg auch sein eigenes Leben zu hinterfragen. All die emotionalen Eindrücke aus dem Buch verleiten mich nun dazu, dass ich sofort zu meinen Großeltern gehe und nach ihrer Vergangenheit frage. Und dann noch die Erkenntnis, dass wir über unsere Wurzeln bisher wenig wissen wollten.
Ich musste das wertvolle Buch sofort an andere Lesehände weitergeben, so fasziniert war ich von meinem veränderten Denken.
Ein unglaublich ehrliches Buch, das uns mit unseren Lieben wieder näher kommen lässt!

Veröffentlicht am 08.10.2018

ein Labyrinth aus Handlungen

Honig aufs Herz
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Evryn James zieht einen Schlussstrich in ihrem bisher vertrautem Leben und landet so mit wenig Geld in ihrem kleinen Detektivbüro. Jeder Auftrag zählt für sie und so kommt es, dass Evy sich auf eine verstrickte ...

Evryn James zieht einen Schlussstrich in ihrem bisher vertrautem Leben und landet so mit wenig Geld in ihrem kleinen Detektivbüro. Jeder Auftrag zählt für sie und so kommt es, dass Evy sich auf eine verstrickte Detektivarbeit mächtiger Kunden einlässt. Als ihr gutaussehende Nachbar Nicolaj davon Wind bekommt, versucht er mit allen Mitteln der scheinbar tollpatschigen Evy ein Schutzengel zu sein. Den Evy gut gebrauchen kann, denn Nic scheint nicht der zu sein, für den sie ihn hielt..

Ich konnte mich im Buch schnell zurecht finden, da keine Überflutung an Informationen gegeben war. Das machte es von Anfang an auch gleich sehr spannend, vor allem weil Nic lange sein Geheimnis für sich behielt.
Allerdings konnte ich mit einem Charakterzug von Evy nicht ganz anfreunden. Aufgrund der Situation mit ihrem Exfreund sollte sie doch etwas vorbehaltener mit reichen Typen sein. Doch als sie hörte, dass Nic ebenso aus gutem Hause stammt und sich damit leichtfertig anfreunden konnte, geradezu froh darum war, war ich leider etwas enttäuscht und das machte Evy in meinen Augen unsympathisch.
Auch ihre tollpatschige Art fand ich etwas übertrieben, daher passte ihre Arbeit als Detektivin nicht wirklich zu ihr.

Mir fielen auch einige Widersprüche auf, die mich beim Lesen irritierten. Wie etwa: "Das Feuer prasselte im Kamin". Um mich mehr in die Situation zu fühlen, hätte ich mir passendere Ausdrücke gewünscht um die Atmosphäre herzustellen, die auch im Buch beschrieben wurde.

Dennoch konnte Moni Kaspers eine Bandbreite an Emotionen bieten. Es gab keine Spannungsflaute, was vor allem an der Entwicklung von Nic lag, der seine Vergangenheit aufarbeitete. Somit stahl er Evy die Show und wurde zum eigentlichen Hauptprotagonisten.

Alles in Allem empfand ich das Buch als eine unterhaltsame Wochenendlektüre, die von Spannung bis Humor alles bieten konnte. "Geschichten, die brennen", heißt es vom Verlag und stimmt zu 100% mit dem Buch überein. Auch den Titel "Honig aufs Herz" finde ich sehr passend gewählt!

Veröffentlicht am 04.10.2018

Atemberaubende Kulissen und spektakuläre Kämpfe

Wolfsthron
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In Leo Carews Fantasydebüt "Wolfsthron" beginnt ein Krieg zwischen den Menschen im Süden und den Anakim, eine Spezies aus dem rauen Norden. Die Anakim unterscheiden sich nicht nur durch ihre überragende ...

In Leo Carews Fantasydebüt "Wolfsthron" beginnt ein Krieg zwischen den Menschen im Süden und den Anakim, eine Spezies aus dem rauen Norden. Die Anakim unterscheiden sich nicht nur durch ihre überragende Größe und Lebensdauer von den Menschen, sondern auch ihre Gesellschaft hat sich in eine andere aber interressante Richtung entwickelt.
Als der junge Thronerbe der Anakim, Roper, viel zu früh sein Erbe antritt, muss er sich seine Anerkennung und Führerschaft des nördlichen Reiches erst sichern. Er gerät nicht nur zwischen die Fronten mächtiger Häuser, sondern muss auch sein zukünftiges Land vor den Heerscharen der Südlinge verteidigen.

Am Anfang des Buches bekommt man einen Einblick beider Seiten, die in den Krieg ziehen. Ich konnte auch nicht gleich sagen, welche Seite denn nun die Gute und die Böse ist. Es war mir nur klar, dass die Hauptstory sich um Roper dreht und man mit ihm in seine Rolle als Anführer hineinwächst.

Mit einer unglaublichen Fähigkeit zum Detail werden Kämpfe, politische Handlungen und die steigende Anerkennung, die sich Roper in seinem Land verdient, beschrieben.
In vielen genialen Arten des Erzählens konnte mich Leo Carew an sein Buch fesseln. Es gab unzählige Gänsehautmomente, in denen ich so beeindruckt war, weil ich Wendungen, Raffinessen und Gedanken einfach nicht erwartet hätte.

Liebe ist das einzige Gefühl, dass die Anakim und die Südlinge gleich stark besitzen. Da hätte ich mir etwas mehr davon gewünscht, damit ich während des Lesens auch diese Erkenntnis bekomme.

Eine atemberaubende Kulisse und ein spektakulärer Kampf, den ich noch nie so miterlebt habe, konnten mich am Ende mehr als nur überzeugen.
Für mich ein absolutes Jahreshighlight!
Und hoffentlich erst der Auftakt einer epischen Fantasyreihe.

Veröffentlicht am 02.10.2018

Sollte man die Vergangenheit hinter sich lassen?

Der Klang eines Augenblicks
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"Sollte man die Vergangenheit hinter sich lassen?", das beschäftigt die Hauptprotagonisten Brittany und Declan in Kate Dakotas Buch "Der Klang eines Augenblicks".
Britt macht sich auf die Suche nach der ...

"Sollte man die Vergangenheit hinter sich lassen?", das beschäftigt die Hauptprotagonisten Brittany und Declan in Kate Dakotas Buch "Der Klang eines Augenblicks".
Britt macht sich auf die Suche nach der Wahrheit ihres verunglückten Vaters, kurz nachdem auch ihre Mutter verstorben ist. Mit der Hilfe eines ehemaligen Kunsthistorikers, Declan, versucht sie in Irland mehr zu dem tragischen Schicksal ihres Vaters herauszufinden und ist davon überzeugt, dass es kein Unfall gewesen sein kann. Zusammen mit dem unwiderstehlichen Declan, der ebenfalls eine Menge Ballast mit sich herumträgt und erst überzeugt werden muss Britt zu helfen, gehen sie alle Spuren der Vergangenheit nach. Doch wie auch Britt muss sich im Laufe des Buches Declan seinem Schicksal stellen und dieses Mal ist es Britt, die ihm dabei zur Seite steht.

Kate Dakota greift mit ihren gefühlvollen und zwischendrin auflockernd humorvollen Worten viele ernste Themen auf. Zum Beispiel, wie das Gewissen einem verfolgt, wenn man nicht alle Fakten der Vergangenheit kennt und in der Ungewissheit sich so einiges zusammenreimt. Oder aber wie ein Mann aus einem tiefen Loch versucht zu entkommen und ausgerechnet die Liebe es ist, die in heilen kann, wobei diese ihn doch gerade hinein gezerrt hat. Und nicht zu vergessen all die historischen und geschichtlichen Ereignisse, die Kate Dakota gezielt in ihrem ganzen Buch verstreut.
Ich kann das Buch "Der Klang eines Augenblicks" nur weiterempfehlen! Eine tiefgründige Geschichte, die den Leser zwar geistlich fordert, dennoch die Liebe nicht zu kurz geraten lässt. Einfach fantastisch!