Profilbild von Tine13

Tine13

Lesejury Star
offline

Tine13 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tine13 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.01.2018

Rheinländische Lebenslust trifft auf preußische Korrektheit

Die Festung am Rhein
0

Koblenz 1822, hoch über der Stadt entsteht die neue Festung Ehrenbreitstein, als mächtiges Symbol preußischer Vorherrschaft und Ingenieurskunst. Doch es verschwinden geheime Baupläne und der junge Rekrut ...

Koblenz 1822, hoch über der Stadt entsteht die neue Festung Ehrenbreitstein, als mächtiges Symbol preußischer Vorherrschaft und Ingenieurskunst. Doch es verschwinden geheime Baupläne und der junge Rekrut Christian wird unschuldig wegen Landesverrates verhaftet. Sein einziger Fehler, er ist Halbfranzose…ein Sohn des Feindes! Seine Schwester Franziska ist gewillt alles zu tun, um ihren Bruder aus den Händen der ihr verhassten Preußen zu befreien. Dabei trifft sie auf den pedantisch korrekten Leutnant Rudolph Harten, preußischer Ingenieur und damit beauftragt die Spionagegeschichte aufzuklären. Auf der Suche nach der Wahrheit entdecken die beiden so manches Geheimnis!

„Die Festung am Rhein“ ein historischer Roman der Autorin Maria W. Peter ist ein sagenhaft spannender Roman über eine sehr interessante Epoche. Napoleon hatte diese Region am Rhein sehr stark geprägt und als nach dem Wiener Kongress die Rheinprovinzen an Preußen fallen, prallten dort die freiheitlich denkenden katholischen Rheinländer auf die starren Hoheitsgetreuen protestantischen Preußen. Es gelingt der Autorin hervorragend, diese brisante Stimmung einzufangen. All die Vorbehalte, Vorurteile und der regelrechte Hass dieser zwei Lager, ist Zentrum ihrer Erzählung. Die beiden so unterschiedliche Hauptprotagonisten, Franziska die freiheitsliebende Rheinländerin und Rudolph der gestrenge Preuße, sind jeder für sich typische Exemplare dieser Zeit! Auch all die weiteren unterschiedlichen Charakteure der Geschichte sowie die bildhafte Beschreibung der ganzen Stadtkulisse hauchen dem Buch zusätzlich Leben ein!
Man lebt und leidet mit den großartigen Figuren und die Seiten fliegen nur so dahin.

Eine grandios ausgedachte Spionagegeschichte, die bis zur letzten Seite spannend bleibt!
Auch die persönliche Geschichte der Protagonisten, die nebenher erzählt wird, ist an Spannung kaum zu überbieten. Ein Roman mit mehreren Ebenen, historisch perfekt recherchiert, da macht das Lesen großen Spaß! Eine interessante Epoche, Spannung, Romantik, Leidenschaft, dieses Buch hat alles was frau braucht, absolute Leseempfehlung meinerseits:)

Veröffentlicht am 02.01.2018

Traum und Wirklichkeit

Die phantastische Welt des Märchenkönigs
0

Ludwig der II. und seine Zeit 1845-1886
War dieser exzentrische König noch ein Relikt aus der Vergangenheit!? Er träumte vom absolutistischen Herrschen und einer mittelalterlichen Welt von Minne, Burgen ...

Ludwig der II. und seine Zeit 1845-1886
War dieser exzentrische König noch ein Relikt aus der Vergangenheit!? Er träumte vom absolutistischen Herrschen und einer mittelalterlichen Welt von Minne, Burgen und Schlössern. Oder war er doch doch ehr dem Neuen, der Technik und Industrialisierung verfallen, der Verwirklichung von Menschheitsträumen, Flugobjekten, außergewöhnlicher Architektur und mechanischen Konstrukten? All seine Gedanken, seine Träume und Ideen aber auch seine Zeitzeugen kommen in diesem Buch zu Wort….

Die Biografie über Ludwig II. von Klaus Reichold und Thomas Endl bietet eine unbeschreiblich lebendige, bunte und informationsreiche Sammlung an Informationen, Fakten, Anekdoten und Geschichten zum Leben und Sterben des berühmten Königs. Der Leser erfährt sehr viel über seine Gedanken, taucht in seine Gefühlswelt ein. Was für ein Mensch war Ludwig, am Ende kann man seine Wünsche und Gedankenwelt schon etwas nachvollziehen! Er war letztendlich ein Kind seiner Zeit, ein Künstler und Träumer mit den Mitteln diese auch zu verwirklichen, zu minderst teilweise….trotz aller Hindernisse die ihm im Weg standen. Bewundernswert, erstaunlich und tragisch, das sind Begriffe die mir beim Lesen durch den Kopf gingen.

Trotz der Geschichten die man über Ludwig weiß, erfährt man in dieser Biographie noch sehr viel Neues und Informatives. Klatsch und Tratsch inbegriffen;) das Lesen macht deshalb ein großes Vergnügen! Der Schreibstil und all die wunderbaren Illustrationen und Bilder laden darüber hinaus zum angeregten Lesen und Blättern ein. Ein Buch das man mit Sicherheit noch öfters zur Hand nehmen wird, das anregt zu Exkursionen und Ausflügen um auf den Spuren Ludwigs zu wandeln und etwas von der Mystik des Ortes zu einzufangen.
Ein Lesestoff, der mir ganz hervorragend gefallen hat, daher meine absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 05.02.2026

Ein Sammelsurium der Inspiration

Der Genussforscher - Silbermedaille beim GAD 2022
0

Essen mit Wow-Effekt

Das Kochbuch „Der Genussforscher – Silbermedaille beim GAD 2022“ von Autor Thomas A. Vilgis ist ein äußerst anregendes Buch, mit außergewöhnlichen Methoden der Zubereitung, Kompositionen ...

Essen mit Wow-Effekt

Das Kochbuch „Der Genussforscher – Silbermedaille beim GAD 2022“ von Autor Thomas A. Vilgis ist ein äußerst anregendes Buch, mit außergewöhnlichen Methoden der Zubereitung, Kompositionen und ungewöhnlichen Zutaten. Dabei kommt bei dem leidenschaftlichen Hobbykoch wohl auch sein Beruf als Physiker zum Tragen.
Eingeteilt wird das Buch in einer Art Farbspektrum mit dazu passenden Zutaten, Rezepten und Beschreibungen.
Die Rezepte sind allesamt sehr lecker ausgedacht, allerdings auch manchmal recht aufwändig und mit außergewöhnlichen Gewürzen versehen. Man muss schon etwas Kocherfahrung mitbringen, es ist kein Buch für Anfänger, sondern eher eine tolle Anregung für Kochprofis.
Produktaufklärung, Nachhaltigkeit und Produktvielfalt steht bei diesem Buch im Focus. Dabei werden möglichst alle Komponenten des Lebensmittels verwertet. Wichtige Rollen spielen dabei eine sehr detaillierte Beschreibung von Zutaten-Eigenschaften, deren Zusammensetzung, ihr chemisches Verhalten und die technischen Vorgänge sowie Zubereitungsprozesse. Da gibt es so spezielle Dinge wie Zwiebelsalz, Blutgewürz, konservierte Meere und Seen, oder andere außergewöhnliche Geschmacks-Kombinationen. Dabei geht es oft richtig wissenschaftlich zu.
Sehr gelungen finde ich die farbenfrohe und edle Aufmachung des Kochbuchs, die selbst als E-Book etwas hermacht, schöne ästhetische Fotos sind absolut Appetit anregend und verführerisch!
Gestört haben mich insgesamt nur manche Wiederholungen im Text, denn groß geschriebenen Anmerkungen werden im Beschreibungstext noch einmal wiederholt, das könnte man sich sparen.

Mein Fazit:
Ein wirklich beeindruckendes Kochbuch, das mich enorm inspirieren und auch ganz großartig unterhalten konnte. Trotz aller Professionalität ist es mit einem Augenzwinkern geschrieben und enthält wunderbare Rezepte und Tipps.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2026

Ein weiteres gefühlvolles Generationen-Porträt in Folge

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
0

Eine Geschichte auf zwei Ebenen:
Mai 1945, Güstrow – das Mädchen Maren versteckt sich dort auf ihrer Flucht vor den Russen in der Schublade eines alten Jagdhauses, in der sie ein kleines Ölgemälde findet. ...

Eine Geschichte auf zwei Ebenen:
Mai 1945, Güstrow – das Mädchen Maren versteckt sich dort auf ihrer Flucht vor den Russen in der Schublade eines alten Jagdhauses, in der sie ein kleines Ölgemälde findet. Dort trifft sie auch auf Wilma Engels, die ihr hilft und das Kind mit nach Hause nimmt.

2023 Berlin – bei Hannah läuft gerade alles schief! Nach dem frühen Tod ihrer Mutter und Großmutter trudelt sie alleine durchs Leben. Zudem verliert sie auch noch ihre beste Freundin aus ihrer WG, die mit ihrem Freund Max auf dem Land eine Familie gründen will. Unfreiwillig nimmt Hannah einen neuen Untermieter auf, den ihr ihre ungeliebte Arbeitskollegin Judith aufs Auge drückt. Doch am meisten genervt ist Hannah, als urplötzlich ihr Vater auftaucht, der sich bislang noch nie bei ihr gemeldet hat! Wie soll Hannah jetzt darauf reagieren?

„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“, von Autorin Alena Schröder ist wieder ein äußerst einfühlsamer und interessanter Roman, in dem ich auch wieder Hannah und Evelyn, die schon in dem Buch „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“, begegnen durfte. In Teilen findet man Verbindungen zum ersten Roman, wichtig dafür, die Nebenrolle von Maren Engels einer Kriegswaise aus Demmin. Auch hier im Roman geht es wieder um Kunst, diesmal um das Kunstbild der DDR, den sozialistischer Realismus und dessen Interpretation. Geschaffen wird diese Kunst von Protagonistin Wilma Engels, die ihre Chance zur Selbstverwirklichung nach dem Zweiten Weltkrieg geschickt nutzt. Die Autorin verwebt auch hier wieder die Schicksale ihrer vier Protagonistinnen geschickt miteinander, damit sich am Ende ein ganzes Bild ergibt. Die ganze Geschichte ist emotional und bildhaft geschrieben, die Gefühle der Protagonisten sind dabei greifbar und nachvollziehbar, das mag ich sehr.

Mein Fazit:
Sehr fesselnder Roman, der meine Erinnerung an den von mir vor 5 Jahren gelesenen Vorgängerroman wieder erweckt hat. Die beiden Bücher haben eine versteckte Verbindung, die ich sehr gelungen finde! Leider fehlt mir nun der Mittelteil der Familiengeschichte, über Oma Evelyn Borowski, mit dem Titel „Bei euch ist es immer so unheimlich still“. Muss ich unbedingt noch nachholen:).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2026

Abgrundtief bösartiger dritter Fall für Tara Kronenberg

Der Blutmacher
0

Nach der Meldung eines schrägen Links im Netz ihrer Cybercrime-Abteilung, wird Kommissarin Tara Kronenberg auf einen Künstler aufmerksam, der Bilder mit Blut gestaltet. Doch das ist nicht alles, denn es ...

Nach der Meldung eines schrägen Links im Netz ihrer Cybercrime-Abteilung, wird Kommissarin Tara Kronenberg auf einen Künstler aufmerksam, der Bilder mit Blut gestaltet. Doch das ist nicht alles, denn es gibt dabei sogar eine Live-Versteigerung mit anschließender Tötung seines Opfers vor laufender Kamera. Tara und ihr Team sind alarmiert und versuchen verzweifelt dem kreativen Mörder auf die Schliche zu kommen, um so weitere Morde zu stoppen. Noch kann niemand ahnen, wie persönlich die Ermittlungen für Tara bald werden, denn auch ihr Bruder gerät in den Focus des wahnsinnigen Malers.

Der Dritte Teil um Kommissarin Tara Kronenberg und ihre Spezialabteilung beim LKA Sachsen, mit dem Titel „Der Blutmacher“ ist wieder ein absoluter Pageturner. Autor Elias Haller kennt auch diesmal kein Pardon und lässt Tara direkt in einem absoluten Alptraum landen, der ihr persönlich schrecklich zusetzen wird. Dem Leser wird viel abverlangt, es fließt Blut, und zwar jede Menge, denn es wird wieder sehr fleißig brutal und blutig gemordet. Je länger sich die Situation entwickelt, desto größer die Spannung. Dieser Thriller ist komplex inszeniert, mit raschen Szenen und Personenwechsel und absolut nichts für schwache Nerven!

Mein Fazit:
Ein skurriler bluttriefender Schocker der Extraklasse, fesselnde Hochspannung ist garantiert. Die ganze Tara Kronenberg-Serie ist eine Empfehlung für absolut hartgesottene Krimifans.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere