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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2020

Mehr interessant als spannend!

Abgefackelt
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Der Thriller „Abgefackelt“ von Michael Tsokos ist die Fortsetzung des Paul-Herzfeld-Thrillers „Abgeschlagen“. Die Handlung beginnt unmittelbar nach dem Ende des ersten Teils. Ich empfehle „Abgeschlagen“ ...

Der Thriller „Abgefackelt“ von Michael Tsokos ist die Fortsetzung des Paul-Herzfeld-Thrillers „Abgeschlagen“. Die Handlung beginnt unmittelbar nach dem Ende des ersten Teils. Ich empfehle „Abgeschlagen“ vorher zu lesen, denn dadurch bekommt man einen besseren Bezug zu den Charakteren. Für alle, die den ersten Band nicht kennen wird die Vorgeschichte kurz zusammengefasst. Die Geschichte des zweiten Teils kann, meiner Meinung nach, unabhängig vom ersten Teil betrachtet werden.

Rechtsmediziner Paul Herzfeld soll nach seinem nervenaufreibenden letzten Fall eine Auszeit von seiner Arbeit nehmen und wird vorübergehend in die Pathologie nach Itzehoe versetzt. Er bemerkt schnell, dass die wahren Todesumstände seines Vorgängers vor ihm verheimlicht werden. Herzfelds Nachforschungen bringen jedoch nicht nur schreckliche Erkenntnisse mit sich, sondern auch eine tödliche Gefahr.

Die Geschichten um den Rechtsmediziner Paul Herzfeld basieren auf wahren Begebenheiten und genau das macht den Thriller von Tsokos auch so spannend. Die Verbrechen sind realitätsnah und die Obduktionen werden genau und fachgerecht beschrieben. Ich finde es aufregend, dass man während des Lesens noch einiges über den Tod und seine Ursachen lernt.
Außerdem hat mir gefallen, dass es neben der hauptsächlichen Handlung zudem noch andere Fälle gibt, die Herzfeld aufklärt. Kleine Obduktionen, die interessante Ergebnisse haben.

Oft verwendet der Autor allerdings sehr lange und zu komplizierte Sätze, die teilweise auch noch durch die verwendete Fachsprache den Lesefluss stören.
Generell konnte mich die Geschichte leider nicht packen. Es passiert eigentlich nicht viel, das Buch ist gestreckt und wird zunehmend vorausschaubarer.

Zusammenfassend muss ich leider sagen, dass die Geschichte und der Schreibstil mich nicht richtig überzeugen konnte. Das Buch ist spannend und gut- keine Frage. Ich hatte nur einfach etwas mehr von der Geschichte erwartet, da ich das Cover schon so aussagekräftig fand.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2019

Was bleibt? Nichts.

Nichts wird dir bleiben
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Der Psychothriller handelt von dem Psychoanalytiker Thomas Kern, dessen Leben komplett aus den Fugen gerät, nachdem eine Patientin von ihm Selbstmord begeht. Es tauchen Beweise auf, die Kern zum Schuldigen ...


Der Psychothriller handelt von dem Psychoanalytiker Thomas Kern, dessen Leben komplett aus den Fugen gerät, nachdem eine Patientin von ihm Selbstmord begeht. Es tauchen Beweise auf, die Kern zum Schuldigen machen und auch seine Familie schwebt in Gefahr. Jemand ist dabei das Leben von Thomas Kern zu zerstören, aber wer könnte das sein und warum sollte dieser Jemand so etwas tun?

Der Thriller beinhaltet viele Charakter, schon fast zu viele. Trotzdem sind alle handelnden Personen sehr präzise und anschaulich. Das liegt auch daran, dass der Thriller aus vielen Perspektiven geschrieben ist. Das ist teilweise sehr verwirrend und die Zusammenhänge, die zwischen den Personen entstehen sind sehr komplex und auch teilweise, wie mir schien, unverständlich. Fast alle Figuren machen eine Entwicklung im Laufe des Thrillers durch, was mir sehr gut gefallen hat.

Der Inhalt ist auf jeden Fall spannend, aber leider nicht durchgängig. Viele Szenen sind viel zu ausführlich und andere dagegen zu kurz geraten. Das ist sehr Schade. Außerdem ist im Original Klappentext von einer dunklen Macht die Rede, der Thomas Kern gegenüber steht. Meiner Ansicht nach ist von dieser finsteren Macht kaum etwas zu spüren. Der Autor selbst schreibt, dass er sich im Vorfeld des Schreibens über Sekten informiert hat und der Thriller davon inspiriert geschrieben wurde. Ich hätte mir gewünscht mehr über den Aufbau einer Sekte oder die inneren Abläufe zu lesen zum Beispiel über gruselige Rituale oder Gedankengut. Diesbezüglich waren meine Erwartungen sehr hoch und wurden leider enttäuscht.

Der Schreibstil des Autors hat mir wirklich gut gefallen. Dieser war sehr lebendig und konnte mich total in die Geschichte eintauchen lassen. Allerdings ist es zu Beginn erstmal schwierig in die Handlung einzufinden, da der Einstieg unmittelbar ist und dann auch noch mit häufigen Perspektivwechsel einhergeht.

Der Psychothriller bekommt von mir 3 von 5 Sternen, weil mir irgendwie die überraschenden Wendungen gefehlt haben und, wie bereits angemerkt die Sektenthematik zu kurz gekommen ist. Ich hätte die Beweggründe und Gedanken des Antagonisten gerne besser verstanden, beziehungsweise eine vertiefendere Ausführung derer gewünscht. Ansonsten ist der Thriller spannend und behandelt Themen wie Liebe, Verlust und organisierte Kriminalität. Bin leider insgesamt ziemlich enttäuscht worden und deshalb kann ich nur sagen, dass von dem Thriller am Ende nichts bleibt.

Veröffentlicht am 11.08.2019

Viel Drama um Nichts?

Ziemlich wunderbares Leben
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Abi kehrt nach einem langen Kampf gegen den Krebs in ihr altes Leben zurück und freut sich darauf endlich wieder richtig zu leben und Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Doch das anfängliche Glück ihrer ...

Abi kehrt nach einem langen Kampf gegen den Krebs in ihr altes Leben zurück und freut sich darauf endlich wieder richtig zu leben und Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Doch das anfängliche Glück ihrer Rückkehr ins Leben wird durch einige Schwierigkeiten geprägt. Abis Mann John hat sich durch die Krebserkrankung seiner Frau verändert und versucht etwas vor Abi, so gut es geht, geheim zu halten. Zusätzlich befindet sich ihr Sohn Seb in einer bewegenden Selbstfindungsphase, die das Miteinander der Familie auf die Probe stellt. Doch Abi bleibt eine Kämpfernatur, die alles für ihre Lieben tun würde. Wird sie es schaffen ihre Familie wieder zu vereinen?


Der Roman lässt sich wirklich gut lesen, sodass ich ihn an einem Tag hätte durchlesen können. Es ist eine leichte Lektüre, die man das ganze Jahr über lesen könnte, denn der Handlungszeitraum der Geschichte beträgt auch ziemlich genau ein Jahr. Ich finde es wichtig das anzumerken, denn das Cover des Buches sieht sehr sommerlich auch, während die Geschichte dagegen im Winter gelesen doch noch herzerwärmender wäre.
Das Buchcover gefällt mir jedenfalls sehr gut und die Zitronenabbildung hat auch einen kleinen Fühleffekt (Ich gehe davon aus, dass der gelbe Kreis eine Zitrone und keine Sonne ist).

Die Protagonisten der Geschichte Abi und Seb, aus deren Perspektive abwechselnd geschrieben wird sind sehr liebenswürdig.
Abi liebt Musik und das wird im Roman immer wieder aufgegriffen, denn Abi hat vor ihrer Chemotherapie eine Playlist erstellt, in der jeder Song einer wichtigen Person aus ihrem Leben oder einer bedeutenden Zeit ihres Lebens gewidmet ist. Diese Songs sollten sie daran erinnern für wen sie weiterleben möchte und ich finde das ist eine super schöne Idee von der Autorin, auch wenn die meisten Songs nicht meinen Geschmack getroffen haben.

Das Buch ist wirklich emotional und bringt einen dazu selbst mal über sein eigenes Leben und die wichtigsten Personen darin nachzudenken. Die Geschichte weckt neue Lebensfreude und lässt eigene Probleme gleich viel kleiner erscheinen.
Trotzdem muss ich ergänzen, dass es im Roman, meiner Meinung nach leider viel Drama um Nichts gab, aber das ist ja in den meisten Romanen der Fall.

Veröffentlicht am 04.11.2022

Enttäuschend

CATAN - Der Roman (Band 1)
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Ich bin ein großer Catan Spiele-Fan und deshalb war ich sehr begeistert als ich erfuhr, dass es eine Buchreihe zum Spiel geben wird. Es ist etwas außergewöhnliches zuerst das Spiel zu entwickeln und dann ...

Ich bin ein großer Catan Spiele-Fan und deshalb war ich sehr begeistert als ich erfuhr, dass es eine Buchreihe zum Spiel geben wird. Es ist etwas außergewöhnliches zuerst das Spiel zu entwickeln und dann viel später darauf basierend einen Roman zu schreiben. Leider wurde meine Begeisterung schnell getrübt…

Der Roman handelt von Thorolf, der zusammen mit seinen Brüdern Asla, die Tochter eines Wikinger Oberhaupts entführt, um sie heiraten zu können. Daraufhin wird Thorolf verbannt und er beschließt mit einigen anderen zusammen nach Catan auszuwandern und sich dort ein neues Leben aufzubauen. Sie begeben sich auf eine Reise ins Ungewisse.

Der Schreibstil ist umgangssprachlich und leicht verständlich.
Die Dialoge sind flach. Die Handlung oft vorhersehbar. Mir hat in der Geschichte die Tiefe gefehlt. Die Emotionen der Charaktere konnten mich nicht erreichen und es hat teilweise auch die Spannung gefehlt. Es gibt viele Nebenhandlungen und viele interessante Charaktere, aber ich hatte das Gefühl, dass sich für die einzelnen Szenen nicht ausreichend Zeit genommen wurde. Die ein oder andere Nebenhandlung hätte dagegen auch gerne weggekürzt werden können.
Der Autor versucht offensichtlich sein gesamtes recherchiertes Wissen in den Roman einfließen zu lassen. Das ist meistens nicht nur unpassend, sondern trägt auch in keinem Fall etwas zur Geschichte bei.

Auffällig ist außerdem, dass auf Catan eine Utopie angestrebt wird. Vieles passt dabei für mich nicht mit der Lebensweise der Wikinger zusammen. Es wirkt gezwungen und unrealistisch. Ein Beispiel dafür ist meiner Meinung nach der Umgang mit der Religion. Der christliche Glauben wird stärker thematisiert als die nordischen Götter und wird als idealistisch dargestellt. Das neue Land soll modern sein. Ich dagegen hatte eher eine fantasievolle Geschichte erwartet über Siedler, die sich unabhängig von unserer Welt eine eigene aufbauen.

Das Handeln und die Tätigkeiten zum Aufbau der Siedlung nehmen im Roman, wie auch beim Spiel eine zentrale Rolle ein. Ich finde es gut, dass diese Vorgänge hervorgehoben werden um die Ähnlichkeit zum Spiel zu zeigen, jedoch sind die Beschreibungen teilweise sehr ausführlich.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass meine Erwartungen an den Roman leider nicht erfüllt wurden. Der Roman ist in sich nicht stimmig und hat mich gelangweilt. Der Autor sollte lieber weiterhin Spiele erfinden, anstatt Bücher zu schreiben.

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Veröffentlicht am 01.10.2021

Potenzial nicht ausgeschöpft

Pantarch
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Der Fantasy-Thriller „Zwischenwelt Pantarch“ wird von Mila Ilbach als Selfpublisher veröffentlicht. Das Cover des Buches ist deswegen wahrscheinlich auch nicht so aufwendig und schön gestaltet. Das hat ...

Der Fantasy-Thriller „Zwischenwelt Pantarch“ wird von Mila Ilbach als Selfpublisher veröffentlicht. Das Cover des Buches ist deswegen wahrscheinlich auch nicht so aufwendig und schön gestaltet. Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten den Thriller zu lesen, denn der Inhalt klang interessant…
Die Idee von einer Zwischenwelt, in die man nach dem Tod gefangen wird, ist allgemein bekannt, die Autorin dieser Geschichte erfindet diese Zwischenwelt nach dem Tod jedoch ganz neu. Für Aurora ist es so als hätte sie einen schweren Autounfall unbeschadet überstanden. Das Leben scheint normal weiterzugehen, dabei ahnt niemand, dass Aurora diesen Unfall nicht überlebt hat. Niemand außer Evan. Er war am Unfall beteiligt und weiß scheinbar mehr über das Leben nach dem Tod.
Aurora wird von nun an als unsterblicher Pantarch auf der Erde wandeln, doch dieses Schicksal will sie nicht akzeptieren. Gibt es für sie einen Weg zurück in ein sterbliches Leben?

Die Handlung der Geschichte ist nicht unbedingt neu. Obwohl es teilweise echt spannend wird, sind viele Wendungen vorhersehbar. Ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte erst ab der Hälfte so richtig in Fahrt kommt. Es wird bis zum Ende hin immer besser, also wird der zweite Band mich vielleicht besser überzeugen können.
Vieles wird nur oberflächlich beschrieben. Ich hätte mir zum Beispiel gewünscht mehr über die Pantarchen zu erfahren. Es wird nur gesagt, dass sie unsterblich sind, aber es gibt keine Geschichte zu ihrem Ursprung, ihren Ritualen oder ihren Feindschaften. Ich finde man hätte noch alte Legenden oder historische Ereignisse einfließen lassen können, die diese Wesen einzigartig machen. So haben sie sich leider kaum von den Menschen unterschieden.
Der Schreibstil ist nicht besonders außergewöhnlich oder wortreich. Mir sind auch ein paar Schreibfehler aufgefallen. Die Formulierungen hätten ein bisschen abwechslungsreicher sein können, wurde im Laufe des Buches aber besser.
Die Charaktere wurden gut ausgearbeitet und sind interessant. Die Hintergründe der einzelnen Figuren hätten noch detaillierter beschrieben werden können z.B. durch kurze Rückblenden. Mir hat es jedoch gefallen, dass aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wurde.
Trotz aller Kritik: Ich mag es wie die Autorin mit der Idee eines unsterblichen Lebens spielt. Es werden Vor- und Nachteile deutlich und ich konnte mich sehr gut in das Szenario reindenken. Wem das gefällt, sollte sich das Buch mal ansehen.
Die Schrift ist groß, die Kapitel sind kurz und so hat man das Buch auch schnell durchgelesen.

Mein Fazit:
Leider keine Geschichte, die mich in ihren Bann ziehen konnte, aber dennoch eine interessante und spannende Idee. Meiner Meinung nach wurde das Potenzial der Geschichte nicht komplett ausgeschöpft. Vieles hätte noch vertieft werden können. Allerdings finde ich, dass es sich lohnt die Autorin im Auge zu behalten, denn Pantarch ist schließlich ihr erster Roman.

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