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Veröffentlicht am 16.08.2023

Katz- und Maus-Spiel

Das Ikarus-Projekt
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Kai Herzog ist ein engagierter und erfolgreicher Manager in einem Chemiekonzern. Überraschend wird er vin einem Tag auf den anderen Leiter der Forschungsabteilung. Hier soll eine Lösung für das Energieproblem ...

Kai Herzog ist ein engagierter und erfolgreicher Manager in einem Chemiekonzern. Überraschend wird er vin einem Tag auf den anderen Leiter der Forschungsabteilung. Hier soll eine Lösung für das Energieproblem innerhalb der Klimakrise gefunden werden. Im Ikarus-Projekt geht es darum Methan als Ersatzbrennstoff aus Kohlendioxid herzustellen.

Am Tag der Verantwortungsübernahme aber kommt es zu einem Unglück, wobei der leitende Forscher stirbt und die Forschungsakten spurlos verschwinden. Schnell wird klar, dass verschiedene Player diesen auf der Spur sind und dafür auch nicht vor Gewalt und Mord zurück schrecken.

Kai Herzog gerät zwischen die Fronten und muss bald kaltblütig jedes Risiko eingehen, um seinen Ruf zu retten. Immerhin war der Vorstandsposten schon zum Greifen nah.

Industriespionage, Entführungen, Anschläge, Verfolgungsjagden und vieles mehr warten auf Herzog. Kai Herzog, der Spion wider Willen zieht in dem Kampf. Manchmal im Höhenflug, oft am seidenen Faden und meist mit viel Glück windet er sich durch den Pool der giftigen Nattern, die alle sein Projekt an sich reißen wollen.

Mit dem Protagonisten bin ich nicht so richtig warm geworden. Das eine oder andere Szenario habe ich ihm such nicht abgekauft. Aber das Buch ist abwechslungsreich, hat viele Wendungen, kreative Einfälle und eine interessante Grundidee.

Ich kann das Buch allen James Bond - und Jason Bourne - LeserInnen empfehlen, die auch gerne mal die Realität ausklammern, um ein spannendes Buch zu lesen. Dann sind sie gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 08.12.2022

Gehirnwäsche

James Bond: Mit der Absicht zu töten
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007 tötet nach einer Gehirnwäsche M. Damit beginnt ein Bond-Roman mit einer ungewöhnlichen Abfolge. James ist nicht der Herr seiner selbst und ins Russland der 60er verschleppt.

Hin und her gerissen zwischen ...

007 tötet nach einer Gehirnwäsche M. Damit beginnt ein Bond-Roman mit einer ungewöhnlichen Abfolge. James ist nicht der Herr seiner selbst und ins Russland der 60er verschleppt.

Hin und her gerissen zwischen der Aufdeckung eines Komplotts und seiner körperlichen Beeinträchtigung versucht er hinter dem eisenen Vorhang zu überleben. Wird ihm gelingen wozu er hergeschickt wurde?


Jedenfalls ein ungewöhnlicher Bond-Roman. Man lernt die verletzlichen Seiten, seine Unsicherheit und sein taktieren in auswegloser Lage kennen. Vielfach irritiert mich seine eher passive Situation, doch irgendwann kommt die Bond-DNA durch und er agiert als der Mann, den wir kennen. Besonders die zweite Hälfte hat mich überzeugt.

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Veröffentlicht am 25.09.2022

Justizirrtümer und mafiöses Geplänkel

Schatten der Vergangenheit
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Ein Kommissar wird eines Mordes verdächtigt und kann der Verhaftung entgehen. Aus dem Hintergrund und mit einigen Verbündeten gelingt es ihm im Fall zu ermitteln und um Gerechtigkeit zu kämpfen.

Commissario ...

Ein Kommissar wird eines Mordes verdächtigt und kann der Verhaftung entgehen. Aus dem Hintergrund und mit einigen Verbündeten gelingt es ihm im Fall zu ermitteln und um Gerechtigkeit zu kämpfen.

Commissario Casabona ist zunächst überrascht, als seine Untergebenen mitten in der Nacht vor seiner Haustür stehen. Doch schnell gelingt es ihm die Lage zu erfassen, die Gelegenheit zur Flucht zu nutzen und die Hintergründe aufzuklären. Schnell wird deutlich, dass der Mordverdacht auf ihm lastet, seibe Vertrauten ihm das aber nicht zutrauen und ihm darum zur Gerechtigkeit helfen wollen.

Viele ähnlich klingende italienische Namen an Helfern, Gegnern, mafiösen Verwicklungen und Nebenfiguren später klärt sich die Sachlage. Nebenbei wird das Privatleben des Kommissars auf die Probe gestellt und er entdeckt, wem er wirklich trauen kann.

Die Beschreibung von Orten, itaienischem Essen und Lebensstil wird viel Raum eingeräumt. Die eigentliche Handlung ist oft wenig empathisch, zeugt eher von einer organisatorischen Beschreibung oder einem Sachbericht. Im schnellen Tempo durchrast man das Ermittlungsgeschehen und schon werden die Ergebnisse zusammengefasst. Der Wechsel von Nebenschauplätzen, melancholischer Beschreibung der Umgebung und sachdienlichen Hinweisen im Schnelltempo ließ mich nie empathisch mit dem Commissario werden. Schade drum.

Die Mafia und das komplizierte Geflecht von polizeilichen Behörden (im Kampf um Ermittlungserfolge und dem damit verbundenen Aufstieg im System) bilden nur sen Hintergrund.

Dass der Autor aus dem italienischen Geflecht der Justiz kommt ist lesbar, ihm ist alles vertraut und das macht es den LeserInnen nicht leichter.

Ich fand das Buch locker flockig, aber auch unspannend und dahinplätschernd. Es hat mich als Krimi jedenfalls nicht überzeugt, da der Spannungsbogen kaum zu spüren war.

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Ökoterrorismus mit schrägen Typen

Dog Donator
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Das Buch "Dog Donator" von Fritz Schneider ist ein ungewöhnlicher Roman, der versucht den Spagat zwischen spannender Literatur (Krimi), schrägen Ideen/Charakteren und der Sensibilisierung zu ökologischen ...

Das Buch "Dog Donator" von Fritz Schneider ist ein ungewöhnlicher Roman, der versucht den Spagat zwischen spannender Literatur (Krimi), schrägen Ideen/Charakteren und der Sensibilisierung zu ökologischen Themen zu meistern. Alles ist irgendwie gelungen, aber meiner Meinung nach keines so richtig.

Ein unbekannter Täter entführt auf Sylt die Schoßhunde der Wirtschaftselite. Der Täter macht auf das ökologische Unrecht der Herrchen/Frauchen aufmerksam und fordert Lösegeldzahlungen an Organisationen, die das ökologische und Gleichgewicht wieder herstellen wollen.

Die Typen in der Geschichte sind allesamt schräg (sexbesessen, machthungrig, reden mit Pflanzen, suchtmittelmissbrauchend ...). Das trifft auch auf die Kommissare zu.

Die Leser werden durch falsche Hinweise des fast-allwissenden Erzählers auf falsche Fährten geleitet. Ein Mitdenken wird ad absurdum geführt, da man der Erzählung langsam nicht traut.

Die ökologischen Themen werden durch Zeitungsartikel, Dialoge mit ungewöhnlichen Gesprächspartnern (Pflanzen, Tieren, Psychologen...) eingestreut.


Ich fand die Story fluffig, aber konnte mich mit keinem der Charaktere identifizieren oder sympathisieren, da sie mir irgendwann zu sehr abdrehten oder ungewöhnlich reagierten.

Die Grundidee fand ich gut und habe mich darum auf das Buch gerne eingelassen. Die Umsetzung fand ich dann allerdings an vielen Stellen überzogen und sie hat mich nicht überzeugt. Aber das mag anderen natürlich anders gehen. Die Themen sind jedenfalls wichtig und sollten gehört werden.

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Veröffentlicht am 19.06.2022

nicht nur eine Ode an die Natur

Die letzten Eschen
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Eine junge Frau hat ihren Traum begraben. Aufgrund ihrer Herkunft und ihres Geldes kann sie nicht zu den begehrten Nemeton gehören. Diese sind eng mit den Pflanzen verbunden und heilen, nach einer langen ...

Eine junge Frau hat ihren Traum begraben. Aufgrund ihrer Herkunft und ihres Geldes kann sie nicht zu den begehrten Nemeton gehören. Diese sind eng mit den Pflanzen verbunden und heilen, nach einer langen Ausbildung in der Akademie, die Menschen von ihren Gebrechen. Nur die todbringende Seuche können sie nicht abwehren.

Als ihre Eltern daran erkranken tut sie alles, um sie zu heilen. Auch die verbotenen Bäume besucht sie. Damit beginnt eine spannende Reise, um Heilung, Recht, Freundschaft, Liebe und die richtigen Ziele.


Das Buch ist eine schöne Geschichte, die das Leben in einer ähnlichen mittelalterlichen, handwerklichen Welt beschreibt, aber die Verbindung von Mensch und Pflanzen in den Mittelpunkt rückt. Ehre, Ruhm, Erfolg und Sinn des Lebens nehmen neben diesen Aspekten eine große Rolle ein. Die Charaktere sind liebevoll und stringent beschrieben. Die Story ist leicht zu verstehen, hat unerwartete Wendepunkte, aber eine in sich geschlossene Logik. Für alle Liebhaber von historischen Romanen und mittelalterlicher Fantasy sehr zu empfehlen!

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