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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2018

Leseempfehlung!

Die Lichtung
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Erzählt wird die Geschichte vom Journalisten Jan Römer, der von seinem Chefredakteur den Auftrag bekommt, einen Jahrzehnte alten Kriminalfall neu aufzurollen und dahingehend zu recherchieren. Was sein ...

Erzählt wird die Geschichte vom Journalisten Jan Römer, der von seinem Chefredakteur den Auftrag bekommt, einen Jahrzehnte alten Kriminalfall neu aufzurollen und dahingehend zu recherchieren. Was sein Vorgesetzter jedoch nicht ahnt: Jan und seine Clique waren damals im Sommer 1986 selbst mit dabei, als es für zwei von ihnen tödlich endete. Er hat die Erlebnisse von damals selbstschützend verdrängt, dennoch nimmt er den Auftrag an. Er muss sich seinen Erinnerungen und seiner Vergangenheit stellen, seine Freunde ausfindig machen und endlich die Wahrheit ans Licht bringen. Wer ist noch Freund ... und wer schon Verdächtiger?

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm. Ich konnte zwar zeitlich bedingt das Buch nicht in einem Rutsch weglesen (an dieser Stelle ein Danke an den Autor für seine Geduld), aber wenn ich mal lesen durfte, ging das ruckizucki. Ein richtiger Pageturner! Der rote Faden schlängelte sich durch die gesamte Story :)

Der Hauptprotagonist Jan ist ein interessanter, wenngleich auch unscheinbarer Mann, den ich direkt sympathisch fand. Anfangs werden alle anderen Charaktere (die damaligen Freunde zum Beispiel) namentlich erwähnt, später lernt man sie noch ausführlicher kennen. Der Autor liefert hier und da Hinweise darauf, wer eventuell der Mörder gewesen sein könnte und regt den Leser so zum Mitdenken an. Toll! Ich (als totaler Krimi-Puzzle-Fan) konnte mich trotzdem bis zum Ende des Buches nicht auf DEN (einzig wahren) Täter festlegen, weil die Spuren wirklich äußerst geschickt gelegt und wieder verwischt wurden. Hmpf! Spannung bis zum Schluss ;)

Das Cover hat irgendwas ... es fasziniert mich, fordert mich heraus, ich kann es minutenlang anstarren. Es erinnert mich ein wenig an den Dschungel, Wald, Gestrüpp, so in die Richtung. Ich mag das Cover.

Fazit: Was für ein großartiger Krimi! Eine absolute Leseempfehlung. Ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Band :)

Veröffentlicht am 15.03.2018

Für schlaflose Nächte

Ich finde dich
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Vor sechs Jahren wurde er von seiner Freundin gebeten, sie zu vergessen ...

Eigentlich führt Jake Fischer, Professor für Politikwissenschaften am Lanford-College im Osten Amerikas, ein ganz zufriedenes ...

Vor sechs Jahren wurde er von seiner Freundin gebeten, sie zu vergessen ...

Eigentlich führt Jake Fischer, Professor für Politikwissenschaften am Lanford-College im Osten Amerikas, ein ganz zufriedenes und beschauliches Leben. Er ist beliebt bei seinen Studenten und sein Beruf füllt ihn völlig aus. Eines Tages lernt er die junge Künstlerin Natalie kennen. Sie verlieben sich und verbringen drei wundervolle Monate miteinander. Jake glaubt, endlich die Frau fürs Leben gefunden zu haben, doch dann überrascht Natalie ihn plötzlich mit einer schockierenden Nachricht: Sie möchte einen anderen heiraten. Gleichzeitig nimmt sie Jake bei ihrer Hochzeit das seltsame Versprechen ab, nie wieder mit ihr in Kontakt zu treten.

Viele Jahre sind vergangen ...

Auf der Homepage des Colleges sieht Jake eines Tages den Nachruf auf einen Verstorbenen ... es ist Natalies Mann. Er beschließt zur Beerdigung zu fahren. Ist dies die langersehnte große Chance für ihn und Natalie? Kann es sein, dass das Rad des Schicksals sich zu ihren Gunsten gedreht hat? Seine Gedanken überschlagen sich jedoch als er erkennt, dass ihm die Person, auf die er bei der Beerdigung trifft, gänzlich unbekannt ist. Alles wirkt konfus und verworren. Wer ist diese Frau hinter dem Sarg? Warum reagieren alle um ihn herum derart argwöhnisch auf seine Fragen? Und: Wo ist Natalie???

Der Schreibstil ist angenehm fesselnd, nur wenige Stellen lesen sich etwas schleppend. Die Dialoge an sich können meiner Meinung nach noch einen Tick authentischer sein. Sie wirken manchmal steif und erzwungen. Ich kann mich dann nicht ganz so gut in die Lage der Protagonisten hineinversetzen.


Der Hauptprotagonist Jake ist ein Collegeprofessor in Lanford und führt ein angenehmes Singleleben. Das finde ich interessant und spannend (immerhin bin ich seit 10 Jahren vergeben und weiß gar nicht mehr, wie man so als Single lebt, hehe ... ). Er kommt sympathisch rüber, kumpelhaft beinahe. Ich mag ihn von der ersten Seite an. Kommt bei mir nicht häufig vor. Auch beeindruckt mich seine Kämpfernatur. Er spürt, dass etwas nicht stimmt, und er gibt nicht auf bis er die Lösung gefunden hat.


Das Cover vermittelt den Eindruck als handele es sich bei diesem Buch um einen sehr düsteren, in der Natur spielenden Thriller. Daher finde ich das Bild nicht ganz gelungen. Düstere Stimmung soll es verbreiten, ja, aber es vermittelt meiner Meinung nach nicht ganz das, was sich hinter diesem Thriller eigentlich verbirgt. Dennoch hübsch anzusehen.

Fazit: Ein faszinierender Thriller für schöne schlaflose Nächte :)

Veröffentlicht am 15.03.2018

Großartig inszeniert

Die Schatzinsel
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Dieses Hörspiel ist ... großartig, fantastisch, ganz schön lang! ;)

Es bestehen natürlich Ähnlichkeiten mit Daniel Defoes Roman. War nicht anders zu erwarten und wäre doch seltsam, wenn nicht. ;)

Wer ...

Dieses Hörspiel ist ... großartig, fantastisch, ganz schön lang! ;)

Es bestehen natürlich Ähnlichkeiten mit Daniel Defoes Roman. War nicht anders zu erwarten und wäre doch seltsam, wenn nicht. ;)

Wer hat als Kind nicht von einer Schatzkarte geträumt, war auf Geburtstagen nicht mit Begeisterung auf einer Schatzsuche durch Wald und Gestrüpp und hat sich nicht auf eine Schatzinsel gewünscht? (als Bücherliebhaberin hätte ich natürlich jede Menge Lesestoff dabei, klar!)

Wie gewohnt geht es auch in diesem Klassiker für Kinder und Jugendliche darum, zahlreiche wagemutige Abenteuer zu bestehen. Im Mittelpunkt steht die Suche nach dem legendären Piratenschatz von Captain Flint.

Das schön gestaltete Booklet enthält viele Hintergrundinformationen für den Hörer wie zum Beispiel einen Text über die Entstehung des Hörspiels sowie kurze Steckbriefe über die Sprecher, den Regisseur und den Autor. Fotos der einzelnen Sprecher und Gruppenfotos runden das Booklet schließlich ab.

Der Erzählstil ist beinahe filmisch (gibt es das Wort?), wahrlich pompös inszeniert. Es wird meistens aus der Ich-Perspektive aus der Sicht des jungen Jim erzählt. Lediglich einige kurze Passagen stammen von Dr. Livesey und Mister Trelawne.

Die Hintergrundmusik und Geräusche passen wunderbar zum Gesprochenen. Alles wirkt grandios geplant und umgesetzt. Ich weiß, dass ich hier die ganze Zeit schon schwärme, aber man muss dieses Hörspiel wirklich erlebt haben!

Das Cover der CDs finde ich gut gelungen. Es passt absolut zum Inhalt.

Fazit: Die Verknüpfung von Abenteuer-Hörspiel und Dokumentation sowie die herausragende Leistung der Sprecher sind absolut lobenswert!

Veröffentlicht am 15.03.2018

Klasse Debüt

Locked in
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Alex Dale ist eine freischaffende Journalistin, die in Tunbridge Wells, südöstlich von London, lebt und sich quasi von einem Job zum Anderen hangelt. Als sie für einen neuen Artikel recherchiert, stößt ...

Alex Dale ist eine freischaffende Journalistin, die in Tunbridge Wells, südöstlich von London, lebt und sich quasi von einem Job zum Anderen hangelt. Als sie für einen neuen Artikel recherchiert, stößt sie zufällig auf die Geschichte von Amy Stevenson, die vor 15 Jahren entführt und zusammengeschlagen wurde und seitdem im Koma liegt. Als Alex die schlafende Amy in der Station für Komapatienten sieht, wird plötzlich der instinktive Spürsinn der Journalistin geweckt und sie beginnt auf eigene Faust mehr über Amy herauszufinden. Es ist gar nicht so leicht Licht ins Dunkle zu bringen ... und ganz nebenbei muss Alex sich einem weiteren Problem stellen: ihrem schweren Alkoholproblem. Kommt sie sich bei der Lösung des Falles selbst in die Quere?

Der Schreibstil ist flüssig und wirkt nicht aufgesetzt. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, ohne dass die Handlung dadurch verwirrend ist. Die gegenwärtigen Ereignisse wechseln sich mit Rückblicken aus der Vergangenheit ab.

Die Hauptprotagonisten sind äußerst bildhaft und detailliert dargestellt, was sie sowohl sympathisch als auch menschlich macht. Die Beschreibung von Alex Alkoholsucht zum Beispiel ist sehr realistisch beschrieben. Man kann sich problemlos in sie hineinversetzen und mit ihr fühlen.

Das Cover ist in den Farben blau und schwarz gehalten, dezent und zugleich auffallend, wobei das Blau wirklich schön glänzt und irgendwie edel wirkt.

Fazit: Dieses Debüt setzt die Messlatte für alles Weitere ziemlich hoch an, denn ich bin jetzt schon restlos begeistert! Endlich wieder ein wahrer Pageturner - großartig!

Veröffentlicht am 15.03.2018

Grausam und psychisch abgründig

Der Keller
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Klein, aber fein. Das war, was ich dachte, als ich das Buch zuschlug.

Als Krimi- und Thrillerfan habe ich natürlich vor Ewigkeiten schon Minette Walters bekannte Bücher wie zum Beispiel "Die Schandmaske" ...

Klein, aber fein. Das war, was ich dachte, als ich das Buch zuschlug.

Als Krimi- und Thrillerfan habe ich natürlich vor Ewigkeiten schon Minette Walters bekannte Bücher wie zum Beispiel "Die Schandmaske" oder "Im Eishaus" gelesen, die Autorin selbst dann jedoch im Laufe der Zeit irgendwie aus den Augen verloren. Bis jetzt.

Im Alter von acht Jahren wurde die kleine Muna aus einem Waisenhaus geholt und nach England verschleppt. Seitdem ist sie eine Sklavin. Jede Nacht wird sie in den dunklen fensterlosen Keller der afrikanischen Familie Songolis gesperrt und schläft dort nur auf einer Matratze. Tagsüber muss sie hart für die Familie arbeiten. Bis auf die drei Sätze "Ja, Prinzessin. Nein, Prinzessin. Kann ich etwas für Sie tun, Prinzessin?" ist es ihr strengstens verboten zu sprechen. Da Muna das Haus niemals verlässt, fällt niemandem in der Nachbarschaft auf, dass sie hellhäutiger ist als der Rest der Familie. Die Eltern missbrauchen sie, die Kinder sind gemein zu ihr und sie muss hungern. Ihr Leben ist die Hölle. Die Angst hindert Muna jedoch nicht daran, zu lernen und zu beobachten.

Als eines Tages der jüngste Sohn der Familie auf rätselhafte Weise spurlos verschwindet, ändert sich ihr Leben von einem Tag auf den anderen. Plötzlich befinden sich Polizisten im Haus und Muna wittert ihre große und einzige Chance ...

Der Schreibstil ist direkt und unverblümt. Die Autorin verzichtet auf unnötige Beschreibungen und Verhübschungen.

Die Hauptprotagonistin Muna hatte auf Anhieb meine volle Aufmerksamkeit und Sympathie. Ich habe mit ihr gelitten, Seite um Seite. Ich empfand die physische Gewalt genauso schockierend wie die psychische Gewalt. All die ständigen Demütigungen und die sexuellen Misshandlungen. Furchtbar! Die Eltern waren die personifizierte Grausamkeit.

Das Cover passt zum Titel. Man erkennt darauf einen Keller, durch den von oben herab wenig Licht eindringt.

Fazit: "Der Keller" war ein wirklich grausamer Thriller - auf eine ganz spezielle und erschreckende Weise.