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Veröffentlicht am 26.06.2019

Irgendetwas hat gefehlt...

Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte
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Nachdem ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal zu einem Buch von Anne Freytag gegriffen habe, bin ich ein großer Fan ihrer Geschichten und ganz besonders von ihrem Schreibstil. Sobald man einen Roman von ...

Nachdem ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal zu einem Buch von Anne Freytag gegriffen habe, bin ich ein großer Fan ihrer Geschichten und ganz besonders von ihrem Schreibstil. Sobald man einen Roman von ihr gelesen hat, erkennt man bei weiteren Büchern sofort ihren einzigartigen Schreibstil wieder und das schon nach nur wenigen Seiten bzw. Sätzen. Dadurch, dass die Art und Weise wie Anne Freytag schreibt auf der einen Seite recht speziell ist, trägt sie dennoch wunderbar dazu bei aus jeder Geschichte von ihr etwas Besonderes zu machen.

Als ich davon erfahren habe, dass wieder etwas Neues von Anne Freytag erscheint, war für mich sofort klar, dass ich dieses Buch lesen werde, ohne vorher überhaupt zu wissen worum es inhaltlich geht. Nachdem ich mir dann den Klappentext genauer angeschaut habe, habe ich in freudiger Erwartung dem Erscheinungstermin entgegen gefiebert, da die Thematik genau meinen Geschmack getroffen hat.

Wir begleiten Rosa, Frank und David nach dem Abitur auf ihrer Reise durch Australien. Alle drei sind aus verschiedenen Gründen auf diesem weit entfernten Kontinent und kennen sich zunächst nicht, dies passiert eher durch einen Zufall. Rosa möchte auf dieser Reise zu sich selbst finden und herausfinden was sie in ihrem Leben machen möchte. Frank hat lange auf diese Reise gespart und wollte sie zusammen mit seinem besten Freund David machen, doch dieser sagt kurzfristig ab, findet aber kurz nach Beginn der Geschichte auch seinen Weg nach Australien. Mit vielen anfänglichen Problemen untereinander, begleiten wir die drei auf ihrem Roadtrip, wobei hier die Reise eher weniger im Vordergrund steht, als viel mehr die Protagonisten selbst. Wir bekommen Einblicke in die zutiefst ehrlichen Gedankengänge und sehen, welche Probleme entstehen können, wenn zwei Jungs mit einem Mädchen monatelang unterwegs sind. Das dies nicht unbedingt problemlos vonstatten läuft, ist wohl selbstredend.

Da wir in dem Buch drei Protagonisten auf ihrer Reise begleiten, wechseln sich auch die sehr kurzen Kapitel in ihrer Perspektive ab, sodass man jeden Einzelnen mitsamt seinen Gedanken und Gefühlen besser kennen lernt. Ich bin eigentlich immer ein sehr großer Fan solcher Wechsel und den verschiedenen Perspektiven wenn es mehrere wichtige Personen in der Geschichte gibt, allerdings hat es mir hier leider ziemliche Probleme bereitet und mich stark in meinem Lesefluss beeinflusst. Kurze Kapitel bevorzuge ich grundsätzlich immer, allerdings waren sie hier stellenweise so arg kurz, dass ich ständig zurückblättern musste, da mir zeitgleich auch öfter mal durchgegangen ist, aus wessen Perspektive ich die Geschichte gerade verfolge. Dadurch hat sich bei mir leider kein fließender Lesefluss eingestellt, sodass ich auch relativ lange für das Buch gebraucht habe und nur wenige Seiten am Stück gelesen habe. Darüber bin ich ehrlich gesagt etwas traurig, denn die bisherigen Bücher von Anne haben mich immer direkt von Anfang an in ihren Bann gezogen, sodass ich sie an einem Stück komplett gelesen habe. Allerdings war es diesmal nicht nur der holprige Lesefluss, der mich in meinem Leseerlebnis beeinträchtigt hat, sondern auch die Geschichte selbst. Mir hat die Geschichte zwar gefallen, aber leider nicht so wie ich es gerne gehabt hätte oder so wie es bei den vorherigen Büchern der Fall war. Es ist schwierig zu erklären, aber irgendwie hat mir Etwas wichtiges gefehlt, nur leider kann ich es nicht richtig benennen. Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, wenn Geschichten eher einfach gehalten werden, da nicht immer ein eingebautes Drama auch gut für den Verlauf der Geschichte ist, aber hier in Australien ist es mir teilweise doch einfach zu wenig gewesen und die Geschichte ist vor sich hingedümpelt. Auch wenn hier der Hauptfokus auf die Protagonisten gelegt wurde, anstatt auf die Handlung, war es mir einfach zu wenig, vor allem da das Setting in Australien richtig toll war und ich die Szenen, in denen die drei etwas landestypisches gemacht bzw. erlebt haben sehr genossen habe. Was mir hingegen wirklich sehr gefallen hat, waren die bereits oben erwähnten ehrlichen Gedankengänge der Drei. Sie waren nicht nur ehrlich zu sich selbst, sondern haben die vorhandenen Probleme auch direkt angesprochen und versucht ihre entstandenen Probleme zu lösen, um ihren Aufenthalt in Australien so schön wie möglich zu gestalten.

Fazit:
"Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte" ist ein sehr ehrliches Buch, welches zudem Einflüsse aus den persönlichen Erfahrungen der Autorin beinhaltet. Die Geschichte hat mir zwar gefallen, allerdings hat es mir auch gewisse Probleme beim Lesen bereitet, sodass es für mich leider nicht so wunderbar war, wie die bisherigen Bücher der Autorin. Dies würde mich jedoch nicht davon abhalten, zukünftig wieder zu ihren Büchern zu greifen :)

Veröffentlicht am 06.06.2019

Urlaubsfeeling mit tiefgründiger Geschichte

Morgen irgendwo am Meer
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Nachdem ich vor zwei Jahren im Urlaub "Ein Sommer und vier Tage" in nur wenigen Stunden verschlungen habe, war für mich schnell klar, dass ich auch unbedingt "Morgen irgendwo am Meer" lesen muss. Da ich ...

Nachdem ich vor zwei Jahren im Urlaub "Ein Sommer und vier Tage" in nur wenigen Stunden verschlungen habe, war für mich schnell klar, dass ich auch unbedingt "Morgen irgendwo am Meer" lesen muss. Da ich grundsätzlich im Sommer total gerne Bücher lese, die in diese Jahreszeit passen, war dieser Roman über einen Roadtrip nach Lissabon die perfekte Lektüre.

Wir begleiten vier Jugendliche auf einen Roadtrip nach dem Abitur, die unterschiedlicher nicht sein können und zunächst absolut nicht miteinander harmonieren. Romy und Julian sind erst seit ein paar Monaten ein Paar, Konrad, der besonders zu Beginn eine sehr düstere und abweisende Art an den Tag legt und Nele, die mit ihrem fröhlichen Wesen direkt positiv auffällt, aber so gar nicht in das Vierergespann passen will. Durch die spontane und zufällige Zusammensetzung für den Roadtrip kommt es zu Beginn zu ständigen Streitereien und Unstimmigkeiten und man fragt sich wie dieser Trip nur gut gehen soll. Jeder der Vier trägt sein eigenes kleines Päckchen, von dem die anderen nichts wissen, sodass Ehrlichkeit nicht immer an erster Stelle steht. Dies merkt man besonders stark zwischen Romy und Julian, bei denen dieser Punkt eigentlich ziemlich wichtig sein sollte, aber gerade hier erfährt man Stückchen für Stückchen, dass Romy seit Beginn ihrer Beziehung mit Julian nicht ehrlich zu ihm war und dies während der Reise zu einer Belastung der ganzen Gruppe wird. Eifersucht und fehlendes Vertrauen werden besonders auf Seiten von Julian ein stetiger Begleiter, sodass Streitereien untereinander natürlich nicht aus bleiben. Dadurch, dass Romy Julian vieles aus ihrer Vergangenheit verschwiegen hat, ist ihm natürlich auch nicht bewusst, dass sie und Konrad eine gemeinsame Vergangenheit haben und er somit bei vielem was Konrad weiß außen vor ist. An diesen Stellen schafft es die Autorin besonders gut, dass man sich zum einen in die Lage von Julian wunderbar hineinversetzen kann, allerdings auch in die Situation von Romy. Durch die stetigen Perspektivwechsel bekommt man schnell einen Einblick in die jeweilige Gefühlswelt und darin, dass besonders auf Seiten von Romy definitiv viel mehr dahinter steckt.

Schon nach wenigen Seiten bemerkt man, dass sich in diesem Roman nicht nur ein leichter Sommer-Roadtrip verbirgt, sondern eine tiefgründige Geschichte, die mit vier sehr unterschiedlichen und wirklich gut ausgearbeiteten Protagonisten glänzt. Zu Beginn der Geschichte lernt man die Vier Schritt für Schritt kennen und kann sich nach und nach ein genaueres Bild machen. Nele war mir von Anfang an direkt sympathisch. Sie hat eine so schöne lockere, fröhliche und positive Art, dass ich mir wunderbar vorstellen kann, direkt mit ihr und ihrer Kamera loszuziehen. Als man erfährt was sich hinter dem wahren Grund verbirgt, weshalb sie sich auf den Roadtrip eingelassen hat, konnte ich ihre Ängste und Gefühle unglaublich gut nachvollziehen, da ich mich in einer ähnlichen Situation befinde, allerdings nie das Bedürfnis verspürt habe, dem Ganzen näher auf den Grund zu gehen.

Konrad war mir trotz seiner mürrischen und düsteren Art ebenfalls direkt sympathisch. Sein Charakter versprüht etwas was bei mir den Eindruck erweckt hat, dass hinter seiner Fassade einfach viel mehr steckt und das man unbedingt kennen lernen möchte. Ich wurde an dieser Stelle auch definitiv nicht enttäuscht. Die Momente mit Nele und ihre gemeinsame Geschichte, hat mir sogar besser gefallen, als die ganze Dramatik rund um Romy und Julian.

Bei Julian hat es einen Moment gedauert bis sein Charakter bei mir angekommen ist und so richtig sympathisch war er mir bis zum Ende des Buches nicht. Alles in allem konnte man seine Reaktionen, sowie seine Eifersucht allerdings super nachvollziehen, sodass er mir an der einen oder anderen Stelle einfach nur Leid getan hat, denn niemand hat es verdient so im Regen stehen gelassen zu werden und schon gar nicht von seiner eigenen Freundin.

Mit Romy bin ich leider von Anfang bis Ende nicht so wirklich warm geworden. Natürlich hat sie eine schlimme Vergangenheit, die man sich absolut nicht wünscht und auch ihre Gründe weshalb sie so einiges vor Julian verschwiegen hat, allerdings konnte ich diese Gründe nicht immer nachvollziehen bzw. verstehen. Wenn man nicht ehrlich zu seinem Partner ist, kommt es doch in der Regel eigentlich immer irgendwann dazu, dass durch irgendwelche Situationen oder Auslöser die Wahrheit ans Licht kommt.

In der Geschichte geht es nicht nur um eine Reise von vier Jugendlichen, sondern eher darum sich selbst zu finden, sich seiner Vergangenheit zu stellen um damit endlich abschließen zu können und die Zukunft beginnen kann. Bei dieser Suche finden Sie zudem noch wahre Freundschaft, die Liebe und erleben ein paar unvergessliche Momente auf Ihrem Roadtrip. Denn natürlich kommt auch das Urlaubsfeeling in der Geschichte nicht zu kurz, sodass man die beschriebenen Orte am liebsten direkt selbst und mit eigenen Augen sehen möchte. Nur gut, dass es für mich noch in diesem Jahr nach Portugal geht :) Die Beschreibungen sind so bildhaft dargestellt, dass man selbst den warmen Sommerwind schon beinahe auf der Haut fühlen kann. Trotz der vielen Dramatik und den persönlichen Problemen jedes einzelnen, versprüht das Buch eine angenehme Atmosphäre, sodass ich an keiner Stelle der Geschichte das Gefühl hatte, dass es sich dort nun unnötig in die Länge zieht.

Fazit:
Mir hat das Lesen von "Morgen irgendwo am Meer" sehr viel Spaß gemacht, da das Buch eine Mischung aus tiefgründiger Geschichte und leichtem, sommerlichen Roadtrip ist. Diese wird garniert mit vier tollen und sehr unterschiedlichen Protagonisten , sowie einer schönen Urlaubsatmosphäre.

Veröffentlicht am 29.05.2019

Eine süße Geschichte für Zwischendurch

Heartbroken Kiss. Seit du gegangen bist
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"Heartbroken Kiss" war das zweite Buch von Anna, welches ich bisher von ihr gelesen habe, aber dank ihrem angenehmen und locker, leichten Schreibstil hat mir auch diese Geschichte wieder ein paar schöne ...

"Heartbroken Kiss" war das zweite Buch von Anna, welches ich bisher von ihr gelesen habe, aber dank ihrem angenehmen und locker, leichten Schreibstil hat mir auch diese Geschichte wieder ein paar schöne Lesestunden beschert.

Emma und Henry sind ein Herz und eine Seele und beste Freunde seit Ewigkeiten. Da ist es nicht verwunderlich, dass Henry's Auslandsjahr in Frankreich wie eine dicke Gewitterwolke über den beiden schwebt und besonders Emma keine Trennung haben möchte. Als dann die Abschiedsfeier kommt und Henry sich am nächsten Tag auf den Weg nach Frankreich macht, ohne sich von seiner besten Freundin zu verabschieden, ist Emma am Boden zerstört und man konnte ihre Gefühle so gut nachempfinden. Die Auflösung, was der wahre Grund für Henry's Verhalten war, lässt zwar ziemlich lange auf sich warten, aber spätestens dann kann man seine Sicht der Dinge ebenso gut verstehen.

Anna hat es geschafft eine wirklich tolle und authentische Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Mädchen zu erschaffen, bei denen man sich wunderbar in die jeweilige Situation hineinversetzen konnte. Dadurch, dass die Geschichte abwechselnd Einblicke in ihre gemeinsame Vergangenheit und die Gegenwart gibt, bekommt man einen ziemlich guten Eindruck über ihren jeweiligen Charakter und ihre tiefe Freundschaft. Aus diesem Grund findet man es als Leser erst Recht ganz furchtbar, dass die Gegenwart der beiden zum größten Teil aus Eifersucht und Streitereien besteht und sie sich absolut nicht mehr in ihrer bisherigen Freundschaft befinden. Zu Beginn haben mir diese Zeitwechsel zwar leider etwas Probleme beim Lesen bereitet, aber ab einem gewissen Punkt hat man sich daran gewöhnt und zudem waren sie ein essentieller Bestandteil der Geschichte, wodurch diese erst das gewisse Etwas bekommen hat, da sie von ihrer Grundidee nämlich recht gewöhnlich ist. Durch ihre Einfachheit eignet sich die Geschichte ganz wunderbar für Zwischendurch bzw. einem Nachmittag am Strand oder Freibad, da sie trotz vorhersehbarer Elemente dennoch ihren Anreiz zum Mitfiebern nicht verloren hat. Eher im Gegenteil. An vielen Stellen wäre ich gerne in das Buch gesprungen und hätte Emma und Henry angeschrien, dass sie doch endlich mal vernünftig miteinander reden sollen, anstatt sich immer wieder neue Steine in den Weg zu legen.

Das Charakterdesign hat mir ziemlich gut gefallen und mir waren Henry, sowie auch Emma von Anfang an sympathisch. Emma war zwar auf ihre Art sehr naiv und eine Spätzünderin was gewisse Dinge angeht, aber das hat auch wiederum Spannung in die Geschichte gebracht. Bei Henry hat man gemerkt wie wichtig ihm Emma ist und wie sehr ihm alles zusetzt und verletzt hat. Mehr Offenheit und Mut ein richtiges Gespräch zu führen, wäre an der ein oder anderen Stelle die Lösung gewesen, aber wir wissen vermutlich selbst alle, wie schwierig solche Gespräche manchmal auch sein können. Allerdings hat er das Ganze durch sein Verhalten auch ziemlich verkompliziert, weshalb sich die ganze Geschichte an manchen Stellen etwas in die Länge gezogen hat bis dann endlich alle Missverständnisse und Sachverhalte geklärt waren.

Fazit:
Für mich war es eine süße, leichte Geschichte für Zwischendurch, bei der ich den Protagonisten allerdings gerne mal einen Tritt in den Hintern verpasst hätte :D

Veröffentlicht am 02.05.2019

Emotional, aber nicht vollends überzeugend

Wenn Donner und Licht sich berühren
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Nachdem ich gesehen habe, dass es wieder etwas neues von Brittany geben wird, war ich total begeistert, denn ich mag ihre Geschichten super gerne. Als ich dann die Leseprobe gelesen habe, war mir klar, ...

Nachdem ich gesehen habe, dass es wieder etwas neues von Brittany geben wird, war ich total begeistert, denn ich mag ihre Geschichten super gerne. Als ich dann die Leseprobe gelesen habe, war mir klar, dass auch diese Geschichte wieder keine leichte Kost werden wird und uns sicherlich viele emotionale und tränenreiche Zeilen erwarten werden.

Direkt zu Beginn des Buches merkt man schon welche starken Kontraste gesetzt werden um gewisse Gefühle auszulösen und vor allem um deutlich zu machen wie unterschiedlich unsere Protagonisten und ihre jeweiligen Lebensumstände sind. So haben wir auf der einen Seite Jasmine, für die die glücklichste Zeit die ist, in der sie zur Schule gehen kann, da ihre Mutter auf übelste Weise über ihr Leben bestimmt und versucht, dass ihre Tochter berühmt wird und somit die Karriere lebt, die ihr selbst verwehrt blieb. Das Mutter-Tochter-Verhältnis ist alles andere als liebevoll und der einzige, der Jasmine stets zur Seite steht ist Ray, für den Jasmine wie seine leibliche Tochter ist. Auf der anderen Seite haben wir Elliott, der unglaublich schüchtern ist, ruhig, schmächtig und die Tage bis zu seinem Abschluss zählt, da für ihn die Schulzeit eine pure Qual ist, da sie von ständigem Mobbing dominiert wird. Einziger Halt ist seine Familie, die unglaublich liebenswürdig ist und direkt in sein Herz schließt. So gegensätzlich wie das Ganze nun erscheint, haben beide eine große Leidenschaft, die sie verbindet und das ist die Musik. Bei Jasmine ist es der Soul, bei Elliott der Jazz.

Mir persönlich hat das Buch zwar gefallen, aber irgendwie hatte ich auch so meine kleineren Probleme damit, es war zwar ein gutes Buch, aber für mich hat es sich anders als die bisherigen Bücher angefühlt und ich habe etwas mehr erwartet. Natürlich war das Buch sehr emotional, aber nicht so sehr wie ich ursprünglich angenommen habe. Es gab viele schöne Momente, besonders wenn Jasmine und Elliott zusammen waren und über Musik gesprochen haben. Die beiden harmonieren einfach schön miteinander und sind so süß zusammen, dass ich mehr als einmal beim Lesen ein Lächeln im Gesicht hatte. Aber es gab auch Momente, die mir einfach zu oberflächlich waren und zu abgehackt, sodass ich das Gefühl hatte, dass mir irgendwie etwas fehlt, auch wenn das an diesen Stellen vielleicht nur Kleinigkeiten waren und nichts Gravierendes hat es sich nicht komplett angefühlt.

Zu Jasmine hat mir während des Lesens die ganze Zeit über der Draht gefehlt. Für mich war sie nicht richtig greifbar und hat sich in all der Zeit nur sehr wenig weiter entwickelt. Sie ist zwar mutig aber auch ziemlich naiv und an gewissen Stellen fehlt es ihr an Stärke und Durchsetzungsvermögen. Sie hat es nicht leicht in ihrem Leben und vermutlich kennt sie es durch ihre Mutter einfach nicht anders, weil es ihr schon falsch vorgelebt wird, aber dennoch stellt sich die Frage, ob man alles so über sich ergehen lassen würde wie sie es tut. Für mich war ihr Charakter nicht gut genug ausgereift und ausgearbeitet, da meiner Meinung nach zu viel Raum für eigene Spekulationen gelassen wurde und man zu wenig über ihre Gefühlswelt mitbekommen hat. An dieser Stelle finde ich ist auch der Klappentext ein wenig irreführend, da man davon ausgeht, dass etwas Großes mit bzw. bei Jasmine stattfindet, aber für mich wurde das leider nicht richtig deutlich, sodass eigentlich eher Elliott im Vordergrund stand.

Elliott ist ein unglaublich toller Charakter und dadurch, dass er einfach mal nicht den typischen Bad Boy verkörpert und sogar stottert, ist er einfach nur liebenswürdig, sodass man ihn in den Armen nehmen und knuddeln möchte. Umso bestürzter war ich, als man von seinem Mobbing erfahren hat und welch schlimme und menschenunwürdige Momente er durchmachen musste. Durch einen großen Schicksalsschlag verändert er sich allerdings völlig und vorbei ist es mit dem kleinen schüchternen Jungen. Seine Beweggründe sind völlig nachvollziehbar, allerdings mochte ich seine Veränderung nicht so richtig und fand es etwas schade, dass es nun in diese Richtung ging. Für mich hat an dieser Stelle aber ganz klar Elliott die größere Entwicklung durchlebt. Natürlich haben beide Protagonisten mit ihren Schicksalen und Problemen zu kämpfen, aber für mich hat es Elliott einfach viel schlimmer getroffen und deswegen bin ich auch froh, dass er nicht in diesem Loch stecken bleibt, sondern es für ihn irgendwann wieder bergauf geht.

"...Du bist die Musik in einer stummen Welt, und mein Herz schlägt, weil du da bist." - Elliott (S. 305)

Der Schreibstil ist wie immer wieder ganz wunderbar und angenehm. Die Wortwahl ist sehr gefühlvoll und ich habe dieses Mal einiges an Zitaten markiert, obwohl ich ansonsten nicht zu den Personen gehöre, die bestimmte Sätze markieren :D allerdings waren in diesem Buch viele Stellen, die einfach richtig schön geschrieben waren, dass man gar nicht drumherum kam. Die Erzählperspektive ist jeweils aus der Sicht von Jasmine und Elliott, allerdings wechselt diese nicht immer kapitelweise. Man erfährt einiges aus dem Leben der jeweiligen Person, aber ich finde gerade in der Mitte des Buches, nachdem der Zeit Sprung war, ist es nicht ganz ausgeglichen und Jasmine Part kommt etwas zu kurz.

Fazit:
Trotz einer berührenden Geschichte, die mit Schicksalsschlägen und vielen Emotionen vollgepackt ist, konnte mich das Buch leider nicht vollends überzeugen. Es gibt viele schöne Momente, sowie liebevolle Charaktere, aber so richtig fallen lassen konnte ich mich nicht in der Geschichte, sodass auch meine Augen die ganze Zeit über trocken geblieben sind. Für mich hat es sich einfach anders angefühlt als die bisherigen Geschichten von Brittainy und irgendwie war das ganze keine runde Sache.

Veröffentlicht am 16.03.2019

Leider nicht mein Fall

The Hurting
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"The Hurting" ist wohl ein etwas anderes Jugendbuch mit einer ungewöhnlichen Geschichte. Wie schon im Klappentext zu sehen, haben wir es mit einer Mischung aus Liebesgeschichte, aber auch Thriller/Krimielementen ...

"The Hurting" ist wohl ein etwas anderes Jugendbuch mit einer ungewöhnlichen Geschichte. Wie schon im Klappentext zu sehen, haben wir es mit einer Mischung aus Liebesgeschichte, aber auch Thriller/Krimielementen zu tun. Diese Mischung mag für den ein oder anderen zwar klasse sein, aber mich konnte sie leider nicht überzeugen und ab einem gewissen Punkt habe ich das lesen nur noch als anstrengend empfunden.

Nell lebt zusammen mit ihrem Vater und ihrer Schwester in Norwegen. Aufgrund der Erkrankung von Nell's Schwester dreht sich der Alltag sehr um sie und Nell kommt öfter mal zu kurz. Abgesehen davon, habe ich Nell's Familie als sehr unsympathisch empfunden, da der Umgang mit Nell alles anderes als liebevoll ist. Die Beziehung zwischen Nell und ihrer Schwester Harper ist mir bis zum Ende des Buches ein Rätsel geblieben. Denn auf der einen Seite ist ihre Geschwisterlieber sehr groß, aber auf der anderen Seite ist sie in manchen Momenten einfach nicht vorhanden und man könnte meinen, dass die beiden sich absolut nicht leiden können. Natürlich ist Harper's Situation bedingt durch ihre Erkrankung nicht leicht, allerdings rechtfertigt diese es nicht, ihre Schwester so mies zu behandeln. Gleiches gilt auch für Nell's Vater. Er ist sehr religiös und zugleich Alkoholabhängig weshalb er zu Wutausbrüchen neigt. Dies entschuldigt aber dennoch nicht sein Verhalten, dass er für die eine Tochter alles gibt was geht, damit diese wieder gesund wird und die andere im Gegensatz dazu wie Dreck behandelt und sie nicht bei ihren Träumen und Wünschen unterstützt.

Nell ist ein junges Mädchen mit eigenen Träumen und wenn es nach ihr gegangen wäre, wäre sie erst gar nicht in Norwegen gelandet, sondern immer noch in ihrem alten Zuhause in Manchester. Von daher kommt ihr die Begegnung mit Lukas eigentlich nur gelegen, da sie eine Bezugsperson gebraucht hat, da ihr bester Freund leider sehr weit weg ist und nicht immer helfen kann. Allerdings wird spätestens ab hier sehr deutlich wie jung unsere Protagonistin ist, da sie ziemlich naiv denkt, handelt und leider nicht nochmal genauer über alles nachdenkt. Sie spricht nach der Begegnung mit Lukas von Liebe auf den ersten Blick. Ehrlich gesagt ist das irgendwie völlig an mir vorbeigegangen. Na klar glaube ich, dass es so etwas wirklich gibt, aber für mich war es hier in dieser Situation einfach zu nebensächlich, zu klein, um daraus etwas so großes zu machen. Allerdings war dies der Auslöser für Nell's handeln, sodass man getrost sagen kann, dass sie blind vor Liebe war, wobei man in ihrem Alter noch nicht unbedingt weiß was Liebe überhaupt ist. Das einzig positive, ihr wird selbst irgendwann klar, dass ihre Liebe größer ist, als die von Lukas und das sie sich in eine Situation reinmanövriert hat, aus die sie schnellstmöglich wieder heraus muss..

Lukas war für mich die komplette Geschichte über nicht richtig greifbar. Bei dem ersten Treffen mit Nell dachte ich erst noch an einen netten, mysteriösen Jungen, aber es hat nicht lange gedauert, da ist er mir komplett entglitten und ich konnte mit ihm nichts mehr anfangen und alles wurde für mich nur noch seltsamer. Seine komplette Familiengeschichte, seine Tat, seine Handlungen, all dies hat mir irgendwann nur noch Fragezeichen ins Gesicht gezaubert. Das soll nun nicht heißen, dass ich die Geschichte nicht verstanden habe, sondern eher das mir die Geschehnisse so völlig realtitäsfern waren, dass ich mich nicht richtig in die Geschichte vertiefen konnte, da mir die gesamte Handlung seltsam erschien.

Zu Beginn gefiel mir der Schreibstil prinzipiell ganz gut, da er kurz und knackig ist und man die Seiten gut lesen konnte. Das hat sich bis zum Ende hin auch nicht viel geändert, allerdings waren die Sätze stellenweise etwas holprig geschrieben, sodass ich beim Lesen den Faden verloren habe und kurzzeitig der Handlung nicht mehr folgen konnte. Ansonsten ist das Buch aus der Sicht von Nell in der Ich-Perspektive geschrieben. Gelegentlich gibt es Kapitel aus der Sicht von Lukas, allerdings haben sie mir beim lesen nicht geholfen, sondern eher mehr Verwirrung hinterlassen.

Fazit:
Das Buch konnte mich leider nicht überzeugen, trotz interessantem Klappentext und schönes Setting in Norwegen. Die Charaktere waren eher unsympathisch, anstrengend und es fehlte ihnen an Tiefe. Der Klappentext macht zwar neugierig, verrät aber leider auch schon viel zu viel vom eigentlichen Inhalt, sodass jegliche Spannungen sowie Überraschungen vorweg genommen werden.