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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2020

Leider einige Schwächen

Ein Kleid aus Seide und Sternen (Ein Kleid aus Seide und Sternen 1)
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Das Buch ist mir durch sein wundervolles Cover direkt ins Auge gesprungen und nachdem ich den Klappentext gelesen habe ist es auf meine Wunschliste gewandert. Der Inhalt klang sehr vielversprechend und ...

Das Buch ist mir durch sein wundervolles Cover direkt ins Auge gesprungen und nachdem ich den Klappentext gelesen habe ist es auf meine Wunschliste gewandert. Der Inhalt klang sehr vielversprechend und erinnert auf den ersten Blick an "Mulan". Die Thematik verspricht eine neuartige Geschichte und weist schon in den paar kurzen Sätzen auf einen interessanten Verlauf hin.

Schon nach den ersten paar Sätzen war ich hin und weg von dem Buch. Das erste kennen lernen der Protagonistin sowie das Setting haben genau meinen Geschmack getroffen, da durch viele Kleinigkeiten auf eine asiatisch angehauchte Welt hingewiesen wurde. Das erste Drittel des Buches beschäftigt sich mit dem Wettbewerb um den Posten des Hofschneiders und erzeugt eine gewisse Spannung, da man die ganze Zeit mit Maia mitfiebert. Zum einen da man hofft, dass ihre Tarnung nicht auffliegt und zum anderen da ihr von ihren Mitstreitern ordentlich Steine in den Weg gelegt werden. Ich muss nun nach dem lesen sagen, dass mir dieses erste Drittel des Buches am besten gefallen hat und ich es schade finde, dass es schon so schnell vorbei war. Ich hätte mir gewünscht, dass der Wettbewerb noch länger geht, man mehr zum Kaiser und den Mitstreitern erfährt, sowie das die einzelnen Aufgaben einfach etwas ausführlicher behandelt werden.

Nachdem der Wettbewerb in seinen Grundzügen nämlich beendet war, ging Maia's Reise los und somit auch meine Probleme mit dem Buch. Es gibt so viele tolle Ansätze, wie die das Setting und die Thematik des Schneiderns an sich, aber im weiteren Verlauf wurden meiner Meinung nach zu viele Ereignisse mit hineingenommen, sodass einfach keine Zeit blieb auf alles näher einzugehen und das ganze restliche Buch wahnsinnig gehetzt wirkt, da alles ziemlich zügig hintereinander passiert und kaum näher auf gewisse Dinge eingegangen wird. Dadurch fehlt der ganzen Geschichte an Tiefe, sodass ich bei einigen Szenen auch einfach Schwierigkeiten hatte sie mir bildlich vorzustellen. Manchmal musste ich sogar noch einmal ein paar Sätze zurückgehen, weil etwas wichtiges passiert ist, aber das so schnell vorbei war, dass ich es nicht mal richtig mitbekommen habe. Während Maia's Reise wurde das Schneidern meiner Meinung nach stark vernachlässigt und wurde immer nur mal wieder am Rande erwähnt, weil Maia so ganz nebenbei an ihren Kleidern gearbeitet hat. Das Gleichgewicht hat da nicht so ganz gepasst, da sie eigentlich wegen dem Schneidern der Kleider erst diese Reise angetreten ist. Hier wurde dann eher der Fokus auf die entstehende Liebesgesschichte gelegt, die auch den weiteren Verlauf der Geschichte beeinflusst.

Obwohl man einige Informationen zu der Familie von Maia sowie von Edan erfährt, bleiben sie als Charaktere sehr blass. Mir ist es nicht leicht gefallen mich in sie hineinzuversetzen bzw. manche Handlungen nachzuvollziehen. Generell hat es mich gestört, dass Edan scheinbar zu allem etwas wusste und einen Plan hatte. Bis zum Ende erfährt man auch nicht woher dieses Wissen kommt, es ist einfach da. Ich finde so etwas büßt dann stark an Authentizität ein. Nichtsdestotrotz waren mir Maia und Edan sympathisch und die Liebesgeschichte ganz in Ordnung. Für mich war sie jetzt leider kein Highlight, sodass ich nicht total mit beiden mitfiebern konnte.

Bei den Nebencharakteren hätte ich mir auf jeden Fall gewünscht, dass man zu ihnen noch mehr erfährt, insbesondere was den Kaiser Khanujin und Lady Sarnai betrifft.

Fazit (3,5 Sterne):
Mir hat das Buch zwar gefallen, da es eine schöne Grundidee hat und wirklich gut geschrieben ist, aber trotzdem gibt es einfach viele Schwachstellen, wodurch das Ganze nicht stimmig wirkt. Dennoch werde ich mir Band 2 holen, da ich wissen möchte in welche Richtung die Geschichte gehen wird :)

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2020

Tragische Geschichte, aber leider zu viel Kitsch

All Your Kisses
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Enthält Spoiler!


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Dieses Buch stand auf Englisch schon eine ganze Weile auf meiner Wunschliste, aber gekauft habe ich es mir bisher ...

Enthält Spoiler!


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Dieses Buch stand auf Englisch schon eine ganze Weile auf meiner Wunschliste, aber gekauft habe ich es mir bisher nicht, da ich nur sehr selten englische Bücher lese und Angst hatte evtl. einen Teil der Geschicht nicht zu verstehen. Als mir dann eine Freundin mitteilte, dass das Buch endlich auf Deutsch erscheint, war meine Freude natürlich sehr groß darüber. Da mir "A wish for us" schon ziemlich gut gefallen hat, hatte ich sogar die Hoffnung, dass mir "All your kisses" sogar noch besser gefallen könnte, da viele der Meinung sind das diese Geschichte nochmal eine Ecke beser ist. Nachdem lesen muss ich sagen, dass es mir leider nicht besser gefallen hat, sondern eher weniger. Es war ein gelungenes Buch mit einer schönen Geschichte, aber ich schätze mir war es nicht erwachsen genug und oftmals war es mir einfach von allem zu viel.

Aber fangen wir einmal von vorne an. Wir begleiten Rune und Poppy, die sich im zarten Alter von 5 Jahren kennen lernen. Aus einer Freundschaft, wird im Laufe der Jahre mehr, bishin zur großen Liebe. Mir hat der Verlauf ihrer Liebesgeschichte sehr gut gefallen, da es durchaus authentisch ist, dass aus einer vorherigen Freundschaft sich weitaus tiefere Gefühle entwickeln können. Was mir jedoch nicht gefallen hat, war die Art und Weise wie viele ihrere Gespräche gestaltet waren und abgelaufen sind. Oftmals musste ich die Augen verdrehen und habe mich gefragt wer mit 17 Jahren so redet, denn das war für mich absolut nicht mehr authentisch, sondern leider einfach nur schwülstig und kitschig. Eine Liebesgeschichte darf gerne solche Phrasen beinhalten, jedoch in einem angenehmen Maß. Hier war es in fast jedem Gespräch enthalten, sodass sich auch vieles einfach wiederholt hat. Zudem hat mich der hohe Besitzanspruch der beiden gestört. Es hat sich teilweise für mich so angefühlt als würde man Anspruch auf einen Gegenstand erheben.

Beim eigentlichen Verlauf der Geschichte habe ich mich auf heftige und tiefe Emotionen eingestellt und wollte unbedingt einen Großteil des Buches zuhause lesen, damit ich die Tränen einfach frei heraus lassen kann. Allerdings sind meine Augen trocken geblieben, bis kurz vor dem Schluss, aber das lag daran, dass ich mich in diesem Moment komplett in die Situation von Rune hineinversetzen konnte und es auf mich assoziiert habe. Ansonsten würde ich nicht sagen, dass mich die Geschehnisse kalt gelassen haben, eher dass es nicht so emotional geschrieben war, wie ich es mir gewünscht hätte und das ich mich nicht so richtig in die Geschichte fallen lassen konnte. Natürlich ist die Geschichte von Rune und Poppy höchst tragisch und traurig, aber dennoch konnte es mich nicht auf die Art berühren, wie ich es mir vorgestellt habe. Möglicherweise lag es auch ein wenig daran wie wir von Poppy's Krankheit erfahren haben. Beim Einstieg in das Buch ist klar, dass etwas in die Richtung passieren würde, aber mir haben jegliche Anzeichen im Vorfeld gefehlt. Plötzlich hat Poppy den Kontakt zu Rune abgebrochen und sie hatte ihre Krankheit. Mehr wird dem Leser erst einmal nicht geboten. Es hat zwar eine gewisse Spannung erzeugt, da ich wissen wollte was genau sie hat, aber es war eher unbefriedigend ihre Krankheit auf dieser Weise serviert zu bekommen, was ich ein bisschen schade finde. Ab da ist kaum noch etwas passiert und es hat sich sogar ein wenig gezogen. Was mir wieder ziemlich gut gefallen hat, das Erfüllen von Poppy's letzten Wünschen. Bei diesen Szenen hatte ich sogar ab und zu Gänsehaut, weil ich es so schön fand.

Als Protagonisten haben mir Poppy und Rune gut gefallen, besonders die Entwicklung von Rune. Poppy ist für ihr junges Alter unglaublich stark und wirkt sehr gefasst in Bezug auf ihr Schicksal. Rune's Schmerz konnte ich stellenweise durch die Seiten spüren und sie sehr gut nachempfinden, auch wenn ich bisher zum Glück noch nie in solch einer Situation war. Diese Szenen waren für mich defintiv die emotionalsten und herzergreifendsten im gesamten Buch.

Zu guter Letzt möchte ich noch sagen, dass mir im Nachhinein nun die Bedeutung des englischen Buchcovers bewusst wurde und ich es schön gefunden hätte, wenn man dieses Cover auch für die deutsche Version aufgegriffen hätte. Die Idee mit den 1000 Jungsküssen im Glas ist zuckersüß und ich fand die Szene mit Poppy's Oma sehr schön. Zudem ist dieses Glas ein großer und bedeutender Bestandteil bis zum Ende der Geschichte.

Fazit:
Die Geschichte von Rune und Poppy ist tragisch schön, aber konnte mich leider nicht in dem Maße berühren und überzeugen wie ich es mir gewünscht habe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.06.2020

Tolle Fantasyelemente, aber ein schwieriger Schreibstil

Rabenherz und Eismund
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Mittlerweile habe ich schon einige tolle Geschichten von Nina Blazon gelesen und war demnach auf "Rabenherz und Eismund" sehr gespannt. Der Inhalt hört sich geheimnisvoll und magisch an, sodass ich mich ...

Mittlerweile habe ich schon einige tolle Geschichten von Nina Blazon gelesen und war demnach auf "Rabenherz und Eismund" sehr gespannt. Der Inhalt hört sich geheimnisvoll und magisch an, sodass ich mich sehr auf das Buch gefreut habe. Allerdings wurde mir schon nach ein paar Seiten klar, dass dieses Buch vermutlich keine leichte Kost werden wird.

Schon zu Beginn des Buches hatte ich ein paar Probleme richtig in die Geschichte zu finden. Das lag zunächst jedoch nur an den vielen verschiedenen Namen. Neben Mailin lernen wir noch einige weitere Personen aus ihrem Dorf und ihrem Umfeld kennen, die alle skandinavische Namen haben, was man bei der Autorin schon kennt, aber durch deren Art und die Vielfalt ich zunächst Schwierigkeiten zuordnen zu können wer denn nun wer ist. Nach ein paar Seiten ging es dann jedoch und ich hatte zumindest die Namen der wichtigsten Personen im Kopf. Anschließend war ich gespannt in welche Richtung meine Reise mit Mailin denn nun gehen würde. Es hat leider doch recht lange gedauert bis mir das klar geworden ist, denn nach ca. 200 Seiten bin ich nach wie vor im Dunkeln getappt. Auf der einen Seite war die Geschichte zwar durchgehend spannend aber auf der anderen Seite ist zunächst nur schleppend etwas passiert, sodass das vorwärts kommen im Buch sich etwas gezogen hat. Nach diesen etwa 200 Seiten ging es dann jedoch endlich so richtig los mit den Geschehnissen und meine Vewirrung.

Der Schreibstil von Nina Blazon ist große klasse, aber es war auch genau das was mir am meisten Probleme gemacht hat. Alles wird sehr umfangreich, bildhaft und ausschweifend beschrieben, sodass ich oftmals das Buch schon nach ein paar Seiten zur Seite legen musste. Dadurch das sich ab der Hälfte ungefähr die Ereignisse zum Teil fast überschlagen haben, gepaart mit den intensiven Beschreibungen, konnte ich der Geschichte oftmals nur sehr schwer folgen und musste sehr häufig bestimmte Abschnitte oder sogar ganze Seiten erneut lesen. Ich denke, dass dieser recht spezielle und anspruchvolle Schreibstil einfach nicht mein Fall oder es vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt für das Buch war.

Was mir jedoch wirklich gut gefallen hat, ist die mysteriöse und märchenhafte Welt die die Autorin geschaffen hat. Man begegnet vielen interessanten und kreativ ausgearbeiteten Wesen, die ihren Teil zur Fantasygeschichte beitragen. Es gibt viele unerwartete Wendungen, aber auch ein paar mit denen man vorab schon gerechnet hat, was jedoch nicht negativ aufgefallen ist. Die Handlung selbst hat mir am Ende gut gefallen, aber hätte durchaus auf weniger Seiten erzählt werden können und wäre auch definitiv schneller vorbei gewesen, wenn es den ausladenden Schreibstil nicht gäbe, der alles sehr ausgeschmückt hat.

Zu den Protagonisten konnte ich leider keine richtige Bindung aufbauen, insbesondere zu Mailin. Sie waren mir zwar alle auf ihre eigene Art und Weise sympathisch, da man merkt, dass in sie viel Herzblut geflossen ist, allerdings hat mir dennoch bei allen etwas mehr Tiefe gefehlt. Die Liebesgeschichte, die sich entwickelt, hätte es in meinen Augen nicht unbedingt gebraucht und für mich war sie leider auch nicht mitreißend bzw. kam sie mir etwas zu sehr aus heiterem Himmel.

Fazit: 3,5 Sterne
Auch wenn sich die Geschichte teilweise etwas gezogen hat und besonders der Schreibstil mir persönlich einige Probleme bereitet hat, mochte ich den Fantasyanteil und die Geschichte recht gerne, würde allerdings keine Leseempfehlung aussprechen, es sei denn ihr mögt komplexe und anspruchsvoll geschriebene Geschichten :)

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.06.2020

우리가 꿈을 꿀 때 - Ein Wohlfühlbuch

When We Dream
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Ehrlich gesagt hatte ich zu Beginn etwas Angst dieses Buch zu lesen. Das lag jedoch absolut nicht am Inhalt, sondern eher daran, dass es auf Instagram plötzlich so präsent war. In solchen Momenten bin ...

Ehrlich gesagt hatte ich zu Beginn etwas Angst dieses Buch zu lesen. Das lag jedoch absolut nicht am Inhalt, sondern eher daran, dass es auf Instagram plötzlich so präsent war. In solchen Momenten bin ich eigentlich eher immer etwas vorsichtiger, da ich leider schon ein paar mal sehr enttäuscht wurde bei solchen Büchern. Bei "When we dream" war dies aber definitiv nicht der Fall. Nachdem ich im Klappentext gesehen habe um was es geht, war für mich klar, dass ich das Buch lesen muss, da ich seit Jahren ein großer Japanfan und seit kurzem auch Südkoreafan bin. Ich hatte große Hoffnung, dass mir die Geschichte gefallen wird und wurde nicht enttäuscht, sondern absolut positiv überrascht, da ich wirklich begeistert bin.

An sich passiert in dem Buch eigentlich nicht viel oder außergewöhnliches, aber ich glaube genau das war für mich so angenehm, da es einfach kein unnötig konstruiertes Drama gibt. Die eigentliche Liebesgeschichte baut sich langsam auf, sodass auch noch genug Zeit bleibt um bestimmte Nebencharaktere wie z.B. Ella's Schwestern besser kennen zu lernen und sie somit keine blassen Randfiguren bleiben. Dieser Aspekt verleiht der ganzen Geschichte viel mehr Tiefe, haucht dem Ganzen Leben ein und bleibt dabei interessant und abwechslungsreich. Besonders gut gefallen haben mir der Umgang sowie die Gespräche zwischen Ella und Jae-yong. Ihre Art und Weise hat mich mehr als einmal zum lachen bzw. schmunzeln gebracht, da die beiden einfach so süß zusammen sind. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir noch mehr Details zu Jae-yong's Arbeit bzw. Südkorea generell gewünscht, aber die Aspekte, die bereits vorkommen, waren auf jeden Fall interessant und haben mich auf das Land noch neugieriger gemacht, besonders was das Essen angeht. Ich sage nur "Hottoek"

Fazit:
Für mich ist es einfach ein absolutes Wohlfühlbuch und ich freue mich bereits sehr auf die Fortsetzung, denn das Ende war ziemlich gemein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2020

Nette Idee, schwache Umsetzung

The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
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** Enthält Spoiler **

Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht richtig wo genau ich beginnen soll. Als ich den Titel und den Klappentext gelesen habe, war ich neugierig und dachte "Hey, das ist doch mal etwas ...

** Enthält Spoiler **

Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht richtig wo genau ich beginnen soll. Als ich den Titel und den Klappentext gelesen habe, war ich neugierig und dachte "Hey, das ist doch mal etwas anderes zwischen all den anderen Büchern". Die Idee von einem Buchclub unter Männern, die dann auch noch ausgerechnet Liebesromane zusammen lesen, habe ich als witzige Geschichte gehalten, besonders da ich davon ausgegangen bin, dass die gesamte Story aus Sicht von Gavin erzählt wird. Ich mag es nämlich immer sehr wenn die Geschichte mal aus der Sicht des männlichen Parts erzählt wird, da es erfrischend ist und etwas Abwechslung in die Erzählweise einbringt. Nur leider hatte ich entweder scheinbar völlig falsche Erwartungen oder der Titel samt Klappentext führt einen einfach auf die falsche Fährte, denn ich habe absolut nicht das bekommen was ich mir zu Beginn erhofft habe.

Der sogenannte Buchclub enpuppt sich als Treffen von Gavin und seinen Sportler Kollegen, die schon untereinander ihren kleinen Club ins Leben gerufen haben, um ihre Eheprobleme zu lösen bzw. ihre Frauen besser verstehen zu können. So weit so gut. Mein Problem war eher, dass wenn man das Wort Buchclub weglässt es einfach ein ganz normales Treffen untereinander ist zwischen für mich ziemlichen Proleten, bei denen einer unsympathischer ist als der andere. Unter einem Club habe ich eher die Vorstellung, dass man sich vielleicht einmal die Woche trifft und zeitgleich alle das gleiche Buch lesen und dieses gemeinsam besprechen und evtl. daraus zitieren. So etwas sucht man in diesem Buch vergeblich. Der einzige, der momentan liest ist Gavin, da alle anderen das Buch bereits gelesen haben und ihm daraufhin versuchen zu helfen. Bei dem Titel dachte ich vor allem sofort daran, dass die Männer sich vermutlich heimlich regelmäßig treffen und versuchen ihr neues Hobby um jeden Preis vor ihren Frauen geheim zu halten. Die gelegentlichen Szenen aus Gavin's Buch habe ich später nur noch übersprungen, da sie für mich nicht viel zur eigentlichen Handlung beigetragen haben, da sie im Prinzip nur vorab gezeigt haben wie sich Gavin als nächstes Verhalten soll bzw. in welche Richtung er gehen muss. Zudem mochte ich es nicht, dass Benedict in der Ich-Perspektive gesprochen hat und Irene ihn gesiezt hat. Mir war nicht ganz klar welchen Unterschied man damit zeigen möchte, denn meiner Meinung nach wurde damals zu dieser Zeit grundsätzlich förmlicher gesprochen und da hat die Art und Weise von Benedict für mich leider nicht gepasst und mich beim lesen eher irritiert.

Gavin mochte ich als einzigen der ganzen Charaktere ganz gerne. Er war ziemlich unbeholfen im Zurückerobern seiner Frau, aber hat alles dafür gegeben. Ganz besonders toll fand ich die Szenen mit seinen Töchtern, da man zwischen den Zeilen die Liebe untereinander spüren konnte. Wie oben schon erwähnt waren mir die restlichen Sportler allesamt ziemlich unsympathisch, allerdings wurden sie für mich noch von Thea und ihrer Schwester Liv getoppt. Ich habe eine Erzählung aus der Perspektive von Gavin erwartet, bestimmt die Hälfte der Geschichte wird jedoch aus der Sicht von Gavin's Frau Thea erzählt und schon nach wenigen Seiten war ich ziemlich genervt von ihr und ihrem Verhalten. Genauso wie von ihrer Schwester, die sich natürlich auf Thea's Seite schlägt aber auch ihr Verhalten war für mich absolut nicht nachvollziehbar. Der ausschlaggebende Grund, der erst zu Gavin's Auzug (Thea hat ihn rausgeschmissen) geführt hat, ist nämlich, dass sie ihm 3 Jahre lang ihre Orgasmen vorgespielt hat. Da im Klappentext so ein Geheimnis daraus gemacht wird, bin ich von etwas Großem ausgegangen, dass für mich rechtfertigt weshalb man eine Ehe aus der 2 Kinder hervorgegangen sind einfach wegwerfen möchte. Als ich den Grund gelesen habe, konnte ich Thea's Verhalten und ihre Reaktionen erst Recht nicht mehr nachvollziehen, da sie vollkommen in die Opferrolle geschlüpft ist und es eigentlich andersherum hätte sein müssen. Im Laufe der Geschichte erfährt man das Gavin zwar auch so seine Schuld dazu beigetragen hat, aber für's Erste konnte ich einfach nur ständig mit den Augen rollen. Thea's Reaktion hätte meiner Meinung nach eher ein Fremdgehen von Gavin gerechtfertig, da er sich voll ins Zeug legt um sie zurückzugewinnen und ihre Ehe zu retten. Aber von ihr kam zunächst erstmal keine Einsicht und erst am Ende erfährt man das eigentliche Problem. Das es am Ende darauf hinausläuft welche Probleme Thea in ihrer Vergangenheit hatte und diese ihr nun in ihrer Ehe Schwierigkeiten bereiten hätte ich nicht erwartet und hat mir meine kleine naive Wunschblase vom geheimen Buchclub und allem drumherum platzen lassen.

Der Schreibstil war ganz in Ordnung. Er war flüssig und ließ sich gut lesen. Gelegentlich gab es mal ein paar Wörter oder Buchstaben die gefehlt haben und einen ins Stocken gebracht haben. Zudem gab es diverse derbe Aussprüche bzw. Flüche, die für mich nicht hätten sein müssen oder die man auch anderes hätte beschreiben können.

Fazit:
Eine nette und abwechslungsreiche Idee, bei der es leider an der Umsetzung scheitert, da der Titel und der Klappentext völlig andere Erwartungen erzeugen. Bis auf Gavin waren mir die Charaktere bis zum Ende unsympathisch und oftmals konnte ich das Verhalten bzw. bestimmte Reaktionen nicht nachvollziehen. Das Ende konnte bei mir leider auch nichts mehr retten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere