Profilbild von Tuffydrops

Tuffydrops

Lesejury Profi
offline

Tuffydrops ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tuffydrops über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2020

Nette Idee, schwache Umsetzung

The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
0

** Enthält Spoiler **

Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht richtig wo genau ich beginnen soll. Als ich den Titel und den Klappentext gelesen habe, war ich neugierig und dachte "Hey, das ist doch mal etwas ...

** Enthält Spoiler **

Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht richtig wo genau ich beginnen soll. Als ich den Titel und den Klappentext gelesen habe, war ich neugierig und dachte "Hey, das ist doch mal etwas anderes zwischen all den anderen Büchern". Die Idee von einem Buchclub unter Männern, die dann auch noch ausgerechnet Liebesromane zusammen lesen, habe ich als witzige Geschichte gehalten, besonders da ich davon ausgegangen bin, dass die gesamte Story aus Sicht von Gavin erzählt wird. Ich mag es nämlich immer sehr wenn die Geschichte mal aus der Sicht des männlichen Parts erzählt wird, da es erfrischend ist und etwas Abwechslung in die Erzählweise einbringt. Nur leider hatte ich entweder scheinbar völlig falsche Erwartungen oder der Titel samt Klappentext führt einen einfach auf die falsche Fährte, denn ich habe absolut nicht das bekommen was ich mir zu Beginn erhofft habe.

Der sogenannte Buchclub enpuppt sich als Treffen von Gavin und seinen Sportler Kollegen, die schon untereinander ihren kleinen Club ins Leben gerufen haben, um ihre Eheprobleme zu lösen bzw. ihre Frauen besser verstehen zu können. So weit so gut. Mein Problem war eher, dass wenn man das Wort Buchclub weglässt es einfach ein ganz normales Treffen untereinander ist zwischen für mich ziemlichen Proleten, bei denen einer unsympathischer ist als der andere. Unter einem Club habe ich eher die Vorstellung, dass man sich vielleicht einmal die Woche trifft und zeitgleich alle das gleiche Buch lesen und dieses gemeinsam besprechen und evtl. daraus zitieren. So etwas sucht man in diesem Buch vergeblich. Der einzige, der momentan liest ist Gavin, da alle anderen das Buch bereits gelesen haben und ihm daraufhin versuchen zu helfen. Bei dem Titel dachte ich vor allem sofort daran, dass die Männer sich vermutlich heimlich regelmäßig treffen und versuchen ihr neues Hobby um jeden Preis vor ihren Frauen geheim zu halten. Die gelegentlichen Szenen aus Gavin's Buch habe ich später nur noch übersprungen, da sie für mich nicht viel zur eigentlichen Handlung beigetragen haben, da sie im Prinzip nur vorab gezeigt haben wie sich Gavin als nächstes Verhalten soll bzw. in welche Richtung er gehen muss. Zudem mochte ich es nicht, dass Benedict in der Ich-Perspektive gesprochen hat und Irene ihn gesiezt hat. Mir war nicht ganz klar welchen Unterschied man damit zeigen möchte, denn meiner Meinung nach wurde damals zu dieser Zeit grundsätzlich förmlicher gesprochen und da hat die Art und Weise von Benedict für mich leider nicht gepasst und mich beim lesen eher irritiert.

Gavin mochte ich als einzigen der ganzen Charaktere ganz gerne. Er war ziemlich unbeholfen im Zurückerobern seiner Frau, aber hat alles dafür gegeben. Ganz besonders toll fand ich die Szenen mit seinen Töchtern, da man zwischen den Zeilen die Liebe untereinander spüren konnte. Wie oben schon erwähnt waren mir die restlichen Sportler allesamt ziemlich unsympathisch, allerdings wurden sie für mich noch von Thea und ihrer Schwester Liv getoppt. Ich habe eine Erzählung aus der Perspektive von Gavin erwartet, bestimmt die Hälfte der Geschichte wird jedoch aus der Sicht von Gavin's Frau Thea erzählt und schon nach wenigen Seiten war ich ziemlich genervt von ihr und ihrem Verhalten. Genauso wie von ihrer Schwester, die sich natürlich auf Thea's Seite schlägt aber auch ihr Verhalten war für mich absolut nicht nachvollziehbar. Der ausschlaggebende Grund, der erst zu Gavin's Auzug (Thea hat ihn rausgeschmissen) geführt hat, ist nämlich, dass sie ihm 3 Jahre lang ihre Orgasmen vorgespielt hat. Da im Klappentext so ein Geheimnis daraus gemacht wird, bin ich von etwas Großem ausgegangen, dass für mich rechtfertigt weshalb man eine Ehe aus der 2 Kinder hervorgegangen sind einfach wegwerfen möchte. Als ich den Grund gelesen habe, konnte ich Thea's Verhalten und ihre Reaktionen erst Recht nicht mehr nachvollziehen, da sie vollkommen in die Opferrolle geschlüpft ist und es eigentlich andersherum hätte sein müssen. Im Laufe der Geschichte erfährt man das Gavin zwar auch so seine Schuld dazu beigetragen hat, aber für's Erste konnte ich einfach nur ständig mit den Augen rollen. Thea's Reaktion hätte meiner Meinung nach eher ein Fremdgehen von Gavin gerechtfertig, da er sich voll ins Zeug legt um sie zurückzugewinnen und ihre Ehe zu retten. Aber von ihr kam zunächst erstmal keine Einsicht und erst am Ende erfährt man das eigentliche Problem. Das es am Ende darauf hinausläuft welche Probleme Thea in ihrer Vergangenheit hatte und diese ihr nun in ihrer Ehe Schwierigkeiten bereiten hätte ich nicht erwartet und hat mir meine kleine naive Wunschblase vom geheimen Buchclub und allem drumherum platzen lassen.

Der Schreibstil war ganz in Ordnung. Er war flüssig und ließ sich gut lesen. Gelegentlich gab es mal ein paar Wörter oder Buchstaben die gefehlt haben und einen ins Stocken gebracht haben. Zudem gab es diverse derbe Aussprüche bzw. Flüche, die für mich nicht hätten sein müssen oder die man auch anderes hätte beschreiben können.

Fazit:
Eine nette und abwechslungsreiche Idee, bei der es leider an der Umsetzung scheitert, da der Titel und der Klappentext völlig andere Erwartungen erzeugen. Bis auf Gavin waren mir die Charaktere bis zum Ende unsympathisch und oftmals konnte ich das Verhalten bzw. bestimmte Reaktionen nicht nachvollziehen. Das Ende konnte bei mir leider auch nichts mehr retten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2020

Ein magischer Auftakt

Shadow Tales - Das Licht der fünf Monde
5

Schon auf den ersten Blick hat das Buch meine Aufmerksamkeit geweckt, da das Cover einfach wunderschön aussieht. Als ich mir dann den Klappentext angeschaut habe, war meine Neugier geweckt und nach der ...

Schon auf den ersten Blick hat das Buch meine Aufmerksamkeit geweckt, da das Cover einfach wunderschön aussieht. Als ich mir dann den Klappentext angeschaut habe, war meine Neugier geweckt und nach der Leseprobe konnte ich es gar nicht mehr abwarten, dass Buch endlich zu lesen. Meine Vorfreude war somit ziemlich groß und nun nach dem lesen kann ich sagen, dass ich definitiv nicht enttäuscht wurde.

Schon zu Beginn des Buches wird es magisch und sehr spannend. Die Thematik der 5 Monde und was es mit Lelanis Amulett auf sich hat, macht definitv Lust auf mehr, sodass man eigentlich nur so durch das Buch fliegt. Stück für Stück erfährt man mehr von der Welt, der Geschichte und der Magie, jedoch nie so viel, dass sich die Geheimnisse auflösen und man genug Spielraum hat, um selbst seine Theorien aufzustellen und zu spekulieren was passieren könnte. Somit kann es passieren, dass man plötzlich dem "Guten" vorwirft evtl. doch der "Böse" zu sein und andersherum. Ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten, glaube ich aber dennoch das bei beiden mehr dahinter steckt, als es nach außenhin den Anschein macht. Von Anfang an der Geschichte lassen sich bestimmte Aspekte bereits erahnen, sodass es am Ende keine große Überraschung war, als man endlich die Bestätigung bekommen hat. Allerdings war dies für mich kein Problem, da ich mich sogar bei einer meiner Theorien darüber gefreut habe als diese wirklich auch eingetreten ist.

Der Schreibstil im Buch ist wundervoll und hat mir richtig gut gefallen. Er ist angenehm zu lesen und durch die vielen, bildhaften Beschreibungen bekommt man ein sehr gutes Bild der entworfenen Welt und hat das Gefühl selbst dort zu sein. Es gibt einige Fantasywesen, die die Welt lebendig abwechslungsreich und sehr atmosphärisch wirken lassen. Zudem gibt es sogar einige Elemente, die sich auf bekannte Märchen beziehen, ohne das es eine reine Nacherzählung ist und die die Stimmung durch ihren Wiedererkennungswert etwas auflockern.

Das Charakterdesign hat mir gut gefallen. Mir waren sie durchweg sysmpathisch, besonders Haze durch seine lockere und fröhliche Art. Zu Beginn empfand ich ihn jedoch als etwas anstrengend, da ich seine Reaktion auf Kyran zwar schon gerechtfertigt fand, allerdings auch ein wenig zu heftig. Das was er zu viel an Skepsis an den Tag gelegt hat, hat Lelani gegenüber allerdings gefehlt. Sie war anfangs sehr naiv und unerfahren, sodass sie sich direkt auf Kyran eingelassen hat und ihm ihr Vertrauen geschenkt hat. In ihrer Entwicklung hat mir aber gefallen, dass sie am Ende sich selbst eingestanden hat, dass sie ihm gegenüber hätte vorsichtiger sein müssen. Generell finde ich, dass sie im Verlauf der Geschichte stärker wird, nicht nur in Bezug auf ihre Magie, die sie kennen lernt und versucht zu beherrschen, sondern auch auf sich selbst bezogen. Bisher kannte sie nur ihr kleines Dorf, in dem sie wohlbehütet aufgewachsen ist, und nun lernt sie die Welt mit all ihren Gefahren kennen und muss versuchen mit ihnen fertig zu werden. Hinzu kommen ihre eigenen Gefühle, die sie erst einmal kennen und verstehen lernen muss. Insgesamt finde ich diesen Prozess bzw. diese Entwicklung sehr spannend und hoffe, dass im nächsten Band diese Entwicklung noch fortgewführt wird und zudem alle offenen Fragen zufriedenstellend geklärt werden, denn im Auftakt der Reihe wurde zunächst nur ein geringer Teil aufgeklärt.

Fazit:
Es erwartet euch eine wirklich tolle Geschichte mit vielen, bildhaften Beschreibungen, einem wundervollen Schreibstil und einer gewissen Portion an Spannung. Ich freue mich nun schon sehr auf die Fortsetzung :)

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Fantasie
Veröffentlicht am 30.12.2019

Eine schöne Fortsetzung, die aber für mich nicht ganz an den Vorgänger heranreicht

Der Weihnachtosaurus und die Winterhexe
0

Vor zwei Jahren habe ich "Der Weihnachtosaurus" gelesen und mich total in dieses Buch verliebt. Es war eine absolut bezaubernde Weihnachtsgeschichte, die nicht nur perfekt für die Kleinen ist, sondern ...

Vor zwei Jahren habe ich "Der Weihnachtosaurus" gelesen und mich total in dieses Buch verliebt. Es war eine absolut bezaubernde Weihnachtsgeschichte, die nicht nur perfekt für die Kleinen ist, sondern auch Erwachsene mit seinem Zauber begeistern kann. Aus diesem Grund war für mich klar, dass ich den Nachfolger unbedingt in der Vorweihnachtszeit lesen muss.

Die Geschichte spielt ein Jahr nach den Ereignissen des Vorgängers, natürlich auch wieder kurz vor Weihnachten. Wir treffen alle bekannten und lieb gewonnenen Charaktere wieder, besuchen erneut den Nordpol und gehen auf ein Abenteuer mit dem Weihnachtosaurus. Wir lernen die Winterhexe kennen und erfahren wie wichtig sie für den Weihnachtsmann, sowie das Weihnachtsfest ist und welche entscheidende Rolle sie spielt. Wie der Klappentext schon erwähnt, ist sie die Herrscherin über die Zeit. Allerdings bin ich durch diese Information nicht unbedingt darauf gekommen, dass es in diesem Buch um Zeitreisen geht bzw. dass dieses Element einen so großen Teil der Geschichte einnehmen wird. Natürlich ist es jedem bewusst, dass der Weihnachtsmann ohne das Beeinflussen der Zeit nicht in der Lage wäre, alle Geschenke rechtzeitig an die Kinder zu verteilen, weshalb es eine schöne Sache ist an dieser Stelle mehr darüber zu erfahren wie genau er dies bewerkstelligt. Jedoch ist für mich dadurch leider ein wenig des Zaubers bzw. die Weihnachtsstimmung abhanden gekommen, obwohl es die ganze Zeit darum ging Weihnachten zu retten. Die Geschichte war dennoch sehr abwechslungsreich und erneut wunderbar, humorvoll, sowie kinderfreundlich erzählt, sodass es Spaß gemacht hat sich mit Will ins Abenteuer zu stürzen. Auch in diesem Buch sind wieder sehr viele, wundervolle und liebevoll gestaltete Illustrationen zu finden, die die Geschichte bildhaft untermalen und aus dem Lesen ein ganz besonderes Erlebnis machen.

Fazit:
"Der Weihnachtosaurus und die Winterhexe" ist wieder eine wundervolle Geschichte für Groß und Klein. Jedoch kam sie für mich leider nicht ganz an den Vorgänger heran, weil mir hier ein bisschen der Weihnachtszauber gefehlt hat. Dennoch würde ich es, genau wieseinen Vorgänger, weiter empfehlen, da einfach sehr viel Liebe in diesen Geschichten steck und es sehr viel Spaß macht sie zu lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2019

Ein gelungenes Debüt

The Right Kind of Wrong
0

* Kann mögliche Spoiler enthalten *


Ehrlich wie ich bin, war ich zunächst etwas skeptisch gegenüber diesem Buch. Ich folge dem Instagram Account der Autorin schon eine ganze Weile und habe somit ihren ...

* Kann mögliche Spoiler enthalten *


Ehrlich wie ich bin, war ich zunächst etwas skeptisch gegenüber diesem Buch. Ich folge dem Instagram Account der Autorin schon eine ganze Weile und habe somit ihren Weg zum eigenen Buch mitverfolgt und deswegen wurde meine Neugier auf die Geschichte dennoch einfach immer größer. Allerdings habe ich beim Lesen sehr schnell gemerkt, dass meine Skepsis absolut nicht nicht nötig ist, da mich das Buch schon nach wenigen Seiten in seinen Bann gezogen hat.

Wie schon erwähnt hat es nicht lange gedautert bis ich in der Geschichte drin war. Dies lag allerdings sehr viel an den tollen und vor allem sehr sympathischen Charakteren, bei denen man gemerkt hat mit wie viel Liebe sie ausgearbeitet wurden. Schon die erste Begegnung von Zoe und Noah hat mich zum schmunzeln gebracht und ich konnte es mir durch die Beschreibungen richtig gut bildlich vorstellen. Von diesen lustigen Szenen gibt es einige im weiteren Verlauf und alle haben sich wunderbar in die Geschicht eingefügt und den Charakter der einzelnen Protagonisten untermalt. Das Lesen hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht und ich habe absichtlich versucht mir Zeit zu lassen, da ich auf der einen Seite zwar ein Happy End haben wollte, aber auf der anderen Seite wollte ich einfach nicht das das Buch endet. Auch wenn die eigentlich Geschichte relativ simpel aufgebaut ist, war es dennoch irgendwie spannend und man hat das Kribbeln zwischen den Zeilen deutlich gespürt. Zoe's Gewissensbisse gegenüber ihrer Freundin waren total nachvollziehbar und man hat mit ihr mitgefühlt und gehofft, dass sich alles zum Guten wendet und sie ihr Happy End bekommt, aber gleichzeitig ihre Freundschaft zu Kate aufrecht erhalten kann. Mir hat der Weg wie sich die Liebe von Zoe zu Noah und der innere Konflikt von ihr aufbaut sehr gut gefallen, da hier nichts überstürzt wurde, sondern sich Zeit genommen wurde, damit sich alles in Ruhe entwickeln kann.

Ein Grund weshalb mir das Buch besonders positiv in Erinnerung geblieben ist, ist der Verzicht auf jegliche intime Szenen der Protagonisten. Das Kribbeln und die Anziehungskraft untereinander war zwar immer präsent und spürbar, aber umso schöner finde ich es, dass man eine so tolle Geschichte kreiiren kann, ohne dass man nochmal einen oben drauf setzen muss, indem die Protagonisten im Bett landen. Bei vielen Geschichten, die es momentan zu kaufen gibt, passiert es leider immer häufiger, dass ab solchen Momenten die Geschichte aus nichts anderem mehr besteht und es einfach keinen Inhalt mehr gibt. Bei "The Right Kind of Wrong" war dies zu keinem Zeitpunkt präsent, da der Fokus auf andere Aspekte gelegt wurde und die Geschichte somit für mich bis zur letzten Seite ein schönes Leseerlebnis beschert hat.

Der Schreibstil war sehr angenehm und hat gut zur Geschichte gepasst. Am Anfang waren ein paar Sätze bzw. Formulierungen, die ich als etwas holprig empfunden habe, aber das waren nur Ausnahmen. Im Großen und Ganzen war alles sehr flüssig geschrieben und verständlich beschrieben, sodass man sich gut hineinversetzen konnte.

Fazit:
"The Right Kind of Wrong" ist ein wundervolles Debüt und bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.11.2019

Nicht mein Fall

Let Me Teach You
0

Geschichten, in denen es darum geht, dass sich ein Lehrer und ein Schüler ineinander verlieben, gibt es mittlerweile vermehrt. Umso erfrischender fand ich, dass es hier dieses Mal eine Lehrerin und ein ...

Geschichten, in denen es darum geht, dass sich ein Lehrer und ein Schüler ineinander verlieben, gibt es mittlerweile vermehrt. Umso erfrischender fand ich, dass es hier dieses Mal eine Lehrerin und ein Schüler war und nicht anderssherum. Allerdings war dieser Aspekt auch zunächst das einzig positive, zumindest inhaltlich. Eine Schüler-Lehrer-Beziehung ist ein heikles Thema und erfordert meiner Meinung nach enormes Fingerspitzengefühl daraus eine ansprechende und vor allem auch authentische Geschichte zu zaubern. Für mich ist es bei "Let me teach you" leider nicht gelungen, da man hier den Eindruck hatte, man liest einen Erotikroman und keinen Liebesroman. Von Beginn an dreht sich alles um das Thema Sex und dieser ist stetig präsent. Dabei hat man von Leon schnell den Eindruck eines, sorry für die Wortwahl, notgeilen Teenies bekommen. Im Buch wird er zwar mehrmals als sehr reif für sein Alter beschrieben und auch er selbst dachte eigentlich, dass er aus seiner pubertären Phase heraus sei, aber nichtsdestotrotz sprechen seine Gedanken und Taten leider definitiv für diese Einschätzung. Schon bei der ersten Begnung von Alex und Leon zwei Jahre zuvor, musste ich beim Lesen die Augen verdrehen bei seiner extremen Reaktion auf Alex. Allerdings habe ich mir zu dem Zeitpunkt noch nichts weiter dabei gedacht und hatte immer noch den Gedanken daran, dass mich anschließend eine schöne, aufregende und heimliche Liebesgeschichte erwarten würde. Diese habe ich aber leider bis zur letzten Seite vergeblich gesucht, genauso wie die großen Gefühle. Die Beziehung von Alex und Leon basiert jediglich auf den rein körperlichen Aspekt und obwohl sie wissen, dass sie sich zurückhalten und vorsichtig sein müssen, können sie nicht die Finger voneinander lassen und treiben es sogar im Klassenzimmer, während in den Nebenräumen der Unterricht läuft. Ich muss sagen, spätestens ab da hat die Geschichte mich vollends verloren, da für mich auch einfach irgendwo die Glaubhaftigkeit abhanden gekommen ist. Leider konnte ich auch die "Liebe" der beiden nicht ganz nachvollziehen, da für mich eine Basis gefehlt hat, auf welche diese Gefühle aufbauen können. Aber das liegt vermutlich eher im Auge des Betrachters :)

Trotz all der Kritik wollte ich dennoch wissen, wie die beiden am Ende raus aus ihrer Misere kommen und ob sie eine Zukunft haben. Allerdings finde ich, dass es zu dem Ende dann doch recht schnell kam und alles irgendwie viel zu einfach war und auch die Eltern von Leon viel zu schnell volles Verständnis gezeigt haben. Gerade in Bezug darauf, dass sie beide Anwälte sind und allein deswegen in meinen Augen eher konservativ wirken. Sie kannten Alex bereits aus der Vergangenheit und waren nicht gut auf sie zu sprechen, weshalb ich es dennoch schön fand, dass Leon's Eltern ihr angeboten haben noch einmal von vorne zu beginnen. Jedoch glaube ich, dass manch anderer deutlich anders darauf reagiert hätte, wenn plötzlich bekannt wird, dass sein Sohn mit seiner Lehrerin zusammen ist und von Liebe spricht.

Den Schreibstil empfand ich als ganz angenehm, auch wenn manche Formulierungen oder Begriffe etwas sehr hart waren. Allerdings haben sie ins Gesamtkonzept bzw. zu den jugendlichen Charakteren gepasst.

Fazit:
Wer auf der Suche nach einem Erotikroman ist, ist bei diesem Buch definitiv richtig. Wenn man jedoch auf der Suche nach einer schönen, verbotenen Liebesgeschichte ist, ist dieses Buch leider nicht das Richtige. Die vielen Erotikszenen dominieren die Geschichte und die eigentliche Entwicklung der Liebe geht unter bzw. tritt in den Hintergrund. Als ich mir das Buch gekauft habe, habe ich dies nicht erwartet, weshalb deswegen meine Enttäuschung vermutlich auch so groß ist.