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Veröffentlicht am 15.11.2020

Die drei Musketiere gegen den fiesen Magnetiseur

Die Romanfabrik von Paris
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Der historische Roman „Die Romanfabrik von Paris“ von Dirk Husemann beschäftigt sich mit Alexandre Dumas, dem Schöpfer von „Die drei Musketiere“.
Als die im Rollstuhl sitzende Anna Moll aus Baden-Baden ...

Der historische Roman „Die Romanfabrik von Paris“ von Dirk Husemann beschäftigt sich mit Alexandre Dumas, dem Schöpfer von „Die drei Musketiere“.
Als die im Rollstuhl sitzende Anna Moll aus Baden-Baden bei einer deutschstämmigen Familie in Frankreich angestellt wird, um deren Kinder zu unterrichten, fallen sie ihr zum ersten Mal in die Hände – die Romane von Alexandre Dumas. Sofort will sie gegen diese furchtbaren Texte angehen, denn sie handeln oft von hilflosen Frauen, die von starken Männern gerettet werden müssen. Oft ist auch Gewalt im Spiel. Das gehört nicht in die Hände von Kindern oder sonst wem, denkt sich Anna und macht sich auf den Weg, um gegen Dumas zu handeln. Zusammen mit der Zensur-Behörde begibt sie sich zu Dumas‘ Anwesen, um ihn zur Rechenschafft zu ziehen. Doch dort erblickt Anna eine Person aus ihrer Vergangenheit, die ihr viel Kummer bereitet und die sie tot geglaubt hat. Dies ist Monsieur Lemaitre, der von Dumas 3 Amulette haben möchte, die Dumas von seinem Vater geerbt hat, mit welchem Lemaitre ebenfalls in Verbindung stand. Doch Lemaitre ist hinterlistig und ist bereit, wirklich alles für die Amulette zu tun, weshalb er auch nicht davon zurückschreckt, einen Mord zu begehen, diesen Dumas anzuhängen und ihn so zu einem Staatsfeind zu machen. Dumas und Anna tun sich etwas widerwillig zusammen, um Lemaitre das Handwerk zu legen und verfolgen ihn über den halben Globus. Ein aufregendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt.
Selten hatte ich einen Roman, bei dem mit alle Charaktere in ihrer Rolle gefallen. Dies ist hier der Fall. Die Figuren sind durchweg gut geschrieben und ihre Rollen gut durchdacht. Natürlich hat mit Olaf Schmaleur am besten gefallen. Von ihm wurde Anna als Lehrerin für seine Kinder angestellt, er war stets hilfsbereit, freundlich und auch für Spaß zu haben, sehr zur Freude seiner Kinder, aber seiner Frau gefiel dies nicht. Obwohl er nur wenig vorkommt, gefällt mir diese Figur doch sehr.
Anna und Dumas sind sehr gegensätzliche Charaktere, die sich aber im Laufe der Geschichte immer besser ausgleichen und ein Band zwischen sich knüpfen. Sie sind beide auf ihre Art zielstrebig, aber auch bereit, Kompromisse einzugehen, wenn sie die Bedingungen noch etwas für sich abändern können. Auch wenn sie sich zu Beginn nicht ausstehen können, so werden sie ein wunderbares Team im Verlauf der Geschichte.
Lemaitre ist klar als „Bösewicht“ dieses Romans zu betrachten. Der Magnetiseur ist hinterhältig und schreckt nicht davor zurück, andere auszunutzen. Wenn er sie nicht mehr braucht, lässt er sie fallen wie eine heiße Kartoffel und ihm ist egal, was mit ihnen passiert. Das einzige, was ihm wirklich wichtig ist, sind die Amulette von Dumas senior. Doch muss er erkennen, dass seine Gegner Alexandre Dumas und Anna Moll mit allen Wassern gewaschen sind und sich gegen ihn stellen.
Der Handlungsablauf in dem Roman gefällt mir sehr gut. Zu Beginn ist es nicht vorstellbar, dass die Geschichte aus Paris heraus weiter gehen könnte. Doch nach und nach wird der Leser in diese Richtung geleitet und das zwar direkt, aber nicht so plötzlich, dass man sofort wusste, wie es weiter geht. Dirk Husemann hat unvorhersehbar geschrieben. Zwar hatte ich beim Lesen immer eine Vorstellung davon, was als nächstes passieren könnte. Aber ich wurde doch jedes Mal überrascht, weil es entweder etwas oder doch sehr anders gekommen ist, als ich dachte.
Generell wurde der Spannungsbogen gut aufrecht gehalten. Der Handlung konnte ich als Leser durchgängig gut folgen. Auch der Schreibstil gefällt mir wirklich gut. Ich mag es, wenn man die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven von unterschiedlichen Figuren sieht. Also hatte man hier auch die Sicht des Bösewichts dabei, was ich wirklich gut fand. Und trotzdem wusste man nie so recht, was er als nächstes vorhat – gut gelungen!
Der Titel hat mich im Verlauf der Geschichte immer wieder stutzig gemacht. „Die Romanfabrik von Paris“, jedoch befinden wir uns nur zu Beginn des Romans einmal dort und danach nicht mehr. Aber zum Schluss wird es doch klar, warum diese Titel passend ist. Mit der Romanfabrik hat alles begonnen und dort endet es auch. Mehr möchte ich da nicht verraten.
Das Buch hat mir gut gefallen. Es war mein zweiter historischer Roman und so langsam gefällt mir dieses Genre wirklich gut. Auch, wenn man von Dumas selbst nichts gelesen hat oder nicht viel weiß, findet man sich in der Geschichte zu recht. Dass zum Schluss auch nochmal vom Autor erläutert wurde, welche Begebenheiten aus dem Roman als Fakten betrachtet werden können und welche hinzugedichtet wurden, mag ich wirklich sehr.
Rundum ein gelungenes Buch, welches ich Interessierten empfehlen kann. Es war sehr angenehm zu lesen, es hat zwischendurch auch immer mal etwas zum Lachen gegeben und war generell eine interessante Geschichte um den berühmten Alexandre Dumas.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Thema
Veröffentlicht am 05.10.2019

Sie sieht alles...

Melmoth
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In dem Roman "Melmoth" von Sarah Perry, welches im Eichborn- Verlag erschienen ist, geht es um eine Sagengestalt, die für Helen Franklin immer mehr zur Realität wird. Die Rede ist von Melmoth, die Zeugin, ...

In dem Roman "Melmoth" von Sarah Perry, welches im Eichborn- Verlag erschienen ist, geht es um eine Sagengestalt, die für Helen Franklin immer mehr zur Realität wird. Die Rede ist von Melmoth, die Zeugin, die dazu verdammt ist, ewig auf der Welt zu wandeln und die Sünden der Menschen zu bezeugen.
Ein Schatten, ein Windhauch, Dohlen und Lilienduft - alles deutet auf die Anwesenheit von Melmoth hin. Helen und ihre Freundin Thea informieren sich in alten Schriften, Geschichten und Manuskripten über Melmoth. Dabei wird Helen immer bewusster, dass Melmoth auch ihre Sünde kennt und auf der Suche nach ihr sein könnte...

"Melmoth" ist kein unbekannter Name. Beispielsweise in dem Buch "Der Club Dumas" von Arturo Pérez-Reverte wird auf ein Buch verwiesen, dass "Melmoth, der Wanderer" heißt und von C.R. Maturin geschrieben wurde. In dem Buch von Sarah Perry werden mehrere Quellen angegeben. Daher liegt es nahe, dass es in anderen Kulturen eine Sage oder einen Mythos mit dem Namen Melmoth gibt. Diese Information finde ich sehr gut - das macht das Buch sehr lebendig für mich.

Die Spannung im Buch wird relativ konstant gehalten. Da es zwischendurch immer wieder Erzählungen aus der Vergangenheit bzw. aus den alten Manuskripten zu lesen gilt, und diese recht lang sind, entsteht bei manchen Menschen eventuell schnell der Eindruck von Langweiligkeit. Ich finde es gut und wichtig, dass diese Passagen nicht zu kurz geraten sind. Es soll uns Lesern schließlich mitnehmen und zeigen, wie Melmoth sich zeigt und wie sie agiert. Ebenso sollen wir natürlich auch Gefühle für die Figuren entwickeln. Das geht nun mal nicht auf 3 Seiten, da gehört schon mehr dazu. Sarah Perry hat die Balance zwischen "zu langen" und "zu kurzen" Erzählungen meines Erachtens nach gut gemeistert.

Die Geschichte hat mich voll mitgenommen. Ich bin sehr gut in die Erzählung eingestiegen und konnte dem Geschehen ebenso gut folgen. Wie schon oben erwähnt, es scheint einen reellen Hintergrund zu geben und das fasziniert mich wahnsinnig. Die Story, die Sarah Perry um die bestehenden Geschichten gesponnen hat, ist ihr toll gelungen.

Die Figuren wirken teilweise etwas unfertig. Zum Beispiel hätte ich mir bei Albína ein paar mehr Infos gewünscht. Aber im großen und ganzen war ich zufrieden mit den Figuren, die ich hier kennen lernen durfte.

Das Thema des Buches ist meiner Meinung nach, dass uns bewusst sein sollte, dass wir ein Gewissen haben und dass dieses nicht unendlich viel Kapazität hat. Bereinigt eure Seelen, seid euch darüber im Klaren, dass jede Tat auch seine Folgen hat. Melmoth ist mit ihren wachsamen Augen überall. Ich habe es so verstanden, dass Melmoth unser Gewissen darstellen soll. Sündigen wir oder machen einen Fehler, so wiegt es schwer in uns. Doch gestehen wir, tun Buße oder erleichtern unser Gewissen in sonstiger Weise, so verschwindet Melmoth, hat jedoch immer noch ein Auge auf uns.

Der Schreibstil hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Es wirt hauptsächlich in einer Erzähler-Perspektive geschrieben. Aber zwischendurch wird der Leser persönlich angesprochen - "Sehen Sie, schauen Sie". Das gab mir das Gefühl, dass dieses Buch mir wirklich etwas vermitteln soll und ich fühlte mich direkt mit eingebunden. Es war nicht aufdringlich oder der gleichen. Diese Anreden wurden gekonnt platziert und auch nicht zu sehr ausgereizt.

Ich werde das Buch definitiv weiter empfehlen und auch nochmals lesen. Es hat mir sehr gut gefallen. Alleine schon das Cover ist ein wahrer Hingucker, aber die Geschichte unter dem Cover ist auch nicht ohne! ;) An dieser Stelle ein großes Lob an die Person, die das Cover gestaltet hat. Wenn du dich für etwas tiefgründigere Geschichten interessiert, die auch gelegentlich Fakten aufzählen, so ist dieses Buch nach deinem Geschmack. :)

  • Cover
  • Erzählstil
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 02.03.2019

Spannender Lesespaß

Der Mann, der Sherlock Holmes tötete
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"Der Mann, der Sherlock Holmes tötete" von Graham Moore ist ein historisch-fiktiver Roman. Er behandelt das Leben des Erschaffers des wohl größten Detektivs aller Zeiten. Die Rede ist von Sir Arthur Conan ...

"Der Mann, der Sherlock Holmes tötete" von Graham Moore ist ein historisch-fiktiver Roman. Er behandelt das Leben des Erschaffers des wohl größten Detektivs aller Zeiten. Die Rede ist von Sir Arthur Conan Doyle, dem Autor von Sherlock Holmes.
Der Roman ist in 2 Geschichten aufgeteilt. Einmal in der Vergangenheit, in der es um die Erlebnisse von Conan Doyle geht und einmal im Jahr 2010, in dem der junge Harold sich seit kurzem zu den Bakerstreet Irregulars zählen darf. Dies ist eine Gruppe von Leuten, die wohl die größten Sherlock Holmes Fans sind. Bei einem jährlichen Treffen dieser Organisation soll nun endlich das verschollene Tagebuch von Conan Doyle präsentiert werden, dass endlich von einem Mann namens Alex Cale gefunden wurde. Dieser fühlt sich verfolgt, ist verängstigt und, wie sich zeigt, auch zu recht. Er wird am Tag der Präsentation tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Das Zimmer ist verwüstet. Da gibt es nur eine Schlussfolgerung: Jemand wollte das Tagebuch für sich haben, um jeden Preis! Harold macht sich aller Sherlock direkt auf Spurensuche und begibt sich auf eine detektivische Suche nach dem Mörder und dem Tagebuch.
In der Vergangenheit hat Conan Doyle mit ähnlichen Problemen zu tun. Es werden junge Frauenleichen gefunden, doch vom Täter oder von jeglichen Hinweisen fehlt jede Spur. Conan Doyle macht sich nun selber ganz auf die Art seiner Schöpfung auf die Suche nach Hinweisen und nach dem Mörder der armen jungen Frauen.
So laufen 2 spannende Detektivgeschichten direkt nebeneinander und man kann beide mit verfolgen, mit fiebern und vor allem mit raten!
Die beiden Geschichten spielen sich in unterschiedlichen Zeiten ab. Sie sind im Wechsel in abgegrenzten Kapiteln geschrieben, jeweils mit einem Datum versehen. So kommt der Leser nicht durcheinander.

Das Buch ist durchweg spannend. In beiden Fällen geht es um einen Mord. Als Leser rät man automatisch immer mit, wer der gesuchte Übeltäter sein könnte und hier muss man gleich bei zwei Fällen mit raten
Beide Geschichten sind gut geschrieben. Mir persönlich gefällt der Teil im "alten England" etwas besser. Die Beschreibungen der Örtlichkeiten ist toll gelungen, man kann sich alles super vorstellen. Außerdem bekommt man einen Einblick in den Umbruch von Gaslaternen zu elektrischem Licht, selbst in den Straßen. Was außerdem eine interessante Sache ist, dass auch recht viel über die damalige Lage der Frauen erzählt wird. Das Frauenwahlrecht ist umkämpft, Frauen schließen sich zusammen und wollen was bewegen. Das ist einfach toll!
Der Schreibstil ist durchgängig flüssig, was das Leseverständnis erleichtert.
Da es ein historischer, aber auch fiktiver Roman ist, rätselt man beim Lesen immer mal wieder herum, ob das gerade gelesene wohl wirklich geschehen ist. Ich war sehr erleichtert, als eine Erläuterung folgte, welche Szenen auf historischer Grundlage bestehen. Das machte dieses Buch noch interessanter für mich und steigerte nochmals den Spaß an diesem Buch.

Dieses Buch ist ein absolutes Muss für Sherlock Fans, die auch mal etwas über den Autor dieser tollen Krimis erfahren möchte. Die Chance, Einblicke in Conan Doyles Leben zu erhalten, ohne eine oftmals auch schon mal öde Biographie zu lesen, sollte man in jedem Fall nutzen! Ich kann das Buch nur empfehlen und würde es auf jeden Fall auch noch einmal selbst in die Hand nehmen!

  • Cover
  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 25.10.2020

Alles für die Katz!

Nalas Welt
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In „Nalas Welt“ geht es um Dean Nicholson (der auch gleichzeitig der Autor ist), der ein kleines einsames Kätzchen auf einem verlassenen Hügel in Bosnien trifft. Das ist Nala und sie wird Deans Leben grundlegend ...

In „Nalas Welt“ geht es um Dean Nicholson (der auch gleichzeitig der Autor ist), der ein kleines einsames Kätzchen auf einem verlassenen Hügel in Bosnien trifft. Das ist Nala und sie wird Deans Leben grundlegend verändern.
Dean ist ein junger Mann aus Schottland. Er feierte viel, hing mit Freunden rum und wusste nicht recht, wohin es mit ihm in seinem Leben gehen soll. Da beschließt er, mit seinem Fahrrad die Welt zu bereisen. Nur er und sein Fahrrad. Doch es kommt anders, als geplant. Ein kleines Maunzen ist es, das sein Leben umkrempelt. Er trifft auf Nala. Es steht fest, dass Dean dieses kleine Lebewesen nicht alleine lassen kann und will. Sein Fahrrad wird Katzensicher gemacht und eine spannende Reise beginnt, bei der Dean lernt, dass er sich ab jetzt nicht mehr nur um sich selbst kümmern muss, sondern noch ein zweites Leben zu beschützen hat und das tut er mit Leib und Seele.

„Nalas Welt“ wird aus der Ich-Perspektive von Dean erzählt. Er verwendet niedliche Wörter, die passend zu der niedlichen Katze an seiner Seite sind.
Dean ist ein wirklich sympathischer Kerl. Er weiß, dass er auf Nala aufpassen muss und tut alles, was dafür nötig ist. Er ändert seine Reisepläne und verharrt länger an Orten, obwohl er das alles so nicht wollte. Aber das wohl seiner Katze geht vor.
Wie Dean und Nala so durch die Welt fahren, lernen sie viele nette Menschen kennen. Dieses Buch hat mir den Glauben an das Gute in den Menschen etwas zurückgegeben. Fremde nehmen ihn und Nala auf, als sie es nötig haben, geben ihm Arbeit oder sind einfach nur freundlich. Das isst bei weitem nicht mehr alltäglich heutzutage, aber ich bin froh, dass den beiden scheinbar nur nette Menschen begegnet sind.
Die Geschichte des Mannes, der ein Kitten rettet, wird durch die Seite „The Dodo“ bekannt. Sie machen ein Interview mit Dean und veröffentlichen das Video, in dem Dean Nala findet. So erreicht Dean eine unfassbar große Reichweite. Der neue Katzenpapa nutzt diese gewissenhaft. Er sammelt zum Beispiel Müll an Stränden auf und macht die Menschen darauf aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein. Das zeigt, dass man kein „Aktivist“ sein muss, um etwas gutes zu tun. Es reicht, wenn man seinen Kopf benutzt, mit offenen Augen durch die Welt geht und einfach mal ein bisschen Respekt für unseren Planeten zeigt. Seine Reichweite hat sogar geholfen, eine Adoptionsfamilie für einen Hund zu finden. Das alles stimmt Dean sehr glücklich und das kann ich nur zu gut verstehen. Man muss nur wissen, was man mit seiner „Macht“ anfangen muss.
Im Verlauf der Geschichte wird klar, dass Nala und Dean einfach für einander geschaffen sind. Sie haben sich gegenseitig gerettet und Nala hat Dean unglaublich verändert. Es macht unglaublich Spaß den beiden bei ihren Veränderungen „zuzuschauen“.
Es gibt nicht eine Stelle im Buch, die uninteressant oder langweilig war. Ständig haben die beiden ein neues Hindernis überwunden und sind noch enger zusammen gewachsen.

Dieses Buch ist einfach unfassbar schön! Eine wahre Geschichte, die direkt ins Herz trifft. Es gibt auch Fotostrecken im Buch, die nochmal alles veranschaulichen. Ich liebe es! Nala ist eine tolle Katze (und könnte vom Aussehen her mit meiner Verwandt sein) und Dean ist ein offenherziger Mensch, dessen Leben durch einen kleinen Fellball wohl um längen besser geworden ist. Absolut empfehlenswert! (1bike1world heißt der Instagram-Account der beiden, schaut unbedingt vorbei!)

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Thema
Veröffentlicht am 01.07.2019

Gute, aber leider unausgeschöpfte Story!

Tiefes Grab
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Einleitung:

"Tiefes Grab" von Nathan Ripley erzählt uns vn Martin Reese und seinem geheimen Hobby. Dieses Hobby ist ungewöhnlich und außer ihm übt es wohl keiner aus. Martin gräbt die Skelette der Frauen ...

Einleitung:

"Tiefes Grab" von Nathan Ripley erzählt uns vn Martin Reese und seinem geheimen Hobby. Dieses Hobby ist ungewöhnlich und außer ihm übt es wohl keiner aus. Martin gräbt die Skelette der Frauen aus, die Serienkillern zum Opfer gefallen sind. Die Polizei hatte sich um die armen Mädchen nach Abschluss der Ermittlungen nicht mehr annehmen können, weshalb Martin es sich zur Aufgabe machte, den Angehörigen wenigstens Gewissheit zu bringen. Nach jedem Fund meldet er dies anonym der Polizei, welche den Familien dann die Nchricht überbringen können. Doch Martin hat nicht bedacht, dass er dabei nicht nur den Familien hilft - er pfuscht nämlich mit seinen Grabungen dem Täter mächtig ins Handwerk. Das bekommt Martin bald zu spüren. So beginnt eine zeit mich noch mehr Geheimnissen für Martin, denn seine Familie soll in keinsten Umständen von seinem Hobby erfahren...

Meine Meinung:
Cover: Das Cover ist super! Hätte ich das Buch so in einem Buchladen gesehen, hätte es mich sofort angesprochen und ich hätte es, nach dem Lesen des Klappentextes, gekauft. Die Schaufel fasst den Inhalt der Geschichte gut ein.
Spannungsbogen: Das Buch fängt mit spannend an. Ein Mädchen wird in eine dunkle Gasse gelockt und bekommt eine mysteriöse Flüssigkeit injiziert. Kurz darauf kommt es zur Erzählung über martins Hobby - das Ausgraben von Frauenskeletten, die Serienmördern zum Opfer gefallen sind. Der Leser begleitet Martin in seinem Alltag und auch zu einer weiteren Grabung. Ist ist sehr spannend zu lesen, wie Martin vorgeht und wie er es schafft, die ganze Sache vor seiner Frau und seiner Tochter geheim zu halten. Dann kommt eine weitere Figur ins Spiel - ein geheimnisvoller Mann, der Martin beobachtet, ihn reinlegt und genau weiß, wie er mit ihm umzugehen hat. Er fängt Martin ab und schon nimmt der Albtraum seinen Lauf. Denkt man zumindest. Ab der Mitte des zweiten Abschnittes wird die Story leider immer weniger gut und der Spannungsbogen sinkt ab. Er steigt leider bis zum Ende nicht mehr an.
Geschichte: Die Story ist wirklich gut und hat eine Menge potenzial. Man fragt sich, ob so ein aufwenidges Hobby auch wirklich geheim beiben kann, vor den Menschen, mit denen man tagtäglich zu tun hat. Man kann sich gut in die Geschichte einfinden . Nur wurde sie leider nicht gut genug umgesetzt.
Figuren: Martin wirkt anfangs wie ein guter Familienvater. Er spürt es, wenn der Haussegen schief hängt und versucht wenigstens, ihn wieder zu richten. Abgesehen von seinem Geheimnis scheint er offen mit seiner Frau und seiner Tochter umzugehen. Seine Frau Ellen wirkt anfangs auch sehr nett. Doch wendet sich das Blatt recht schnell bei ihr. Man erfährt. dass sie eine Boutique eröffnen möchte, erzählt aber Martin erst davon, als sie beinahe eröffnet wird und sie Geld braucht. Außerdem arbeitet sie mit Gary, einem Mitarbeiter der Technik-Firma, die Martin aufgebaut hat, zusammen. Martin und Gary verstehen sich nicht sonderlich gut. Genauer gesagt kann Martin Gary nicht leiden. Er ist aber auch für mich als Leser nicht in einem einzigen Moment sympatisch gewesen. Martins Tochter Kylie hingegen fand ich durchgängig gut. Sie ist mein Lieblingscharakter in der Geschichte. Sie ist ein junges, schlagfertiges Mädchen. Sie macht keine Probleme, hat ein gutes Verhältnis zum Vater und ein etwas angespanntes zur Mutter. Trotzdem verstehen sich die beiden gut.
Schreibstil: Der Schreibstil an sich ist gut gelungen. Man kann sich gut in die Figuren, Örtlichkeiten und Gefühle einfinden. Die Kapitel sind entweder in der Erzähler-Perspektive (z.B. bei den Polizisten) oder in der Ich-Perspektive (bei Martin) geschrieben. Der Wechsel war am Anfang etwas seltsam, aber man kommt schnell damit zurecht. Ich mag es, wenn man auch Einblicke in die Sicht des Mörders oder generell die Sicht des "Bösen" lesen kann. Dies ist auch in einigen Kapiteln der Fall.
Lesespaß: Wie zuvor schon geschrieben war das Buch zu Beginn echt spannend. Jedoch bin ich ab dem zweiten Abschnitt immer wieder müde beim Lesen geworden, was gerade bei einem Thriller aber nicht passieren sollte! Wirklich schade.

Fazit:
Die Story ist gut, nur nicht gut genug umgesetzt. Es wirkt so, als hätte der Autor beim Schreiben nach und nach aufgegeben und wollte es mehr oder weniger "endlich zu Ende bringen". Das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen! Leider nur mittelmäßig gelungen.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren