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Veröffentlicht am 09.02.2018

Sehr persönliche Analyse der eigenen Vater-Tochter-Beziehung

Ach, Papa
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Ich ringe damit, ob ich diesem Buch nun drei oder vier Sterne geben soll – und weiß es noch nicht mal jetzt, wo ich beginne, diese Rezension zu schreiben. Die Journalistin Mareike Nieberding hat ein sehr ...

Ich ringe damit, ob ich diesem Buch nun drei oder vier Sterne geben soll – und weiß es noch nicht mal jetzt, wo ich beginne, diese Rezension zu schreiben. Die Journalistin Mareike Nieberding hat ein sehr persönliches Buch über die Beziehung zu ihrem Vater verfasst, von dem sie sich mehr und mehr entfremdet fühlte, nachdem sie von zu Hause ausgezogen war. Zwischen den beiden ist nichts vorgefallen, sie haben sich mit der Zeit einfach immer weniger zu sagen. Mit Ende 20 will die Autorin das ändern und geht dem Vater-Tochter-Verhältnis schreibend auf den Grund. In ihrem Buch legt sie ihre Familiengeschichte komplett offen: Eine größtenteils unbeschwerte, glückliche Kindheit auf dem Land mit vielen Freiheiten und einer intakten Familie, die für sie da war. Mit Aufnahme des Studiums in Berlin fühlte sich Nieberding dann ihrem niedersächsischen Heimatdorf mehr und mehr entwachsen und warf ihrer Familie, allen voran ihrem Vater, zu geringe Anteilnahme an ihrem neuen Leben vor. Ohne Frage hat Nieberding unter der Entfremdung gelitten, dennoch stellte sich bei mir der Eindruck ein, dass sie selbst kaum gegen diese angekämpft hat. Den Kampf hat sie letztendlich wohl erst mit ihrem Buchprojekt aufgenommen, mit dem sie ihrem Vater, der sie auch hier voll unterstützte, in meinen Augen schon etwas zugemutet hat – schlagartige Bekanntheit sehr privater Details zum Beispiel. Die Autorin schreibt dazu selbst: „Immer wieder frage ich mich […], warum ich Papa das antue. Dieses Buch. Ich glaube, ich tue es aus Liebe.“

„Ach, Papa“ ist nicht nur eine schriftliche Aufarbeitung der Vergangenheit. Um sich ihrem Vater anzunähern, schickt Nieberding ihm zum einen E-Mail-Fragebögen und unternimmt mit ihm außerdem einen Kurzurlaub in den Schwarzwald, wo er studiert hat. Diesen Urlaub schildert sie und ich habe als Leserin durchaus mitgefühlt – die Passagen handelt von zweien, die keine Übung mehr darin haben, miteinander alleine zu sein. Allerdings kam mir Mareike Nieberdings Erkenntnis dann wenig spektakulär vor: „Auch ich hätte fragen können – und ebenso gut hätte ich auch einfach mal erzählen können.“ Stimmt – statt immer nur zu warten, dass ihr tiefschürfende Fragen gestellt werden. Ohnehin blieb bei mir der Eindruck zurück, den Vater trotz aller privaten Details zu wenig kennengelernt zu haben – wie steht er denn eigentlich zu der Entfremdung? Hat die Autorin ihn das eigentlich gefragt?

Inhaltlich hat mich das Buch daher nicht wirklich zufriedengestellt. Als öffentliche Aufarbeitung ihrer eigenen Vater-Tochter-Beziehung hat Mareike Nieberding natürlich sowohl alle Freiheiten als auch die Deutungshoheit. Angekündigt wurde das Buch allerdings auch damit, dass es erzählen würde „[…] wie man sich wieder nahekommt, wenn man sich schon fast verloren hat.“ Das mag auf die Autorin und ihren Vater zutreffen, aber aus „Ach, Papa“ lässt sich nur wenig allgemein ableiten.

Und trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen. Journalistin Mareike Nieberding kann nämlich schreiben. Das Buch folgt einer gewissen Dramaturgie, beinhält ein paar wissenschaftliche Querverweise, Einschübe und jede Menge Selbstreflektion. Und viele elegante Sätze, die ich mir angestrichen habe: „Die Entfernung entfernte uns voneinander.“ „Eine Familie ist ja keine Fertighaus-Siedlung, sondern eine sich täglich verändernde Favela.“ „Gnadenlos bricht jeden Morgen ein neuer Tag an, der weitere Überforderungen birgt, aber eben auch die Chance, alles anders zu machen.“
„Ach, Papa“ lässt sich gut lesen und die sympathische Autorin schafft es durchaus, dem Leser ihre Sichtweise zu vermitteln. Der Stil an sich gefiel mir meist, dennoch hatte ich mir mehr Allgemeingültigeres erhofft und fand die Kluft zwischen diesem Vater und dieser Tochter nicht so elementar, die Probleme nicht so unlösbar, als dass das Ganze inhaltlich wirklich getragen hätte.

Veröffentlicht am 05.02.2018

Dramatische, für mich nicht komplett nachvollziehbare Geschichte mit Südafrika-Flair

Cape Town Kisses
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Vorab: Ich hätte mir dieses Buch vermutlich nicht gekauft. Das Cover mit dem knackigen Männeroberkörper ist mir zu kitschig, das Gleiche trifft auf den Untertitel „Zwischen Liebe und Schmerz“ zu. Ich gehöre ...

Vorab: Ich hätte mir dieses Buch vermutlich nicht gekauft. Das Cover mit dem knackigen Männeroberkörper ist mir zu kitschig, das Gleiche trifft auf den Untertitel „Zwischen Liebe und Schmerz“ zu. Ich gehöre daher offensichtlich nicht zur Kernzielgruppe dieses Romans. Aber ich bin ein großer Südafrika-Fan und ich liebe Kapstadt – von daher musste ich mich einfach für die „Cape Town Kisses“-Leserunde auf einem anderen Portal bewerben. Und was das südafrikanische Flair anging, wurde ich auch nicht enttäuscht: Detaillierte Beschreibungen der V&A Waterfront, von Kleinigkeiten wie Rock Shandys und Biltong sowie einer Walking-Safari lassen sich finden. Auch wenn mir die Fülle der Tiersichtungen etwas übertrieben schien, war sonst alles realitätsnah und hat mir ein bisschen Kapstadt- und Südafrika-Feeling auf meinen E-Book-Reader gebracht.

Mit der eigentlichen Geschichte konnte ich mich allerdings nicht komplett anfreunden. „Cape Town Kisses“ handelt von der in London lebenden, alleinerziehenden Mutter Angela Riley, die wegen eines Hirntumors nur noch kurze Zeit zu leben hat. In Sorge um ihren 12-jährigen Sohn Jasper beschließt sie, dessen Vater ausfindig zu machen – einen One-Night-Stand namens Mojo, den sie vor 13 Jahren in einer Kapstädter Bar kennenlernte. Seitdem hatte sie keinerlei Kontakt zu Mojo, auch von seiner Vaterschaft weiß er nicht. Angela begibt sich auf die Suche …

Und diese Suche hat mich mehr und mehr irritiert. Angela versucht nicht, Mojo erstmal online zu finden, damit sie überhaupt weiß, wo sie suchen soll. Sie kennt den Mann eigentlich auch gar nicht. Trotzdem ist sie der festen Überzeugung, dass es für ihren Sohn das Beste sein wird, beim unbekannten Vater aufzuwachsen, nachdem sie verstorben ist. Auch, als sie herausfindet, dass Mojo unter ärmlichen Bedingungen in einem Township zu leben scheint, hält sie stoisch an dem Plan fest („Väterliche Liebe war ohnehin mehr wert als alles Geld dieser Welt.“) – mir erschien das schon fahrlässig blauäugig. Und ziemlich unrealistisch. Welche Mutter würde ihren Sohn auf einen anderen Kontinent zu einem quasi Fremden schicken und ihn so von allem trennen, was er kennt? Freunden, Onkel, Schule, der vertrauten Umgebung und Kultur?
Allerdings wird Angela dann vorübergehend von ihrer Suche abgelenkt, als sie George kennenlernt, der mit seinem Vater eine Game Farm leitet. Und mir wiederum zu perfekt war.

Die Geschichte war also nicht unbedingt mein Fall: Dadurch, dass ich Angelas Verhalten oftmals als wahnsinnig naiv empfand, habe ich auch nicht so sehr mit ihr mitfühlen können. Das Ganze war mir inhaltlich etwas dünn und auch der Ausgang schien mir bald absehbar. Dennoch habe ich das Buch schnell ausgelesen, bin mühelos in die Geschichte reingekommen und habe die meisten Südafrika-Beschreibungen durchaus genossen.

Veröffentlicht am 02.02.2018

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben …

Die Frau nebenan
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… wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt – oder der bösen Nachbarin. Hortensia und Marion können davon ein Lied singen, wobei sich hier kaum eine Einteilung in „fromm“ und „böse“ vornehmen lässt. Die ...

… wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt – oder der bösen Nachbarin. Hortensia und Marion können davon ein Lied singen, wobei sich hier kaum eine Einteilung in „fromm“ und „böse“ vornehmen lässt. Die Nachbarinnen, bereits jenseits der achtzig und in einem reichen Kapstädter Vorort namens Katterijn wohnend, pflegen eine bereits Jahrzehnte währende Abneigung zueinander. Die dunkelhäutige Hortensia wirft der weißen Marion Rassismus vor, Marion Hortensia dagegen Boshaftigkeit – beides ist gerechtfertigt. Doch als sie, inzwischen verwitwet und auf sich alleingestellt, in unterschiedliche Notsituationen kommen, nähern sie sich einander an und räumen der jeweils anderen widerwillig einen Platz in ihrem Leben ein. Ihr Umgang miteinander bleibt dabei scharfzüngig und schonungslos, aber dennoch müssen sie feststellen, dass sie einander tatsächlich mal Stütze, mal moralischer Kompass sein können – und niemand ist darüber verblüffter als die beiden selbst.

Hortensia und Marion haben sehr unterschiedliche Lebenswege hinter sich, die im Laufe des Romans in Form von Erinnerungen erzählt werden. Jede von ihnen blickt auf ein bewegtes Leben zurück: Marion, 1933 in Südafrika geborene Tochter litauischer Auswanderer, hat sich eine Karriere als Architektin aufgebaut und vier Kinder großgezogen. Hortensia dagegen ist in Barbados aufgewachsen, hat in London studiert und ist schließlich eine so bekannte wie erfolgreiche Textildesignerin geworden, die vor ihrem Umzug nach Kapstadt lange mit ihrem englischen Ehemann in Nigeria lebte. Im Vergleich zu ihr wirkt Marion gelegentlich etwas blass, was nicht nur Hortensias scharfer Beobachtungsgabe und ihrer verbittert-unversöhnlichen Perspektive geschuldet ist. Ein Blick auf den Lebenslauf der Autorin legt nahe, dass ihr die Figur der Hortensia beim Schreiben des Romans auch etwas näherstand, hat sie deren Lebensstationen doch an ihre eigene Biografie angelehnt: Yewande Omotoso ist in Barbados geboren, in Nigeria aufgewachsen und lebt heute in Südafrika. Die 37-jährige Autorin ist sie viel jünger als ihre Protagonistinnen, die dennoch so glaubwürdig wie lebendig erscheinen, wenn auch Marions Konturen nicht ganz so scharf herausgearbeitet wurden wie Hortensias.

Omotoso schildert die beiden unterschiedlichen Frauenschicksale sehr anschaulich. Die sich unterhaltsam lesenden Wortduelle der beiden lockern eine Lektüre auf, die große Fragen anpackt: Wo fängt Rassismus an? Wie kann Versöhnung aussehen? Eine Geschichte über Einsamkeit und Freundschaft, inneren Frieden und Rachegelüste, angesiedelt in der südafrikanischen Post-Apartheid-Ära und damit in einem spannungsgeladenen Umfeld. „Die Frau nebenan“ ist vielschichtig und alles andere als schwarz-weiß. Ein feiner Lesegenuss, der nachwirkt.

Veröffentlicht am 25.01.2018

Typisch Horst Evers und doch nicht ganz so gut wie die Vorgänger

Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex
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Horst Evers hat einen äußerst witzigen Blick auf alltägliche Begebenheiten – vor allem auf alltägliche Begebenheiten, die ihm passieren. Er ist die Hauptfigur in seinen Geschichten und schont sich dabei ...

Horst Evers hat einen äußerst witzigen Blick auf alltägliche Begebenheiten – vor allem auf alltägliche Begebenheiten, die ihm passieren. Er ist die Hauptfigur in seinen Geschichten und schont sich dabei nicht im Mindesten. Die Nebenfiguren kehren immer wieder – Lebensgefährtin, Tochter, Nachbar, Onkel, Freunde -, man kennt sich nach einigen Büchern. Doch nicht nur sie tauchen wiederholt auf: Äußerst kunstvoll schafft es Evers immer wieder, einer Randbemerkung fünf Geschichten weiter plötzlich Bedeutung beizumessen. Das ist eins seiner Markenzeichen und über solche Passagen freue ich mich jedes Mal wieder. Genau wie über die unvergleichliche Evers-Perspektive, mit der der Autor über die Welt sinniert: Philosophisch, pragmatisch, mit viel Witz und immer wieder ziemlich überraschenden Erkenntnissen.

Und so steht „Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex“ eigentlich in guter Tradition zu den bisherigen Geschichtenbänden: „Die Welt ist nicht immer Freitag“, „Gefühltes Wissen“, „Mein Leben als Suchmaschine“, „Für Eile fehlt mir die Zeit“ und „Wäre ich Du, würde ich mich lieben“. Und trotzdem … irgendwas war diesmal anders. Aber was? Voller Vorfreude hatte ich das Buch angefangen zu lesen und erst einmal war alles so, wie es sein sollte. Schon die erste Geschichte ist typisch Horst Evers: Er beschreibt, wie er einkaufen geht und für die Teenager-Tochter ein paar Unterhosen besorgen soll. Von der großen Auswahl überfordert ruft er sie aus dem Laden an und sie bittet ihn um WhatsApp-Fotos, um aus der Ferne eine Entscheidung fällen zu können. Dass ein mittelalter Mann Mädchenunterwäsche fotografiert, ruft allerdings eine Verkäuferin auf den Plan und die Geschehnisse nehmen ihren Lauf, werden mit Erinnerungen an andere schräge Einkaufserlebnisse angereichert, es gibt zwei, drei unerwartete Wendungen und raus kommt eine ziemlich lustige, ziemlich typische Evers-Geschichte.

Aber irgendwie kamen nicht viele Geschichten an sie ran. Einige waren überdreht, dafür mit weniger Witz – man kann sie alle gut lesen, das Buch ist unterhaltsam … aber ich habe in Erinnerung, mich über die Vorgänger deutlich mehr amüsiert zu haben. Sie waren subtiler, mit mehr überraschenden Wendungen, mehr Komik. Nun grüble ich, ob es an Horst Evers oder an mir liegt. Fällt ihm nicht mehr so viel ein – oder finde ich es einfach nicht mehr so komisch wie früher? Ich hoffe fast auf Ersteres und werde demnächst mal wieder in „Für Eile fehlt mir die Zeit“ reinlesen.

Veröffentlicht am 25.01.2018

Bezaubernd-skurriler Roadtrip mit Alligator

Albert muss nach Hause
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„Albert muss nach Hause“ handelt von einem außergewöhnlichen Roadtrip. Elsie und ihr Mann Homer wollen ihren Alligator Albert nach Orlando bringen, wo er vermutlich hergekommen ist – zumindest hat ihn ...

„Albert muss nach Hause“ handelt von einem außergewöhnlichen Roadtrip. Elsie und ihr Mann Homer wollen ihren Alligator Albert nach Orlando bringen, wo er vermutlich hergekommen ist – zumindest hat ihn ein von dort stammender Ex-Freund Elsie zur Hochzeit geschenkt. Damals passte Albert noch in eine kleine Pappschachtel, doch inzwischen hat er eine ansehnliche Größe erreicht und es wird Zeit für ihn, das Bergarbeiterstädtchen Coalwood in West-Virginia zu verlassen – findet zumindest Homer. Sorgen bereitet ihm allerdings, dass seine Frau Elsie ihrer Heimat – und eventuell auch ihm – ebenfalls den Rücken kehren will. Homer hofft, dass sich alles regeln lässt, wenn sie Albert erst einmal losgeworden sind. Und so begibt sich das junge Ehepaar auf diese Reise mit ungewissem Ausgang. Ungeplant hat es sogar gleich zwei tierische Begleiter: Neben Alligator Albert kommt auch noch ein so namen- wie herrenloser Hahn mit, dessen Anwesenheit zwar sowohl Romanfiguren als auch Leser vor ein Rätsel stellt, der aber alles in allem eine charmante Figur macht.

Homer Hickam der Jüngere, ein Jahre nach diesem Roadtrip geborener Sohn von Elsie und Homer, ist Autor und Erzähler dieser so skurrilen wie warmherzigen Geschichte. Zwischen den einzelnen Reisestationen schildert er kurz, wie er von seinen Eltern von den jeweiligen Etappen erfuhr; sie wurden ihm im Laufe seines Lebens nach und nach erzählt. Was in diesem Roman tatsächlich der Wahrheit entspricht, wird sein Geheimnis bleiben. Elsie, Homer der Ältere, Albert und die Reise nach Florida scheint es wirklich gegeben zu haben – und die anderen Geschehnisse? „Die haben wir auch alle gemacht,“ sagt Elsie „auch wenn wir sie nicht gemacht haben“. Als Leser kann man kaum anders, als zu hoffen, dass die Erlebnisse von Elsie, Homer und Albert wahr sind – auch wenn sie teilweise ziemlich verrückt erscheinen und mindestens zwei von den drei Hauptfiguren regelmäßig mehr Glück als Verstand haben. Man wünscht sich, dass Elsie in ihrem Leben wirklich die Chance hatte, sich immer wieder neu zu erfinden und dass Homer tatsächlich mit dieser geduldigen Güte gesegnet war, die ihn im Roman auszeichnet. Und Albert? Die eigentliche Hauptfigur des Buches ist der vermutlich sympathischste Alligator, von dem man je gehört hat. Den möchte man am liebsten am Bauch kraulen, bis er grinst, und ihm dabei seine Glückslaute entlocken, die wie „Yeah-yeah-yeah“ klingen.

Die drei mit dem zugelaufenen Hahn auf ihrer Reise zu begleiten, fühlt sich wie ein modernes Märchen an. Ein Märchen in dem Kismet eine große Rolle spielt, in dem „das Alpha und das Omega der amerikanischen Literatur“ in Form von John Steinbeck und Ernest Hemingway Gastauftritte haben und in dem man nicht mal den gefühlt in jedem zweiten Teil vorkommenden Ganoven Slick und Huddie böse sein kann. Ein Märchen, in dem mitunter alles möglich scheint und das wie im Flug vergeht. „Albert muss nach Hause“ ist eine bezaubernde Unterhaltung.