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Veröffentlicht am 13.01.2022

Die Idylle trügt

Die Bosheit
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Bei diesem Buch bin ich recht zwiegespalten. Wer eine sich ruhig entwickelnde Geschichte mit einigen Spannungsentladungen sucht, ist hier genau richtig.

Der Roman spielt mit dem Alltäglichen, stellt ...

Bei diesem Buch bin ich recht zwiegespalten. Wer eine sich ruhig entwickelnde Geschichte mit einigen Spannungsentladungen sucht, ist hier genau richtig.

Der Roman spielt mit dem Alltäglichen, stellt es gleichzeitig recht überspitzt dar und führt doch einige Personen mit belastender Vergangenheit zusammen. Dies führt im Verlauf immer wieder zu Spannungen.
Die vermeintliche friedliche Siedlungsidylle wird jäh durch einen tragischen Unfall zerrissen. Um diesen Unfall herum baut der Autor die Geschichte auf. Wir werden immer wieder zwischen der Zeit vor dem Unfall und der Zeit nach dem Unfall hin und her geworfen, was aber so geschickt aufgebaut ist, dass man der Story dennoch gut folgen kann.

Es werden wichtige Themen angerissen und dargestellt, ohne wirklich tief hineinzutauchen. Es wird von psychologischen Problemen, Alkoholismus und auch Mobbing gesprochen, Episoden aus dem Alltag der Betroffenen geschildert und auch in einigen Zügen deren Gedanken und Gefühle dargestellt, aber gleichzeitig werden die Geschehnisse auch abgemildert und verharmlost.

So wird in einer Episode Mikaels Sohn zu etwas genötigt zu tun, was den Nachbarssohn Fabian demütigt. Dieser nimmt es hin, findet es auch ganz schrecklich, aber gleichzeitig wird durch seine dargestellten Gedanken impliziert, dass er das Handeln ja versteht und dass Mikaels Sohn nichts dafür kann, weil er ja sozusagen gezwungen wurde. Nur kennen wir das vorangegangene Geschehen, dass zu dieser Episode führte, nicht und wissen somit auch nicht, ob Mikaels Sohn gezwungen wurde, es aus freien Stücken gemacht hat oder dieser gesellschaftlich schreckliche Gruppenzwang ihn dazu genötigt hat, den Mitschülern imponieren zu wollen.

Ich kann es noch nicht mal richtig greifen, was mich hier störte, aber die Geschichte entwickelt sich schon recht langsam und dennoch ist man sich recht schnell sehr sicher, worauf das alles hinauslaufen wird. Die letztendlichen Hintergründe sind dennoch etwas überraschend extrem. Die Charaktere waren gut entwickelt und durch den Aufbau der Story konnte man jede frisch gewonnene Sympathie zu einzelnen Charakteren spätestens im übernächsten Kapitel wieder über Bord werfen. Letztendlich konnte keiner der Personen meine Sympathie gewinnen.
Durch die kurzen Kapitel und das Spielen mit den psychologischen Aspekten haben dennoch eine gewisse Spannung aufgebaut, sodass man einfach wissen wollte, was denn nun die Geheimnisse eines jeden einzelnen der Siedlung ist und somit hat sich das Buch dennoch zu einem Pageturner entwickelt, auch wenn die Story als solches mich nicht recht überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 14.04.2021

Australiensaga mit recht wenig Australien

Das Dornenhaus
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Eigentlich verspricht der Titel eine große Australien-Saga, aber es ist mehr eine Familiengeschichte über mehrere Generationen. Für mich hätte das Buch auch in jedem anderen Land spielen können, da nicht ...

Eigentlich verspricht der Titel eine große Australien-Saga, aber es ist mehr eine Familiengeschichte über mehrere Generationen. Für mich hätte das Buch auch in jedem anderen Land spielen können, da nicht wirklich Bezug genommen wird auf australische Gegebenheiten. Es wird viel Bezug auf die Hochzeitsreise nach Indien gelegt, was sich natürlich im Namen des Anwesens Zanana und auch im indischen Pavillon widerspiegelt.

Dennoch hat mir die Geschichte gut gefallen. Mit einigen Abstrichen.

Ich mochte die drei Zeitebenen und wie sie miteinander verwoben wurden und sich abwechselten.

Der Schreibstil hat dazu auch etwas beigetragen, da die Autorin sich zeitweise sehr in der Beschreibung von Details verliert, was dann hier und da recht langatmig wirkt. Dem Buch hätten so 50-100 Seiten weniger bestimmt gut getan.

Auch konnte ich manche Handlungsweisen der Figuren einfach nicht nachvollziehen, unter anderem das Verhalten Roberts nach Catherines Tod. Das war mir, die Drama liebt, tatsächlich eine Spur zu dramatisch.

Die große Enthüllung am Ende war jetzt nicht so überraschend, hat aber das Buch perfekt abgerundet.

Etwas schade finde ich, dass die Bedeutung und Herkunft des Namens Freudentals nur dem Leser eröffnet wurde, Odette aber die tolle Geschichte des Kleinodes nicht erfährt.

Mir hat das Buch gefallen, aber der Funke konnte letztendlich nicht richtig überspringen.

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Veröffentlicht am 06.04.2021

Nicht ganz so überzeugend

Schattenmond
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In der Schatten-Trilogie geht Nora Roberts für mich neue Wege und lässt doch einen großen Teil Fantasy mit einfließen. Für mich wirkte Schattenmond etwas wie die eierlegende Wollmilchsau, etwas Urban Fantasy, ...

In der Schatten-Trilogie geht Nora Roberts für mich neue Wege und lässt doch einen großen Teil Fantasy mit einfließen. Für mich wirkte Schattenmond etwas wie die eierlegende Wollmilchsau, etwas Urban Fantasy, etwas Dystopie, etwas Liebe und schon haben wir eine neue Reihe.

Das Buch ist 2018 bereits erschienen und ich habe mal wieder angefangen zu lesen, ohne mir den Klapptentext durchzulesen. Ich war also sehr überrascht über das alles beherrschende Thema Pandemie und doch recht geschockt darüber, dass Nora Roberts in gewissen Zügen genau die Corona-Pandemie beschreibt. Dennoch haben wir hier den krassen dystopischen Anteil durch die Auslöschung eines Großteils der Erdbevölkerung, der uns zum Glück in diesem Ausmaß nicht ereilt hat.

Ich finde den Ansatz wundervoll, dass immer schon irgendwie mystische, fantastische Wesen unter uns leben und selbst vielleicht gar nicht wissen, welche Fähigkeiten in ihnen schlummern. Natürlich nicht so toll, dass erst durch eine Pandemie diese Fähigkeiten zum Vorschein kommen und dennoch teilweise im Verborgenen gehalten werden müssen.

In einigen Teilen waren mir die Beschreibungen zu schwarz und weiß. Es gibt nur gut oder böse, ein Zwischending bzw Nuancen scheinen nicht vorhanden zu sein. Und dann gibt es natürlich die Vorhersage einer großen Erlösung. Und es gibt nur die eine Möglichkeit. Niemand anderes kann die Menschheit retten...

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob mir das Buch und der Verlauf der Geschichte zusagen. Ich konnte mit keinem Charakter so richtig warm werden, trotzdem hat Nora Roberts es mal wieder mit ihrem Schreibstil geschafft, mich in den Bann zu ziehen und das Buch zu verschlingen.

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Veröffentlicht am 30.12.2020

Reihenauftakt mit ein paar Schwächen

Die Erben von Seydell - Das Gestüt
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Der Auftakt der Trilogie führt uns zum einen auf das Gestüt Seydell um 1900, zum anderen auch in das Jahr 1947. Leider wird das, worum es im Klappentext geht, nur auf sehr wenigen Seiten thematisiert: ...

Der Auftakt der Trilogie führt uns zum einen auf das Gestüt Seydell um 1900, zum anderen auch in das Jahr 1947. Leider wird das, worum es im Klappentext geht, nur auf sehr wenigen Seiten thematisiert: Elisabeth erbt einen Teil eines Gestüts und macht sich auf, ihr Erbe auch nutzen zu können. Das wars eigentlich auch schon. Sie reist von England nach Spanien, wird aber vom Miterben links liegen gelassen.

Der Großteil des Buches widmet sich der Geschichte des Gestüts Seydell. Zwei ungleiche Brüder, die vermeintlich die gleiche Frau lieben und sich bis aufs Blut bekriegen.
Eine Frau, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist.
Und eine Wette, die so unglaubwürdig ist, dass sie fast schon wieder real sein könnte.
Das wars eigentlich auch schon.

Dennoch konnte das Buch mich fesseln und die Seiten wurden verschlungen. Klar, der locker leichte Schreibstil hat auch dazu beigetragen, aber es passierte auch so viel, das mein Interesse weckte, sodass an eine Leseunterbrechung nicht zu denken war.
Luise ist eine Person über die ich mich aufgrund ihrer Art nur aufregen könnte, wobei sie sich im Laufe des Buches bessert. Über Ludwig brauchen wir gar nicht weiter reden, absolut unsympathisch und doch sehr eindimensional dargestellt. Alexander scheint der Liebling aller zu sein. Auch aller Leser
Das Ende war total abrupt. So ein kleines abrundendes Kapitel wäre toll gewesen und hätte dem Buch gut getan. Es wirkt hier so, als wäre die Geschichte ein langes Manuskript, das man einfach an bestimmten Stellen geteilt hat ohne es weiter zu bearbeiten.

Da es mir aber im Großen und Ganzen gefallen hat, dieses Buch zu lesen und noch soooo viele Erzählstränge offen sind, werde ich auf jeden Fall dran bleiben und die Trilogie weiterlesen.

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Veröffentlicht am 12.11.2020

Nette Lektüre für zwischendurch

Miss Guggenheim
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Klappentext:

Lissabon, 1941. Nach Monaten des Ausharrens, in denen immer irgendein Visum oder Dokument fehlte, ist es endlich so weit: Peggy, ihre beiden Kinder und ihre neue Liebe, der Maler Max Ernst, ...

Klappentext:

Lissabon, 1941. Nach Monaten des Ausharrens, in denen immer irgendein Visum oder Dokument fehlte, ist es endlich so weit: Peggy, ihre beiden Kinder und ihre neue Liebe, der Maler Max Ernst, von den Nazis wegen seiner "entarteten" Kunst verfolgt, dürfen in die USA ausreisen. Aber kaum dort angekommen, wird Max als Enemy Alien verhaftet. Peggy muss darum bangen, dass ihr Geliebter nach Deutschland zurückgeschickt wird; zugleich beginnt sie an der Verwirklichung eines lang gehegten Traums zu arbeiten: ein eigenes Museum, in dem sie ihre Sammlung der europäischen Moderne ausstellen kann, die sie mit so viel Leidenschaft in London und Paris zusammengetragen und vor den deutschen Besatzern gerettet hat. Doch die Widerstände, gegen die Peggy zu kämpfen hat, sind groß, und ihre Liebe zu Max droht daran zu scheitern …

Meine Meinung:

Mir hat das Hörbuch ganz gut gefallen. Aber es wurden auch viele Möglichkeiten verschenkt.

Die Sprecherin Christina Puciata macht einen guten Job, hat eine angenehme Stimme und ein gutes Sprechtempo. Sie hat aber eine recht gleichbleibende Stimmmodulation, was auf der einen Seite sehr angenehm und ruhig wird, auf der anderen Seite aber auch sehr schnell in Langeweile abdriften kann.

Es wird ein kleiner Teil des Lebens von Peggy Guggenheim beschrieben, hauptsächlich die Zeit des zweiten Weltkrieges. Dieser wird aber nur am Rande thematisiert. Zu Beginn ist er natürlich präsenter, da Peggy sich noch in Europa aufhält, sobald sie in New York angekommen ist, scheint der Krieg vergessen.

Erzählt wird die Geschichte in zwei Zeitschienen, wobei sich mir die zweite Zeitschiene von 1957 leider bis zum Ende nicht wirklich erschlossen hat und meiner Meinung nach einfach unnötig war.

Dieser Titel gehört zu einer Reihe über starke Frauen der Kunst- und Kulturgeschichte, aber leider kam mir Peggy hier nur wenig stark vor. Ja, sie ist eine starke Persönlichkeit, was ihr Wirken als Kunstmäzenin angeht, wobei sie sich auch hier - gerade im Hinblick auf ihren Katalog - sehr von ihren Künstlerfreunden hat beeinflussen lassen. Privat wird Peggy eher als weinerliche, leidensfähige Frau dargestellt, die nicht weiß was sie will bzw sich nicht für ihr eigenes Glück einsetzt und durchsetzen kann. Das finde ich sehr schade, denn die schillernde Peggy Guggenheim kam nur sporadisch zum Vorschein und die skandalumwitterte Persönlichkeit wirkte eher wie das handzahme Kätzchen. Auch fand ich hier gerade die Beziehung zu Max sehr schwierig. Ja, ich weiß, dass Künstler sehr flexibel in der Auslegung von Beziehungen sind und sehr offen, aber diese Darstellung hier, diese extrem einseitige Liebe und die Art wie Peggy mit der Situation umgegangen ist, hat mich zeitweise etwas genervt und mir den Spaß an der Geschichte genommen.

Dennoch hat mir der Einblick in die Kunstgeschichte und das Wirken von Guggenheim gut gefallen. Hauptaugenmerk ist auf die Surrealisten gelegt, aber auch die "jungen Amerikaner" um Jackson Pollock erhalten ihren Raum.

Ich hätte mir weniger privates Gejammer und mehr Trara, Glamour und Charisma gewünscht.

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