Platzhalter für Profilbild

Wolfhound1

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Wolfhound1 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Wolfhound1 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2019

Wieder mal ein gelungener Roman

Teufelskrone
0

Cover:
Ich muss ja sagen, dass mir die neuen Cover der Gablé-Romane sehr gut gefallen. So auch hier bei der Teufelskrone. Der dunkle Hintergrund passt auch sehr gut zum Grundtenor im Buch mit den Launen ...

Cover:
Ich muss ja sagen, dass mir die neuen Cover der Gablé-Romane sehr gut gefallen. So auch hier bei der Teufelskrone. Der dunkle Hintergrund passt auch sehr gut zum Grundtenor im Buch mit den Launen von John Ohneland, die Yvain aushalten muss.

Meine Meinung:
Der neueste Roman von Rebecca Gablé enthält wieder alles, was man von den Vorgängern kennt und liebt.
Es gibt den kleinen Bruder im Schatten des großen Bruders - und das in allen Gesellschaftsebenen -, unerwiderte Liebe, die zu verbotener Liebe führt, Ränkeschmiede, Politik, Intrigen, Leben am Hof und natürlich ganz viel Geschichte. Das alles hat Rebecca Gablé gekonnt in einen tollen historischen Roman verpackt.
Wir erleben, wie Yvain of Waringham in all den Irrungen und Wirrungen zwischen Richard Löwenherz und John Ohneland erwachsen wird und seinen Platz im leben findet.
Ich finde es immer wieder schön, dass es bei Gablé keine perfekte, unfehlbare Figur gibt, denn jeder Mensch hat seine Stärken und Schwächen.
Sehr gut gefällt mir, dass der Fokus bei den historischen Figuren auf John liegt und seine vielfältige Persönlichkeit mit seinen Gemütsschwankungen, seinen strategischen Stärken und Schwächen und auch seinen charakterlichen Unzulänglichkeiten sehr detailliert beleuchtet wird.
Parallelen zwischen Yvain und seinem Dienstherren gibt es auch, so sind beide im Schatten ihrer großen Brüder gestanden um auf unterschiedlichste Weisen aus dem Schatten zu treten und sich selbst einen Namen zu machen.
John stiehlt sich seine Braut und Yvain wird sie von seinem König vorgesetzt. Zu Anfang nicht begeistert, entwickelt Yvain doch bald eine gewisse Zuneigung zu Beatrix. Sie ist es auch, die die hellsichtige Ader in das Waringham-Blut mit einbringt. Auch bei Yvain erkennt man schon die besondere Fähigkeit, das Empfinden der Pferde zu erspüren. Hier habe ich auf die Gründung des Gestüts hingefiebert, was aber in diesem Band leider noch nicht geschehen ist. So habe ich aber immerhin (auch aufgrund des Nachwortes) Hoffnung auf einen weiteren Roman über die Waringhams.

Fazit:
Natürlich ist die Struktur der Bücher von Rebecca Gablé immer sehr ähnlich, dennoch macht es immer wieder sehr viel Spaß und Freude, in die Welt der Waringhams einzutauchen und somit Geschichte anschaulich präsentiert zu bekommen.

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 14.04.2021

Tolles Kinderbuch

Flips - Ein Wollschwein legt los
0

Flips ist ein süßes kleines Wollschwein, das ein wenig Abwechslung sucht und seinen eigenen Kopf hat. Ich finde es toll, dass hier mal keine fantastischen Elemente dabei sind, kein Tier reden kann und ...

Flips ist ein süßes kleines Wollschwein, das ein wenig Abwechslung sucht und seinen eigenen Kopf hat. Ich finde es toll, dass hier mal keine fantastischen Elemente dabei sind, kein Tier reden kann und überhaupt alles sehr normal ist.

Es geht um Freundschaft. Freundschaft unter Menschen. Freundschaft zwischen Kindern und zwischen Jung und Alt. Freundschaft zu Tieren. Und es geht um Familie, Familienzusammenhalt sowie auch ein bißchen die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen. Es werden Werte vermittelt. Werte, die leider mittlerweile manchmal in Vergessenheit geraten, aber trotzdem so wichtig sind. Und es ist einfach eine tolle Geschichte.

Der Schreibstil ist einfach und gut zu lesen. Auch der Schriftsatz ist angenehm für junge Leseaugen. Aufgelockert wird alles durch vereinzelte schwarz-weiß Zeichnungen, die wunderschön gezeichnet sind.

Uns hat das Buch supergut gefallen und dass Herzenskind hätte gerne noch mehr Abenteuer mit Flips erlebt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2021

Eine sehr wundersame Reise

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
0

Wahrscheinlich hätte ich das Buch nicht von allein gewählt, weil ich dachte, ich bin nicht in der stimmung für solch eine Geschichte. Nun hat aber meine Tochter das Buch für mich ausgewählt.

Eigentlich ...

Wahrscheinlich hätte ich das Buch nicht von allein gewählt, weil ich dachte, ich bin nicht in der stimmung für solch eine Geschichte. Nun hat aber meine Tochter das Buch für mich ausgewählt.

Eigentlich hat es mir sehr gut gefallen. Harold beginnt seine Reise aus einem Gefühl heraus, absolut ungeplant, ohne jede Vorbereitung. Dann entwickelt er einen so starken Willen, dieses Vorhaben zu Ende zu bringen, der echt bemerkenswert ist.

Harold erlebt auf seiner Reise so einiges, sowohl positiv als auch negativ. Er hört vielen einfach nur zu und jede einzelne Begegnung bringt Harold zum Nachdenken. So finden wir immer mehr über Harolds Leben und seine Vergangenheit heraus. Jede einzelne Begegnung ändert sowohl Harold als auch seinen Gegenpart.

Auch wenn mir Harold nicht immer sympatisch war und ich eigentlich das ganze Buch über nicht richtig warm mit ihm geworden bin, hat dieses Buch eine absolute Sogwirkung entwickelt.

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry ist ein außergewöhnliches Buch vom Suchen und Finden, vom Glauben an das Unmögliche getragen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2021

Krieg und ganz viel Familiengeschichte

Das Reich der zwei Kreuze
0

Ich hatte zu Beginn so meine Probleme mit dem Buch. Vielleicht lag es daran, dass es sich hierbei um einen Folgeband handelt, aber eigentlich hat es mich nicht wirklich gestört, dass die Personen alle ...

Ich hatte zu Beginn so meine Probleme mit dem Buch. Vielleicht lag es daran, dass es sich hierbei um einen Folgeband handelt, aber eigentlich hat es mich nicht wirklich gestört, dass die Personen alle schon im ersten Teil - den ich bisher noch nicht gelesen habe - eingeführt wurden und dieses Kennenlernen der Figuren hier weggefallen ist. Das war es absolut nicht, denn eigentlich wurde alles anscheinend wichtige hier und da nochmal erwähnt. Aber irgendwie zog sich auf den ersten 100 Seiten die Handlung ellenlang hin und kam nicht richtig in Schwung. Und dann war ich plötzlich voll drin und wurde gut unterhalten.

Die Geschichte hat viele Nebenhandlungen, die erst sehr random und unnötig erscheinen, letztendlich aber doch zur Haupthandlung zurück führen und dazu beitragen.

Die historischen Aspekte beherrschen zwar das Leben der Familien Heidfeldt und Ackermann, aber sind nicht vorherrschend. Es werden Ereignisse wie der Prager Fenstersturz und die ein oder andere Schlacht erwähnt und auch kurz angerissen. Aber sie werden nicht in epischer Breite nacherzählt. Die Leben der befreundeten Familien stehen im Zentrum. Das hat mir sehr gut gefallen. Natürlich sind beide Familien grundsätzlich in der mittleren bis gehobenen Gesellschaft angesiedelt, aber es wird das "normale" Leben der Kaufleute zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges gut dargestellt.

Es werden viele reale Aspekte abgesprochen, offener Drogenmissbrauch genauso wie die Schrecken und Auswirkungen von Schlachten.

Ich hätte mir noch zu den Stammbäumen eine Landkarte Europas gewünscht, um die genannten Orte und Entfernungen zueinander besser einordnen zu können.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.11.2020

Das Palais im Schatten des 1. Weltkrieges

Palais Heiligendamm - Ein neuer Anfang
0

Dies ist der Auftakt der Reihe um die Hotelierfamilie Kuhlmann in Doberan. Wir sind direkt mittendrin im Hotelgeschehen und der Öffnungsphase des Palais Heiligendamm.

Nach und nach lernen wir alle Personen ...

Dies ist der Auftakt der Reihe um die Hotelierfamilie Kuhlmann in Doberan. Wir sind direkt mittendrin im Hotelgeschehen und der Öffnungsphase des Palais Heiligendamm.

Nach und nach lernen wir alle Personen kennen.

Michaela Grüning schafft es durch ihren schönen Schreibstil sehr schnell Atmosphäre zu schaffen. Die Orte und Personen sind gut beschrieben, schnell wähnte ich mich selbst im Palais als Beobachter mitten zwischen Familie Kuhlmann und den Gästen.

Dadurch, dass man in die Seiten regelrecht hineingezogen wird fliegen diese einfach nur so dahin. Man lernt die heimlichen Wünsche und Ängste der Familie, insbesonders von Elisabeth und Paul kennen. Elisabeths Herz schlägt für das Palais, ist aber durch die bornierte damalige Denkweise extrem in ihrer Entfaltung eingeschränkt, schafft es aber immer wieder durch ihren Bruder Paul im Palais mitzuwirken.

Elisabeth ist von Beginn an eine starke Persönlichkeit, die während des 1. Weltkrieges noch mehr an Stärke gewinnt. Jedoch kann ich auch die ein oder andere Handlungsweise nicht nachvollziehen, hauptsächlich in Sachen Liebe zu Julius Falkenhayn, selbst dann nicht, wenn ich die damaligen Gepflogenheiten miteinbeziehe in meine Überlegungen.

Paul ist für mich die tragische Figur in der Familie, nicht nur in Bezug auf seine Liebe. Auch sein durch den Krieg besiegeltes Schicksal berührt sehr.

Die beiden weiteren Sprösslinge der Familie sind in diesem Teil eher Nebencharaktere und kommen kaum zum Tragen.

Es werden verschiedenste Themen der damaligen Zeit entsprechend, auch mit kritischen Worten, bedient, unter anderem Homosexualität, Kaisertreue und auch Rassismus gegenüber Juden. Natürlich nimmt auch der 1. Weltkrieg einigen Raum ein, wobei nicht das Kriegsgeschehen selbst im Mittelpunkt steht, sondern eher seine Auswirkungen auf Land und Leute. Sowohl die Gemütslage wird beleuchtet als auch so banale Dinge wie Lebensmittelbeschaffung.

So muss die Familie einige Höhen und Tiefen durchleben.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch die Abläufe in einem Hotel finde ich sehr gut beschrieben und auch toll eingewebt, ohne vorherrschend zu sein. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Geschichte