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Veröffentlicht am 10.03.2022

Typisch Mälzer

Kitchen Impossible
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Mit hohem Unterhaltungswert und noch höherem Ego dürfen die Fernsehzuschauer Tim Mälzer regelmäßig beim Siegen oder Scheitern in seiner Sendung Kitchen Impossible beobachten.
Als neues Format gibt es das ...

Mit hohem Unterhaltungswert und noch höherem Ego dürfen die Fernsehzuschauer Tim Mälzer regelmäßig beim Siegen oder Scheitern in seiner Sendung Kitchen Impossible beobachten.
Als neues Format gibt es das Ganze jetzt in Form eines Buches. Eine Mischung aus Rückschau, Statistiken, Outtakes, Rezepten und natürlich dem Meister himself. Wer sich nun fragt, ob dieses Buch das Richtige für ihn ist, dem kann ich diese Frage, denke ich, recht leicht beantworten.
Wer Mälzers großspurige, aber auch amüsante Art mag, wird dieses Buch mögen. Wer mit ihm nicht so viel anfangen kann, ist hier falsch. Denn Fokus ist und bleibt auch beim Buch Tim.

Ich schaue die Sendung gern, weil mir die Grundidee, die Reise in verschiedene Länder und das Kennenlernen verschiedener Kocharten gut gefällt. Mälzer selbst mag ich nur bedingt. Manchmal finde ich ihn amüsant, manchmal gehen mir die arroganten Sprüche aber auch nur auf die Nerven. So ähnlich verhält es sich mit meiner Meinung zu dem Buch auch.

Vorweg möchte ich mit dem Positiven anfangen.
Ich mag die Gestaltung gern. Die vielen Originialaufnahmen von den jeweiligen Drehorten verpassen dem Buch ein schönes Flair und schaffen ein wenig Urlaubsfeeling.
Die Verarbeitung ist hochwertig und die Übersichtlichkeit stimmt.
Auch die Statistiken sind interessant und geben einen guten Überblick. Die ausprobierten Rezepte waren lecker, sind aber für komplette Anfänger in der Küche nicht geeignet. Das ist bei der Logik der Sendung eigentlich selbstverständlich, aber ich möchte es nicht unerwähnt lassen.

Die Kritik liegt für mich in zwei verschiedenen Gesichtspunkten. Zum einen ist es mir zu viel Selbstdarstellung und zu wenig von den Kontrahenten. Hier hätte ich gern mehr davon gelesen, wie die gegnerischen Köche die Sendung oder ihre Aufgaben empfunden haben. Zum anderen liegt die Kritik in der Auswahl der Rezepte. Einige Zutaten dürften selbst in Großstädten recht schwer zu bekommen sein, was das Nachkochen natürlich erschwert. Hinzukommt für mich eine sehr subjektive Kritik, nämlich die Menge an tierischen Zutaten, die benötigt wird. Vor allem die schiere Masse an Fleisch in den Rezepten ist einfach nicht mein Ding. Dieser Kritikpunkt soll aber nur zur Aufklärung dienen und liegt außerhalb der Wertung. Das Buch kann ja nichts dafür, das ich kein Fleischfan bin. Was ich aber wirklich schade finde, ist die geografische Einseitigkeit der Rezepte. Europa beispielsweise ist zigfach vertreten, Afrika gar nicht. Dabei steht auf S. 127 noch so schön „Zu afrikanischem Essen fällt den meisten Europäern nicht viel ein.“ Das hätte sich hier ja ändern lassen.

Fazit:
Für Fans von Tim und der Sendung bestimmt ein Highlight für mich nicht schlecht, aber auch kein Must-have. Auf jeden Fall weniger klassisches Kochbuch als Merchandiseprodukt.

Veröffentlicht am 07.03.2022

Wichtiges Thema

Als das Meer bebte
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„Als das Meer bebte“ ist für mich bereits das zweite Buch der Autorin Rosanne Parry. Ganz ähnlich wie in „Als der Wolf den Wald verließ“ geht es um Tiere, ihre Sichtweise, ihre Lebensräume und den Eingriff ...

„Als das Meer bebte“ ist für mich bereits das zweite Buch der Autorin Rosanne Parry. Ganz ähnlich wie in „Als der Wolf den Wald verließ“ geht es um Tiere, ihre Sichtweise, ihre Lebensräume und den Eingriff des Menschen in die Natur.

Diesmal erzählt Parry die Geschichte einer Orca-Familie, die durch ein Seebeben auseinandergerissen wird. Das junge Orca-Mädchen Wega ist nun allein dafür verantwortlich, sich und ihren jüngeren Bruder in Sicherheit zu bringen. Eine schwierige Aufgabe, die gemischt aus ihrer Sicht und der Sicht des Bruders erzählt wird.

Ein großes Manko hierbei ist, das leider nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, wer nun gerade erzählt. Die Übergänge sind fließend und besonders für Kinder dürfte es schwierig sein, diese zu erkennen. Aus meiner Sicht ein ärgerlicher Fehler, den man leicht hätte vermeiden können.
Abgesehen davon habe ich allerdings recht wenig Kritik, denn Grundgedanke, Umsetzung und vor allem auch die Illustrationen gefallen mir. Ich finde das Thema Umweltschutz und die Auswirkungen von Verschmutzung, Lärm und Ressourcenverschwendung enorm wichtig und mag es auch darüber in Büchern zu lesen. Gerade wenn schon in Büchern für Kinder solche Themen sensibel behandelt werden, kann das fürs spätere Leben viel Nutzen haben.
Dazu trägt hier insbesondere die Erzählperspektive bei. Dadurch das wir durch die Augen der Orcas sehen, wird besonders deutlich, was der Mensch anrichtet und wie wir den Meerestieren das Leben erleichtern könnten. Leiser Schiffe beispielsweise erleichtern vielen Meerestieren die Ortung und Kommunikation.

Neben dem Umweltaspekt lernt man auch eine Menge über Orcas. Ihre Lebensräume, Gruppendynamik, Fresstaktik und Co. Ergänzend zur fiktiven Geschichte gibt es am Ende des Buches noch gut recherchierte Sachinformation, die die Erzählung wunderbar ergänzen.

Fazit:
Wieder eine gelungene Mischung aus Kinderbuch und Sachbuch aus tierischer Perspektive. Ich kann es Eltern nur ans Herz legen.

Veröffentlicht am 04.03.2022

Gelungenes Komplettpaket

ONE - A Greener Way to Cook
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Ihr wollt nachhaltig und pflanzlich kochen? Dann seid ihr bei „One – A Greener Way to Cook“ genau richtig. Mit 200 vegetarischen und veganen Rezepten und viel Sachtext rund um die Naturschonende Lebensweise ...

Ihr wollt nachhaltig und pflanzlich kochen? Dann seid ihr bei „One – A Greener Way to Cook“ genau richtig. Mit 200 vegetarischen und veganen Rezepten und viel Sachtext rund um die Naturschonende Lebensweise hat dieses Buch eine Menge zu bieten.
Meinung:
One ist ein umfangreiches Buch mit guter Verarbeitung und zum Thema passender Schlichtheit. Gerade die Simplizität gefällt mir optisch sehr. Es ist alles gradlinig und strukturiert, ergänzt durch matte, aber schicke Fotos. Wer hier Hochglanz und krachende Farben erwartet, sucht zum Glück vergebens.
Die Art der Gestaltung spiegelt sich aber nicht nur im Äußeren. Auch die inneren Werte sind aufs Wesentliche reduziert, ohne langweilig zu sein. Aufgeteilt ist das Buch in folgende Kategorien:

Einführung
Topf
Planet I
Pfanne
Solo für Gemüse
Schnelle Küche
Planet II
Blech
Weniger Wegwerfen

Ergänzt werden die Kategorien durch zwei Register, wo man einerseits nach Rezepten, andererseits nach Zutaten suchen kann. Für mich ein klarer Pluspunkt, den ich mir in jedem Kochbuch wünschen würde.

Die Rezepte sind größtenteils auf Frischware ausgelegt und kommen ohne Fertigprodukte im Sinne von pflanzlichem Fleischersatz oder Ähnlichem aus. An sich sind die meisten Rezepte „nur“ vegetarisch, können aber meist durch einen Austausch von 1-2 Zutaten auch vegan gekocht werden. Für das gesamte Buch bräuchte man viele verschiedene Zutaten, die teilweise auch exotischer ausfallen, aber es gibt auch genug simple Rezepte mit gängigeren Zutaten.
Recht speziell, aber ziemlich praktisch finde ich die Gestaltung der Kochanleitungen. Statt im Text stehen zu haben, dass man beispielsweise die Karotten in Würfel schneiden soll, steht es so schon bei den Zutaten. Das verkürzt die eigentliche Anleitung und hilft bei der Vorbereitung, kann aber auch verwirren, da die Infos im Text schon vorausgesetzt sind.

Die Umsetzung der Rezepte ist uns leicht gefallen. Die einzelnen Schritte sind optisch unterteilt und gut verständlich beschrieben. Bei den meisten Rezepten gibt es noch ein Bild des fertigen Gerichts, was beim Kochen nach meiner Ansicht immer sehr hilfreich ist.
Geschmacklich waren wir zufrieden mit unseren Ergebnissen und besonders die Tarte war köstlich. Einziges Manko für uns, das aber recht individuell ist, waren die Mengenangaben.
Die Rezepte waren für 2, 4 oder 6 Personen ausgelegt, sodass man oft umrechnen musste. Hier mag ich einheitliche Angaben lieber, aber hier kann man es eh nie allen Lesern gleichermaßen recht machen.

Der größte Vorteil dieses Buches liegt in meinen Augen aber nicht unbedingt auf den Rezepten. Nicht weil sie schlecht sind, sondern weil gerade der Sachteil einen hohen Mehrwert bringt.
Egal ob es um gesunde pflanzliche Ernährung, Ordnung in der Küche oder Müllvermeidung geht, Autorin Anna Jones hat für alles sehr gute Tipps auf Lager. So gibt es z.B. für viele Lebensmittel rat zur richtigen Lagerung, aber auch Tipps zur Verarbeitung falls eine Zutat doch mal länger liegen geblieben ist. Dazu kommen jeweils 10 einfache Rezepte für einzelne Gemüsesorten in der Kategorie Solo für Gemüse. So lässt sich auch toll kochen, wenn mal wieder etwas im Angebot war.

Fazit:
Wer Lust auf Nachhaltigkeit, Abwechselung und ein übersichtliches Kochbuch hat, kann hier gerne zugreifen. Auch wer nicht weiß, was er mit seinem leicht welken Salat oder der braunen Banane machen soll, ist hier genau richtig. Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachkochen.

Veröffentlicht am 03.03.2022

Nicht wie erhofft

Das Haus am Rande der Magie
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Meinung:
Schon auf den ersten Blick hat mir das Buch unheimlich gut gefallen. Die Optik ist wirklich hübsch und verspricht reichlich Fantasie. Auch der Klappentext war ansprechend und ich hatte Lust darauf, ...

Meinung:
Schon auf den ersten Blick hat mir das Buch unheimlich gut gefallen. Die Optik ist wirklich hübsch und verspricht reichlich Fantasie. Auch der Klappentext war ansprechend und ich hatte Lust darauf, in eine niedliche, vielleicht humorvolle und hoffentlich kreative Geschichte einzutauchen. Bekommen habe ich dann leider nur einen Teil davon.

Niedlich fand ich die Geschichte tatsächlich gar nicht. Auf mich wirkten die Figuren und ihre Leben eher trostlos. Weder Neun noch die Bewohner des magischen Hauses sind fröhlich oder freundlich. Neuns Dasein erinnerte mich ein wenig an Oliver Twist und ähnliche Geschichten, sodass ich mich schwergetan habe, die Optik des Buches mit seinem Inhalt zusammenzubekommen.
Auch was den Humor angeht, wurde ich enttäuscht. Zu Lachen gab es in meinen Augen wenig und manche Dinge wiederholen sich doch recht häufig, obwohl das Buch so wenige Seiten hat. Die Kreativität kam zumindest in Teilen durch, weil der ein oder andere Einfall wirklich außergewöhnlich war. Leider ging diese Kreativität nicht über einzelne Szenen hinaus und erstreckte sich nicht auf die ganze Geschichte. Die war doch eher fad und mit einem seltsamen Ende versehen. Daher gibts hier keine Punkte von mir.

Fazit:
Leider konnte mich dieses schlanke Kinderbuch nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 26.02.2022

Erwachsener geworden

Millenia Magika - Das Vermächtnis der Raben
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Meinung:
Ich hatte wirklich Lust zu erfahren, wie die Geschichte rund um Arken und seine Einwohner weitergeht, auch wenn ich beim ersten Teil ein wenig Kritik geübt habe. Dies ist bei diesem Band fast ...

Meinung:
Ich hatte wirklich Lust zu erfahren, wie die Geschichte rund um Arken und seine Einwohner weitergeht, auch wenn ich beim ersten Teil ein wenig Kritik geübt habe. Dies ist bei diesem Band fast überflüssig geworden, denn der Autor hat in meinen Augen noch mal deutlich zugelegt. Das Buch ist düsterer, spannender und gleichzeitig erwachsener geworden, ohne dabei aber seine grundlegenden Qualitäten zu verlieren. Es bezaubert nach wie vor mit der Optik, die ähnlich gestaltet ist und damit einen hohen Wiedererkennungswert schafft.
Hier gibts also wieder ein klares Plus.

Bei den Charakteren konnte der Autor sogar gleich mehrere Punkte hinzugewinnen.
Die Figuren wirken ausgereifter und gewinnen an Tiefe. Die wechselnde Perspektive schafft mehr Nähe zu verschiedenen Personen, statt den Fokus nur auf Adrian zu legen. Beispielsweise bekommt man deutlich mehr von Merle mit und taucht auch in das Leben von Jazz ein, was mir sehr gut getaugt hat. Auch Protagonist Adrian kommt dieses Mal deutlich besser weg. Er fängt langsam an, seinen Kopf zu benutzen und versucht aktiv zu arbeiten. So darf es gerne weitergehen.

Die von mir kritisierten Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten/Kapiteln sind nach wie vor etwas sperrig. Ein bisschen Schwund ist wohl immer. Allgemein finde ich das aber nicht so schlimm, da auch in der vorher schon schönen Geschichte eine gute Entwicklung zu beobachten ist. Einzig die Altersempfehlung finde ich bei diesem Band etwas schwierig.
Laut Homepage ist die Reihe ab 10 bzw. ab 12 empfohlen, was für den ersten Band gut hinhaut. Band 2 ist in meinen Augen aber tatsächlich eher ab 12, den würde ich zu jungen Kindern nicht in die Hand geben oder vielleicht vorher Probelesen.

Fazit:
Eine tolle Steigerung einer eh schon schönen Reihe. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil.