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Veröffentlicht am 25.04.2026

Ein solider, aber sehr unorigineller Romantasy-Roman

Light and Flame – Eine Liebe im Schatten
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Bereits vor 4 Jahren habe ich den ersten Band dieser Spin-off-Reihe gelesen. Meine Erfahrung mit der Hauptreihe "From Blood and Ash" liegt sogar noch weiter zurück, die ich nach vier Bänden schließlich ...

Bereits vor 4 Jahren habe ich den ersten Band dieser Spin-off-Reihe gelesen. Meine Erfahrung mit der Hauptreihe "From Blood and Ash" liegt sogar noch weiter zurück, die ich nach vier Bänden schließlich nicht weiterverfolgt habe. Wieso habe ich "Light & Flame", also der zweite Band der Spinn-Off-Reihe rund um Sera und Nyktos, jetzt nochmal ausgegraben? Das ist eine sehr gute Frage, die ich leider nicht viel besser beantworten kann als mit "es lag schon so lange auf dem SuB, ich hatte spontan Lust auf Romantasy und dachte mir, warum eigentlich nicht". Leider entpuppte sich das Buch für mich als klassischer Fall von "zu lange gewartet" und rückblickend kann ich nicht wirklich sagen, dass es sich gelohnt hätte, dem Buch nochmal eine Chance zu geben. Kurz gesagt: Ich habe mehrfach darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen, weil es mich einfach nicht richtig packen konnte. Gleichzeitig war es aber auch nicht langweilig oder schwach genug, um es wirklich zur Seite zu legen.

Mein größtes Problem ist weiterhin die zur Hauptreihe redundante Handlung, die sich viel zu sehr auf der Anziehung zwischen den Figuren ausruht. Wieder begegnet man einer jungen, unerfahrenen Auserwählten, die ungeliebt und vernachlässigt in einem Palast lebt, von einer Vaterfigur im Kämpfen ausgebildet wird und sich in einen geheimnisvollen Fremden verliebt, der sich schließlich als mächtiger Anführer entpuppt und sie in eine neue Welt einführt. So wirken viele Szenen repetitiv, ohne dass die eigentliche Geschichte spürbar vorankam. Erschwerend kommt dazu, dass die Reihe immer wieder neue Enthüllungen und zusätzliche Elemente ins Worldbuilding einführt, statt offene Fäden sinnvoll zusammenzuführen.

Dadurch fehlte mir oft das Gefühl von echter Entwicklung oder erzählerischem Fortschritt und teilweise fühlte es sich eher wie ein ungekürzter Rohentwurf an als wie ein straff ausgearbeiteter Roman. Auch das Ende konnte mich nur teilweise überzeugen: Zwar sorgt der Cliffhanger für Spannung, insgesamt wirkte der Abschluss aber eher vorhersehbar und etwas unspektakulär. Kombiniert man das bekannte Konzept, das langsame Erzähltempo, das teilweise verwirrenden Worldbuilding und die vielen, sehr langen Dialogen, bekommt man also leider einen etwas zähen Eindruck der Geschichte. Je weiter ich lese, desto mehr bekomme ich den Eindruck, als hätten es eine bündige Trilogie und einen Einzelband als Spin-Off für diese Geschichte wunderbar getan.

Der Schreibstil von Jennifer L. Armentrout bietet eigentlich wie gewohnt wieder alles, was Fans des Romantasy-Genres verzückt: humorvolle Spitzen, romantische und prickelnde Szenen, epische Kämpfe und schockierende Wendungen samt Cliffhangern. So blieb das Buch trotz seiner Länge und der eher wenig berauschenden Handlung kurzweilig lesbar. Allerdings hat diese Mischung anders als noch vor einigen Jahren bei mir nicht mehr richtig gezündet. Das liegt vor allem daran, dass sich diese Vertreter des Romantasy-Genre für mich zu wenig weiterentwickelt haben, vieles inzwischen sehr vertraut und unoriginell wirkt und ich beim Lesen dauerhaft das Gefühl hatte, das da eigentlich deutlich mehr drin wäre.

Dasselbe Gefühl hatte ich auch bei den Figuren, die ebenfalls stark auf Tropes, Klischees und Bekanntes setzen. Nyktos und Sera erinnern mich in ihrer Dynamik und ihrer Rollenverteilung weiterhin stark an die Charaktere der Hauptreihe. Vor allem Nyktos entspricht wieder sehr dem gleichen männlichen Archetyp, den die Autorin häufig verwendet: geheimnisvoll, mächtig, beschützerisch, dunkelhaarig und gottgleich (im wahrsten Sinne des Wortes). Auch die Insta-Love, bei der schon sehr früh viel körperliche Nähe zwischen den Hauptfiguren besteht, fand ich etwas ermüdend, da sie den beiden Figuren einfach nicht gerecht wird. Besonders enttäuschend fand ich, dass die Missverständnisse zwischen ihnen weiterhin einen so großen Teil ihrer Interaktionen bestimmen und sie sich gefühlt mehrfach im Kreis um dieselben Konflikte drehen.

Was für mich jedoch weiterhin gut funktioniert hat, waren die Nebenfiguren. Charaktere wie Nektas, Rhain, Bele, Jadis oder Raegar bringen immer wieder genau die Auflockerung und den Humor in die Geschichte, die sie dringend braucht. Besonders die Draken sind für mich echte Highlights der Reihe und sorgen für einige der unterhaltsamsten Momente. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass sie noch mehr Raum bekommen und eine größere Rolle innerhalb der Handlung spielen. Ob ich diese Reihe weiterverfolgen werde, ist also auch fraglich. Sie ist nicht schlecht, nur eben nicht gut genug, um mich weiterhin durch die etlichen, extrem umfangreichen Bände zu tragen.


"Die Liebe ist das Einzige, gegen das nicht einmal das Schicksal ankommt."


Fazit


Insgesamt ist "Light and Flame" ein solider, aber sehr unorigineller Romantasy-Roman, der vor allem durch seine bekannten Muster und sein langsames Erzähltempo an Spannung verliert. Trotz unterhaltsamer Momente und liebenswerter Nebenfiguren reicht es am Ende für mich zu 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 25.04.2026

Ein solider, aber sehr unorigineller Romantasy-Roman

Light and Flame – Eine Liebe im Schatten
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Bereits vor 4 Jahren habe ich den ersten Band dieser Spin-off-Reihe gelesen. Meine Erfahrung mit der Hauptreihe "From Blood and Ash" liegt sogar noch weiter zurück, die ich nach vier Bänden schließlich ...

Bereits vor 4 Jahren habe ich den ersten Band dieser Spin-off-Reihe gelesen. Meine Erfahrung mit der Hauptreihe "From Blood and Ash" liegt sogar noch weiter zurück, die ich nach vier Bänden schließlich nicht weiterverfolgt habe. Wieso habe ich "Light & Flame", also der zweite Band der Spinn-Off-Reihe rund um Sera und Nyktos, jetzt nochmal ausgegraben? Das ist eine sehr gute Frage, die ich leider nicht viel besser beantworten kann als mit "es lag schon so lange auf dem SuB, ich hatte spontan Lust auf Romantasy und dachte mir, warum eigentlich nicht". Leider entpuppte sich das Buch für mich als klassischer Fall von "zu lange gewartet" und rückblickend kann ich nicht wirklich sagen, dass es sich gelohnt hätte, dem Buch nochmal eine Chance zu geben. Kurz gesagt: Ich habe mehrfach darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen, weil es mich einfach nicht richtig packen konnte. Gleichzeitig war es aber auch nicht langweilig oder schwach genug, um es wirklich zur Seite zu legen.

Mein größtes Problem ist weiterhin die zur Hauptreihe redundante Handlung, die sich viel zu sehr auf der Anziehung zwischen den Figuren ausruht. Wieder begegnet man einer jungen, unerfahrenen Auserwählten, die ungeliebt und vernachlässigt in einem Palast lebt, von einer Vaterfigur im Kämpfen ausgebildet wird und sich in einen geheimnisvollen Fremden verliebt, der sich schließlich als mächtiger Anführer entpuppt und sie in eine neue Welt einführt. So wirken viele Szenen repetitiv, ohne dass die eigentliche Geschichte spürbar vorankam. Erschwerend kommt dazu, dass die Reihe immer wieder neue Enthüllungen und zusätzliche Elemente ins Worldbuilding einführt, statt offene Fäden sinnvoll zusammenzuführen.

Dadurch fehlte mir oft das Gefühl von echter Entwicklung oder erzählerischem Fortschritt und teilweise fühlte es sich eher wie ein ungekürzter Rohentwurf an als wie ein straff ausgearbeiteter Roman. Auch das Ende konnte mich nur teilweise überzeugen: Zwar sorgt der Cliffhanger für Spannung, insgesamt wirkte der Abschluss aber eher vorhersehbar und etwas unspektakulär. Kombiniert man das bekannte Konzept, das langsame Erzähltempo, das teilweise verwirrenden Worldbuilding und die vielen, sehr langen Dialogen, bekommt man also leider einen etwas zähen Eindruck der Geschichte. Je weiter ich lese, desto mehr bekomme ich den Eindruck, als hätten es eine bündige Trilogie und einen Einzelband als Spin-Off für diese Geschichte wunderbar getan.

Der Schreibstil von Jennifer L. Armentrout bietet eigentlich wie gewohnt wieder alles, was Fans des Romantasy-Genres verzückt: humorvolle Spitzen, romantische und prickelnde Szenen, epische Kämpfe und schockierende Wendungen samt Cliffhangern. So blieb das Buch trotz seiner Länge und der eher wenig berauschenden Handlung kurzweilig lesbar. Allerdings hat diese Mischung anders als noch vor einigen Jahren bei mir nicht mehr richtig gezündet. Das liegt vor allem daran, dass sich diese Vertreter des Romantasy-Genre für mich zu wenig weiterentwickelt haben, vieles inzwischen sehr vertraut und unoriginell wirkt und ich beim Lesen dauerhaft das Gefühl hatte, das da eigentlich deutlich mehr drin wäre.

Dasselbe Gefühl hatte ich auch bei den Figuren, die ebenfalls stark auf Tropes, Klischees und Bekanntes setzen. Nyktos und Sera erinnern mich in ihrer Dynamik und ihrer Rollenverteilung weiterhin stark an die Charaktere der Hauptreihe. Vor allem Nyktos entspricht wieder sehr dem gleichen männlichen Archetyp, den die Autorin häufig verwendet: geheimnisvoll, mächtig, beschützerisch, dunkelhaarig und gottgleich (im wahrsten Sinne des Wortes). Auch die Insta-Love, bei der schon sehr früh viel körperliche Nähe zwischen den Hauptfiguren besteht, fand ich etwas ermüdend, da sie den beiden Figuren einfach nicht gerecht wird. Besonders enttäuschend fand ich, dass die Missverständnisse zwischen ihnen weiterhin einen so großen Teil ihrer Interaktionen bestimmen und sie sich gefühlt mehrfach im Kreis um dieselben Konflikte drehen.

Was für mich jedoch weiterhin gut funktioniert hat, waren die Nebenfiguren. Charaktere wie Nektas, Rhain, Bele, Jadis oder Raegar bringen immer wieder genau die Auflockerung und den Humor in die Geschichte, die sie dringend braucht. Besonders die Draken sind für mich echte Highlights der Reihe und sorgen für einige der unterhaltsamsten Momente. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass sie noch mehr Raum bekommen und eine größere Rolle innerhalb der Handlung spielen. Ob ich diese Reihe weiterverfolgen werde, ist also auch fraglich. Sie ist nicht schlecht, nur eben nicht gut genug, um mich weiterhin durch die etlichen, extrem umfangreichen Bände zu tragen.


"Die Liebe ist das Einzige, gegen das nicht einmal das Schicksal ankommt."


Fazit


Insgesamt ist "Light and Flame" ein solider, aber sehr unorigineller Romantasy-Roman, der vor allem durch seine bekannten Muster und sein langsames Erzähltempo an Spannung verliert. Trotz unterhaltsamer Momente und liebenswerter Nebenfiguren reicht es am Ende für mich zu 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 10.09.2025

Eine leichte, charmante RomCom mit vertrautem Cinder & Ella-Flair

Beauty and the Bachelor
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"Beauty and the Bachelor" ist mein elftes Buch von Kelly Oram. Da mich ihre letzten Bücher wie zum Beispiel die Reihe um Virgin Val und Rockstar Kyle, "If we were a movie" oder "Starburst Effect" eher ...

"Beauty and the Bachelor" ist mein elftes Buch von Kelly Oram. Da mich ihre letzten Bücher wie zum Beispiel die Reihe um Virgin Val und Rockstar Kyle, "If we were a movie" oder "Starburst Effect" eher enttäuscht haben und ich aus dem Genre wohl langsam rauswachse, wollte ich ihr neustes Buch eigentlich gar nicht mehr lesen. Weil ich "Alice in La La Land" aber zuletzt wieder super charmant fand und auch ihre neue Geschichte wieder in den Dunstkreis der "Cinder & Ella"-Reihe entführt, habe ich beschlossen, der Geschichte eine Chance zu geben.

481 Seiten später kann ich nun sagen: ich wurde unterhalten, aber nicht überzeugt. Zwar punktet die Geschichte mit einer flott erzählten Handlung mit exotischen Dates, schicken Kostümbällen, extravaganten Villen und romantischen Reisen um die ganze Welt, doch inhaltlich wirkt vieles unreif, naiv und stellenweise einfach problematisch. Auch wenn ich diesen - für mich wohl letzten Ausflug - in Kelly Orams märchenhaftes Kellywood unterm Strich nicht bereut habe, bin ich doch wohl so langsam zu alt für das Genre und die Autorin bin.

Kelly Orams Markenzeichen bleibt ihr humorvoller, spritziger Schreibstil mit flotten Dialogen, viel Witz und Gefühl. Auch hier sorgt er für Tempo und einige amüsante Szenen. Allerdings wirkt der Ton dieses Mal oft gezwungen und weniger natürlich. Der Spagat zwischen Märchen-Romantik und realistischeren Themen gelingt nur selten – zu oft werden Konflikte zugunsten von Zuckerwatte-Romantik glattgebügelt und an anderer Stelle Kleinigkeiten zu großem Drama hochstilisiert. Auch die Grundidee, die Liebesgeschichte an das Set einer Reality-TV-Show zu verlegen, hat zwar für eine unterhaltsame und abwechslungsreiche Handlung gesorgt, aber nicht wirklich für Tiefe und Glaubwürdigkeit gesorgt. Das liegt vor allem daran, dass das fragwürdige Konzept der Show nie angezweifelt wird, über problematisches Verhalten hinweggegangen wird und viele Figuren hinter sexistischen und oberflächlichen Klischees verschwinden.

Unsere Hauptfigur Vivian kannte und mochte ich bereits aus "Cinder&Ella", dass wir sie nun als Erwachsene bei ihrer Suche nach der Liebe und der Erfüllung ihrer Träume begleiten dürfen, hat mich sehr gefreut. Das Wiedersehen mit ihr und das Auftauchen der anderen bekannten Figuren wie Ella, Brian, die Zwillinge oder Alice waren für mich definitiv das Highlight des Buches. Genau wie in den meisten ihrer anderen Romanen hat sich Kelly Oram hier wieder dafür entschieden, abwechselnd aus der Sicht ihrer beiden Hauptfiguren zu erzählen. So erhalten wir neben Vivian ebenfalls Einblicke - wenn auch nur sehr wenige - in die Sicht ihres Gegenstücks Sebastian. Anders als die quirlige Vivian mit dem flippigen Modegeschmack ist Sebastian allerdings ein ziemlich blasser Love Interest, der für mich zwischen problematisch, langweilig und unglaubwürdig wechselte. Die Rolle des unerreichbaren, grummeligen Milliardärs, der dringend eine Braut braucht, aber eigentlich weder Zeit noch Lust hat, sich mit Frauen auseinanderzusetzen, fand ich weder besonders originell noch sehr sympathisch. Besonders problematisch fand ich seine misogyne Einstellung zu Beginn („Frauen bedeuten Drama, und ich habe keine Zeit für ihre Spielchen"), die zwar später abgeschwächt wird, aber nie wirklich kritisch reflektiert. Auch wenn die Autorin ihr Bestes gibt, ihn im späteren Verlauf von einer besseren Seite zu präsentieren, fand ich ihn einfach keine besonders gut angelegte Figur, da man ihm spätere Kehrtwenden einfach nicht so richtig abnehmen möchte. Er muss erst die "Eine" treffen, um Frauen zu respektieren und für eine sinnvolle Ergänzung seines Lebens zu erachten. So wirken seine späteren „Erkenntnisse“ weniger wie glaubwürdige Charakterentwicklung und mehr wie ein bequemes Happy-End.

Auch die Nebenfiguren im Umfeld der Reality-Show Marry Me fand ich ehrlich gesagt nicht sehr progressiv proträtiert. Mit der Einteilung in die "netten, süßen Kandidatinnen" und die "aggressiv flirtenden Miststücke" werden leider extreme und sexistische Klischees bedient. Im Jahr 2025 möchte ich eigentlich nichts mehr Abwertendes über die "Bitch der Staffel" lesen, die sich im ultraknappen Bikini an den begehrten Bachelor ranmacht, während männliche Grapscher und Grenzüberschreitungen am Ende mehr zufällig sanktioniert als wirklich als Sexismus eingeordnet werden. Zwar gibt es den Versuch, weibliche Solidarität und Freundschaft statt zickigen Catfight darzustellen, aber wirklich glaubwürdig konnte die Autorin das nicht wirklich vermitteln. Im Jahr 2025 erwarte ich von einer Romance-Autorin, dass sie solche Tropes entweder bewusst dekonstruiert oder zumindest reflektiert. Hier werden sie jedoch ungebrochen reproduziert. Gerade weil Kelly Oram sonst oft moderne, empowernde Heldinnen schreibt, wirkt dieser Rückschritt besonders enttäuschend.


Fazit


"Beauty and the Bachelor" ist eine leichte, charmante RomCom mit vertrautem Cinder & Ella-Flair, die sich angenehm weglesen lässt. Für Fans von märchenhafter Romance, Reality-Drama und luxuriösen Settings ist das Buch sicher ein netter Zeitvertreib. Wer aber auf der Suche nach moderner Figurenzeichnung, reflektierter Gender-Dynamik und kritischerem Umgang mit problematischen Tropes ist, wird

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2025

Eine leichte, charmante RomCom mit vertrautem Cinder & Ella-Flair

Beauty and the Bachelor
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"Beauty and the Bachelor" ist mein elftes Buch von Kelly Oram. Da mich ihre letzten Bücher wie zum Beispiel die Reihe um Virgin Val und Rockstar Kyle, "If we were a movie" oder "Starburst Effect" eher ...

"Beauty and the Bachelor" ist mein elftes Buch von Kelly Oram. Da mich ihre letzten Bücher wie zum Beispiel die Reihe um Virgin Val und Rockstar Kyle, "If we were a movie" oder "Starburst Effect" eher enttäuscht haben und ich aus dem Genre wohl langsam rauswachse, wollte ich ihr neustes Buch eigentlich gar nicht mehr lesen. Weil ich "Alice in La La Land" aber zuletzt wieder super charmant fand und auch ihre neue Geschichte wieder in den Dunstkreis der "Cinder & Ella"-Reihe entführt, habe ich beschlossen, der Geschichte eine Chance zu geben.

481 Seiten später kann ich nun sagen: ich wurde unterhalten, aber nicht überzeugt. Zwar punktet die Geschichte mit einer flott erzählten Handlung mit exotischen Dates, schicken Kostümbällen, extravaganten Villen und romantischen Reisen um die ganze Welt, doch inhaltlich wirkt vieles unreif, naiv und stellenweise einfach problematisch. Auch wenn ich diesen - für mich wohl letzten Ausflug - in Kelly Orams märchenhaftes Kellywood unterm Strich nicht bereut habe, bin ich doch wohl so langsam zu alt für das Genre und die Autorin bin.

Kelly Orams Markenzeichen bleibt ihr humorvoller, spritziger Schreibstil mit flotten Dialogen, viel Witz und Gefühl. Auch hier sorgt er für Tempo und einige amüsante Szenen. Allerdings wirkt der Ton dieses Mal oft gezwungen und weniger natürlich. Der Spagat zwischen Märchen-Romantik und realistischeren Themen gelingt nur selten – zu oft werden Konflikte zugunsten von Zuckerwatte-Romantik glattgebügelt und an anderer Stelle Kleinigkeiten zu großem Drama hochstilisiert. Auch die Grundidee, die Liebesgeschichte an das Set einer Reality-TV-Show zu verlegen, hat zwar für eine unterhaltsame und abwechslungsreiche Handlung gesorgt, aber nicht wirklich für Tiefe und Glaubwürdigkeit gesorgt. Das liegt vor allem daran, dass das fragwürdige Konzept der Show nie angezweifelt wird, über problematisches Verhalten hinweggegangen wird und viele Figuren hinter sexistischen und oberflächlichen Klischees verschwinden.

Unsere Hauptfigur Vivian kannte und mochte ich bereits aus "Cinder&Ella", dass wir sie nun als Erwachsene bei ihrer Suche nach der Liebe und der Erfüllung ihrer Träume begleiten dürfen, hat mich sehr gefreut. Das Wiedersehen mit ihr und das Auftauchen der anderen bekannten Figuren wie Ella, Brian, die Zwillinge oder Alice waren für mich definitiv das Highlight des Buches. Genau wie in den meisten ihrer anderen Romanen hat sich Kelly Oram hier wieder dafür entschieden, abwechselnd aus der Sicht ihrer beiden Hauptfiguren zu erzählen. So erhalten wir neben Vivian ebenfalls Einblicke - wenn auch nur sehr wenige - in die Sicht ihres Gegenstücks Sebastian. Anders als die quirlige Vivian mit dem flippigen Modegeschmack ist Sebastian allerdings ein ziemlich blasser Love Interest, der für mich zwischen problematisch, langweilig und unglaubwürdig wechselte. Die Rolle des unerreichbaren, grummeligen Milliardärs, der dringend eine Braut braucht, aber eigentlich weder Zeit noch Lust hat, sich mit Frauen auseinanderzusetzen, fand ich weder besonders originell noch sehr sympathisch. Besonders problematisch fand ich seine misogyne Einstellung zu Beginn („Frauen bedeuten Drama, und ich habe keine Zeit für ihre Spielchen"), die zwar später abgeschwächt wird, aber nie wirklich kritisch reflektiert. Auch wenn die Autorin ihr Bestes gibt, ihn im späteren Verlauf von einer besseren Seite zu präsentieren, fand ich ihn einfach keine besonders gut angelegte Figur, da man ihm spätere Kehrtwenden einfach nicht so richtig abnehmen möchte. Er muss erst die "Eine" treffen, um Frauen zu respektieren und für eine sinnvolle Ergänzung seines Lebens zu erachten. So wirken seine späteren „Erkenntnisse“ weniger wie glaubwürdige Charakterentwicklung und mehr wie ein bequemes Happy-End.

Auch die Nebenfiguren im Umfeld der Reality-Show Marry Me fand ich ehrlich gesagt nicht sehr progressiv proträtiert. Mit der Einteilung in die "netten, süßen Kandidatinnen" und die "aggressiv flirtenden Miststücke" werden leider extreme und sexistische Klischees bedient. Im Jahr 2025 möchte ich eigentlich nichts mehr Abwertendes über die "Bitch der Staffel" lesen, die sich im ultraknappen Bikini an den begehrten Bachelor ranmacht, während männliche Grapscher und Grenzüberschreitungen am Ende mehr zufällig sanktioniert als wirklich als Sexismus eingeordnet werden. Zwar gibt es den Versuch, weibliche Solidarität und Freundschaft statt zickigen Catfight darzustellen, aber wirklich glaubwürdig konnte die Autorin das nicht wirklich vermitteln. Im Jahr 2025 erwarte ich von einer Romance-Autorin, dass sie solche Tropes entweder bewusst dekonstruiert oder zumindest reflektiert. Hier werden sie jedoch ungebrochen reproduziert. Gerade weil Kelly Oram sonst oft moderne, empowernde Heldinnen schreibt, wirkt dieser Rückschritt besonders enttäuschend.


Fazit


"Beauty and the Bachelor" ist eine leichte, charmante RomCom mit vertrautem Cinder & Ella-Flair, die sich angenehm weglesen lässt. Für Fans von märchenhafter Romance, Reality-Drama und luxuriösen Settings ist das Buch sicher ein netter Zeitvertreib. Wer aber auf der Suche nach moderner Figurenzeichnung, reflektierter Gender-Dynamik und kritischerem Umgang mit problematischen Tropes ist, wird hier enttäuscht.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Das Buch ist mit den besten Vorsätzen in der Hälfte des Erkenntnisprozesses stecken geblieben!

That Girl
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"That Girl" von Gabriella Santos de Lima ist kein Liebesroman, das verspricht schon der Klapptext. 289 Seiten später muss ich allerdings feststellen: Es ist genauso wenig ein Selbstfindungsbuch, kein feministischer ...

"That Girl" von Gabriella Santos de Lima ist kein Liebesroman, das verspricht schon der Klapptext. 289 Seiten später muss ich allerdings feststellen: Es ist genauso wenig ein Selbstfindungsbuch, kein feministischer Roman, kein inspirierender Ratgeber, kein Entwicklungsroman, kein Mutmacher, keine Komödie und schon lange kein literarisches Vorbild. Es ist schlicht und einfach ein Roman über eine junge Frau, die sich verrannt hat, die das allerdings erst kurz vor Schluss erkennt....

Die Grundidee einer kritischen Auseinandersetzung mit der „That Girl“-Mentalität, toxischer Selbstoptimierung, Social Media und den Fallstricken modernen Datings klingt vielversprechend, leider bleibt sie aber lange Zeit auch genau das: eine Idee. Denn erst auf den letzten Seiten beginnt der Roman, sich ernsthaft mit diesen Themen zu beschäftigen, was für mich viel zu spät war, um daraus noch ein wirklich lesenswertes Buch zu machen. Statt Themen wie Sportsucht, Selbstinszenierung, emotionale Abhängigkeit, Grenzverletzungen in Beziehungen oder Bodyshaming aufzugreifen und kritisch zu hinterfragen, werden viele problematische Denk- und Verhaltensmuster einfach reproduziert, ohne sie richtig aufzuarbeiten. So kreist das Buch fast 260 Seiten ausschließlich um Männer, deren Blicke, deren Anerkennung, deren Meinung, deren Liebe. Der Fokus liegt beinahe obsessiv auf romantischen Beziehungen, die immer wieder ins Zentrum rücken, sei es durch die Romanze mit Leo oder Erinnerungen an vorherige Partnerschaften, die Tess´ Leben geprägt haben. Dass uns das Ende verkaufen möchte, eigentlich ginge es um Freundschaft, um Selbstliebe, um persönliche Entwicklung, wirkt dann leider eher wie ein nachgeschobenes Fazit, das die Erzählung selbst nicht glaubhaft trägt.

"Das Problem mit dem Glücklichsein, ich hatte Angst davor. Denn wenn mein Leben gut lief, so richtig unglaublich fantastisch und großartig, passierte immer etwas Schlechtes."


Auch die Hauptfigur Tess ist erstmal interessant angelegt, aber nicht zu Ende gedacht. Die junge Influencerin und Autorin könnte man in vielerlei Hinsicht als typisches Kind ihrer Zeit beschreiben, wenn man sich an den Millennial- und Gen-Z-Klischees bedienen möchte: Beziehungsunfähig, entscheidungslahm, gefangen in Optimierungszwängen, der Illusion von Authentizität und einem durchinszenierten Alltag. Doch was als schonungsloser Blick auf moderne weibliche Lebensrealitäten daherkommen könnte, liest sich stellenweise wie eine unreflektierte Reproduktion genau dieser Muster. Besonders störend fand ich dabei Tess’ internalisierte Misogynie, die sich in ihren Gedanken, in ihrem Umgang mit anderen Frauen und in ihrer Selbstwahrnehmung zeigt und leider unreflektiert bleibt. Ob das von der Autorin bewusst so angelegt ist oder unbeabsichtigt bleibt, wird leider nie ganz klar, was es schwer macht, sich als Leserin eine wirkliche Meinung von ihr zu bilden.

"Wenn ich ehrlich bin, habe ich die letzten Jahre damit verbracht, meine Persönlichkeit in eine Marke zu verwandeln. Authentisch, echt und hoffnungsvoll. Genau deshalb filme ich alle paar Wochen meine Körperstellen ab, die die Gesellschaft uns als Makel verkauft. (….) Unter diesen Videos bedankt ihr euch am meisten für meine Offenheit. Meine Authentizität. Doch ich gebe acht, dass ich diese Art von Videos nur selten teile. Ich muss meine Echtheit immer wieder in meine Ästhetik streuen, nicht umgekehrt.“


Auch der Ton des Romans wirkt über weite Strecken unentschlossen. Die Geschichte mäandert, bleibt vage, als wüsste auch sie nicht so recht, wohin sie will. Das mag als stilistisches Mittel funktionieren, schließlich spiegelt es Tess’ eigenen inneren Zustand, doch als Lektüre fühlt es sich oft unvollständig, sogar unausgereift an. Was bleibt, ist der Eindruck eines Romans, der sehr viel sein will: klug, progressiv, feministisch, schonungslos ehrlich. Am Ende wirkt "That Girl" jedoch eher wie "That Book" – eines, das mit den besten Vorsätzen in der Hälfte des Erkenntnisprozesses stecken geblieben ist.


Fazit


„That Girl“ erzählt die Geschichte einer Frau, die sich in Selbstinszenierung und Beziehungsidealen verliert und das erst spät erkennt. Trotz guter Ansätze bleibt die kritische Auseinandersetzung mit toxischer Selbstinszenierung, Körperbildern und moderner Weiblichkeit skizzenhaft, der Erkenntnismoment der Hauptfigur kommt viel zu spät und vieles wird zu unreflektiert reproduziert, um den Roman wirklich tragfähig zu machen.

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