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Veröffentlicht am 02.10.2017

Nicht alles, was glitzert, ist Gold...

The Promise - Der goldene Hof
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Titel: „The Promise – Der Goldene Hof“
Autor: Richelle Mead
Verlag: ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG (29. September 2017), 592 Seiten à 18,00 €
Erster Teil der Reihe „The Glittering Court“; Zweiter ...

Titel: „The Promise – Der Goldene Hof“
Autor: Richelle Mead
Verlag: ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG (29. September 2017), 592 Seiten à 18,00 €
Erster Teil der Reihe „The Glittering Court“; Zweiter Band „The Midnight Jewel“

Klapptext

Der Goldene Hof verspricht auserwählten Mädchen ein völlig neues Leben. Nicht nur, dass sie lernen, sich in vornehmen Kreisen zu bewegen, sie werden auch auf eine glamouröse Zukunft im aufstrebenden Nachbarland Adoria vorbereitet.
Die junge Adelige Elizabeth scheint bereits ein solches Leben zu führen. Doch nach dem Tod ihrer Eltern fühlt sie sich wie in einem Gefängnis, aus dem sie nur noch fliehen will. Als Elizabeth dann den charmanten Cedric Thorn vom Goldenen Hof kennenlernt, weckt er einen waghalsigen Plan in ihr: Sie muss es irgendwie nach Adoria schaffen. Und kurze Zeit später tritt sie unter falschem Namen die Ausbildung am Goldenen Hof an -

Cover

Auf den ersten Blick hat mich das märchenhaft gestaltete Cover überzeugt! Die schönen Blautöne des Hintergrunds werden durch ein goldenes Funkeln durchbrochen, welches perfekt zum Titel des Romans passt. Abgerundet wird dieses Design durch die Rückansicht einer jungen Frau, welche durch die Goldelemente etwas Magisches bekommt.

Einschätzung

Von Beginn an wird der Leser mit der taffen Adeligen Elizabeth konfrontiert, welche ihre eigenen Pläne schmiedet und nur ungern den Anweisungen ihrer Großmutter folgt. Dazu verdammt, einen unbekannten Cousin zu heiraten, entscheidet sich Elizabeth für die Flucht und versucht ihr Glück in einer vollkommen fremden Welt. Dabei muss sie nicht nur verbergen, wer sie wirklich ist, sondern auch mit der Rivalität am „Goldenen Hof“ zurechtkommen… und mit ihren unerwarteten Gefühlen, die alles zerstören könnten.
Unterstützung findet sie bei ihren Freundinnen Tamsin und Mira, die jedoch selbst mit einigen Problemen zu kämpfen haben und vor Geheimnissen nur so strotzen.

Dank Richelle Meads flüssigem Schreibstil und einer taffen Hauptprotagonistin findet man als Leser sehr schnell in die Geschichte. Die Seiten fliegen in rasantem Tempo vorbei, auch wenn die Handlung am Anfang eher dahinplätschert. Trotz ihres ehemals vorhandenen Reichtums wirkt die Adelige Elizabeth nicht überheblich und zeigt Verletzlichkeit, wenn es um ihre Lieben geht, die sie aufgrund der Hoffnung auf eine selbstbestimmte Zukunft hinter sich gelassen hat.
Die Idee des „Goldenen Hofes“ ist in der Tat nicht neu, doch gekonnt versetzt Mead den Leser in eine Welt des Aufbaus, in der Siedler mit bloßen Händen ihr Leben gestalten.

Am „Goldenen Hof“ angekommen, stürzt sich Elizabeth / Adelaide in ein Versteckspiel der riskanten Art und konkurriert mit den anderen Mädchen, welche ebenfalls eine gute Partie machen wollen. Zu diesen zählt vor allem Tamsin, eine Freundin Adelaides und voller Ehrgeiz. Während Tamsin im ersten Teil des Romans noch ein präsenter Charakter ist, so wird sie als Figur im weiteren Verlauf immer blasser. Dieses Phänomen lässt sich auch bei Mira beobachten, welche als mysteriöse Figur viel Potenzial bietet, das jedoch (aufgrund des zweiten Bandes) nicht ausgeschöpft wird.
Vielmehr sind es die Nebencharaktere, welche im Gedächtnis bleiben und zu Spekulationen anregen, obwohl hierbei immer wieder die Frage aufkommt, welche Rolle ebenjene Nebencharaktere einnehmen. Insgesamt bleiben die Figuren so eher unausgereift und weisen an manchen Stellen eine Naivität auf, die schon sehr verwundert.

Empfindet man das „Dahinplätschern“ der Handlung auf den ersten Seiten noch als angemessen, so fragt man sich spätestens nach dem Mittelteil, wo denn die Spannung bleibt. Mead schneidet viele, verschiedene Handlungsstränge an, die allerdings erst auf den letzten Seiten des Romans abgehandelt werden – und das in einer Zielstrebigkeit, die vermuten lässt, dass das Buch schnell beendet werden musste. Auch die bereits erwähnte Spannung baut sich erst auf den letzten Seiten auf, konnte mich allerdings nicht ganz überzeugen und wird viel zu rasch abgehandelt. Für jedes Problem steht auf einmal eine Lösung vor der Tür, die im Gesamtkontext zwar glaubhaft wirkt, auf die Hauptprotagonistin aber ein eher schlechtes Licht wirft.
So gesehen mag die Handlung zwar schlüssig sein, wirkt in meinen Augen an manchen Stellen aber nicht rund und zu konstruiert.

Als Jugendbuch mag „The Promise“ einen guten Dienst ableisten, das kurzweiliges Lesevergnügen verspricht und durchaus unterhalten kann. Mit Elizabeth führt Mead eine Hauptprotagonistin ein, die sich erstaunlich wandelt und gegen Ende Sympathien gewinnen kann. Auch die Gestaltung der landschaftlichen Verhältnisse in Adoria versetzen einen in die Zeit der Siedler und malen einem wunderbare Bilder in den Kopf, was das setting realistisch macht.
Doch trotz dieser Pluspunkte wirkt es auf mich so, als wolle mit aller Macht ein glitzerndes Happy End herbeigezogen werden, damit im nächsten Band die Geschichte von Mira beginnen kann.

„The Promise“ ist in der Tat kein schlechter Roman und konnte mich teilweise gut unterhalten, aber er verschenkt doch viel Potenzial. Wer sich als Leser daran nicht stört, darf nur zu gerne in die Welt von Elizabeth eintauchen – und wer weiß, vielleicht fällt Band zwei ja stärker aus!

  • Cover
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Handlung
Veröffentlicht am 11.09.2017

Die Vergangenheit wirft lange Schatten…

In tiefen Schluchten
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Eckdaten
Titel: In tiefen Schluchten
Autor: Anne Chaplet:
Verlag: KiWi-Taschenbuch (17. August 2017), à 320 Seiten
Preis: Taschenbuch für 9,99 €
Erster Teil der Reihe rund um Victoria „Tori“ Godon

Klapptext
In ...

Eckdaten
Titel: In tiefen Schluchten
Autor: Anne Chaplet:
Verlag: KiWi-Taschenbuch (17. August 2017), à 320 Seiten
Preis: Taschenbuch für 9,99 €
Erster Teil der Reihe rund um Victoria „Tori“ Godon

Klapptext
In der wilden, elementaren Landschaft des Vivarais am Fuße der Cevennen wohnen Rebellen und Eigenbrötler, Aussteiger und Propheten. Und seit einigen Jahren auch Tori Godon, ehemalige Anwältin, 42 Jahre alt, frisch verwitwet und auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. Als ein holländischer Höhlenforscher, der sich bei ihrer Freundin einquartiert hat, verschwindet, ist Tori beunruhigt. Als der alte Didier Thibon, der ihr von sagenhaften Schätzen und Schmugglerverstecken in den Höhlen erzählte, tot aufgefunden wird, ist Tori alarmiert. Und als sie auf der Suche nach dem Holländer auf dem Karstplateau in eine Felsspalte stürzt, ist plötzlich auch ihr Leben in Gefahr. Wie hängen die Aktivitäten des Holländers mit den Hugenotten zusammen, die in dieser Region einst Zuflucht fanden? Und was hat das alles mit der Geschichte des Dorfes zu tun?

Cover
Ein Einblick in die ungestüme Landschaft des Vivarais, ein altes Dorf, welches sich an die Berghänge schmiegt und dunkle Wolken, die sich darüber aufbauschen…
Das landschaftlich schöne Cover lädt direkt dazu ein, nach Frankreich zu reisen und Tori bei ihren Recherchen zu begleiten. So gesehen passt es perfekt zur Handlung des Buches und ist definitiv ein Blickfang.

Einschätzung
Wer mit „In tiefen Schluchten“ von Anne Chaplet einen herkömmlichen Kriminalroman erwartet, wird überrascht werden – denn dieser Roman ist alles andere als gewöhnlich. Manch einer mag von dem Fehlen der typischen, kriminalistischen Elemente enttäuscht sein, dafür kann „In tiefen Schluchten“ mit einer ganz eigenen Spannung aufwarten.

Tori Godon, ehemals Patentanwältin und Zugezogene in Belleville, erforscht die hugenottischen Wurzeln ihres Ehemannes Carl und stößt bei der Dorfgemeinschaft auf misstrauische Vorsicht. Ihre Nachforschungen rühren nicht nur an der Skepsis der verschrobenen Dorfbewohner, sondern bringen auch einige Steine der Vergangenheit ins Rollen, die lieber liegen geblieben wären…

Für manch einen mag der Einstieg etwas schwer fallen, denn die bildlichen, landschaftlichen Beschreibungen der Autorin bringen die Handlung nur langsam voran. Sehr ausführlich wird Toris Leben in Belleville geschildert und man fühlt sich sofort in dieses malerische Dörfchen mit seinen eigenbrötlerischen Bewohnern versetzt. Dank des malerischen Schreibstils ist dieser Roman definitiv allen Frankreichfans zu empfehlen, die einen Einblick in die wilde Landschaft des Vivarais erhalten möchten.
Allerdings sind es diese ausholenden Ausführungen, welche nach einiger Zeit zur Langatmigkeit führen. Fast das komplette erste Drittel zieht sich dahin, ohne dass der erwartete Krimi eintritt.
Es ist nicht die übliche Kriminalistik, die man „In tiefen Schluchten“ erwarten darf. Hier liegt der Fokus definitiv auf der Geschichte des Dorfes und einer Familienfehde, die seit hunderten von Jahren schwelt. Zwar finden Ermittlungen statt, doch die französische Polizei bemüht sich, diese auf eine Bahn zu lenken, welche weiterhin Frieden in der Dorfgemeinschaft gewährleistet.

Etwas Spannung kommt erst etwa in der Mitte des Buches auf und steigert sich zum Schluss hin. Dabei sollte angemerkt werden, dass einige Handlungselemente zwar eingestreut, aber nie ganz aufgelöst werden (Funktion der Bärenskulptur, ihre „Visionen“, …). Wer sich an diesen offenen Fragen nicht stört, darf den Roman mit interessanten, historischen Fakten getrost weiterverfolgen und sich an den landschaftlichen Metaphern erfreuen.
Auch die Charaktere rund um Tori erscheinen sympathisch, obwohl man während des Lesens immer wieder vermutet, dass der ein oder andere Dorfbewohner Dreck am Stecken hat. Mit July hat die Hauptprotagonistin einen liebenswerten Hund zur Seite gestellt bekommen, welchen man sofort ins Herz schließt. Ebenso der lesende Metzger kann Sympathien wecken, während der plötzlich auf der Bildfläche erscheinende Jan eher blass bleibt.

Schlussendlich hat Anne Chaplet mit „In tiefen Schluchten“ einen soliden Roman geschaffen, den ich allerdings eher als solchen bezeichnen möchte. Ein überragend malerischer Schreibstil und fesselnde, historische Fakten entführen den Leser nur zu schnell nach Frankreich!
Zwar mögen einige, kleinere Unstimmigkeiten ins Auge fallen und der Kriminal-Anteil eher vergeblich gesucht werden, doch wer sich daran nicht stört, kann bei diesem Buch getrost ins Regal greifen.
Daher vergebe ich 3,5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 07.09.2017

Das Leben ist eine Skizze

Festtagsgäste
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… über das Leben zweier Frauen, die liebevoll porträtiert zu ihrer Stärke finden und durch eine besondere Freundschaft gemeinsam ihre dunkelsten Momente überwinden.

Titel: „Festtagsgäste“
Autor: Anke ...

… über das Leben zweier Frauen, die liebevoll porträtiert zu ihrer Stärke finden und durch eine besondere Freundschaft gemeinsam ihre dunkelsten Momente überwinden.

Titel: „Festtagsgäste“
Autor: Anke Schläger
Verlag: Books on Demand Verlag, 1. August 2017; 346 Seiten

Klapptext

Fröhliche Weihnachten? Von wegen! Kurz vor dem Fest bricht Lisannes vermeintlich heile Welt entzwei. Sie erfährt, dass ihr Mann eine zweite Familie hat. Und die wird bald auf dem Biohof einziehen, der das Zuhause von Lisanne und ihren Kindern ist. Als der Hofladen in Flammen steht und Lisanne Hals über Kopf die Flucht ergreift, nimmt ihre Stammkundin Marlene spontan die Verfolgung auf. So beginnt eine Freundschaft zwischen zwei grundverschiedenen Frauen, die schon bald ihre größte Bewährungsprobe erlebt …
Eine etwas andere Weihnachtsgeschichte über Umwege, die mit harten Brocken gepflastert sind – und doch zum Ziel führen.

Cover

Das Cover des Romans „Festtagsgäste“ versetzt mit seinen winterlichen Mistelzweigen und dem abgebildeten Engel sofort in Weihnachtsstimmung. Schlichtes Blau bildet den Hintergrund, was die Aufmerksamkeit vermehrt auf den Titel lenkt. Zwar passt die Gestaltung zur weihnachtlich vorherrschenden Zeit im Roman, doch mehr Bezug zur Haupthandlung lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen.

Einschätzung

Sie pflegen seit Jahren miteinander Umgang, doch eine richtige Freundschaft bildet sich erst, als ihre Probleme sie zu überwältigen drohen: Die beiden Hauptprotagonistinnen Lisanne und Marlene haben beide ein Päckchen zu tragen. Während die gebürtige Niederländerin vor dem Betrug ihres Mannes und dem Unglück flieht, hadert die oft zerstreute Marlene mit einer belastenden Vergangenheit.
Umso überraschender, dass Marlene es wagt, die Sicherheit ihres Alltags zu verlassen, um die verzweifelte Lisanne zu verfolgen! Ein Weg voller ernster Themen, wie Vertrauens- und Eheprobleme sowie Kinderlosigkeit, führt zu einer zart aufkeimenden Freundschaft, die nur allzu bald einer Zerreißprobe unterzogen wird…

Ein mitreißender Roman darüber, wie das Leben so spielen kann. Und dass auch in der dunkelsten Zeit eine Freundschaft erblühen kann, die Halt gibt, um weiterzumachen. Nicht nur ein Roman für ältere Leser, sondern auch für das Jungvolk (zu dem ich mich zähle), wenn man gewillt ist, sich mit ernsteren Themen zu befassen.


Angesiedelt in der Weihnachtszeit, startet Anke Schlägers Debütroman mit einer schockierenden Enthüllung, die Lisanne den Boden unter den Füßen entreißt. Fortgeführt mit einer amüsanten Verfolgungsjagd rund um die beiden Frauen, lernt der Leser auch diese besser kennen. Die gut eingestreuten Erzählungen über Marlene und Lisanne verleihen den beiden eine charakterliche Tiefe, wie ich sie selten so authentisch erlebt habe. Beide Frauen haben ihre Ecken und Kanten; dennoch wirken sie gerade durch diese sehr sympathisch, sodass man als Leser gar nicht anders kann, als ihre gemeinsame Geschichte weiter zu verfolgen.

Gerade durch die hervorragend entwickelten Charaktere lassen sich die Handlungen und Reaktionen gut nachvollziehen. Angemerkt sei hierbei, dass man sich manchmal als Leser etwas gedulden- und das Geschehen weiter verfolgen muss, bevor der Grund für eine gewisse Verhaltensweise aufgelöst wird.
Die Gesamthandlung erscheint schlüssig und plausibel, bis zum Ende lässt sich ein roter Faden erkennen. Auffällig sind hierbei die kleinen Details, welche im Roman auftauchen und gegen Ende erneut aufgegriffen werden. Sei es die „Kuchen-Metapher“ oder Lisannes Wandbild - Anke Schläger verwendet schöne Sinnbilder, um ihre Absichten auszudrücken und legt den Charakteren eine eigene Sprache in den Mund, die immer wieder auftaucht. Diese Detailgenauigkeit verleiht dem Roman seinen ganz eigenen Charme und macht das Lesen zu einem Vergnügen. Und wer genauer darüber nachdenkt, wird gegen Ende feststellen, dass der gewählte Titel passt „wie die Faust aufs Auge“

So hat Anke Schläger einen unterhaltsamen Roman geschaffen, der nicht nur mit liebevollen Details aufwarten kann, sondern ebenso mit sympathischen Charakteren. Allerdings kommt auch der Ernst des Lebens nicht zu kurz und wer gerne über eine Lektüre nachdenkt, kann mit Griff ins Bücherregal getrost die „Festtagsgäste“ hervornehmen.

Ein weihnachtliches Lesevergnügen über charakterliche Stärke, den Halt einer Freundschaft und einen Funken Hoffnung, wenn man keinen Ausweg mehr sieht.

Veröffentlicht am 23.07.2017

Lesevergnügen mit Miss Hotpants und Revolverheld

Never before you - Jake & Carrie
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Eckdaten
Title: Never before you - Jake & Carrie
Autor: Amy Baxter

Kindle Edition: 6,99 €
Taschenbuch: 10,90 €
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 392 Seiten
ISBN: 978-3-7325-3431-9
Reihe: San Francisco Ink
Verlag: ...

Eckdaten
Title: Never before you - Jake & Carrie
Autor: Amy Baxter

Kindle Edition: 6,99 €
Taschenbuch: 10,90 €
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 392 Seiten
ISBN: 978-3-7325-3431-9
Reihe: San Francisco Ink
Verlag: beHEARTBEAT by Bastei Entertainment; Auflage: 1. Aufl. 2017. (1. April 2017)

Klapptext
Jake muss weg aus Brooklyn. Weg von der Gang, die ihn immer tiefer in die Kriminalität zieht. Weg von der Frau, die er nicht vergessen kann. Auf der anderen Seite des Kontinents, in San Francisco, will er das Tattoo Studio seines verstorbenen Vaters wiederaufbauen und ein neues Kapitel beginnen. Die kesse und gut organisierte Carrie kommt ihm da gerade recht. Sie hilft ihm mit dem Papierkram, doch pünktlich zum Feierabend verschwindet sie still und heimlich. Aber wohin? Und warum erzählt sie nichts von sich? Obwohl ihn Frauen außerhalb des Schlafzimmers nicht interessieren, geht ihm die kleine Tänzerin nicht mehr aus dem Kopf - und mächtig unter die Haut ...

"Never before you" ist der erste Band der heißen Romance-Reihe San Francisco Ink von Amy Baxter rund um das Team des Tattoo Studios Skinneedles. Jetzt exklusiv im eBook bei beHEARTBEAT.

Cover
Für das vorherrschende Genre des Werkes fällt das Cover recht typisch aus: zwei Personen, die vermutlich die Hauptprotagonisten Jake und Carrie darstellen sollen und sich nahestehen. Auffallend sind die absichtlich gewählten Grautöne, welche den Titel, in einem pinken Klecks gehalten, hervorstechen lassen. Kein sonderlich ausgefallenes Cover, doch in Anbetracht der Handlung ganz passend und genügend.

Meinung
In jeweils separaten Kapiteln werden dem Leser die Tänzerin und Tanzlehrerin Carrie sowie der Tätowierer Jake vorgestellt. Beide haben mit den langen Schatten ihrer Vergangenheit zu kämpfen und müssen sich diesen im Verlauf der Handlung stellen.
Während Carrie nach und nach die Grundlagen ihrer Existenz geraubt werden, muss Jake damit klarkommen, seine Gefühle zu akzeptieren.
Auf ihrem langen und gefährlichen Weg zueinander haben beide nicht nur mit Verrat und schwierigen Freunden zu kämpfen, sondern auch mit düsteren Mafiabossen und Gewalt.
Wer das langsame Annähern der Hauptprotagonisten zu anfangs als etwas langatmig empfindet, kommt im zweiten und letzten Drittel des Buches aus der Spannung gar nicht mehr heraus. Schlag auf Schlag entwickelt sich nun die Handlung und entfernt sich von der einer typischen Liebesgeschichte.
So ist dieses Werk nicht nur für Fans geeignet, die prickelndes Vergnügen erwarten, sondern ebenfalls für Leser/innen, die neben der Liebe auch etwas Spannung vertragen können.

Amy Baxter schafft es mit wenigen Sätzen, den Leser in das herrliche San Francisco zu entführen, das mit Strand, Meer und Cocktails jegliche Wünsche erfüllt. Auch einige der liebenswerten Nebencharaktere wie Nolan werden glaubwürdig eingeführt und wirken sofort sympathisch.
Der Leser lernt Carrie als verantwortungsbewusste Persönlichkeit kennen, welche alles für ihre Freunde tun würde und dennoch an sich selbst zweifelt. Man fragt sich sofort, was in ihrer Vergangenheit vorgefallen sein mag und erhofft sich Antworten, die an dieser Stelle leider recht knapp ausfallen.
Jake mag zwar das Klischee eines typischen Bad Boys vertreten, doch auch er hat an seinem früheren Leben zu knabbern. Wenn er und die junge Tänzerin aufeinandertreffen, sprühen die Funken und ihre gegenseitige Anziehung ist unbestreitbar. Allerdings stellt sich dieser Carries beste Freundin Olivia in den Weg, die Männer bisher als Wegwerfware betrachtete und nun zu der Einsicht kommt, dass Jake der Mann für sie sein könnte; Konflikte? Vorprogrammiert.
Während man sich noch über Olivias Verhalten echauffiert, bekommt man gleichzeitig ganz andere Blickwinkel auf Carrie, die ihrem Ziehvater Phil im Club „Blue Strings“ aushilft. Sie scheint ihre neue Aufgabe ohne größere Bedenken anzupacken und vielleicht mag es der ein oder andere schon ahnen – aber der Club verursacht Probleme.
Sehr schnell hat Carrie mit dem üblen Carlos zu kämpfen, der sie für sich vereinnahmen will. Und ihre Freunde können ihr in dieser schwierigen Zeit kaum beistehen, da Nolan mit eigenen Problemen beschäftigt ist und sie Olivia wegen Jake vergrault hat. Dieses zweite Drittel des Buches lässt Carrie in einem unangenehmen Licht da stehen; doch es verrät auch einiges über Jake, was es leichter macht, sein Verhalten zu verstehen.
Schön zu lesen ist die Vertiefung der Beziehung zwischen Jake und Carrie, die in das rasante, letzte Drittel führt. Spannung pur, das Auflösen von Jakes Problemen und das Klären von Phils Verschwinden sind nur einige Aspekte, die hier zur Sprache kommen. Etwas störend fand ich allerdings die rasche Abhandlung dieser Ereignisse, die doch etwas mehr Buchseiten verdient hätten. Es bleiben viele Fragen in Bezug auf Jake und Carrie offen, die auf eine Klärung in den Nachfolgebänden hoffen lassen. Dennoch war das Entwickeln der Beziehung interessant beschrieben und auch der langsame Aufbau des Tattoo-Shops macht Lust auf die Folgebände.

Insgesamt hakte die inhaltliche Gesamthandlung an wenigen Stellen und wirkte auf mich etwas konstruiert. An dieser Stelle erwähnt werden sollte das zweite Zusammentreffen von Jake und Carrie im Club, das dem Zweck dient, die Handlung voranzubringen.
Nicht immer waren die Verhaltensweisen der Charaktere nachvollziehbar, doch besaßen sie alle etwas in ihrer Persönlichkeit, das sie als Person authentisch machte. Durch das Aufzeigen mancher Schwächen wurden die Charaktere greifbar, auch wenn die Autorin manches Klischee eingebaut hat, das jedoch nicht weiter störend wirkt.

Fazit
Amy Baxter hat mit „ Never before you“ ein kurzweiliges und vergnügsames Leseerlebnis geschaffen, das einen lockeren und flüssigen Schreibstil bieten kann. Da es sich hierbei um den Auftaktband der San Francisco Ink Reihe handelt, rechne ich damit, dass die Nachfolgebände einige offene Fragen klären und ihr Potential voll ausschöpfen, was hier noch ausbaufähig gewesen wäre.
Wer nach einer unterhaltsamen und prickelnden Lektüre sucht, die auch noch Spannung zu bieten hat, ist mit „Jake und Carrie“ an der richtigen Adresse.
Da ich allerdings bei der Entwicklung noch Potential sehe, gebe ich 3 1/2 Sterne.

  • Cover
  • Erotik
  • Figuren
  • Gefühl
  • Musik