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Veröffentlicht am 21.02.2021

Wenn Lügen eine Familie entzweien

Die Pilotin
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Als Nancy im Frühjahr 1942 ein Telegramm erhält, sich einer Gruppe Elitepilotinnen anzuschließen, entscheidet sie sofort, diesem Aufruf zu folgen. Dort beginnt für die junge Pilotin nicht nur ein neues, ...

Als Nancy im Frühjahr 1942 ein Telegramm erhält, sich einer Gruppe Elitepilotinnen anzuschließen, entscheidet sie sofort, diesem Aufruf zu folgen. Dort beginnt für die junge Pilotin nicht nur ein neues, aufregendes Leben, sondern sie findet auch eine Liebe, die nicht sein dürfte: Denn Mac ist verheiratet und sie selbst verlobt…

Im Jahr 2006 setzt Nancy ihre Enkelin Sarah darauf an, ihre damalige Liebe Mac aufzusuchen. Unwissend, welche Geheimnisse ihrer Familie ans Tageslicht kommen werden, möchte Sarah dieser Bitte nachgehen – und ahnt dabei nicht, wie schmerzhaft Lügen sein können.

Mit „Die Pilotin“ hat Amelia Carr einen interessanten Roman geschaffen, welcher die Geheimnisse und Lügen einer Familie beleuchtet. Abwechselnd in der Vergangenheit und Gegenwart erzählt, ergründet der Leser zusammen mit Sarah Stück für Stück, wie Nancys Leben verlaufen ist und mit welchen Fehlern sie diejenigen am meisten verletzt hat, die ihr besonders nahestehen…

Besonders die ausgeprägten Schwächen der verschiedenen Charaktere sind ein Stärke Carrs, findet man sich als Leser doch immer wieder im Zwiespalt, ob die Handlungsweise Nancys gutgeheißen werden kann oder nicht. Ich persönlich bin mit manchen der Protagonisten leider nicht warmgeworden, weil sich mir die getroffenen Entscheidungen nicht erschlossen haben. Es mag menschlich sein, Fehler zu machen, doch Nancy hat mit ihrer anfänglichen „Begründung“, ihre Familie schützen zu wollen, so viele Personen verletzt. Dem ein oder anderen Leser mag gerade diese Nahhaftigkeit der Charaktere gefallen, doch ich konnte mich damit leider nicht anfreunden.

Des Weiteren hat mich die Art des Erzählens an mancher Stelle verwirrt. Wie bereits angedeutet, wird die Handlung in Vergangenheit und Gegenwart vorgetragen, wobei sowohl die Erzählart als auch die Protagonisten des Öfteren wechseln. Dadurch zieht sich der Handlungsverlauf an manchen Stellen in die Länge, weil Protagonisten in Kapiteln als „Erzähler“ zu Wort kamen, die in meinen Augen allerdings nicht wirklich wichtig waren. Wer sich außerdem einen historischen Roman erhofft, wird in gewissem Maße enttäuscht werden: So hatte ich mir doch mehr Hintergründe zu den damaligen Kriegsgeschehen gewünscht und wie die Bevölkerung Großbritanniens damit umgegangen ist – für mich konnte nur eine Stelle im Buch diese Erwartung erfüllen.

Letztendlich lässt mich „Die Pilotin“ zwiegespalten zurück – wie ich es auch während des Leseprozesses wahrgenommen habe. Die Handlung ist keineswegs schlecht und Carrs Schreibstil ist sehr angenehm, doch mit den Eigenheiten der Charaktere kommt wohl nicht jede/r Leser/in klar. Schade fand ich auch, dass gegen Ende viel zu viele Plottwists miteingebaut wurden, die in der Handlung nie angedeutet wurden. Es sollte unbedingt für jeden Charakter so etwas wie ein Happy End geschaffen werden, doch das ging leider daneben.

„Die Pilotin“ ist beileibe kein schlechter Roman, doch ich hatte mir eindeutig mehr erhofft. Wer sich gut in nahbare Protagonisten hineinversetzen kann, ist eingeladen, einen Versuch zu wagen. Auch wenn der Roman einige Schwächen aufweist, so hat er mir dennoch eine gute Unterhaltung beschert.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 03.04.2019

Finde Deinen glücklichen Weg

Wir zwei auf Wolke sieben
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Gerade noch war Lea mit ihrem Freund Sebastian in eine neue Wohnung gezogen, da macht er auf einmal per Brief mit ihr Schluss. Samt ihrer Ersparnisse ist ihr Fast-Verlobter geflohen – nur den roten Kater ...

Gerade noch war Lea mit ihrem Freund Sebastian in eine neue Wohnung gezogen, da macht er auf einmal per Brief mit ihr Schluss. Samt ihrer Ersparnisse ist ihr Fast-Verlobter geflohen – nur den roten Kater hat er dagelassen. Lea findet sich mit den Trümmern ihrer unperfekten Beziehung konfrontiert und beschließt, ihrem Ex hinterher zu reisen. Nach London, Paris und Wien führt die Reise, bis Lea sich endlich fragt, ob Sebastian ihre Liebe überhaupt verdient hat…

Mit "Wir zwei auf Wolke sieben" hat Anja Rauter einen humorvollen Unterhaltungsroman geschaffen, der dem Ende einer Beziehung neue Hoffnungsschimmer entgegenstellt. Zu anfangs ist Lea eine wenig selbstbewusste Protagonistin, die sich in der Mündigkeit einer Beziehung verloren hat und nun total auf sich alleingestellt ist. Sie bekommt einen Job in der Beautybranche, der ihr so gar nicht zusagt und testet in dessen Auftrag alle möglichen Beauty-Make-Over rund um die Welt.
Der genannte Ex-Freund Sebastian bekommt im Roman nur wenig Raum, doch seine geschilderten Handlungen reichen, um eine unsympathische Wirkung zu erzeugen. An mancher Stelle hätte ich mir hier fast mehr Sebastian gewünscht, damit der Leser besser nachvollziehen kann, warum er wirklich so gehandelt hat; purer Egoismus ist für mich keine zufriedenstellende Erklärung.
Als Lea vor den Trümmern ihrer Beziehung steht, halten ihre zwei besten Freunde Su und Armin natürlich fest zu ihr. Beide Charaktere machen einen liebenswürdigen Eindruck, haben allerdings die Angewohnheit, Lea zu bevormunden. Mit ihren chaotischen Aktionen versuchen sie Lea zu helfen und treiben sie manchmal zur Weißglut, bis sie endlich ein Machtwort spricht und somit ihren selbstbestimmten Weg ein Stück weitergeht. Leider bleiben die beiden auch ein wenig blass und vermitteln den Eindruck von Stereotypen: Die schöne sportliche Frau, die sehr auf ihre Linie achtet und der schwule beste Freund, dessen Beziehung von Eskapaden geprägt ist. Auch die anderen im Buch auftretenden Charaktere orientieren sich an den typischen Klischees und sollen den humorvollen Ton unterstützen, doch ihre Art ist überzeichnet.
Letztendlich wäre da noch Mattheo, ein Freund von Su, der an Charme kaum zu überbieten ist. Er wird für Lea zu einer verlässlichen Stütze und zeigt ihr, dass sie auch ohne ein Lebenszeichen von Sebastian auskommt.

Der Handlung des Romans ist einfach zu folgen, hat er doch eine "vorbestimmte" Reiseroute: Erst London, dann die Stadt der Liebe und anschließend Wien. Zufälligerweise führen Leas Jobs sie genau in die Städte, in denen ihr Ex Sebastian seine Fotoausstellung präsentiert. Natürlich versucht sie immer wieder, ihn mit seiner Flucht zu konfrontieren, scheitert jedoch aus verschiedenen Gründen.
Dank des flüssigen Schreibstils kann man dem Geschehen gut folgen und muss doch an mancher Stelle schmunzeln. Dennoch hätte ich mir tiefere Charaktere und weniger Klischees gewünscht – sie hätten nicht unbedingt sein müssen!

Alles in allem ist "Wir zwei auf Wolke sieben" ein solider Unterhaltungsroman, der mit ausgebauten Charakteren und weniger Klischees zu einem sehr guten, humorvollen Roman hätte werden können. Eine Leseempfehlung spreche ich an jene Leser aus, die eine leichte Lektüre für Zwischendurch benötigen. Daher 3/5 Sternen.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Eine Geheime Familie

Das Geheimnis der Königin
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Nach dreizehn Jahren im Kloster wird Prinzessin Catherine de Valois von Frankreich an den heimischen Hof zurückgeholt. Ihre Aufgabe: König Heinrich V. von England zu heiraten, den „Schlächter von Agincourt“, ...

Nach dreizehn Jahren im Kloster wird Prinzessin Catherine de Valois von Frankreich an den heimischen Hof zurückgeholt. Ihre Aufgabe: König Heinrich V. von England zu heiraten, den „Schlächter von Agincourt“, um einen endgültigen Frieden zwischen beiden Ländern zu sichern.
Entgegen ihrer Erwartungen findet sie Gefallen an Heinrich. Doch mit der Geburt des gemeinsamen Sohnes und Heinrichs baldigem Tod findet sich Catherine in einer Spirale des Verlustes wieder, die sie in den Abgrund zu stürzen droht; ihr einziger Rettungsanker: Owen Tudor.

Mari Griffith hat einen historischen Roman geschaffen, der sich nicht stur an den Gegebenheiten orientiert. Der Fokus liegt auf den Beziehungen zwischen bekannten Charakteren, ihrem Leid und ihrer Entwicklung, wodurch wir wunderbare Einblicke in ihre Gefühlswelt erhalten.
Catherine de Valois, welche als „Begründerin“ der Tudor-Dynastie anzusehen ist, hat eine schwere Bürde zu tragen. Verluste, Intrigen und gesellschaftlicher Druck zeichnen ihr Leben, bis zuletzt scheint sie alles zu verlieren. Wenige Jahre des Glücks sind ihr mit Owen Tudor vergönnt, bevor auch dieses in tausend Teile zerspringt.

Im Roman wird Catherine als leicht naive Frau dargestellt, verbrachte sie ihre ersten Lebensjahre doch abgeschieden in einem Kloster. Von dem Verhalten einer wahren Königin – selten eine Spur. Ihre wahrliche Akzeptanz, Königin zweier Länder zu sein, bleibt aus; ebenso ihre Beteiligung an Hof oder Politik, wie es ihre Mutter Isabeau zu tun pflegte. Trotz ihres Status‘ als Königin lässt sie sich in eine Nischenrolle zurückdrängen, gibt die Kontrolle über ihren Sohn ab und reagiert erst, wenn es längst zu spät ist. Vielleicht, weil sie das Verarbeiten vieler Verluste die letzte Stärke gekostet hat.
Owen Tudor wird hingegen als solider Charakter dargestellt, steht er Catherine doch treu zur Seite und wahrt ihr beider Geheimnis über Jahre hinweg. Er wird als liebender Vater aufgezeigt, der für sein Familienglück kämpft, auch wenn er es im Stillen tun muss.
Neben den beiden Hauptprotagonisten finden sich einige Nebencharaktere, die Sympathien wecken konnten. Wie etwa Henry Beaufort, ein treuer Unterstützer von Catherine und Owen oder Guillemote, Catherines wahre Freundin.

Auch wenn interessante Einblicke in die Gefühlswelten der Figuren erfolgen, so muss doch festgehalten werden, dass diese nicht immer nachvollziehbar erscheinen. Beachtet werden muss hierbei, dass zwischen den Kapiteln jahrelange Zeitsprünge erfolgen – aus diesem Grund wird Trauer wohl schnell abgehandelt.

Daher ist mit leichter Enttäuschung zu erwähnen, dass viele dieser Nebencharaktere im Fluss der Handlung verschwinden oder kurzerhand ausradiert werden. Oft bleiben zuvor geschilderte Handlungsstränge offen, werden in aller Kürze abgehandelt und vergessen. Da bleibt unweigerlich ein leicht verwirrter Leser zurück, der darüber rätselt, ob das eben Angedeutete als Spannungsbogen zu verstehen ist… aber nein, eine verschwundene Handlung bleibt verschwunden.
Leider bleibt auch der angedeutete Spannungsbogen nur angedeutet im Hintergrund, lässt sich zwar erahnen, spitzt sich aber nie wirklich zu. Die Katastrophe ist vorherzusehen, enthält einen wunderbar abstoßenden Sündenbock und treibt die Königin in tiefe Verzweiflung.

Dafür fließen die Geschehnisse dank Mari Griffiths Schreibstil schön dahin. Es ist ein wirklicher Lesefluss, der sich bildet, hüpft er auch durch die Jahre und legt den Fokus manchmal auf -so scheint es- liebevolle Kleinigkeiten.

Als Historischen Roman darf „Das Geheimnis der Königin“ daher wohl weniger verstanden werden. Dafür fehlt doch die Tiefe der Fakten, die Ränkespiele bei Hofe; es ist eher der Einblick in das Leben einer kleinen Familie, die gar nicht existieren sollte… und in das Leben einer Frau, der trotz vieler Schicksalsschläge ein wenig Glück vergönnt war.

Wer eine leichte Lektüre mit historisch angehauchten Fakten sucht, wird bei diesem Roman fündig werden. Ein flüchtiger Zeitvertreib, der allerdings dazu auffordert, sich mehr mit der englischen Geschichte zu beschäftigen.

  • Cover
Veröffentlicht am 05.11.2017

Die Magie der Worte erreicht nicht jeden...

Bird and Sword
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Eckdaten

Titel: Bird and Sword
Autor: Amy Harmon
Verlag: LYX-Verlag (26. Oktober 2017)
Teil 1 der Bird-and-Sword-Reihe, Band 2 „The Queen and the Cure“

Klapptext

Ein Mädchen ohne Stimme.
Ein König ...

Eckdaten

Titel: Bird and Sword
Autor: Amy Harmon
Verlag: LYX-Verlag (26. Oktober 2017)
Teil 1 der Bird-and-Sword-Reihe, Band 2 „The Queen and the Cure“

Klapptext

Ein Mädchen ohne Stimme.
Ein König in Ketten.
Ein Fluch, der sie vereint.

Mit fünf Jahren musste Lark mit ansehen, wie ihre Mutter vor ihren Augen hingerichtet wurde. Mit dem letzten Atemzug nahm sie ihrer Tochter die Stimme und die Macht der Worte. Denn Magie ist eine Todsünde in Jeru. Dreizehn Jahre später erscheint der junge König Tiras am Hof von Larks Vater, um diesen an seine Treuepflicht im Krieg zu erinnern. Er nimmt die stumme junge Frau als Geisel mit sich. Zunächst fürchtet Lark den König, doch sie merkt schnell, dass Tiras ebenso wenig frei ist wie sie und dass die Liebe womöglich die einzige Waffe ist, die ihrer beider Ketten sprengen kann -

Cover

Das in sanften Gelb- und Goldtönen gehaltene Cover zeigt eine junge Frau, umgeben von fliegenden Federn. In Anbetracht der derzeitigen Fantasybranche kein ungewöhnliches Cover, zieren doch zuhauf Mädchen in schönen Kleidern die Vorderseite eines verheißungsvollen Romans.
Bei „Bird and Sword“ kann man diesem Bild dennoch eine Bedeutung zukommen lassen; wer das Buch aufmerksam verfolgt, wird vielleicht bemerken, welche Szene hier dargestellt wird…

Einschätzung

Die sprachlich wunderbar gestaltete Leseprobe verspricht einen interessanten Fantasyroman, der magische Elemente der neuen Art mit kriegerischer Spannung vereint. Kann „Bird and Sword“ dieser Erwartung gerecht werden?

Mit der stummen Hauptprotagonistin Lark wird der Leser in das Geschehen eingeführt und lernt eine liebenswerte, junge Frau kennen, die ihre eigenen Prinzipien zugunsten der der anderen zurückstuft. Aufgewachsen wie ein Vogel in einem Käfig hat sie sich so eine gewisse Naivität bewahrt, die mit der eines unschuldigen Kindes zu vergleichen ist. Aus der Ich-Perspektive geschildert, vernehmen wir Larks Gedanken und Eindrücke, die ihre Stummheit zu keinem störenden Faktor machen.
Neben Lark zählt auch König Tiras als wichtiger Charakter, wobei sich bei ihm die Geister scheiden. Einmal verständnisvoll und geduldig, wirkt er im nächsten Moment wie der typische, verstockte Steinzeitmann, der weder seine Gefühle nachvollziehen kann, noch ehrenhaft mit seinen Mitmenschen umgeht.
Daher sind es die Nebencharaktere, welche der Geschichte ihren Reiz verleihen. Der Troll Boojohni oder auch Tiras‘ Gefolgsmann Kjell wecken das Interesse des Lesers und lassen einen wünschen, mehr über diese Gestalten zu erfahren. Leider bleiben beide schlichte Randgestalten und dienen nur der näheren Charakterisierung der Hauptprotagonisten, die dennoch nicht überzeugend wirkt.
Wer gerade bei der kindlich dargestellten Lark eine charakterliche Entwicklung erwartet, wird enttäuscht werden. Auch von Tiefe kann bei diesen Protagonisten nicht gesprochen werden, denn trotz Ich-Perspektive erfährt man wenig über die wahre Gefühlswelt der jungen Frau.

Die Idee, welche hinter der Magie der Worte schlummert, ist eine faszinierende. Worte, welche die Macht haben, zu schaden oder zu heilen. Verschiedene Arten der Magie, die das Land Jeru bestimmen – und die dennoch im Geheimen ausgeübt werden müssen. Ein Krieg, der Tiras‘ Königreich zu vernichten droht. Vielversprechende Ansätze sind da. Die Umsetzung gelingt nicht immer.

Die Erwartung eines Fantasyepos à la Brooks oder Rothfuss ist an dieser Stelle nicht angebracht, führt sie doch nur zu Enttäuschung, wie es bei mir der Fall war. Anstatt eines spannend umgesetzten Kampfes um das Heimatland der Bewohner, bekommt der Leser eine Geschichte serviert, die sich hauptsächlich an zwei Charakteren orientiert. Von der näheren Beschreibung des geheimnisvollen Landes Jeru fehlt leider jede Spur, Handlungsstränge erscheinen vorhersehbar und plotholes führen zu irritierten Rückfragen, die nie aufgelöst werden. Immer wieder bekommt der Leser Informationen zugespielt, die er für wichtig hält; Anspielungen, die auf Kosten der Haupthandlung jedoch nie vollständig erläutert werden.

Dabei hätte „Bird and Sword“ so viel Potenzial! Der schöne Schreibstil Amy Harmons garantiert einen stetigen Lesefluss und bildreiche Vorstellungen. Es scheitert an der Planung einer unausgereiften Fantasywelt.
Harmon, die sonst für ihre gefühlvollen Liebesromane bekannt ist, hat einen wenig überzeugenden Ausflug in die Welt der Fantasy gewagt. Keineswegs als schlecht abzustempeln, kann dieser Roman durchaus unterhalten – doch die Errichtung einer Fantasiewelt benötigt Zeit und überlegte Planung, die hier leider nicht zu spüren war…

Wer mit den richtigen Erwartungen an „Bird and Sword“ herangeht, wird durchaus unterhalten werden und eine kurzweilige Lesezeit vollbringen. Meine Erwartungen waren wohl die falschen, aber vielleicht schafft es Harmon, mich mit einem anderen Buch zu verzaubern... nur wird es bei mir nicht „Bird and Sword“ sein.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Fantasie
  • Gefühl
Veröffentlicht am 31.10.2017

Wenig überzeugende Schatzjagd nach Indien

IMMORTAL - DER UNSTERBLICHE
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Eckdaten

Titel: IMMORTAL – Der Unsterbliche
Autor: Krishna Udayasankar
Verlag: Luzifer-Verlag (31. Oktober 2017)
Preis: 2,99 € (eBook), 13,95 € (Taschenbuch) à 400 Seiten

Inhalt

Ein Professor, der nicht ...

Eckdaten

Titel: IMMORTAL – Der Unsterbliche
Autor: Krishna Udayasankar
Verlag: Luzifer-Verlag (31. Oktober 2017)
Preis: 2,99 € (eBook), 13,95 € (Taschenbuch) à 400 Seiten

Inhalt

Ein Professor, der nicht sterben kann, auf der Suche nach dem Stein der Weisen…

Als Krieger namens Asvattama geboren, verbüßt der heutige Professor Bharadvaj die Strafe des ewigen Lebens. Mit der Annahme verschiedener Identitäten verdingt er sich nun als Historiker, welcher es aufgegeben hat, das Geheimnis hinter seiner Unsterblichkeit lüften zu wollen.
Doch plötzlich steht die junge Maya Jervois vor seiner Tür, die ihn mit nichts anderem beauftragt, als nach dem Stein der Weisen zu suchen – dem Stein, der das Rätsel seines Daseins lösen könnte.
Eine Schatzjagd voller Gefahren beginnt, denn der Professor und Maya sind nicht die Einzigen, die das Geheimnis des „Varja“ lüften wollen…

Cover

Das in recht dunklen Tönen gehaltene Cover verspricht eine Geschichte voller Abenteuer und Geheimnisse. Durch die indisch angemuteten Ornamente und Gebäude im Hintergrund fühlt man sich sofort nach Indien versetzt. Ein schönes Cover voller Mystik!

Einschätzung

Ein zynischer Professor der nicht altert, skrupellose Gegner und eine Schatzjagd, die einen mit glänzenden Augen an Gold denken lässt…
Nicht zuletzt wegen besagter Schatzjagd und dem indischen Setting habe ich mich an „IMMORTAL“ gewagt, denn beides hat mich schon immer fasziniert.

Mit einem recht brutalen Prolog landet der Leser direkt im Geschehen und lernt den Professor kennen, welcher sich aus einer brenzligen Situation befreit. Schon von Beginn an fallen die komplizierten Orts- und Götternamen ins Auge, die sich durch den gesamten Roman ziehen. Eine gute Gelegenheit, um mehr über Indiens Götterwelt zu recherchieren – doch mit der Zeit wird der Lesefluss dadurch gewaltig gehemmt.

Die Charaktere, neben dem Professor vor allem Maya Jervois und Manohar, konnten mich in ihrer Authentizität nicht überzeugen. Bharadvaj, der gerne über sein viertausend Jahre andauerndes Leben philosophiert und komplizierte Zusammenhänge in Sekunden herstellt, bekommt durch diese Charakterzüge nicht nur den Hauch eines amerikanisierten Bad Boys, sondern wirkt durch seine Überlegenheit auch sehr arrogant. Nur zu gerne lässt er seine Mitreisenden darüber rätseln, wo die nächsten Teile des „Varja“ zu finden sind. Und trotz seiner langen Lebensspanne sowie der daraus resultierenden Menschenkenntnis zweifelt er keine Sekunde an der Ehrlichkeit Maya Jervois‘.
Eben genannte konnte bei mir keine Sympathie erringen. Aufgrund ihres Berufs hatte ich mir eine toughe Frau erhofft, die sich selbst zu helfen weiß. Allerdings vermittelt Jervois eher den Eindruck einer angegriffenen Diva, die mit Manohar um die Gunst des Professors konkurriert und sich bissige Wortgefechte liefert…
Als Mitarbeiter/Freund von Bharadvaj konnte Manohar noch die meisten Sympathiepunkte erringen. Er versteht seinen Job und wirkt kompetent, bis er sich auf das Gunstgerangel mit Jervois einlässt.

Die Gesamthandlung weist durchweg einen roten Faden auf und ist dank des flüssigen Schreibstils mit einigen Spannungsmomenten gespickt. So war die Jagd nach dem Stein der Weisen durchaus interessant und auch das Setting der alten, indischen Tempel konnte positiv überraschen. Doch die schnellen Schlussfolgerungen des Professors, gefolgt von häufigen Rückblenden in seine Vergangenheit, lassen den Leser oft verwirrt zurück.

In der Tat sind die Grundansätze von „IMMORTAL – Der Unsterbliche“ nicht schlecht. Mit einer interessanten Idee und einem schönen Setting hat Krishna Udayasankar die richtigen Grundbausteine gelegt. Leider konnten mich weder Charaktere noch Umsetzung der Handlungsstränge wirklich überzeugen.
Ein teilweise unterhaltsamer Ausflug in die indische Götter- und Schatzwelt, daher von mir 2/5 Sternen.