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Yolande

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.11.2019

Ein spannender Thriller mit grandiosem Setting

Der zehnte Gast
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Inhalt (Klappentext):

Das Mitchell’s Inn in den Wäldern der Catskill Mountains ist der perfekte Ort für ein gemütliches Wochenende. Doch als ein Schneesturm aufzieht, der jeglichen Kontakt zur Außenwelt ...

Inhalt (Klappentext):

Das Mitchell’s Inn in den Wäldern der Catskill Mountains ist der perfekte Ort für ein gemütliches Wochenende. Doch als ein Schneesturm aufzieht, der jeglichen Kontakt zur Außenwelt unmöglich macht, wird das Hotel zur tödlichen Falle. Denn ein Gast nach dem anderen stirbt unter mysteriösen Umständen. Jeder weiß: Der Mörder muss unter ihnen sein - und es gibt keine Möglichkeit, die Polizei zu alarmieren oder zu fliehen ...


Das Setting ist grandios gewählt und erinnert ein wenig an Agatha Christie. Obwohl es zu Beginn noch wie ein gemütliches Wochenende für alle Beteiligten aussieht, ist durch die Auswahl der verschiedenen Charaktere schon eine unterschwellige Spannung spürbar, die im Verlauf der Geschichte ständig ansteigt. Die Persönlichkeiten sind gut heraus gearbeitet und nicht jeder ist ein Sympathieträger. Irgendwie hat jeder etwas zu verbergen oder ist ein wenig undurchsichtig. Die Autorin spielt geschickt mit den Erwartungen des Lesers, ständig wird die Aufmerksamkeit auf einen anderen Aspekt gelenkt, so bleibt die Auflösung fast bis zum Ende unklar und selbst danach gibt es noch eine kleine Überraschung. Dieses Buch war für mich das zweite von Shari Lapena und ich wurde wieder einmal sehr gut unterhalten. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, manche Belanglosigkeiten werden, vielleicht um die Spannung zu erhöhen, unnötig dramatisiert, aber das fand ich nicht so störend. Ich kann dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen, die beste Lektüre für ein gemütliches Winterwochenende, wenn draußen ein Schneesturm tobt.

  • Cover
  • Spannung
  • Idee
  • Geschichte
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 29.10.2019

Eine Hommage an die Menschlichkeit, Moral und Gerechtigkeit

Wer die Nachtigall stört ...
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Harper Lee wurde am 28. April 1926 in Monroeville, Alabama, USA geboren. Ihr bürgerlicher Name ist Nelle Lee. Ihr Vater war Rechtsanwalt und Senator der Demokratischen Partei in Alabama. Bereits als Kind ...

Harper Lee wurde am 28. April 1926 in Monroeville, Alabama, USA geboren. Ihr bürgerlicher Name ist Nelle Lee. Ihr Vater war Rechtsanwalt und Senator der Demokratischen Partei in Alabama. Bereits als Kind schrieb sie sehr gern, begann jedoch nach ihrer Schulzeit zunächst mit einem Jurastudium, dass sie jedoch später abbrach. "Wer die Nachtigall stört" war ihr erster und einziger Roman und sie erhielt dafür 1961 den Pulitzer-Preis. Ein Großteil der Figuren des Romanes tragen autobiografische Züge. Auch ihr Kindheitsfreund Truman Capote wurde als Feriengast Dill verewigt. Harper Lee starb am 19. Februar 2016 in dem Altenheim in Monroeville, in dem sie ihre letzten Lebensjahre verbracht hatte. (Quelle: Wikipedia)

Inhalt (Klappentext):

Amerika in den 30er Jahren. In die idyllische Südstaaten-Kindheit der achtjährigen Scout und ihres älteren Bruders Jem drängt sich die brutale Wirklichkeit aus Vorurteilen und Rassismus. Scouts Vater Atticus, ein menschenfreundlicher Anwalt, soll den schwarzen Landarbeiter Tom Robinson verteidigen, der angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt hat. Tapfer versuchen Scout und ihr Bruder, das demokratische Gerechtigkeitsempfinden ihres Vaters zu unterstützen und geraten dabei selbst in große Gefahr.

Dieser Klassiker stand schon lange auf meiner Must-Read-Liste. Natürlich wusste ich grob über den Inhalt Bescheid, war aber zunächst überrascht, dass die Geschichte aus der Sicht der ca. 10-jährigen Scout geschrieben ist. Es lässt sich langsam an, zu Beginn erinnerte es mich ein wenig an Mark Twain. Die Ich-Erzählerin beschreibt ihre unschuldigen Kindheitserlebnisse im ländlichen Amerika der 30er Jahre. Atticus Finch ist ein liebevoller Vater, der seinen Kindern zwar viel Freiraum lässt, aber immer auf ein moralisches Handeln achtet. Nach und nach ändert sich die idyllische Stimmung im Ort und durch den klaren Kinderblick wird die Absurdität und Bigotterie im Verhalten der Erwachsenen noch deutlicher. Die Spannung steigt im Verlauf der Geschichte immer mehr an und mündet in ein überraschendes Finale.

Ich fand das Buch großartig. Es ist eine Hommage an die Menschlichkeit, Moral und Gerechtigkeit und zählt ab jetzt zu meinen absoluten Top-Favoriten.

Veröffentlicht am 22.10.2019

Unterhaltsam und sehr "amerikanisch"

Unter Verschluss
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Greg Iles wurde 1960 in Stuttgart geboren, wo sein Vater die Klinik der amerikanischen Botschaft leitete. Im Alter von 4 Jahren zog er mit seiner Familie nach Natchez/Mississippi, wo er auch heute noch ...

Greg Iles wurde 1960 in Stuttgart geboren, wo sein Vater die Klinik der amerikanischen Botschaft leitete. Im Alter von 4 Jahren zog er mit seiner Familie nach Natchez/Mississippi, wo er auch heute noch lebt. Nach seinem Studium war er zunächst Gitarrist und Sänger in einer Band. Seit 1989 ist er schriftstellerisch tätig. (Quelle: Wikipedia)

Inhalt (Klappentext):

Penn Cage kennt den Tod wie seine Westentasche: Als Staatsanwalt in Houston hat er sechzehn Menschen in die Todeszelle gebracht. Doch nach dem plötzlichen Tod seiner Frau sehnt er sich nach Ruhe und Frieden. Mit seiner kleinen Tochter begibt er sich in die Stadt seiner Kindheit, um den Schatten der Vergangenheit zu entfliehen. Doch Natchez, Mississippi, ist nicht der Ort, um seine Trauer zu begraben. Ein dunkles Geheimnis umgibt diese Stadt im Süden der USA, ein Geheimnis, das mit den Rassenunruhen der 60er Jahre verknüpft ist, und an dessen Aufdeckung niemand Interesse bekundet. Doch Penn Cage ist ein zu integrer Staatsanwalt, um ungesühnte Verbrechen, zumal solche, die bis in die höchsten Kreise des amerikanischen Establishements reichen, dem Vergessen anheimzustellen. Eine junge und attraktive Journalistin unterstützt ihn bei den Recherchen, die beide in große Gefahr bringen.

Es handelt sich hier um einen rasanten Thriller, der sich nicht mit langem Vorgeplänkel aufhält, sondern schon nach wenigen Seiten Spannung bietet. Penn Cage ist ein sympathischer Protagonist, der als Ich-Erzähler auftritt und sich durch seine gradlinige und integre Art gerne Ärger einhandelt. Der Plot ist ziemlich komplex und gerade zu Beginn sind die Zusammenhänge völlig unklar, aber die Auflösung ist stimmig und auch einigermaßen überzeugend. Gut, manches wirkt übertrieben und dass die Reichen und Mächtigen immer üble Leichen im Keller haben, hat schon etwas von Verschwörungstheorie. In dieser Hinsicht ist das Buch schon sehr "amerikanisch", aber es war spannend und ich habe mich sehr gut unterhalten. Besonders die packende Gerichtsverhandlung hat mich an die frühen John Grisham-Romane erinnert, die ich damals verschlungen habe.

Fazit: Ein gelungener und vielversprechender Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht.

Veröffentlicht am 20.10.2019

Eine melancholische Reise durch das Jahr

Die dreizehn Monate
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Es tickt die Zeit. Das Jahr dreht sich im Kreise. Und werden kann nur, was schon immer war. Geduld, mein Herz. Im Kreise geht die Reise. Und dem Dezember folgt der Januar.

"Die dreizehn Monate" ist ein ...

Es tickt die Zeit. Das Jahr dreht sich im Kreise. Und werden kann nur, was schon immer war. Geduld, mein Herz. Im Kreise geht die Reise. Und dem Dezember folgt der Januar.

"Die dreizehn Monate" ist ein Gedichtzyklus von Erich Kästner, der 1955 als Buch erschien. Ursprünglich schrieb er diese Gedichte im Auftrag der Schweizer Illustrierten Zeitung, in der sie zwischen Dezember 1952 und Dezember 1953 als monatliche Serie erschienen. Das Gedicht zum dreizehnten Monat schrieb Kästner erst 1954. (Quelle: Wikipedia)

Es handelt sich um ein kleines Büchlein, das sich sehr schnell liest. Jeder Monat beginnt mit einer passenden Illustration von Hans Traxler. Die Gedichte sind zum größten Teil melancholisch und thematisieren das Vergehen das Zeit. Ich kenne schon ein paar Gedichte von Erich Kästner und hatte mir hier ein wenig mehr Verschmitztheit und Augenzwinkern erhofft, aber schon beim Lesen des Vorworts fiel mir der ernste Unterton auf. Trotzdem sind die Gedichte sehr schön und das Büchlein eignet sich hervorragend zum Verschenken an liebe Verwandte und Freunde.

Veröffentlicht am 19.10.2019

Unterhaltsam, aber manchmal auch etwas nervig

Die Zweisamkeit der Einzelgänger
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Der deutsche Theaterschauspieler Joachim Meyerhoff ist mit seinen Erinnerungen in seinem sechsteiligen Zyklus "Alle Toten fliegen hoch" in den 90er Jahren angekommen. Er schildert seine ersten schwierigen ...

Der deutsche Theaterschauspieler Joachim Meyerhoff ist mit seinen Erinnerungen in seinem sechsteiligen Zyklus "Alle Toten fliegen hoch" in den 90er Jahren angekommen. Er schildert seine ersten schwierigen Jahre als Schauspieler in den Theatern in Bielefeld und Dortmund und erzählt von seinen ersten Liebeserfahrungen. Diese sind äußerst ungewöhnlich, wie fast alles im bisherigen Leben des Erzählers. Normal scheint bei Meyerhoff nichts zu sein. Sprachlich ist das Buch, wie auch schon seine Vorgänger, auf hohem Niveau ohne sperrig zu sein. Im Gegenteil, es liest sich flüssig und schnell. Manche Episoden sind im leichten Plauderton gehalten, es gibt lustige, absurde, aber auch traurige und erschreckende Begebenheiten. Zwischendurch wird es auch mal etwas nervig, besonders die schwierige Dreiecksbeziehung mit den extrem komplizierten Frauen ließ mich das ein oder andere Mal die Augen verdrehen. Der Tod seiner nahen Angehörigen begleitet Meyerhoff in jeder Lebensphase und der Leser spürt den großen Verlust mit jeder Zeile. Am Ende erfährt man auch, wie der Zyklus zu seinem ungewöhnlichen Namen kam. Erstaunlich finde ich, dass er trotz seiner großen Zweifel an der Entscheidung Schauspieler zu werden und die in diesem Buch immer wieder zum Vorschein kommen, später so erfolgreich werden konnte. Aus diesem Grund würde ich gerne auch noch die Fortsetzung dieser Lebensgeschichte lesen.