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Yolande

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Veröffentlicht am 18.08.2019

Gelungener Reihenauftakt

Crimson Lake
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Autor (Klappentext):
Candice Fox stammt aus einer exzentrischen Familie, die sie zu manchen ihrer literarischen Figuren inspirierte. Nach einer nicht so braven Jugend und einem kurzen Zwischenspiel bei ...

Autor (Klappentext):
Candice Fox stammt aus einer exzentrischen Familie, die sie zu manchen ihrer literarischen Figuren inspirierte. Nach einer nicht so braven Jugend und einem kurzen Zwischenspiel bei der Royal Australian Navy widmet sie sich jetzt der Literatur, mit akademischen Weihen und sehr unakademischen Romanen. Für den ersten und zweiten Teil ihrer Trilogie, Hades und Eden, wurde sie 2014 und 2015 mit dem Ned Kelly Award ausgezeichnet.

Inhalt (Klappentext):
Sechs Minuten - mehr braucht es nicht, um das Leben von Detective Ted Conkaffey zu ruinieren. Er zieht nach Crimson Lake, einer Kleinstadt im Norden Australiens, wo ihn niemand kennt. Dort begegnet er Privatdetektivin Amanda Pharrell, die weiß, was es heißt, Staatsfeind Nr. 1 zu sein: Vor Jahren saß sie wegen angeblichen Mordes im Gefängnis. Bei ihrem neuen Fall braucht sie dringend Hilfe. Seine Hilfe...

Mir hat das Buch gut gefallen, besonders die beiden ungewöhnlichen Hauptcharaktere mit ihren ähnlichen Schicksalen. Im Prinzip geht es in der Geschichte nicht nur um eine Ermittlung, auch die Umstände der Verbrechen, die den beiden zur Last gelegt werden, kommen mehr und mehr ans Licht. Dadurch dass der Fokus immer wieder zwischen den verschiedenen Fällen verrutscht, kommt vielleicht keine atemlose Spannung auf, aber die Geschichte schreitet gut voran und es ist nie langweilig. Die beiden Protagonisten Ted und Amanda sind trotz ihrer dunklen Vergangenheit sehr sympathisch, auch wenn Amanda manchmal etwas durchgeknallt wirkt. Die Geschichte ist mehr aus Teds Sicht geschildert, dessen Gedankengängen und Gefühlen der Leser folgen kann, während Amanda für Ted und den Leser eher geheimnisvoll und undurchschaubar ist.
Alles in allem ein gelungener Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht.

Veröffentlicht am 07.08.2019

Cool - cooler - Sam Spade

Der Malteser Falke
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Samuel Dashiell Hammett wurde am 27. Mai 1894 in Maryland geboren. Nach der Teilnahme am 1. Weltkrieg und verschiedenen Aushilfstätigkeiten begann er als Angestellter der Detektivagentur Pinkerton zu arbeiten. ...

Samuel Dashiell Hammett wurde am 27. Mai 1894 in Maryland geboren. Nach der Teilnahme am 1. Weltkrieg und verschiedenen Aushilfstätigkeiten begann er als Angestellter der Detektivagentur Pinkerton zu arbeiten. Seine literarischen Arbeiten basieren zu einem großen Teil auf persönlichen Erfahrungen, die er als Mitarbeiter dort gemacht hatte. Als Schriftsteller arbeitete Hammett ab 1922. Neben seinen Romanen verfasste er eine Reihe von Kurzgeschichten und Drehbüchern. 1937 trat er in die Kommunistische Partei ein. Wegen dieses politischen Engagements wurde er während der McCarthy-Ära zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt. Seine Tantiemen wurden beschlagnahmt und seine Veröffentlichungen gestoppt.
Dashiell Hammett starb am 10. Januar 1961 verarmt in New York und wurde auf dem Soldatenfriedhof Arlington bei Washington beigesetzt. (Quelle: Wikipedia)

Inhalt (Klappentext):
Als die hübsche Brigid den Privatdetektiv Sam Spade und seinen Mitarbeiter Miles Archer um Hilfe bittet, weil sie sich vor einem gewissen Thursby fürchtet, da kann Spade noch nicht wissen, wohin ihn das führen wird. Doch nur kurze Zeit später ist sein Partner tot und er selbst auf der Suche nach dessen Mörder. Je länger Spade nachforscht, desto undurchsichtiger wird der Fall. Eine weitere Leiche wird gefunden, und auf mysteriöse Weise scheinen die Morde etwas mit einer äußerst wertvollen Goldstatue zu tun zu haben, die angeblich Malteser Ordensritter vor hunderten von Jahren anfertigen ließen: dem Malteser Falken. Hinter ihm sind gleich mehrere abgebrühte Gangster her und nicht zuletzt auch die verführerische Brigid. Spade gerät selbst in Bedrängnis, als sich ihm Archers Witwe aufdrängt und ihn die Polizei des Mordes an seinem Partner verdächtigt.

Wer kennt ihn nicht? Die Spur des Falken - den grandiosen Film von 1941 mit Humphrey Bogart und Peter Lorre. Sam Spade, der Prototyp des wortkargen und abgebrühten Privatdetektivs, der auf nicht immer legale Weise ermittelt und auch in den brenzligsten Situationen total cool bleibt. Der Film ist sehr eng an die literarische Vorlage angelehnt und fast kommt es einem vor, als würde man das Drehbuch lesen. Die ganze Story ist sehr dialoglastig und Hammett war sehr großzügig in der Verwendung von Adjektiven.

"Samuel Spades Unterkiefer war lang und knochig, sein Kinn ein vorspringendes V unter dem ausdrucksvolleren V seines Mundes. Die rückwärts geschwungene Linie seiner Nasenflügel bildete ein weiteres, kleineres V. Seine gelbgrauen Augen lagen waagrecht. Das V-Motiv wurde erneut von den Augenbrauen aufgegriffen, die von der Doppelfalte über seiner Hakennase nach außen hin anstiegen, während sein blassbraunes Haar von hohen, flachen Schläfen zu einer Spitze in der Stirnmitte auslief. Er sah aus wie ein eigentlich ganz umgänglicher, blonder Satan." (S. 9)

Die Geschichte ist allerdings ziemlich konfus und verwickelt und man weiß lange nicht, worauf alles hinausläuft (natürlich nur, wenn man den Film nicht kennt). Fast alle Charaktere sind irgendwie zwielichtig und haben Hintergedanken. Diese Art Krimi war wohl damals etwas absolut Neues und schlug ein wie eine Bombe. Ich würde trotzdem eher den Film empfehlen, denn die ausschweifende Art der Erzählung lässt die Gedanken öfter mal abdriften und man sollte schon konzentriert bleiben um dieser verwickelten Story folgen zu können.

Fazit: Eine verwickelte Geschichte, ausschweifend erzählt. Bei Interesse würde ich eher den Film von 1941 empfehlen.

Veröffentlicht am 31.07.2019

Charmant und mitreißend

Zeitenzauber
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Eva Völler wurde 1956 in Velbert/Nordrhein-Westfalen geboren. Nach dem Abschluss ihres Studiums der Rechtswissenschaften und Philosophie in Frankfurt am Main arbeitete sie bis 1992 als Richterin. Danach ...

Eva Völler wurde 1956 in Velbert/Nordrhein-Westfalen geboren. Nach dem Abschluss ihres Studiums der Rechtswissenschaften und Philosophie in Frankfurt am Main arbeitete sie bis 1992 als Richterin. Danach war sie bis 2005 als selbstständige Rechtsanwältin tätig. Seitdem arbeitet sie als freiberufliche Schriftstellerin. Eva Völler veröffentlichte zahlreiche Romane, viele davon auch unter verschiedenen Pseudonymen. Heute lebt Eva Völler mit ihrer Familie am Rande der Rhön in Hessen. (Quelle: Wikipedia)


Inhalt (Klappentext):
Die 17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen - und von einem unglaublich gut aussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern und die Welt verschwimmt vor Annas Augen ...

Es handelt sich um eine mitreißende und charmante
Zeitreisegeschichte, die auf die jugendliche Leserschaft
zugeschnitten und dafür wirklich gut geeignet ist. Die Sprache ist modern und die historische Kulisse Venedigs wird gut beschrieben und in die Geschichte eingebunden. Eine kleine Romanze darf natürlich auch nicht fehlen, alles ganz harmlos und jugendfrei und auch wenn die Bösewichte mit allen Mitteln versuchen ihre Ziele zu erreichen, kommt es nicht zu Gewaltexzessen oder blutrünstigen Detailschilderungen. Die Handlung ist spannend und nicht allzu komplex, so dass man dieser bezaubernden Geschichte gut folgen kann.
Fazit: Eine schöne und bezaubernde Liebes- und Abenteuergeschichte im Zeitreisegewand, die für die jugendliche Leserschaft gut geeignet ist.

Veröffentlicht am 31.07.2019

Der Schlüssel liegt in der Vergangenheit

Ein irischer Dorfpolizist
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Graham Norton wurde am 4. April 1963 in Clondalkin/Irland geboren. Sein richtiger Name ist Graham William Walker. Nach seiner Schulzeit studierte Norton zwei Jahre Englisch und Französisch, brach das Studium ...

Graham Norton wurde am 4. April 1963 in Clondalkin/Irland geboren. Sein richtiger Name ist Graham William Walker. Nach seiner Schulzeit studierte Norton zwei Jahre Englisch und Französisch, brach das Studium aber ab und zog nach San Francisco. Nach einiger Zeit ging er nach Großbritannien, wo er an der Central School of Speech and Drama in London Schauspiel studierte. Durch seine Rolle als Priester Noel Furlong in der Sitcom "Father Ted" wurde er einer breiten Öffentlichkeit bekannt. "Ein irischer Dorfpolizist" (orig. Holding) ist sein Debütroman und erschien 2016. Das Buch wurde im gleichen Jahr mit dem Irish Book Award als bester Roman ausgezeichnet. Graham Norton lebt heute in London. (Quelle: Wikipedia)


Inhalt (Klappentext):
Duneen liegt wirklich am Arsch der Welt, ganz unten im Süden Irlands. Große Dramen finden hier nicht statt, trotzdem könnten die Leute in Duneen ein bisschen glücklicher sein. Sergeant PJ Collins zum Beispiel war nicht immer so ungeheuer dick. Brid Riordan hat früher nicht getrunken. Und auch Evelyn Ross hoffte einmal, irgendwann einen Sinn im Leben zu finden. Dann werden auf der Burke-Farm Knochen gefunden. Menschenknochen. Und es ist vorbei mit der Ruhe, für PJ und für ganz Duneen. Alte Wunden brechen auf, alte Lügen kommen ans Licht, neue Konflikte entbrennen, und während PJ seinen ersten richtigen Fall zu lösen versucht, überrascht er viele, die ihn zu kennen glaubten - am meisten sich selbst.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht so richtig, was ich von diesem Buch halten oder wie ich es einordnen soll. Ein richtiger Krimi ist es auf keinen Fall. Es geht mehr um das jetzige und frühere Leben der beteiligten Charaktere, wobei ich keinen von diesen so richtig greifbar fand. Es ist eine traurige Geschichte, die ihren Ursprung in der Vergangenheit hat und im Hier und Jetzt einige gebrochene Seelen zurücklässt. Man kann dem übergewichtigen und unsicheren Hauptprotagonisten in seinen Gedankengängen folgen, aber ich konnte leider nie so richtig warm mit ihm werden. Auch das Verhalten der beiden weiblichen Hauptcharaktere erscheint mir in einem Punkt völlig an den Haaren herbeigezogen und bleibt für mich unerklärlich. Ohne zu spoilern kann ich darauf allerdings jetzt nicht näher eingehen. Immer wieder kommt es zu Sidekicks in die Vergangenheit der gerade handelnden Person, ohne das dies für den Verlauf der Handlung relevant wäre.
Das Ganze ergibt für mich ein Konglomerat von Einzelschicksalen, die im Grunde miteinander verknüpft sind, aber schlussendlich doch nur nebeneinander existieren.
Wie schon gesagt, eine seltsame Geschichte....

Veröffentlicht am 31.07.2019

Überheblich, arrogant und rassistisch

Robinson Crusoe
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Daniel Defoe wurde vermutlich Anfang 1660 unter dem Namen Daniel Foe in London geboren. Das De vor seinem Nachnamen fügte er später selbst hinzu, vermutlich um aristokratischer zu klingen. Er arbeitete ...

Daniel Defoe wurde vermutlich Anfang 1660 unter dem Namen Daniel Foe in London geboren. Das De vor seinem Nachnamen fügte er später selbst hinzu, vermutlich um aristokratischer zu klingen. Er arbeitete als Kaufmann, war nebenher aber auch schriftstellerisch tätig. Wegen Bankrotts saß er einige Zeit im Schuldgefängnis und begann danach als Journalist zu arbeiten. Seinen ersten Roman "The Life and Strange Surprizing Adventures of Robinson Crusoe" veröffentlichte Defoe 1719 und wurde dadurch schlagartig berühmt. Es folgten noch weitere Abenteuerromane. Daniel Defoe starb am 24. April 1731 in London.


Ich hatte die Geschichte des berühmtesten Schiffbrüchigen der Welt schon vor einigen Jahren in einer Jugendbuchversion gelesen. Die hier rezensierte Ausgabe des dtv-Verlages von 2010 beinhaltet den ungekürzten ersten Teil sowie den nicht so bekannten zweiten Teil der Abenteuergeschichte.
Das dieser zweite Teil weitgehend in Vergessenheit geraten ist, kann ich sehr gut verstehen. Es war sterbenslangweilig. Offensichtlich wollte Defoe den Hype um seinen Erstling ausnutzen und durch weitere Abenteuergeschichten seines Helden Geld verdienen. Es handelt sich hier im Prinzip um eine Reisebeschreibung, eine Aneinanderreihung kleiner Anekdoten, die mal mehr, mal weniger abenteuerlich sind. Durchzogen wird das Ganze durch eine penetrante Frömmigkeit und versuchte Missionierung des Lesers. Was mich auch extrem störte war, dass er die Bewohner der bereisten Länder grundsätzlich rassistisch beleidigte und ständig die Überlegenheit der Engländer gegenüber allen anderen Völkern herausstellte. Der christliche Missionseifer kam auch schon im ersten Teil vor, allerdings nicht ganz so herausstechend. Am interessantesten ist und bleibt die Episode seines Schiffbruchs und wie er sich mit der Zeit auf seiner Insel einrichtete. Deshalb ist meiner Meinung nach eine komprimierte Jugendbuchfassung jederzeit dieser vollständigen Ausgabe vorzuziehen.