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Yolande

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.01.2020

Komplex und und unglaublich spannend

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
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Inhalt:

Familie Hardcastle lädt zu einem Ball auf ihr Anwesen Blackheath. Alle Gäste amüsieren sich, bis ein fataler Pistolenschuss die ausgelassene Feier beendet. Evelyn Hardcastle, die Tochter des Hauses, ...

Inhalt:

Familie Hardcastle lädt zu einem Ball auf ihr Anwesen Blackheath. Alle Gäste amüsieren sich, bis ein fataler Pistolenschuss die ausgelassene Feier beendet. Evelyn Hardcastle, die Tochter des Hauses, wird tot aufgefunden. Unter den Gästen befindet sich jemand, der mehr über diesen Tod weiß, denn am selben Tag hat Aiden Bishop eine seltsame Nachricht erreicht: »Heute Abend wird jemand ermordet werden. Es wird nicht wie ein Mord aussehen, und man wird den Mörder daher nicht fassen. Bereinigen Sie dieses Unrecht, und ich zeige Ihnen den Weg hinaus.« Tatsächlich wird Evelyn nicht nur ein Mal sterben. Bis der Mörder entlarvt ist, wiederholt sich der dramatische Tag in Endlosschleife. Doch damit nicht genug: Immer, wenn ein neuer Tag anbricht, erwacht Aiden im Körper eines anderen Gastes und muss das Geflecht aus Feind und Freund neu entwirren. Jemand will ihn mit allen Mitteln davon abhalten, Blackheath jemals wieder zu verlassen. 

Meine Meinung:

Ein unglaubliches Buch! Es hat einen unheimlich komplexen Plot und zu Beginn hatte ich die Befürchtung, dass es vielleicht zu verwirrend werden könnte. Aber das war es keineswegs, wobei ich aber empfehlen würde, das Buch "in einem Stück" zu lesen. Sind die Lesepausen zu groß, könnten einem vielleicht ein paar Hinweise und Informationen entgehen.

Obwohl es sich immer um die gleichen Ereignisse handelt, gibt es kaum Wiederholungen. Dadurch dass der Tag jeweils von einer anderen Person durchlebt wird, gibt es die verschiedensten Blickwinkel und der Leser bekommt ständig neue Informationen. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Persönlichkeiten und Eigenarten der "Wirte" den darin gefangenen Protagonisten in seinem Denken und Handeln beeinflusst haben.

Ich fand das Buch von Anfang an spannend und ich war sehr interessiert, worauf die ganze Geschichte hinauslaufen und welche Erklärung es für dieses Geschehen geben würde. Und obwohl ich solch fantastischen Geschichten immer eher skeptisch gegenüberstehe, fand ich die Auflösung stimmig und zufriedenstellend. Natürlich gab es hier und da ein paar kleine Ungereimtheiten, aber das war sicher auch dieser ungeheuren Komplexität geschuldet. Durch diese für mich offenen Fragen war ich bis kurz vor dem Ende unsicher, wie ich das Buch bewerten soll. Aber das wahrhaft furiose Finale, bei dem noch einmal alles auf den Kopf gestellt wurde, hat dieses Buch zu einem meiner Highlights gemacht, dem ich nichts anderes als 5 volle Sterne geben kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2020

Basajaun und Belagile

Das Echo dunkler Tage
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Inhalt:

Im nordspanischen Baztán-Tal werden kurz hintereinander die Leichen dreier Mädchen gefunden. Erdrosselt, entblößt, die Hände in jungfräulicher Unschuld zum Himmel gerichtet. Bald munkeln die Einheimischen, ...

Inhalt:

Im nordspanischen Baztán-Tal werden kurz hintereinander die Leichen dreier Mädchen gefunden. Erdrosselt, entblößt, die Hände in jungfräulicher Unschuld zum Himmel gerichtet. Bald munkeln die Einheimischen, ein Basajaun - ein haariges Biest aus der baskischen Mythologie - treibe in den Wäldern sein Unwesen. Inspectora Amaia Salazar von der Kriminalpolizei Pamplona dagegen sucht nach einem Mörder aus Fleisch und Blut. Und den muss sie aufhalten, bevor er erneut zuschlagen kann ... 

Meine Meinung:

Es handelt sich hier um den Auftakt der sogenannten Baztán-Trilogie. Nachdem ich im letzten Jahr das neuste Buch der spanischen Autorin gelesen habe und sehr von ihrem literarischen Schreibstil angetan war, war ich nun gespannt auf ihren ersten Kriminalroman, mit dem sie in ganz Spanien bekannt wurde.

Der Beginn ist vom Sprachstil allerdings eher nüchtern, erst im Verlauf des Buches erreicht er seine erzählerische Kraft und Intensität. Besonders die Landschaftsbeschreibungen sind sehr ausdrucksstark. Die Atmosphäre ist eindrucksvoll geschildert, man spürt die Beklemmung und Düsternis fast körperlich. Der Leser erfährt viel über baskische Sagen und Mythen und die Geschichte hat auch leichte mystische Elemente, womit ich mich allerdings ein wenig schwertue. Es ist aber nicht so stark ausgeprägt, dass es für mich störend gewesen wäre. Im Mittelpunkt der Handlung steht die starke Frauenfigur der Inspectora Amaia Salazar. Dieser Charakter ist äußerst komplex und hervorstechend. Es gibt immer wieder Rückblenden in die dunkle und erschreckende Kindheit der Protagonistin, was auch für den Fortgang der Geschichte wichtig ist. Aber es gibt noch mehr vielschichtige und gut ausgearbeitete Persönlichkeiten. Das Ende war überraschend und kam für mich ein wenig überstürzt, aber es ist durchaus stimmig. 

Fazit: 

Ein atmosphärischer Krimi mit mystischen Elementen und einer starken sympathischen Frauenfigur. Wer atemberaubende Spannung sucht, ist hier vielleicht enttäuscht, aber die Geschichte entwickelt einen starken erzählerischen Sog, dem man sich kaum entziehen kann

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2019

Ein spannender Thriller mit grandiosem Setting

Der zehnte Gast
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Inhalt (Klappentext):

Das Mitchell’s Inn in den Wäldern der Catskill Mountains ist der perfekte Ort für ein gemütliches Wochenende. Doch als ein Schneesturm aufzieht, der jeglichen Kontakt zur Außenwelt ...

Inhalt (Klappentext):

Das Mitchell’s Inn in den Wäldern der Catskill Mountains ist der perfekte Ort für ein gemütliches Wochenende. Doch als ein Schneesturm aufzieht, der jeglichen Kontakt zur Außenwelt unmöglich macht, wird das Hotel zur tödlichen Falle. Denn ein Gast nach dem anderen stirbt unter mysteriösen Umständen. Jeder weiß: Der Mörder muss unter ihnen sein - und es gibt keine Möglichkeit, die Polizei zu alarmieren oder zu fliehen ...


Das Setting ist grandios gewählt und erinnert ein wenig an Agatha Christie. Obwohl es zu Beginn noch wie ein gemütliches Wochenende für alle Beteiligten aussieht, ist durch die Auswahl der verschiedenen Charaktere schon eine unterschwellige Spannung spürbar, die im Verlauf der Geschichte ständig ansteigt. Die Persönlichkeiten sind gut heraus gearbeitet und nicht jeder ist ein Sympathieträger. Irgendwie hat jeder etwas zu verbergen oder ist ein wenig undurchsichtig. Die Autorin spielt geschickt mit den Erwartungen des Lesers, ständig wird die Aufmerksamkeit auf einen anderen Aspekt gelenkt, so bleibt die Auflösung fast bis zum Ende unklar und selbst danach gibt es noch eine kleine Überraschung. Dieses Buch war für mich das zweite von Shari Lapena und ich wurde wieder einmal sehr gut unterhalten. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, manche Belanglosigkeiten werden, vielleicht um die Spannung zu erhöhen, unnötig dramatisiert, aber das fand ich nicht so störend. Ich kann dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen, die beste Lektüre für ein gemütliches Winterwochenende, wenn draußen ein Schneesturm tobt.

  • Cover
  • Spannung
  • Idee
  • Geschichte
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 29.10.2019

Eine Hommage an die Menschlichkeit, Moral und Gerechtigkeit

Wer die Nachtigall stört ...
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Harper Lee wurde am 28. April 1926 in Monroeville, Alabama, USA geboren. Ihr bürgerlicher Name ist Nelle Lee. Ihr Vater war Rechtsanwalt und Senator der Demokratischen Partei in Alabama. Bereits als Kind ...

Harper Lee wurde am 28. April 1926 in Monroeville, Alabama, USA geboren. Ihr bürgerlicher Name ist Nelle Lee. Ihr Vater war Rechtsanwalt und Senator der Demokratischen Partei in Alabama. Bereits als Kind schrieb sie sehr gern, begann jedoch nach ihrer Schulzeit zunächst mit einem Jurastudium, dass sie jedoch später abbrach. "Wer die Nachtigall stört" war ihr erster und einziger Roman und sie erhielt dafür 1961 den Pulitzer-Preis. Ein Großteil der Figuren des Romanes tragen autobiografische Züge. Auch ihr Kindheitsfreund Truman Capote wurde als Feriengast Dill verewigt. Harper Lee starb am 19. Februar 2016 in dem Altenheim in Monroeville, in dem sie ihre letzten Lebensjahre verbracht hatte. (Quelle: Wikipedia)

Inhalt (Klappentext):

Amerika in den 30er Jahren. In die idyllische Südstaaten-Kindheit der achtjährigen Scout und ihres älteren Bruders Jem drängt sich die brutale Wirklichkeit aus Vorurteilen und Rassismus. Scouts Vater Atticus, ein menschenfreundlicher Anwalt, soll den schwarzen Landarbeiter Tom Robinson verteidigen, der angeblich ein weißes Mädchen vergewaltigt hat. Tapfer versuchen Scout und ihr Bruder, das demokratische Gerechtigkeitsempfinden ihres Vaters zu unterstützen und geraten dabei selbst in große Gefahr.

Dieser Klassiker stand schon lange auf meiner Must-Read-Liste. Natürlich wusste ich grob über den Inhalt Bescheid, war aber zunächst überrascht, dass die Geschichte aus der Sicht der ca. 10-jährigen Scout geschrieben ist. Es lässt sich langsam an, zu Beginn erinnerte es mich ein wenig an Mark Twain. Die Ich-Erzählerin beschreibt ihre unschuldigen Kindheitserlebnisse im ländlichen Amerika der 30er Jahre. Atticus Finch ist ein liebevoller Vater, der seinen Kindern zwar viel Freiraum lässt, aber immer auf ein moralisches Handeln achtet. Nach und nach ändert sich die idyllische Stimmung im Ort und durch den klaren Kinderblick wird die Absurdität und Bigotterie im Verhalten der Erwachsenen noch deutlicher. Die Spannung steigt im Verlauf der Geschichte immer mehr an und mündet in ein überraschendes Finale.

Ich fand das Buch großartig. Es ist eine Hommage an die Menschlichkeit, Moral und Gerechtigkeit und zählt ab jetzt zu meinen absoluten Top-Favoriten.

Veröffentlicht am 22.10.2019

Unterhaltsam und sehr "amerikanisch"

Unter Verschluss
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Greg Iles wurde 1960 in Stuttgart geboren, wo sein Vater die Klinik der amerikanischen Botschaft leitete. Im Alter von 4 Jahren zog er mit seiner Familie nach Natchez/Mississippi, wo er auch heute noch ...

Greg Iles wurde 1960 in Stuttgart geboren, wo sein Vater die Klinik der amerikanischen Botschaft leitete. Im Alter von 4 Jahren zog er mit seiner Familie nach Natchez/Mississippi, wo er auch heute noch lebt. Nach seinem Studium war er zunächst Gitarrist und Sänger in einer Band. Seit 1989 ist er schriftstellerisch tätig. (Quelle: Wikipedia)

Inhalt (Klappentext):

Penn Cage kennt den Tod wie seine Westentasche: Als Staatsanwalt in Houston hat er sechzehn Menschen in die Todeszelle gebracht. Doch nach dem plötzlichen Tod seiner Frau sehnt er sich nach Ruhe und Frieden. Mit seiner kleinen Tochter begibt er sich in die Stadt seiner Kindheit, um den Schatten der Vergangenheit zu entfliehen. Doch Natchez, Mississippi, ist nicht der Ort, um seine Trauer zu begraben. Ein dunkles Geheimnis umgibt diese Stadt im Süden der USA, ein Geheimnis, das mit den Rassenunruhen der 60er Jahre verknüpft ist, und an dessen Aufdeckung niemand Interesse bekundet. Doch Penn Cage ist ein zu integrer Staatsanwalt, um ungesühnte Verbrechen, zumal solche, die bis in die höchsten Kreise des amerikanischen Establishements reichen, dem Vergessen anheimzustellen. Eine junge und attraktive Journalistin unterstützt ihn bei den Recherchen, die beide in große Gefahr bringen.

Es handelt sich hier um einen rasanten Thriller, der sich nicht mit langem Vorgeplänkel aufhält, sondern schon nach wenigen Seiten Spannung bietet. Penn Cage ist ein sympathischer Protagonist, der als Ich-Erzähler auftritt und sich durch seine gradlinige und integre Art gerne Ärger einhandelt. Der Plot ist ziemlich komplex und gerade zu Beginn sind die Zusammenhänge völlig unklar, aber die Auflösung ist stimmig und auch einigermaßen überzeugend. Gut, manches wirkt übertrieben und dass die Reichen und Mächtigen immer üble Leichen im Keller haben, hat schon etwas von Verschwörungstheorie. In dieser Hinsicht ist das Buch schon sehr "amerikanisch", aber es war spannend und ich habe mich sehr gut unterhalten. Besonders die packende Gerichtsverhandlung hat mich an die frühen John Grisham-Romane erinnert, die ich damals verschlungen habe.

Fazit: Ein gelungener und vielversprechender Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht.