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Yolande

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.10.2019

Unterhaltsam und sehr "amerikanisch"

Unter Verschluss
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Greg Iles wurde 1960 in Stuttgart geboren, wo sein Vater die Klinik der amerikanischen Botschaft leitete. Im Alter von 4 Jahren zog er mit seiner Familie nach Natchez/Mississippi, wo er auch heute noch ...

Greg Iles wurde 1960 in Stuttgart geboren, wo sein Vater die Klinik der amerikanischen Botschaft leitete. Im Alter von 4 Jahren zog er mit seiner Familie nach Natchez/Mississippi, wo er auch heute noch lebt. Nach seinem Studium war er zunächst Gitarrist und Sänger in einer Band. Seit 1989 ist er schriftstellerisch tätig. (Quelle: Wikipedia)

Inhalt (Klappentext):

Penn Cage kennt den Tod wie seine Westentasche: Als Staatsanwalt in Houston hat er sechzehn Menschen in die Todeszelle gebracht. Doch nach dem plötzlichen Tod seiner Frau sehnt er sich nach Ruhe und Frieden. Mit seiner kleinen Tochter begibt er sich in die Stadt seiner Kindheit, um den Schatten der Vergangenheit zu entfliehen. Doch Natchez, Mississippi, ist nicht der Ort, um seine Trauer zu begraben. Ein dunkles Geheimnis umgibt diese Stadt im Süden der USA, ein Geheimnis, das mit den Rassenunruhen der 60er Jahre verknüpft ist, und an dessen Aufdeckung niemand Interesse bekundet. Doch Penn Cage ist ein zu integrer Staatsanwalt, um ungesühnte Verbrechen, zumal solche, die bis in die höchsten Kreise des amerikanischen Establishements reichen, dem Vergessen anheimzustellen. Eine junge und attraktive Journalistin unterstützt ihn bei den Recherchen, die beide in große Gefahr bringen.

Es handelt sich hier um einen rasanten Thriller, der sich nicht mit langem Vorgeplänkel aufhält, sondern schon nach wenigen Seiten Spannung bietet. Penn Cage ist ein sympathischer Protagonist, der als Ich-Erzähler auftritt und sich durch seine gradlinige und integre Art gerne Ärger einhandelt. Der Plot ist ziemlich komplex und gerade zu Beginn sind die Zusammenhänge völlig unklar, aber die Auflösung ist stimmig und auch einigermaßen überzeugend. Gut, manches wirkt übertrieben und dass die Reichen und Mächtigen immer üble Leichen im Keller haben, hat schon etwas von Verschwörungstheorie. In dieser Hinsicht ist das Buch schon sehr "amerikanisch", aber es war spannend und ich habe mich sehr gut unterhalten. Besonders die packende Gerichtsverhandlung hat mich an die frühen John Grisham-Romane erinnert, die ich damals verschlungen habe.

Fazit: Ein gelungener und vielversprechender Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht.

Veröffentlicht am 20.10.2019

Eine melancholische Reise durch das Jahr

Die dreizehn Monate
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Es tickt die Zeit. Das Jahr dreht sich im Kreise. Und werden kann nur, was schon immer war. Geduld, mein Herz. Im Kreise geht die Reise. Und dem Dezember folgt der Januar.

"Die dreizehn Monate" ist ein ...

Es tickt die Zeit. Das Jahr dreht sich im Kreise. Und werden kann nur, was schon immer war. Geduld, mein Herz. Im Kreise geht die Reise. Und dem Dezember folgt der Januar.

"Die dreizehn Monate" ist ein Gedichtzyklus von Erich Kästner, der 1955 als Buch erschien. Ursprünglich schrieb er diese Gedichte im Auftrag der Schweizer Illustrierten Zeitung, in der sie zwischen Dezember 1952 und Dezember 1953 als monatliche Serie erschienen. Das Gedicht zum dreizehnten Monat schrieb Kästner erst 1954. (Quelle: Wikipedia)

Es handelt sich um ein kleines Büchlein, das sich sehr schnell liest. Jeder Monat beginnt mit einer passenden Illustration von Hans Traxler. Die Gedichte sind zum größten Teil melancholisch und thematisieren das Vergehen das Zeit. Ich kenne schon ein paar Gedichte von Erich Kästner und hatte mir hier ein wenig mehr Verschmitztheit und Augenzwinkern erhofft, aber schon beim Lesen des Vorworts fiel mir der ernste Unterton auf. Trotzdem sind die Gedichte sehr schön und das Büchlein eignet sich hervorragend zum Verschenken an liebe Verwandte und Freunde.

Veröffentlicht am 19.10.2019

Unterhaltsam, aber manchmal auch etwas nervig

Die Zweisamkeit der Einzelgänger
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Der deutsche Theaterschauspieler Joachim Meyerhoff ist mit seinen Erinnerungen in seinem sechsteiligen Zyklus "Alle Toten fliegen hoch" in den 90er Jahren angekommen. Er schildert seine ersten schwierigen ...

Der deutsche Theaterschauspieler Joachim Meyerhoff ist mit seinen Erinnerungen in seinem sechsteiligen Zyklus "Alle Toten fliegen hoch" in den 90er Jahren angekommen. Er schildert seine ersten schwierigen Jahre als Schauspieler in den Theatern in Bielefeld und Dortmund und erzählt von seinen ersten Liebeserfahrungen. Diese sind äußerst ungewöhnlich, wie fast alles im bisherigen Leben des Erzählers. Normal scheint bei Meyerhoff nichts zu sein. Sprachlich ist das Buch, wie auch schon seine Vorgänger, auf hohem Niveau ohne sperrig zu sein. Im Gegenteil, es liest sich flüssig und schnell. Manche Episoden sind im leichten Plauderton gehalten, es gibt lustige, absurde, aber auch traurige und erschreckende Begebenheiten. Zwischendurch wird es auch mal etwas nervig, besonders die schwierige Dreiecksbeziehung mit den extrem komplizierten Frauen ließ mich das ein oder andere Mal die Augen verdrehen. Der Tod seiner nahen Angehörigen begleitet Meyerhoff in jeder Lebensphase und der Leser spürt den großen Verlust mit jeder Zeile. Am Ende erfährt man auch, wie der Zyklus zu seinem ungewöhnlichen Namen kam. Erstaunlich finde ich, dass er trotz seiner großen Zweifel an der Entscheidung Schauspieler zu werden und die in diesem Buch immer wieder zum Vorschein kommen, später so erfolgreich werden konnte. Aus diesem Grund würde ich gerne auch noch die Fortsetzung dieser Lebensgeschichte lesen.

Veröffentlicht am 30.09.2019

Mehr ein Sachbuch als ein Roman

Der Mönch von Mokka
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Autor:
Prophet der Gegenwart: Der US-amerikanische Autor Dave Eggers gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren der Gegenwart. International wurde er vor allem durch den 2013 erschienenen Roman ...

Autor:
Prophet der Gegenwart: Der US-amerikanische Autor Dave Eggers gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren der Gegenwart. International wurde er vor allem durch den 2013 erschienenen Roman „The Circle“ bekannt. Noch während Dave Eggers Anfang der 90er-Jahre in Illinois Journalismus studierte, verstarben beide Eltern innerhalb kurzer Zeit an Krebs. Der gerade erst 22-jährige Eggers übernahm die Vormundschaft für seinen 8-jährigen Bruder Christopher und zog mit ihm nach San Francisco. Dort gründete er seinen eigenen Buchverlag McSweeneys und die Magazine „Might“ und „McSweeneys“. Die Erfahrungen mit dem Krebstod seine Eltern und die Verantwortung für den minderjährigen Bruder verarbeitete er in dem 2000 veröffentlichten, semi-biografischen Buch „A Heartbreaking Work of Staggering Genuis“ (2001 in Deutschland unter dem Titel „Ein herzzerreißendes Werk von umwerfender Genialität“ erschienen), das für den renommierten Pulitzer-Preis nominiert wurde. Mehrere weitere Romane und Drehbücher folgten, darunter der von Tom Tykwer verfilmte 2012 erstmals erschienene Roman „A Hologram for the King“. 2013 erregte Dave Eggers Aufmerksamkeit mit „The Circle“, einem Buch, das die allgegenwärtige Dominanz eines mächtigen Internet-Konzerns als dystopische Zukunftsvision zeichnet. 2014 erschien der Roman in Deutschland unter dem Titel „Der Circle“ und stürmte sofort die Bestsellerlisten, 2017 kam die Verfilmung mit Emma Watson und Tom Hanks in die Kinos. (Quelle: lovelybooks)



Inhalt (Klappentext):

Ein junger Mann aus San Francisco, als Kind aus dem Jemen eingewandert, entdeckt die uralte Kaffeetradition seiner Heimat wieder. Mokhtar Alkhanshali möchte unter fairen Bedingungen im Jemen Kaffee anbauen und in die USA exportieren. Als 2015 die Bomben der Saudis sein Leben bedrohen, muss Mokhtar einen Weg aus dem Land finden. Er schafft es unter dramatischen Umständen zu entkommen und kann schließlich in den USA seine Firma eröffnen, die heute weltweit einen der besten Kaffees produziert, der zu fairen Preisen für alle an der Produktion Beteiligten verkauft wird und seinen Landsleuten zu einem besseren Leben verhilft.



Nach dem Klappentext habe ich mich auf einen spannenden Abenteuerroman gefreut. Ich habe schon mehrere Bücher von Dave Eggers gelesen und mag seinen Schreibstil sehr. Dieses Buch unterscheidet sich aber um einiges von den mir bekannten. Die Geschichte des jungen Mokhtar Alkhanshali ist durchaus interessant und stellenweise auch spannend, aber der sachbuchartige Erzählstil hat mir überhaupt nicht gefallen. Auch manche Ausführungen über die Geschichte des Kaffees oder die Kriterien der Bewertung der verschiedenen Kaffeequalitäten fand ich ziemlich langweilig. Dass die jemenitischen Kaffebauern durch die Idee von Mokhtar jetzt gerechte und faire Preise mit ihrer Arbeit erzielen ist eine großartige Sache, aber diese Begeisterung für Spezialitätenkaffee und die Bereitschaft 16 Dollar für eine Tasse Kaffee zu bezahlen, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Wahrscheinlich bin ich einfach mit falschen Voraussetzungen an die Lektüre herangegangen. Ich habe einen Roman erwartet und ein Sachbuch bekommen. Vielleicht sollte dieser Aspekt den interessierten Leser vorher deutlicher klargemacht werden.

Veröffentlicht am 30.09.2019

Beste Krimi-Unterhaltung

Blutzeuge
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Tess Gerritsen wurde am 12. Juni 1953 in San Diego, Kalifornien geboren. Sie studierte Medizin und war anschließend als Internistin tätig. Während ihrer Schwangerschaften entschied sie sich, nicht mehr ...

Tess Gerritsen wurde am 12. Juni 1953 in San Diego, Kalifornien geboren. Sie studierte Medizin und war anschließend als Internistin tätig. Während ihrer Schwangerschaften entschied sie sich, nicht mehr als Ärztin zu arbeiten und begann mit dem Schreiben. 1987 erschien ihr erstes Buch "Call after Midnight".
"Blutzeuge" ist der zwölfte und bisher letzte Band der sogenannten Rizzoli & Isles-Reihe. Die Werke sind Grundlage der Fernsehserie "Rizzoli & Isles" von Warner Bros. Television.
Tess Gerritsen lebt mit ihrer Familie in Camden, Maine.
(Quelle: Wikipedia)



Inhalt (Klappentext):
In Boston wird die Leiche einer jungen Frau gefunden - in den offenen Handflächen liegen ihre Augäpfel. Die Verstümmelung geschah post mortem, wie bei der Obduktion eindeutig festgestellt wird. Doch die genaue Todesursache bleibt unklar. Kurze Zeit später taucht die Leiche eines Mannes auf - Pfeile ragen aus seinem Brustkorb, die ebenfalls erst nach seinem Tod dort platziert wurden. Beide wurden Opfer desselben Täters, ansonsten scheint es keine Verbindung zwischen ihnen zu geben. Detective Jane Rizzoli von der Bostoner Polizei steht vor einem Rätsel, bis eine Spur sie zu einem Jahrzehnte zurückliegenden Fall von Misshandlungen in einem katholischen Kinderhort führt...

Es gibt wenige Krimi-Reihen, die mich wirklich begeistern können und die Bücher von Tess Gerritsen um die Polizistin Jane Rizzoli und ihrer Partnerin, der Gerichtsmedizinerin Maura Isles gehören eindeutig dazu. Auch in ihrem jüngsten Werk erzählt die Autorin eine spannende Geschichte mit vielen geschickten Wendungen, die den Leser ein ums andere Mal in die Irre führen. Auch das Privatleben der beiden Hauptprotagonistinnen kommt nicht zu kurz. Während es bei Maura Isles eher einen Hang zum Tragischen bekommt, ist die Nebenstory um die Familie von Jane Rizzoli äußerst unterhaltsam und bietet immer wieder humorvolle Situationen. Einzig Janes Ehemann Gabriel bleibt eine blasse Nebenfigur.

Alles in allem bietet dieses Buch wieder beste Krimi-Unterhaltung und ich hoffe sehr, dass noch weitere Fortsetzungen folgen werden.