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Veröffentlicht am 17.12.2021

Gut recherchierter historischer Roman über eine beeindruckende Frau ...

Die Mission des Kreuzritters
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"Tut mir leid, aber die Welt ist nicht schön, Melisende. Gerade hier, in diesem angeblich heiligen Land, ist sie besonders hässlich."

"Die Mission des Kreuzritters" ist ein historischer Roman vom deutschen ...

"Tut mir leid, aber die Welt ist nicht schön, Melisende. Gerade hier, in diesem angeblich heiligen Land, ist sie besonders hässlich."

"Die Mission des Kreuzritters" ist ein historischer Roman vom deutschen Autor Ulf Schiewe. Der Autor hat bereits einige historische Bücher veröffentlicht, dies ist aber mein erstes gelesenes Werk von ihm. Im Mittelpunkt steht die, für ihre Zeit außergewöhnliche Persönlichkeit Melisende von Jerusalem. Beeindruckt hat mich vor allem die detailreiche Recherche und zahlreichen Zusatzinformationen, die in das Buch eingewoben wurden.

Inhalt: Jerusalem, 1129: Melisende ist als älteste Tochter des Königs die Thronerbin Jerusalems. Um aber zukünftig über das Heilige Land herrschen zu können, ist sie gezwungen zu heiraten. Den von ihrem Vater auserkorenen Bräutigam lehnt Melisende entschieden ab und aus Verzweiflung riskiert sie eine spontane Flucht aus Jerusalem zu ihrer Schwester. Dabei gerät sie in Gefangenschaft und plötzlich scheinen ihre Ängste nebensächlich, denn Gefahr droht nun von allen Seiten.

Cover und Design: An und für sich finde ich das gewählte Cover des Buches für einen historischen Roman sehr ansprechend. Grundsätzlich geht es im Buch aber nicht direkt um die Kreuzritter und den Templerorden, sondern um die großartige Persönlichkeit Melisende von Jerusalem. Die Tempelritter kommen zwar vor, da sie zu der Zeit in Jerusalem präsent waren, aber in der Story des Buches haben sie nicht den Hauptauftritt. Da finde ich das riesige Templerkreuz am Cover nicht unbedingt passend gewählt. Aber es ist auf jeden Fall ansprechend und lenkt die Blicke auf sich. Man kann an Hand des Covers auch sofort erahnen in welcher Zeit und an welchem Ort das Buch spielt.
Im Buch findet sich ein Glossar über alle erfundenen und historisch wahren Persönlichkeiten, das sehr hilfreich ist, und auf der Website des Autors kann man auch eine kleine Karte einsehen.

Meine Meinung: Das Buch beinhaltet eine sehr interessante Persönlichkeit: Melisende von Jerusalem. Eine, für die damalige Zeit, sehr mächtige Frau, die eine beeindruckende Lebensgeschichte aufweist. Da ich historische Romane über außergewöhnliche Frauen liebe, war ich sofort Feuer und Flamme als ich von diesem Roman gehört habe. Die Geschichte von „Die Mission des Kreuzritters“ spielt vor der Zeit von Melisendes Thronbesteigung, als sie noch eine relativ junge, unwissende Frau ist und einen Mann heiraten soll, der ihr zutiefst missfällt. Eigensinnig wie sie ist, will sie sich das aber nicht gefallen lassen, und flieht vor der gefürchteten Hochzeit. Leider geht dabei so einiges schief und Melisende gerät von einer Gefahr in die Nächste. Dabei lernt sie sehr schnell, dass ihre Ansichten eigentlich nur kleine Kieselsteine in einem weitläufigen Gebirge sind.

Der Schreibstil des Autors war für mich zu Beginn noch recht gewöhnungsbedürftig, da die Leseperspektiven während eines Kapitels wechselten. Man beginnt das Kapitel aus der Sicht von Melisende, während eines Absatzes hüpft man aber plötzlich zu den Gedanken von jemand anderem. Es ist aber auch kein allgemeiner Erzählstil, denn hauptsächlich wird aus der 3. Person aus der Sicht einer einzigen Person erzählt. Dies hat mich zu Beginn etwas gestört, später ist mir das aber gar nicht mehr so stark aufgefallen und ich habe mich an den Schreibstil gewöhnt. Der Autor hat sehr viel Zeit den Recherchen gewidmet – das kann man auf jeder einzelnen Seite spüren. Es gibt so vieles informatives Zusatzwissen und die Landschaften und Kampfszenen wurden so bildhaft und detailreich beschrieben, dass man sich währen dem Lesen immer mitten im Geschehen befunden hat. Die politische Lage und damalige Situation wurde anschaulich und verständlich beschreiben, so dass ich mich recht schnell in die Story einfinden konnte. In Jerusalem wurde zur Zeit der Kreuzzüge hauptsächlich fränkisch gesprochen. Mit den Namen aus verschiedenen Ländern und Kulturen habe ich mich zu Beginn zwar ein bisschen schwer getan, ich finde es aber trotzdem gut, dass die Namen auf Französisch geschrieben sind und nicht „verdeutscht“ wurden. Das hat das Ambiente noch authentischer gemacht.

Das Buch trumpft mit einer gewaltigen Charakterentwicklung. Die Protagonistin Melisende ist zu Beginn noch unsympathisch und verhält sich sehr naiv und kindlich. Sie will zwar eine selbstbewusste, junge Frau sein, man merkt aber, dass ihr dafür noch die Lebenserfahrung fehlt. Da sie ihre heile Welt als Prinzessin bisher kaum verlassen konnte, ist dies auch nicht weiter verwunderlich. Durch die Strapazen und Gefahren innerhalb der Geschichte wandelt sich ihre trotzige Ader aber sehr schnell in Selbstbewusstsein und Stolz und das kleine Mädchen wird erwachsen.

Natürlich gibt es im Buch auch einen männlichen Protagonisten und auch eine Love-Story, die sehr schön und auch romantisch war, aber nicht im Vordergrund der Geschichte lag. Sie war sozusagen ein Bonus, der das Buch erst richtig interessant machte. Ich mochte die Liebesgeschichte, sie wurde realistisch mit viel Gefühl dargestellt und war sehr überzeugend. Die beiden Protas harmonierten miteinander und Melisendes Charakter ist durch diese Love-Story erst richtig aufgeblüht. Es gab einige wunderschöne Momente zwischen den Beiden, nicht nur im romantischen Sinn, sondern auch mit ethischem und moralischem Hintergrund. Ich werde einige sehr wertvolle Gespräche über Gott, Glaube, Familie und Ehre in Erinnerung behalten.

Spannung und Action kommen auch nicht zu kurz. Es beginnt bereits mit einem Prolog am Kriegsplatz und im Verlauf der Geschichte gibt es etliche spannende Kampf- und Verfolgungsszenen. Die detailreichen Beschreibungen während eines Kampfs sind dem Autor sehr gut gelungen, so dass man sich immer mitten im Geschehen befindet und ständig mit den Charakteren mitfiebert.

Das Ende hätte zwar ein wenig kürzer ausfallen können und insgesamt hatte das Buch für mich ein paar kleine Schwächen, aber es hat mir trotzdem gut gefallen und ich wurde wunderbar unterhalten. Obwohl man die historischen Fakten über Melisende von Jerusalem kennt, hat der Autor die Fäden geschickt verworren, so dass beim Lesen alles möglich erschien. Das Buch trumpft mit einer außergewöhnlich guten Recherche und detailreicher und realitätsnaher Beschreibungen. Doch bei all den historischen Fakten und politischen Begebenheiten kam auch die Spannung nicht zu kurz. Ein guter historischer Roman über eine beeindruckende Frau, in denen man zur Abwechslung mal die „Anfänge“ des Tempelordens kennen lernt und der Wissendurst stetig gefüttert wird.

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Veröffentlicht am 13.12.2021

Sizilien, Familiengeheimnisse und jede Menge süßer Honig ...

Die Honigtöchter
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"Wenn jeder einzelne versuchen würde, mit ganz kleinen Schritten und ebenso kleinen Gesten seine eigene Welt zu verändern, dann würde sich die ganze Welt verändern."

"Die Honigtöchter" ist ein sogenannter ...

"Wenn jeder einzelne versuchen würde, mit ganz kleinen Schritten und ebenso kleinen Gesten seine eigene Welt zu verändern, dann würde sich die ganze Welt verändern."

"Die Honigtöchter" ist ein sogenannter Frauenroman von der italienischen Autorin Cristina Caboni. Ich habe bereits drei Bücher der Autorin gelesen, bisher hat mir aber keines so gut gefallen wie dieser. Er sprüht über von Urlaubsgefühlen und Leidenschaft. Der wahre Schatz dieses Buches liegt in der Liebe fürs Detail.

Inhalt: Angelica Senes ist eine Wander-Imkerin. Mit ihrem Kleinbus, einem Hund und einer Katze reist sie durch alle Welt, ohne festen Wohnsitz, ohne Drang auf eine Familie. Die Sesshaftigkeit ist nichts für sie, zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an ihre Heimat Sizilien mit dem türkisblauen Meer und ihrer großen Liebe Nikola. Doch als ihre Patentante stirbt und ihr ein Cottage in ihrem Heimatort hinterlässt, muss Angelica zwanghaft zurückkehren und sich ihren Dämonen stellen. Allen voran Nikola, an den sie ihr Herz schon einmal verloren hat.

Cover und Design: An und für sich finde ich das Cover des Taschenbuches recht hübsch und auch ansprechend für diese Art von Roman, jedoch verstehe ich nicht warum Zitronen gewählt wurden, anstatt Honig und Bienen. Da das Herz dieses Buches für die Imkerei schlägt, wäre es sehr viel passender, wenn auch das Cover dementsprechend gestaltet worden wäre. Ich mag aber die kartonierte Struktur des Taschenbuches, diese fühlt sich sehr viel besser an als mit beschichteter Folie überzogene Einbände.
Jedes Kapitel beginnt mit der Beschreibung einer Honigart, mit deren Eigenschaften und Wirkungs- und Heilkräften. Mir haben diese Zusatz-Informationen unglaublich begeistert und die Imker-Leidenschaft der Autorin war sofort spürbar. Vor allem diese Liebe zum Detail hat dieses Buch für mich zu einem Highlight werden lassen.

Meine Meinung: Ich muss ehrlich sagen, dass mich dieses Buch wirklich sehr überrascht hat. Bei all dem tristen Winter-Wetter hatte ich Lust auf was sommerlich, leichtes, spritziges und bin so zu diesem Buch gekommen. Ich habe schon mehrere Bücher der Autorin gelesen, aber bisher konnte mich noch keines so begeistern wie "Die Honigtöchter". Das Buch sprüht über vor Leidenschaft und einem ganz eigenen Zauber. Die Liebe zur Natur war auf jeder Seite spürbar und ich habe das Lesen dieses Buches wirklich genossen.
Der Schreibstil von Cristina Caboni ist leicht, romantisch und flüssig zu lesen. Er unterscheidet sich aber vor allem in der Liebe zum Detail von herkömmlichen 08/15-Frauenromanen. Die Autorin gibt einen wundervollen Einblick in die Leidenschaft des Imkerns und mit einer kleinen erfundenen Insel in Sizilien schafft sie ein malerisches Setting, mit ganz eigenem naturverbundenen Zauber.
Die Story beginnt langsam, mit dem Tod von Angelicas Patentante ändert sich dies aber schlagartig. Plötzlich wird sie gezwungen sich ihrer Vergangenheit mit all seinen Dämonen zu stellen und die Zwiespältigkeit der Protagonistin wurde sehr anschaulich und überzeugend dargestellt. Sie war mir auf Anhieb sympathisch und konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Ihre Liebe ist das Imkern und man konnte sofort merken, dass dies auch eine wichtige Rolle im Leben der Autorin einnimmt, was sie im Nachwort dann auch bestätigt. Die Leidenschaft für dieses Hobby war wirklich auf jeder einzelnen Seite spürbar. Eigentlich hat mich die Imkerei bisher nicht wirklich interessiert, die Autorin hat diesem Hobby aber einen so wundervollen und zauberhaften Glanz verliehen, dass ich jede Seite geliebt habe. Auch die Kraft der Natur und Feminismus spielen eine große Rolle in diesem Roman und wurden wunderbar in die Geschichte eingewoben.
Ohne ein bisschen Romantik und Tragödien geht es natürlich nicht und so gibt es auch eine Love-Story und Familiengeheimnisse, die das Buch spannend und auch dramatisch werden lassen.

Die eingebaute Liebesgeschichte war schön, aber der wirkliche Zauber des Buches lag in der Leidenschaft zur Natur und der Selbstfindung. Ein wundervoller Roman für Zwischendurch mit ganz viel Liebe zum Detail. Zauberhaft, malerisch und sehr naturverbunden - mich konnte dieser Roman auf ganzer Linie überzeugen und es hat sich überraschenderweise zu einem Highlight entwickelt. Sehr empfehlenswert, auch wenn man seine Liebe zum Imkern noch nicht entdeckt hat. 😉

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Veröffentlicht am 09.12.2021

Dark Romantasy mit Crime und viel Sex ...

Nachtjagd
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"Nachtjagd" ist der erste Band und somit der Auftakt zur "Black Dagger"-Reihe von der amerikanischen Erfolgs-Autorin J.R.Ward. Diese Reihe umfasst mittlerweile über 20 Bände, also wird es wirklich Zeit, ...

"Nachtjagd" ist der erste Band und somit der Auftakt zur "Black Dagger"-Reihe von der amerikanischen Erfolgs-Autorin J.R.Ward. Diese Reihe umfasst mittlerweile über 20 Bände, also wird es wirklich Zeit, dass ich damit mal anfange. Band 1 hat mich sehr gut unterhalten, trotz der oberflächlichen Handlung.

Inhalt: Die Black Dagger - eine Bruderschaft von mächtigen Vampiren und der letzte Widerstand gegen die Lesser, den Vampirjägern. Beth Randall ahnt vom schicksalhaften Krieg zwischen Vampiren und ihren Jägern natürlich nichts. Sie ist eine junge Frau mit einem langweiligen Leben. Das einzige Aufregende in ihrem Leben sind die Kriminalfälle, über die sie als Journalistin Berichte verfasst. Als sie zu einem Bombenattentat vor einem Nachtclub gerufen wird und auf den unglaublich gut aussehenden Wrath trifft, ahnt sie noch nicht, dass ihr Leben bald eine gefährliche Wendung nehmen wird.

Meine Meinung: Also ich habe ja mit viel gerechnet, bei so einer gehypten und unglaublich langen Reihe, aber ich wurde wirklich positiv überrascht. Ich hätte ehrlich nicht erwartet, dass mir "Nachtjagd" so gut gefallen wird, aber J.R.Ward hat mich eines Besseren belehrt und ich kann den Hype darum völlig nachvollziehen.
Die Protagonistin Beth führt ein langweiliges Leben, trifft auf einen sexy Fremden, dessen Anziehungskraft sie einfach nicht widerstehen kann und ihr Leben wird schlagartig gefährlich und stürzt ins Chaos. Naja ... das kennen wir zur genüge. Aber obwohl die Story recht oberflächlich ist, war sie auch düster-sexy unterhaltsam, mit interessanten Charakteren und ansprechender Hintergrund-Story. Die Vampire und Lesser führen einen jahrhundertewährenden Krieg um das Schicksal der Welt und nur die Bruderschaft der Black Dagger kann sich noch gegen die Vampirjäger stellen. Die Autorin hat sich da schon was Exzentrisches mit vielen Details einfallen lassen. Natürlich hätte die Story noch ausführlicher und einfallsreicher sein können, jedoch habe ich eine erotisch-romantische Unterhaltungslektüre erwartet und genau das bekommen.

Ich mochte die Anziehungskraft zwischen Beth und Wrath. Natürlich war auch diese sehr oberflächlich und typisch für solche Romane, aber sie wurde für mich glaubhaft dargestellt und hatte diesen düster-sexy Charme. Die Sexszenen haben mir auch sehr gut gefallen, hätten aber gerne noch ausführlicher und spiciger sein können - zur Zeit als das Buch erschienen ist, war dies aber vermutlich schon sehr skandalös erotisch.

Die Protagonistin Beth war sympathisch und ich konnte ihre Taten durchaus nachvollziehen. Wrath ist ein sexy Fremder mit dunklem Geheimnis - ein klassischer Bookboyfriend aus dem Romantasy-Bilderbuch.
Es gibt viele sehr interessante Charaktere mit viel Potential, auch wenn mir die Mitglieder der Black Dagger alle ein bisschen zu ähnlich sind. Da hätte es ruhig mehr Vielfalt in Persönlichkeit, Aussehen und Talente geben können. Ein paar Charaktere interessieren mich aber sehr: Zsadist zum Beispiel finde ich sehr ansprechend und ich hoffe, dass man zukünftig mehr von ihm sehen wird. Natürlich kann man bisher noch nicht viel über die zahlreichen Charaktere sagen, ich finde es aber doch beeindruckend von der Autorin, dass sie innerhalb von 280 Seiten einen so vielseitigen ersten Eindruck über die Charaktere schafft. Irgendwie bleiben alle Mitglieder der Bruderschaft im Gedächtnis, obwohl sie nur einen relativ kurzen Auftritt im Buch hatten.

Das einzige was mich wirklich gestört hat, war das abrupte Ende. Man kann es nicht wirklich als Cliffhänger bezeichnen, sondern als würde die Geschichte mitten im Buch enden, was ich wirklich als schrecklich unbefriedigend wahrnahm. Ich habe dann recherchiert und erfahren, dass ein englisches Buch im Deutschen in zwei Bände aufgeteilt wurde und ich kann es einfach nicht verstehen warum man so etwas macht. Das Buch hat nur 288 Seiten, auch wenn es doppelt so dick wäre also überhaupt kein Problem. Das abrupte Ende hat mir persönlich die Freude am Buch ein bisschen genommen und ich habe mich sehr darüber geärgert. Diese Marketingstrategien kann ich einfach nicht nachvollziehen.

Insgesamt bin ich auf jeden Fall sehr positiv von den ersten Eindrücken dieser Reihe angetan. Das Buch hat eine wunderbar düster-erotische Stimmung und nebensächliche Crime-Elemente für die Spannung.
Sexy Dark-Romantasy für Zwischendurch. Wer erotische Szenen nicht scheut und düstere Vampirgeschichten mag, ist hier goldrichtig.

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Veröffentlicht am 09.12.2021

Interessante Grundidee - fehlgeschlagene Umsetzung

Spiegelinsel
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"Spiegelinsel" ist eine romantische Unterhaltungslektüre mit der traumhaften Kulisse Isle of Wight von der Schweizer Autorin Margot S. Baumann. Leider konnte mich das Buch, außer von der Grundidee, nicht ...

"Spiegelinsel" ist eine romantische Unterhaltungslektüre mit der traumhaften Kulisse Isle of Wight von der Schweizer Autorin Margot S. Baumann. Leider konnte mich das Buch, außer von der Grundidee, nicht überzeugen und ich werde vermutlich auch kein Buch der Autorin mehr lesen, weil mir ihr Schreibstil nicht zusagt.

Inhalt: Als Tessa bei der Wohnungsauflösung ihrer Großmutter ein altes Fotoalbum aus dem 19. Jahrhundert entdeckt, beschließt sie auf Spurensuche zu gehen. Die künstlerischen Fotografien haben einen ganz besonderen Stil und Tessa will unbedingt, dass das Talent ihrer Vorfahrin ansprechend gewürdigt wird. Bei ihrer Spurensuche verschlägt es Tessa auf die Isle of Wight und sie ahnt noch nicht, dass diese Insel nicht nur die Vergangenheit ihrer Vorfahrin geprägt hat, sondern auch Tessas Zukunft verändern wird.

Meine Meinung: Das Thema von "Spiegelinsel" mit den alten Fotografien hat mich sehr angesprochen, daher wollte ich dieses Buch unbedingt lesen. Leider konnte es mich, außer das Thema, überhaupt nicht begeistern. Der Beginn hat mir noch recht gefallen. Es beginnt damit, dass Tessa ein Fotoalbum mit alten Porträt-Fotos aus dem 19. Jahrhundert findet und sich auf die Suche nach mehr dieser speziellen Fotos macht. Mich hat das Thema mit den alten Fotografien und die Geschichte dahinter sehr interessiert und es gab viele Hintergrundinformationen zu der Fotografie der damaligen Zeit und die seltene Rolle der Frau in diesem Hobby. Tessas Verwandte ist zwar ein erfundener Charakter, jedoch nimmt sie Bezug auf eine reale Person: Julia Margaret Cameron, eine beeindruckende Frau mit sehr beeindruckenden Werken.
Das Thema der Fotografie wurde auch gut in die Story eingewoben, jedoch fand ich den Verlauf, den die Geschichte gemacht hat sehr bei den Haaren herbeigezogen. Während der Suche nach mehr Fotos hat sich die Protagonistin Tessa in jede Menge Ideen verrannt, die zu nichts geführt haben. Tessa war eigentlich recht sympathisch und zu Beginn auch noch vernünftig, aber manchmal wurde sie absichtlich dumm dargestellt, um die Handlung spannender zu machen. Der Handlungsverlauf war sehr vorhersehbar, die Entscheidungen der Charaktere oft irrational und die meisten Probleme hätten mit logischem Denken vermieden werden können. Entscheidungen und Erklärungen, die im Buch als logisch dargestellt wurden, fand ich einfach nur lachhaft und sehr fragwürdig. Die Polizei wird als unnötig und korrupt dargestellt und haarsträubende Situationen wurden eingebaut, um der Geschichte mehr Thrill zu verleihen - das Ganze wirkte auf mich einfach total realitätsfremd.

Der Schreibstil ist sehr leicht. Zwar verständlich geschrieben, aber der Stil an sich war mir zu einfach, zu wenig anspruchsvoll und nicht wirklich stimmig. Mir sind auch einige Logikfehler aufgefallen. z.B. hatte die Protagonistin einen verletzten und stark geschwollenen Knöchel, so dass sie trotz Adrenalinschub keinen Schritt mehr gehen konnte. Am nächsten Tag trägt sie aber wieder elegante Pumps mit Absatz, von Schmerzen keine Rede mehr. Ein bisschen fühlte es sich für mich so an, als hätte die Autorin das Buch nicht in einem Stück geschrieben, sondern mehrere Kapitel in unterschiedlicher Reihenfolge verfasst und zusammengefügt. Für mich war das ganze Buch leider nicht stimmig und der Verlauf hat mich dann irgendwann einfach nur noch genervt. Sehr schade, da ich die Grundidee und das traumhafte Setting sehr gut fand. Beim Lesen habe ich mich aber mehr geärgert und aufgeregt als gut unterhalten gefühlt.

Ich kann das Buch leider nicht weiterempfehlen, auch nicht als Lektüre für Zwischendurch. Denn auch wenn das Buch leichte Kost sein soll, war es für mich weit entfernt von guter Unterhaltungslektüre. Zwei Sterne gibt es von mir für die zahlreichen und sehr informativen geschichtlichen Informationen und die traumhaft bildliche Darstellung der Isle of Wight - alles drum herum war für mich leider ein Flop.

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Veröffentlicht am 08.12.2021

Ein rührender Abschied einer liebenden Mutter von ihren beiden Töchtern ...

Von A wie allein bis Z für zusammen
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"Wir haben alle unsere Dämonen, Schatz", sagte sie bei solchen Gelegenheiten und steckte einem abgerissenen Typen mit einem Hund an der Leine ein Scheinchen zu. "Bei manchen Leuten sind sie nur offensichtlicher ...

"Wir haben alle unsere Dämonen, Schatz", sagte sie bei solchen Gelegenheiten und steckte einem abgerissenen Typen mit einem Hund an der Leine ein Scheinchen zu. "Bei manchen Leuten sind sie nur offensichtlicher als bei anderen."

"Von A wie allein bis Z für zusammen" ist ein rührender "Frauenroman" mit Schwerpunkt Trauer von der englischen Autorin Debra Johnson. Nicht nur der Titel und das Cover sind wundervoll, sondern auch die Werte, die das Buch vermitteln.

Inhalt: Als Andrea die traurige Nachricht erhält, dass sie innerlich von Krebs zerfressen ist und nur noch wenige Woche zu leben hat, weiß sie nicht wie sie von ihren beiden geliebten Töchtern Abschied nehmen soll. Rose und Poppy sind schon seit Jahren zerstritten und Andrea wünscht sich nichts mehr, als die Beiden wieder vereint zu sehen. Also bereitet sie ihren Abschied mit einem Alphabet vor: 26 Aufgaben von A-Z, um die beiden Schwestern sowohl bei ihrer Trauer, als auch beim Verzeihen zu unterstützen.

Cover und Design: Ich liebe die Aufmachung des Buches. Sowohl das Cover als auch der Titel übermitteln wundervolle Vibes und sind ein Ode an das Leben. Ich finde die Farbgestaltung als auch das Design des Covers wunderschön und auch passend zur Geschichte. Denn obwohl das Buch das Thema Trauer behandelt, übermittelt es lebensbejahende Werte. Das Design des Covers erinnert an den Frühling nach einem kalten Winter, das wiedergefundene Glück nach einer Trauer. Lediglich die Innenseiten der Klappenbroschur wirken leer und hätten mir farblich gestaltet besser gefallen.

Meine Meinung: Dieses Buch beinhaltet das Thema Trauer und Vergebung, aber ist trotz dieser Themen eine wundervolle Geschichte über Liebe, Glück und Lebensfreude. Eine liebende Mutter nimmt Abschied von ihren beiden Töchtern und zwar auf wundervoll lebensfreudige Weise. Sie gibt Poppy und Rose 26 Aufgaben quer durchs Alphabet und jede Aufgabe bringt die zerstrittenen Schwestern ein bisschen enger zusammen und erinnert die Beiden an Liebe und Familie. Gleichzeitig gibt Andrea mit ihren Aufgaben aber auch ihrem beeindruckenden Leben ein würdiges Revue und man spürt wie sehr sie ihr Leben genossen hat. Doch Freude und Glück ist begleitet von Reue und Zweifeln und natürlich dürfen auch diese nicht fehlen.
Der Schreibstil der Autorin war leicht, aber trotzdem stimmig und hatte etwas Einzigartiges. Im Präsens abwechselnd aus Poppys und Rose Sicht geschrieben, wird der Verlauf der Geschichte mit Briefen, Audio- und Videoaufnahmen von Andrea aufgepeppt. Das Alphabet durch Andreas Leben war sehr berührend und die Aufgaben gut überlegt um Poppy und Rose einen Weg zur Wiedervereinigung zu ebnen. Andrea war eine sehr beeindruckende Frau und ist würdevoll mit dem Thema Tod umgegangen, da sie ihr Leben aus vollen Zügen genossen und ausgekostet hat. Ihren beiden Töchtern geht es da anders: diese sind von Reue, Zweifeln und Selbsthass zerfressen und der Weg zurück ist schon lange versperrt. Es war sehr schön zu lesen, wie sich die Beiden durch Andreas Aufgaben langsam öffnen und die Freude fürs Leben zurückkehrt. Schlussendlich hat Andrea ihren Beiden Töchtern nicht nur vermittelt, wie sie gesund mit ihrer Trauer umgehen sollen, sondern auch wie sie das Glück finden können.

Poppy und Rose sind, typisch für Schwestern, sehr unterschiedlich, ihre Herzen schlagen aber im gleichen Takt. Die Sympathien zu den beiden schwanken, je mehr wir über ihre Vergangenheit und den Grund ihres Zerwürfnisses erfahren, aber HEY wir machen doch alle Fehler und sich dieser Fehler einzugestehen ist schwerer als sie zu begehen. Das Thema Reue wurde genau so gut eingesetzt, wie die Vergebung und Beides wurde sehr realitätsnah dargestellt, ohne plötzlichen Gemütsschwankungen oder unvorhergesehenen Tobsuchtsanfällen. Man konnte sich in beide Schwestern sehr gut hineinversetzen, auch wenn sie sich charakterlich stark voneinander unterscheiden.

Auch wenn mir das Thema und die Aufgaben sehr gut gefallen haben, hatte das Buch ungefähr in der Mitte einige Längen und man kam gefühlt nicht wirklich voran. Man hätte aus den alphabetischen Aufgaben wohl noch mehr herausholen können. Auch das Thema "Übergewicht" und wie damit umgegangen wurde, ist mir persönlich viel zu oft und zum Teil auch falsch erwähnt worden. Dies überschattet aber keineswegs die wundervollen Botschaften, die dieses Buch vermittelt.
Natürlich wird die Geschichte immer berührender, je näher wir Andreas letzten Momenten kommen und am Ende hatte ich auch ein paar Tränchen im Auge. Trotzdem hat mich das Buch mit schönen Gefühlen zurückgelassen.

Für Vergebung und Veränderung ist es nie zu spät und das Glück kennt bekanntlich kein Alter. Trotz des traurigen Hintergrunds sprüht dieses Buch über von positiven Gefühlen. Eine berührende Geschichte durch das Alphabet über Trauer, Vergebung und Glück. Ich kann das Buch sehr empfehlen, da es zwischen all den Liebesbüchern eine wunderschöne Abwechslung ist. Auch wenn es nicht perfekt ist, gibt es einen unperfekten Überblick über die wahren Werte des Lebens.

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