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Veröffentlicht am 28.07.2021

Eine bezaubernde Märchenadaption der zwei Liebenden ...

Sternenfeuer. Kaiserin der Drachen
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"Unsere Sterne sind unsere Partner ... es ist eine Verbindung fürs Leben, die in unserer Seele und unserem Sein verankert ist ... Mehr als nur ein ferner Himmelskörper, sondern ein Freund, ein lebendiges ...

"Unsere Sterne sind unsere Partner ... es ist eine Verbindung fürs Leben, die in unserer Seele und unserem Sein verankert ist ... Mehr als nur ein ferner Himmelskörper, sondern ein Freund, ein lebendiges Wesen."

"Sternenfeuer - Kaiserin der Drachen" ist eine märchenhafte Liebesgeschichte von der deutschen Autorin Amy Erin Thyndal. Das Buch kann ohne Probleme als Einzelband gelesen werden. Es gibt zwar einen zweiten Band, der beinhaltet jedoch die Vorgeschichte zu "Sternenfeuer". Mich hat der Zauber der Geschichte auf jeden Fall erfasst und ich habe die märchenhaften Lesestunden genossen, obwohl durchaus noch mehr möglich gewesen wäre.

Inhalt: Xin ist eine Sternentochter und die Hoffnung des Reichs, denn sie soll in Zukunft die Sonne leiten und den damit verbundenen Kaiserthron besteigen. Xin ist schon längst dazu bereit das Amt der Sonne zu übernehmen, doch als plötzlich ihr Stern und somit auch ihre magische Kraft verschwindet, muss sie sich auf dem Weg zum Orakel machen, um ihre Welt vor der Dunkelheit zu bewahren. Dabei darf sie sich von nichts ablenken lassen, schon gar nicht von Taron, dem Botschafter des Nachbarlandes Atlas, der Gefühle in ihr weckt, die sie nie für möglich gehalten hätte.

Meine Meinung: Das Cover des Ebooks ist sehr ansprechend und spiegelt den zauberhaften Flair der Geschichte wider. Durch das rote Kleid mit chinesischen Drachenornamenten lässt sich auch das asiatische Setting erkennen und die Sternbilder im Hintergrund runden das Gesamtbild sehr schön ab. Die Schrift ist schön gewählt und bei genauem Hinsehen kann man auch etwas Glitzer erkennen - zauberhaft genau wie die Geschichte.
Zu Beginn des Buches gibt es eine Information über die Aussprache der vorkommenden Namen. Da es sich hauptsächlich um chinesische Namen handelt, ist diese Info wirklich sehr hilfreich.

Der Schreibstil der Autorin hat mich sofort überzeugt, obwohl ich bisher noch kein Buch von ihr gelesen habe. Die Geschichte lies sich flüssig und lockerleicht lesen, ohne plump zu wirken. Die Autorin hat den märchenhaften Zauber von chinesischen Legenden in die Geschichte eingewoben und ich war von Anfang an von der Story gefesselt.
Als Vorbild für die Geschichte wurde das chinesische Volksmärchen der zwei Liebenden gewählt. Ein Märchen, das schon öfter in Liebesromanen erwähnt wurde, bisher habe ich aber noch keine so zauberhafte Version davon gelesen, denn auch das verbundene Sternbild wurde in die Geschichte mit eingewoben. Auch wenn die Story zum Teil dystopische Details hat, steht das Märchen im Vordergrund und enthält eine wunderschöne Liebesgeschichte. Einige Aspekte davon waren für mich zwar vorhersehbar, das ließ ihren Glanz aber nicht erblassen.

Von Beginn an konnte mich die Geschichte fesseln. Zuerst wird man ausführlich in die Story und die Vergangenheit und Aufgabe der Sternentöchter eingeführt und man hat sofort das Gefühl, dass diese Geschichte fantastisch und groß werden wird.

Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht unserer Protagonistin Xin und ihrer Sternenschwester Hua erzählt. Leider werden die weiblichen Charaktere optisch viel zu wenig beschrieben, so dass ich kein wirkliches Bild dazu im Kopf hatte, dafür lernen wir aber deren Persönlichkeit viel besser kennen. Beide Charaktere, sowohl Xin als auch Hua, konnten mich von sich einnehmen, obwohl sie in meinen Augen mehr eigenständige Charakterzüge verdient hätten. Beide waren nämlich sehr pflichtbewusst und aufopferungsvoll und haben sich charakterlich nicht viel voneinander unterschieden, was aber wiederum sehr gut zum chinesischen Setting gepasst hat.

Leider konnte das Ende mit dem unglaublich starken Anfang nicht ganz mithalten. Die Auflösung der Geschichte hat mir zwar sehr gut gefallen, das ganze Drumherum und wie es dazu kam war mir aber zu wenig. Da wäre noch viel mehr möglich gewesen. Vor allem die Szene mit dem Orakel hätte viel mehr ausgeschmückt gehört und auch die Liebesbeziehung hätte mehr schöne Herzmomente verdient. Die Gefühle konnten mich dadurch am Ende leider nicht ganz erreichen, was ich sehr schade finde, denn die Story an sich hat sehr viel Potential und hätte mit mehr Details und ausführlichere Szenen ein Meisterwerk werden können.
Trotzdem ist die Geschichte märchenhaft und lässt einen in eine fremde Welt eintauchen. Diese bezaubernde Interpretation der zwei Liebenden ist es auf jeden Fall Wert gelesen zu werden.
Eine bezaubernde und märchenhafte Liebesgeschichte mit asiatischem Setting, die leider viel zu schnell vorbei ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2021

Der Schwur des Jünglings ...

Black Clover 01
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"Willkommen im schwarzen Stier, der Grupperung missratener Magier!"
Ich habe nach einer ähnlichen Manga-Reihe wie "Fairy Tale" oder "Seven Deadly Sins" gesucht und bin dabei auf "Black Clover" von Yuki ...

"Willkommen im schwarzen Stier, der Grupperung missratener Magier!"
Ich habe nach einer ähnlichen Manga-Reihe wie "Fairy Tale" oder "Seven Deadly Sins" gesucht und bin dabei auf "Black Clover" von Yuki Tabata gestoßen. Band 1 der Shonen-Abenteuer-Reihe beginnt mit sehr viel Witz und einer magischen Story, die Vorfreude auf noch viel mehr hinterlässt.

Inhalt: Asta und Yuno, zwei Weisenkinder die unterschiedlicher nicht sein könnten, wäre da nicht ihr gemeinsamer Traum König der Magier zu werden. Dies macht sie einerseits zu unzertrennlichen Freunden, aber auch zu unerbittlichen Rivalen. Als es endlich an der Zeit ist, das Grimoire ihrer Magie zu erhalten, wird Asta auf eine harte Prüfung gestellt und spätestens bei der Eignungsprüfung des magischen Ritterordens muss er seine Fähigkeiten beweisen um seinen Traum wahr werden zu lassen.

Meine Meinung: Sehr unterhaltsam mit schönem Zeichenstil führt uns der Mangaka Yuki Tabata in eine abenteuerliche, magische Welt mit tollen Charakteren. Der Manga hat mich sofort in seinen Bann gezogen, sowohl was die Handlung als auch den Humor betrifft. Ach herrje ... ich musste mehrmals laut Lachen und hatte so viel Spaß beim Lesen.

Die Charaktere sind super ausgearbeitet und haben alle ihre eigenen unverwechselbaren Charakterzüge. Yuno, ruhig und besonnen, aber unglaublich stark in Magie. Asta, kindisch und unverwechselbar laut, aber unglaublich mutig und willensstark. Die Geschichte ist voll von solch einzigartigen und total abgedrehten Charakteren. Yami, der düstere Gildenführer, der vermutlich mehr Morddrohungen in seinem Wortschatz hat als irgendwas sonst, hat es mir sofort angetan und ich liebe ihn einfach, trotz seinem Faible für Unterdrückung und bestialischer Raubtiere. 😅
Die Story hat mich auch sofort eingenommen. Ich glaube, dass in dieser magischen Welt noch sehr viel möglich ist und ich bin schon sehr gespannt und voller Vorfreude, wie sich die Handlung entwickeln wird.

Der Humor des Mangakas ist genau meins, total albern und trotzdem so lustig. Als Noelle ihren Auftritt hat und man mehr über ihre Fähigkeit erfährt habe ich mich vor lauter Lachen gar nicht mehr eingekriegt. Die Alte ist so eingebildet und vorlaut und dann DAS ... wenn ich an diese Szene zurückdenke muss ich noch immer kichern. Ich habe den Manga am Schwimmteich "versuchtet" und die Leute neben uns haben mich schon die ganze Zeit komisch angeguckt. Als wir dann ins Wasser gingen habe ich beobachtet wie sie neugierig meine Leselektüre betrachtet haben. Bessere Werbung gibt es wohl kaum. 😄

Einen Stern Abzug gibt es von mir weil mich ein Charakter viel zu sehr an Kana von "Fairy Tail" erinnert hat und auch einige magische Attacken sehr abgeschaut wirkten. Wenn Drachen im Name der Attacke erwähnt werden, erinnert das halt viel zu sehr an Dragon Slayer.

Die Manga-Reihe wurde als Anime auch verfilmt. Ich habe diese aber noch nicht gesehen und da mich der Manga so unterhalten und überzeugen konnte, werde ich das wohl vorerst auch nicht tun, sondern die Mangas weiterlesen.

Der Manga ist sehr empfehlenswert für Fans von "Fairy Tail", "One Piece" und Co, aber auch für Manga-Neulinge, die Lust auf Magie, Abenteuer und die Macht der Freundschaft haben. Ich freue mich auf mehr vom "Schwarzen Stier". 😃

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.07.2021

Vertrauen und Verrat ...

Vertrauen und Verrat (Kampf um Demora 1)
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"Vertrauen und Verrat" ist der Auftakt zur "Kampf um Demora"-Trilogie von der amerikanischen Autorin Erin Beaty. Es handelt sich um ihr Erstlingswerk und konnte mich wirklich positiv überraschen. Die Story ...

"Vertrauen und Verrat" ist der Auftakt zur "Kampf um Demora"-Trilogie von der amerikanischen Autorin Erin Beaty. Es handelt sich um ihr Erstlingswerk und konnte mich wirklich positiv überraschen. Die Story ist ganz anders als erwartet und auch ohne Fantasy konnte mich die Welt von Demora begeistern.

Inhalt: Für Sage der totale Albtraum - sie soll einen fremden Mann heiraten, der für sie ausgesucht wurde und ihr Traum als Lehrerin zu arbeiten ist somit Geschichte. Da geht sie lieber in die Lehre einer sogenannten Kupplerin und sucht für andere Mädchen den perfekten Ehemann, kann aber zumindest ein bisschen Freiheit behalten.
Auf dem Weg zum großen Kupplungsball muss Sage aber erfahren, dass das Reich Demora keinesfalls in so großem Frieden lebt, wie gedacht und dass ein Soldat beginnt ihr den Kopf zu verdrehen, obwohl sie doch niemals heiraten wollte.

Meine Meinung: Das Cover des Buches ist sehr gut gewählt. Die gefesselten Hände spiegeln die Seele unserer Protagonistin Sage wieder, die sich in den Regeln und Traditionen ihres Landes gefangen fühlt. Im Hintergrund der Stoff eines Brautkleides und die verschnörkelten Verzierungen machen das Buch zu einem Eyecatcher und mir gefällt dieses Cover sehr viel besser als die englische Version, weil es zierlicher und auch damenhafter wirkt, was ja sehr gut zur Story des Buches passt.
Leider habe ich im Ebook eine Karte der Welt Demora vermisst. Da wir Sage auf ihrem Weg in verschiedene Burgen und Ortschaften verfolgen und auch das Land an sich viel zu bieten hat, wäre eine illustrierte Karte für die Vorstellungskraft sehr hilfreich gewesen. Ich weiß nicht ob die gebundene Version der Geschichte eine solche Karte hat, aber das Ebook hat leider keine.

Das Land Demora ist vergleichbar mit der Zeit Englands im viktorianischen Zeitalter, sowohl in Bezug auf die Stellung der Frau als auch das Leben der Menschen an sich. Unverheiratete Frauen waren verpönt, außer einigen wenigen Ausnahmen, zum Beispiel wenn man den ehrbaren Beruf der Kupplerin ausübt. Der Adel hat das Sagen und die Macht und dementsprechend prunkvoll und verschwenderisch ist ihr Lebensstil. Sage kann mit Glanz und Gloria nichts anfangen und steckt ihre Nase lieber in Bücher um ihren unendlichen Wissensdrang zu stillen. Ihre Berufung ist das Lehren, auch wenn dies in ihrer Welt als Frau kaum möglich ist. Sie fühlt sich in ihrer Rolle gefangen und ein Leben in "Freiheit" erscheint ihr sehr viel wertvoller als die große Liebe. Natürlich nur bis die große Liebe plötzlich vor ihr steht und alle ihre Ängste und Träume wahr werden lässt. 😉

Die Handlung der Geschichte hat sich als völlig anders entpuppt als von mir erwartet. Ich habe eine "Mädchen"-Geschichte mit Fantasy-Einschlägen erwartet mit Königreich und Intrigen und einer Protagonistin, die versucht ihren eigenen Weg zu gehen. In gewisser Weise hat sich diese Erwartung zwar erfüllt aber nur was das Königreich, die Intrigen und die Protagonistin betrifft, alles andere hat sich in eine völlig andere Richtung entwickelt. Wer hier nämlich nach einer typischen "Mädchen"-Story hofft, ist falsch. Kriegsstrategien, Spionage und das Leben als Soldat stehen hier nämlich im Vordergrund. Mich konnten diese Aspekte sehr positiv überraschen, weil das für dieses Genre doch recht untypisch ist. Es war sehr interessant und aufschlussreich einen Einblick hinter die Kulissen des Krieges und der Spionage zu erhalten und die Geschichte kommt auch fantastisch ohne Fantasy-Elemente aus.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr zugesagt. Einfach und flüssig geschrieben verfolgen wir die Geschichte aus mehreren Perspektiven, aber hauptsächlich aus der Sicht von Sage und Hauptmann Quinn. Beide Charaktere waren mir auf Anhieb sympathisch und ich konnte die Gedankengänge beider sehr gut nachvollziehen. Auch die Nebencharaktere waren gut ausgearbeitet, auch wenn da noch mehr möglich gewesen wäre. Vor allem die große Kupplerin hat es mir angetan und ich hätte mir mehr unverwechselbare Charakterzüge für sie gewünscht, da sie ja so eine hohe Stellung in dieser Welt einnimmt. Zu Beginn wurde sie als strenge Vorbildperson beschrieben, sehr schnell entwickelte sie sich aber zur liebevollen Großmutter.

Die Autorin hat versucht ein Geheimnis rund um den Chrakter "Maus" zu machen, den Soldaten aus Sages Begleittrupp, der schlussendlich auch ihr Herz gewinnt. Auch wenn ich die Idee dahinter total genial finde und das Ganze Vibes von "Der Kuss der Lüge" versprühte, ging dies leider etwas schief, weil Maus' Identität zumindest für mich total offensichtlich war. Auch wenn die Auflösung für mich als Leserin keine Überraschung war, konnten mich Sages Gefühle dazu mitnehmen. Die Liebesgeschichte der beiden war sehr schön und konnte mich berühren, auch wenn die verzweifelten und tiefen Emotionen leider ausblieben. Dafür ging mir das ganze dann vermutlich zu schnell. Das Verliebtsein zu Beginn wurde aber sehr schön übermittelt und ich konnte Sages Schmetterlinge im Bauch spüren.

Die Handlung beginnt langsam und steigert sich immer weiter an, bevor es gegen Ende richtig spannend wird. Fesselnd konnte mich die Geschichte aber durchgehend, auch wenn viele Szenen über Kriegstaktiken und Strategien handeln. Die Autorin hat das super hingekriegt, so dass das Buch trotz dieser Szenen nicht langatmig wird. Zu Beginn wird sehr viel über das Land Demora und deren Kriegsvergangenheit erklärt, auch die Adelsgeschlechter und politischen Situationen nehmen einen großen Teil ein. Es endet dann aber in einem sehr spannenden Kampf und ich wurde ins Buch hineingesogen und an die Seiten gefesselt. Schlussendlich musste ich sogar beinahe ein paar Tränen vergießen, weil sich die Story nicht nur zu wahnsinnig spannend und nervenaufreibend entwickelte, sondern auch traurig endete.

Ich kann das Buch wirklich empfehlen, vor allem weil es im Fantasy-Jugendbuch-Bereich mal was anderes ist - keine Mädchen-Royal-Geschichte sondern mehr Einblicke hinter den Krieg und dessen Strategien und in die Spionage gibt. Ich freue mich schon auf die Fortsetzungen und auf noch mehr Kriegsszenarien. Ich bin auch gespannt wie sich die Liebesgeschichte entwickeln wird und hoffe, dass diese in den Folgeteilen nicht zu kurz kommt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2021

Wahrheit ist Macht ...

Das Schwert der Wahrheit 1
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"Das erste Gesetz der Magie" ist der erste von etlichen Bänden der "Das Schwert der Wahrheit"-Reihe vom leider bereits verstorbenen Fantasy-Autor Terry Goodkind. Old but gold würden viele sagen. Wenn man ...

"Das erste Gesetz der Magie" ist der erste von etlichen Bänden der "Das Schwert der Wahrheit"-Reihe vom leider bereits verstorbenen Fantasy-Autor Terry Goodkind. Old but gold würden viele sagen. Wenn man sich die Rankings der besten Fantasyliteratur aller Zeiten ansieht, kommt man um diese Saga einfach nicht drum herum und endlich widme auch ich mich diesem magischen Universum. Band 1 dieser umfassenden Reihe trumpft mit einer fantastischen Welt und einer einzigartigen Story und hat mir vor allem gegen Ende hin sehr gut gefallen.

Inhalt: Richard Cypher ist ein stinknormaler Waldläufer. Bis er eines Tages eine junge Frau vor brutalen Verfolgern rettet, denn ab diesem Moment gleitet das gesamte Leben aus den Fugen. Die Barriere zu den magischen Midlands scheint zu schwinden und Darken Rahl, ein tyrannischer und dunkler Zauberer, droht die gesamte Welt ins Chaos zu stürzen. Gemeinsam mit Kahlan begibt sich Richard auf eine bedrohliche Reise um die Welt vor dem Untergang zu bewahren und muss dabei bitterlich erfahren, dass der größte Feind der Menschheit das erste Gesetz der Magie ist.

Meine Meinung: Ursprünglich stammt das Buch aus dem Jahre 1994. Der Blanvalet-Verlag hat diese Reihe aber 2021 neu aufgelegt. Ich kann nicht sagen welche Cover mir besser gefallen, weil sowohl die alten als auch die neuen Ausgaben einen gewissen Fantasy-Charme versprühen. Ich habe die Geschichte digital gelesen, weil jeder Band über 1000 Seiten hat und so ein dicker Wälzer in der Hand schon anstrengend werden kann. Ich weiß nicht ob in der gedruckten Version eine Karte zu sehen ist, im Ebook habe ich diese aber leider schmerzlich vermisst. Da der Autor hier eine wirklich sehr umfangreiche Welt erschaffen hat und Richard und seine Freunde bereits in Teil 1 eine lange Reise hinter sich haben, wäre eine Karte sehr hilfreich gewesen. Außerdem gibt eine schön illustrierte Karte dem Buch auch immer einen gewissen Charme.

Der Autor hat wirklich eine ausufernde Fantasie und hat mit "Das Schwert der Wahrheit" ein fantastisches und umfangreiches Universum geschaffen, das wirklich einzigartig ist. Ich bin wohl eine der wenigen die die Serie zu diesen Büchern nie gesehen hat, somit konnte ich mich wie ein Frischling ins Abenteuer stürzen und wurde nicht enttäuscht. Hier finden wir alles, was ein Fantasy-Herz begehrt: eine mittelalterliche High-Fantasy-Welt mit Zauberern, Drachen, Feen, Dämonen, größenwahnsinnigen Herrschern und Co. Außerdem hat der Autor seiner Fantasie freien Lauf gelassen und auch noch eine völlig neue Spezies, die Konfessoren, erschaffen. Ich bin begeistert von dieser umfangreichen Welt, und beim Lesen kamen "Herr der Ringe"-Vibes bei mir hoch, die ich schon lange nicht mehr gefühlt habe.

Der Schreibstil des Autors ist sehr ausschweifend und detailreich. Einerseits bleibt der Fantasie somit nichts dem Zufall überlassen, weil man sich wirklich alles bildhaft und genau vorstellen kann, andererseits war es manchmal schon etwas mühsam, wenn eine Seite lang nur die Gegend beschrieben wird bevor überhaupt was passiert. Der Einstieg in das Buch fiel mir durch diesen Erzählstil des Autors sehr leicht, weil wirklich alles bildhaft und sehr genau beschrieben wird, dann wurde es aber etwas langatmig. Die zweite Hälfte des Buches war dann aber richtig spannend und mein Durchhaltevermögen hat sich auf jeden Fall gelohnt. Vor allem die letzten 200 Seiten waren unglaublich und sind wie im Nu verflogen. Ich muss euch aber warnen, der Autor nimmt nämlich kein Blatt vor den Mund und es gibt auch schockierend brutale Szenen. Kindesmissbrauch, Vergewaltigung und Folter kommen genau so vor, wie blutiger Mord und alles wird sehr umfangreich und detailreich beschrieben. Wer also ein Problem mit sehr blutigen und brutalen Szenen hat, sollte hiervon besser die Finger lassen.

Genau wie der Schreibstil und das Setting ist auch die Handlung des Buches sehr umfangreich und kann sich mit nichts vergleichen. Hier bekommt man alles in einer Geschichte: konkurrierende Königreiche, Krieg, tyrannische Herrscher, fantastische Kreaturen, eine unsterbliche Liebe und gekrönt wird das Ganze von den Gesetzen der Magie. Bei 1000 Seiten muss natürlich viel Platz haben um nicht langweilig zu werden und das wird es ganz bestimmt nicht. Zumindest wenn man die ersten 400 Seiten überwunden hat, in denen man hauptsächlich in die Welt eingeführt wird, danach kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Vor allem als Richard von seinen Freunden getrennt wird, wird es richtig spannend und die Geschichte konnte mich voll fesseln und begeistern.

Die Charaktere sind im Vergleich zum Rest des Buches eher schlecht ausgearbeitet, da wäre definitiv mehr gegangen. Unser Held Richard ist ein 08/15-Typ, der völlig normal scheint. Schlussendlich beweist er aber eine starke Persönlichkeit, die eigentlich so gar nicht zu seinem normalen Charakter zu passen scheint. Er war ein angenehmer Protagonist, dem ich gerne gefolgt bin, aber so wirklich besonders fand ich ihn nicht unbedingt.
Auch die weibliche Protagonistin Kahlan wirkte ein wenig unscheinbar auf mich. Sie hat sehr schnell ein inniges Vertrauen zu Richard aufgebaut und als man dann mehr über ihre Vergangenheit und Berufung herausfand, wirkte das auf mich etwas unglaubwürdig. Auch die Liebe zwischen den Beiden ging mir etwas zu schnell und war nicht zu 100% nachvollziehbar.

Die Nebencharaktere wirkten viel besser ausgearbeitet und waren sehr viel überzeugender, egal ob in guter oder schlechter Hinsicht. Der große Zauberer, der wahnsinnige Bösewicht Darken Rahl oder die kranke Mord-Sith Denna konnten mich viel mehr fesseln als die Hauptprotagonisten, weil sie einzigartige Charakterzüge hatten.

Das Buch endet mit keinem Cliffhänger und die Geschichte von Teil 1 wird am Schluss größtenteils beendet, auch wenn sich der Autor noch Raum für Folgeteile gelassen hat. Und von diesen gibt es ja reichlich, somit kann ich noch öfter in die Midlands und deren magischen Zauber eintauchen und Abenteuer mit Richard und Kahlan bestreiten. Es blieben auch ein paar wenige Fragen offen, die noch geklärt werden müssen und ich bin schon sehr gespannt wie die Geschichte weiter gehen wird.

Dieser Auftakt bietet ein sehr umfassendes und magisches Fantasy-Universum mit actionreicher, brutaler Story und einer unsterblichen Liebesgeschichte. Lasst euch von dem dicken Schmöker nicht abschrecken und begebt euch auf eine fantastische Reise in die Midlands. Für High-Fantasy-Fans ein MUSS!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.07.2021

Eine märchenhafte Reise mit der besten Schneiderin des Reiches ...

Ein Kleid aus Seide und Sternen (Ein Kleid aus Seide und Sternen 1)
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"Eines gewoben aus dem Lachen der Sonne. Das zweite bestickt mit den Tränen des Mondes und das letzte bemalt mit dem Blut der Sterne."

"Ein Kleid aus Seide und Sternen" ist der erste Band einer märchenhaften ...

"Eines gewoben aus dem Lachen der Sonne. Das zweite bestickt mit den Tränen des Mondes und das letzte bemalt mit dem Blut der Sterne."

"Ein Kleid aus Seide und Sternen" ist der erste Band einer märchenhaften Fantasy-Dilogie mit asiatischem Setting von der amerikanischen Autorin Elizabeth Lim. Die Geschichte ist magisch und hat einen völlig anderen Verlauf genommen als von mir erwartet. Ich bin positiv überrascht.

Inhalt: Maia träumt davon die größte Schneiderin des Reiches zu werden, aber als Mädchen ist ihr dieses Handwerk untersagt. Als der Kaiser einen Wettbewerb um den berühmten Posten des Hofschneiders ins Leben ruft, ergreift Maia ihre Chance und reist als Junge verkleidet an den kaiserlichen Sommerpalast. Doch dort stellen sich ihr schier unmögliche Aufgaben. Um nicht zum Tode verurteilt zu werden muss sie unter allen Umständen das Geheimnis ihres Geschlechts bewahren, auch wenn sie die Aufmerksamkeit des geheimnisvollen und düsteren Zauberers des Kaisers auf sich zu ziehen scheint.

Meine Meinung: Die Gestaltung des Covers ist ein wahrer Traum. Ich liebe, liebe, liebe es und kann mich gar nicht sattsehen von diesem wunderschönen Buch. Es spiegelt den märchenhaften und asiatischen Flair der Geschichte perfekt wider. Das englische Cover ist ja schon richtig toll aber gegen dieses deutsche Cover stinkt es ab. Zum Glück kann sich auch der Inhalt des Buches sehen lassen, denn mein Herz wäre gebrochen, wenn ich das Buch aussortieren hätte müssen. Ein riesengroßes Dankeschön an Alexander Kopainski für dieses Schmuckstück in meinem Bücherregal.
Auf der Innenseite der Klappenbroschur ist eine sehr aufwendig gestaltete Karte und gibt eine schöne Übersicht über diese magische Welt. Diese ist besonders in der zweiten Hälfte des Buches sehr hilfreich.
Wer die Herstellerdetails und Infos zum Verlag sucht, findet diese zur Abwechslung erst auf der letzten Seite.

Das Buch lässt sich flüssig und schnell lesen. Der Schreibstil der Autorin ist leicht verständlich und beherbergt einen gewissen Charme, der einen sofort gefangen nimmt. Leider ist es ihr nicht so gut gelungen das asiatische Setting in die Geschichte einzubeziehen, vor allem weil sie asiatische und orientalische Elemente vermischt hat, dafür hat sie aber ein ganz eigenes magisches Setting erschaffen, das die Geschichte zu etwas ganz Besonderem macht.
Die Handlung dieser Geschichte hat eine völlig andere Wendung genommen als ich zu Beginn erwartet habe. Es beginnt mit einer "Mulan"-Story: Mädchen verkleidet sich als Junge um die Ehre ihres Vaters zu retten. Diesmal besteht die Ehre darin ihr Können im Wettbewerb um den Posten des Hofschneiders zu beweisen. Doch dieser Wettbewerb nimmt nur die erste Hälfte des Buches ein. In der zweiten Hälfte muss sich Maia auf eine gefährliche Reise begeben und drei magische Gegenstände suchen, um die Hochzeit des Kaisers mit der Tochter seines größten Feindes und dessen verbundenen Friedensabkommen zu sichern. Hilfe bekommt sie dabei nicht nur von der magischen Schere ihrer Großmutter, sondern auch vom geheimnisvollen Zauberer Edan, der Gefühle in ihr weckt, die sie nie für möglich gehalten hätte.

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive von unserer Protagonistin Maia geschrieben. Maia ist eine kleine Kämpferin und lässt sich nicht so leicht unterkriegen. Sie ist sich ihrer Gaben bewusst und verfolgt ihren Traum ohne sich von der Angst lähmen zu lassen, auch wenn sich diese ihrer ständig zu überwältigen droht. Ihr Charakter war mir auf Anhieb sympathisch und ich konnte mich sofort in sie hineinversetzen. Ihre Träume waren meine Träume und ich stürzte mich ebenfalls voller Eifer in den Wettbewerb.

Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, die zwar sehr schön ist, mich aber leider nicht völlig abholen konnte. Die Liebesbeziehung ging mir einfach viel zu schnell. In der zweiten Hälfte des Buches gibt es bereits eine voll ausgewachsene Liebesgeschichte mit Herzschmerz, aber das Verliebtsein ging dabei verloren. Die Gefühle und das Bauchkribbeln der ersten Liebe kam leider nicht bei mir an, auch wenn Edan ein Charakter ist, der durchaus Potential zu Schwärmereien hätte. Seine Persönlichkeit war in meinen Augen aber nicht so gut ausgearbeitet und es fehlten die romantischen Bauchkribbel-Momente, die einen Mann von geheimnisvoll zu Bookboyfriend machen.

Das Buch beginnt mit einem geheimnisvollen Prolog, der episch ist und unglaublich Lust auf die Geschichte macht. Dieser ist nämlich wunderschön und doch so geheimnisvoll geschrieben, dass man sofort wissen will, was es mit diesem Prolog auf sich hat. Die erste Hälfte des Buches ist wie im Rausch verflogen, die zweite Hälfte hat sich dann für mich ein bisschen gezogen, weil viele wichtige Dinge zu schnell geschehen sind. Die Autorin hätte die Reise gerne umfangreicher gestalten können. Mir ging das Auffinden der magischen Ornamente zu einfach und zu schnell. Das Ende war dann atemberaubend und sehr überraschend. Es endet mit einem unvorhergesehenen Plotttwist, der eine riesige Vorfreude auf Band 2 hinterlässt.

Begebt euch mit Maia auf eine magische Reise, gewebt aus Legenden mit asiatischem und orientalischem Setting und lasst euch vom Plotttwist am Ende begeistern. Der Fortschritt der Geschichte ging mir ein wenig zu schnell - der Inhalt hätte gerne umfangreicher erzählt werden können. Trotzdem ist die Geschichte etwas ganz besonderes und ich kann sie LiebhaberInnen von märchenhaften Abenteuern nur wärmstens ans Herz legen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere