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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.11.2018

down to ashes

From Ashes - Herzleuchten
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Cassidy hat eine schwere Kindheit erlebt und kann sich nur auf ihren Kindheitsfreund Tyler verlassen. Er war immer für sie da. Daher zieht sie zu ihm nach Texas. Für Cassidy heißt es, ein normales Leben ...

Cassidy hat eine schwere Kindheit erlebt und kann sich nur auf ihren Kindheitsfreund Tyler verlassen. Er war immer für sie da. Daher zieht sie zu ihm nach Texas. Für Cassidy heißt es, ein normales Leben zu beginnen: Fort von ihrer gewalttätigen Mutter und deren brutalem Freund, in eine Wohngemeinschaft mit Tyler und seinem Cousin Gage. Dieser ist von der der ersten Sekunde an beeindruckt von der kleinen Cassidy.
Es beginnt echt spannend, da der Schreibstil leicht durch das Geschehen führt. Leider bleibt es nicht bei dem Spannungsbogen. Cassidys Vergangenheit ist sehr traurig, jedoch zu überzogen, wodurch die Geschehnisse nicht glaubwürdig erscheinen. Auch entstehen Beziehungen wie aus der Luft gegriffen. Tyler war als Kind für Cassidy da und hat in der Gegenwart der Geschichte eine spezielle Beziehung zu ihr. Er macht sie an, obwohl sie nicht auf ihn reagiert. Auch möchte er Gage von ihr fernhalten und reagiert extrem über und erfindet dafür dreiste Lügen. Anstatt dass Gage und Cassidy darüber reden, glauben sie diese und tanzen umeinander herum.
Der weitere Verlauf wird unnötig in die Länge, um die Handlung spannender zu machen. Auch reicht es nicht, dass Tyler und Gage sich um Cassy bemühen, sondern es kommt gegen Ende noch ein dritter Mann dazu. Conner begleitet Cassy eine Weile und die beiden kommen sich näher. Dabei verstehe ich Cassidy einfach nicht. Sie vermisst Gage und dennoch schläft sie fast mit Conner. Sie ist eine schwierige Protagonistin, was daran liegt, was sie durchmachen musste. Jedoch verhält sie sich in manchen Momenten ein bisschen zu naiv und reagiert teilweise zu übertrieben.

Ohne Frage, wäre genug Potential in dieser Geschichte vorhanden gewesen, welches aber in keinster Weise ausgeschöpft wurde. Die Thematik des Missbrauches hätte besser ausgearbeitet werden können. Ich habe die Sinneswandlung von Cassidys Mutter nicht nachvollziehen können. Es kommt bestimmt vor, nur hat die Mutter ihre Tochter zu Beginn geliebt und es war mir einfach nicht realistisch genug. Auch konnte ich nur Gage von den anderen Charakteren wirklich leiden. Er ist immer lieb, verständlich und fürsorglich gewesen und ich fand ihn zu gut für Cassidy. Sie hat ihn nur verletzt und sich irgendwelchen Typen hingegeben und war undurchschaubar bis zum Schluss.
Das Einzige, was wie ein Phönix aus der Asche wieder auferstand, ist der Epilog. Dies war einer der wenigen Momente, in denen ich Cassidy leiden konnte. Es war sehr niedlich die kleine Familie mit zu erleben. Jedoch hat dies nicht viel an meiner Bewertung ausmachen können. Ich lese gerne Bücher von Molly McAdams und bin daher traurig, diesem Werk nur 2,5 Sterne geben zu können. Es hat mir einfach zu viel nicht gefallen.

Veröffentlicht am 18.11.2018

Von der Heldin zur emanzipierten Frau

Mulans Töchter
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„Mulans Töchter“ beschreibt eine jahrelange Reise durch das moderne China, um der bekannten Heldin Mulan nach zu spüren. Diese wurde durch den gleichnamigen Disney-Film bekannt. Die niederländische Journalistin ...

„Mulans Töchter“ beschreibt eine jahrelange Reise durch das moderne China, um der bekannten Heldin Mulan nach zu spüren. Diese wurde durch den gleichnamigen Disney-Film bekannt. Die niederländische Journalistin Bettine Vriesekoop hat nicht nur diese tugendhafte und mutige Heldin beleuchtet, sondern auch andere weibliche Größen in einer Männer dominierten Welt.
Sie hat sich auf die Suche im modernen China gemacht: Frauen aus der neuen Mittelklasse, die sich an historischen Vorbildern orientieren, gleichzeitig aber aus deren konservativen Schatten heraustreten wollen und ihre sexuelle Autonomie einfordern.

Für ihr Buch führte Bettine Vriesekoop zahlreiche Interviews mit Frauenrechtlerinnen, Unternehmerinnen, Prostituierten, Lesben und Wissenschaftlerinnen und entführt den Leser in eine Welt, die den meisten im Westen unbekannt und fremd sein dürfte, und ermöglicht so einen Einblick in die ungeheuren gesellschaftlichen Veränderungen des modernen Chinas. Ihre beeindruckenden Frauenporträts sind eingebettet in einen historischen Rahmen zur Stellung der Frau im Laufe der Jahrhunderte – fundiert und spannend erzählt.
Außer Mulan gibt es noch andere Frauen, die sich gegen die typischen Werte und Normen auf den Kopf gestellt haben. In diesem Werk geht es um Lebenssituationen chinesischer Frauen, ihre gesellschaftliche Rolle und Besonderheiten im Laufe der Geschichte. Die Familienstrukturen haben sich mit der Zeit kaum geändert. Es wurde zwar aus der Großfamilie von 1979 wurde die Ein-Kind-Politik ausgerufen, jedoch führte dies zur Tötung vieler neugeborener Mädchen. Heute muss die chinesische Gesellschaft mit einem extremen Frauenmangel kämpfen. Der Heiratsmarkt ist groß, weswegen junge Frauen aus den Nachbarländern verschleppt werden. Das Rollenverständnis vieler chinesischer Frauen verändert sich nur allmählich. Sie werden gebildeter, jedoch suchen immer noch vielen Eltern auf Heiratsmärkten den Ehepartner ihrer Kinder aus.
Im 21. Jahrhundert werden die westlichen Schönheitsideale übernommen, während viele Beautyprodukte in den asiatischen Ländern entwickelt werden. Auch boomt das Geschäft mit Schönheits-Operationen. Meist werden diese schon mit 16 Jahren durchgeführt. Der Fokus von Schönheit liegt auf dem Gesicht und langen Beinen.
Früher wurden chinesische Frauen nicht nur auf ihre Rolle als Mutter vorbereitet, sondern traditionelle Schönheitsrituale vollzogen. Ein Beispiel in diesem Buch für ein Schönheitsideal sind die sogenannten Lotusfüßchen. Die gebundenen Füße sind nur unter großen Schmerzen und Qualen von den Mädchen und Frauen zu ertragen. Es hat lange gedauert, bis auf ein gesetzliches Verbot auch das endgültige Aus folgte.

Der Epilog ist eine schöne Abrundung und das Glossar gibt wichtige Auskunft über einzelne (chinesische) Begriffe. Sehr schön und kurz ist die Ballade von Mulan geschrieben. Einfach eine Frau mit Weisheit und Klasse.
Der Schreibstil hat mich auf eine Reise in das Leben von Frauen in China mitgenommen. Die Beschreibungen wie die Rolle der Frau in der Gesellschaft sich entwickelt und verändert hat, war sehr interessant und bildlich dargestellt.

Veröffentlicht am 22.10.2018

Reise durch die Zeit

Der Apfelbaum
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Der Schauspieler Christian Berkel begibt sich auf die Spuren seiner Wurzeln: Aus Archiven stammen Briefe und durch Reisen trägt er seine Familienbiographie in Romanform zusammen. Entstanden ist eine rekonstruierte ...

Der Schauspieler Christian Berkel begibt sich auf die Spuren seiner Wurzeln: Aus Archiven stammen Briefe und durch Reisen trägt er seine Familienbiographie in Romanform zusammen. Entstanden ist eine rekonstruierte Geschichte eines ganzen Jahrhunderts und einer ungewöhnlichen Liebe
Sala und Otto treffen 1932 in Berlin das erste Mal für einen Einbruch im Haus von Salas Vater Schmiere steht. Sie ist dreizehn und er siebzehn Jahre alt, als sie sich ineinander verlieben. Otto litt als Kind unter der Strenge seines Stiefvaters und musste seine Familie eine Zeit lang verlassen. Dies hat den Jungen aus der Arbeiterklasse geprägt. Sala hingegen ist bei ihrem homosexuellen Vater aufgewachsen. Ihre Mutter stammt aus einer intellektuellen jüdischen Familie. Um 1938 muss Sala zu ihrer jüdischen Tante nach Paris fliehen, bis die Deutschen auch in Frankreich einmarschieren. Währenddessen zieht Otto als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg. Sala wird bei einem Fluchtversuch verraten und in ein Lager in den Pyrenäen interniert. Ihr gelingt jedoch bei einer Zugfahrt nach Leipzig die Flucht und sie kann untertauchen. Otto kehrt 1950 nach einer Gefangenschaft durch russische Soldaten, in das zerstörte Berlin zurück. 10 Jahre langwaren er und Sala von einander getrennt. Die Geschichte von Sala und Otto führt den Leser von Ascona, Berlin, Paris und Moskau bis nach Buenos Aires.
Der Schreibstil ist sehr originell. Teilweise war die wörtliche Rede in Berlinerisch, was mir sehr gefallen hat. Leider gibt es auch ein paar Ausdrucksweisen, welche die Erzählweise ins Stocken bringt: Die Teile, die in der Gegenwart erzählt werden.
Ottos Jugend in Berlin haben mich sehr fasziniert, da er echt schreckliches erlebt hat und trotzdem nicht aufgegeben hat. Auch sehr interessant fand ich Salas Vater. Ein Mann der verzaubern konnte, nur indem er etwas vorgelesen hat. Ich hätte ihn sehr gerne kennen gelernt.
Der Leser bekommt einen Eindruck in die Zeit des zweiten Weltkrieges, einer verlorenen Gesellschaft und trauriger Kindheit. Ein Vergnügen dieses Werk zu lesen, wäre der falsche Ausdruck, den zu viel Dramatisches geschieht in dem Leben dieser Familie. Aber eine Bereicherung, ist es allemal.

Veröffentlicht am 02.10.2018

Fluch der Liebe

The Dark One - Versuchung der Finsternis
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Ronda Thompson hat mit „The Dark One – Versuchung der Finsternis“ einen gelungenen Mix aus historischer Liebesgeschichte und dem Fantasy Genre erschaffen. Alleine durch den Schreibstil wird das England ...

Ronda Thompson hat mit „The Dark One – Versuchung der Finsternis“ einen gelungenen Mix aus historischer Liebesgeschichte und dem Fantasy Genre erschaffen. Alleine durch den Schreibstil wird das England des 19. Jahrhunderts zum Leben erweckt und bekommt einen gewissen Charme. Der Leser wird sofort gefesselt und verfolgt das Zusammentreffen der Protagonisten auf dem Ball gespannt.
Armond, der älteste der Wulf-Brüder hat sich der Frauenwelt entsagt, da ein schlimmer Fluch auf seiner Familie lastet. Dieser wurde von einer Hexe ausgesprochen und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Er trifft auf einem Ball Rosalind, die sich vor ihrem gewalttätigen Stiefbruder fürchtet und dessen Absichten, sie mit einem Widerling zu verheiraten. Sie heiraten heimlich, was ihren Stiefbruder noch mehr erzürnt, der mit einigen mysteriösen Mordfällen in Verbindung gebracht wird.

Diese Geschichte lebt auch von den tollen Nebencharakteren wie die Herzogen Witwe, Amelia und den Butler. Jeder Charakter, sogar die Antagonisten, sind einzigartig gestaltet.

Der Klapptext spielt vor allem auf den Fluch der Familie Wulf an und den damit verbundenen Fantasy Aspekt, der in dieser Geschichte jedoch viel zu kurz kommt. Ich habe bereits den dritten Teil der Geschichte gelesen, der als Taschenbuch im Bastei Lübbe Verlag erschienen ist, mit einem wunderschönen Cover, der ein größeres Ausmaß des Fluches beinhaltet. So wirkt dieser Teil mehr wie ein historischer Liebesroman. Jedoch hat mir der Schreibstil wieder sehr gefallen und ich habe mich in eine andere Zeit versetzt gefühlt. Die Protagonisten haben mir sehr gefallen, nur hätte ich mir Rosalind an manchen Stellen etwas robuster und wilder gewünscht. Durchweg eine tolle Geschichte und eine Empfehlung, die weiteren Teile zu lesen.

  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Atmosphäre
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 28.09.2018

More just friends

Just two hearts
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Just two hearts ist eine schöne homoerotische Liebesgeschichte, die für Neulinge in diesem Genre sehr zu empfehlen ist.

Leon und Ole haben den selben Freundeskreis. Es ist nichts zwischen ihnen, außer ...

Just two hearts ist eine schöne homoerotische Liebesgeschichte, die für Neulinge in diesem Genre sehr zu empfehlen ist.

Leon und Ole haben den selben Freundeskreis. Es ist nichts zwischen ihnen, außer eine flüchtige Bekanntschaft. Bis ein Kuss alles verändert.

Soviel zum Inhalt, denn es entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte, die durch die Höhen und Tiefen den Coming-Outs geht. Aus Bekannten werden Freunde, aus Freunde schließlich ein Paar. Der Weg bis dahin ist nicht leicht und es kommt immer wieder zu einem Bruch zwischen Ole, der zuvor auch hetero ist und Leon.

Und genau an diesem Punkt, ist die Geschichte für mich persönlich nicht genug durchdacht und die Charaktere zu oberflächlich. Ich konnte weder Ole, noch Leon wirklich greifen. Ole, der mit seinen eigenen Gefühlen überfordert ist und Leon, der zum Ende hin eine Depression zu haben scheint. Dies geschieht zu schnell und ist dem entsprechend nicht genügend ausgearbeitet und wirkt so ein wenig unglaubwürdig.

Damit möchte ich der Autorin ihre Geschichte nicht schlecht machen, denn die Storyline ist gut gewählt und so wie es für dieses Genre typisch und beliebt ist aufgemacht. Ich habe schon einiges in diesem Bereich gelesn und finde, dass es für Neueinsteiger eine tolle Geschichte ist, nur für mich hat es an ein paar Stellen eben nicht gereicht.
Mir hat auch gefallen, dass die erotischen Szenen nicht zu schmirig wirkten und schön beschrieben waren. Auch die Freunde der beiden fand ich klasse. Sogar gelungener als die Protagonisten. Das Thema Outing und wie der Umkreis darauf reagiert war toll: Die Freunde, die es locker aufnehmen, der Kollege der, obwohl er offiziell hetero ist, plötzlich einem Verkehr nicht abgeneigt wäre, oder der eigene Vater, dem das Gerede der Leute wichtiger ist, als sein eigener Sohn.

Von meiner Seite her, hätte die Geschichte mehr Tiefgang haben können. Auch die Protagonisten sind nicht die sympatischsten und durchdachtesten, aber gut zu verstehen. Für mich war es eine solide 3,5 Sterne Geschichte und eine Empfehlung für junge Menschen und Neulinge in diesem Genre.