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Veröffentlicht am 09.09.2020

Von jetzt auf gleich...

So weit die Störche ziehen
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Klappentext:
In Ostpreußen um 1939 gerät die Welt aus den Fugen. Davon bekommt die junge Dora Twardy nicht viel mit. Sie wächst behütet auf dem Pferdegestüt ihrer Familie auf und ihr mangelt es an nichts. ...

Klappentext:
In Ostpreußen um 1939 gerät die Welt aus den Fugen. Davon bekommt die junge Dora Twardy nicht viel mit. Sie wächst behütet auf dem Pferdegestüt ihrer Familie auf und ihr mangelt es an nichts. Dann greift die deutsche Wehrmacht Polen an und Dora muss schlagartig erwachsen werden. Sie übernahm die Verantwortung für den Hof und kämpft verbissen um den Erhalt des Familienbesitzes. In den Wirren des Krieges steht Dora zwischen zwei Männern. Für wenn wird sie sich entscheiden? Zum einen ist da der sanftmütige Freund ihres Bruders, Wilhelm von Lengendorff und zum anderen der abenteuerlustige Kriegsfotograf Curt von Thorau.

Protagonisten:
Dora ist eine naive junge Frau, die im Verlauf des Romanes erwachsen wird. Sie wird früh Mutter und muss zusehen, wie ihr Zuhause unter dem Krieg verkommt. Am Ende bleibt nicht mehr viel übrig, dennoch bleibt sie hoffnungsvoll. Sie ist sympathisch, jedoch bleibt sie kindlich trotz harter Arbeit und Willensstärke. Sie scheint mental nicht immer der Situation gewachsen.
Curt von Thorau ist ein leidenschaftlicher junger Photograph. Dies macht in jedoch auch ein wenig sonderbar.

Fazit:
Der Schreibstil und die Sprache sind sehr angenehm und bildreich, besonders das Leben auf dem Gestüt ist sehr lebhaft. Die Protagonisten und Charaktere sind mir sehr unnahbar vorgekommen. Die historische Situation ist sehr berührend. Leider konnte ich mit Dora nicht so viel anfangen, da sie mir bis zum Ende des Romans unnahbar vorkam. Ihr Hoffnungsgedanke am Ende des Buchs war jedoch sehr berührend. Eine atmosphärische Geschichte, jedoch nicht mit den gewünschten Emotionen beinhaltend.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2020

Kleider machen Geschichte

Die Kleider der Frauen
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Klappentext:
Als 1940 die Deutschen Paris einnehmen, wird die Haute-Couture-Schneiderin Estella in eine Mission der Résistance verwickelt, bei der sie dem geheimnisvollen Alex begegnet. In letzter Sekunde ...

Klappentext:
Als 1940 die Deutschen Paris einnehmen, wird die Haute-Couture-Schneiderin Estella in eine Mission der Résistance verwickelt, bei der sie dem geheimnisvollen Alex begegnet. In letzter Sekunde verhilft Estellas Mutter ihr zur Flucht, und sie gelangt nach New York – mit nicht mehr in der Tasche als einem goldenen Kleid und einem Traum: sich als Designerin in der von Männern beherrschten Welt der Mode einen Namen zu machen. Und dann steht sie auf einmal Alex gegenüber, der mehr über das Schicksal ihrer in Frankreich gebliebenen Mutter weiß, als er preisgeben will.

Protagonisten:
Estella ist eine junge Frau mit Träumen und einem großen Wunsch. Sie will die Modewelt erobern und es den Männern zeigen. Sie zeigt viel Stärke, da sie sich um 1940 ständig behaupten muss. Sie findet Freunde und versucht ihrer Neugier über Alex nachzugehen.
Fabienne ist Estellas Enkelin und erbt ihr Modeimperium. Dadurch entdeckt sie auch ein lang gehütetes Familiengeheimnis. Sie wirkt so stark wie ihre Oma und muss sich ebenfalls behaupten.

Schreibstil:
Einfach und verständlich. Schnell zu lesen und eine angenehme Sprache.

Fazit:
Die Atmosphäre des Buches ist sehr greifbar und der Leser kann sich gut in die Zeit einfühlen. Die Charaktere sind sympathisch und man kann mit ihnen den Lebenswandel der Zeit erleben. Mir hat an manchen Stellen ein wenig die realitätsnähe gefehlt. Die Figuren wirkten manchmal ein wenig zu konstruiert. Die Modewelt hingegen kommt sehr gut zur Geltung. Daher ein 3,5 Sterne Roman.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2020

Familie

Die Bagage
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Klappentext:
Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des ersten Weltkriegs und Josef wird zur Armee ...

Klappentext:
Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des ersten Weltkriegs und Josef wird zur Armee eingezogen. Die Zeit, in der Maria und die Kinder allein zurückbleiben und abhängig werden vom Schutz des Bürgermeisters. Die Zeit, in der Georg aus Hannover in die Gegend kommt, der nicht nur hochdeutsch spricht und wunderschön ist, sondern eines Tages auch an die Tür der Bagage klopft. Und es ist die Zeit, in der Maria schwanger wird mit Grete, dem Kind der Familie, mit dem Josef nie ein Wort sprechen wird: der Mutter der Autorin. Mit großer Wucht erzählt Monika Helfer die Geschichte ihrer eigenen Herkunft.

Protagonisten:
Da es ein biographischer Roman ist, ist es schwer über die Erzählerin und die Hauptperson Maria zu schreiben. Es steht mir nicht zu, über einen anderen Menschen zu richten, daher werde ich nur meine Eindrücke wiedergeben: Ich glaube, dass Maria eine starke Frau war. Es wurde oft betont, wie hübsch sie war, weswegen ihre anderen Charakterzüge ein wenig untergingen. Für ihre Verhältnisse schien sie sehr gebildet zu sein. Gerne hätte ich noch mehr Facetten von ihr kennengelernt, als dass sie „nur“ schön war. Es erscheint mir immer ein wenig seltsam, wenn gefühlt alle Männer auf eine Frau stehen und keinen Respekt vor einer verheirateten Frau und ihrem Ehemann haben. Man könnte Maria Schwäche unterstellen, aber ich kann nicht beurteilen, wie es für sie in den Zeiten des Krieges ihren Mann war.

Sprache und Schreibstil:
Der schlichte Schreibstil hat den Leser mit auf das Land in die Welt der Bagage mitgenommen und bildlich das ärmliche Leben wiedergespiegelt. Die Beschreibungen der Menschen waren ein wenig zu seicht und ließen diese farblos und zumeist belanglos erscheinen. Daher konnte kaum eine emotionale Tiefe entstehen.

Fazit:
Mich hat dieser biographische Roman in eine andere Zeit entführt. Die Probleme der Menschen damals, sind vergleichbar mit Erlebnissen von vielen Kindern in den Generationen später. Maria erschien mir manchmal als zu äußerlich perfekt. Es war für mich nicht immer verständlich, warum sie in gewissen Situationen so gehandelt hat, wie sie es tat. Es ist zudem eine echt tragische Generationengeschichte, in der kaum jemand zufrieden war oder überhaupt überlebt hat. Alle schienen Schwierigkeiten mit Beziehungen gehabt zu haben und erschienen mir zutiefst unglücklich. Es ist durchaus ein Werk, das man lesen sollte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.11.2019

Suche die Stille im Alltag

The Wonderful Wild
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Gesa Neitzel tauschte den Großstadtalltag gegen das Ungewisse und flog nach Afrika. Im südafrikanischen Busch lernt Gesa wieder auf die eigene innere Stimme zu hören. Am Lagerfeuer oder unterm Sternenhimmel ...

Gesa Neitzel tauschte den Großstadtalltag gegen das Ungewisse und flog nach Afrika. Im südafrikanischen Busch lernt Gesa wieder auf die eigene innere Stimme zu hören. Am Lagerfeuer oder unterm Sternenhimmel wurde ihr klar, dass echte Stille wahrer Luxus bedeutet. In ihrem Werk lehrt sie den Leser, wie dieser einen authentischen Rhythmus in seinen ganz normalen Alltag integrieren kann und nimmt uns mit auf eine Reise in die Natur und zu uns selbst.
Das Erste, dass mich angesprochen hat war das Buchcover. Es deutet auf Safari und eine spannende Tierwelt hin. Der Schreibstil gefällt mir sehr und auch die Fotos sind sehr stimmungsvoll. Es ist kein Buch, dass man schnell durchliest und wieder zur Seite legt. Dies ist auch nicht von der Autorin beabsichtigt. Kleine illustrierte Elefanten sollen den Leser zum Nachdenken anregen. Ist eine nette Idee und kann auch funktionieren. Bei mir hat es nicht immer gekappt.
Es kann für viele Leser eine Hilfe sein, die schönen Momente im Leben wieder schätzen zu lernen. Allerdings ist die Art der Umsetzung meist ein wenig zu spirituell. Dies ist ein Aspekt der mich gestört hat. Es waren zum Teil sprachliche Formulierungen, die zu dem angenehmen Schreibstil gut gepasst haben, für mich jedoch zu oberflächlich erschienen.
Es ist ein Ratgeber der etwas anderen Art, jedoch wäre mir ein Reisebericht lieber gewesen. Für mich sind es dennoch gute 3,5 Sterne und durchaus lesenswert.

Veröffentlicht am 23.05.2019

Eine lange Reise bis in die Freiheit

Die Lotosblüte
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Chong wird mit 15 Jahre von ihrer Stiefmutter an einen alten Chinesen verkauft. Als Zweitfrau wird sie zum Lustobjekt des Alten. Nach seinem baldigen Tod wird sie von seinem Sohn Kuan aufgenommen. Dieser ...

Chong wird mit 15 Jahre von ihrer Stiefmutter an einen alten Chinesen verkauft. Als Zweitfrau wird sie zum Lustobjekt des Alten. Nach seinem baldigen Tod wird sie von seinem Sohn Kuan aufgenommen. Dieser möchte Chong zu einer Prostituierten in seinem Lustschuppen machen. Sie kann fliehen, jedoch landet sie ihn der nächsten Gefangenschaft. Das Leid als Hure zieht sich durch ihr ganzes Leben, bis sie doch noch eine Chance auf Freiheit und Selbstbestimmung erhält.
Die Geschichte von Chong ist bedrückend und sie landet von einer schlimmen Situation in der nächsten. Daher sind die letzten drei Sätze sehr treffend: „Shim Chong schloss die Augen. Um ihre faltigen Lippen herum erschien ein Lächeln. Es war das blasse Lächeln eines Menschen, der viel geweint hatte.“
An manchen Stellen wird die Kultur mit einbezogen und erklärt. Leider werden Randgeschehnisse nicht so sehr ausgeführt. Beispielsweise die Lebensumstände während des Opiumkrieges.
Der Schreibstiel ist sehr bildlich und flüssig. Manche Details sollten jedoch nicht zu ausführlich beschrieben werden, denn es gibt Dinge, die sollten dem Leser vielleicht doch enthalten bleiben (Bsp. Die Nacht in der der alte Chinese stirbt und davor noch mit Chong verkehrt.).
Mir hat die Geschichte gut gefallen, aber ich hätte gerne noch mehr von den verschiedenen Kulturen und dem Leben der asiatischen Schichten erfahren. Chong musste sehr viel Schlimmes erleiden und es wäre schön gewesen, mehr Emotionen von ihr zu erfahren.