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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.07.2020

SCULL EYES <3

All Saints High - Die Prinzessin
1

„Die eine opfert sich für mich, die andere opfert mich für sich.“ (S. 346)

KLAPPTENTEXT
Bereits mit unserem ersten Kuss waren wir dem Untergang geweiht ...

Daria Followhill ist reich, wunderschön und ...

„Die eine opfert sich für mich, die andere opfert mich für sich.“ (S. 346)

KLAPPTENTEXT
Bereits mit unserem ersten Kuss waren wir dem Untergang geweiht ...

Daria Followhill ist reich, wunderschön und das beliebteste Mädchen der All Saints High. Sie müsste sich wie eine Prinzessin fühlen. Doch ihr Leben ist alles andere als perfekt. Seit sie vor vier Jahren aus Eifersucht die Zukunft der gleichaltrigen Silvia Scully zerstört hat, plagen sie schlimme Schuldgefühle. Als sie nun erfährt, dass Silvias Zwillingsbruder Penn nach dem Tod seiner Mutter kein Zuhause mehr hat, sorgt sie kurzerhand dafür, dass ihre Eltern Penn bei sich aufnehmen. Und obwohl er keinen Zweifel daran lässt, dass er Daria hasst, ist sie machtlos gegen das heftige Kribbeln zwischen ihnen. Dabei weiß sie, dass seine Liebe sie zerstören könnte ...
 
MEINUNG
Ich gebe zu als ich das erste Mal das Buch und den Klappentext gesehen habe, da wollte ich es nicht lesen. Bin einfach zu alt für Highschool-Geschichten, dachte ich mir. Aber dann hat eine eine Buchbloggerin auf Instagram so von diesem Buch geschwärmt und da wurde ich doch neugierig. Also legte ich los mit dem Lesen und was soll ich sagen, ich bin der Geschichte komplett verfallen. Wir haben es klar mit einer Geschichte zu tun, die man entweder liebt oder hasst. Man kann sich nur für eine Seiten entscheiden. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich zur ersten Seite gehöre. Der Schreibstil hat mich echt umgehauen. Eigentlich bin ich kein Fan von extremer vulgärer, zugespitzter Sprache. Oft habe ich den Kopf geschüttelt und konnte nicht fassen, was da passierte. Vieles war übertrieben und unrealistisch, aber dennoch hat mich das Buch nicht losgelassen. Ich musste einfach weiterlesen, weil ich wissen musste wie es weitergeht. Die Seiten peitschten an mir vorbei und ich war wie im Rausch. Konnte einfach nicht aufhören zu lesen und hab die Geschichte über Daria und Penn verschlungen. Kein einziges Mal kam Langeweile auf und es war durchweg spannend. Es passierten Sachen, mit denen ich niemals gerechnet habe.
 
Wer eine seichte Liebesgeschichte erwartet, der ist hier eindeutig falsch. Bei „All Saints High“ geht es ruppig, hart und böse zu. Ich war fasziniert von der negativen Stimmung in diesem Buch. Wie gesagt, sonst lese ich solche Bücher nicht. Aber dieses hat es mir angetan. Als Leser muss einen bewusst sein, dass die Geschichte überladen ist mit Klischees und normale 18jährige sich niemals so übertrieben verhalten (hoffe ich doch). Aber in diesem Buch hat das zum ganzem Setting, zur Grundstimmung und zu den kaputten Charakteren gepasst.
Charaktere, die kaputt und zerbrochen sind, sind mir die Liebsten. Keiner ist perfekt, alle haben eine Menge Fehler, welche sie menschlich und authentisch wirken lassen. Und in diesem Buch gibt es eine Menge davon.
 
Daria Followhill ist attraktiv, reich und die Prinzessin der All Saints High. Ihr Verhalten gleicht dem einer verwöhnten Göre  – sie ist zickig, verletzend, ja regelrecht böse. Aber schnell ist klar, sie verhält sich so, um sich zu schützen. Hinter ihrer Maske aus Boshaftigkeit versteckt sich ein verletzliches Mädchen, dass sich nicht geliebt fühlt. Ihre Gefühls- und Gedankenwelt ist ein reines Chaos. Um sie herum ist eine meterhohe Mauer, denn tief im Inneren ist sie verletzlich und möchte nur die Aufmerksamkeit ihrer Mutter. Wenn ihr innerer Hulk zum Vorschein kommt und sie die Oberzicke raus lässt, dann tut es ihr im Nachhinein leid. Am besten gefällt mir ihre Wandlung im Laufe der Geschichte. Als Leser fühlt und sieht man deutlich, wie sie sich immer mehr bessert und ihr wahres Ich durchscheint. Es war so schön mitzuerleben, wie Daria immer mehr ihre Maske fallen lässt und zu dem Menschen wird, der sie in Wirklichkeit ist.
Penn Scully - der Blechmann ohne Herz – ist der loyale Kapitän der Footballmannschaft. Er sieht wahnsinnig gut aus und lässt nichts anbrennen. Seine Familie stammt aus ärmlichen Verhältnissen und die Kluft zwischen Daria und ihn konnte nicht größer sein. Sie hassen sich aus tiefsten Herzen, aber dennoch ist da diese Verbundenheit zwischen den beiden. Sie verstehen sich ohne Worte und fühlen sich zueinander hingezogen. Bereits im ersten Kapitel war ich fasziniert von Penn Scully. Was hat es auf sich mit dem Jungen, der immer Löcher in seine T-Shirts hat? Seine Gedanken sind hart und vulgär, dennoch hat auch er eine liebe Seite. Besonders gefallen haben mir seine Gedichte. Sie sind wunderschön und schrecklich zu gleich. Auch Penn Scully durchlebt eine Wandlung, die rührenswert ist.

Da es mein erstes Buch von L.J. Shen ist, kannte ich Jamie und Melody (Darias Eltern) noch nicht. Auch sie bekommen jeweils ein Kapitel, welches aus ihrer Sicht geschildert wird. Die Beziehung zwischen Daria und ihrer Mutter Melody ist traurig und gleichzeitig interessant. Beide tänzeln um einander rum, aber niemand sagt was konkretes. Immer mehr zerbricht ihre Beziehung und sie entfernen sich voneinander. Jamie ist der starke Vater, der immer für Daria da ist und sie im Arm nimmt. Die Geschichte der Eltern werde ich definitiv auch noch lesen.
 
Wer eine rosige Liebesgeschichte erwartet, der ist hier falsch. Die Stimmung ist negativ, einige Dialoge sind zum Haareraufen und die Sexszenen wirken eher lieblos. Trotz der vielen Punkte hat mich das Buch einfach umgehauen. Trotz der Hässlich- und Boshaftigkeit hat es etwas an sich, was mich nicht mehr losließ. Die Charakter sind in ihren jungen Jahren zerbrochen und verstecken ihre guten Seiten. Ich musste einfach wissen wie die Geschichte endet und war fasziniert vom Setting und den Charakteren. Bin schon sehr gespannt auf die Folgebände und werde sie auf jeden Fall alle lesen. Ich brauche mehr von der All Saints High.
 
 
FAZIT
Überspitzt, klischeehaft, vulgär, gewaltigtätig, liebevoll und lesenswert – diese Wörter beschreiben die Geschichte perfekt. Eigentlich sind solche Geschichten gar nicht mein Geschmack, aber ich kann nur von diesem Buch schwärmen. Von der ersten Seite an war ich fasziniert von den Charakteren, die Umgebung und den Verlauf der Geschichte. Es bleibt durchweg spannend und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Entweder liebt oder hasst man diese Geschichte. Entscheidet selbst, zu welcher Kategorie ihr gehört. Von mir bekommt „All Saints High – Die Prinzessin“ 5/5 Sterne. Ich freue mich schon wahnsinnig auf die weiteren Bücher aus der All Saints High.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.07.2020

JAHRESHIGHLIGHT 2020!

Wie die Ruhe vor dem Sturm
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„Man musste nicht über die Liebe sprechen, um zu wissen, dass sie existierte. Liebe wurde nicht erst real, wenn jemand es laut aussprach. Nein, Liebe saß vielmehr ganz still da, in den Schatten der Nacht, ...

„Man musste nicht über die Liebe sprechen, um zu wissen, dass sie existierte. Liebe wurde nicht erst real, wenn jemand es laut aussprach. Nein, Liebe saß vielmehr ganz still da, in den Schatten der Nacht, und heilte die Risse in unseren Herzen.“ (S. 132)
 
KLAPPENTEXT
Als ich meine neue Stelle als Nanny einer reichen Familie antrat, konnte ich nicht ahnen, dass es Greyson Easts Kinder waren, die ich betreuen würde. Und auch nicht, dass der Junge, den ich einmal geliebt hatte, zum Mann geworden war - ein eiskalter, einsamer, unnahbarer Mann. Alles an Grey war in Schmerz versunken. Doch ab und zu sah ich den Jungen von damals in seinen sturmgrauen Augen - und ich wusste, dass es sich um ihn zu kämpfen lohnte.

MEINUNG
Dieses Buch ist unglaublich. Es hat mich alles fühlen lassen und mich komplett mitgerissen. Die Geschichte über Ellie und Grey ist herzzerreißend. Es war mein erstes Buch von Brittainy C. Cherry und ich werde auf jeden Fall noch mehr von ihr lesen. Der Schreibstil holt einen sofort ab und man versinkt komplett in der Geschichte. Alle Emotionen der Charaktere sind greifbar. Viele Textstellen habe ich mir markiert und danach in mein Buch geschrieben. Wahnsinn was für tolle Metaphern und Vergleiche die Autorin verwendet. Ich liebe es! Der Klappentext lässt nicht vermuten, was für eine geballte Geschichte auf einem zukommt. Ich wurde regelrecht überrollt von intensiven Gefühle und nicht nur einmal musste ich zum Taschentuch greifen. Tage später dachte ich immer noch über die Geschichte nach und finde die Botschaft, welche die Autorin vermitteln will, einfach klasse.
Die Kapitel sind jeweils aus der Sicht von Ellie und Grey verfasst. So bekommt der Leser einen guten Überblick über die Gefühls- und Gedankenwelt der beiden.
Wir lernen Ellie und Grey kennen, die sich als Jugendliche kennenlernen und eine zarte Liebe entsteht. Ellie muss einen schweren Verlust verkraften und Grey ist an ihrer Seite. Er ist ihr Fels in der Brandung; die Schulter, an der sie sich anlehnt. Mein Herz habe ich ebenfalls an Grey verloren, denn er ist einfach nur perfekt. Auf dem ersten Blick wirkt sein Leben perfekt – der beliebte Schüler, reiche Eltern und ein gutes Aussehen. Aber tief in seinem Inneren ist er einsam. Zusammen mit Ellie entflieht er der Einsamkeit und fühlt sich endlich wieder lebendig. Die beiden helfen sich gegenseitig und es ist einfach die perfekte Jugendliebe. Leider trennen sich ihre Wege, aber vergessen haben sie sich nie. 15 Jahre später treffen sie wieder aufeinander, Ellie die Nanny und er ihr Arbeitgeber. Ich war geschockt, denn von dem damaligen Jungen, der immer einen aufmunternden Spruch auf den Lippen hatte, war nichts mehr da. Nun war da ein eiskalter Mann, der keine Gefühle zeigte. Mir brach es das Herz als ich den Schicksalsschlag der Familie East las. Da die Kapitel auch aus Greys Sicht geschildert wurden, hatte ich einen super Einblick in seiner Gefühlslage, die mir den Atem raubte. Geplagt von Schuldgefühlen und tiefer Trauer, ist er nicht mehr der Mann, der er mal war. Der Verlust raubt ihm den Atem und hindert ihn, sein Familienleben zu leben. Seine Gefühle konnte ich zu 100% nachempfinden, denn auch ich habe eine ähnliche Situation erfahren müssen. Das Leben ist nicht immer fair. Auch das Leben von Ellie und Grey hat Spuren bei den jeweiligen hinterlassen. Toll finde ich, dass Grey in kleinen Schritten seine Trauerbewältigt. Das ist absolut realistisch und glaubwürdig. Damals war er für Ellie da, nun ist sie für ihn da. Die Gedanken und Gefühle der beiden werden so detailliert und echt dargestellt. Wer viel Aktion möchte, der ist hier falsch. In diesem Buch geht es um Verlust und Trauer und wie wir mit ihnen weiterleben. Wie wir wieder richtig atmen können und das Leben wieder genießen können. Auch die Nebencharaktere sind alle toll ausgearbeitet. Besonders auf die Geschichte über Shay und Landen bin ich gespannt.
Ich möchte auch gar nicht zu viel verraten, denn die Geschichte ist wirklich lesenswert und jeder sollte sie lesen. Lasst euch von Ellie und Grey zeigen, dass nach jedem Tief wieder ein Hoch kommt.

„Manchmal muss man im Leben einfach springen. Du musst springen und hoffen, dass du fliegen kannst.“ (S. 347)


FAZIT
Ein großartiges Buch. Mehr gibt es nicht zu sagen. In meinen Augen ist alles stimmig und die Geschichte ist einfach nur perfekt. Wenn ich eine Libelle sehe, dann denke ich an Ellie und Grey. „Wie die Ruhe vor dem Sturm“ zählt zu meinen Jahreshighlights 2020.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.06.2020

Die Sterne leuchten in Green Valley!

New Dreams
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„Es gibt keine schlechten Sterne.“ Er sah mich an und schmunzelte. „Nur Leute, die den Himmel nicht richtig deuten können.“ (S. 248)

KLAPPENTEXT
Nach einem heftigen Streit mit ihrer Mutter bricht Elara ...

„Es gibt keine schlechten Sterne.“ Er sah mich an und schmunzelte. „Nur Leute, die den Himmel nicht richtig deuten können.“ (S. 248)

KLAPPENTEXT
Nach einem heftigen Streit mit ihrer Mutter bricht Elara fluchtartig zu ihrer Großmutter nach Green Valley auf – und wird mitten in der Nacht in den Rocky Mountains von einem Schneesturm überrascht. Zum Glück ist Noah zur Stelle, der sie mit nach Green Valley nimmt.
In der idyllischen Kleinstadt in den Rocky Mountains will Elara sich über ihre Zukunft klar werden und beginnt, an der örtlichen Tankstelle zu jobben. Dort trifft sie Noah wieder, der in der angeschlossenen Autowerkstatt aushilft und davon träumt, als Astronaut zu den Sternen zu reisen.
Hin- und hergerissen zwischen seinem Charme und Witz und seiner plötzlichen Unnahbarkeit, weiß Elara nicht, was sie von Noah halten soll – bis sie erfährt, dass seine Ex-Freundin nach einem schweren Autounfall im Koma liegt. Hat ihre Liebe gegen Noahs Schuldgefühle eine Chance?



MEINUNG
Endlich geht es wieder nach Green Valley! Die Reihe von Lilly Lucas lädt zum Wohlfühlen und Kopf ausschalten ein. Was habe ich mich auf den dritten Band gefreut und war sehr gespannt auf Elara und Noah, da wir sie noch nicht kannten.
Der Einstieg gelang mir problemlos, was bei dem großartigen Schreibstil auch kein Wunder ist. Bereits bei den Vorgängern war ich fasziniert von den lockeren, leichten, witzigen und bildhaften Schreibstil. Die Autorin schafft es genau die richtige Menge an Witz, Tiefe und Leichtigkeit in ihre Charaktere und Setting einzubauen. Gott, ich liebe die Umgebung von Green Valley. Gerne würde ich eine Woche Urlaub in dieser Kleinstadt verbringen. Alles ist idyllisch und romantisch, da kann man nur sein Herz an dieses kleine Städtchen verlieren.
Nebenbei ist das Cover wieder ein Traum. Passt perfekt zu den anderen und in meinen Augen bisher das Schönste der Reihe!

Elara war mir sofort sympathisch und ich konnte ihre Gedanken nachvollziehen. Sie ist hin und her gerissen zwischen dem, was sie will und das, was ihre Mutter möchte. Ihre Ängste und Gedanken sind greifbar. Einige schreiben, sie wirkt unsympathisch, da sie vieles aus dem Bauch heraus entscheidet und ihre Haltung gegenüber einer Kleinstadt vor Vorurteilen überquillt. Mich stört’s nicht, da es Elaras Wandlung glaubhaft macht. Vom Großstadtmädchen, welches jahrelang die schlechten Seiten einer Kleinstadt eingetrichtert bekommt zum bekennender Green Valley Fan.

Noah, oh Noah. Was für ein Bookboyfriend, der leider etwas zu kurz kam. Er ist hilfsbereit, der Retter in der Not und möchte es recht machen. Wir erfahren zwar einiges über ihn, aber leider nicht genug. Gerne hätte ich mehr Einblicke in seiner Gedankenwelt gehabt. Auch er weiß nicht, was er machen soll. Sein Kopf und Herz sagen ihn zwei verschiedene Sachen, aber wie soll er sich entscheiden? Seine Begeisterung für Astronomie war eine willkommene Abwechslung, denn sowas hab ich bisher in keinem Buch gelesen.

Alles in allem war es eine wieder eine gute Geschichte aus Green Valley mit vielen bekannten Gesichtern. Es ist wie ein nach Hause kommen. Leider ging mir die Liebesgeschichte der beiden viel zu schnell und wirkte dadurch ein wenig unglaubhaft. Der Funke ist zwar übergesprungen und es gab viele tolle romantische Momente, die mein Herz höher schlagen ließen. Doch dann gestehen die beiden sich ihre Liebe und ich dachte mir nur „Huch, soweit sind wir schon?“ In meinen Augen verdient die Geschichte ein paar Seiten mehr, dann wäre die Liebesgeschichte der beiden auch glaubhafter rübergekommen. Denn die Chemie der beiden stimmt zu hundert Prozent überein.
Aber dennoch fühlte es sich wie ein nach Hause kommen an und war genoss die Lesestunden in Green Valley.

FAZIT
Wieder schaffte es die Autorin, dass ich meine Welt komplett vergaß, weil ich von Green Valley träumte. Wie die Vorgänger ist der Schreibstil wunderbar und die Charaktere authentisch und facettenreich. Leider ging mir die Liebesgeschichte der beiden Protagonisten einen Tick zu schnell. Daher vergebe ich 4/5 Sterne. Aber dennoch ist es eine tolle Geschichte, die zum Wohlfühlen einlädt und zum Träumen. Ich bin schon sehr gespannt auf Band vier und hoffe, es kommen noch viel weitere Bücher aus Green Valley!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.04.2020

Team Maddie oder Team Chloe?

Sag ihr, ich war bei den Sternen
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„Es ist herrlich - und gleichzeitig schrecklich. Wie wenn dir durch eine zufallende Tür noch ein letzter Blick auf etwas Wunderschöne vergönnt wird.“ (S.352)

KLAPPENTEXT
Stell dir vor, an deiner Seite ...

„Es ist herrlich - und gleichzeitig schrecklich. Wie wenn dir durch eine zufallende Tür noch ein letzter Blick auf etwas Wunderschöne vergönnt wird.“ (S.352)

KLAPPENTEXT
Stell dir vor, an deiner Seite steht der Mann, den du liebst. Du spürst seine Hand in deiner, und sie passt perfekt in deine. Es ist sein Lächeln, das dich morgens weckt. Die Zukunft gehört euch beiden, ihr werdet heiraten. Und in deinem Bauch wächst euer Kind heran. Allein der Gedanke daran lässt dein Herz überlaufen vor Glück.
Doch dann: Ein unachtsamer Schritt. Ein abgelenkter Autofahrer. Ein schrecklicher Unfall.
Du fällst in einen tiefen Schlaf. Und während du schläfst, geht das Leben einfach weiter. Wenn du erwachst, wird nichts mehr so sein wie zuvor. Denn dein Happy End gehört nun einer anderen …

MEINUNG
Was für ein Buch. Der Klappentext verspricht eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle, bei der kein Augen trocken bleibt. Mit klopfenden Herz begann ich zu lesen und bereits nach den ersten Seiten hatte ich Tränen in den Augen. Gott, war das alles herzzerreißend und dramatisch. Ich war mir sicher, dieses Buch wird ein Jahreshighlight und es wird mich umhauen. Innerhalb von acht Stunden las ich es, da ich einfach nicht aufhören wollte. Es war so fesselnd und bewegend, da das Ende in keiner Weise voraussehbar. Mitten in der Nacht beendete ich das Buch, klappte es zu und musste mich erstmal sammeln. Ist es nun ein Jahreshighlight geworden? Nein. Aber warum, es startete doch so vielversprechend?

Beginne ich mit den Charakteren. Die Geschichte wird aus der Sicht von Maddie (Exverlobte) und Chloe (Ehefrau) erzählt. Wir erfahren ihre Ängste und Sorgen, die Gewissensbisse und die brennende Eifersucht.
Maddie war mir sofort sympathisch. Schon in den ersten Seiten mochte ich ihre lockere Art. Mein Herz brach, als ich ihr Schicksal verfolgte. Alles schien perfekt, dann ein kleiner Fehler und alles ist vorbei. Ihr Erwachen aus dem Koma war wirklich herzzerreißend. Trauer, Wut und Fassungslosigkeit - all das spürte ich auch.

„Ein Geist aus der Vergangenheit, der versuchte, in der Gegenwart Fuß zu fassen.“ (S. 133)

Leider baute ich im ganzen Buch für Chloe keine Sympathie auf. In vielen Rezensionen las ich, dass beide Frauen unglaublich gut dargestellt werden und man sich in beide reinversetzen kann. Maddie und Chloe könnten unterschiedlicher nicht sein. Abgesehen von der Haarfarbe ist die eine aufgeweckt und alle schauen sich nach ihr um, während die andere ein graues stilles Mäuschen ist. Die ganze Zeit fragte ich mich, was Ryan in Chloe sah? Ja, sie stand ihn in der schweren Zeit beiseite, sowas schweißt zusammen. Aber der Funke zwischen den beiden ist einfach nicht übergesprungen. Ihre Liebesgeschichte hat nichts magisches an sich, wie die von Maddie und Ryan. Ich hatte eher das Gefühl, Chloe hat das komplette Leben von Maddie an sich gerissen und lebt es aus. In kleinen Schritten drängte sie sich in ihr Leben, während Maddie wie Schneewittchen im gläsernen Sarg lag.Das brach mir beim Lesen das Herz, denn das hat Maddie nicht verdient.

„Mein Leben lag in Trümmern, und sie hatte die Einzelteile aufgesammelt und sie sich zu eigen gemacht.“ (S. 61)

Komme ich zu Ryan. Im Laufe der Geschichte hätte ich ihn gerne eins über die Rübe gezogen und das nicht nur einmal. Sein Handeln konnte ich nicht nachvollziehen. Ja, sein Leben ging weiter und er musste Maddie gehen lassen, da ihr Zustand sich nicht besserte. Je mehr Seiten ich las, umso unsympathischer wurde er. Wieso verhält er sich so, nachdem sie wieder erwacht ist?Die Szenen, wo Maddie frisch im Koma liegt sind so schmerzvoll. Sein Kummer und Verzweiflung waren so greifbar. Nicht nur einmal musste ich schlucken, weil die Kapitel so emotional waren.
Allgemein lief alles ein bisschen zu reibungslos ab. Es gab nicht einen großen Krach zwischen den Dreien. Das fand ich ein bisschen unrealistisch. Alle waren besonnen und niemand haute mal auf den Tisch. Verflucht, alle Parteien mussten so viele angestaute Gefühle in sich tragen, die hätten doch mal überschwappen können. Das hätte der Geschichte ein bisschen mehr Pepp gebracht.

Komme ich zu den größten Kritikpunkt, weshalb das Buch auf keinen Fall ein Jahreshighlight wird - das Ende. Was zur Hölle hat sich die Autorin dabei gedacht? Für mich muss es nicht immer ein Happy End geben. Klar, sehnt sich jeder nach eins, aber das Leben ist kein Ponyhof. Aber dieses Ende traf mich so unvorbereitet, dass es mir die Luft raubte. Es ist so unfassbar unfair und grausam. Was hat die Autorin sich dabei gedacht? Hatte sie kein schlechtes Gewissen, als sie in die Tasten haute? Eins ist gewiss, sie machte mich sprachlos, aber auf keine positive Weise.

Das Buch ist in drei Teilen aufgeteilt. Den ersten würde ich glatte 5 Sterne geben, da er wirklich emotional und dramatisch ist. Ab dem zweiten Teil sagte mir die Geschichte immer weniger zu. Sie schlägt eine Richtung ein, die mein Herz erzittern ließ. Der Zauber zu Beginn war verflogen. Was zum größten Teil wegen Chloe ist, da ich sie einfach nicht mag. Liegt es daran, weil ich Team Maddie bin? Vielleicht.

Auch wenn sich das jetzt alles hart anhört, dass Buch fesselte mich komplett. Lange hatte ich kein Buch, was ich innerhalb von ein paar Stunden las. Ich flog regelrecht durch die Seiten und musste unbedingt wissen, wie es endete. Der Schreibstil ist auch flüssig und liest sich gut. Wahrscheinlich würde ich es anders bewerten, wenn dieses verdammte Ende nicht alles zunichte gemacht hätte. Ach, und wenn es Chloe nicht gab. Aber in vielen Rezensionen wurde Chloe als sympathisch und großherzig beschrieben. Ich gehöre ich zu den kleinen Prozentsatz, der das nicht so sieht.

FAZIT
Eine schicksalshafte Geschichte über Liebe, Hoffnung, Familie, Mutterliebe und Freundschaft. Das Buch packt einen und man kann es schwer weglegen, weil man einfach wissen muss wie es endet. Das Ende hatte einen bitteren Beigeschmack und ist meiner Meinung nach nicht gut gewählt. Auch die Protagonistin Chloe schloss ich nicht in mein Herz.
„Sag ihr, ich war bei den Sternen“ bekommt von mir 3/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2020

Anders - aber nicht schlecht

Die tausend Teile meines Herzens
1

„Das wahre Problem sind nicht die Konflikte, sondern dass keiner den Mut hat, den ersten Schritt zu tun und offen darüber zu sprechen.“ (S. 310)

KLAPPENTEXT
Stell dir vor, du triffst den Mann deiner ...

„Das wahre Problem sind nicht die Konflikte, sondern dass keiner den Mut hat, den ersten Schritt zu tun und offen darüber zu sprechen.“ (S. 310)

KLAPPENTEXT
Stell dir vor, du triffst den Mann deiner Träume - und dann findest du heraus, dass er der Freund deiner Zwillingsschwester ist... Genau das ist es, was der 17-jährigen Merit passiert: Beim Shoppen in der Stadt lernt sie den überaus attraktiven Sagan kennen und verliebt sich so heftig in ihn, dass sie ihren üblichen Schutzpanzer fallen und sich schon bei ihrer ersten Begegnung von ihm küssen lässt.
Leider stellt sich gleich darauf raus, dass Sagan kein anderer ist als der neue Freund ihrer Zwillingsschwester Honor... Und damit nicht genug: Anstatt ihr aus dem Weg zu gehen, bereichert Sagan im Folgenden das vielköpfige Elternhaus von Merit mit seiner täglichen Anwesenheit. Das aber führt das ohnehin schon chaotische Familienleben völlig ad absurdum - und stürzt Merit in eine tiefe persönliche Krise...

MEINUNG
Wenn ich sonst Bücher von Colleen Hoover beende, dann schwebe ich auf Wolke sieben und bin verliebt in die Geschichte. Ihre Bücher treffen einen mitten ins Herz und bleiben im Gedächtnis. „Die tausend Teile meines Herzens“ bleibt auch in meinem Gedächtnis, aber aus einem anderen Grund. Als ich das Buch beendete, da war ich verwirrt, weil ich nicht wusste wie ich es finden soll. Verwirrt, weil ich es gleichzeitig gut und schrecklich fand. Sowas hatte ich wirklich noch nie bei einem Buch. Entweder mag ich es, finde es nur okay oder bin enttäuscht. Aber bei „Die tausend Teile meines Herzens“ ist alles anders.

Ich wurde bereits vorgewarnt, dass dieses Buch nicht mit den anderen vergleichbar ist. Diesmal haben wir keine intensive Liebesgeschichte, sondern eine verrückte Familie, die einfach nur schräg ist und somit für den einen oder anderen Lacher sorgt. Ich fand es sehr erfrischend, denn ich mag solche Arten von Geschichten. Zwischen meinen ganzen Herzschmerz und Dramen ist eine ulkige Familie eine schöne Abwechslung. Aber ich kann verstehen, dass einige mit der Familie Voss gar nicht mit warm wurden, denn sie ist sehr speziell. Apropos speziell – die Charaktere sind es auf jeden Fall. Da haben wir Merit, in deren Zimmer keine Fenster sind. Ihre Zwillingsschwester Honor verbringt die meiste Zeit in Foren für Sterbende. Der Bruder Utah ist nie spontan und der kleine Bruder Moby wurde nach einem Wal benannt. Die Eltern sind auch nicht ohne, da gibt es zwei Victorias und der Vater führte jahrelang Krieg gegen einen Hund. Ach und die anderen Bewohner wie Sagan und Luck sind auch keine typischen Normalos. Alles in allem ist das ganze Setting und die Charaktere sehr zugespitzt, aber mir gefällt das.

Das Buch wird aus der Sicht von Merit erzählt. Sie ist eine sehr spezielle Person. Was hab ich über sie gelacht und mich gleichzeitig fremdgeschämt. Bei einigen Kapiteln habe ich die Hände über den Kopf geschlagen und wollte nicht weiterlesen, weil ich nicht fassen konnte, was da abging. Ansonsten sind Merits Gedanken wirklich interessant und ich habe sie gerne verfolgt. Nachvollzogen habe ich zwar nicht alle, aber dafür war es sehr unterhaltsam.
Ich lese viel, dass es keine typische Colleen Hoover „Schnulze“ und daher doof ist. Kann ich nicht zustimmen, denn grade die Andersartigkeit der Geschichte macht sie gut. Der Schreibstil ist wie immer toll.
Was auch von vielen ein Kritikpunkt ist, das die Liebesgeschichte mehr im Hintergrund ist. Sie ist nicht ganz so intensiv wie in den anderen Werken von Hoover, das ist wahr. Im Vordergrund steht ganz klar Merit und ihre Probleme. Das führt mich zum nächsten Punkt: wo ist der rote Faden in der Geschichte? Es werden so viele Problematiken angeschnitten, aber nicht vertieft. Eine Fülle von Problemen werden angesprochen, aber nicht weiter erläutert nur um schnell zum nächsten zu hetzen. Das Buch wirkte überladen und mir schwirrte der Kopf. Allgemein wirkten einige Kapitel zusammenhangslos und ich fragte mich, was das jetzt bezwecken sollte…
Dennoch konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Die Geschichte ist so schräg und gefühlt in jedem Kapitel wird nochmal eine Schippe drauf gesetzt. Es passieren Wendungen mit denen ich nie gerechnet hätte. Ich musste öfter laut lachen und schüttelte den Kopf, weil das alles so witzig war.
Die eigentliche Thematik ist wirklich wichtig und sollte viel mehr Aufmerksamkeit bekommen. Einige Passagen im Buch habe ich mir markiert, weil sie hundertprozentig wahr sind.
Was ich auch toll finde sind die Abbildungen von Sagans Zeichnungen. So fühlt man sich der Geschichte noch besser verbunden. Ich liebe es, wenn solche Zeichnungen im Buch gedruckt werden.

„Ganz egal , wie oft oder wie lange man über eine Entscheidung nachdenkt - am Ende kann sie trotzdem nur entweder richtig oder falsch sein.“ (S. 61)

Tja, jetzt die Frage aller Fragen, wie viel Sterne bekommt das  Buch? Immer noch bin ich mir unklar, ob ich es gut finde oder schlecht. Auf keinen Fall war die Geschichte ein Griff ins Klo, denn dazu hat sie mich zu sehr gefesselt und ich war fasziniert von den Charakteren. Aber es ist wahr, vom Hocker hat sie mich nicht gehauen, so wie die anderen Werke der Autorin. Dennoch behandelt es ein wichtiges Thema und wir sollten alle öfter die Perspektive wechseln und nicht nur auf uns schauen.

FAZIT
Colleen Hoover mal ganz anders, aber anders kann auch gut sein. ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, weil ich so gefesselt und geschockt über die Familie Voss war. Es ist nicht ihr bestes Werk und man muss diese Art von Geschichten mögen. „Die tausend Teile meines Herzens“ bekommen von mir 3/5 Sterne, da die Geschichte weder sonderlich gut noch schlecht war. Sie war einfach anders.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere