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Veröffentlicht am 01.09.2020

Herzzereißend, aber auch wunderschön

Never Doubt
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Willow Holloway ist überglücklich, dass sie mit ihrer Familie aus New York wegziehen kann, denn so kann sie endlich die schrecklichen Ereignisse des letzten Jahres hinter sich lassen. Doch in Harmony angekommen, ...

Willow Holloway ist überglücklich, dass sie mit ihrer Familie aus New York wegziehen kann, denn so kann sie endlich die schrecklichen Ereignisse des letzten Jahres hinter sich lassen. Doch in Harmony angekommen, fühlt sie sich immer noch gefangen. Bis sie schließlich die Rolle der Ophelia in einem Theaterstück ergattert und ihren Gefühlen so freien Lauf lassen kann. Das Isaac dabei ihren Hamlet spielt, kommt ihr nur gelegen, denn schnell merken beide, dass sie mehr verbindet als nur die Rollen in dem Theaterstück..

Als Willow Holloway mit ihrer Familie nach Harmony zieht, wirkt sie durch ihre eher verschlossene Art sehr abweisend und möchte am liebsten nichts mit ihren Mitschülern zu tun haben. Doch schnell merkt man, dass sich hinter der harten Schale eine sehr verletzte und teilweise unsichere Person versteckt. Denn Willow hat im letzten Sommer etwas erlebt, was man einfach niemandem wünscht und was sie in sich rein frisst statt mit jemandem darüber zu reden. Allerdings findet sie durch die Rolle der Ophelia immer mehr zu ihrer alten Stärke zurück und kann dadurch auch ein Stück weit von ihrer Vergangenheit entfliehen, obwohl diese sie immer wieder einholt. Dennoch gelingt es Willow sich immer mehr zu öffnen und sie macht so eine wirklich tolle Entwicklung durch.
Isaac Pearce wird zuerst wie der typische Bad Boy dargestellt. Er wirkt äußerst selbstbewusst und hat eine schon fast gleichgültige Art, obwohl die ganze Stadt über ihn redet. Dennoch gibt es auch immer wieder Momente, in denen man merkt, dass auch seine Vergangenheit nicht spurlos an ihm vorbei gegangen ist. Vor allem durch seine Rollen in den verschiedensten Theaterstücken werden seine Emotionen greifbar und man konnte seinen Schmerz förmlich spüren. Aber auch in Willows Gegenwart gelingt es ihm sich nach und nach zu öffnen und man merkt, was für einen tollen, charmanten und mitfühlenden Charakter Isaac hat. Vor allem aber hat es mir auch gefallen, wie Isaac für seine Träume kämpft und alles dafür tut.
Auf den ersten Blick wirken die beiden Hauptcharaktere Willow und Isaac wie die typischen klischeehaften Charaktere aus einem New Adult-Roman und doch steckt so viel mehr hinter den beiden. Obwohl zwischen den beiden von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar ist, entwickelt sich die Beziehung in einem authentischen Tempo, denn beide sind eher verschlossen und können sich nur schwer öffnen. Umso mehr hat es mir gefallen, wie sich das Ganze zwischen den beiden entwickelt hat und ich habe nur so mitgefiebert!

Er schwieg, aber ich spürte, wie er nickte. Seine Wange lag an meinem Haar. Es war genau, was ich brauchte. (Seite 239)

Nebencharaktere lernt man in diesem Buch auch einige kennen. Vor allem Willows neue Clique mochte ich total gerne und ich bin ein riesen Fan von Angie und ihrer Mutter Bonnie. Die beiden sind einfach nur toll und ein richtig gutes Team. Aber auch Martin, der Leiter des HCT, und seine Frau konnten mich von sich überzeugen, denn sie sind unglaublich liebevoll und fürsorglich. Ganz anders sah es da leider mit Willows Eltern aus. Sie waren sehr klischeehaft dargestellt und haben fast keine Entwicklung durchgemacht. Außerdem konnte ich ihre Handlungen absolut nicht nachvollziehen.
Generell hat mir die Atmosphäre in Harmony gefallen, die Emma Scott hier geschaffen hat. Die Stadt hat so den typischen Flair, den man sich in einer amerikanischen Kleinstadt vorstellt. Es gibt jede Menge Klatsch und Tratsch, aber irgendwie hilft auch jeder jedem.

Emma Scott konnte mich mit Never Doubt von Beginn an in den Bann ziehen, denn ihr Schreibstil lässt sich nicht nur angenehm lesen, sondern ist auch absolut fesselnd und manchmal fast schon etwas poetisch. Der Autorin ist es dabei gelungen den Leser mit auf eine Achterbahn der Gefühle zu nehmen. Denn meiner Meinung nach ist ihr genau die richtige Mischung aus emotionalen, tiefgründigen und fast schon herzzerreißenden Szenen, aber auch romantischen und humorvollen Augenblicken geglückt, sodass ich nur so mit den Charakteren mitgefiebert habe. Dadurch, dass die Geschichte dabei abwechselnd aus Willows und Isaacs Sicht erzählt wurde, hat man nochmal einen besseren Einblick in deren Gedanken- und Gefühlswelt erhalten und konnte die Emotionen hautnah miterleben.
Besonders gut hat es mir gefallen, dass Emma Scott auch einige wichtige Themen mit in die Geschichte eingebaut hat, die den Leser nur so zum Nachdenken anregen und mich teilweise zutiefst erschüttert haben. Allerdings gingen mir die Entwicklungen zum Schluss in dieser Hinsicht doch teilweise etwas zu schnell. Aber nicht nur das ist der Autorin gelungen, sondern auch die Einarbeitung des Theaterstücks Hamlet von Shakespeare. Ich muss sagen, dass ich diesem Aspekt am Anfang etwas kritisch entgegen stand, denn um ehrlich zu sein interessieren mich Theaterstücke nicht so wirklich und so kamen mir manche Szenen (gerade zu Beginn der Proben) sehr langatmig vor. Nichtsdestotrotz hat sich das Theaterstück wie ein roter Faden durch das Buch gezogen und gerade weil die Geschichte von Ophelia und Hamlet so gut zu der sich anbahnenden Beziehung zwischen Willow und Isaac passt, ist dieses Buch einfach zu etwas ganz besonderem geworden! Es hat mich einfach umgehauen, wie sich die Emotionen von Willow und Isaac in dem Stück wiedergefunden haben und es war fast schon elektrisierend das zu lesen.

Aber ein Theaterstück anzusehen war vielleicht ein bisschen wir ein Buch zu lesen - man konnte darin eintauchen und fliehen. (Seite 39)

Das Cover des Buches finde ich wirklich wunderschön, aber um ehrlich zu sein sticht es leider nicht aus der Menge heraus und ist eher nichtssagend, was ich sehr schade finde.

Ehrlich gesagt wollte ich Never Doubt gar nicht lesen und bin daher ohne jegliche Erwartungen an das Buch gegangen. Umso überraschter bin ich, dass mir das Buch bis auf ein paar Kleinigkeiten doch so gut gefallen hat und sogar das Potential zum Jahreshighlight hat. Mit Never Doubt hat Emma Scott eine herzzerreißende und zugleich wunderschöne Geschichte mit wundervollen Charakteren geschaffen, die mich sehr berührt hat. Dafür gibt es von mir 5/5 Sterne.

Aber neben den anderen Lichtern konnte sie nicht sehen und wusste nicht, wie hell sie leuchtete. Erst allein in der Dunkelheit sah sie ihren eigenen Glanz. (Seite 12)

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2020

Regt zum Nachdenken an

Das Café am Rande der Welt
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Eigentlich ist John auf dem Weg in den Urlaub. Doch nach einer verpassten Ausfahrt und etlichen Kilometern auf gerader Strecke, möchte er eigentlich nur eine kurze Rast in einem Café machen. Das dieses ...

Eigentlich ist John auf dem Weg in den Urlaub. Doch nach einer verpassten Ausfahrt und etlichen Kilometern auf gerader Strecke, möchte er eigentlich nur eine kurze Rast in einem Café machen. Das dieses Café kein gewöhnlicher Ort ist, fällt ihm spätestens nach einem Blick auf die Speisekarte auf, denn dort finden sich neben den angebotenen Speisen und Getränken auch drei Fragen wieder: "Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben?". Diese Fragen versucht er gemeinsam mit den Angestellten und einigen Gästen des Cafés zu beantworten und schon verfliegt die Nacht im Café am Rande der Welt wie im Flug.

Sobald ein Mensch weiß, warum er hier ist, warum er existiert, welchen Grund es dafür gibt, dass er am Leben ist, wird er den Wunsch haben, dem Sinn und Zweck seiner Existenz gerecht zu werden. Es ist so, als erkenne man auf einer Karte, wo ein Schatz versteckt ist. Sobald man die Markierung entdeckt hat, fällt es schwer, sie zu ignorieren und nicht nach dem Schatz zu suchen. (Seite 37)

Ich mochte die Atmosphäre im Café am Rande der Welt unheimlich gerne. Man hatte beim lesen teilweise das Gefühl mit im Raum zu sitzen und an den Gesprächen teilnehmen zu können. Das lag vor allem auch daran, dass sich der Schreibstil nicht nur angenehm lesen lassen hat, sondern die Geschichte auch viele Dialoge beinhaltet hat. So bekommt man gemeinsam mit John einige Weisheiten mit auf den Weg und findet sich schnell auf der Suche nach dem Sinn des Lebens wieder. Dabei waren einige Ratschläge an sich für mich nichts neues. Andere wiederum haben mich sehr zum Nachdenken angeregt und ich musste teilweise doch mal eine Pause einlegen, um das gelesen sacken zu lassen.

"Unsere Aufgabe", so sagte er, "besteht darin zu erkennen, dass uns etwas erfüllt, weil wir es selbst nun einmal so empfinden, und nicht, weil jemand andere uns sagt, dass es erfüllend sei." (Seite 78)

Das Cover des Buches gefällt mir nicht so wirklich, aber es passt auf jeden Fall zu der Geschichte. Auch die verschiedenen Illustrationen innerhalb des Buches wurden sehr passend ausgewählt.

Insgesamt konnte mich Das Café am Rande der Welt doch sehr zum Nachdenken anregen und es ist für mich auf jeden Fall eine Leseempfehlung wert. Demnächst werden auch sicherlich die anderen Bücher von John Strelecky bei mir einziehen dürfen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2020

Ein gelungener 3. Band der "Briar U"-Reihe

The Play – Spiel mit dem Feuer
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Hunter Davenport möchte sich in der neuen Saison um keinen Preis ablenken lassen - vor allem nicht von Frauen. Doch dann trifft er durch ein gemeinsames Uniprojekt auf Demi und die beiden verstehen sich ...

Hunter Davenport möchte sich in der neuen Saison um keinen Preis ablenken lassen - vor allem nicht von Frauen. Doch dann trifft er durch ein gemeinsames Uniprojekt auf Demi und die beiden verstehen sich zunehmend besser, sodass Hunters Vorsatz immer mehr ins Wanken gerät. Ob er es schafft Demi zu widerstehen?

Demi Davis ist eine temperamentvolle Studentin, die ursprünglich aus Miami kommt. Sie bereitet sich auf der Briar auf ein Medizinstudium vor, obwohl ihr Herz eigentlich für Psychologie schlägt und da ist sie meiner Meinung nach auch sehr gut aufgehoben. Denn sie ist auf der einen Seite sehr schlagfertig und hat einen tollen Humor, aber auf der anderen Seite ist sie auch sehr feinfühlig und möchte den Menschen um sich herum so gut es geht helfen. Allerdings lässt sie sich teilweise auch sehr beeinflussen, was meiner Meinung nach nicht so wirklich zu ihrer sonst so ehrgeizigen Art gepasst hat.
Hunter Davenport kennt man ja schon aus den beiden Vorgängerbänden und da mochte ich ihn schon richtig gerne. Obwohl er auf dem ersten Blick dem typischen "reicher Sportler"-Klischee mit jeder Menge Frauen entspricht, war er mit seiner liebevollen, charmanten und humorvollen Art direkt sympathisch. Er spielt Eishockey an der Briar und ist seit dieser Saison Captain des Teams. Diese Aufgabe nimmt der Student wahnsinnig ernst und ist sehr darauf bedacht keine Fehler zu machen, wodurch er sein eigenes Wohl oftmals hinten an stellt. Er setzt sich mit seiner selbstbewussten Art oftmals für andere ein und ist dabei sehr ehrgeizig. Obwohl Eishockey seine Leidenschaft ist und er sehr gut darin ist, möchte er auf keinen Fall Profispieler werden, denn er klammert sich an seine Prinzipien und möchte auf keinen Fall so werden wie sein Vater.
Zwischen den beiden ist von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar und doch entwickelt sich die Beziehung zwischen den beiden in einem authentischen Tempo. Ich mochte dabei vor allem die Dynamik zwischen den beiden Charakteren. Auf der einen Seite gab es viele tiefgründige Gespräche und die beiden waren immer füreinander da, aber auf der anderen Seite gab es auch viele lustige Momente.

Ihre braunen Augen funkeln. "Nein. Ich starre dich an, weil ich dich küssen möchte." (Seite 285)

Neben Demi und Hunter gab es auch einige Nebencharaktere. Vor allem hat es mich gefreut, dass es nicht nur ein Wiedersehen mit Summer, Brenna, Hollis und Rupi gab, sondern man auch wieder etwas mehr von Garrett, Dean und Logan. Neben den altbekannten Charakteren lernt man auch Demis Freundeskreis und ihre Familie kennen. Ich muss leider sagen, dass ich mich mit ihren Freunden etwas schwer getan habe. Vor allem ihren Freund Nico und TJ, einen ihrer besten Freunde, konnte ich nicht so ganz einschätzen. Auch ihre Eltern (vor allem ihr Vater) kamen mir teilweise etwas komisch vor.

Mit The Play hat Elle Kennedy mal wieder bewiesen, warum sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen zählt. Erst einmal mit dem Buch angefangen, wurde ich sofort in den Bann gezogen. Denn Elle Kennedys Schreibstil hat sich gewohnt locker leicht und angenehm lesen lassen, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Sie schafft es immer wieder eine gelungene Mischung aus humorvollen, aber auch gefühlvollen und gar spannenden und tiefgründigen Szenen zu finden, sodass ihre Bücher nie langweilig werden. Dabei wurde die Geschichte wieder abwechselnd aus Demis und Hunters Sicht erzählt, wodurch man einen guten Einblick in deren Gedanken- und Gefühlswelt erhalten hat. So ist es Elle Kennedy ebenfalls gelungen einige ernstere Themen mit in die Geschichte einzubringen, wobei ich mir hier sogar mehr Einblicke in Hunters Familienverhältnisse gewünscht hätte.

Macht das meine Erfahrungen daher weniger schlimm, weil es jemand anders schlimmer erwischt hat? Es gibt immer Menschen auf der Welt, denen es schlechter geht. Das macht dein eigenes Leben aber auch nicht besser. (Seite 227)

Ein Kritikpunkt ist für mich allerdings, dass die Geschichte gegen Ende für meinen Geschmack etwas zu dramatisch wurde und ich es teilweise auch als sehr unrealistisch empfunden habe. Vor allem aber gingen mir die Entwicklungen zum Teil etwas zu schnell und irgendwie hat die Geschichte nicht so ganz den Abschluss bekommen, den sie verdient hätte.

In das Cover des Buches habe ich mich sofort verliebt und ich finde es sieht einfach richtig schön neben den beiden anderen Covern der Briar U-Reihe aus.

Alles in allem hat mir auch der dritte Teil der Briar U-Reihe gut gefallen, auch wenn ich ein paar kleinere Kritikpunkte habe. Trotzdem konnte mich Elle Kennedy vor allem durch ihren tollen Schreibstil und die authentischen Charaktere überzeugen. Dafür gibt es von mir 4/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2020

Herzzerreißend emotional, aber auch humorvoll und tolle Charaktere - ein gelungener Reihenauftakt

It was always you
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Seit dem Tod von Ivys Mutter und ihrer fast vierjährigen Zeit im Internat war Ivy nicht mehr zu Hause und hat fast sämtlichen Kontakt zu ihrer Familie verloren. Doch dann bestellt die ihr Stiefvater Richard ...

Seit dem Tod von Ivys Mutter und ihrer fast vierjährigen Zeit im Internat war Ivy nicht mehr zu Hause und hat fast sämtlichen Kontakt zu ihrer Familie verloren. Doch dann bestellt die ihr Stiefvater Richard nach Hause und wiederwillig tritt Ivy die Reise an. Schon im Flugzeug trifft sie auf ihren Stiefbruder Asher, mit dem sie sich früher ständig gestritten hat. Und auch heute ist er unausstehlich wie eh und je. Trotzdem setzt das Wiedersehen viele Gefühle frei, mit denen beide nicht gerechnet hätten..

Ivy Blakeley mochte ich von Beginn an sehr gerne, denn sie ist so ein liebevoller, humorvoller und freundlicher Charakter. Auf der einen Seite wirkt sie unheimlich stark und ehrgeizig, aber auf der anderen Seite merkt man ihr auch an, dass die Geschehnisse der letzten Jahre nicht so spurlos an ihr vorbeigegangen sind, wie sie es gerne hätte. Denn sie zeigt auch immer wieder ihre verletzliche Seite. Ihre Gefühle verarbeitet sie dabei meistens in ihrem Bullet Journal, was ich sehr cool fand. Trotzdem gab es auch hin und wieder Situationen, in denen ich ihr Handeln nicht so ganz nachvollziehen konnte, aber im Großen und Ganzen hat sie eine tolle Entwicklung durchgemacht.
Asher Blakeley konnte ich zu Beginn ehrlich gesagt nicht so ganz einschätzen, denn er wirkt mit seiner selbstbewussten auf den ersten Blick sehr überheblich. Trotzdem hat er sich Seite für Seite immer mehr in mein Herz geschlichen, denn auch er trägt jede Menge Ballast mit sich herum und regelt die Dinge dabei auf seine Art. Auf der einen Seite lässt er zwar immer wieder arrogante Sprüche fallen, aber auf der anderen Seite kümmert er sich rührend um Ivy, möchte am liebsten die ganze Welt verbessern und dabei selbst niemandem zur Last fallen.
Die Beziehung zwischen den beiden war die reinste Achterbahnfahrt. Zwar hat man immer eine gewisse Anziehung und auch Verbundenheit gespürt, aber trotzdem haben es die beiden immer wieder geschafft sich voneinander wegzustoßen. Trotzdem hat mir die Dynamik zwischen ihnen total gut gefallen und obwohl sich die Geschichte eher langsam entwickelt hat, konnte ich so gut mit ihnen mitfühlen.

"Es ist verrückt, dass keiner von uns etwas sagt, dass wir uns nicht bewegen und ich trotzdem das Gefühl habe, wir würden einen Abhang hinunterrasen, so schnell schlägt mein Herz gegen seine Brust." (Seite 167)

Neben den beiden Hauptcharakteren lernt man noch einige andere Personen kennen. Vor allem Noah, Ivys anderer Stiefbruder, konnte mich mit seinen Sprüchen immer wieder zum Lachen bringen. Aber auch Harper, Sams Freundin, steht ihm dabei in Nichts nach. Auch Sam und seine Mutter Hillary, das Hausmädchen der Blakeleys, sowie Ivys beste Freundin Aubree mochte ich gerne. Ganz anders sah es da mit ihrem Stiefvater Richard aus. Ihn konnte ich vom ersten Moment an nicht einschätzen (und kann es wahrscheinlich jetzt noch nicht) und seine Handlungen auch absolut nicht nachvollziehen, obwohl er zwischendrin teilweise richtig gute Momente hatte.

Normalerweise bin ich nicht so der Fan von Stiefgeschwister-Geschichten, weil mir vieles einfach zu dramatisch dargestellt wird. It was always you hat mich allerdings schon in der Programmvorschau des Verlages angesprochen und ich bin so froh, dass ich das Buch gelesen habe. Erst einmal angefangen, hat mich der Schreibstil von Nikola Hotel total gefesselt, denn er ist nicht nur locker leicht sondern auch unglaublich gefühlvoll. Vor allem die ersten 100 Seiten waren einfach nur herzzerreißend und ich konnte so gut mitfühlen. Generell hat es die Autorin geschafft mich mit auf eine Achterbahn der Gefühle zu nehmen, denn auf der einen Seite ist die Geschichte unglaublich emotional und auf der nächsten wieder total humorvoll und spannend. So leidet, lacht und fiebert man nur so mit Ivy mit. Dadurch, dass das gesamte Buch aus Ivys Sicht erzählt wird, erhält man einen guten Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt. Hin und wieder hätte ich auch gerne ein paar Szenen aus Ashers Sicht gelesen, denn so hätte man ihn noch ein bisschen besser verstehen können. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist meiner Meinung nach auch das Ende, denn es bildet zwar insgesamt einen schönen und stimmigen Abschluss der Geschichte, aber es ging doch etwas zu schnell und die ein oder andere Frage ist noch offen geblieben.
Trotzdem hat es mir gefallen, welche Atmosphäre Nikola Hotel in It was always you geschaffen hat. Ich konnte mir die Gegebenheiten auf der Insel und an einem anderen wichtigen Ort sehr gut vorstellen und habe mich dort unglaublich wohlgefühlt.

"Jeder Tag ist ein Geschenk, manchmal ist er nur miserabel verpackt." (Seite 98)

Das Cover des Buches gefällt mir durch die bläuliche Farbgestaltung mit den goldenen Akzenten richtig gut. Außerdem finde ich es toll, dass der Titel passend zum Inhalt des Buches gewählt wurde. Aber nicht nur außen ist das Buch wunderschön sondern auch innen, denn im Buch wurden 20 Handletterings illustriert, die sich thematisch richtig gut in die Geschichte einfügen.

It was always you ist mein erstes Buch von der Autorin und obwohl ich dem Thema des Buches erst einmal skeptisch gegenüber stand, konnte es mich doch von der ersten Seite an mitreißen und ich habe es regelrecht verschlungen. Dabei konnte mich vor allem der emotionale sowie humorvolle Schreibstil und auch die authentischen Charaktere überzeugen und ich fiebere Band 2 definitiv schon entgegen. Für den gelungenen Reihenauftakt vergebe ich 4,5/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2020

Fesselnder Schreibstil, tolle Atmosphäre aber auch einige Schwachstellen

Truly
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Endlich geht für Andie ein Traum in Erfüllung: sie kann mit ihrer besten Freundin June an der Harbor Hill University studieren. Doch zu Beginn steht sie erstmal ohne Wohnung und kaum Ersparnissen da. Um ...

Endlich geht für Andie ein Traum in Erfüllung: sie kann mit ihrer besten Freundin June an der Harbor Hill University studieren. Doch zu Beginn steht sie erstmal ohne Wohnung und kaum Ersparnissen da. Um dagegen vorzugehen, nimmt sie einen Job in einem Club an, wo sie auf Cooper trifft, der sie gleichermaßen fasziniert wie auch verwirrt..

Andrada Lucia Evans war mir mit ihrer freundlichen Art von Beginn an sympathisch. Nach einem schweren Schicksalsschlag wagt sie an der Harbor Hill einen Neuanfang, um ihren Traum von einer eigenen Firma zusammen mit June zu verwirklichen. Die eher ruhige und zurückhaltende Studentin ist dabei trotz ihrer eher geringen Mittel sehr entschlossen und trifft teilweise für sie sehr wichtige und mutige Entscheidungen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dabei denkt sie aber über jede Entscheidung und Handlung gründlich nach. Trotzdem gab es auch einige Handlungen, die ich nicht so ganz nachvollziehen konnte. Zum einen wirkte sie oftmals doch sehr naiv und unerfahren und zum anderen konnte ich ihren Ordnungswahn zwar irgendwie nachvollziehen, aber dass sie einfach die Sachen von anderen Leuten, die sie teilweise kaum kennt, ordnet, war mir doch etwas zu viel des Guten.
Mit Lane Cooper sah es da ganz anders aus und ich habe wirklich lange gebraucht, um mit ihm warm zu werden. Auf den ersten Blick wirkt er sehr geheimnisvoll und verschlossen. Er hat zwar durchaus auch gute und emotionale Momente aber die meiste Zeit wusste ich einfach nicht, woran ich bei ihm bin. Sobald man auch nur irgendwas bruchstückhaftes über ihn erfährt, zieht er seine Mauern sofort wieder hoch. Trotzdem konnte ich seine Handlungen gegen Ende ein Stück weit nachvollziehen.
Zwischen den beiden war von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar und ich habe nur so mit den beiden mitgefiebert. Leider lag der Fokus meiner Meinung nach viel zu sehr auf dieser körperlichen Anziehung als auf dem Kennenlernen der beiden. Teilweise konnte ich nicht wirklich nachvollziehen wie die beiden sich ineinander verlieben konnten, denn es haben kaum Gespräche stattgefunden und Cooper hat Andie immer wieder vor der Kopf gestoßen. Hier hätte ich eindeutig mehr erwartet.

Das Licht wird gedimmt. Glitzer und Staub flimmern in der Luft, genau wie Hitze, Verlangen und unausgesprochene Wünsche. (Seite 264)

Nebencharaktere gibt es in dem Buch auch einige. Angefangen bei Andies bester Freundin June, die ebenfalls an der Harbor Hill studiert und mir mit ihrer aufgeweckten Art sehr sympathisch war. Dennoch hatte ich zum Teil auch so meine Probleme mit ihr, denn oftmals hat sie sich doch sehr in den Vordergrund gedrängt obwohl sie Andie eigentlich nur helfen wollte. Trotzdem hat sie mich auch immer wieder zum Lachen gebracht - vor allem in der Kombination mit Mason. Er ist nicht nur der beste Freund und Mitbewohner von Cooper sondern auch der Besitzer des Clubs. Ihn mochte ich mit seiner mitfühlenden, charmanten und humorvollen Art richtig gerne und ich freue mich schon total auf Madly, wenn er und June endlich ihre eigene Geschichte bekommen. Aber auch der andere Mitbewohner von Mason und Cooper war mir sympathisch, obwohl man von ihm nicht ganz so viel mitbekommen hat. Generell hat mir die Chemie und Dynamik zwischen den verschiedenen Charakteren der Clique sehr gut gefallen und ich habe mich in der WG sehr wohl gefühlt.

Es ist die Art des Schweigens, die nur Freunde kennen, die einen bis auf den Grund ihrer Seele verstehen; die all deine Geheimnisse und Fehler und Narben kennen, all deine Tiefen und dunklen Ecken und dir mit einem Lächeln die Hand reichen, um mit dir hineinzuspringen. (Seite 182)

Der Schreibstil von Ava Reed hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich bin dank der teilweise doch recht kurzen Kapitel nur so durch die Seiten geflogen. Er ist nicht nur locker leicht sondern auch sehr humorvoll und an manchen Stellen schon fast etwas poetisch. Dabei wird die gesamte Geschichte abwechselnd aus Andies und Coopers Sicht erzählt, wobei Andies Teile etwas überwiegen. Besonders beeindruckt hat es mich wie Ava Reed die Gefühle, Zweifel und Ängsten von den Protagonisten (und vor allem von Andie) beschrieben hat. Ich konnte vieles so gut nachvollziehen, habe mitgefiebert, sogar das ein oder andere Tränchen verdrückt und herzhaft gelacht. Trotzdem hat mir an manchen Stellen doch etwas die Tiefe gefehlt, obwohl die Autorin auch einige wichtige Themen angesprochen hat, und die Geschichte ist teilweise nur so vor sich hin geplätschert. Das Ende hingegen ging mir mit den ganzen Enthüllungen doch einen Ticken zu schnell und meiner Meinung nach hätte das Buch rund 50 Seiten mehr gebraucht, um einen runden Abschluss zu erhalten.

Das eher schlicht gehaltene Cover des Buches gefällt mir richtig gut und ich bin mir sicher, dass die Reihe wunderschön nebeneinander aussehen wird. Außerdem finde ich es toll, dass die Kapitel immer mit kleinen Zitaten beginnen.

Alles in allem ist Truly der Auftakt einer neuen Reihe, der vor allem durch einen großartigen Schreibstil besticht, aber auch einige Schwachstellen bereit hält. Deswegen vergebe ich 3,5/5 Sterne. Nichtsdestotrotz freue ich mich bereits auf die anderen beiden Bände, denn ich habe mich in Seattle und bei der Clique von Andie und Cooper sehr wohl gefühlt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere