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Veröffentlicht am 04.02.2023

Süße Kurzgeschichte für zwischendurch

This Winter (deutsche Ausgabe)
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Nachdem mich die „Heartstopper“-Reihe in den letzten Monaten total begeistern konnte, habe ich mich schon total gefreut zu Nick und Charlie zurückzukehren. Insgesamt gesehen mochte ich die Kurzgeschichte ...

Nachdem mich die „Heartstopper“-Reihe in den letzten Monaten total begeistern konnte, habe ich mich schon total gefreut zu Nick und Charlie zurückzukehren. Insgesamt gesehen mochte ich die Kurzgeschichte dann auch echt gerne und habe sie als schön für zwischendurch empfunden. Anders als bei den Graphic Novels stand nicht unbedingt die Liebesgeschichte von Charlie und Nick sowie die schönen und teils zuckersüßen Szenen zwischen ihnen im Vordergrund, sondern eher ernstere Themen wie Charlies Erkrankung sowie das Verhältnis zu seiner Familie. Trotz der geringen Seitenzahl war die Geschichte somit keinesfalls oberflächlich. Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass die Geschichte sowohl aus Charlies als auch als Toris Sicht erzählt wurde und man sogar noch einen kleinen Blick in Olivers Gedankenwelt erhalten hat. Außerdem gab es auch wieder kleine Zeichnungen, die eine schöne Verbindung zu den Graphic Novels herstellen. Insgesamt kann ich den Kurzroman „This Winter“ also allen Fans der „Heartstopper“-Reihe empfehlen.

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Veröffentlicht am 22.01.2023

Gelungener Reihenauftakt mit einem tollen Setting!

Love is Loud – Ich höre nur dich
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Franziska fliegt für ein freiwilliges soziales Jahr nach New Orleans, um nochmal ein Abenteuer zu erleben, bevor sie einen Bürojob antritt. Dort angekommen fühlt sie sich sofort wohl in der Stadt und lässt ...

Franziska fliegt für ein freiwilliges soziales Jahr nach New Orleans, um nochmal ein Abenteuer zu erleben, bevor sie einen Bürojob antritt. Dort angekommen fühlt sie sich sofort wohl in der Stadt und lässt sich nicht mal von Hugo, um den sie sich kümmern soll, die Laune verderben. Und dann lernt sie auch noch den Musiker Link kennen, der voll und ganz im Jetzt lebt..

Franziska lernt man zu Beginn als eine eher zurückhaltende und verschlossene Person kennen. Sie kommt nach ihrem Studium für ein Jahr nach New Orleans, um ein FSJ zu absolvieren. Dabei hält sie vor allem anfangs noch sehr an ihrer Zukunft fest, wodurch ich mich phasenweise gut mit ihr identifizieren konnte. Nach und nach wird Franzi immer offener, fängt an ihr Leben zu hinterfragen und macht dadurch eine tolle und vor allem authentische Entwicklung durch.
Einen nicht ganz kleinen Anteil daran hat Lincoln Hughes. Er ist in New Orleans geboren und aufgewachsen und schlägt sich als Straßenmusiker und Mitglied einer Band durchs Leben. Man merkt Link regelrecht an, wie er für die Musik brennt und wie sehr er New Orleans liebt. Nach einem Schicksalsschlag lebt er im Hier und Jetzt und verschwendet kaum einen Gedanken an die Zukunft. Ihn mochte ich vor allem durch seien offene und zuvorkommende Art echt gerne.
Zwischen Franzi und Link war meiner Meinung nach von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar und man hat gemerkt wie sie sich gegenseitig einfach gut tun. Allerdings muss ich auch zugeben, dass die Liebesgeschichte für mich nicht ganz überzeugend war, denn sie entwickelte sich für mich leider etwas zu schnell und ich habe mich irgendwann gefragt, woher die Gefühle plötzlich kommen.

Wenn ich mit Link zusammen bin, ist es, als gäbe es keine Vergangenheit, keine Zukunft. Es gibt nur das Hier und das Jetzt und das Uns. (Seite 285)

Neben Franzi und Link lernt man auch einige weitere Charaktere kennen, die eine mehr oder weniger große Rolle in der Geschichte spielen. Gerade die anderen Mitglieder von Lincolns Band After Hours waren mir super sympathisch und ich mochte die Dynamik zwischen ihnen super gerne. Faye, die Franzi engagiert hat und bei sich aufnimmt, konnte ich hingegen zu Beginn nicht ganz einschätzen, aber im großen und ganzen ist sie ein toller Charakter. Mein heimlicher Star war allerdings Hugo, der mich mit seiner griesgrämigen Art immer wieder zum schmunzeln gebracht hat und eine tolle Art hatte, Lebensweisheiten zu teilen.

Love is Loud ist eines dieser Bücher, die eine gefühlte Ewigkeit auf meinem SUB lagen und bei denen ich mich im Nachhinein frage, warum ich es nicht früher gelesen habe. Denn erst einmal mit dem Buch angefangen bin ich phasenweise nur so durch die Seiten geflogen und wollte es kaum zur Seite legen. Der Schreibstil von Kathinka Engel ist gewohnt locker leicht, bildhaft und hat sich sehr angenehm lesen lassen. Dabei wird die Geschichte abwechselnd aus Franzis und Lincolns Sicht erzählt, was ich immer sehr gerne mag. Denn so hatte man einen guten Einblick in deren Gedanken- und Gefühlswelt. Besonders gut hat mir außerdem gefallen, dass sich nicht nur die Musik wie ein rotes Band durch die gesamte Geschichte gezogen hat, sondern Kathinka Engel in Love is Loud auch eine wundervolle Message bereit hält. Denn gemeinsam mit Franzi lernt man, dass man die Zukunft gar nicht so genau planen kann, sondern sein Leben so leben sollte, wie es einen glücklich macht.

"Wenn ich eine Sache gelernt habe", sage ich und verwebe unsere Finger, "dann, dass man jeden Tag genießen sollte. Wenn man zu viele Gedanken an morgen verschwendet, kommt es vielleicht nicht mehr." (Seite 223)

Außerdem hat mir das Setting in New Orleans unglaublich gut gefallen, denn es ist sehr facettenreich, atmosphärisch und vor allem durch die beschriebene Musikszene auch laut und bunt. Besonders gelungen fand ich hierbei, dass man die Stadt gemeinsam mit Franzi kennenlernt, was vor allem durch Links Erzählungen geprägt war. Dabei ist Fernweh auf jeden Fall vorprogrammiert!

"Unter der Hitze, unter der Feuchtigkeit spürt man etwas, das sich anfühlt wie eine Seele. Die Seele dieser Stadt. Eine schwere, bunte, laute Seele, die aus Musik und Farben besteht. Und aus den Menschen, die hier gelebt haben und immer noch hier leben." (Seite 110)

Das Cover trifft ehrlich gesagt nicht ganz meinen Geschmack, obwohl es durch die bunten Farbelemente auf dem silbernen Hintergrund eigentlich ein echter Hingucker ist.

Insgesamt ist Love is Loud ein gelungener Reihenauftakt, der mich gut unterhalten konnte und definitiv Lust auf Mehr macht. Während mich die Liebesgeschichte von Franzi und Link nicht hundertprozentig catchen konnte, konnte mich das Buch vor allem durch das Setting in New Orleans, die Einbindung der Musik sowie Franzis Entwicklung überzeugen. Ich freue mich schon auf die weiteren Bände der Reihe!

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Veröffentlicht am 16.01.2023

Tolles Setting und ein starker Beginn, aber ansonsten nicht ganz überzeugend

Like Fire We Burn
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Zwei Jahre nach ihrer Trennung von Wyatt kehrt Aria in ihre Heimat zurück. Obwohl sie dachte, dass sie mit ihrer Vergangenheit und vor allem mit Wyatt abgeschlossen hat, treffen sie ihre Gefühle mit voller ...

Zwei Jahre nach ihrer Trennung von Wyatt kehrt Aria in ihre Heimat zurück. Obwohl sie dachte, dass sie mit ihrer Vergangenheit und vor allem mit Wyatt abgeschlossen hat, treffen sie ihre Gefühle mit voller Wucht. Denn noch immer empfindet sie etwas für Wyatt - und das er mit seiner kleinen Schwester im B&B einziehen muss, macht die Situation nicht besser..

Aria Moore kehrt nach zwei Jahren, die sie an der Brown University verbracht hat, in ihre Heimatstadt Aspen zurück, um ihre Mutter im Bed & Breakfast zu unterstützen. Zu Beginn mochte ich Aria noch ganz gerne, denn obwohl sie nach der Trennung von Wyatt noch sehr verletzt ist, zeigt sie auch immer wieder ihre humorvolle Seite. Allerdings muss ich leider zugeben, dass sich dieses Bild mit der Zeit immer mehr gewandelt hat, denn ihre Gedanken drehen sich gefühlt nur noch um Wyatt. Was mich daran allerdings vor allem gestört hat, waren ihre widersprüchlichen Handlungen, wodurch sie phasenweise unglaublich naiv wirkte.
Auch Wyatt Lopez war mir anfangs sympathisch, denn obwohl seine selbstbewusste Art manchmal etwas überheblich wirkt, ist er doch stets charmant. Er kümmert sich teils rührend um seine kleine Schwester und leidet sehr darunter, dass er seinen größten Traum vom Eishockey spielen in der NHL aufgrund einer Verletzung nicht nachkommen kann. Auch er ist phasenweise noch sehr in der Vergangenheit und seiner Trauer gefangen. Allerdings gab es auch immer wieder Momente, in denen er meiner Meinung nach total über reagiert hat und vor allem Dinge getan/gesagt hat, die für mich unverzeihlich wären.
Zu Beginn ist das Miteinander von Aria und Wyatt noch von jeder Menge verletzter Gefühle geprägt, wobei man auch eine gewisse Anziehung sowie vor allem eine tiefe Verbindung spüren konnte. Leider muss ich sagen, dass mir die Gefühle zwischen den beiden zu schnell viel zu viel wurden und dadurch nicht mehr ganz nachvollziehbar waren. Vor allem wurde mir hierbei das Hin und Her etwas zu anstrengend.

"Du bist das Schönste, was mein Herz zu bieten hat, Aria Moore." (Seite 250)

Neben Aria und Wyatt lernt man noch weitere Bewohner Aspens kennen, was mir gut gefallen hat. Gerade deren Clique hat die Geschichte immer wieder aufgemischt und ich freue mich schon mehr über die einzelnen Charaktere zu erfahren. Außerdem mochte ich Arias Mutter Ruth sowie Wyatts Schwester Camila sehr gerne, denn die beiden sind immer für Aria und Wyatt da.

Nachdem ich in den letzten Monaten unglaublich viele positive Stimmen zu der Winter Dreams-Reihe von Ayla Dade gehört habe, war ich super gespannt, was mich erwartet. Um ehrlich zu sein habe ich allerdings zwei Anläufe gebraucht, um mit Like Fire We Burn warm zu werden. Ich habe das Buch nämlich vor ein paar Monaten schon mal begonnen und nach wenigen Seiten wieder abgebrochen, weil es mir irgendwie zu melancholisch war. Dafür konnte mich die Geschichte bei meinem zweiten Anlauf umso mehr in den Bann ziehen und sie hat eine regelrechte Sogwirkung auf mich ausgeübt, sodass ich gerade die erste Hälfte des Buches innerhalb kürzester Zeit verschlungen habe. Das lag vor allem auch am Schreibstil von Ayla Dade, denn dieser ist locker leicht, bildlich und oftmals auch poetisch. Dabei wird die Geschichte abwechselnd aus Arias und Wyatts Sicht erzählt, was ich immer sehr gerne mag. Allerdings muss ich zugeben, dass der poetische Schreibstil mich in manchen Passagen beim Lesen doch etwas abgelenkt hat und gerade bei den Gedankengängen der Protagonisten manchmal etwas unauthentisch gewirkt hat. So kam meiner Meinung nach auch die Emotionalität, die mich gerade zu Beginn abholen konnte, im Verlauf des Buches etwas abhanden. Zwar kam es immer wieder zu schönen und auch atmosphärischen Momenten, aber eben auch zu einigen Wiederholungen, die vor allem durch die fehlende Kommunikation zwischen den beiden Protagonisten zustande kam. So gab es leider auch oftmals langatmige Szenen, während sich die Ereignisse an anderen Stellen fast überschlagen haben. Letztendlich konnte mich die Geschichte nach einem starken Beginn leider nicht so abholen, wie ich es mir gewünscht hätte.

Pluspunkte hat Like Fire We Burn hingegen mit dem Setting gesammelt, denn dieses war wirklich zum Wohlfühlen. Nicht nur Aspen mit seinen teils etwas eigenwilligen Einwohnern, sondern vor allem auch die Beschreibung der umliegenden Natur konnte mich total überzeugen. Ich freue mich schon sehr, dorthin zurückzukehren.

"Unter uns, von allen Seiten umgeben von bewaldeten, verschneiten Bergen, darüber nur der azurblaue, sternenübersäte Nachthimmel, leuchtet unsere Kleinstadt in warmgoldenen Tönen. Das Zentrum scheint am hellsten, eine warme Lichtersonne, und von ihr aus abgehend viele kleinere, weit auseinanderstehende Fleckchen." (Seite 422)

Das Cover des Buches gefällt mir unglaublich gut. Durch die kräftigen Farben in Verbindung mit den goldenen Elementen hat es meiner Meinung nach schon fast etwas gemütliches an sich.

Like Fire We Burn ist eines dieser Bücher, die ich so gerne lieben wollte, aber nicht konnte. Der Beginn sowie das Setting in Aspen haben mir echt gut gefallen, aber leider kamen im Verlauf der Geschichte doch immer mehr Kritikpunkte hinzu. Dennoch möchte ich die Reihe weiterverfolgen und hoffe, dass mich die weiteren Bände mehr überzeugen können.

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Veröffentlicht am 13.12.2022

Leider nicht überzeugend

Spanish Love Deception – Manchmal führt die halbe Wahrheit zur ganz großen Liebe
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Als Aaron sich anbietet, Lina zu der Hochzeit ihrer Schwester zu begleiten, ist sie wenig begeistert von dieser Idee. Doch als das Event immer näher rückt, bleibt ihr keine andere Option und so machen ...

Als Aaron sich anbietet, Lina zu der Hochzeit ihrer Schwester zu begleiten, ist sie wenig begeistert von dieser Idee. Doch als das Event immer näher rückt, bleibt ihr keine andere Option und so machen sich die beiden auf den Weg nach Spanien. Ob das so eine gute Idee war?

Catalina Martín, geboren und aufgewachsen in Spanien, habe ich zu Beginn als einen sehr lebensfrohen, aber auch temperamentvollen Charakter wahrgenommen. Sie lebt seit einigen Jahren in New York und arbeitet hart für ihre Ziele. Leider muss ich zugeben, dass mich Lina nach und nach immer häufiger genervt hat. Sie redet oftmals drauf los, ohne vorher nachzudenken, verletzt dabei ihre Mitmenschen und ist sehr dickköpfig. Vor allem wirkt sie aber durch ihr Verhalten anderen und insbesondere Aaron gegenüber phasenweise wahnsinnig kindisch und ich konnte es absolut nicht nachvollziehen.
Aaron Blackford hingegen war mir nach anfänglichen Schwierigkeiten eigentlich ganz sympathisch - auch wenn er neben Lina meiner Meinung nach etwas blass blieb. Zu Beginn wirkte er auf mich sehr verschlossen und unterkühlt, wodurch ich ihn nicht so ganz greifen konnte. Nach und nach wurde das aber zum Glück besser und Aaron entpuppte sich als sehr ehrgeizig, charmant und zuvorkommend, weswegen ich mich mehr als einmal gefragt habe, warum Lina sich so abweisend ihm gegenüber verhält.
Dadurch, dass ich leider mit den Charakteren nicht hundertprozentig warm geworden bin und sich zwischen den beiden nur sehr langsam mehr entwickelt hat, blieben für mich auch die Gefühle etwas auf der Strecke. Dieser Eindruck hat sich nur noch verstärkt, als sich die Beziehung ab einem bestimmten Punkt viel zu schnell von Fake Dating zu einer richtigen Beziehung entwickelt hat und dabei fast schon zu kitschig wurde.

"Wir kriegen das hin", erklärte er selbstbewusst. Wir. Dieses einfache Wort aus drei Buchstaben hallte ein wenigen lauter in meinen Ohren wider als der Rest. (Seite 270)

Neben Lina und Aaron lernt man kaum weitere Personen kennen. Rosie, Linas Arbeitskollegin und Freundin, war mir eigentlich ganz sympathisch, denn sie war nicht nur immer für Lina da, sondern hat sie auch immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Auch die anderen Kollegen von Lina und Aaron mochte ich bis auf eine Ausnahme ganz gerne. Genau so sah es mit Linas Familie aus, die die Geschichte immer wieder aufgelockert haben.

Kaum ein Buch wurde in den letzten Wochen und Monaten in den sozialen Medien so gehypet wie Spanish Love Deception, weshalb ich umso gespannter war wie mir die Geschichte rund um Lina und Aaron gefällt. An sich hat sich Elena Armas' Schreibstil sehr angenehm lesen lassen. Allerdings hat sie viele Szenen auch sehr detailreich beschrieben, wodurch man sich zwar gut in die Geschichte hineinversetzen konnte, aber es auch phasenweise sehr langatmig wurde. Gerade auf den ersten 200 Seiten hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte einfach nicht voran kommt und sich Linas Gedankengänge bzw. auch bestimmte Themen wiederholen. Nachdem dann endlich der eigentliche Plot und damit die Reise nach Spanien eingesetzt hat, wurde es zum Glück etwas besser. Ich mochte hier vor allem die Atmosphäre bei Linas Familie, wodurch es den ein oder anderen humorvollen Moment gab, aber man als Leser auch mehr zu Linas (und auch Aarons) Vergangenheit erfahren hat. So wurde auch das ein oder andere tiefgründigere Thema mit eingebracht, was ich so nicht erwartet hätte. Allerdings muss ich auch zugeben, dass mich die Geschichte nie so ganz mitreißen konnte, was vermutlich nicht nur an der langen Einleitung lag, sondern auch an dem aufkommenden Drama gegen Ende, welches für mich nicht so ganz passend war. Außerdem wurde die gesamte Geschichte nur aus Linas Sicht erzählt. So hatte man zwar einen guten Einblick in ihre (teils sehr ausschweifenden) Gedankengänge, aber manchmal hätte ich auf diese Weise auch gerne mehr zu Aaron und seine Gefühle erfahren.

Die Gestaltung des Covers finde ich eigentlich ganz schön und es freut mich, dass das englische Originalcover übernommen wurde. Vor allem mag ich es, dass sich die einzelnen Elemente auch bei den Kapitelanfängen wiederfinden.

Insgesamt konnte mich Spanish Love Deception leider nicht so ganz von sich überzeugen, denn es passiert nicht nur sehr wenig auf den knapp 540 Seiten, sondern ich wurde auch nicht so ganz mit Lina und Aaron warm. Dennoch mochte ich den Schreibstil der Autorin ganz gerne, weswegen ich wahrscheinlich zu einem weiteren Buch von ihr greifen würde.

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Veröffentlicht am 14.11.2022

Gefühlvoll, spannend und süchtig machend - tolle Fortsetzung der "Westwell"-Reihe

Westwell - Bright & Dark
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Diese Rezension könnte Spoiler enthalten, da es sich um den zweiten Band der Westwell-Reihe von Lena Kiefer handelt und die Bände nicht unabhängig voneinander lesbar sind.

Nachdem mir der erste Band ...

Diese Rezension könnte Spoiler enthalten, da es sich um den zweiten Band der Westwell-Reihe von Lena Kiefer handelt und die Bände nicht unabhängig voneinander lesbar sind.

Nachdem mir der erste Band der Westwell-Reihe trotz kleinerer Kritikpunkte gut gefallen hat und vor allem der Cliffhanger am Ende unglaublich fies war, habe ich mich umso mehr auf den zweiten Band der Reihe gefreut. Erst einmal mit Bright & Dark angefangen, war ich wieder sofort in der Geschichte rund Helena und Jessiah gefangen. Dabei konnte mich vor allem der Schreibstil von Lena Kiefer überzeugen, denn er ist, wie schon aus dem ersten Band gewohnt, locker leicht und trotzdem absolut fesselnd. Dabei beschreibt sie die Szenen sehr gefühlvoll, teilweise fast schon schmerzhaft und bringt doch immer wieder spannende und humorvolle Momente mit ein. Besonders hat mir gefallen, dass die Geschichte abwechselnd aus Helenas und Jessiahs Sicht erzählt wurden, wodurch man wieder einen guten Einblick in deren Gedanken- und Gefühlswelt erhalten hat und vor allem ihre Entwicklung besser nachvollziehen konnte. Gerade deren innere Zerrissenheit, die phasenweise Hilfslosigkeit und die Wut wurden meiner Meinung nach sehr gut dargestellt, sodass die Geschichte zu einer reinen Achterbahn der Gefühle wurde.

"Man konnte einen anderen Menschen nicht heilen, das funktionierte nicht. Aber zwei Menschen, die gemeinsam heilten, weil ihr Schmerz der gleiche war, das war möglich." (Seite 400)

In meiner Rezension zum ersten Band habe ich noch bemängelt, dass der Grund für Helenas Rückkehr im Verlauf der Geschichte etwas verloren gegangen ist. Das hat sich im zweiten Band zum Glück wieder etwas geändert und Helena hat die Ermittlungen rund um Valeries und Adams Tod wieder voran getrieben. Gerade dadurch gab es immer wieder Wendungen, die für mich teilweise sehr unvorhersehbar waren und die Geschichte nur noch interessanter gemacht haben. Natürlich gipfelte die ganze Thematik wieder in einem fiesen Cliffhanger, der die Vorfreude auf den abschließenden Band aber umso mehr steigert.

Helena war mir ja schon im ersten Band sehr sympathisch und dieser Eindruck hat sich nur noch verstärkt. Obwohl sie nach der Trennung von Jess sehr verletzt ist und sich einsam fühlt, tritt sie meiner Meinung nach nochmal selbstbewusster auf und macht im Verlauf der Geschichte eine wirklich tolle Entwicklung durch. Sie setzt sich für ihre Ziele ein - auch wenn es ihren Eltern missfällt -, folgt ihrem Wunsch nach Freiheit und weiß aber gleichzeitig auch, wann sie sich lieber zurückziehen sollte. Es war einfach toll mitzuverfolgen, wie sie immer mehr für sich selbst einsteht und ihren ganz eigenen Weg geht.
Auch Jess mochte ich wieder sehr gerne. Auch er hat noch sehr an der Trennung zu knabbern und möchte am liebsten gar nicht in New York sein. Dennoch bleibt er, erfüllt seine Pflichten gegenüber der Familie und kümmert sich rührend um seinen Bruder. Außerdem flüchtet er sich in seine vielen Projekte, denen er mit voller Leidenschaft nachgeht. Ehrlich gesagt war mir das aber auch manchmal etwas zu viel des Guten, denn gerade in diesen Szenen hat er auf mich fast unnahbar gewirkt. Dennoch gab es auch immer wieder die Szenen, in denen mich Jess vollkommen von sich überzeugen konnte. Denn er ist sehr einfühlsam, handelt selbstlos und würde alles für seine Liebsten tun.
Nach dem Ende vom ersten Band gab es in Bright & Dark eher wenige Szenen, in denen sich Helena und Jess wirklich sehen konnten. Und wenn es doch welche gab, waren diese umso intensiver, teilweise fast schon schmerzhaft sowie voller aufgestauter und verletzter Gefühle. Die Anziehung zwischen den beiden war die ganze Zeit spürbar und man wünscht den beiden einfach nur ein Happy End.

"Hoffnung machte sich in mir breit, genau wie Angst. Zwei Gefühle, die schon immer mit Jess verknüpft gewesen waren, weil wir waren, wer wir waren - und dennoch wollten, was wir wollten." (Seite 194)

Aber es gab nicht nur ein Wiedersehen mit Helena und Jess, sondern auch mit sämtlichen anderen Charakteren, die wir schon im ersten Band kennenlernen durften. Ehrlich gesagt waren mit Trish und Helenas Eltern in diesem Band fast noch unsympathischer, falls das überhaupt möglich ist. Ganz anders sah es da mit den Geschwistern der beiden aus. Jessiahs Eli ist einfach ein toller Junge, der vor allem auch sehr aufmerksam ist. Auch Lincoln, Helenas älterer Bruder, konnte mich in diesem Band mehr von sich überzeugen, denn im Grunde steht er immer hinter seiner Schwester und möchte nur das Beste für sie. Ich mochte es sehr gerne, wie sich deren Geschwisterbeziehung nochmal weiter entwickelt hat. Ganz besonders hat es mich gefreut, dass es ein Wiedersehen mit zwei Charakteren aus Lena Kiefers Don't Love Me-Reihe gab, die meiner Meinung nach sehr authentisch in die Geschichte eingebunden wurden.

Das Cover des Buches gefällt mir wieder unglaublich gut. Es ist, wie schon Band 1, sehr schlicht gehalten und wirkt durch die geprägten Ornamente und die goldene Schrift doch sehr edel. Ich finde es einfach total schön wie die beiden Bücher nebeneinander im Regal aussehen.

Alles in allem hat mir auch Band zwei der Westwell-Reihe unglaublich gut gefallen - wenn nicht sogar fast noch ein bisschen besser als Band eins! Die Geschichte rund um Helena und Jess war wieder sehr gefühlvoll, spannend und vor allem hat sie wieder eine richtige Sogwirkung auf mich entfaltet. Ich kann es kaum erwarten, zu erfahren wie es mit den beiden weiter geht.

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