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Veröffentlicht am 01.09.2020

Herzzereißend, aber auch wunderschön

Never Doubt
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Willow Holloway ist überglücklich, dass sie mit ihrer Familie aus New York wegziehen kann, denn so kann sie endlich die schrecklichen Ereignisse des letzten Jahres hinter sich lassen. Doch in Harmony angekommen, ...

Willow Holloway ist überglücklich, dass sie mit ihrer Familie aus New York wegziehen kann, denn so kann sie endlich die schrecklichen Ereignisse des letzten Jahres hinter sich lassen. Doch in Harmony angekommen, fühlt sie sich immer noch gefangen. Bis sie schließlich die Rolle der Ophelia in einem Theaterstück ergattert und ihren Gefühlen so freien Lauf lassen kann. Das Isaac dabei ihren Hamlet spielt, kommt ihr nur gelegen, denn schnell merken beide, dass sie mehr verbindet als nur die Rollen in dem Theaterstück..

Als Willow Holloway mit ihrer Familie nach Harmony zieht, wirkt sie durch ihre eher verschlossene Art sehr abweisend und möchte am liebsten nichts mit ihren Mitschülern zu tun haben. Doch schnell merkt man, dass sich hinter der harten Schale eine sehr verletzte und teilweise unsichere Person versteckt. Denn Willow hat im letzten Sommer etwas erlebt, was man einfach niemandem wünscht und was sie in sich rein frisst statt mit jemandem darüber zu reden. Allerdings findet sie durch die Rolle der Ophelia immer mehr zu ihrer alten Stärke zurück und kann dadurch auch ein Stück weit von ihrer Vergangenheit entfliehen, obwohl diese sie immer wieder einholt. Dennoch gelingt es Willow sich immer mehr zu öffnen und sie macht so eine wirklich tolle Entwicklung durch.
Isaac Pearce wird zuerst wie der typische Bad Boy dargestellt. Er wirkt äußerst selbstbewusst und hat eine schon fast gleichgültige Art, obwohl die ganze Stadt über ihn redet. Dennoch gibt es auch immer wieder Momente, in denen man merkt, dass auch seine Vergangenheit nicht spurlos an ihm vorbei gegangen ist. Vor allem durch seine Rollen in den verschiedensten Theaterstücken werden seine Emotionen greifbar und man konnte seinen Schmerz förmlich spüren. Aber auch in Willows Gegenwart gelingt es ihm sich nach und nach zu öffnen und man merkt, was für einen tollen, charmanten und mitfühlenden Charakter Isaac hat. Vor allem aber hat es mir auch gefallen, wie Isaac für seine Träume kämpft und alles dafür tut.
Auf den ersten Blick wirken die beiden Hauptcharaktere Willow und Isaac wie die typischen klischeehaften Charaktere aus einem New Adult-Roman und doch steckt so viel mehr hinter den beiden. Obwohl zwischen den beiden von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar ist, entwickelt sich die Beziehung in einem authentischen Tempo, denn beide sind eher verschlossen und können sich nur schwer öffnen. Umso mehr hat es mir gefallen, wie sich das Ganze zwischen den beiden entwickelt hat und ich habe nur so mitgefiebert!

Er schwieg, aber ich spürte, wie er nickte. Seine Wange lag an meinem Haar. Es war genau, was ich brauchte. (Seite 239)

Nebencharaktere lernt man in diesem Buch auch einige kennen. Vor allem Willows neue Clique mochte ich total gerne und ich bin ein riesen Fan von Angie und ihrer Mutter Bonnie. Die beiden sind einfach nur toll und ein richtig gutes Team. Aber auch Martin, der Leiter des HCT, und seine Frau konnten mich von sich überzeugen, denn sie sind unglaublich liebevoll und fürsorglich. Ganz anders sah es da leider mit Willows Eltern aus. Sie waren sehr klischeehaft dargestellt und haben fast keine Entwicklung durchgemacht. Außerdem konnte ich ihre Handlungen absolut nicht nachvollziehen.
Generell hat mir die Atmosphäre in Harmony gefallen, die Emma Scott hier geschaffen hat. Die Stadt hat so den typischen Flair, den man sich in einer amerikanischen Kleinstadt vorstellt. Es gibt jede Menge Klatsch und Tratsch, aber irgendwie hilft auch jeder jedem.

Emma Scott konnte mich mit Never Doubt von Beginn an in den Bann ziehen, denn ihr Schreibstil lässt sich nicht nur angenehm lesen, sondern ist auch absolut fesselnd und manchmal fast schon etwas poetisch. Der Autorin ist es dabei gelungen den Leser mit auf eine Achterbahn der Gefühle zu nehmen. Denn meiner Meinung nach ist ihr genau die richtige Mischung aus emotionalen, tiefgründigen und fast schon herzzerreißenden Szenen, aber auch romantischen und humorvollen Augenblicken geglückt, sodass ich nur so mit den Charakteren mitgefiebert habe. Dadurch, dass die Geschichte dabei abwechselnd aus Willows und Isaacs Sicht erzählt wurde, hat man nochmal einen besseren Einblick in deren Gedanken- und Gefühlswelt erhalten und konnte die Emotionen hautnah miterleben.
Besonders gut hat es mir gefallen, dass Emma Scott auch einige wichtige Themen mit in die Geschichte eingebaut hat, die den Leser nur so zum Nachdenken anregen und mich teilweise zutiefst erschüttert haben. Allerdings gingen mir die Entwicklungen zum Schluss in dieser Hinsicht doch teilweise etwas zu schnell. Aber nicht nur das ist der Autorin gelungen, sondern auch die Einarbeitung des Theaterstücks Hamlet von Shakespeare. Ich muss sagen, dass ich diesem Aspekt am Anfang etwas kritisch entgegen stand, denn um ehrlich zu sein interessieren mich Theaterstücke nicht so wirklich und so kamen mir manche Szenen (gerade zu Beginn der Proben) sehr langatmig vor. Nichtsdestotrotz hat sich das Theaterstück wie ein roter Faden durch das Buch gezogen und gerade weil die Geschichte von Ophelia und Hamlet so gut zu der sich anbahnenden Beziehung zwischen Willow und Isaac passt, ist dieses Buch einfach zu etwas ganz besonderem geworden! Es hat mich einfach umgehauen, wie sich die Emotionen von Willow und Isaac in dem Stück wiedergefunden haben und es war fast schon elektrisierend das zu lesen.

Aber ein Theaterstück anzusehen war vielleicht ein bisschen wir ein Buch zu lesen - man konnte darin eintauchen und fliehen. (Seite 39)

Das Cover des Buches finde ich wirklich wunderschön, aber um ehrlich zu sein sticht es leider nicht aus der Menge heraus und ist eher nichtssagend, was ich sehr schade finde.

Ehrlich gesagt wollte ich Never Doubt gar nicht lesen und bin daher ohne jegliche Erwartungen an das Buch gegangen. Umso überraschter bin ich, dass mir das Buch bis auf ein paar Kleinigkeiten doch so gut gefallen hat und sogar das Potential zum Jahreshighlight hat. Mit Never Doubt hat Emma Scott eine herzzerreißende und zugleich wunderschöne Geschichte mit wundervollen Charakteren geschaffen, die mich sehr berührt hat. Dafür gibt es von mir 5/5 Sterne.

Aber neben den anderen Lichtern konnte sie nicht sehen und wusste nicht, wie hell sie leuchtete. Erst allein in der Dunkelheit sah sie ihren eigenen Glanz. (Seite 12)

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Veröffentlicht am 02.05.2020

Anders als die beiden Vorgänger aber mindestens genau so traumhaft schön!

New Dreams
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Nachdem Elara sich mit ihrer Mutter gestritten hat, macht sie sich auf den Weg zu ihrer Großmutter nach Green Valley. Doch kurz vor ihrem Ziel wird sie von einem Schneesturm überrascht und baut einen Unfall. ...

Nachdem Elara sich mit ihrer Mutter gestritten hat, macht sie sich auf den Weg zu ihrer Großmutter nach Green Valley. Doch kurz vor ihrem Ziel wird sie von einem Schneesturm überrascht und baut einen Unfall. Doch zu ihrem Glück fährt Noah vorbei und bietet ihr eine Mitfahrgelegenheit nach Green Valley an. Doch das soll nicht die einzige Begegnung zwischen den beiden bleiben, denn sie treffen schon bald erneut aufeinander und die Anziehung ist stärker denn je..

Elara MacAbott kommt ursprünglich aus Phoenix und verbringt den Sommer über bei ihre Großmutter in Green Valley. Zu Beginn musste sie sich erstmal an das Kleinstadtleben gewöhnen, aber nach und nach fügt sie sich mit ihrer offenen und hilfsbereiten Art immer mehr ein. Sie ist sehr humorvoll, geht gerne mal feiern und anstatt das zu tun, was ihre Mutter von ihr erwartet, kämpft sie für ihren großen Traum Lehrerin zu werden. Oftmals handelt sie aber auch sehr voreilig, wodurch sie manchmal etwas zickig wirkt und ich manche Handlungen nicht so ganz nachvollziehen konnte.
Noah Fitzgerald habe ich direkt in mein Herz geschlossen. Er ist zwar eher zurückhaltend und ruhig, aber auch total sympathisch und vor allem hilfsbereit und humorvoll. Schon seit seiner frühesten Kindheit interessiert er sich für die Astronomie und seine Leidenschaft, mit der er über die Sterne redet, ist einfach ansteckend. Trotzdem hat er, angetrieben von seinen Schuldgefühlen und seinem Pflichtgefühl, sein Traumstudium Raumfahrttechnik an der Stanford unterbrochen, um den Sommer über in Hanks Werkstatt zu arbeiten und bei seiner Familie zu sein. Ihm fällt es absolut nicht leicht los zu lassen und teilweise rennt er auch erstmal vor schwierigen Entscheidungen weg. Trotzdem kann man ihm eigentlich überhaupt nicht böse sein.
Meiner Meinung nach war zwischen den beiden Charakteren von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar und doch standen die beiden sich immer wieder selbst im Weg, sodass mich die beiden teilweise wirklich verrückt gemacht haben. Umso schöner waren dann aber die vielen gemeinsamen Momente, wo sie sich zusammen gerauft haben und die Anziehung kaum mehr auszuhalten war.

"Es ist die Art, wie er dich ansieht", sagt sie mit einem Lächeln. Ein trauriges, schmerzhaftes Lächeln. "Als wärst du der hellste Stern an seinem Himmel." (Seite 322)

Neben den altbekannten Nebencharakteren lernt man in New Dreams auch noch einige neue Charaktere kennen. Vor allem Elaras Oma Molly, die einen Blumenladen in Green Valley führt, und ihre beste Freundin Leilani mochte ich total gerne. Aber auch Noahs Familie, bestehend aus Thomas, Barb, Rebecca, Ruthie und Jacob, waren einfach so liebenswert. Vor allem Rebecca ist hierbei heraus gestochen, denn sie hat sich als wahre Freundin erwiesen und irgendwie hoffe ich, dass sie bald auch ihre eigene Geschichte bekommt. Außerdem lernt man noch Hank, Werkstattbesitzer und der Vater von Noahs Ex-Freundin kennen. Er ist zwar etwas chaotisch und trägt eine riesen Last mit sich herum, aber er ist mindestens genau so sympathisch wie sämtliche andere Bewohner von Green Valley. Der einzige Störfaktor war meiner Meinung nach Elaras Mutter Pearl, deren Handlungen ich zu Beginn nicht so ganz nachvollziehen konnte, aber das hat sich zum Glück geändert.

Der Schreibstil von Lilly Lucas hat mir wieder total gut gefallen. Er ist nicht nur locker leicht und lässt sich angenehm lesen, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Vor allem punktet er aber auch mit der vollen Ladung an Humor und Emotionen. So habe ich nicht nur lauthals gelacht sondern auch mit den Charakteren mitgefiebert und sogar das ein oder andere Tränchen verdrückt. Meiner Meinung nach ist die Geschichte von Elara und Noah nämlich ein Stück weit ruhiger und auch schwerer als die beiden Vorgänger New Beginnings und New Promises, was nicht nur an der Last liegt, die die beiden Charaktere auf ihre eigene Weise mit sich herum schleppen, sondern vor allem auch an der Hintergrundstory mit Noahs Ex-Freundin. Trotzdem hat es die Autorin immer wieder geschafft die Geschichte mit tollen und teilweise auch sehr romantischen Momenten aufzulockern. Vor allem hat es mir aber gefallen wie die Autorin das Thema Astronomie (und damit Noahs Leidenschaft) mit in die Geschichte eingebracht hat. Zwar gab es auch wieder einige Dinge, die mir etwas zu schnell gingen, aber darüber kann ich gut hinwegsehen.
Dabei wird die Geschichte wieder komplett aus der Sicht der weiblichen Hauptprotagonistin Elara erzählt, wodurch man einen guten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt erhalten hat. Hin und wieder hätte ich aber auch gerne mal einen Einblick in die Gedanken von Noah erhalten.

Was mir aber an der Reihe immer total gut gefällt, ist das Setting in den Rocky Mountains. In dem kleinen Städtchen Green Valley herrscht einfach eine tolle Atmosphäre und ich finde es super, dass die Geschichte dieses Mal nicht wie die beiden Vorgänger im Winter spielt sondern im Sommer. So konnte man die Gegend in den Rocky Mountains nochmal auf eine ganz andere Weise kennen lernen.

Das Cover finde ich einfach nur traumhaft schön und es ist glaube ich bisher mein liebstes Cover der Reihe! Generell finde ich, dass die drei Bücher einfach nur wunderschön nebeneinander im Regal aussehen.

Ich habe so lange auf den dritten Teil der "Green Valley Love"-Reihe hingefiebert und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Die Geschichte von Elara und Noah ist meiner Meinung nach zwar etwas ruhiger als die beiden Vorgänger aber mindestens genau so traumhaft schön! Ich habe mich in Green Valley einfach wieder total wohl gefühlt und obwohl ich ein paar kleiner Kritikpunkte habe, kann ich gar nicht anders als 5/5 Sterne zu vergeben.

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Veröffentlicht am 18.04.2020

Schockierend und doch so voller Hoffnung und Mut

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte
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Es gibt diese Bücher, bei denen man einfach nicht weiß, wie man sie anständig rezensieren soll und keine Worte der Welt reichen, um das Gelesene wiederzugeben. Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz ...

Es gibt diese Bücher, bei denen man einfach nicht weiß, wie man sie anständig rezensieren soll und keine Worte der Welt reichen, um das Gelesene wiederzugeben. Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte von Jeremy Dronfield ist so ein Buch, denn es ist gleichermaßen schockierend aber auch so voller Hoffnung.

Aber worum geht es überhaupt?
1938 werden die beiden österreichischen Juden Gustav Kleinmann und sein Sohn Fritz von Wien in das Konzentrationslager Buchenwald derportiert. Dort durchleben sie die Hölle und doch bleibt ihr Zusammenhalt so stark, dass sie sämtliche Torturen überleben. Später soll Gustav nach Auschwitz derportiert werden. Fritz aber nicht. Da sich die beiden aber nicht trennen wollen, folgt Fritz seinem Vater nach Auschwitz und die beiden überleben die schrecklichen Jahre in den verschiedenen Konzentrationslagern zusammen.

Gustav Kleinmann arbeitete als Polsterer in der Wiener Leopoldstadt und obwohl seine Arbeit nicht wirklich viel abwarf, kümmerte er sich doch liebevoll um seine Ehefrau Tini und seine vier Kinder Herta, Edith, Fritz und Kurt. Auch den Weg ins Konzentrationslager tritt er mit der Hoffnung an seine Familie irgendwann wieder vereint zu sehen und das hält ihn womöglich am Leben. Das und sein unbändiger Wille zum Überleben. Obwohl er so manche Aktion seines Sohnes nicht gut heißen möchte, steht er trotzdem immer hinter ihm und unterstützt ihn.
Aber auch Fritz ist immer für seinen Vater da. Er machte in Wien ebenfalls eine Ausbildung zum Polsterer und das gelernte Handwerk bringt ihn im Lager sehr voran. Er zeigte oftmals Mut und brachte sich dadurch in manch brenzlige Situation. Trotzdem war auch er voller Tatendrang und hatte den selben starken Überlebenswillen wie sein Vater, was ihm durch so manche Situation geholfen hat. Für ihn stand nicht nur sein eigenes Wohl an erster Stelle sondern auch das seines Vaters und seinen engsten Vertrauten.

"Ihr Überlebenswille, die enge Bindung zwischen Vater und Sohn, ihr Mut, aber auch ihr Glück liegen jenseits aller heutigen Vorstellungskraft, doch sie waren es, die die beiden während aller Qualen am Leben hielten." (Kurt über Fritz und Gustav, S. 13)

Das Buch ist insgesamt in vier Teile gegliedert und beginnt mit dem Teil "Wien". Hier bekommt man als Leser viele Einblicke in das frühere Leben der Familie Kleinmann, wodurch man nicht nur die ganze Familie besser kennen lernt sondern sich auch das Leben in Wien gut vorstellen kann. Außerdem erhält man nochmal viele Hintergundinformationen zu den Anfängen des Nationalsozialismus in Österreich, die mir so zum Teil gar nicht bewusst waren.
Die weiteren Teile gliedern sich in "Buchenwald", "Auschwitz" und "Überleben". Meiner Meinung nach ist Jeremy Dronfield gelungen die Zeit in den verschiedenen Konzentrationslagern auf Grundlage von Gustavs Tagebuch und anderen Zeugenberichten sehr detailreich darzustellen. Dabei verweist er auch immer wieder auf andere Quellen und in den Anmerkungen erhält man noch zahlreiche Hintergundinformationen. Es war sehr schockierend zu lesen, wie mit den Menschen umgegangen wurde und es hat mich teilweise einfach nur wütend gemacht und mir die Tränen in die Augen getrieben. Teilweise musste ich immer wieder Pausen einlegen, um das Gelesene zu verarbeiten.

"Irgendwann muss man doch die Fähigkeit zum Entsetzen verlieren? Irgendwann muss man doch abstumpfen, versteinern, sich daran gewöhnen, taub werden. Das moralische Empfinden muss unter einer so endlosen Reihe von Verletzungen doch irgendwann Narben davontragen." (Seite 164)

Aber es stehen nicht nur reihenweise Folterungen und menschenunwürdige Misshandlungen sowie Hunger und Todesangst im Vordergrund sondern Jeremy Dronfield hat auch einige fast schon wunderbare Momente aufgezeigt. So zeigt er, dass man mit Zusammenhalt, Solidarität und einem starken Lebenswillen jede noch so schwere Folter überstehen kann. Es war schon fast "schön" zu lesen, wie die verschieden Häftlinge sich gegenseitig unterstützt haben. Die Geschichte von Fritz und Gustav war nämlich nicht nur von Angst, Schmerzen und Trauer gezeichnet sondern auch voller Hoffnung auf ein besseres Leben nach Auschwitz.

"Wenn Fritz eins von Leo gelernt hatte, dann das, dass Freundlichkeit an Orten zu finden ist, an denen man es am wenigsten erwartet." (Seite 232)

Dabei ist der Schreibstil von Jeremy Dronfield nicht nur fesselnd sondern auch sehr bildhaft und detailreich. Das Buch konnte mich auf so vielen emotionalen Ebenen mitnehmen, denn ich war nicht nur schockiert und wütend, sondern auch hoffnungsvoll und teilweise hat es mich sogar zum schmunzeln gebracht.

Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits ist, dass keine Karten von den Lagern abgebildet sind. Auch wenn es einige Bilder und Abbildungen gab, hätte ich mir die Gegebenheiten und Dimensionen innerhalb der verschiedenen Lager sowie der Arbeitsstätten nochmals besser vorstellen können.

Besonders gut hat mir an dem Buch auch gefallen, dass nicht nur Gustavs und Fritz' Lebensweg beleuchtet wurde sondern man auch immer wieder Einblicke in das Leben der zurückgelassenen Familie erhalten hat. Das hat die Geschichte meiner Meinung nach nochmal vielschichtiger gemacht, denn es wurden eben nicht nur die Taten im KZ beleuchtet sondern auch die Gegebenheiten in Wien. Tini hat alles dafür getan, dass es ihren Kindern gut geht und sie Österreich schnellstmöglich verlassen können. Bei Edith und Kurt hat dies auch geklappt, denn die beiden konnten ein neues Leben in England bzw. den USA beginnen. Herta konnte allerdings keinen Neustart wagen und so blieb sie mit ihrer Mutter in Wien zurück. Ich habe die ganze Zeit mit den beiden mitgehofft und war umso schockierter als auch sie deportiert wurden.

Meiner Meinung nach ist Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte ein Buch, das viel mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte. Es ist nicht nur äußerst schockierend und gibt viele Hintergrundinformationen preis sondern ist auch wahnsinnig lehrreich. Denn meiner Meinung nach zeigt die Geschichte von Gustav und Fritz, dass man mit Hoffnung, Mut und Zusammenhalt eben vieles überwältigen kann.

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Veröffentlicht am 04.04.2020

Düster und spannend, aber auch emotional und humorvoll

SommerSturm
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Als Lilith mit 17 Jahren ihr Leben beendet möchte, wird sie von einem jungen Mann gerettet und schließlich Teil einer dunklen Organisation. Doch dieses Glück hält nicht lange und Lilith verliert ihren ...

Als Lilith mit 17 Jahren ihr Leben beendet möchte, wird sie von einem jungen Mann gerettet und schließlich Teil einer dunklen Organisation. Doch dieses Glück hält nicht lange und Lilith verliert ihren Schutzengel und ihre erste große Liebe. Doch acht Jahre später kreuzen sich ihre Wege wieder und obwohl Lilith sich niemals wieder auf so eine Gefahr einlassen wollte, steht sie plötzlich zwischen den beiden großen Banden von Panama-Stadt.

Lilith mochte ich als Protagonistin sehr gerne. Sie kommt aus Panama-Stadt und hält sich mit mehreren Nebenjobs über Wasser. Dabei hilft ihr vor allem ihre selbstbewusste Art und ihre Schlagfertigkeit, denn Lilith lässt sich von nichts und niemandem etwas sagen und zieht ihr Ding durch. Dabei manöviert sie sich aber auch immer wieder in gefährliche Situationen, obwohl sie sich eigentlich von ihrem "alten" Leben trennen wollte. Hinter ihrer toughen Art versteckt sich nämlich auch eine verletzliche Seite, denn Lilith wird oftmals von den Dämonen ihrer Vergangenheit heimgesucht.
Iron lernt man schon im ersten Band kennen und doch wieder nicht. Er ist immer und überall da, aber trotzdem nirgends. Er bewegt sich wie ein Schatten und hat trotzdem alles im Blick. Auch er liebt die Gefahr und ist immer da, wo es brenzlig wird. Trotzdem zeigt er auch sehr viele Emotionen und vor allem Lilith gegenüber zeigt sich immer wieder sein Beschützerinstinkt. Ihn mochte ich als Protagonist sehr gerne, denn er ist nicht nur selbstbewusst und abgebrüht, sondern stellt seine Gefühle auch offen zur Schau.

"Ich möchte ihn unbedingt wiedersehen - auch wenn es verdammt schwer werden wird, ihn zu finden. Iron sucht man nicht. Er komm zu einem." (Seite 85)

Genau wie Iron am Anfang ist auch Zero ein einziges Mysterium. Er hält sich hinter einer Maske versteckt und ist der Kopf der Organisation Muerte Negra. Ihn konnte ich teilweise nicht so ganz einschätzen. Auf der einen Seite ist er sehr selbstbewusst und stellt Lilith immer wieder auf die Probe. Auf der anderen Seite ist er aber auch gefühlvoll und einfühlsam.
Zu den Beziehungen zwischen den Charakteren möchte ich gar nicht viel schreiben, denn diese waren vor allem eins: verwirrend. Zwischen Lilith und Iron hat man von Anfang an eine gewisse Vertrautheit und Verbundenheit, aber auch Anspannung gespürt. Aber auch bei Zero hat sich Lilith wohl gefühlt, wenn auch nicht sofort.

"Ich weiß alles über sie und habe die Macht, es gegen sie zu verwenden oder für sie zu gebrauchen". (Seite 167)

Auch in diesem Buch gab es wieder einige Nebencharaktere. Vor allem hat es mich gefreut, dass es ein Wiedersehen mit Samira und Alessio gab. Die beiden waren mir wieder sehr sympathisch - auch wenn ich das Handeln von Alessio in der ein oder anderen Situation nicht so ganz verstehen konnte. Aber neben den altbekannten Charakteren hat man auch einige neue kennengelernt. Vor allem Saskia und Jeaden waren mir hierbei total sympathisch.

Nachdem mir der ersten Band AbendGewitter schon sehr gut gefallen hat, hatte ich zugegebenermaßen sehr hohe Erwartungen an SommerSturm und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Erst einmal angefangen mit dem Lesen war ich sofort wieder in der Welt von Panama gefangen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil von D.C. Odesza war nicht nur wieder sehr flüssig und bildhaft, sondern vor allem auch fesselnd. Wie schon im ersten Teil wurde die Geschichte rund um Lilith, Iron und Zero von Seite zu Seite spannender. Vor allem aber war das Buch nochmal einen Ticken düsterer, aber auch emotionaler und doch voller Humor, woran vor allem Liliths loses Mundwerk einen Anteil hat. Ich habe die ganze Zeit mitgefiebert und wollte das Rätsel unbedingt lösen. D.C. Odesza hat es geschafft mich mit einigen unvorhersehbaren Wendungen erfolgreich auf die falsche Fährte zu locken und mit der Auflösung hätte ich niemals gerechnet.

"Momentan kommt es mir vor, als würde ich nur haarscharf am Tpd vorbeischrammen, da ich von einer gefährlichen Situation in die nächste stürze." (Seite 362)

Danach wurde das Buch zwar etwas ruhiger und auch emotionaler, aber auch das hat mir sehr gut gefallen. Vor allem das Ende ist sehr gelungen, denn wie die Autorin in der Danksagung schreibt, passt hier einfach kein schnulziges Happy End. Umso mehr freue ich mich schon auf den 3. Band DunkelStern.
Wie auch schon der erste Teil wird SommerSturm hauptsächlich aus der Sicht der weiblichen Hauptprotagonistin erzählt, aber es gibt auch hin und wieder Kapitel aus Irons und Zeros Sicht. So hatte man einen sehr guten Einblick in deren Gedanken- und Gefühlswelt und konnte so einige Situationen nochmals besser mitfühlen.

Die Covergestaltung gefällt mir leider nicht so. Nichtsdestotrotz finde ich es toll, dass die Cover der drei Bände so gut zusammen passen und auch die Innengestaltung wieder übernommen wurde.

Alles in allem hat mir SommerSturm nochmal besser als Band 1 gefallen, was ich kaum für möglich gehalten habe. Meiner Meinung nach ist die Geschichte rund um Lilith, Iron und Zero nicht nur total düster und spannend, sondern vor allem auch sehr emotional und humorvoll. Vor allem die Charaktere haben mir hierbei auch sehr gut gefallen. Dafür gibt es von mir 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 23.03.2020

Herzzerreißendes und wunderschönes Finale der Again-Reihe

Dream Again
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Jude Livingston zieht nach einer gescheiterten Schauspielkarriere bei ihrem Brude in Woodshill ein. Dort trifft sie nicht nur auf dessen Mitbewohner Cam und Otis, sondern auch auf ihren Ex-Freund Blake, ...

Jude Livingston zieht nach einer gescheiterten Schauspielkarriere bei ihrem Brude in Woodshill ein. Dort trifft sie nicht nur auf dessen Mitbewohner Cam und Otis, sondern auch auf ihren Ex-Freund Blake, den sie mit der Trennung tief verletzt hat. Doch beide merken auch von Beginn an, dass die Anziehungskraft immer noch da ist. Sind die beiden wieder bereit sich aufeinander einzulassen?

Jude Livingston war als Schauspielerin in L.A. tätig, wo sie eine der Hauptrollen in der Serie Twisted Rose gespielt hat. Nachdem sie allerdings aufgrund eines Fehlers keine weiteren Jobs mehr ans Land ziehen kann, wagt sie in Woodshill einen Neuanfang. Jude lernt man als sehr aufgeschlossenen und humorvollen Charakter kennen, den ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Obwohl sie voller Energie und Tatendrang ist und für die Schauspielerei brennt, merkt man ihr aber auch an, dass die Zeit in L.A. nicht spurlos an ihr vorbei gezogen ist. Teilweise verschließt sie sich vor ihren Liebsten und hat mit großen Selbstzweifeln zu kämpfen.
Blake Andrews war schon in Hope Again einer meiner liebsten Charaktere. Zu Beginn ist Blake allerdings alles andere als der Sunnyboy, den man im Vorgängerband kennengelernt hat. Nach einer Knieverletzung, die ihn womöglich seine Karriere kosten könnte, zieht sich der leidenschaftliche Basketballspieler nämlich von allen zurück und badet in Selbstmitleid. Vor allem Jude gegenüber verhält er sich teilweise sehr unmenschlich, wobei man auch merkt, wie sehr ihn das Beziehungsende verletzt hat. Nach und nach findet Blake aber immer mehr zu seiner lockeren und humorvollen Art zurück, die ich so sehr liebe. Er lockert mit seinen Sprüchen jede Situation auf, ist total liebevoll und immer für seine Freunde da. Vor allem aber packt ihn auch wieder den Ehrgeiz, um auf die Platte zurückzukehren.
Zu Beginn ist die Beziehung von Jude und Blake vor allem durch aufgestaute Wut und viel Frust gekennzeichnet. Trotzdem spürt man vor allem eine tiefe Verbundenheit und eine gewisse Anziehung zwischen den beiden. Es war einfach schön mit an zusehen, wie die beiden sich nach und nach immer mehr annähern.

Da war etwas Schweres in der Art, auf die er mich ansah. So vieles, das unter seiner Abneigung verborgen lag und von dem jetzt ein Bruchteil zum Vorschein kam. (Seite 97)

Besonders gefreut hat es mich, dass es ein Wiedersehen mit einigen Charakteren aus der Vorgängerbänden gab. Vor allem Scott habe ich in diesem Band richtig lieben gelernt und irgendwie hoffe ich ja, dass auch er seine eigene Geschichte bekommt. Auch Everly mochte ich wieder richtig gerne und sie hat gezeigt, was für eine tolle Persönlichkeit sie hat. Aber neben den altbekannten Charakteren lernt man auch neue Charaktere kennen. Ezra, Judes Bruder, mochte ich auch richtig gerne. Er ist zwar eher zurückhaltend und ruhig, aber trotzdem total liebevoll und immer für seine Schwester da. Seine Mitbewohner und Mitspieler Cam und Otis haben die Geschichte immer wieder aufgelockert.

Der Schreibstil von Mona Kasten lässt sich gewohnt angenehm lesen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Dabei wird die komplette Geschichte wieder nur aus Judes Sicht erzählt, was mich aber nicht gestört hat, obwohl ich hin und wieder schon gerne Mal Blakes Gedanken verfolgt hätte.
Vor allem der erste Teil des Buches war wahnsinnig emotional und herzzerreißend, wodurch ich nur so mit den Charakteren mitgelitten und -gefiebert habe. Dabei gab es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, wodurch man nochmals einen besseren Eindruck von der früheren Beziehung von Jude und Blake hatte und einige Handlungen besser nachvollziehen konnte.
Nach einem bestimmten Tag wurde die Geschichte zwar etwas ruhiger, blieb aber weiterhin spannend. Hier stellte sich dann auch das von mir geliebte Woodshill-Feeling wieder komplett ein: humorvolle Dialoge, viele liebevolle und teils auch witzige Momente und ein toller Zusammenhalt zwischen den Charakteren. Allerdings muss ich auch zugeben, dass mir in dieser Phase doch einige Sachen etwas zu schnell gingen. Gegen Ende wurde das Buch nochmals richtig spannend und ich habe nur so mitgefiebert. Mona Kasten hat mir mit diesem Buch das Herz gebrochen und wieder zusammen gesetzt und ich bin einfach unendlich traurig, dass diese tolle Reihe nun ihr Ende gefunden hat.

Vor allem aber hat es mir auch gefallen, welche Message die Geschichte von Jude und Blake für den Leser bereit hält. Die beiden zeigen uns nämlich, dass man immer für seine Träume kämpfen soll - egal, wie schlimm die Situation manchmal aussieht.

Wir hatten beide gelernt, wie unglaublich mächtig Träume sein konnten. Manche davon erfüllten sich. Manche veränderten sich. Manche zerbrachen. Und manche wurden mit viel Mut und Arbeit wieder zusammengesetzt. (Seite 468)

Das Cover des Buches ist wieder sehr gelungen und neben Begin Again mein liebstes Cover der Reihe. Ich finde es nicht nur toll, dass es zu den anderen Bänder der Reihen sondern auch wunderbar zur Geschichte von Jude und Blake passt.

Mona Kasten hat mit Dream Again nochmal gezeigt, warum die Again-Reihe zu meinen Favoriten in diesem Genre gehört. Trotz einiger Schwachstellen haben sich Jude und Blake in mein Herz geschlichen und mich mit auf eine Achterbahn der Gefühle genommen. Denn dadurch besticht das Buch: Emotionen, das einzigartige Feeling von Woodshill und authentischen Charakteren. Deshalb kann ich gar nicht anders, als dem Buch 5/5 Sterne zu geben.

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