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Veröffentlicht am 07.10.2020

Spannend, leidenschaftlich und voller Emotionen

Hiding Hurricanes
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Lenny führt ein Doppelleben: tagsüber studiert sie und abends geht sie ihrer Leidenschaft als Tänzerin "Daisy" in einem Nachtclub nach. Doch um dieses Leben aufrecht zu erhalten, hält sie ihre Mitmenschen ...

Lenny führt ein Doppelleben: tagsüber studiert sie und abends geht sie ihrer Leidenschaft als Tänzerin "Daisy" in einem Nachtclub nach. Doch um dieses Leben aufrecht zu erhalten, hält sie ihre Mitmenschen auf Abstand. Auch ihren besten Freund Creed, in den sie seit dem ersten Tag verliebt ist. Doch dann kommt Creed immer wieder zu Daisys Shows in einem Nachtclub und die beiden kommen sich näher. Lenny setzt alles daran, dass ihr Tarnung nicht auffällt und muss sich entscheiden, wie ihr Leben weiter gehen soll.

Lenny James lernt man als eher abweisenden und mürrischen Charakter kennen, der sich der Clique rund um Ella, Ches, Carla und Mitchell nicht so ganz zugehörig fühlt. Aber wenn man sie erst einmal besser kennenlernt, erkennt man ziemlich schnell, dass sie eine humorvolle und schlagfertige junge Studentin ist. Dabei zeigt sie auch immer wieder ihrer verletzliche Seite, denn durch einige Ereignisse in ihrer Vergangenheit wirkt sie teilweise sehr unsicher und versteckt sich. Wenn Lenny allerdings in die Rolle ihres Alter Ego Daisy schlüpft, blüht sie richtig auf und strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Vor allem kann sie dabei ihrer größten Leidenschaft, dem Tanzen, nachgehen. Meiner Meinung nach macht Lenny im Verlauf der Geschichte eine wirklich tolle Entwicklung durch und lernt immer mehr zu sich selbst zu stehen.
Creed Parker, denn er hat nicht nur einen wahnsinnig tollen Charakter, sondern ist auch sehr selbstbewusst, charmant und humorvoll. Außerdem ist er sehr loyal, was sich auch daran zeigt, dass er immer für seine Freunde da ist. Trotzdem wirkt er auch manchmal etwas verloren, was vor allem an seiner Kindheit liegt, durch die er sein ganz eigenes Päckchen zu tragen hat. Dazu hätte ich mir manchmal noch mehr Hintergrundinformationen gewünscht, die man aber wohl schon im ersten Band Burning Bridges bekommt, welchen ich allerdings bisher noch nicht gelesen habe. Umso mehr hat es mich gefreut, dass auch er eine tolle Entwicklung durchgemacht hat und seinen Platz im Leben gefunden hat.
Lenny und Creed verbindet eine ganz besondere Freundschaft und ich mochte die Dynamik und vor allem die ganzen Schlagabtausche und Spielchen zwischen den beiden total gerne. Dabei hat es mir das Herz gebrochen, wie sehr sich die beiden selbst im Weg standen, obwohl immer eine gewisse Anziehung spürbar war. Aber gerade deswegen war die Entwicklung dieser "Friends-to-Lovers"- Beziehung so authentisch.

Lenny James, die mein Herz bereits im allerersten Moment gestohlen hatte - sosehr ich in den letzten Jahren auch versucht hatte, die Tatsache zu leugnen. (Seite 291)

Auch die Clique der beiden war wieder vertreten und auch hier hat mir die Dynamik zwischen den Charakteren wieder total gut gefallen. Vor allem habe ich dabei die Bromance zwischen Chester und Creed gefeiert, denn die beiden haben mich immer wieder zum lachen gebracht und haben gezeigt, dass sie immer füreinander da sind. Aber auch Carla hat wieder gezeigt, dass sie eine richtig tolle Freundin und Mitbewohnerin für Lenny ist und ihre verdrehten Sprichwörter haben mich immer wieder zum Lachen gebracht. Neben der Clique lernt man auch noch einige von Lennys Arbeitskolleginnen und ihren Chef Majid kennen. Hier ist mir vor allem Gigi in Erinnerung geblieben, denn sie ist ein wirklich toller Charakter und stand Lenny immer zur Seite.

Nachdem mir Sinking Ships im vergangenen Jahr schon so gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf Hiding Hurricanes und wurde definitiv nicht enttäuscht. Denn erst einmal mit dem Buch angefangen, konnte ich es kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil von Tami Fischer war unglaublich fesselnd und voller Emotionen, Spannung und Leidenschaft. Sie hat mich mit der Geschichte von Lenny und Creed mit auf eine Achterbahn der Gefühle genommen, denn ich habe nur so mit den beiden mit gefiebert, gelacht und auch das ein oder andere Tränchen verdrückt. Allerdings muss ich auch zugeben, dass das Buch nach der Enthüllung von Lennys Geheimnis doch etwas langatmig wurde. Trotzdem hat das Ende für mich einen runden Abschluss der Geschichte gebildet.
Besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch aus insgesamt drei Sichten (Lenny, Daisy und Creed) geschrieben wurde. So hat man einen sehr guten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonisten erhalten. Dabei haben mich vor allem die Kapitel aus Daisys Sicht immer total gefesselt, weil ich die Hintergründe einfach total spannend und interessant fand und Tami Fischer so auch einige Vorurteile gegenüber Stripperinnen aus dem Weg räumen konnte. Aber nicht nur durch diese drei Sichten wurde das Buch sehr komplex, sondern auch durch die Rückblicke in die Vergangenheit von Lenny und Creed. Dadurch konnte man die Charaktere nochmal ein Stück besser kennenlernen, was mir sehr gut gefallen hat. Ebenso hat es mir gefallen, dass Tami Fischer auch immer wieder ernstere Themen mit in die Geschichte eingebracht hat. Dadurch ist meiner Meinung nach die richtige Mischung aus dramatischen, tiefgründigen, emotionalen, humorvollen und auch erotischen Szenen entstanden.

Unsere Vergangenheit definierte uns nicht - das war etwas, was mir besonders wichtig war. Das Hier und Jetzt war es, was zählte. (Seite 158)

Das Cover des Buches finde ich einfach wunderschön und es ist glaube ich mein liebstes Cover von den bisher erschienenen Teile der Reihe. Meiner Meinung nach bieten die goldenen reflektierenden Punkte und die weiße Schrift einen tollen Kontrast zu den dunklen Farben und machen das Buch dadurch zu einem echten Hingucker.

Alles in allem konnte mich Hiding Hurricanes vollkommen von sich überzeugen! Die Geschichte von Lenny und Creed konnte mich von Beginn an in den Bann ziehen und hat mir mehrmals das Herz gebrochen und wieder zusammen gesetzt. Außerdem habe ich mich bei der Clique wieder total wohl gefühlt und habe die Charaktere noch mehr in mein Herz geschlossen. Dafür gibt es von mir 5/5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.09.2020

Emotional, tiefgründig und wunderschön - definitiv ein Highlight!

It was always love
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Als Aubree nach einer Studentenparty und einem verhängnisvollen Foto von der Uni fliegt, möchte sie nur noch weg aus New York und so stattet sie ihrer besten Freundin Ivy einen Besuch ab. Eigentlich möchte ...

Als Aubree nach einer Studentenparty und einem verhängnisvollen Foto von der Uni fliegt, möchte sie nur noch weg aus New York und so stattet sie ihrer besten Freundin Ivy einen Besuch ab. Eigentlich möchte sie sich dort nur im Zimmer verkriechen und sich keine Gedanken mehr um dieses Foto machen. Doch dann trifft sie auf Noah, Ivys Stiefbruder, der sie schon bald auf ganz andere Gedanken bringt..

Aubree Sturgess war mir schon im ersten Band super sympathisch und dieser Eindruck hat sich nur nochmal bestätigt. Nachdem dem Vorfall in New York fühlt sich Aubree sehr unsicher und möchte sich am liebsten vor der gesamten Welt verstecken. Trotzdem fasst sie ziemlich schnell den Entschluss, dass es so nicht weitergehen kann. Sie probiert neue Dinge aus, nimmt neue Aufträge an und findet immer mehr zu ihrer selbstbewussten und lebensfrohen Art zurück. Obwohl sie die Geschehnisse weiterhin belasten, findet sie einen Weg damit umzugehen und macht eine tolle Entwicklung durch. Ihre Gefühle verarbeitet sie dabei sehr oft in ihrem Bullet Journal Erol, was ich super cool finde.
Auch Noah Blakeley mochte ich schon dank seinen Auftritten in It was always you total gerne und auch jetzt hat er sich immer mehr in mein Herz geschlichen. Er redet oftmals bevor er denkt, flucht gerne und viel, handelt impulsiv und schlägt dabei öfters Mal über die Stränge. Trotzdem muss man ihn einfach gerne haben, denn er ist nicht nur absolut einfühlsam und charmant, sondern wirkt auch irgendwie stark und gebrochen zugleich. Auf der einen Seite setzt er seinen Willen durch und kämpft für seine Ziele, aber auf der anderen Seite hat er Angst davor verletzt zu werden und tut alles dafür, um dies zu verhindern - auch wenn er dadurch seinen Liebsten weh tut.
Zwischen den beiden war von Anfang an eine gewisse Anziehung spürbar und doch hat sich die Beziehung meiner Meinung nach in einem authentischen Tempo entwickelt. Mir hat es so gut gefallen, wie die beiden miteinander umgegangen sind und sich gegenseitig unterstützt haben, obwohl sie sich dabei auch immer wieder selbst im Weg standen.

Hallo. Nur dieses eine Wort, und ich weiß, dass ich ein Problem habe. Ein Mammut-Problem. (Seite 38)

Neben Aubree und Noah gab es auch ein Wiedersehen mit Ivy und Asher. Vor allem Ivy war mir mit ihrer offenen Art wieder total sympathisch und man hat ihr angemerkt, wie sehr ihr sowohl Aubree als auch Noah am Herzen liegen. Aber neben den altbekannten Charakteren lernt man auch noch einige neue kennen. Vor allem Jenna mochte ich total gerne, aber auch Quin war mir sympathisch. Mein heimlicher Star war aber auf jeden Fall Frida, die die Geschichte nochmal total aufgelockert hat.

"Und wenn ich hinfalle?", fragt Noah. "Dann stehe ich wieder auf", beendet Frida den Satz. (Seite 265)

Nachdem mir der erste Band It was always you schon so gut gefallen hat, bin ich um ehrlich zu sein mit sehr hohen Erwartungen an das Buch heran gegangen und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Erst einmal mit dem Buch angefangen, bin ich nur so durch die Seiten geflogen, denn der Schreibstil von Nikola Hotel lässt sich wieder locker leicht und sehr angenehm lesen. Die Autorin hat mir mit der Geschichte von Aubree und Noah mehrmals das Herz gebrochen und wieder zusammen gesetzt. Denn es gab nicht nur viele herzzerreißende emotionale und spannende Momente, bei denen ich einfach nur mitgelitten habe, sondern mindestens genau so viele humorvolle und auch wunderschöne Momente, die mich zum lachen und mit fiebern gebracht haben. Dabei hat es mir vor allem auch gefallen, dass die Autorin wieder eine ernstere Thematik mit einfließen lassen hat und damit auch eindrucksvoll aufgezeigt hat, welche Folgen und Auswirkungen dies auf die Betroffenen hat. Dadurch, dass das gesamte Buch aus Aubrees Sicht erzählt wurde, konnte ich mich total gut in sie hinein versetzten und habe die Emotionen, die dabei im Spiel waren, hautnah mitbekommen. Hin und wieder hätte ich mir auch mal einen Einblick in Noahs Gedanken- und Gefühlswelt gewünscht, aber dennoch finde ich, dass auch seine Emotionen sehr gut rübergebracht wurden.

Die Art und Weise, wie Frauen verurteilt werden, ändert sich nicht, wenn man das Opfer ist. Jedes Detail würde analysiert werden. Was ich getragen habe, wie ich getanzt habe, mit wie vielen Männern ich vorher zusammen war. (Seite 61)

Das Cover finde ich wieder so so schön und es passt einfach perfekt zu dem Cover von Band 1. Auch die Illustrationen von haben mir wieder total gut gefallen und sie geben dem Buch nochmal eine ganz besondere Note.

Insgesamt hat mir It was always love nochmal besser gefallen als der erste Band. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen, habe eine Achterbahn der Gefühle durchlebt und die Charaktere nur noch mehr ins Herz geschlossen. Dieses Buch ist für mich definitiv ein Highlight im New Adult-Bereich und bekommt dafür 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 01.09.2020

Herzzereißend, aber auch wunderschön

Never Doubt
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Willow Holloway ist überglücklich, dass sie mit ihrer Familie aus New York wegziehen kann, denn so kann sie endlich die schrecklichen Ereignisse des letzten Jahres hinter sich lassen. Doch in Harmony angekommen, ...

Willow Holloway ist überglücklich, dass sie mit ihrer Familie aus New York wegziehen kann, denn so kann sie endlich die schrecklichen Ereignisse des letzten Jahres hinter sich lassen. Doch in Harmony angekommen, fühlt sie sich immer noch gefangen. Bis sie schließlich die Rolle der Ophelia in einem Theaterstück ergattert und ihren Gefühlen so freien Lauf lassen kann. Das Isaac dabei ihren Hamlet spielt, kommt ihr nur gelegen, denn schnell merken beide, dass sie mehr verbindet als nur die Rollen in dem Theaterstück..

Als Willow Holloway mit ihrer Familie nach Harmony zieht, wirkt sie durch ihre eher verschlossene Art sehr abweisend und möchte am liebsten nichts mit ihren Mitschülern zu tun haben. Doch schnell merkt man, dass sich hinter der harten Schale eine sehr verletzte und teilweise unsichere Person versteckt. Denn Willow hat im letzten Sommer etwas erlebt, was man einfach niemandem wünscht und was sie in sich rein frisst statt mit jemandem darüber zu reden. Allerdings findet sie durch die Rolle der Ophelia immer mehr zu ihrer alten Stärke zurück und kann dadurch auch ein Stück weit von ihrer Vergangenheit entfliehen, obwohl diese sie immer wieder einholt. Dennoch gelingt es Willow sich immer mehr zu öffnen und sie macht so eine wirklich tolle Entwicklung durch.
Isaac Pearce wird zuerst wie der typische Bad Boy dargestellt. Er wirkt äußerst selbstbewusst und hat eine schon fast gleichgültige Art, obwohl die ganze Stadt über ihn redet. Dennoch gibt es auch immer wieder Momente, in denen man merkt, dass auch seine Vergangenheit nicht spurlos an ihm vorbei gegangen ist. Vor allem durch seine Rollen in den verschiedensten Theaterstücken werden seine Emotionen greifbar und man konnte seinen Schmerz förmlich spüren. Aber auch in Willows Gegenwart gelingt es ihm sich nach und nach zu öffnen und man merkt, was für einen tollen, charmanten und mitfühlenden Charakter Isaac hat. Vor allem aber hat es mir auch gefallen, wie Isaac für seine Träume kämpft und alles dafür tut.
Auf den ersten Blick wirken die beiden Hauptcharaktere Willow und Isaac wie die typischen klischeehaften Charaktere aus einem New Adult-Roman und doch steckt so viel mehr hinter den beiden. Obwohl zwischen den beiden von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar ist, entwickelt sich die Beziehung in einem authentischen Tempo, denn beide sind eher verschlossen und können sich nur schwer öffnen. Umso mehr hat es mir gefallen, wie sich das Ganze zwischen den beiden entwickelt hat und ich habe nur so mitgefiebert!

Er schwieg, aber ich spürte, wie er nickte. Seine Wange lag an meinem Haar. Es war genau, was ich brauchte. (Seite 239)

Nebencharaktere lernt man in diesem Buch auch einige kennen. Vor allem Willows neue Clique mochte ich total gerne und ich bin ein riesen Fan von Angie und ihrer Mutter Bonnie. Die beiden sind einfach nur toll und ein richtig gutes Team. Aber auch Martin, der Leiter des HCT, und seine Frau konnten mich von sich überzeugen, denn sie sind unglaublich liebevoll und fürsorglich. Ganz anders sah es da leider mit Willows Eltern aus. Sie waren sehr klischeehaft dargestellt und haben fast keine Entwicklung durchgemacht. Außerdem konnte ich ihre Handlungen absolut nicht nachvollziehen.
Generell hat mir die Atmosphäre in Harmony gefallen, die Emma Scott hier geschaffen hat. Die Stadt hat so den typischen Flair, den man sich in einer amerikanischen Kleinstadt vorstellt. Es gibt jede Menge Klatsch und Tratsch, aber irgendwie hilft auch jeder jedem.

Emma Scott konnte mich mit Never Doubt von Beginn an in den Bann ziehen, denn ihr Schreibstil lässt sich nicht nur angenehm lesen, sondern ist auch absolut fesselnd und manchmal fast schon etwas poetisch. Der Autorin ist es dabei gelungen den Leser mit auf eine Achterbahn der Gefühle zu nehmen. Denn meiner Meinung nach ist ihr genau die richtige Mischung aus emotionalen, tiefgründigen und fast schon herzzerreißenden Szenen, aber auch romantischen und humorvollen Augenblicken geglückt, sodass ich nur so mit den Charakteren mitgefiebert habe. Dadurch, dass die Geschichte dabei abwechselnd aus Willows und Isaacs Sicht erzählt wurde, hat man nochmal einen besseren Einblick in deren Gedanken- und Gefühlswelt erhalten und konnte die Emotionen hautnah miterleben.
Besonders gut hat es mir gefallen, dass Emma Scott auch einige wichtige Themen mit in die Geschichte eingebaut hat, die den Leser nur so zum Nachdenken anregen und mich teilweise zutiefst erschüttert haben. Allerdings gingen mir die Entwicklungen zum Schluss in dieser Hinsicht doch teilweise etwas zu schnell. Aber nicht nur das ist der Autorin gelungen, sondern auch die Einarbeitung des Theaterstücks Hamlet von Shakespeare. Ich muss sagen, dass ich diesem Aspekt am Anfang etwas kritisch entgegen stand, denn um ehrlich zu sein interessieren mich Theaterstücke nicht so wirklich und so kamen mir manche Szenen (gerade zu Beginn der Proben) sehr langatmig vor. Nichtsdestotrotz hat sich das Theaterstück wie ein roter Faden durch das Buch gezogen und gerade weil die Geschichte von Ophelia und Hamlet so gut zu der sich anbahnenden Beziehung zwischen Willow und Isaac passt, ist dieses Buch einfach zu etwas ganz besonderem geworden! Es hat mich einfach umgehauen, wie sich die Emotionen von Willow und Isaac in dem Stück wiedergefunden haben und es war fast schon elektrisierend das zu lesen.

Aber ein Theaterstück anzusehen war vielleicht ein bisschen wir ein Buch zu lesen - man konnte darin eintauchen und fliehen. (Seite 39)

Das Cover des Buches finde ich wirklich wunderschön, aber um ehrlich zu sein sticht es leider nicht aus der Menge heraus und ist eher nichtssagend, was ich sehr schade finde.

Ehrlich gesagt wollte ich Never Doubt gar nicht lesen und bin daher ohne jegliche Erwartungen an das Buch gegangen. Umso überraschter bin ich, dass mir das Buch bis auf ein paar Kleinigkeiten doch so gut gefallen hat und sogar das Potential zum Jahreshighlight hat. Mit Never Doubt hat Emma Scott eine herzzerreißende und zugleich wunderschöne Geschichte mit wundervollen Charakteren geschaffen, die mich sehr berührt hat. Dafür gibt es von mir 5/5 Sterne.

Aber neben den anderen Lichtern konnte sie nicht sehen und wusste nicht, wie hell sie leuchtete. Erst allein in der Dunkelheit sah sie ihren eigenen Glanz. (Seite 12)

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Veröffentlicht am 02.05.2020

Anders als die beiden Vorgänger aber mindestens genau so traumhaft schön!

New Dreams
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Nachdem Elara sich mit ihrer Mutter gestritten hat, macht sie sich auf den Weg zu ihrer Großmutter nach Green Valley. Doch kurz vor ihrem Ziel wird sie von einem Schneesturm überrascht und baut einen Unfall. ...

Nachdem Elara sich mit ihrer Mutter gestritten hat, macht sie sich auf den Weg zu ihrer Großmutter nach Green Valley. Doch kurz vor ihrem Ziel wird sie von einem Schneesturm überrascht und baut einen Unfall. Doch zu ihrem Glück fährt Noah vorbei und bietet ihr eine Mitfahrgelegenheit nach Green Valley an. Doch das soll nicht die einzige Begegnung zwischen den beiden bleiben, denn sie treffen schon bald erneut aufeinander und die Anziehung ist stärker denn je..

Elara MacAbott kommt ursprünglich aus Phoenix und verbringt den Sommer über bei ihre Großmutter in Green Valley. Zu Beginn musste sie sich erstmal an das Kleinstadtleben gewöhnen, aber nach und nach fügt sie sich mit ihrer offenen und hilfsbereiten Art immer mehr ein. Sie ist sehr humorvoll, geht gerne mal feiern und anstatt das zu tun, was ihre Mutter von ihr erwartet, kämpft sie für ihren großen Traum Lehrerin zu werden. Oftmals handelt sie aber auch sehr voreilig, wodurch sie manchmal etwas zickig wirkt und ich manche Handlungen nicht so ganz nachvollziehen konnte.
Noah Fitzgerald habe ich direkt in mein Herz geschlossen. Er ist zwar eher zurückhaltend und ruhig, aber auch total sympathisch und vor allem hilfsbereit und humorvoll. Schon seit seiner frühesten Kindheit interessiert er sich für die Astronomie und seine Leidenschaft, mit der er über die Sterne redet, ist einfach ansteckend. Trotzdem hat er, angetrieben von seinen Schuldgefühlen und seinem Pflichtgefühl, sein Traumstudium Raumfahrttechnik an der Stanford unterbrochen, um den Sommer über in Hanks Werkstatt zu arbeiten und bei seiner Familie zu sein. Ihm fällt es absolut nicht leicht los zu lassen und teilweise rennt er auch erstmal vor schwierigen Entscheidungen weg. Trotzdem kann man ihm eigentlich überhaupt nicht böse sein.
Meiner Meinung nach war zwischen den beiden Charakteren von Beginn an eine gewisse Anziehung spürbar und doch standen die beiden sich immer wieder selbst im Weg, sodass mich die beiden teilweise wirklich verrückt gemacht haben. Umso schöner waren dann aber die vielen gemeinsamen Momente, wo sie sich zusammen gerauft haben und die Anziehung kaum mehr auszuhalten war.

"Es ist die Art, wie er dich ansieht", sagt sie mit einem Lächeln. Ein trauriges, schmerzhaftes Lächeln. "Als wärst du der hellste Stern an seinem Himmel." (Seite 322)

Neben den altbekannten Nebencharakteren lernt man in New Dreams auch noch einige neue Charaktere kennen. Vor allem Elaras Oma Molly, die einen Blumenladen in Green Valley führt, und ihre beste Freundin Leilani mochte ich total gerne. Aber auch Noahs Familie, bestehend aus Thomas, Barb, Rebecca, Ruthie und Jacob, waren einfach so liebenswert. Vor allem Rebecca ist hierbei heraus gestochen, denn sie hat sich als wahre Freundin erwiesen und irgendwie hoffe ich, dass sie bald auch ihre eigene Geschichte bekommt. Außerdem lernt man noch Hank, Werkstattbesitzer und der Vater von Noahs Ex-Freundin kennen. Er ist zwar etwas chaotisch und trägt eine riesen Last mit sich herum, aber er ist mindestens genau so sympathisch wie sämtliche andere Bewohner von Green Valley. Der einzige Störfaktor war meiner Meinung nach Elaras Mutter Pearl, deren Handlungen ich zu Beginn nicht so ganz nachvollziehen konnte, aber das hat sich zum Glück geändert.

Der Schreibstil von Lilly Lucas hat mir wieder total gut gefallen. Er ist nicht nur locker leicht und lässt sich angenehm lesen, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Vor allem punktet er aber auch mit der vollen Ladung an Humor und Emotionen. So habe ich nicht nur lauthals gelacht sondern auch mit den Charakteren mitgefiebert und sogar das ein oder andere Tränchen verdrückt. Meiner Meinung nach ist die Geschichte von Elara und Noah nämlich ein Stück weit ruhiger und auch schwerer als die beiden Vorgänger New Beginnings und New Promises, was nicht nur an der Last liegt, die die beiden Charaktere auf ihre eigene Weise mit sich herum schleppen, sondern vor allem auch an der Hintergrundstory mit Noahs Ex-Freundin. Trotzdem hat es die Autorin immer wieder geschafft die Geschichte mit tollen und teilweise auch sehr romantischen Momenten aufzulockern. Vor allem hat es mir aber gefallen wie die Autorin das Thema Astronomie (und damit Noahs Leidenschaft) mit in die Geschichte eingebracht hat. Zwar gab es auch wieder einige Dinge, die mir etwas zu schnell gingen, aber darüber kann ich gut hinwegsehen.
Dabei wird die Geschichte wieder komplett aus der Sicht der weiblichen Hauptprotagonistin Elara erzählt, wodurch man einen guten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt erhalten hat. Hin und wieder hätte ich aber auch gerne mal einen Einblick in die Gedanken von Noah erhalten.

Was mir aber an der Reihe immer total gut gefällt, ist das Setting in den Rocky Mountains. In dem kleinen Städtchen Green Valley herrscht einfach eine tolle Atmosphäre und ich finde es super, dass die Geschichte dieses Mal nicht wie die beiden Vorgänger im Winter spielt sondern im Sommer. So konnte man die Gegend in den Rocky Mountains nochmal auf eine ganz andere Weise kennen lernen.

Das Cover finde ich einfach nur traumhaft schön und es ist glaube ich bisher mein liebstes Cover der Reihe! Generell finde ich, dass die drei Bücher einfach nur wunderschön nebeneinander im Regal aussehen.

Ich habe so lange auf den dritten Teil der "Green Valley Love"-Reihe hingefiebert und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Die Geschichte von Elara und Noah ist meiner Meinung nach zwar etwas ruhiger als die beiden Vorgänger aber mindestens genau so traumhaft schön! Ich habe mich in Green Valley einfach wieder total wohl gefühlt und obwohl ich ein paar kleiner Kritikpunkte habe, kann ich gar nicht anders als 5/5 Sterne zu vergeben.

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Veröffentlicht am 18.04.2020

Schockierend und doch so voller Hoffnung und Mut

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte
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Es gibt diese Bücher, bei denen man einfach nicht weiß, wie man sie anständig rezensieren soll und keine Worte der Welt reichen, um das Gelesene wiederzugeben. Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz ...

Es gibt diese Bücher, bei denen man einfach nicht weiß, wie man sie anständig rezensieren soll und keine Worte der Welt reichen, um das Gelesene wiederzugeben. Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte von Jeremy Dronfield ist so ein Buch, denn es ist gleichermaßen schockierend aber auch so voller Hoffnung.

Aber worum geht es überhaupt?
1938 werden die beiden österreichischen Juden Gustav Kleinmann und sein Sohn Fritz von Wien in das Konzentrationslager Buchenwald derportiert. Dort durchleben sie die Hölle und doch bleibt ihr Zusammenhalt so stark, dass sie sämtliche Torturen überleben. Später soll Gustav nach Auschwitz derportiert werden. Fritz aber nicht. Da sich die beiden aber nicht trennen wollen, folgt Fritz seinem Vater nach Auschwitz und die beiden überleben die schrecklichen Jahre in den verschiedenen Konzentrationslagern zusammen.

Gustav Kleinmann arbeitete als Polsterer in der Wiener Leopoldstadt und obwohl seine Arbeit nicht wirklich viel abwarf, kümmerte er sich doch liebevoll um seine Ehefrau Tini und seine vier Kinder Herta, Edith, Fritz und Kurt. Auch den Weg ins Konzentrationslager tritt er mit der Hoffnung an seine Familie irgendwann wieder vereint zu sehen und das hält ihn womöglich am Leben. Das und sein unbändiger Wille zum Überleben. Obwohl er so manche Aktion seines Sohnes nicht gut heißen möchte, steht er trotzdem immer hinter ihm und unterstützt ihn.
Aber auch Fritz ist immer für seinen Vater da. Er machte in Wien ebenfalls eine Ausbildung zum Polsterer und das gelernte Handwerk bringt ihn im Lager sehr voran. Er zeigte oftmals Mut und brachte sich dadurch in manch brenzlige Situation. Trotzdem war auch er voller Tatendrang und hatte den selben starken Überlebenswillen wie sein Vater, was ihm durch so manche Situation geholfen hat. Für ihn stand nicht nur sein eigenes Wohl an erster Stelle sondern auch das seines Vaters und seinen engsten Vertrauten.

"Ihr Überlebenswille, die enge Bindung zwischen Vater und Sohn, ihr Mut, aber auch ihr Glück liegen jenseits aller heutigen Vorstellungskraft, doch sie waren es, die die beiden während aller Qualen am Leben hielten." (Kurt über Fritz und Gustav, S. 13)

Das Buch ist insgesamt in vier Teile gegliedert und beginnt mit dem Teil "Wien". Hier bekommt man als Leser viele Einblicke in das frühere Leben der Familie Kleinmann, wodurch man nicht nur die ganze Familie besser kennen lernt sondern sich auch das Leben in Wien gut vorstellen kann. Außerdem erhält man nochmal viele Hintergundinformationen zu den Anfängen des Nationalsozialismus in Österreich, die mir so zum Teil gar nicht bewusst waren.
Die weiteren Teile gliedern sich in "Buchenwald", "Auschwitz" und "Überleben". Meiner Meinung nach ist Jeremy Dronfield gelungen die Zeit in den verschiedenen Konzentrationslagern auf Grundlage von Gustavs Tagebuch und anderen Zeugenberichten sehr detailreich darzustellen. Dabei verweist er auch immer wieder auf andere Quellen und in den Anmerkungen erhält man noch zahlreiche Hintergundinformationen. Es war sehr schockierend zu lesen, wie mit den Menschen umgegangen wurde und es hat mich teilweise einfach nur wütend gemacht und mir die Tränen in die Augen getrieben. Teilweise musste ich immer wieder Pausen einlegen, um das Gelesene zu verarbeiten.

"Irgendwann muss man doch die Fähigkeit zum Entsetzen verlieren? Irgendwann muss man doch abstumpfen, versteinern, sich daran gewöhnen, taub werden. Das moralische Empfinden muss unter einer so endlosen Reihe von Verletzungen doch irgendwann Narben davontragen." (Seite 164)

Aber es stehen nicht nur reihenweise Folterungen und menschenunwürdige Misshandlungen sowie Hunger und Todesangst im Vordergrund sondern Jeremy Dronfield hat auch einige fast schon wunderbare Momente aufgezeigt. So zeigt er, dass man mit Zusammenhalt, Solidarität und einem starken Lebenswillen jede noch so schwere Folter überstehen kann. Es war schon fast "schön" zu lesen, wie die verschieden Häftlinge sich gegenseitig unterstützt haben. Die Geschichte von Fritz und Gustav war nämlich nicht nur von Angst, Schmerzen und Trauer gezeichnet sondern auch voller Hoffnung auf ein besseres Leben nach Auschwitz.

"Wenn Fritz eins von Leo gelernt hatte, dann das, dass Freundlichkeit an Orten zu finden ist, an denen man es am wenigsten erwartet." (Seite 232)

Dabei ist der Schreibstil von Jeremy Dronfield nicht nur fesselnd sondern auch sehr bildhaft und detailreich. Das Buch konnte mich auf so vielen emotionalen Ebenen mitnehmen, denn ich war nicht nur schockiert und wütend, sondern auch hoffnungsvoll und teilweise hat es mich sogar zum schmunzeln gebracht.

Ein kleiner Kritikpunkt meinerseits ist, dass keine Karten von den Lagern abgebildet sind. Auch wenn es einige Bilder und Abbildungen gab, hätte ich mir die Gegebenheiten und Dimensionen innerhalb der verschiedenen Lager sowie der Arbeitsstätten nochmals besser vorstellen können.

Besonders gut hat mir an dem Buch auch gefallen, dass nicht nur Gustavs und Fritz' Lebensweg beleuchtet wurde sondern man auch immer wieder Einblicke in das Leben der zurückgelassenen Familie erhalten hat. Das hat die Geschichte meiner Meinung nach nochmal vielschichtiger gemacht, denn es wurden eben nicht nur die Taten im KZ beleuchtet sondern auch die Gegebenheiten in Wien. Tini hat alles dafür getan, dass es ihren Kindern gut geht und sie Österreich schnellstmöglich verlassen können. Bei Edith und Kurt hat dies auch geklappt, denn die beiden konnten ein neues Leben in England bzw. den USA beginnen. Herta konnte allerdings keinen Neustart wagen und so blieb sie mit ihrer Mutter in Wien zurück. Ich habe die ganze Zeit mit den beiden mitgehofft und war umso schockierter als auch sie deportiert wurden.

Meiner Meinung nach ist Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte ein Buch, das viel mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte. Es ist nicht nur äußerst schockierend und gibt viele Hintergrundinformationen preis sondern ist auch wahnsinnig lehrreich. Denn meiner Meinung nach zeigt die Geschichte von Gustav und Fritz, dass man mit Hoffnung, Mut und Zusammenhalt eben vieles überwältigen kann.

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