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Veröffentlicht am 07.04.2021

Nicht mein liebstes Buch von Brittainy C. Cherry

Durch die kälteste Nacht
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Kennedy und Jax haben sich vor Jahren im Feriencamp kennengelernt und sind beste Freunde geworden. Doch dann bricht der Kontakt ab. Nach Jahren treffen sie sich zufällig wieder und die beiden brauchen ...

Kennedy und Jax haben sich vor Jahren im Feriencamp kennengelernt und sind beste Freunde geworden. Doch dann bricht der Kontakt ab. Nach Jahren treffen sie sich zufällig wieder und die beiden brauchen sich mehr denn je, um ihrer eigenen Dunkelheit zu entkommen.

Kennedy Lost war zu Beginn noch sehr in ihrer Trauer gefangen und hat auf mich sehr unsicher, teilweise auch naiv gewirkt. Dennoch konnte ich diese Charakterzüge aufgrund der näheren Vergangenheit und ihres Verlustes sehr gut nachvollziehen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass sie im Verlauf der Geschichte immer mehr zu ihrer alten Stärke zurück gefunden hat, die man aus den Rückblicken in die Vergangenheit erahnen konnte. Auf diesem Weg lässt Kennedy sich auch von dem ein oder anderem Rückschlag nicht aus der Ruhe bringen und kämpft für das, was sie möchte. Allerdings muss ich auch sagen, dass mir Kennedy manchmal etwas zu überdreht und fast schon etwas kitschig war, wodurch ich teilweise nicht so wirklich eine Bindung zu ihr aufbauen konnte.
Jax Kilter wirkt auf den ersten Blick sehr abweisend, wortkarg und wird dabei seinem Ruf als "Arschloch der Stadt" gerecht. Je mehr ich ihn kennenlernen durfte, umso mehr habe ich ihn auch in mein Herz geschlossen. Jax ist im Grunde genommen ein sehr liebevoller, mitfühlender und auch humorvoller Mann, der in seinem Leben schon einiges durchmachen musste. Dadurch trägt er jede Menge Schuldgefühle mit sich herum und lässt nur bestimmte Menschen an sich heran. Für genau diese Menschen ist er aber immer da und handelt sehr selbstlos, was mir sehr gut gefallen hat.
Bei Kennedy und Jax steht die Liebesgeschichte nicht so sehr im Vordergrund wie man es aus anderen Büchern der Autorin kennt. Viel mehr wird das Augenmerk auf das das erneute Aufeinandertreffen und zueinander finden gelegt, nachdem sie jahrelang nichts voneinander gehört haben. Dabei hat es mir sehr gefallen, wie sich diese Beziehung entwickelt hat und wie sich die beiden gegenseitig unterstützt und aus der Dunkelheit gezogen haben. Vor allem konnte man als Leser auch die Verbundenheit, die auch nach Jahren noch besteht, erkennen, wodurch die Entwicklung sehr authentisch gewirkt hat.

"An dem Tag, an dem mir klar wurde, dass du es bist, ist es wieder angesprungen."
"Was?"
"Mein Herz."
(S. 235)

Neben Kennedy und Jax lernt man auch einige andere Charaktere kennen. Besonders Kennedys Schwester Yoana und ihren Mann Nathan mochte ich total gerne. Aber auch sämtliche Bewohner Havenbarrows waren mir sympathisch: Joy und Eddy, die immer für Jax da sind und Connor, der die Geschichte regelmäßig aufgelockert hat und auf dessen Geschichte ich mich schon sehr freue. Aber natürlich gab es auch einige Antagonisten, deren Handlungen ich einfach nicht nachvollziehen konnte. Jax' Vater Cole und Kennedys Mann Penn haben mich beispielsweise regelmäßig wütend gemacht. Dennoch haben sich alle sehr harmonisch in die Geschichte eingefügt, wodurch eine tolle Atmosphäre entstanden ist. Ich mochte Havenbarrow, eine typische amerikanische Kleinstadt, als Setting total gerne und es hat mir sehr gefallen, wie Brittainy C. Cherry die zwischenmenschlichen Beziehungen in die Geschichte eingebracht hat.

Brittainy C. Cherry gehört zu meinen liebsten Autor*innen im Romance-Bereich, weshalb ich mich sehr auf Durch die kälteste Nacht gefreut habe. Erst einmal mit dem Buch angefangen, hat mich die Autorin mit ihrem detaillierten und fast schon poetischen Schreibstil nicht nur in den Bann gezogen, sondern auch mit auf eine Achterbahn der Gefühle genommen. So hat mich die Geschichte zum einen phasenweise total traurig und emotional gestimmt, zum anderen aber auch teilweise richtig wütend gemacht. Dennoch hat es die Autorin geschafft, die Geschichte rund um Kennedy und Jax auch an den richtigen Stellen wieder aufzulockern, sodass ich teilweise lauthals lachen musste. Unterstützt wird diese Achterbahn der Emotionen dadurch, dass die Geschichte abwechselnd aus Kennedys und Jax' Perspektive geschrieben wurde, sodass man als Leser einen guten Einblick in deren Gefühls- und Gedankenwelt erhält. Besonders gut hat es mir dabei gefallen, dass es auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit der beiden gab, wodurch die Geschichte nochmal mehr Tiefe bekommen hat und auch aufgelockert wurde. Allerdings hätte ich mir hin und wieder auch einen Rückblick in die nähere Vergangenheit gewünscht, denn einige Themen haben sich zwar wie ein roter Faden durch die Geschichte gezogen, aber dennoch hat man nie einen genaueren Einblick erhalten, was ich sehr schade empfand. So blieben für mich am Ende noch die ein oder andere Frage offen.

Joy schüttelte den Kopf. "So ein Verlust muss man nicht in die Welt hinausposaunen. Man sieht es in den Augen. Menschen, die jemanden verloren haben, bewegen sich anders." (S. 86)

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist für mich leider das Ende an sich. Während der Großteil der Geschichte in einem sehr angenehmen Erzähltempo erzählt wird, bei dem viel Wert auf die Darstellung der Gefühle gelegt wurde und es auch die ein oder andere unvorhersehbare Wendung gab, ging mir das Ende doch etwas zu schnell und war für meinen Geschmack etwas zu überladen. Irgendwie wollte es für mich einfach nicht so recht zu der Geschichte von Kennedy und Jax passen.

Das Cover des Buches hat mir schon in der Vorschau richtig gut gefallen, aber in echt ist es einfach nochmal schöner. Vor allem durch den Glitzereffekt wird es einfach nochmal total besonders. Außerdem finde ich es toll, dass sowohl der Titel als auch das Cover eine schöne Verbindung zur Geschichte herstellen.

Dann wartete ich darauf, dass der Sturm endlich weiterzog, und zum Glück wusste ich, dass jeder Sturm irgendwann vorüberging, wie groß er auch sein mochte. Und nach jedem Sturm schien irgendwann auch wieder die Sonne. (S. 101)

Durch die kälteste Nacht hat eigentlich alles, was ich an den Büchern von Brittainy C. Cherry so liebe: eine emotionale Grundstory, verletzte Charaktere und eine wunderschöne Atmosphäre. Und doch war es nicht mein liebstes Buch von ihr, was vor allem daran lag, dass ich teilweise nicht so die Bindung zu Kennedy aufbauen konnte und mir das Ende etwas zu viel des Guten war. Trotzdem hatte ich einige schöne Lesestunden mit dem Buch und kann es auf jeden Fall allen weiterempfehlen, die gerne emotionale Romance-Bücher lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.03.2021

Trotz kleinerer Kritikpunkte eine gelungene Fortsetzung

The Secret Book Club – Liebesromane zum Frühstück
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Noah Logan und Alexis Carlisle sind beste Freunde. Doch Noah merkt immer öfter, dass er mehr für Alexis empfindet als nur reine Freundschaft, welche er auf keinen Fall aufs Spiel setzten möchte. Verzweifelt ...

Noah Logan und Alexis Carlisle sind beste Freunde. Doch Noah merkt immer öfter, dass er mehr für Alexis empfindet als nur reine Freundschaft, welche er auf keinen Fall aufs Spiel setzten möchte. Verzweifelt wendet er sich an seine Freunde aus dem Secret Book Club, die der festen Überzeugung sind ihm helfen zu können..

Alexis Carlisle mochte ich mit ihrer sympathischen und freundlichen Art total gerne. Vor allem konnte sie mich durch ihre starke Persönlichkeit überzeugen. Obwohl sie schon einiges durchmachen musste, ist sie mit ihrer verständnisvollen und warmherzigen Art auch immer für andere da und hilft, wo sie nur kann. Dabei handelt sie meist sehr selbstlos, sodass sie sich manchmal auch selbst vergisst. Allerdings handelt sie auch manchmal sehr impulsiv und legt eine doch etwas kindische Art an den Tag.
Noah Logan war mir zu Beginn eigentlich recht sympathisch. Vor allem im Umgang mit Alexis war er die meiste Zeit einfach zuckersüß, zuvorkommend und teilweise auch sehr humorvoll. Allerdings hat sich hier auch teilweise sein sehr ausgeprägter Beschützerinstinkt gezeigt, der teilweise doch etwas übertrieben war. Aber nicht nur das hat mich an Noah gestört, sondern auch sein Umgang mit Fremden oder gar seinen Freunden. Oftmals hat er dabei einfach total respektlos und arrogant gewirkt, was irgendwie so gar nicht zusammen gepasst hat. Mir ist zwar klar, dass auch er sein Päckchen zu tragen hat und noch einiges verarbeiten muss, aber teilweise waren seine Handlungen für mich einfach nicht nachvollziehbar.
Zwischen den beiden war von Beginn an eine Vertrautheit, aber auch eine gewisse Anziehung spürbar. Trotzdem hat sich die Beziehung in einem angemessenen Tempo entwickelt, wobei die Liebesgeschichte zwischen den beiden durch die vielen behandelten Themen doch manchmal etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Er strich mit dem Daumen über ihre Knöchel. "Vergiss nicht, dass du auch wichtig bist,) Alexis." (S. 74)

Natürlich hatte der Secret Book Club dabei auch wieder seine Finger im Spiel. Auf der einen Seite fand ich die Jungs wieder super sympathische und humorvoll, aber auf der anderen Seite ist mir deren Umgang untereinander teilweise sehr negativ aufgefallen. Vor allem gegenüber dem "Russen" (er heißt übrigens Vlad) war das Verhalten total daneben. Deswegen ich es auch toll finde, dass der KYSS-Verlag die bereits erschienenen Bände nochmal überarbeitet. Neben dem Buchclub ist meiner Meinung nach auch die Freundschaft zwischen Alexis, Liv, Thea und Jessica untergegangen, was ich sehr schade fand. Nichtsdestotrotz hat man gemerkt, dass die drei immer füreinander da sind.

Nachdem ich den ersten Teil der Reihe sehr gerne mochte, hat mich der zweite Teil eher enttäuscht. Deshalb war ich umso gespannter, wie mir der dritte Teil der The Secret Book Club-Reihe gefallen wird. Der Einstieg ist mir dank dem locker leichten Schreibstil von Lyssa Kay Adams auch sehr leicht gefallen und ich bin teilweise nur so durch die Seiten geflogen. Dabei fand ich es auch überhaupt nicht schlimm, dass das Buch wieder komplett aus der Erzählperspektive erzählt wurde, was ich eigentlich nicht so gerne mag. Doch dadurch, dass die Autorin immer wieder abwechselnd Alexis und Noah beleuchtet hat, hatte man doch einen recht guten Einblick in deren Gefühls- und Gedankenwelt. Dabei ist es der Autorin vor allem gelungen die richtige Mischung aus humorvollen, aber auch emotionalen Szenen zu finden. Außerdem hat sie auch einige ernste Themen mit einfließen lassen, was ich sehr gelungen fand, auch wenn diese teilweise etwas zu sehr im Vordergrund standen.
Einen kleinen Kritikpunkt bildet für mich leider auch das Ende, denn hier gingen mir die Entwicklungen leider doch etwas zu schnell. Ich hätte es glaube ich besser gefunden, wenn das Buch noch das ein oder andere Kapitel mehr gehabt hätte, um dem Buch einen runden Abschluss zu geben.

"Keine Geschichte ist so universell wie die von zwei Menschen, die sich durch ihren Scheiß hindurchkämpfen, um das gemeinsame Glück zu finden. Aber der Weg dahin ist für jeden anders, die Hürden, die sie überwinden müssen, sind einzigartig. Jede Geschichte zeigt und einen individuellen Weg, und daraus können wir für unser eigenes Leben etwas lernen." (S. 153)

Das Cover des dritten Bandes gefällt mir, wie auch schon bei den anderen beiden Bänden, wieder richtig gut! Vor allem sehen die drei Bücher mit ihren zarten Farben und dem Schimmereffekt so wunderschön nebeneinander aus.

Insgesamt hat mir der dritte Band der The Secret Book Club-Reihe trotz ein paar Kritikpunkte echt gut gefallen und ich mochte es total gerne, dass die Autorin auch ernstere Themen mit eingebunden hat. Deshalb hoffe ich auch umso mehr, dass der vierte Band auch den Weg nach Deutschland findet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2021

Gelungene Biografie eines beeindruckenden Sportlers

Größer als ich
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Aksel Lund Svindal gehört zu den erfolgreichsten Skifahrern der heutigen Zeit, der nicht nur große Erfolge feiern konnte, sondern auch einige Tiefschläge verkraften musste. In seiner Biografie, die Ende ...

Aksel Lund Svindal gehört zu den erfolgreichsten Skifahrern der heutigen Zeit, der nicht nur große Erfolge feiern konnte, sondern auch einige Tiefschläge verkraften musste. In seiner Biografie, die Ende 2020, knapp 1 1/2 Jahre nach seinem Karriereende erschienen ist, blickt er auf seine Kindheit in Norwegen, seine Zeit im Skigymnasium Oppdal und schließlich seine Zeit im Weltcup, die nicht nur Höhepunkte für ihn bereit hielt, zurück.

"Der Sturz und die Verletzung markierten das Ende einer Epoche in meinem Leben und den Beginn einer neuen, so sehe ich es in der Rückschau. Gewaltsame Ereignisse im Leben, seien sie positiv oder negativ, schenken Lebenserfahrung. Es ist anstrengend, so heftige Dinge zu erleben, aber man lernt eine Menge daraus." (Seite 45)

Der Einstieg in die Biografie ist mir zunächst erstmal sehr leicht gefallen, denn Aksel Lund Svindal erzählt zuerst von seinem wohl schlimmsten Sturz in seiner ganzen Karriere, der sich im Jahr 2007 in Beaver Creek, Colorado, ereignete. Mir ist es eiskalt den Rücken runter gelaufen, als ich davon gelesen habe und mir schließlich auch ein Video des Sturzes auf YouTube angeschaut habe. Nach diesem Einstieg kam dann erstmal die Ernüchterung, denn als er von seiner Kindheit und seinen Anfängen im Skisport berichtete, gab es sehr viele Zeitsprünge, die mir teilweise leider total Probleme bereitet haben. Außerdem fand ich den Schreibstil schon fast etwas zu nüchtern. Nach und nach konnte mich die Biografie aber doch immer mehr fesseln, denn durch die teils sehr kurzen Kapitel möchte man das Buch einfach nicht aus der Hand legen.

Man begleitet den beeindruckenden Sportler durch die verschiedenen Weltcupsaisons, erlebt unzählige Weltcupsiege, aber auch die Erfolge bei Weltmeisterschaften und olympischen Spielen mit. Aber ebenso bekommt man auch immer wieder einen Einblick in den internationalen Skizirkus, wovon ich teilweise sogar gerne noch etwas mehr erfahren hätte. Besonders im Fokus stehen aber auch die Verletzungen, die Svindal über die Jahre erlitten hat und welche Folgen sich daraus für ihn ergeben haben. Gerade aus diesen Kapiteln konnte ich auch für mich sehr viel mitnehmen, denn ich fand es sehr beeindruckend, wie sich Aksel Lund Svindal immer wieder zurück in die Weltspitze des alpinen Skisports gekämpft hat. Gerade diese mentale Stärke, die er dabei ein ums andere Mal aufgebraucht hat, war einfach faszinierend. Dabei war er auf jeden Erfolg stolz, aber hat diese nicht zu sehr ins Rampenlicht gestellt. Viel mehr lobt er auch die anderen Athleten und vor allem die norwegische Mannschaft.

"Spitzensportler zu sein ist intensiv, wenn du verlierst ebenso we wenn du gewinnst. Meine Karriere war wie ein Kletterspiel gewesen. Raufklettern, runterfallen. Raufklettern, runterfallen." (Seite 191)

Alles in allem ist Größer als ich eine gelungene Biografie, die ich vor allem Fans des alpinen Skisports weiterempfehlen kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.12.2020

Ein wunderschönes, aber auch berührendes und fast schon kitschiges Buch für die Vorweihnachtszeit

Der Zauber der Schneeflocken
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Seit dem Tod ihres Mannes verbindet Leni die Weihnachtszeit mit diesem Verlust. Dem wollen ihre Zwillingsschwester Marie und ihre beste Freundin entgegen wirken und so haben sie Leni einen Adventskalender ...

Seit dem Tod ihres Mannes verbindet Leni die Weihnachtszeit mit diesem Verlust. Dem wollen ihre Zwillingsschwester Marie und ihre beste Freundin entgegen wirken und so haben sie Leni einen Adventskalender mit 24 Aufgaben erstellt, wodurch Leni wieder zurück ins Leben finden soll. Aber nicht nur Marie und Emma unterstützen sie, sondern auch ihr Nachbar Erik..

Nachdem die 35-jährige Leni an Heiligabend vor zwei Jahren ihren geliebten Ehemann verloren hat, ist sie noch sehr in ihrer Trauer gefangen. Vor allem zur Weihnachtszeit, die die Journalistin früher so geliebt hat, zieht sie sich von ihren Liebsten zurück und möchte am liebsten alleine sein. Angetrieben durch die Aufgaben in ihrem Adventskalender kämpft sie sich Stück für Stück ins Leben zurück, überwindet Rückschläge und findet zu ihrer alten Stärke zurück. Im Grunde genommen ist Leni nämlich eine total herzliche und auch humorvolle Person, die man einfach gern haben muss.
Erik mochte ich von Beginn an sehr gerne. Er arbeitet auf der Intensivstation eines Krankenhauses und man merkt ihm total an, wie sehr er seinen Job liebt. Obwohl Erik auf den ersten Blick eher ruhig und zurückhaltend wirkt, konnte er mich doch durch seine mitfühlende, aber auch humorvolle Art überzeugen. Vor allem hat es mir gefallen, wie er Leni bei den Aufgaben für ihren Adventskalender unterstützt hat, ohne sie zu drängen.
Die Beziehung zwischen den beiden hat sich meiner Meinung nach in einem authentischen Tempo entwickelt und ich fand es einfach so schön mit anzusehen, wie die beiden immer mehr zueinander gefunden haben.

Ich lächelte, Erik lächelte zurück, und da war er wieder - einer der Momente, in denen ich das Gefühl nicht los wurde, dass uns doch mehr als reine Freundschaft verband. (Seite 236)

Nebencharaktere gibt es in diesem Buch eher weniger, aber das finde ich auch nicht schlimm. Lenis Zwillingsschwester Marie mochte ich total gerne, denn auch sie hat Leni immer unterstützt. Dagegen konnte ich Lenis beste Freundin Emma manchmal nicht so ganz einschätzen, obwohl sie bestimmt nur das Beste für Leni wollte. Neben den beiden lernt man noch Lenis Schwiegermutter Cornelia und den Pfarrer der Gemeinde kennen und die beiden waren mir so sympathisch.

Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen. Vor allem der Prolog war einfach total emotional, sodass schon auf den ersten paar Seiten die ersten Tränen bei mir geflossen sind. Auch danach war die Stimmung erstmal etwas bedrückend, was aber genau zu Lenis Geschichte gepasst hat. Dennoch war der Schreibstil von Holy Baker von Beginn an locker leicht und sehr bildhaft, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. An manchen Tagen hätte ich gerne mehr Kapitel gelesen, aber da ich das Buch als Adventskalender gelesen habe, war das nicht möglich.
Die Idee mit dem Adventskalender zur Trauerbewältigung wurde meiner Meinung nach sehr gelungen umgesetzt. Die Aufgaben waren richtig toll gewählt und so konnte man Lenis Entwicklung, die teilweise auch mit Rückschritten verbunden war, sehr gut mitverfolgen. Dadurch, dass die Geschichte aus Lenis Sicht erzählt wurde, hatte man einen guten Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt und konnte ihre Emotionen hautnah miterleben. Dadurch wurde die Geschichte meiner Meinung nach nochmal authentischer und auch emotionaler, denn ich habe mit ihr mit gefiebert, gelacht und auch das ein oder andere Tränchen verdrückt. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich das Ende, denn dies ging mir einen Ticken zu schnell, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Du sollst ihn nicht vergessen, und das wirst du auch nie, aber du kannst nicht dein ganzes Leben nach deiner Trauer ausrichten. Genau das wollen wir dir mit dem Adventskalender klarmachen. (Seite 137)

Besonders gut hat mir übrigens gefallen, dass die Geschichte in Heidelberg spielt. Die Stadt ist einer meiner liebsten Städte in Deutschland und ich bin fast jedes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs. Gerade deshalb hatte ich die dargestellten Begebenheiten fast bildlich vor Augen. Meiner Meinung nach ist es der Autorin ebenfalls gelungen eine gewisse Weihnachtsstimmung aufzubauen, die zwar manchmal etwas kitschig war, aber trotzdem einfach wunderschön.

Das Cover finde ich ganz schön und für die Weihnachtszeit passend gestaltet. Vor allem gefällt es mir, dass es eine tolle Verbindung zu der Geschichte herstellt.

Alles in allem ist Der Zauber der Schneeflocken ein tolles Buch für die Vorweihnachtszeit. Vor allem aber ist die Geschichte von Leni nicht nur wunderschön, sondern auch sehr berührend und fast schon einen Ticken zu kitschig. Dafür gibt es von mir 4/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2020

Etwas schwächer als "Silver Crown", aber dennoch eine gelungene Fortsetzung

Golden Throne - Forbidden Royals
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Diese Rezension könnte Spoiler erhalten, da es sich um den zweiten Band der Forbidden Royals-Reihe von Julie Johnson handelt!

Anfang Oktober habe ich mit Silver Crown mein erstes Buch von Julie Johnson ...

Diese Rezension könnte Spoiler erhalten, da es sich um den zweiten Band der Forbidden Royals-Reihe von Julie Johnson handelt!

Anfang Oktober habe ich mit Silver Crown mein erstes Buch von Julie Johnson gelesen und mir war sofort klar, dass ich diese Reihe weiter verfolgen muss. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich dann endlich den zweiten Band Golden Throne in meinen Händen halten konnte. Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen, weil es nochmal einen kleinen und teilweise auch emotionalen Rückblick zu den Geschehnissen aus Band 1 gab. Außerdem konnte mich der Schreibstil von Julie Johnson sofort wieder in den Bann ziehen, denn er lässt sich wieder sehr angenehm lesen und ist absolut fesselnd. Dabei wird auch der zweite Band komplett aus Emilias Sicht erzählt, wodurch man einen guten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt erhält.
Allerdings muss ich sagen, dass meine anfängliche Euphorie im Laufe der Geschichte etwas abgeflaut ist, denn die erste Hälfte des Buches war teilweise etwas langatmig. Man begleitet Emilia hauptsächlich bei ihrem neuen Alltag als Prinzessin, was auf der einen Seite schon spannend war, aber auf der anderen Seite hatte ich einfach etwas andere Erwartungen an das Buch. Vor allem die Momente mit Carter haben mir total gefehlt, was sich zum Glück in der zweiten Hälfte des Buches etwas gebessert hat. Die Geschichte hat nach und nach immer mehr Fahrt aufgenommen und ich habe nur so mit Emilia mit gefiebert. Vor allem gegen Ende haben sich die Ereignisse nochmal richtig überschlagen und ich war teilweise richtig schockiert, was in Caerleon vor sich geht. Vor allem konnte ich hier auch richtig mit Emilia mitfühlen und die bedrückende Stimmung war schon fast greifbar für mich. Wie schon Band 1 endet auch Golden Throne mit einem fiesen Cliffhanger und ich bin schon richtig gespannt, was mich in Diamond Empire erwartet.

Seit man mir diese Krone auf den Kopf gestülpt hat, wollen mich die meisten Leute, denen ich begegne, entweder auf ein Podest stellen, eine Marionette aus mir machen oder sich einfach nur vor mir verstecken. (Position 809)

Emilia war mir ja schon im ersten Band total sympathisch und dieser Eindruck hat sich nur nochmal verstärkt. Zwar hat sie zu Beginn sehr bedrückt gewirkt und sich vor allem im Schloss gefangen gefühlt, aber nach und nach findet sie immer mehr zu ihrer alten Stärke zurück. Sie ist auf der einen Seite immer noch sehr schlagfertig, humorvoll und will ihren Willen durchsetzen, aber auf der anderen Seite fängt sie auch an sich mit ihren Aufgaben als Prinzessin zu arrangieren. Vor allem ihr Verhalten gegenüber den Bürgern von Caerleon hat mir unglaublich gut gefallen, denn sie zeigt hier offen und ehrlich ihre Gefühle und man fühlt sich ihr einfach total nah. Meiner Meinung nach ist die Entwicklung von Emilia sehr authentisch.
Mit Carter gab es in diesem Band leider eher wenige Szenen, wodurch er teilweise immer noch sehr geheimnisvoll wirkt. Manchmal hatte er immer noch seine arroganten Momente, aber oftmals konnte man einen guten Blick hinter diese Fassade erhaschen. Denn Carter präsentiert auch immer wieder seine einfühlsame, mitfühlende und auch unterstützende Art. Außerdem stellt er seine Gefühle immer wieder offen zur Schau, wodurch er unglaublich sympathisch gewirkt hat.
Leider gab es, wie schon erwähnt, eher wenige Momente zwischen den beiden, aber diese waren dafür umso gefühlvoller und auch schmerzhafter. Man spürt immer wieder dieses ganz besondere Knistern und die Verbindung zwischen den beiden, wobei hier mittlerweile auch jede Menge verletzte Gefühle im Spiel sind. Ich bin ich auf jeden Fall gespannt, wie sich diese Beziehung weiterentwickelt.

Aber er schaut auf mich herunter, als würde er ertrinken und als wäre ich die Luft, die er zum Atmen braucht. Und ich schaue zu ihm hinauf, als... als... Als wäre er die Sterne am Nachthimmel, die mich durch die Dunkelheit führen. (Position 2563)

Aber nicht nur mit Emilia und Carter gab es ein Wiedersehen, sondern auch mit verschiedenen Nebencharakteren. Vor allem Chloe hat einmal mehr gezeigt, was für ein toller Charakter sie ist, denn sie ist immer für Emilia da und lockert die Geschichte mit ihren humorvollen Sprüchen immer wieder auf. Auch Lady Morrell und den Pressesprecher Simms habe ich so langsam richtig in mein Herz geschlossen. Octavia hingegen kann ich nach wie vor nicht leiden. Neben dem Wiedersehen mit den altbekannten Charakteren lernt man auch ein paar neue kennen. Hier waren mir vor allem Galizia und Riggs, Emilias neue Leibwächter, mir von Beginn an sympathisch und ich kann voll und ganz verstehen, warum sie nicht mehr für Bane arbeiten möchten. Vor allem Galizia mit ihrer geheimnisvollen, aber doch humorvollen Art mochte ich total gerne.

Das Cover des Buches ist wieder eher schlicht gehalten, aber dennoch wunderschön! Ich bin mir sicher, dass die drei Teile wunderschön nebeneinander aussehen werden.

Insgesamt ist Golden Throne meiner Meinung nach etwas schwächer als der 1. Band, aber dennoch eine gelungene Fortsetzung. Vor allem aber macht die Geschichte total Lust auf den 3. Band, denn es sind definitiv noch einige Fragen offen und ich bin gespannt, ob Emilia letztendlich ihr Happy End bekommt. Deshalb gebe ich dem 2. Band 4/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere