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Veröffentlicht am 18.11.2020

Martin Krist bringt mit “Teufelswild” einen weiteren Hochkaräter aus der Paul Kalkbrenner Reihe an den Start

Kommissar Kalkbrenner / Teufelswild
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Martin Krist ist der Garant für Hochspannung, Nervenkitzel und extrem gut platzierte Wendungen, dass dir sprichwörtlich, dass Wort im Halse stecken bleibt.
Mit “Teufelswild” bringt er nun die Neuauflage ...

Martin Krist ist der Garant für Hochspannung, Nervenkitzel und extrem gut platzierte Wendungen, dass dir sprichwörtlich, dass Wort im Halse stecken bleibt.
Mit “Teufelswild” bringt er nun die Neuauflage des ehemaligen Titels “Gier” an den Start und ich war mehr, als extrem gespannt darauf. Auch wenn es ein ziemlicher Totschläger ist und ich mich erstmal ziemlich erschrocken hab.
Hierbei handelt es sich um den zweiten Band des beliebten Ermittlers Paul Kalkbrenner. Der zwar so seine Eigenarten hat. Vielleicht auch mal aneckt, aber gerade durch seine scharf geschliffenen Kanten, absolut sympathisch ist und an die Nieren geht.
Ich mag seine Person unheimlich gern. Er versteckt sich nicht, teilt aus, ohne mit der Wimper zu zucken. Aber auch Paul Kalkbrenner hat sein Päckchen zu tragen, was er hier eindeutig unter Beweis stellt. Er ist kein Übermensch, er hat ebenso mit schicksalhaften Einschlägen zu kämpfen, wie jedermann. Und gerade das ist der Punkt, weshalb ich ihn so unfassbar gern mag.
Er macht Fehler. Menschlich, nachvollziehbar und zeigt trotzdem, dass hinter seiner harten Schale, ein weicher Kern steckt.

Martin Krist gelingt es nicht nur mit Kalkbrenner zu punkten. Denn diese Story ist extrem vielschichtig und genial verwoben, so das man auf die unterschiedlichsten Charaktere aus allerlei Gesellschaftsschichten trifft.
Ganz besonders treten hier vor allem Judith, David oder auch Dossantos hervor.
Ganz egal ob aus Mittel- , Unter- oder Oberschicht ,sie alle brillieren auf ihre eigene Art und Weise. Punkten mit Authentizität, Durchschlagskraft und absoluter Lebendigkeit.
Interessant ist hier vor allem, dass niemand, absolut niemand, gefeit vor Niedertracht, Obsession, Gier oder Rachsucht ist.
Das ist ein Punkt, in dem sich der eine, nicht von dem anderen unterscheidet.
Denn darin sind sie alle gleich.
Ebenso neigt das Schicksal dazu, seine eigenen Karten zu mischen und teilt an der ein oder anderen Stelle ordentlich aus.
Die Perspektiven erfolgen hier aus den unterschiedlichsten Richtung, weshalb man einen sehr guten Einblick in das Leben der Charaktere bekommt. Was automatisch zu mehr Tiefe und Ausdruck verhilft.
Ebenso erhält man einen sehr guten Einblick in die Hintergründe, was doch an den Nerven zerrt und nachdenklich stimmt. Aber auch mehr Erkenntnisse einbringt, die alles ein Stück weit erhellender machen.

Der Einstieg in die Story fiel mir gleich sehr leicht. Denn es wurde temporeich, hochspannend und ziemlich verzwickt.
Ich war sofort in Alarmbereitschaft, denn es öffneten sich viele Wege, aber nur einer führt zum Ziel.
Das ganze hat etwas sehr beklemmendes, aber auch verstörendes an sich, so das es mir direkt Gänsehaut bescherte.
Ein Mord ist niemals einfach. Erst recht nicht bei Martin Krist.
Auch wenn du meinst, auf der richtigen Spur zu sein, heißt das im Klartext gar nichts.
Denn er versteht es meisterhaft Wendungen einzubringen, dass du immer wieder von deiner eigentlichen Richtung abdriftest.

Doch hier geht es nicht nur um einen vermeintlich glasklaren Mordfall, der seine Spuren vom Rotlichtmilieu bis in die Politikerkreise legt.
Paul Kalkbrenner wird hier zudem mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, die ihn zu Fall zu bringen droht. Denn der Mensch hat Schwächen, Gier ist nur eine davon.
Die Vergangenheit liegt hier stark im Fokus und ist die Achillesferse von jedermann.
Die Dämonen verschlingen alles und nehmen keine Rücksicht auf die Gesellschaftsschichten.
Doch wem kann man hier tatsächlich vertrauen?
Es wird sehr deutlich aufgezeigt, dass man mit Vertrauen, sehr sorgsam und bedächtig umgehen sollte. Denn Intrigen und Manipulationen sind hier an der Tagesordnung.
Doch glasklar wird hier aufgezeigt, wo die eigentliche Loyalität liegt.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.
Der eigentliche Mordfall an der Schule hat mich schon unglaublich beschäftigt.
Aber da war schier gar nichts, wie ich es erwartet hatte.
Man hat das Gefühl in ein Wespennest zu stechen und doch keinen Schritt weiter zu kommen. Der Autor macht kein Geheimnis daraus, wer hier der eigentliche böse Bube ist. Aber es liegt immer im Auge des Betrachters, wodurch sich hier automatisch die Blickwinkel erweitern und verschärfen.
Und daneben bringt er auch sehr viel Empathie ins Spiel und zeigt damit sehr gut auf, dass jeder verletzlich und angreifbar ist.
Es gab einige Wendungen, die ich überhaupt nicht habe kommen sehen, die mich demzufolge ziemlich sprachlos und entsetzt zurückgelassen haben.
Die zwischenmenschlichen Aspekte wurden sehr schön hervorgehoben, so das es einfach auch schöne Momente zu beobachten gab. Was dem ernsten Kern auch etwas die Schärfe nahm.

Er greift hier eine sehr ernste und aktuelle Thematik auf, die schmerzlich, vielleicht verwerflich, aber absolut wichtig ist.
Es führt uns in düstere Kreise, zeigt die Machenschaften, als auch die eigentliche Tragik auf.
Verändert es die Menschen?
Absolut, auf die ein oder andere Weise.
Verändert es etwas in deren Leben?
Selten, passiert dies tatsächlich.
Insgesamt hat der Autor hier wieder erstklassig sein Können unter Beweis gestellt.
Er bringt die Dinge glasklar und ungeschönt auf den Tisch. Zeigt wie perfide, unberechenbar und grausam diese Welt ist und zudem punktet er hier mit bösen Buben, denen man es gar nicht zutraut.
Denn selten sieht man die wahre Abgründigkeit auf Anhieb. Viel mehr muss Schicht für Schicht sorgfältig abgetragen werden, um die eigentliche Wahrheit ans Licht zu bringen.
Und selbst diese birgt so einige Tücken.

Ich bin wieder absolut begeistert, wie detailliert und sorgfältig alles ausgearbeitet wurde und rein gar nichts in irgendeiner Art und Weise vorhersehbar war.
Der zweite Band hat mich absolut begeistert und verlangt dringend nach mehr.

Fazit:
Martin Krist bringt mit “Teufelswild” einen weiteren Hochkaräter aus der Paul Kalkbrenner Reihe an den Start.
Mord, Intrigen, Manipulationen und dahinter ein Netz aus Obsession, Gier und Rachsucht.
Ein Thriller der mit einer ernsten Thematik, als auch sehr viel Tragik und Abgründigkeit aufwartet.
Er punktet mit extrem gut platzierten Wendungen, dass dir die Ohren schlackern.
Ich bin wieder extrem begeistert.
Denn er zeigt sehr eindringlich und zugleich kompromisslos auf, wie erschütternd, grausam und perfide diese Welt ist und das absolut jeder angreifbar und verletzlich ist.
Definitiv ein Thriller ,der nicht nur extrem gut unterhält, sondern auch nachdenklich stimmt.
Ein Muss für jeden Thriller Fan.

Veröffentlicht am 18.11.2020

Sams und Allies Story, ist mehr als Rockstar Romance. Sie ist tief, tragend und voller Schmerz geprägt

Amber Eyes - Mit dir für immer
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Als ich den Klappentext von “Amber Eyes” gelesen habe, war es sofort um mich geschehen. Diese Geschichte, das fühlte ich, könnte einfach so großartig werden.
Denn es ist keine leichte und erfrischende ...

Als ich den Klappentext von “Amber Eyes” gelesen habe, war es sofort um mich geschehen. Diese Geschichte, das fühlte ich, könnte einfach so großartig werden.
Denn es ist keine leichte und erfrischende Lovestory.
Sie ist bittersüß, von Qualen und innerer Zerrissenheit geprägt. Diese Geschichte ist so schwer und tragend zugleich, dass es im Herzen weh tut und doch zaubert sie ein Lächeln auf das Gesicht.

Niemals hab ich in letzter Zeit ein Buch an einem Tag durchgesuchtet, wie es hier der Fall war. Der einnehmende, fordernde, aber auch sehr bildgewaltige Schreibstil, war sicher nicht ganz unschuldig daran. Aber da war noch mehr. Meine Gedanken und Gefühle haben mich einfach nicht losgelassen und ich musste mehr fühlen, mehr erleben und verstehen.
Es brannte in mir und duldete keinen Aufschub.
Die melancholische, tieftraurige und herzzerreißende Atmosphäre hat mich sofort in einen Bann gezogen, aus dem ich alleine nicht mehr herausfand.
Das traurige und ohnmächtige glitzern in Allies Augen hat so viel in mir zum singen gebracht. Mehr als ich mit Worten beschreiben kann. Es geht tiefer, man fühlt so viel, so intensiv, so gewaltig.
Allie ist die Schlüsselfigur in diesem Stück und ich liebe sie einfach von ganzem Herzen.
Allie weiß, wie sich Schmerz und Trauer anfühlen. Sie hat es erlebt, es hat sie fast unter sich begraben.
Die Schwere, dieses erdrückende Gefühl und gleichzeitig diese Hoffnungslosigkeit.
Wer, wenn nicht Allie, hätte mehr Licht in ihrem Leben verdient?
Zu gern würde ich den Schmerz aus ihren Augen wischen, ihr Halt und einen Morgen geben.
Allie ist so eine starke und mutige Persönlichkeit, dass es mich immer wieder überrascht hat, wie sie es schafft, am nächsten Morgen aufzustehen.
Ich liebe sie und habe förmlich an ihren Lippen gehangen.
Parallel dazu gibt es Sam.
Sam, der zu Beginn so einige Agressionen in mir ausgelöst hat. Wer kann es mir verdenken, bei seinem Verhalten, dass nicht immer von Empathie geprägt ist. Auch wenn ich Sams Beweggründe verstehe, heißt das nicht, dass ich sie toleriere.
Doch Sams mühsam aufgebaute Fassade bekommt immer mehr Risse, als Allie wieder in seinem Leben auftaucht. Von Sekunde zu Sekunde, mochte ich ihn mehr. Er hat mich bewegt und so viel fühlen lassen. Seine besondere Gabe, Dinge zu empfinden, ist so faszinierend und bittersüß zugleich.
Aber er macht Entwicklungen mit, die ihn stärken und erwachsen werden lassen. Sam begreift, dass er allein nicht existieren kann. Das er ebenso wie Allie, loslassen und kämpfen muss, damit er leben und weitermachen kann. Damit die Vergangenheit nicht mehr so starken Einfluss auf seine Gegenwart hat.
Damit er heilen kann.
Lieben heißt nicht nur glücklich sein. Es heißt verzeihen, Halt geben und Vertrauen.
Es heißt, daß du mehr bist, als eine Hülle. Es heißt das, du Fehler machen darfst, du darfst nur nicht vor Ihnen davon laufen.
Aber trotzdem ist Allie definitiv der Mittelpunkt dieser Story.

Von beiden erfährt man hierbei die Perspektiven, was Ihnen enorm viel Tiefe und Ausdruck verleiht. Sie leben, sie atmen, man spürt sie einfach durch und durch.
Daneben haben mir Konrad, Marlene und Brian unglaublich gut gefallen. Marlene war der Part, der mich immer wieder zum grinsen brachte. Gott, so eine Freundin, macht das Leben gleich so viel besser und gehaltvoller.
Sie alle sind authentisch und absolut greifbar. Aber noch viel wichtiger, sie sind nicht perfekt. Denn Perfekt gibt es nicht und dadurch fühlt man sich Ihnen auch so verbunden.

Die Story selbst, hat mich sofort begeistert. Aber es war auch ein Gefühl in mir, das sagte, da geht noch mehr. Hier ist reichlich Potenzial, dass darauf wartet, ausgeschöpft zu werden.
Sina Müller geht sehr sanft und einfühlsam mit ihren Charakteren um. Ganz besonders mit Allie, die mit ihrem Schicksal zu kämpfen hat. Sie schafft damit einen Grundstein, der diese Geschichte so besonders, so intensiv macht.
Daher erhoffte ich mir noch intensivere Details aus Allies Vergangenheit. Man erfährt so viel und gleichzeitig nicht genug. Denn Paul hätte hier noch mehr Raum gebraucht, um sich entfalten zu können.
Ebenso kam mir Sams Vergangenheit einfach zu kurz.
Was jetzt ist, ist wichtig. Aber was ist mit dem Sam, der er vor seiner Karriere war?
Inwiefern hat es ihn geprägt und verändert?
Wer ist Sam überhaupt?

Nichtsdestotrotz schafft es die Autorin mit dieser sanften und eindringlichen Lovestory absolut zu begeistern.
Denn sie beschäftigt sich mit Trauerbewältigung und dem Weg zurück ins Leben.
Denn Allies Schicksal ist tragend und schmerzhaft zugleich.
Die Autorin zeigt, dass es nicht schlimm ist, Angst zu haben. Das man leben ,glücklich sein und weitermachen darf. Es heißt nicht, dass man vergisst. Man lernt nur damit umzugehen. Den besten Weg zu finden. Für sich und sein Umfeld.
Es ist wichtig, unabdingbar und sorgt für Heilung und inneres Gleichgewicht.
Ebenso wird ersichtlich welch hartes Leben,die Musikbranche ausmacht. Das da mehr Schein, als Sein herrscht und genau davor versucht Sam zu beschützen.
Was nicht immer ohne Blessuren möglich ist und gerade diese Höhen und Tiefen wurden einfach ausgezeichnet vor Augen geführt.

Mir hat dieser Roman herausragend gut gefallen. Weil eine Thematik angesprochen wird, die beschäftigt und zum nachdenken bringt.
Weil man trotz Schmerz, intensive Emotionen spürt, die alles verändern und dich innerlich ein Stück weit zerbrechen lassen. Und daneben ist einfach Sams intensives und emotionales Gespür für die Musik unbeschreiblich. Ich hatte immer wieder Gänsehaut und so viel Gefühle in mir, die unbedingt raus wollten.
Sam bewegt mit seiner Musik, heilt. gibt Trost und Hoffnung zugleich.
Unbedingt mehr in dieser Richtung

Fazit:
Sam und Allie.
Damals wie heute.
Wenn tiefer und allgegenwärtiger Schmerz, dir den richtigen Weg aufzeigt und dir klar wird, dass du leben und gleichzeitig trauern darfst.
Sams und Allies Story, ist mehr als Rockstar Romance.
Sie ist tief, tragend und voller Schmerz geprägt. Eine Story, die sich mit Trauer und dem Weg zurück ins Leben beschäftigt und damit so unsagbar viel zum klingen bringt.
Ich liebe Allie, ihre Geschichte und einfach alles, was sie ausmacht.
Denn das Leben ist nicht perfekt.
Allie zeigt uns das auf ihre Art und das auf wunderschöne, bittersüße und herzzerreißende Art und Weise.
Unbedingt mehr in dieser Richtung.

Veröffentlicht am 18.11.2020

Wer Dark Romance liebt, kommt hier definitiv nicht vorbei

Death Bastards – Dunkle Liebe
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Die Story von Billie und Cage bildet den Auftakt rund um die Death Bastards. Harte, düstere Dark Romance ,rund um einen Bikerclub. Aber dennoch eine leichtere Form in diesem Genre.
Der Klappentext hat ...

Die Story von Billie und Cage bildet den Auftakt rund um die Death Bastards. Harte, düstere Dark Romance ,rund um einen Bikerclub. Aber dennoch eine leichtere Form in diesem Genre.
Der Klappentext hat mich sofort völlig vereinnahmt, so das ich direkt loslegen musste.

Bikerclubs sind hier der Punkt, um den sich alles dreht. Harte Männer die für Schutz sorgen, aber auch für Verderben und Tod stehen können. Alles hat zwei Seiten, was man hier sehr eindringlich vor Augen geführt bekommt.
Billie und Rose sind in so einem Club groß geworden und haben es geliebt, bis zu jenem Abend, der alles veränderte und Ihnen alles nahm.
Ein Abend, der sie nicht nur gebrochen hat, sondern sie geradewegs in die Hölle führte.
Doch irgendwo gibt es immer ein Licht. Für die beiden Schwester brannte es und plötzlich gibt es mehr, bis Sie an der nächsten Schwelle stehen.

Es ist mein erstes Buch der Autorin und ich bin absolut begeistert. Sie schreibt sehr feinfühlig, emotional, aber auch sehr atmosphärisch und gut definiert.
Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und bringt harte, ungeschönte Tatsachen ans Licht.
Sie zeigt, mit was für Menschen man es hier zutun bekommt. Dabei macht sie klare Grenzen. Denn nicht alles ist, sie es ausschaut.
Mich haben besonders die Bikerclubs fasziniert. Nicht allein wegen ihrer Leidenschaft zu schweren Maschinen. Sondern weil sie sich in ihrer Art unterscheiden und das auf sehr krasse Art und Weise. Auf der einen Seite ist da Geborgenheit und Halt. Aber auf der anderen Seite ist man gefangen in quälenden Entsetzen und schierer Angst, gebündelt mit einer Ausweglosigkeit, die dir den Atem raubt.
Billie ist hier sozusagen eine Schlüsselfigur, sie intensiviert diese klaren Trennstriche.
Sie steht für Gut und Böse und zeigt, wie unterschiedlich diese Clubs sein können.
Ich hab Billie sofort ins Herz geschlossen und sie unglaublich bewundert.
Für ihren Mut, ihre Entschlossenheit und ihre Stärke.
Sie ist gebrochen. Seelisch völlig fertig. Aber sie ist nicht bereit aufzugeben.
Sie ist noch nicht am Ende.
Ich habe mit ihr sämtliche Höhen und Tiefen durchlebt.
Mit ihr gekämpft, gelacht, gezittert. Wir kamen zusammen an unsere Grenzen und trotzdem bringt uns das nicht um. Es macht uns nur stärker. Diese quälende Angst im Nacken macht fertig und jeden Moment wartet man darauf, dass es vorbei ist.
Und dann ist da noch Cage. Der eine unglaubliche Anziehungskraft an sich hat.
Düster, verwegen, mit purer Sinnlichkeit behaftet. Ein Mann, der Verderben und Glück gleichermaßen bedeutet.
Diese beiden Menschen sind so großartig, dass es mich absolut mitgerissen hat.
Das ganze festigt sich noch dadurch, dass man von beiden die Perspektiven erfährt.
Das verschafft Ihnen besonders viel Tiefe und Intensität.
Teilweise haben mir da echt die Worte gefehlt. Besonders bei den Hintergründen, hat sich etwas schmerzlich in mir zusammengezogen.
Denn hinter beiden steht so viel Dunkelheit ,dass es einfach nur in Schockstarre verfallen lässt.
Die Autorin zeigt damit auf, dass es Menschen mit Ecken und Kanten.
Das es Menschen mit Schicksalsschlägen sind. Dadurch werden sie noch so viel mehr authentischer und greifbarer.

Die Story selbst ist unglaublich spannend und von enorm vielen Facetten durchzogen.
Dabei bringt die Autorin den schmerzhaften und lähmenden Kern sehr gut zum Vorschein.
Sie schafft einen Riss in einer vermeintlichen sicheren Blase und zeigt wie viel Grausamkeit und Perfidität in dieser Welt existiert.
Abgemildert wird das Ganze von Tinker und Cowboy. Mein Gott, wie sehr habe ich diese beiden geliebt. Sie haben mich mit ihrer verschmitzten und erfrischenden Art immer wieder zum Lachen gebracht.
Was bei dieser ganzen Tragik und Traurigkeit, einen sicheren Hafen schafft.
Erstaunlicherweise lebt dieser Roman weniger von expliziten Szenen. Viel mehr steht Verarbeitung, Heilung und Selbstfindung im Fokus.
Das fand ich enorm großartig, weil es zeigt ,dass alles seine Zeit braucht, bis man sich öffnen und Nähe zulassen kann.
Zwar etwas vorhersehbar in seinem Grundgerüst, dadurch jedoch nicht weniger spannend.
Dazu die rauhe und düstere Atmosphäre ist einfach bahnbrechend. Ich habe es über alles geliebt.
Die Autorin schafft es mit Wendungen zu punkten, die enorm mitreißen und völlig vereinnahmen.
Ich hab die Bastards unglaublich ins Herz geschlossen und kann es kaum erwarten, den nächsten Band zu lesen.

Schlussendlich ist der Autorin hier eine eher leichte Form der Dark Romance gelungen, der mich vollkommen flashen konnte.
Bitte mehr davon.

Fazit:
Elena MacKenzie ist mit dem Auftakt der Death Bastards eine eher leichte, aber dennoch verstörende und beklemmende Form der Dark Romance gelungen.
Eine Liebesgeschichte, die nicht allzu sehr im Fokus steht.
Vielmehr geht es um Verarbeitung, Heilung und Selbstfindung.
Neuanfänge die niemals leicht sind und einiges abverlangen.
Sie punktet mit großartigen Charakteren und eine Tragik, die dir die Luft abschnürt.
Ein grandioser Auftakt, der mich absolut flashen konnte, weil nichts perfekt ist und niemand weiß, was der nächste Morgen bringt.
Ich bin schon jetzt unglaublich gespannt, auf den zweiten Band.
Wer Dark Romance liebt, kommt hier definitiv nicht vorbei.

Veröffentlicht am 10.11.2020

Voller Feingefühl, Eindringlichkeit und einer Sanftheit, die dir den Atem raubt

Becoming me
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Was habe ich die Woodland Academy geliebt. Endlich dürfen wir zurückkehren. Zwar nicht in das richtige Eliteinternat. Sondern eher in einen Ableger davon und zwar in das Therapeutic Summer Camp. Ein Camp ...

Was habe ich die Woodland Academy geliebt. Endlich dürfen wir zurückkehren. Zwar nicht in das richtige Eliteinternat. Sondern eher in einen Ableger davon und zwar in das Therapeutic Summer Camp. Ein Camp für verhaltensauffällige Jugendliche, im Kreise der Schönen und Reichen.
Ich finde die Idee ziemlich genial und hab mich unfassbar auf die Umsetzung gefreut.
Und diese ist einfach großartig.
Denn die Autorin nimmt sich enorm viel Zeit für die Charaktere, pflückt sie auseinander und setzt sie mit sehr viel Einfühlungsvermögen wieder zusammen.

Ebenso geht es nicht darum, dass ein Liebespaar im Fokus steht.
Sondern ein junges Mädchen, das sich selbst verloren hat und schwer gebeutelt zu sich selbst finden muss.
Das Erwachsen werden ist nie einfach.
Nicht für die Eltern, nicht für die Kinder, für niemanden.
Es bedeutet einen Umbruch, in der wohl wichtigsten Zeit eines jungen Menschen.
Es wird sich ausprobiert und getestet wo die eigenen Grenzen liegen, dabei wird schnell über die Strenge geschlagen, womit man besonders im Elternhaus aneckt.
Noch kritischer wird das Ganze, wenn man im Rampenlicht steht. So wie Julie.
Und um dieses junge Mädchen geht es hier.
Da es ihre Geschichte ist, erfährt man auch ihre Perspektive, was ihr enorm viel Tiefe und Ausdruck verleiht.
Marcella Fracchiolla wartet diesmal nicht mit einer besonders ernsten Thematik auf. Sondern mit einer Story ,die das pure Leben beschreibt. In Julies Leben, können wir uns selbst wiederfinden und deswegen auch so unfassbar gut in sie hineinversetzen.
Ich hab sie vom ersten Augenblick an gemocht.
Man spürt sofort, wie verletzlich und einsam sie ist. Das sie ihre Mitte noch nicht gefunden hat und auf ihre Art rebelliert.
Als sie in das Summer Camp kommt, spürt man ihre Verwandlung mehr als deutlich. Dabei geht es zuerst nur darum, was die anderen denken.
Aber irgendwann ist das nicht mehr der zentrale Punkt. Julie lernt loszulassen, sich den ersten Knospen der Liebe und des Lebens zu öffnen und plötzlich gibt es auch so etwas wie Freundschaft, Loyalität und Vertrauen.
Etwas, das ihr bisher fremd war. Aber plötzlich ist alles anders. Sie lernt wie fordernd, aber auch leicht und schmerzlich zugleich das Leben sein kann.
Natürlich gehören Rückschläge dazu. Denn das Leben arbeitet mit uns und wir mit ihm.
Julie lernt über sich hinauszuwachsen und erkennt, das so viel mehr in ihr steckt, als ihr bewusst ist.
Und wir sehen so viele Facetten ihres Seins und mit jedem Schritt in die richtige Richtung könnte man kaum stolzer auf sie sein.
Marcella Fracchiolla geht sehr feinfühlig mit ihrer Persönlichkeit um und zeigt zugleich sehr eindringlich und ungeschönt auf, worin ihre Stärken und Schwächen liegen.
Erwachsen werden ist nicht einfach, dass ist es niemals. Aber manchmal lohnt es sich, all die Konfrontationen und Konflikte zu durchwaten, um endlich man selbst sein zu können.

Zugleich erfährt man hier eine sanfte und unglaublich zarte und zerbrechliche Liebesgeschichte, die wahnsinnig unter die Haut geht und immer wieder Bauchkribbeln beschwert.
Wie ein sanfter Sommerregen, der sich schützend um dich legt.
Dazu diese wunderschön leichte und melancholische Atmosphäre, die ihre eigene Sprache spricht.
Neben Julie, hat sie auch mit Cam und Nick ,zwei unfassbar tolle Charaktere erschaffen, die sehr unter die Haut gehen und dabei authentisch und absolut greifbar sind.
Jeder hat sein Päckchen zu tragen.
Manchmal tut es weh, manchmal kämpft man mit Wut und Angst.
Aber manchmal hilft uns genau das, auf unseren Weg.
Damit wir erkennen und verstehen, was in uns ssteckt.Damit wir erkennen und verstehen, wer wir eigentlich sind.
Das es nicht wichtig ist, was andere sagen oder denken, sondern das es von elementarer Bedeutung ist, dass man an dich selbst glaubt.

Mit “Becoming me ” wurde nicht nur ein wunderschöner Liebesroman erschaffen.
Er verrät uns mehr über uns selbst ,die erste Liebe und einfach das pure Leben.
Und manchmal geht es nicht darum, was andere von uns denken.
Manchmal ist nur wichtig, wie wir uns selbst fühlen. Denn hier geht es nicht um Oberflächlichkeit.
Es geht um uns, um Liebe, Vertrauen und Loyalität.
Ein großartiger Roman, der mir am Ende sogar ein paar Tränchen in die Augen getrieben hat.
Unbedingt mehr davon.

Fazit:
Jules und ihre Geschichte machen “Becoming me” aus.
Und die Liebe, Vertrauen und Freundschaft.
Marcella Fracchiolla rückt hier keine Liebesgeschichte in den Fokus.
Sie legt den Fokus auf ein einziges junges Mädchen, das in so vielen Nuancen erscheint.
Ein Mädchen, das immer wieder überrascht.
Am meisten überrascht es sich wohl selbst.
Denn Jules lernt, das es nicht schlimm ist auch mal Fehler zu machen und vielleicht gerade dadurch, findet man endlich zu sich selbst und erkennt, wie wichtig Liebe, Freundschaft und Loyalität sind.
Diese Geschichte ist einfach so unglaublich emotional, packend und auf ganzer Linie mit Wahrheiten, die das Leben ausmacht.
Voller Feingefühl, Eindringlichkeit und einer Sanftheit, die dir den Atem raubt.
Definitiv ein kleines Highlight für mich.
Unbedingt mehr vom Therapeutic Summer Camp.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2020

Ein gelungener Reihen Auftakt, der vor allem mit den Charakteren punktet

Dünenhausmord. Ostfrieslandkrimi
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“Dünenhausmord” ist der Start einer neuen Reihe rund um Hauptkommissar Stefan Grote und Kriminalanwärterin Stine Lessing.
Zwei Ermittler, die wirklich herausragend und authentisch sind.
Besonders Stine ...

“Dünenhausmord” ist der Start einer neuen Reihe rund um Hauptkommissar Stefan Grote und Kriminalanwärterin Stine Lessing.
Zwei Ermittler, die wirklich herausragend und authentisch sind.
Besonders Stine sticht hier eindeutig hervor.
Ich mag ihre erfrischende und zugleich sanfte und sympathische Art unglaublich gern und hab mich daher umso mehr gefreut, sie näher kennenzulernen.
Daneben wirkt Grote wie jemand, der zwar sein eigenes Ding dreht, aber trotz allem darum bemüht ist, nicht anzuecken.
Was ihn durchaus sympathisch macht. Ein Blick in sein Privatleben zeigt, dass er nicht frei von Fehlern ist und zu gern manchmal seinen inneren Trieben nachgeben würde. Man kann dies verurteilen, doch tat ich dies in keinster Weise. Weil es einfach menschlich ist und zeigt, was für einen gebeutelten Charakter er hat. Er ist umtrieben, kämpft und steht wieder auf.
Daneben lernen wir noch Gero Bakker kennen, etwas heißblütig und etwas forsch und charismatisch, der seine Umgebung völlig für sich einnehmen kann.
Was manchmal zu witzigen Situationen führt.
Der Autor nimmt sich sehr viel Zeit für seine Charaktere, wodurch es leider manchmal etwas zu ausschweifend wird und die Spannung minimal darunter leidet.
Dennoch ist es sehr interessant die Ermittlungen, als auch die Entwicklung der Charaktere zu verfolgen.

Und dann haben wir noch den Täter, der uns ebenfalls sehr eindringlich vor Augen geführt wird.
Es wirkt sehr skrupellos und definiert, wenn man den Taten folgt. Dennoch macht der Autor relativ schnell klar, dass es nicht so einfach ist, wie es scheint.
Denn es ist nicht einfach schwarz oder weiß. Viel mehr trifft man hier auf verhärtete Fronten, die das Ganze in eine dramatische und tragische Abwärtsspirale münden lassen.
Ich mochte auch diesen Aspekt der Story sehr gern. Weil man einen Einblick in die Gedankenwelt des Täters bekam und sich allmählich ein schmerzlicher Schleier über alles legt.
Es macht die ganze Geschichte zerbrechlicher, schwermütiger und einfach auswegloser.
Er hat hier einfach Charaktere zum Leben erweckt, die auf zweierlei Arten punkten und zeigen, dass nicht alles einfach ist und jeder sein Päckchen zu tragen hat.
Wir erfahren dadurch auch unterschiedliche Perspektiven, wodurch man sich den Charakteren sehr gut annähern kann und sie sehr viel Tiefe bekommen. Sie sind absolut greifbar und lebendig.

Sein Schreibstil empfand ich als überaus angenehm und eindringlich. Durch die schwere Atmosphäre, die voller Tragik, Dunkelheit und Einsamkeit gezeichnet ist, lässt sich das Buch jedoch nicht in einem Rutsch lesen. Weil einfach vieles zu denken gibt und man es erst verinnerlichen muss.
Der Einstieg in die Story fiel mir ausgenommen leicht. Das Interesse wurde schnell entfacht, als der erste Mord sehr detailliert geschah.
Es hatte etwas sehr gewaltiges und perfides an sich, das ich sofort unter Strom stand.
Besonders die Szenen mit dem Täter sorgen immer wieder für Auftrieb und lassen den Adrenalinspiegel ordentlich in die Höhe schellen.
Die Ermittlungen wirken dagegen sehr geruhsam und gut ausgearbeitet.
Etwas Leichtigkeit zaubert die ostfriesische Atmosphäre und die Unbekümmertheit der Bewohner. Besonders Lisa hat mich ordentlich zum schmunzeln gebracht.

Ab einem gewissen Punkt ist diese Story sehr vorhersehbar, was dennoch der Spannung keinen Abbruch tut.
Denn der Blick auf die Hintergründe ist niederschmetternd und einfach sehr erschütternd und verstörend zugleich.
Denn das Netz aus Manipulation, Macht und Kalkül ,auf das man hier trifft, macht im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos.
Plötzlich bekommt alles schärfere Konturen und wirkt nicht mehr so eindimensional, wie angenommen.
Es gibt Tragik, es gibt eine große Einsamkeit und sehr viel Schmerz und Wut.
Was besonders im letzten Drittel ordentlich zum Einsatz kommt.

Hans-Rainer Riekers zeigt, obwohl eine Tat sehr berechnend und verstörend sein kann, es dennoch eine große Menschlichkeit dahintersteckt und man dadurch selbst in Konflikt mit sich selbst gerät. Weil man es dadurch nicht so einfach verurteilen kann.
Man entwickelt ein Verständnis, dass das Ganze einfach auch kompliziert und emotional macht.
Definitiv ein gelungener Start, der trotzdem noch etwas mehr Tempo vertragen könnte.

Fazit:
Für Hauptkommissar Stefan Grote und Kriminalanwärterin Stine Lessing geht es in die erste Runde und das gleich mit einem sehr schwierigen Fall, bei dem der Täter wie ein Phantom agiert und alles unter Strom setzt.
Hans-Rainer Riekers ist hier ein vielschichtiger und emotionaler Reihenauftakt gelungen, der an die Nieren geht und ganz besonders mit den Charakteren punktet.
Die Ermittlungen stehen im Fokus, dadurch sind die Taten an sich, ein perfekter Ausgleich, der immer wieder den Adrenalinspiegel in die Höhe schellen lässt.
Sehr dramatisch, packend und emotional.
Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Fall und hoffe, dass dieser temporeicher wird.