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Veröffentlicht am 19.07.2020

Turmschatten

Turmschatten
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Was ist das bitte für ein Buch!? Dieses ist ein Buch, welches ein krasses Thema hat, das man definitiv nicht gut finden sollte. Aber dennoch ist dieses Thema in ein mega gutes Buch verpackt, das ich empfehlen ...

Was ist das bitte für ein Buch!? Dieses ist ein Buch, welches ein krasses Thema hat, das man definitiv nicht gut finden sollte. Aber dennoch ist dieses Thema in ein mega gutes Buch verpackt, das ich empfehlen kann. Dieser Zwiespalt – Er ist krass und für eine Rezension wirklich schwierig. Ich hatte das Buch mehrfach vor Augen und hatte erst überlegt es nicht lesen zu wollen. Weil ich schon von Anfang an wusste, dass es mich in diesen Zwiespalt bringt. Okay, nicht nur in diesen, sondern auch in einen anderen. Dazu aber gleich mehr.
Ich selber mag keine Nazis, das ist Fakt. Für mich ist Mensch Mensch und daran wird sich auch niemals etwas ändern. Deswegen sehe ich dieses Buch in erster Linie als Statement gegen rechts. Also absolutes Statement und genau das macht das Autor immer wieder in dem Buch klar. Es gibt immer wieder Spitzen gegen die rechte Szene. Und ja, ich stehe absolut an seiner Seite und unterstütze diese Spitzen komplett.

Interessant finde ich, wie das Buch aufgebaut ist. Wie im Klappentext schon zu lesen ist, geht es um diesen einen Mossad-Agenten, der die drei Neonazis festhält. Natürlich lesen wir hauptsächlich darüber, aber ein Agent wäre nicht ein Agent, wenn er Hintergrundfakten zu jeden einzelnen hätte. So lernen wir die drei Nazis besser kennen. Sie werden dadurch zu Menschen und behalten nicht nur diesen Stempel “Nazi”. Alle drei haben ihre Geschichte und sowas finde ich ja mega interessant. Warum wird jemand so. Welche Hintergründe stecken dahinter, dass ein Mensch so einen Hass gegen andere Menschen entwickelt, die ihm persönlich nichts getan haben.

Und genau das macht der Autor sehr genial und ich rechne es im sehr hoch an, dass er das so gemacht hat. Klar, die Zeitsprünge waren etwas schwierig und man sollte schon Kapitel für Kapitel lesen, damit man drin bleibt.
Der Autor schreibt generell unglaublich gut. Sich hier zu positionieren und es trotzdem nicht in eine Schimpftirade enden zu lassen, ist wirklich eine Kunst. Und die hat er wunderbar gemeistert. Das Buch lässt sich leicht und locker lesen. Wenn ich mal das Buch in der Hand hatte und gelesen habe, dann verlogen die Seiten wahnsinnig schnell.

Den zweiten Zwiespalt, wie ich oben schon geschrieben habe, habe ich mit dem Protagonisten. Der sich in Selbstjustiz versucht. Ich selber finde Selbstjustiz dumm und ganz besonders bei sowas. Ganz egal, was der Hintergrund ist. Ganz egal, warum man es macht. Man begibt sich damit auf das untere Niveau der Nazis. Ich habe die ganze Zeit so mit mir gekämpft und immer wieder gedacht, dass der Agent es doch besser wissen müsste.

Das Ende des Buches hat dann alles wieder rausgerissen. Vielleicht verrate ich hier zu viel, aber ich möchte es nicht unerwähnt lassen. Denn wenn du genau aus diesem Grund dieses Buch nicht lesen willst, dann wird dich das vielleicht umstimmen können.

Dieses Buch ist ein Thriller. Es ist blutig, bösartig, und wirklich sehr hart. Es kommen Themen ans Licht, die nicht schön sind. Sei es Misshandlung von Kindern oder oder oder. Man muss mit der ganzen Thematik umgehen können. Wenn du es nicht kannst, dann lies dieses Buch bitte nicht. Ich bin da sehr abgebrüht und kann damit umgehen, aber auch ich musste hier manchmal schlucken.

Und letztendlich würde ich das Buch trotzdem empfehlen. Weil ich finde, dass der Autor mit diesem Buch etwas besonderes erschaffen hat.

Veröffentlicht am 14.12.2019

Die Gabe des Winters

Die Gabe des Winters
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Was für eine zauberhafte Geschichte, die sich hier hinter diesen Buchdeckeln versteckt. Ich habe überhaupt gar nicht damit gerechnet, dass mich dieses Buch so abholt, mitnimmt und restlos begeistert. Ich ...

Was für eine zauberhafte Geschichte, die sich hier hinter diesen Buchdeckeln versteckt. Ich habe überhaupt gar nicht damit gerechnet, dass mich dieses Buch so abholt, mitnimmt und restlos begeistert. Ich war tatsächlich extrem skeptisch, ob mir das Buch gefallen wird. Weil eben, gerade der Klappentext, nichts neues für mich bereit hält. Vielleicht ist das auch der Grund warum mir das Buch so extrem gut gefallen hat.
Während ich das Buch gelesen habe, ist mir immer wieder aufgefallen, dass die Grundidee sich sehr mit der Geschichte von “Die Schöne und das Biest” ähnelt. Der angsteinflößende Fürst Tarik und Nuria, die ein einfaches Mädchen vom Dorf ist. Es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten und nein, ich finde es absolut nicht schlimm. Eher im Gegenteil! Ich liebe die Geschichte von “Die Schöne und das Biest” sehr und damit hatte das Buch schon bei mir ein Stein im Brett.

Sehr cool ist es mit der Magie gemacht. Sie ist irgendwie immer da, aber auch irgendwie nicht. Bis zum Ende ist unklar, was das alles überhaupt zu bedeuten hat und wo das Ursprung liegt. Wie es letztendlich aufgeklärt wurde, hat mich nicht wirklich überrascht. Ich hatte schon eine leise Ahnung, wo es hingeht. Aber hier stört es mich absolut gar nicht. Gerade das Ende ist einfach mega gemacht. Es ist ein absolut logisches und großartiges Ende.

Der Schreibstil der Autorin hat mich direkt eingefangen. Obwohl die Geschichte teilweise recht schwammig ist, damit nicht so viel verraten wird, hält die Autorin eine Spannung oben. Eine Spannung, die ich selten in Fantasy lese.

Die Charaktere sind mega ausgearbeitet. Egal welcher Charakter. Es kommen nicht so viele vor, was ich schon mal sehr genial finde. Das Personenregister am Anfang des Buches ist schon fast unnötig, aber natürlich ein schönes Gimmik. Jeder Charakter hat seinen Sinn und seine Bestimmung. Jeder geht sehr in die Tiefe. Eine Tiefe, die perfekt für die Geschichte ist. Ich bin auch in dieser Hinsicht absolut begeistert. Ich kann gar nicht so viel Schwärmen ohne was zu verraten.

Auch das Setting hat was. Eine Festung in Mitten vom Schnee, wo immer wieder was fällt. Dann das kleine Dorf, wo Nuria gelebt hat. Es passt einfach alles perfekt zusammen. Man merkt, wie sehr die Autorin sich auslebt und wie sehr sie diese Geschichte liebt. Es ist das erste Fantasy-Buch, welches die Autorin geschrieben hat und ja, sie kann es. Man merkt, dass ihr das Genre liegt und dass sie sich hier so richtig ausleben kann. Ich bin sehr gespannt, was sie noch zaubern wird in dieser Richtung.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch.

Veröffentlicht am 27.03.2021

Zwillingscode

Der Zwillingscode
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Ich mag Jugendbücher richtig gerne im Moment. Die strahlen irgendwie immer eine Leichtigkeit aus und lassen sich in der Regel gut weglesen. Außerden behandeln aber dennoch ein Thema, das man nicht außer ...

Ich mag Jugendbücher richtig gerne im Moment. Die strahlen irgendwie immer eine Leichtigkeit aus und lassen sich in der Regel gut weglesen. Außerden behandeln aber dennoch ein Thema, das man nicht außer Acht lassen sollte. Meistens ist es ein Thema, was gerade unter Jugendlichen herrscht und entweder in den eigenen Reihen oder gar von Erwachsenen beachtet werden sollte.
Dieses Buch hat besagte Leichtigkeit. Genauso wie man es von einem Jugendbuch kennt, lässt es sich wirklich extrem gut weglesen. Und dennoch behandelt es Themen, die wichtig sind. Ich weiß, dass es nicht direkt sichtbar ist. Und es auch nicht unbedingt jedermanns Thema ist. Aber ich finde es wichtig, dass es überhaupt angesprochen wird. Für die einen mag es nur ein einfaches Jugendbuch sein, aber ich denke, dass da mehr hinter steckt.

Der Mensch denkt, dass er durch Maschinen bzw. dessen Software alles lösen kann. Sei es ausgestorbene Tiere nachbauen, Welten erschaffen oder sogar das Sozialleben beeinflussen. Beeinflussen durch Punkte, die dich ausmachen u d durch die du Leben kannst. Alles wird vorherbestimmt und es gilt “wenn du nix hast, bist du nix”. Ich finde es großartig, dass die Autorin genau das kritisch einbringt. Auch wenn es die Leichtigkeit es Jugendbuches hat, ist es dennoch tiefsinnig und regt zum Nachdenken an.

Ich mag den Schreibstil der Autorin sehr gerne. Es bringt sehr viel Spass ihren Worten zu folgen. Das Buch habe ich in kurzer Zeit regelrecht in mich aufgesogen.
Es ist schon etwas komplex und man muss ein wenig aufpassen, aber das kann man locker. Es klingt irgendwie nach viel Inhalt für dieses Buch, aber das ist es nicht. Es gibt richtig gut ausgeglichen.
Auch die Charaktere sind glaubwürdig. Vincent ist sehr interessant gestaltet und von ihm hätte ich unheimlich mehr gelesen. Es geht zwar u.a. auch um seien Vergangenheit, was jetzt nicht gespoilert ist. Aber dennoch habe ich das Gefühl nicht alles von ihm zu erfahren. Das ist allerdings ebenfalls typisch für ein Jugendbuch und das ist okay.

Also wer mal richtig Lust auf ein gutes Jugendbuch hat, dem möchte ich dieses Buch ans Herz legen.

Veröffentlicht am 27.03.2021

Eisenkind

Eisenkind
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Das ist mal ein Thriller ganz nach meinem Geschmack. Der mich so richtig begeistern konnte. Ich lese viele Thriller. Allerdings in letzter Zeit schon fast ungerne. Weil sie mich nicht überraschen konnten. ...

Das ist mal ein Thriller ganz nach meinem Geschmack. Der mich so richtig begeistern konnte. Ich lese viele Thriller. Allerdings in letzter Zeit schon fast ungerne. Weil sie mich nicht überraschen konnten. Es ging immer nach einem Schema und mir war sehr oft schon vorher klar, wie es ausgeht. Dann einen Thriller zu lesen wo es mal nicht so ist. Eine Seltenheit.
Dieser Thriller ist ein Psychothriller und das wirklich sehr Psycho. Es passiert eigentlich alles, was es hergibt. Deswegen hier direkt meine Warnung. Solltest du Schwierigkeiten mit irgendeiner Art haben, dann lies dieses Buch auf keinen Fall! Es ist stellenweise sogar so krass, dass es mich hat stocken lassen. Und das will schon was heißen.

Beginnen tut das Buch recht offen. Wir suchen keinen Mörder, sondern es ist schon von Anfang an klar, wer der Mörder sein kann. Der Autor drückt uns in eine Richtung und das sogar unglaublich geschickt. Ich lasse mich in diese Richtung drücken und denke gar nicht weiter nach. Und irgendwie ist einem von Anfang an klar, wer ich frage kommt. Und das ist vollkommen okay und vielleicht sogar vom Autor gewollt.

Ich liebe den Schreibstil des Autors sehr. Er hat mich so extrem in die Geschichte gezogen und gefesselt. Es ist verrückt! Ein absoluter Pageturner in dieser Hinsicht.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ein wenig Bedenken hatte wegen der Musik-Band. Das ist etwas sehr bestimmtes, was man irgendwie mögen muss. Ich bin nicht so das Fan-Girl und ich fand es erst etwas grenzwertig. Wollte aber trotzdem nich negativ daran gehen. Es waren aber absolut unnötig, denn die Band-Sache ist zwar sehr präsent, aber nicht im Vordergrund. Es geht um die Menschen.

Und genau die sind großartig ausgearbeitet. Der Protagonist ist sehr tief und vor allem glaubwürdig. Auch wenn der Autor sich hier an Klischees bedient, sind sie einfach passend und gerechtfertigt. Aber auch die anderen Charaktere, die teilweise für echt gute Wendungen sorgen.

Also wie gesagt, das ist ein wirklich guter Psychothriller. Der zwar ohne Blut auskommt, aber dafür mit viel Psychospielchen mitbringt.
Eine absolute Leseempfehlung von mir.

Veröffentlicht am 24.03.2021

1984

1984
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Ja, krass. Mehr gibt es zu diesem Buch eigentlich nicht zu sagen.
Das Original erschien 1949 und es ist eine Dystopie. Der Autor malt aus, wie er sich 1984 vorstellt. Jetzt viele Jahre später kann man ...

Ja, krass. Mehr gibt es zu diesem Buch eigentlich nicht zu sagen.
Das Original erschien 1949 und es ist eine Dystopie. Der Autor malt aus, wie er sich 1984 vorstellt. Jetzt viele Jahre später kann man Parallelen ziehen. Ich hatte sogar den Eindruck, dass ich eine Gegenwartsliteratur lese. Also ja, es ist krass.

Diese Ausgabe ist eine Neuübersetzung. Gar nicht so verkehrt und ich habe mir das zum Anlass genommen, mal einen Klassiker zu lesen. “1984” hatte ich schon lange auf meiner Liste mit Büchern, die ich unbedingt mal lesen möchte. Unter anderem ist es auch einfach ein Buch, dass wirklich jeder wenigstens vom Titel kennt. Ich finde sogar, dass es gelesen werden sollte.

Denn es regt zum Nachdenken an. Ich musste mir immer wieder vor Augen halten, dass dieses Buch 1949 geschrieben wurde. Dass es in einem Jahr spielt, wo ich zwei Jahre alt war. Was für ein krasses Thema. Ich denke nicht, dass der Autor damit gerechnet hat, dass es in diese Richtung geht mit der Welt. Dass es sogar mehr realistisch sein wird als er denkt. Und genau das ist einfach beängstigend. Es beängstigt mich absolut.

Ich muss sagen, dass mir die Übersetzung echt gut gefällt. Ich kann zwar keine direkte Vergleiche ziehen, aber es lässt sich sehr gut lesen. Der Übersetzer hat da wirklich eine sehr gute Arbeit gemacht.

Als Kind habe ich vom Autor mal ein anderes Buch lesen müssen. Ich habe nur noch in Erinnerung, dass es mir gut gefiel. Der Autor hat einen sehr ausschweifenden Schreibstil. Ich hatte oft das Gefühl, dass er extra ausschweift, um auf Seiten zu kommen. Er lässt den Protagonisten manchmal sehr viel nachdenken. Manchmal sogar so sehr, dass es keinen Sinn ergibt. Jedenfalls für mich.

Der Protagonist Winston ist interessant gestaltet. Er ist aber absolut glaubwürdig und ich kann vieles nachvollziehen, wie er reagiert.

Wie schon gesagt, es ist ein krasses Buch. Wenn du das Buch mal lesen möchtest, dann greif gerne zu dieser Neuübersetzung. Ich bin so froh, dass ich es gelesen habe.