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Veröffentlicht am 13.03.2021

Perfekte Unterhaltung mit Action, Fantasy, Romantik und starken Charakteren

Midnight Chronicles - Blutmagie
7

Inhalt
Midnight Chronicles – Blutmagie ist der zweite Band der Midnight Chronicles-Reihe von Bianca Iosivoni und Laura Kneidl.
In diesem Band geht es um Warden und Cain, die beide als Hunter in Edinburgh ...

Inhalt
Midnight Chronicles – Blutmagie ist der zweite Band der Midnight Chronicles-Reihe von Bianca Iosivoni und Laura Kneidl.
In diesem Band geht es um Warden und Cain, die beide als Hunter in Edinburgh leben und dort Kreaturen wie Geister und Vampire jagen. Noch vor drei Jahren waren die beiden beste Freunde, gingen gemeinsam auf die Jagd und verbrachten viel Zeit zusammen. Doch dann passierte etwas, das dazu führte, dass die beiden sich gegenseitig sehr verletzten und seitdem kaum mehr ein Wort mit dem anderen wechseln. Als dann jedoch der Vampirkönig Isaac auftaucht und auch das Hunter-Quartier und seine Bewohner immer mehr in Gefahr geraten, müssen sie Seite an Seite kämpfen und merken dabei, dass sie einander vielleicht doch noch mehr bedeuten als sie dachten…

Meine Meinung
Das Cover des Buches gefällt mir wieder echt gut, gerade im Zusammenspiel mit den übrigen Teilen wird es einmal sehr, sehr schön in meinem Bücherregal aussehen mit dem Farbverlauf von hell nach dunkel.

Auch inhaltlich konnte mich das Buch komplett überzeugen.
Schon Band 1 habe ich wirklich geliebt. Das ganze Worldbuilding rund um die Hunter und ihre Aufgabe, verschiedene Wesen wie Geister und Vampire zu jagen, finde ich – auch im zweiten Band wieder – sehr fantasievoll, durchdacht und atmosphärisch umgesetzt. Die Stimmung zwischen den Huntern kommt immer sehr harmonisch, locker, aber trotzdem auch ernst und konzentriert rüber. Man merkt richtig den Team-Spirit, der in dem Quartier herrscht. Das nimmt einen als Leser sehr gut mit und hat mir wirklich gut gefallen.

Sprachlich finde ich die gesamte Reihe total super. Durch die (nicht zu) detailreichen und stimmungsvollen Beschreibungen wird man von der ersten Seite an in die Geschichte hineingezogen, aber auch die Action kommt nicht zu kurz. Vor allem in den Kampfszenen merkt man auch sehr gut die sprachliche Qualität der Bücher. Man kann sich alles gut vorstellen, die Spannung wird gut aufrechterhalten und die Szenen sind aber auch nicht zu lang, sodass man irgendwann das Interesse verliert.

Die Charaktere – allen voran natürlich die beiden Protagonisten – sind in ihren Handlungen meist nachvollziehbar und trotzdem mit Ecken und Kanten ausgestaltet. Vor allem Cain gefällt mir wirklich sehr gut. Sie ist eine junge und ehrgeizige Frau, die Karriereabsichten hat, weil sie gerne einmal ein Hunter-Quartier leiten möchte und möglichst alles versucht, ihr Handeln darauf auszurichten, dass sie dieses Ziel erreicht. Und all das nicht aus dem Grund, dass sie diese „Chef-Position“ gerne um der Macht willen hätte, um sich über andere Hunter stellen zu können, sondern weil sie an einigen Stellen Verbesserungspotenzial sieht und gerne dazu beitragen möchte, dass sich diese Dinge in der Zukunft ändern. Daher geht sie auch nicht über Leichen, um ihr Ziel zu erreichen, sondern handelt (meist) vernünftig und mit Rücksicht auf andere und deren Bedürfnisse. Ich finde es klasse, dass eine junge Frau mit Karriereabsichten einmal nicht als total bossy, aggressiv, dominant und männerverachtend dargestellt wird, sondern einfach nur als ganz „normale“ Frau, der eben ihr berufliches Vorankommen wichtig ist.
Mein heimlicher Lieblingscharakter ist hingegen Kevin, der Todesbote. Schon in Band 1 mochte ich ihn wirklich gerne und zum Glück hat er in Band 2 so manchen „Auftritt“ mehr bekommen. Trotz seines unschönen „Jobs“ ist er zu einer Art Freund für Warden geworden und ich finde das Verhältnis zwischen den beiden richtig witzig und schön. Ich bin gespannt, welche Rolle Kevin noch im weiteren Verlauf der Reihe spielen wird.

Die Handlung ist richtig spannend, sowohl bezogen auf den ganzen „Isaac-Komplex“ als auch auf die persönlichen Entwicklungen zwischen Cain und Warden. An den Midnight Chronicles positiv hervorheben kann ich nach den ersten zwei Bänden auf jeden Fall schon einmal, dass des Öfteren tatsächlich Dinge passieren, die ich so nicht erwartet hätte. Das mag ich sehr gerne.
Toll fand ich auch, dass wir in Band 2 auch noch einiges von Roxy und Shaw, den Protagonisten des ersten Bandes, mitbekommen haben, sodass wir in Band 3 dann vermutlich auch direkt nahtlos an die Geschichte der beiden anknüpfen können.

Fazit
Auch Band 2 hat mir wieder unglaublich gut gefallen und es gibt nichts, das ich auszusetzen hätte. Es ist einfach eine in allen Punkten sehr stimmige Geschichte. Sympathische Charaktere, sehr spannende Handlung, actionreiche Szenen, aber auch eine Portion Romantik und Humor, tolle Fantasy-Elemente. Was braucht es mehr?! Ich kann es kaum erwarten, dass die Reihe weitergeht…

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 21.12.2020

Vielversprechende Idee, leider nicht so gut umgesetzt

Sweet Little Lies
0

Inhalt
In „Sweet little lies“ von Kylie Scott geht es um Betty und Thom. Die beiden sind seit etwa einem Jahr zusammen, haben eine gemeinsame Wohnung und sind verlobt. Das hört sich nach einem Traumleben ...

Inhalt
In „Sweet little lies“ von Kylie Scott geht es um Betty und Thom. Die beiden sind seit etwa einem Jahr zusammen, haben eine gemeinsame Wohnung und sind verlobt. Das hört sich nach einem Traumleben an, doch Betty ist unglücklich in der Beziehung. Thom hält sie auf Distanz, ist beruflich oft unterwegs und sie hat nicht das Gefühl, wirklich Teil seines Lebens zu sein. Daher beschließt sie, sich zu trennen, packt ihre Sachen und will dieses Kapitel ihres Lebens gerade beenden, als die Wohnung hinter ihr explodiert. Und nicht nur die Wohnung löst sich dadurch in Rauch auf, auch ihr bisheriges Leben – denn Betty erfährt, dass Thom nicht der ruhige und langweile Versicherungsvertreter ist, der er vorgegeben hat zu sein, sondern ein Geheimagent. Unversehens wird sie in die Welt der geheimen Organisation hereingezogen und lernt ihren Thom dabei von einer ganz anderen Seite kennen… Doch können die beiden ihre Beziehung noch retten?

Meine Meinung
Obwohl mich der Klappentext wirklich sehr angesprochen hat und ich die Idee hinter der Geschichte spannend und einfallsreich fand, konnte mich das Buch insgesamt leider nicht so überzeugen.
Das Cover finde ich hingegen sehr gut gelungen. Die Farben passen gut zusammen und drücken einerseits den romantischen Anteil an der Geschichte aus und zum anderen den „düsteren“ Teil mit der Agentengeschichte.
Kylie Scotts Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen.
Betty ist eine Protagonistin, die zum einen stark und selbstbewusst und zum anderen gefühlvoll und verletzlich (sie liebt Einhorn-Schlafanzughosen) dargestellt werden soll. Dies ist meiner Meinung nach nur eingeschränkt gelungen und wirkt vor allem zu gewollt. Ihre „selbstbewusste“ Art zeigt sich meiner Ansicht nach hauptsächlich darin, dass sie Thom gegenüber die beleidigte Leberwurst spielt, weil er sie belogen hat. Das kann man inhaltlich natürlich total verstehen. Wer wäre nicht stocksauer, wenn er erfährt, dass der Partner einen die ganze Zeit über belogen hat? Anstatt ein richtiges Gespräch mit Thom zu suchen, belässt sie es aber bei schnippischen und sarkastischen Bemerkungen, um ihm immer wieder neu zu zeigen, dass sie sauer auf ihn ist. Das ist für mich kein Ausdruck von Selbstbewusstsein, sondern von einer kindischen Art und der Unfähigkeit, mit Konflikten umzugehen.
Ihre Art, mit der ungewohnten Situation in der Geheimorganisation umzugehen, finde ich unglaubwürdig dargestellt. Zwar gibt es immer wieder Stellen, an denen gezeigt wird, dass sie lieber wieder in ihr „normales“ Leben zurück möchte, aber dennoch finde ich, dass sie zu schnell zu locker mit allem umgeht und teilweise handelt als würde sie derlei Dinge seit Jahrzehnten machen.

Thom finde ich hingegen recht sympathisch.
Die Nebencharaktere, die fast ausschließlich weitere Agenten der Organisation sind, sind vielfältig und trotz der Tatsache, dass man recht wenig über sie erfährt, hat man ein ganz gutes Bild von ihnen.
Bei der Handlung haben mich ein paar Punkte gestört. Ein Aspekt, der mit der Beziehung der beiden bzw. den Lügen von Thom während der Beziehung zusammenhängt, ist für mich einfach nur sowohl unrealistisch als auch an den Haaren herbeigezogen, aber ich möchte dahingehend auch nicht spoilern.
Die Actionszenen sind gut und spannend geschrieben, wenn auch Bettys Verhalten oftmals eher unrealistisch beschrieben wird.
Zum Ende hin ereignen sich dann noch ein paar größere Dinge, die für mich (leider) komplett vorhersehbar waren. Und ganz zum Ende hin wird es dann ein wenig zu kitschig für meinen Geschmack.

Fazit
Leider hat mir das Buch trotz vielversprechender Idee nicht so gut gefallen. Ich fand Betty einfach nur anstrengend und nervig und konnte mich null mit ihr identifizieren. Die Handlung war an einigen Stellen vorhersehbar, an anderen zu unrealistisch und an den Haaren herbeigezogen. Wirklich schade, denn ich glaube, man hätte einiges mehr aus dieser Geschichte herausholen können.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 02.12.2020

Gelungener New Adult-Debütroman mit sympathischen Charakteren und ernstem Thema

Breakaway
7

Inhalt
In „Breakaway“, dem Erstlingswerk von Anabelle Stehl, geht es um Lia, die Hals über Kopf aus ihrer Heimatstadt Hallingen nach Berlin flieht. Denn in Hallingen folgen ihr die Blicke und das Getuschel ...

Inhalt
In „Breakaway“, dem Erstlingswerk von Anabelle Stehl, geht es um Lia, die Hals über Kopf aus ihrer Heimatstadt Hallingen nach Berlin flieht. Denn in Hallingen folgen ihr die Blicke und das Getuschel ihrer Kommilitonen, nachdem es in einer folgenschweren Nacht zu Ereignissen gekommen ist, die sie am liebsten einfach nur vergessen möchte. In Berlin erhofft sie sich, auf andere Gedanken zu kommen und sich selbst und ihre Kreativität beim Filmen wiederzufinden.

In Berlin angekommen, trifft sie in einem Café auf Noah, mit dem sie sich anfreundet und dem sie mit der Zeit immer näher kommt. Doch nicht nur Lia hat ihr Päckchen zu tragen, auch in Noahs Leben läuft einiges schief. Er versucht, bei den Streitigkeiten und Problemen zwischen seinem älteren Bruder und seinen Eltern zu vermitteln und gerät dabei selbst mitten hinein. In Lia scheint er einen Menschen gefunden zu haben, mit dem er das alles teilen und dem er alles anvertrauen kann. Doch ist sie genau so ehrlich zu ihm? Was ist in Hallingen wirklich passiert?

Meine Meinung
Das Cover des Buches ist wunderschön. Zum einen die zarten Farben und zum anderen die tolle Idee, das Straßennetz Berlins als „Hintergrund“ zu nutzen. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern ist auch einfallsreich und hat Verbindung zu der Geschichte. Das finde ich immer schöner als einfach nur ein schönes Bild, das man auf jedes x-beliebige Buch drucken könnte. Dass der Buchumschlag nicht wie meist glatt ist, sondern rau, gefällt mir persönlich nicht ganz so gut. Aber das ist definitiv Geschmackssache.

Berlin ist auch ein gutes Stichwort, denn ein Punkt, der „Breakaway“ sicherlich von den meisten anderen New Adult-Romanen unterscheidet, ist die Tatsache, dass er in Deutschland spielt. Ich persönlich kann mich spontan an keinen anderen NA-Roman erinnern, bei dem das der Fall war. Und zusätzlich auch noch in einer Stadt, die es tatsächlich gibt. Ich kann verstehen, warum viele Autoren ihre Geschichten in einem anderen Land (meist ja eher USA oder GB) spielen lassen und dann häufig auch an fiktiven Orten. Dennoch trägt der Handlungsort Berlin bei mir persönlich dazu bei, dass ich mich der Geschichte näher fühle, weil sie in einer Stadt spielt, die ich selbst kenne und mit der ich ein (positives) Gefühl verbinde.

Sprachlich gesehen hat mir das Buch gut gefallen. Ich mochte Anabelles Schreibstil, da er flüssig und angenehm zu lesen war, Emotionen gut aufgebaut wurden und auch die Spannung nicht zu kurz kam. Besonders positiv aufgefallen ist mir, wie detailreich Anabelle an bestimmten Stellen Situationen beschrieben hat. Eigentlich bin ich wirklich kein Fan ausführlicher Beschreibungen, aber richtig dosiert und an den passenden Stellen trägt dies dazu bei, dass man komplett in die Geschichte und Situation eintaucht und mitgerissen wird. Viel besser hätte man das nicht machen können. Dass abwechselnd aus Lias und Noahs Sicht geschrieben war, mochte ich sehr gerne, weil man so die Möglichkeit hatte, gewisse Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und die Gefühle und Gedanken der beiden besser nachvollziehen zu können.

Inhaltlich hat mir „Breakaway“ auch gut gefallen. Natürlich ist es zu einem Teil eben auch „typisch New Adult“, aber das erwartet man ja auch bei einem Buch dieses Genres. Meiner Meinung nach war es aber nicht zu viel Klischee. So fand ich Lia und Noah (und eigentlich auch die anderen Charaktere) allesamt total sympathisch, aber eben auch nicht ganz so 08/15 wie in vielen anderen Büchern. Noah z.B. war weder der klassische „Bad Boy“, noch der uncoole Nerd, sondern ein netter Kerl, der ganz gut aussieht, authentisch, liebevoll, zielstrebig und ein Familienmensch ist. Also einfach ein „ganz normaler“ Mensch. Das fand ich sehr angenehm. Auch die Nebencharaktere fand ich gut ausgewählt und bunt.

Was ich auch mochte, war das Geschäftsfeld, auf dem Noahs Familie mit ihrer Firma unterwegs ist. Das war auch mal etwas ganz anderes und mir hat die Leidenschaft, mit der Noah, Elias und ihre Eltern dabei sind, total gut gefallen.

Die Entwicklungen der Geschichte sind gut und spannend umgesetzt und ergeben insgesamt ein stimmiges und harmonisches Bild. Man bekommt mit der Zeit immer neue Puzzleteile zu den verschiedenen Rätseln, die sich ergeben. Sei es Lias Vorgeschichte, die Probleme von Noahs Bruder Elias oder auch das seltsame Verhalten von Noahs Schwester Kyra. Nach und nach erfährt man immer mehr, es bleibt jedoch bis zum Schluss spannend. Ich persönlich habe die ein oder andere Wendung bzw. die ein oder andere Situation so nicht kommen sehen.

Die hinter den Problemen der einzelnen Personen steckenden Themen sind auf jeden Fall ernste und wichtige. Anabelle hat es hier geschafft, sensible Problematiken gefühlvoll anzusprechen und weder in die eine noch in die andere Richtung zu „(ver-) urteilen“. Man konnte sehr gut, vor allem mit Lia, mitfühlen, vor allem, nachdem man wusste, was ihr widerfahren ist. Aber dennoch hat sie Lia nicht nur in die Opferrolle gesteckt, sondern ihr auch eine gewisse Stärke mitgegeben, aktiv etwas tun zu können und aus dieser Passivität herauszukommen, auch wenn sie dafür ihre Zeit braucht und einen inneren Kampf mit sich ausfechten muss, sich zu überwinden. Das finde ich eine tolle Message, denn ich glaube, bei vielen schwierigen Themen, die Menschen (psychisch) belasten, ist ein großer Punkt die gefühlte Passivität, das „Nichts tun können“. Anhand von Lia zu sehen, dass man eben (fast) immer doch etwas tun kann und aus schlimmen Geschehnissen etwas positives für sich ziehen kann, kann Betroffenen vielleicht ein wenig Hoffnung geben, mit derlei Problemen besser umgehen zu können.

Zum Schluss nochmal zu einem positiveren Thema. Da ich die ganzen Nebencharaktere auch alle so sehr mochte, hätte ich an der ein oder anderen Stelle gerne ein wenig mehr von ihnen erfahren. Aber das hätte die Geschichte insgesamt zu sehr ausufern lassen, glaube ich. Von daher freue ich mich sehr auf die weiteren Bände und hoffe, dass wir dort noch mehr über Phuong, Daniel, Oliver, Kyra und die anderen erfahren.

Mein Fazit
Alles in allem ein echt guter New Adult-Roman mit tollen Charakteren und wichtigen Themen. Insgesamt hat vielleicht ein bisschen das „gewisse Etwas“ gefehlt, das einen das Buch als etwas Besonderes lange im Gedächtnis behalten lässt. Aber ich könnte mir vorstellen, dass da im Hinblick auf Band 2 einfach noch ein bisschen Luft nach oben ist.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 29.11.2020

Märchenhafte Weihnachtsstimmung

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
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Inhalt
In "Drei Hasenüsse für Aschenbrödel" von Maike Stein geht es um das gleichnamige Märchen, das in der verfilmten Version ja der Klassiker schlechthin in der Weihnachtszeit ist.
"Aschenbrödel" ist ...

Inhalt
In "Drei Hasenüsse für Aschenbrödel" von Maike Stein geht es um das gleichnamige Märchen, das in der verfilmten Version ja der Klassiker schlechthin in der Weihnachtszeit ist.
"Aschenbrödel" ist ein Mädchen, das als Weise auf einem Gutshof lebt, auf dem ihr Vater früher der Gutsherr war. Da ihre Elern jedoch beide tot sind, lebt sie dort nun zusammen mit ihrer Stiefmutter und ihrer Stiefschwester Dora. Diese behandeln Aschenbrödel sehr schlecht und lassen sie jeden Tag hart im Haushalt arbeiten - vorwiegend mit Tätigkeiten wie dem Auskehren der Asche aus den Öfen. Dadurch sind ihre Kleider und ihr Gesicht stets mit Asche beschmutzt und so ergab sich der Spitzname "Aschenbrödel".
Wie jedes Mädchen träumt jedoch auch Aschenbrödel davon, eines Tages den Prinzen zu treffen und einmal die Gelegenheit zu haben, mit ihm auf einem Ball zu tanzen oder ihn gar zu heiraten. Doch der soll eine Prinzessin mit einem schönen Kleid heiraten und kein "einfaches" Mädchen mit aschegrauen Kleidern... oder?!

Meine Meinung
Tatsächlich habe ich den Film bisher noch nie gesehen und beurteile das Buch daher losgelöst von der Verfilmung.

Die Grundgeschichte war mir vor der Lektüre grob geläufig und allgemein sind solche Märchengeschichten auch eher selten komplett überraschend. Inhaltlich war die Geschichte daher an vielen Stellen vorhersehbar. Das hat den Charme des Märchens für mich allerdings kein bisschen verringert.

Die Sprache ist eher einfach und der Text recht groß geschrieben, daher kommt man beim Lesen schnell vorwärts. Der Schreibstil gefällt mir dabei ganz gut, da er lebhaft ist und den Charakter des wilden und sich selbst nicht allzu ernst nehmenden Aschenbrödel gut darstellt. Auch die Beschreibungen sind trotz der Kürze schön bildhaft und lassen einen in die winterliche Atmosphäre eintauchen.

Toll finde ich an diesem Märchen auch, dass es mal keine brave, schüchterne und devote Frau in der Hauptrolle hat, sondern eine wilde, selbstbewusste und "freche", die weiß, was sie will und die ihrem Prinzen auf Augenhöhe begegnet.

Fazit
Alles in allem ein gutes Buch, um sich auf die winterliche und weihnachtliche Zeit einzustimmen und in eine märchenhafte Geschichte einzutauchen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.11.2020

Bester Band der Reihe mit sympathischen Protagonisten und spannenden Kulissen

Hiding Hurricanes
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Inhalt
In "Hiding Hurricanes" von Tami Fischer (Band 3 der Fletcher University-Reihe) geht es um Lenny und Creed, die man aus den ersten beiden Bänden schon kennt.

Lenny studiert tagsüber an der Fletcher ...

Inhalt
In "Hiding Hurricanes" von Tami Fischer (Band 3 der Fletcher University-Reihe) geht es um Lenny und Creed, die man aus den ersten beiden Bänden schon kennt.

Lenny studiert tagsüber an der Fletcher University, abends und nachts schlüpft sie allerdings in die Rolle von "Daisy", einer Tänzerin in einem Nachtclub, die in ganz Fletcher bekannt ist. Denn Tanzen ist Lennys große Leidenschaft. Damit jedoch keiner von ihrem Doppelleben etwas mitbekommt, hält sie alle, die ihr nahe stehen, auf Abstand, so auch ihren besten Freund Creed. In ihn ist sie bereits seit Jahren heimlich verliebt - doch er hat nur Augen für Daisy, ohne zu wissen, dass seine beste Freundin sich hier der schwarzen Maske verbirgt. Eines abends bucht Creed bei Daisy einen Privattanz und es kommt zu einem heißen Kuss zwischen den beiden, was Lenny komplett durcheinanderbringt und die Grenzen zwischen Daisy und Lenny verschwimmen lässt...

Meine Meinung
Lenny hat mir schon in den ersten beiden Bänden gut gefallen, weil sie mit ihrer wenig emotionalen Art ein bisschen aus dem Rahmen fiel. Noch dazu fand ich es sehr spannend, mal einen Buch-Charakter zu treffen, der in einem Nachtclub arbeitet, dabei aber nicht als moralisch verdorben dargestellt wird.

Das Buch hat mich dann - wie erhofft - auch komplett überzeugt.

Sprachlich gesehen finde ich, dass man eine wirklich große Steigerung von Tami innerhalb dieser drei Bände der Reihe erkennen kann. Hat mich der erste Band noch nicht so wirklich überzeugen können, weil mir die Personen aufgrund der Sprache bzw. der Beschreibungen bis zum Ende sehr fern und oberflächlich blieben, so hat mich Band 3 nun total mitgerissen und immer wieder zum Weiterlesen animiert. Das Niveau, auf dem Tami jetzt schreibt, ist absolut ebenbürtig zu den "großen" New Adult-Autorinnen.

Auch die Handlung konnte mich wirklich begeistern. Wie schon geschrieben, fand ich den Themenkomplex rund um den Nachtclub spannend und ausgewogen dargestellt. Gerade dass Tami differenziert beschrieben hat, dass Arbeit in einem solchen Club höchst unterschiedlich sein kann und es sicherlich eine Menge Frauen gibt, die die Arbeit dort sehr schätzen und nicht deshalb tun, um Geld dafür zu bekommen, dass sie sich von schmierigen Männern anfassen lassen (müssen) hat mir gut gefallen. Auch bei diesem Thema wird es (wie meistens) nicht nur schwarz und weiß geben.

Die Szenen, in denen sich Lenny und Creed näher gekommen sind, fand ich darüber hinaus unglaublich toll beschrieben. Man konnte das Knistern fast schon selbst spüren und die Szenen waren sowohl niveauvoll als auch sexy dargestellt - eine wirklich schwierige Aufgabe, die Tami super gelöst hat!

Der einzige "Kritikpunkt" ist für mich die Tatsache, dass ich davon ausgegangen bin, mehr von Lennys und Creeds Vergangenheit zu erfahren, nachdem im ersten Drittel einige Andeutungen sind, bei denen das Thema ein wenig aufgegriffen wird. Zwar erhält man im weiteren Verlauf der Geschichte durchaus ein paar mehr Einblicke, wie Lenny und Creed aufgewachsen sind. Allerdings hatte ich in dieser Hinsicht mehr erwartet, zumal hinten im Buch sogar eine Triggerwarnung enthalten ist. Vielleicht bin ich selbst bei diesem Thema einfach nur nicht besonders empfindlich, aber ich persönlich hätte danach einiges mehr zu dem Thema erwartet.

Fazit
Insgesamt aber ein absolut tolles und empfehlenswertes Buch mit spannenden Einblicken, die nicht 08/15 sind. Sprachlich toll gelungen und wahnsinnig sympathische Protagonisten. Ein echtes Wohlfühl-Buch!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere