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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Nahe an der schrecklichen Realität

RAD - 1. Generation
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Harald Grass kämpft als Staatsschützer Anfang der 70er Jahre gegen die RAD, eine linksterroristische Vereinigung. Diese versetzt Deutschland mit blutigen Bombenattentaten in Angst und Schrecken. Die Anführer ...

Harald Grass kämpft als Staatsschützer Anfang der 70er Jahre gegen die RAD, eine linksterroristische Vereinigung. Diese versetzt Deutschland mit blutigen Bombenattentaten in Angst und Schrecken. Die Anführer Arzt, Steinhoff und Gänslin beseitigen skrupellos alles und jeden, der sich ihnen in den Weg stellt. Grass versucht alles, um diese Barbarei zu stoppen und die Attentäter dingfest zu machen. Doch auch der Staatsschützer hat seine sehr dunklen Seiten...
Stefan Schweizer beschreibt in seinem Krimi "RAD 1. Generation" den Beginn einer Linksterror - Welle in Deutschland, und das immer nahe an der Realität. Als Leser bekommt man einen guten Eindruck davon, wie Menschen verachtend diese Terroristen zu Werke gehen, wie brutal sie sich gegen diese Gesellschaft wenden. Aber auch die Verlogenheit und die Widersprüche in ihren Aussagen werden klar. Doch auch Harald Grass als Ermittler ist beileibe kein Sympathieträger, seine Haltung Frauen gegenüber, seine Gewaltbereitschaft und der Drogenkonsum schrecken ab. Dieses Buch ist keine geeignete Lektüre für zart besaitete Gemüter, es geht schon mal brutal zu Werke und die Sprache ist auch schon mal deftig. Außerdem sollte man schon ein Grundinteresse an Politik haben. Manchmal hat die Geschichte fast dokumentarische Passagen, als Leser hat man den Eindruck, dass der Autor sehr gut recherchiert hat. Das hat mich bei diesem Buch besonders beeindruckt.
Das Cover passt sehr gut zum Buch, der Titel lässt auf eine Fortsetzung hoffen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eiskalt

Maestra
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Judith Rashleigh ist Kunstkennerin und bei einem bekannten Londoner Auktionshaus angestellt. Als sie entdeckt, dass ein Kunstwerk zur Versteigerung angeboten wird, das sie schon früher als Fälschung entlarvt ...

Judith Rashleigh ist Kunstkennerin und bei einem bekannten Londoner Auktionshaus angestellt. Als sie entdeckt, dass ein Kunstwerk zur Versteigerung angeboten wird, das sie schon früher als Fälschung entlarvt hatte, forscht sie im Auktionshaus nach. Ihr Chef erwischt sie dabei und setzt sie kurzerhand vor die Tür. Doch so leicht lässt Judith sich nicht mundtot machen, sie versucht mit allen Mitteln, den Betrug aufzudecken und entdeckt dabei, dass man sich nehmen kann, was man will, ohne schlimme Konsequenzen befürchten zu müssen, wenn man nur kaltblütig genug ist...
Dieser Roman "Maestra" der Autorin L. S. Hilton war für mich als Leserin verstörend. Die Hauptprotagonistin ist beileibe kein Sympathieträger, ganz im Gegenteil, im Laufe der Geschichte wurde mir ihr Handeln immer unverständlicher. Für ein Leben in Glanz und Glamour gibt sie alles, Markennamen sind ihr wichtiger als zwischenmenschliche Beziehungen. Diese Einstellung kann ich leider so gar nicht nachvollziehen, so dass Judith und ich nicht warm miteinander wurden. So konnte ich mich in die Hauptperson dieses Romans nicht hineinversetzen, die Beweggründe für ihr Handeln nicht verstehen. L.S. Hiltons Sprache ist deftig, wen exzessive Sexszenen abschrecken, sollte dieses Buch meiden. Der Spannungsbogen konnte leider nicht über die ganze Geschichte gehalten werden, zwischenzeitlich flachte er doch sehr ab, was aber nicht heißen soll, dass es nicht auch spannende Seiten dieser Geschichte gibt. Sehr störend fand ich die unendliche Reihe von Markennamen, die sich durch dieses Buch zog, ich fand sie völlig überflüssig, kannte auch einige gar nicht. Ich hätte mehr von diesem Buch erwartet, denn den Klappentext fand ich recht vielversprechend...
Ein dickes Plus gibt es für das Cover. Es fällt ins Auge durch Farbe und Struktur. Der Titel passt auch recht gut zum Buch.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Vergangenheit ruht nicht

Nachtblau stirbt die Erinnerung
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Frank Liebknecht, Polizist in einem kleinen Ort namens Vielbrunn, ermittelt in einem geheimnisvollen Fall: Auf dem Friedhof steckt ein umgedrehtes Holzkreuz neben einem frisch ausgehobenen Grab. Darunter ...

Frank Liebknecht, Polizist in einem kleinen Ort namens Vielbrunn, ermittelt in einem geheimnisvollen Fall: Auf dem Friedhof steckt ein umgedrehtes Holzkreuz neben einem frisch ausgehobenen Grab. Darunter ein Beutel mit dreißig Ostmark, der Währung der DDR. Während dieser Ermittlungen kommt es zu einem ganz anderen Verbrechen, ein Kommissar wird brutal niedergeschlagen und schwer verletzt. Gibt es einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Verbrechen? Frank versucht zusammen mit seinen Kollegen bei der Kriminalpolizei, Marcel und Sylvie, Licht ins Dunkel zu bringen.
"Nachtblau stirbt die Erinnerung" ist der dritte Band der Reihe um Frank Liebknecht, den die Autorin Brigitte Pons bei LYX veröffentlicht hat. Obwohl ich die ersten beiden Bände bisher nicht gelesen habe, hatte ich beim Lesen dieses Buches keine Verständnisschwierigkeiten, es lässt sich problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Das Buch ist spannend, flüssig geschrieben und hat einen aktuellen Hintergrund, der hier in eine spannende Geschichte "eingearbeitet" wurde. Die Protagonisten waren mir als Leser meistens sympathisch, sie haben aber alle ihre kleinen Macken, was dem Buch nur gut tut. Sehr gelungen finde ich auch die Einblicke in die Gefühlswelt einiger Jugendlicher, diese hat die Autorin einfühlsam geschildert. Das Ende hatte ich so nicht vorausgesehen, ein sicheres Indiz dafür, dass es Brigitte Pons gelungen ist, den Spannungsbogen bis zum Schluss zu halten.
Das Cover finde ich besonders toll, dieser blaue Eisvogel vor dem tristen grauen Hintergrund fällt ins Auge. Dieses Buch hätte ich mir auf Grund des Covers auch im Buchladen näher angeschaut. Der Titel ist schon sehr speziell, hört sich etwas dramatisch an, passt aber gut in die Reihe der Frank-Liebknecht-Bücher.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Mörderischer Fremdenhass?

Die Strömung
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In Südschweden geschehen furchtbare Verbrechen: zwei Kinder werden brutal ermordet. Die Polizistin Olivia und der Ex-Kommissar Tom ermitteln gemeinsam mit Mette, einer gesundheitlich angeschlagenen Kommissarin, ...

In Südschweden geschehen furchtbare Verbrechen: zwei Kinder werden brutal ermordet. Die Polizistin Olivia und der Ex-Kommissar Tom ermitteln gemeinsam mit Mette, einer gesundheitlich angeschlagenen Kommissarin, in diesen mysteriösen Fällen. Im Zuge dieser Ermittlungen stoßen sie auf rassistische Gruppierungen, die Schweden von "Unkraut" befreien wollen. Und mit diesen Leuten ist nicht zu spaßen, sie sind fanatisch in ihren Überzeugungen. Doch stecken sie auch hinter diesen abscheulichen Morden oder gibt es ganz andere Motive als Fremdenhass für diese Verbrechen?
Der Krimi "Die Strömung" vom Autorenduo Cilla & Rolf Börjlind ist am Anfang nur schwer zu ertragen. Die Schilderung der Kindermorde war für mich wirklich sehr heftig, obwohl ich ansonsten gern auch harte Thriller lese. Danach aber nimmt die Geschichte an Fahrt auf und dieser Spannungsbogen wird über die kompletten 525 Seiten gehalten. Anfangs fand ich es etwas schwierig, die verschiedenen Namen richtig zuzuordnen, doch das gab sich im Laufe der Geschichte relativ schnell. Sehr gut hat mir gefallen, dass die ermittelnden Personen allesamt keine Supermenschen sind, sondern alle ihre kleinen Fehler oder Schwächen haben. Das macht das Buch glaubwürdig. Die Nazis, bzw. ihre Aussagen zu den Morden und pauschal zu Ausländern sind so menschenverachtend, dass man sich als Leser einfach empören muss und wahrscheinlich auch soll. Dieser Krimi hat wirklich viel zu bieten: Spannung pur, überraschende Wendungen und Verwicklungen und auch sozialkritische Elemente.
Das Cover ist sehr düster gehalten, es passt zur Gegend, in der die Geschichte spielt. Der Titel ist recht passend, obwohl er nicht so ganz viel über das Buch aussagt.
Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter, für mich war es eines der besten, das ich in den letzten Monaten gelesen habe.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Danke für diese Geschichte!

Ich schenk dir eine Geschichte 2016 - Im Bann des Tornados
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Noah lebt mit seinen Eltern in Köln, die Sommerferien wollen sie in Oklahoma verbringen, wo seine Mutter eine Hütte an einem See geerbt hat. Er findet die Vorstellung, die gesamten Ferien an so einem relativ ...

Noah lebt mit seinen Eltern in Köln, die Sommerferien wollen sie in Oklahoma verbringen, wo seine Mutter eine Hütte an einem See geerbt hat. Er findet die Vorstellung, die gesamten Ferien an so einem relativ einsamen Ort zu leben, furchtbar. Dann stellt sich auch noch heraus, dass es vorerst keinen Strom gibt, das ist dann doch fast zuviel für das Stadtkind. Aber dann lernt er Emma kennen, ein Farmerkind aus der Nachbarschaft. Und er findet einen jungen Hund, der fast gestorben wäre. So kann er dem Landleben mehr und mehr auch schöne Seiten abgewinnen. Doch dann muss er feststellen, dass sie in einer gefährlichen Tornado - Zone wohnen....
Die Autorin Annette Langen hat mit "Im Bann des Tornados" eine spannende liebenswerte Geschichte geschrieben. Noah ist ein sehr sympathischer Junge mit ganz normalen Ängsten, den man einfach liebhaben muss. Das Buch ist in relativ kurze Kapitel eingeteilt, optimal für das erste Selberlesen oder auch für das Vorlesen. Die Sprache ist kindgerecht und flüssig. Eine tolle Idee ist die Bildergeschichte am Ende des Buches, die auch den Lesern, die noch nicht so gut Deutsch lesen, diese Geschichte nahe bringt.
Das Cover zeigt, dass es sich um ein spannendes Buch handelt und passt daher gut ebenso wie der Titel.
Wir, das sind meine Enkel und ich, können dieses Buch wärmstens für Jungen und Mädchen im Grundschulalter empfehlen!