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Veröffentlicht am 03.02.2020

Speziell

Im Netz des Lemming
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Leopold „Lemming“ Wallisch, Ex-Polizist und aktuell Wachmann in einem Tierpark, führt ein recht ruhiges Leben mit seiner Ehefrau Klara und dem gemeinsamen Sohn Ben. Als dieser jedoch eines Tages seinen ...

Leopold „Lemming“ Wallisch, Ex-Polizist und aktuell Wachmann in einem Tierpark, führt ein recht ruhiges Leben mit seiner Ehefrau Klara und dem gemeinsamen Sohn Ben. Als dieser jedoch eines Tages seinen Freund Mario mit nach Hause bringt, ändert sich das schlagartig, denn der Lemming hat den gleichen Weg mit der Bahn zum Arbeitsplatz wie Mario nach Hause. Auf dieser gemeinsamen Fahrt stürmt der Junge urplötzlich aus der Bahn und stürzt sich von einer Brücke zu Tode. Der Lemming ist zutiefst verstört, hat er doch noch versucht, den Jungen von seinem Vorhaben abzubringen – ohne Erfolg. Allerdings hat er beobachtet, dass die Verzweiflungstat des Jungen scheinbar die Reaktion auf eine Nachricht war, die er auf seinem Handy gelesen hatte, das lässt ihm keine Ruhe und so versucht er herauszufinden, was passiert ist.
Der österreichische Autor Stefan Slupetzky hat mit „Im Netz des Lemming“ einen launigen Krimi geschrieben. Sein Protagonist , der Lemming, ist ein liebenswerter, manchmal etwas naiver Charakter, der mir von Anfang an sympathisch war. Auch sein grummelnder, verschrobener Freund Polivka ist im tiefsten Innern ein sehr netter, gerechtigkeitsliebender Mann. Der Schreibstil war für mich gewöhnungsbedürftig, nach kurzer Zeit hat mir die humorvolle und geradlinige Sprache aber ganz gut gefallen. Das Thema der Geschichte ist hochaktuell und wird hier spannend in einen Roman verpackt, es wird deutlich, wie schnell jeder von uns Opfer einer Rufmordkampagne werden kann.
Das Cover ist ungewöhnlich, fällt durch die himmelblaue Farbe und den furchterregenden Schatten eines großen Bären auf. Es gefällt mir wirklich gut, auch wenn ich als Krimi und Thrillerleserin im Buchladen nicht unbedingt auf das Buch aufmerksam geworden wäre. Der Titel ist ebenfalls speziell, ohne jegliche Vorkenntnisse weiß man nicht viel damit anzufangen. Doch nun, nach dem Lesen des Krimis, empfinde ich ihn durchaus als passend.

Veröffentlicht am 29.01.2020

Absolute Leseempfehlung!

Freischwimmen
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Der neunjährige Cymbeline Iglu hat ein Problem, und das ist nicht sein Name: In der Schule ist Schwimmunterricht angesagt, und er, der sportliche Cym, ist noch nie geschwommen! Wirklich noch nie! Seine ...

Der neunjährige Cymbeline Iglu hat ein Problem, und das ist nicht sein Name: In der Schule ist Schwimmunterricht angesagt, und er, der sportliche Cym, ist noch nie geschwommen! Wirklich noch nie! Seine alleinerziehende Mutter war kein einziges Mal mit ihm im Schwimmbad. Wie soll er das nur seinen Freunden und Mitschülern erklären? Oder kann man vielleicht einen Internet-Crash-Schwimmkurs machen? Die Badewanne ist doch sicher groß genug zum Üben, da kann er auch die Aufforderung zu einem Wettschwimmen unbesorgt annehmen, so schwer kann Schwimmen ja wohl nicht sein. Doch nein – es kommt zum befürchteten Desaster – und noch schlimmer…
Das Kinder und Jugendbuch „Freischwimmen“ vom englischen Autoren Adam Baron ist ein wundervoll geschriebener Roman für Selbstleser ab 10 Jahren. Der humorvolle und feinfühlige Schreibstil lässt den Leser mit den Protagonisten leiden, aber auch lachen. Das Buch zieht den Leser von Anfang an in seinen Bann, man fiebert mit Cym seiner Schwimmstunde entgegen und durchlebt mit ihm eine sehr schwere Zeit. Durchgehend besteht eine unterschwellige Spannung, so dass man bis zum überraschenden Ende das Buch nicht weglegen möchte. Die Illustrationen von Benji Davies sind spärlich, gefallen mir aber in ihren Grau und Schwarztönen sehr gut.
Das Cover fällt durch die schimmernde Farbgebung auf, man sieht Cym im Wasser absinken. Der Titel „Freischwimmen – Wer die Wahrheit sucht, muss tief tauchen“ passt im doppelten Sinn zu dieser ergreifenden Geschichte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2020

Feuerfrettchen

Chilli, ich und andere Katastrophen
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Jelko ist elf Jahre alt und hat gerade eine schwierige Phase: In der Schule wird er von Bert Branco, einem weniger netten Zeitgenossen, sehr geärgert. Jelkos Nachname – Pudelund – bietet Stoff für immer ...

Jelko ist elf Jahre alt und hat gerade eine schwierige Phase: In der Schule wird er von Bert Branco, einem weniger netten Zeitgenossen, sehr geärgert. Jelkos Nachname – Pudelund – bietet Stoff für immer neue Sticheleien. Doch nun gesellt sich auch noch ein sehr seltsames Wesen, ein angebliches Feuerfrettchen namens Chilli, zu ihm. Nach einem Einkauf in einem Schuhgeschäft ist es plötzlich da und lässt sich nicht mehr abschütteln. Jelko ist völlig überfordert und weiß nicht, wie er mit dem neuen Mitbewohner, der sich hauptsächlich von Senfbrötchen ernährt, umgehen soll. Das Tier stellt sein ganzes Lesben auf den Kopf und bringt ihn manches Mal in peinliche Situationen. Doch langsam merkt Jelko, dass Chilli auch seine guten Seiten hat.
Nach den „Flätscher“- Büchern hat die hat Antje Szillat mit „Chilli“ einen neuen tierischen Protagonisten erschaffen. Das wilde, aber liebenswerte Feuerfrettchen gefällt mir auch gut. Die Autorin schreibt in einer kindgerechten Sprache, allerdings etwas comiclike mit vielen fettgedruckten Ausrufen oder Gedanken wie „Bäng“, „Uff“ und ähnlichem. Kindern ab Grundschulalter gefällt das sicher gut, erst als Zuhörer, dann aber auch als Selberleser. Die Geschichte ist spannend geschrieben, man freut sich mit Jelko über Chillis Beistand gegen vermeintlich stärkere Gegner. Die Illustrationen gefallen mir eher mittelmäßig, vor allem die Darstellung der Frauen mutet irgendwie altbacken an.
Das Cover wirkt flott, die Farben gefallen mir und die Figuren sind liebevoll ausgestaltet. Der Titel „Chilli, ich und andere Katastrophen“ könnte nicht besser passen und sagt schon einiges über den Inhalt aus.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.01.2020

Würdiger Nachfolger

1794
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Jean Michael Cardell, Stadtknecht in Stockholm im Jahr 1794, erhält Besuch einer ihm unbekannten Frau, die ihn bittet, den grausamen Tod ihrer Tochter Linnea in deren Hochzeitsnacht zu untersuchen. Der ...

Jean Michael Cardell, Stadtknecht in Stockholm im Jahr 1794, erhält Besuch einer ihm unbekannten Frau, die ihn bittet, den grausamen Tod ihrer Tochter Linnea in deren Hochzeitsnacht zu untersuchen. Der frisch angetraute Ehemann wurde des Mordes an ihr beschuldigt und ins Irrenhaus eingewiesen. Alle Indizien scheinen auf ihn als Mörder hinzuweisen, doch Cardell ist sich dieser Sache nicht wirklich sicher. So ermittelt er gemeinsam mit Emil, dem Bruder seines verstorbenen Kollegen Cecil, in diesem furchtbaren Verbrechen. Zeitgleich macht Cardell sich auf die Suche nach Anna Stina, die er aus vergangener Zeit kennt, die jetzt aber vom Erdboden verschluckt zu sein scheint. Ein schwieriges Jahr liegt vor dem Stadtknecht.
Der Roman „1794“, geschrieben vom schwedischen Autoren Niklas Natt och Dag, führt den Leser in ein stinkendes und verruchtes Stockholm im Jahr 1794. In einem tollen Schreibstil lässt der Schriftsteller Bilder in den Köpfen des Lesers entstehen, die diesen nicht so schnell loslassen. Man hat diese dreckige Stadt tatsächlich vor Augen, so genau beschreibt er diesen Ort in einer anderen Zeit. Jean Michael Cardell und Emil Winge sind zwei wirkliche Typen, der eine grobschlächtig und aufbrausend, der andere sensibel und weich, beide aber gerechtigkeitsliebend und von ihrer Arbeit überzeugt. Es ist ein fruchtbares Zusammenspiel dieser Protagonisten, die im Übrigen auch ihre dunklen Seiten haben, was dem Buch sehr gut tut. Die Geschichte, die uns Niklas Natt och Dag erzählt, ist sehr grausam, aber auch spannend bis zum Schluss, obwohl man schon bald weiß, wer der Mörder ist. Dieser Roman ist ein würdiger Nachfolger für „1793“, das ich auch schon verschlungen habe. Es ist sicher hilfreich, wenn man den Vorgängerband kennt, aber nicht absolut notwendig.
Das Cover mit der seitenfüllenden Zahl 1794 mit Teilen einer Ansicht von Stockholm (das denke ich jedenfalls)fällt auf und passt sehr gut in die Reihe, ebenso wie der Titel. Ich hoffe schon auf „1795“!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2019

Abenteuer auf dem Bauernhof

Die Heuboden-Bande - Ermittler mit Scha(r)fsinn
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Auf dem Bauernhof Kraut und Rüben haben Schaf Wolle und Huhn Hilde ein Detektivbüro gegründet. Denn nicht alles ist hier so friedlich wie es auf den ersten Blick aussieht: Das Ferkel Pigsel hat einen Fremden ...

Auf dem Bauernhof Kraut und Rüben haben Schaf Wolle und Huhn Hilde ein Detektivbüro gegründet. Denn nicht alles ist hier so friedlich wie es auf den ersten Blick aussieht: Das Ferkel Pigsel hat einen Fremden auf dem Hof gesehen! Es vermutet sogar, dass es sich bei dem Eidringling um einen gefürchteten Wolf handelt! Wolle findet das sehr unheimlich, schließlich sind Wölfe und Schafe bekanntlich nicht die besten Freunde. Da muss ei sehr gut überlegter Plan her, um den Fremden zu enttarnen und Böses vom Hof abzuwenden…
Die Autorin Ann-Katrin Heger hat zusammen mit dem Illustrator Dominik Rupp ein liebenswertes Buch rund um einen ebenso liebenswerten Bauernhof geschaffen. Die Sprache ist kindgerecht, geeignet sowohl zum Vorlesen wie auch zum Selberlesen bei etwas älteren Grundschülern. Die Bilder sind witzig und detailreich gestaltet. Die Geschichte ist originell und regt die kindliche Fantasie an.
Das Cover zeigt das Ermittlerduo mit passenden Requisiten und tierischen Freunden, es wirkt sehr ansprechend und fällt auf. Der Titel „Die Heuboden-Bande“ mit dem scha(r)fsinnigen Untertitel „Ermittler mit Scha(r)fsinn“ ist toll gewählt und macht neugierig. Er weist auf die tierischen Protagonisten hin.
Dieses Buch ist ein kurzweiliges Gesamtpaket für Kinder im Grundschulalter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere