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Veröffentlicht am 17.09.2019

Eine Poesiegeschichte für zwischendurch

Henry God in König des guten Mutes
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Cover & Titel

Das Cover zeigt eine alte Burg, neben ihr steht ein Baum und der Himmel ist in einem strahlenden Blau. Leider wirkt das Cover etwas verwaschen, was vielleicht an der Auflösung des Bildes ...

Cover & Titel

Das Cover zeigt eine alte Burg, neben ihr steht ein Baum und der Himmel ist in einem strahlenden Blau. Leider wirkt das Cover etwas verwaschen, was vielleicht an der Auflösung des Bildes liegt. Der Titel macht Interesse auf mehr, nämlich wie ist Henry God als Mensch und inwiefern ist er mutig?

Geschichte & Plot

Die Geschichte ist eine reine Poesiegeschichte, die kurz ist aber Überraschungen und Humor bereithält. Die Überschriften sind passend gewählt, was mich aber etwas verwirrte, waren die Randbemerkungen, die mit einem Stern versehen waren. Gerade bei dem Satz »Gerne schickt er den Kindern Albträume, gefangen in Dunkelheit ...« Und etwas oberhalb am Rand steht dann *ha haha ha ha. Darüber bin ich verwundert, denn ich habe die Zeile zum darüber Lachen gesucht. Im Nachhinein fiel mir dann aber auf, dass es auf das böse Lachen bezogen war, nur war es nach wie vor Fehl am Platz für mich aber das ist Geschmackssache. Genauso wie die Sterne für die Mittelaltermusik oder das Liebeslied. Mit viel Fantasie kann man es sich vorstellen, ich hätte aber eine Playlist gut gefunden, damit man sich besser hineinversetzen kann, was der Autor dabei empfunden hat. Es hätte das abgerundet und hätte es eine Spur besonderer gemacht.

Protagonisten

Die Protagonisten fand ich gut, auch der König Henry God gefiel mir. Er ist der Mittelpunkt der Geschichte und ist ein wahrer Held gewesen. Er hat sich vielen getrotzt, war mutig und immer er selbst. Das hat mir gefallen.

Schreibstil

Der Schreibstil ist gut. Dennoch konnte ich das doch recht dünne Buch nicht in einem Zuge lesen, da man es nicht nur auf sich wirken lassen muss, was dort geschrieben steht, sondern weil die nicht beim zweiten Satz immer ein Reim fällt. Beispiel: Wenn ich im ersten Satz mit dem Wort „Baum“ ende, wähle ich beim zweiten Satzende dann das Wort „Raum“. Oft war es aber auch so, dass der erste Satz endete und erst im letzten Satz, vorher folgten noch einige, sich das Wort reimte. Das machte es für mich zeitweilig anstrengend und ich musste das Buch in mehreren Etappen lesen.

Das ehrliche Fazit

Für zwischendurch eine nette Abwechslung, leider mit einigen kleinen Mankos, die vielleicht bei der nächsten Poesiegeschichte ausbleiben.

Veröffentlicht am 22.08.2019

Jugendlich frisch & mit einer klaren Message

Perfect Match
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Cover & Titel
Das Cover finde ich absolut passend zu der Geschichte des Buches. Es ist wunderschön, verspielt und einzigartig. Vier kleine Bilder zeigen Ausschnitte aus der Geschichte um Lacey und Tyler. ...

Cover & Titel
Das Cover finde ich absolut passend zu der Geschichte des Buches. Es ist wunderschön, verspielt und einzigartig. Vier kleine Bilder zeigen Ausschnitte aus der Geschichte um Lacey und Tyler. In der Mitte ziert ein Videofenster diese. Darin steht der Titel des Buches in zwei verschiedenen Schriftarten. Das M ist auf der rechten Seite mit einem Lippenstift verziert. Links unter ihm kann man einen pinken Smiley entdecken. Das ganze Buchcover wird zudem von vielen pinken Sternen und Pünktchen verziert, welches dadurch verspielt wirkt.

Geschichte & Plot
"Als ich das alles hier zum ersten Mal gesehen habe, fand ich es so aufregend. Aber heute kommt es mir vor, als sei ein Instagram-Filter entfernt worden und ich würde erkennen, was nicht perfekt ist." - Seite 368
Die Geschichte wird aus Tracys Sicht geschildert und enthält kleine Ausschnitte aus den Kommentaren, die Tracey auf ihrem Channel „LaceyBlushes“ bekommt. Dies fand ich gut. Vor allem verändern diese sich im Laufe der Zeit. Warum das so ist, verrate ich an dieser Stelle aber nicht. Die Geschichte baut sich langsam aber stetig auf und mir war zu keiner Zeit langweilig. Alles passiert zur richtigen Zeit, an den richtigen Orten und sie ist eine, an der man förmlich haften bleibt, wie Lidschatten am Lidschattenpinsel. Sie bringt Missverständnisse, Verliebtheit, Charme und die richtige Mischung aus wichtigen Themen (YouTube-Influencern und kaputten Familienverhältnissen) mit. Herrlich leicht und mit frischem, jugendlichen Wind ist sie die perfekte Geschichte für zwischendurch. Und das Gute: Es kamen trotz all den Jugendlichen die aufeinander treffen, keine Schimpfworte vor. Selbst bei den Kommentaren von Laceys Abonnenten fiel nicht einer.

Protagonisten
Lacey ist mir von Anfang sympathisch gewesen und ist in ihrer Art herrlich erfrischend, ehrlich gewesen und handelt für eine Jugendliche absolut klasse. Sie ist auch nicht naiv, wie man vielleicht erwarten würde, sondern reflektiert sich immer wieder selbst. Auch, als es von ihren YouTube-Abonnenten Kritik hagelte, die nicht immer konstruktiv blieb, war sie sich treu und ging ihren Weg. Wenngleich dieser nicht immer richtig war, war sie eine Protagonistin die dazugelernt hat. Sie durchlebte eine Veränderung, wuchs an ihren Aufgaben und durch die Hürden die sich ihr in den Weg stellten.

Tyler war am Anfang etwas mürrisch, manchmal auch etwas über den Dingen aber dies war seine Fassade. Diese begann nach und nach zu bröckeln und zum Vorschein kam ein lieber aber gebrochener Junge, der die Musik aus vollem Herzen liebt. Dies merkte man besonders dann, wenn er auf der Bühne stand oder als er Lacey etwas vorgesungen hat. Seine Art hat mir immer mehr gefallen und auch seine Worte. Alleine das er von Lacey nicht loslassen konnte und um sie gekämpft hat, fand ich toll. Was mich wunderte war, dass ihn die Familienverhältnisse nur stärker gemacht und nicht zu Fall gebracht haben. Er bewies Stärke, zeigte aber auch Schwäche.

Schreibstil
Den Schreibstil fand ich sehr gut. Jugendlich, erfrischend, leicht und mit viel Charme.

Das ehrliche Fazit
Eine wunderbare Geschichte mit zwei tollen Hauptprotagonisten, die einen zwischendurch zum Schmunzeln, Lachen und Nachdenken bringen. Für zwischendurch einfach wunderbar! Und eine kleine Message, vor allem im Sinne von Tyler: Egal was dir im Wege steht oder stehen möchte, kämpfe für das, wofür dein Herz in deiner Brust schlägt. Sei stark aber sei auch schwach. Genau das hat er trotz Widrigkeiten vermittelt. Stärke zu zeigen, seine Leidenschaft zu leben, auch wenn nicht alle das verstehen werden. Das müssen sie auch nicht. Und eine kleine Message von Lacey: Verbiege dich nicht für andere Menschen, bleibe dir treu. Was die sozialen Netzwerke betrifft, überlege gut, was du von dir zeigen möchtest und vor allem, wie oft. Lebe dein Leben, welches neben alldem sozialen Kram im Internet läuft, denn nur das beschert dir ein Bauchkribbeln und beflügelt deine Sinne. Genau, dass Internet, Abonnenten und all das was dran hängt ist kein Zuckerschlecken, kostet Zeit und Energie. Gut überlegen, wie viel Zeit man investieren möchte, sodass man dennoch immer Mensch bleibt und keine Maschine.

Bewertung: ♥♥♥♥♥

Veröffentlicht am 21.08.2019

Eine grandiose Enttäuschung hinter buntem Gewand

Die Gärten von Monte Spina
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Cover & Titel
Das Cover ist wunderschön gestaltet worden und lädt mit den Inseln in der Ferne und dem Wasser drumherum zum Träumen ein. Auch die bunten Blumen und Palmen, haben etwas exotisches und weisen ...

Cover & Titel
Das Cover ist wunderschön gestaltet worden und lädt mit den Inseln in der Ferne und dem Wasser drumherum zum Träumen ein. Auch die bunten Blumen und Palmen, haben etwas exotisches und weisen direkt auf Monte Spina hin.

"Denn das Zimmer, in dem ich lag, war nicht nur viel zu kalt. Es war auch zu still. Weil da nämlich keiner mehr war. Keiner, der neben mir lag und atmete." - Seite 14
Geschichte & Plot
Ich habe anhand des Klappentextes gedacht, dass sich in dem Buch eine wunderbare Geschichte verbirgt, die vieles von der Insel Monte Spina preisgibt, ihre Schönheit beschreibt aber auch hinsichtlich der Protagonisten Veränderungen bereithält. Das die Geschichte aber so „abdriftet“, hätte ich nicht gedacht. Was genau ich meine, erkläre ich im Verlauf dieser Literaturkritik. Anfangs fand ich es wirklich schön, als ich die Gedanken von Toni las und ihre Emotionen wirkten auf mich ein. Es war Zeit für eine Veränderung, sodass sie den neuen Job annahm. Soweit so gut. Diese Veränderung brauchte sie, gerade weil ihr Mann Toni verstorben ist und im Leben muss man auch mal etwas Neues wagen. Bis dahin ist alles nachvollziehbar, schön ge- und beschrieben und hat mir Freude gemacht zu lesen. Doch was dann im Laufe der Geschichte passierte, fand ich sehr schockierend und enttäuschend. Eshat mir die Lesefreude von Jetzt auf Gleich genommen. Darauf möchte ich gerne näher eingehen, damit ihr versteht, worum es mir geht. Vielleicht können sich einige von euch erinnern, dass ich zur besseren Erklärung einen Live-Stream auf Instagram gemacht habe. Dies nur, weil viele mich fragten, was ich denn von diesem Buch halten würde und was mir sauer aufgestoßen ist.

Toni nimmt einen neuen Job an und reist nach Monte Spina. Anfangs ist sie etwas zurückhaltend, immerhin ist alles neu, weiß aber wann sie ihren Mund aufmachen muss und verrichtet ihre Arbeit. Sie lernt die Menschen auf der Insel kennen, welche sehr flach bleiben und trifft natürlich auch auf ihren Chef Max Bror. Durch ihn wird die Geschichte nicht zu einer wunderbar-sommerlichen und leichten Lektüre, wie das Cover und der Klappentext verraten, sondern zur mobbingreichen, sexistischen und anstrengenden, über die man noch lange nach dem Lesen nachdenkt.

Der Aufbau der Geschichte ist für mich nicht nachvollziehbar. Es wurde sich an Klischees bedient, was ich eigentlich nicht schlimm finde. Reich, respektlos und auf Frauen aus. Hier war es aber einfach eine Spur zuviel des Guten. Und wenn ich dachte, dass es jetzt genug war, setzte die Autorin noch einen drauf.

Protagonisten (Achtung: Spoiler!)
Jetzt geht es ans Eingemachte. Ich äußere mich nicht zu den Protagonisten einzeln, wie es sonst der Fall ist, sondern zusammen. Max Bror ist Tonis Chef und hat mir von Anfang an nicht gefallen. Gut, wem gefällt ein Mensch schon, der gegenüber anderen Menschen keinen Respekt hat, diesen aber von anderen verlangt? Niemandem denke ich. Er war gegenüber seinen Mitarbeitern, außer seiner Helen respektlos, beleidigend, forsch. Immer wieder ließ er beleidigende, wenn nicht sexistische Äußerungen fallen und gab den jungen Frauen gerne mal einen Klaps auf den Hintern. (An dieser Stelle denkt euch bitte eine Ohrfeige. Meine hätte ich wohl gleich ausgeteilt, würde man das bei mir machen.) Eines davon war, dass Toni bei ihm zwar Rechte aber auch Pflichten hat und das was sie trägt, nicht tragen darf. Er machte ihr Outfit nieder und wollte, dass sie sich für ihn in Schale schmeißt, mit dem Hinweis, sie könnte soviel aus sich machen. Immerhin wäre sie ein junge hübsche Frau. Somit musste sie mit einer seiner Betthüpferleins, die im übrigen zum Oralverkehr „gezwungen“ wurde (Entweder sie spurt oder sie verliert ihren aktuellen Lebensstandard.) shoppen gehen, um sich neue Kleidung zu kaufen. Nämlich die, die dem Bror besser in den Kram passt. Mal ehrlich, welcher Chef verlangt von einem, dass man sich als Gärtnerin so in Schale schmeißen muss, nur weil man auf seinem Anwesen wohnt? Genau, jemand der es auf die Frauen abgesehen hat und mehr von ihnen möchte, als nur ein schlichtes Arbeitsverhältnis. Oder sich lediglich an deren Schönheit aufzugeilen vermag. Aber nicht nur das war die Seite des Herrn Brors, er kann noch ganz anders.

Eine weitere Situation machte mich fassungslos. Nicht nur, dass er Tonis wunden Punkt traf, nämlich den Tod ihre Mannes, nein, er musste da in der frischen Wunde noch ordentlich drin herum buhlen, sodass es schön wehtut. Natürlich ist Verständnis da nicht angebracht. Auch als sein Freund Peter Falkenhayn auf die Insel kam, dachte er sich mit ihm ein gemeines Spiel aus. Peter soll Toni rumkriegen. Erst gibt es jede Menge Süßholzraspelei und Verständnis für ihre Situation, dann wird er forscher, gewaltsamer. Toni wehrte sich mehrmals, sagte er solle aufhören, doch er tat es nicht. Sie musste also einen Tritt austeilen. Erst dieser ließ ihn aufhören. Ganz recht so. Als sie dann herausfand, dass es ein makaberes Spiel von den beiden war, macht sie nichts. Sie steht nur da wie ein kleines Kind. Anstatt den Job zu wechseln, bleibt sie. Was für ein fieses Spiel, auch wenn beide Männer betrunken waren und sich das ausdachten. In der Art, wie Peter Falkenhayn sich aber herangemacht hat, ist es schon mehr als ein Übergriff. Ist kurz fassungslos aber nimmt es hin und arbeitet für Bror weiter und versucht immer und immer wieder, an ihn heranzukommen, mehr über ihn herauszufinden. Und wer jetzt denkt, dass es besser wird, der irrt sich.

Der frühere beste Freund von Tonis verstorbenen Mann, Herr Dohle, auch die Krähe genannt, landet also auf Monte Spina. Laut Toni, wollte er immer Geld von ihr. Herr Bror mischte sich ein und wollte ihm ordentlich einheizen. In dem Moment als ich das las, dachte ich das sich etwas ändern würde und die Autorin das Ruder herumreißt. Vor allem das Herr Bror soweit Menschlichkeit besitzt und Toni im angemessenen Maße hilft, doch weit gefehlt! Es kam zu einer Situation, die mich einfach sprachlos machte, noch jetzt. Menschenunwürdig ist das richtige Wort. Wie ich schon bei Instagram im Live-Stream sagte, ich bin vieles in Büchern gewohnt aber das war das I-Tüpfelchen, welches noch gefehlt hat. Toni und die Krähe unterhalten sich im normalen Tonfall, bis sich dann mit schweren Schritten Herr Bror zu ihnen gesellt. Das was er dann tut, lässt einen das Blut in den Adern gefrieren. Er füllt einen trockenen Alkoholiker ab, wirft ihm sein Leben in Einzelheiten um die Ohren. Toni sitzt sprachlos wie ein stummes Kind daneben und tut nichts. Dann wettert die Krähe gegen Toni, bis er dringend zur Toilette muss. Doch seine Beine knicken ihm weg, niemand hilft ihm. Er pinkelt sich also ein und was macht der Herr Bror? Meint, dass er ihn nicht über Bord werfen würde aber er würde ihn hinter sein Lenkrad klemmen lassen , eine Plane käme darunter und dann kann er sich einpinkeln wie viel er will, denn das wird er. Dann endlich bekommt Toni ihren Mund auf. Denkt ihr, sie kündigt? Nein. Sie bleibt. Diese Szene und die Protagonisten Max Bror und Toni haben mich sprachlos gemacht und angeekelt zurückgelassen. Ab diesem Moment fiel es mir schwer, überhaupt noch weiter zu lesen. Aber da ich auch Bücher, die nicht gut sind, meistens zu Ende lese, habe ich es auch bei diesem getan.

Als Herr Bror Toni dann einlädt, ein Abend zu zweit, stellt er ihr eine Art Club vor. Das Hot Volcano. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Es ist verrucht, junge Frauen rocken unten die Tanzfläche, während oben der Küss-mich-benutz-mich-wir-sind-ungestört-VIP-Bereich ist. Beide sprechen dort miteinander, dann kommt auf den Bror eine Frau zu, die mehr von ihm möchte, doch Toni geht dazwischen. Ein Gefühl von Eifersucht, so denke ich. Ab diesem Zeitpunkt merkt man, dass sie sich in ihn verguckt hat. Der erste Kuss lässt in diesem Kapitel nicht lange auf sich warten. Als sie sich auf den Weg nach Hause machen, teilt er ihr mit, wie geil er auf sie wäre. Auf ihre Lippen und auf ihre Brüste unter ihren dünnen Bluse. Leider (also für die Protagonisten) kommt es da aber nicht zum Austausch von Flüssigkeiten, sondern er bekommt – zu recht, einen auf die Mütze von irgendwelchen Leuten. Dann kommt eine Szene, wo es sich tatsächlich so liest, dass er sie braucht, bis er dann verschwindet und über Wochen weg ist. Toni weiß von nichts aber verhält sich, als sie ihm nachreist, wie ein kleines Kind. Warum reist sie ihm nach? Wieso möchte sie wissen, wie es ihm geht? Wieso reist man so einem Menschen hinterher, der so eine ekelhafte Art an sich hat und entweder nur Beleidigungen oder geile Körper, Brüste und Ärsche kennt? Ich erkläre es euch. Sie ist verliebt.

Als sie ihn dann findet, ist er natürlich abweisend, schickt sie mit den Worten „Schönen Urlaub noch“ nach Hause. Im nächsten Absatz heißt es dann, er hätte ihr einen Wagen zu seinem Haus bestellt. Anstatt dankend abzulehnen, weil sie abgewiesen wurde, lässt sie sich fahren.

Irgendwann kam dann der Punkt, wo sie unten am Strand sitzt, vollkommen durchgefroren. Herr Bror findet sie. Er nimmt sie in seine Arme, begleitet sie in ihr Zimmer und lässt ihr ein heißes Bad ein. Jetzt könnte man denken, wie lieb von ihm. Er ändert sich vielleicht doch noch. Zumindest ist da dieser kleine Funken Hoffnung. Sie zieht sich vor ihm aus, ohne sich zu schämen oder ohne das es ihr unangenehm ist. Folgt mal meinem Gedankengang: Sie zieht sich vor ihrem Chef aus, der ihre Wunden immer wieder aufgerissen hat und sie beleidigt hat. Der, der sich das Spiel ausgedacht hat mit seinem tollen Freund Peter. Und sie steht da wie ein kleines Kind, und denkt sich nichts dabei. Sie hatten vorher noch keinen Geschlechtsverkehr, sondern sich nur geküsst. Sie steigt also in die Badewanne und genießt die Wärme. Als sie die Shampooflasche nicht aufbekommt, um sich die Haare zu waschen, hilft er ihr. Doch was tut er dann? Er shampooniert ihr die Haare und erzählt ihr, dass er das bei seiner Mutter auch immer tat und es genossen hat. Ich konnte bei den Zeilen nur noch den Kopf schütteln und das „Ich hab dich sehr lieb“ und „Schlaf mit mir“ von Toni kurz danach, hat mich fast dazu gebracht das Buch in die Ecke zu werfen. Und ja, sie haben miteinander geschlafen. Wenn schon, denn schon. Aber ehrlich: Wer würde das tun? Wer würde mit diesem Menschen schlafen, der schon so vieles zu Nichte gemacht hat? Der die Krähe abgefüllt hat und all das was davor und danach kam, ohne schlechtes Gewissen tat? Selbst als seine Helen, ihn darauf ansprach, hatte ich die Hoffnung, er würde sich ändern aber nein, warum auch? Nun hat er wieder was er möchte. Eine Frau die sich verliebt hat, wie auch immer das funktioniert bei so einem Menschen und seine Lust wurde befriedigt. Was möchte Mann mehr?

Gefühlte tausend Gespräche, die Versuche den Bror umzustimmen, zu verändern, an ihn heran zu kommen später, erfuhr man ein bisschen von ihm. Die Gespräche haben aber so gut gewirkt wie Nasenspray gegen Blattläuse, nämlich nicht im geringsten. Er stieß Toni wieder von sich weg, bis er irgendwann einsam und alleine in seinem Kämmerchen starb.

Dann kam der Prolog. Toni hingegen lebt ihr Leben mit einem neuen Mann, der zwei Kinder hat. Aber ehrlich? Ich kann sie nicht ernst nehmen. Ich konnte die Protagonisten nicht ernst nehmen. Wo ich anfänglich noch Sympathien für Toni hatte, waren diese mit einem Male ausgelöscht. So verhält sich doch keine erwachsene Frau. Es kam mir vor als wäre sie ein kleines Kind, welches immer wieder mit dem Kopf durch die Wand möchte, nur um auch geliebt zu werden. Das Herz eines Menschen erreichen, der schlimme frühkindliche Erfahrungen gemacht hat und immer als er sie weg stieß, musste sie immer wieder angekrochen kommen. Reagiert so eine erwachsene Frau? Irgendwann ist doch einfach genug. Es hat vor allem nichts vorangebracht. Weder ihr Charakter, ihre Art hat sich in einer Art und Weise geformt, noch der von Herrn Bror. Da kam einfach nichts.

Schreibstil
Der Schreibstil ist gut, vor allem die Beschreibungen der Landschaft sind sehr gut gelungen.

Das ehrliche Fazit
Natürlich dürfen Protagonisten polarisieren, sich treu bleiben und manchmal brauchen Bücher Stinkstiefel. Bücher und Geschichten brauchen aber nicht Gewalt, Frauen die vor Männern kuschen, gegebenenfalls mal den Mund aufmachen. Wir Frauen sind doch keine Marionetten. Gerade in der heutigen Zeit, wo wir „Ja“ zum Feminismus sagen, tut solch eine Geschichte zu lesen einfach nur weh. Ich verstehe, dass der Herr Bror in seiner frühen Kindheit schlechte Erfahrungen gemacht hat, keine Frage. Das wirkt sich immer auf den Charakter und das spätere Handeln aus. Ich hätte mir eine Veränderung auch von ihm gewünscht, doch stattdessen hat mich die Geschichte wütend und enttäuscht zurück gelassen. Themen wie Gewalt, Übergriffigkeit und Mobbing sollten angesprochen werden aber nicht in dieser Art ausgereizt werden. Ja, ich habe persönliche Erfahrungen damit machen müssen und habe meine Grenzen. Aber das war über die Grenze hinaus. Ich habe vom Klappentext und von dem wirklich wunderschönen Cover etwas Anderes erwartet. Ich fühle mich getäuscht. Und auch wenn das Schreiben eine Kunst ist, hat die Kunst da für mich aufgehört.

Veröffentlicht am 01.08.2019

Perfectly wunderbar!

Perfectly Broken
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Cover & Titel
Das Buch kommt in einem weiß-grau-goldenen Cover daher und wirkt wie Marmor, der durch eisige Kälte eingerissen ist. Da wo die Risse zu sehen sind, verläuft flüssiges Gold wie in einem Fluss ...

Cover & Titel
Das Buch kommt in einem weiß-grau-goldenen Cover daher und wirkt wie Marmor, der durch eisige Kälte eingerissen ist. Da wo die Risse zu sehen sind, verläuft flüssiges Gold wie in einem Fluss das Wasser. Dieses spiegelt für mich das Licht im Leben der Protagonistin Brooklyn wider, der bröckelnde Marmor ihre innerliche Zerrissenheit. Ihre Angst ihr Leben wieder mit allen Sinnen zu genießen und die Kälte die sie verspürt, seitdem ein Stück ihres Herzens ihr schmerzhaft entrissen wurde.

"Der Stoff meiner Augenbinde roch nach Thomas und seinem Aftershave, nach Vertrautheit. Nach meinem Zuhause." - Seite 7


Geschichte & Plot
Die Geschichte ist wunderschön, wirklich. Alleine diese Idee mit der Tür, die zwei Wohnungen voneinander trennt, ist toll. Bei Instagram erzählte die Autorin Sarah Stankewitz, als sie den Account vom Forever Verlag moderierte, wie sie zu dieser Idee gefunden hat. Wer es nicht gesehen hat und anschauen mag, klickt hier. Ich bin auf jeden Fall froh, dass sie das für ihre Geschichte genutzt hat. Die Geschichte hat mich einfach mitgerissen, mit jedem Wort, in jeder Zeile. Von Seite zu Seite. Vom Anfang bis zum Ende. In Zwischensequenzen erfahren wir von Momenten, die sie mit Thomas verbracht hat und die Kapitel wechseln sich zwischen Brooklyn und Chase ab. Die Sicht auf beide Protagonisten fand ich sehr spannend und gut, da wir somit einen Einblick in deren Gedanken und Gefühle bekommen. Diese Thomas-Momente hingegen zu lesen, sind nicht nur Momente die einem Gänsehaut bescheren, sondern auch das ein oder andere Tränchen kullern lassen. Taschentücher also bitte parat halten, ich garantiere für nichts, außer für eine wunderbare Lesezeit mit diesem Buch.

Die ganze Geschichte entwickelt sich in einem guten und angemessenen Tempo und es geht mal einen Schritt nach vorne, dann wieder drei Schritte rückwärts, was aber verständlich wird, wenn man dieses Buch liest. Dies tut ihr aber gar keinen Abbruch, sondern alles passiert genau zur richtigen Zeit. Wunderbar gemacht, liebe Sarah!

Ich bin der Meinung, dass ich gar nicht viele Worte schreiben brauche, ihr bemerkt meine Sprachlosigkeit, oder? Es ist und bleibt zauberhaft und ist eines meiner Jahreshighlights in diesem Jahr.

Protagonisten (Achtung: Kleiner Spoiler!)
Die Protagonistin Brooklyn fand ich von Anfang an wundervoll und habe in jeder Zeile mit ihr mitgefühlt, wenn die Traurigkeit sie überkam. Es gab Momente, wo ich mich fragte, warum sie wieder drei Schritte zurück macht. Dann aber wurde mir bewusst, was sie in ihrem Leben durchgemacht hat und warum sie so handelt, wie sie handelt. Ich fand das zeitweise sogar total niedlich, vor allem in der Szene, wo sie betrunken war. An dieser Stelle möchte ich den Satz nicht zitieren aber ich habe Tränen gelacht. Einfach herrlich und humorvoll die Dame. Ich habe sie sehr ins Herz geschlossen und habe ihr ein Happy End gewünscht. Ob dieses jedoch eintrifft, lest selbst.

Chase, der liebe Chase. Was ein wunderbarer, junger Mann. Er brachte viel Geduld mit, seine Worte trafen direkt in mein Herz und hach, kann es nicht mehr solcher Männer geben? Wie er mit Brooklyn umgegangen ist, wie vorsichtig und einfühlsam, auch in diesem einen Moment und nein, ich meine keinen Sex. Ich wünschte, dass mehr Frauen so einen Mann an ihrer Seite hätten. Vor allem einen Mann, der einem Bücher vorliest und Klavier spielen kann. River flows in you. Einziger „Nachteil“ war, ich konnte mir sein Aussehen überhaupt nicht vorstellen. Ich habe es versucht, bin aber kläglich gescheitert. Aber wie sagt man so schön? Nicht das Aussehen zählt, sondern der Charakter und die Taten des liebenden Herzens.

Molly, Brooklyns Freundin fand ich klasse! Ihr Humor war so köstlich und der ein oder andere Spruch hätte von mir kommen können. So eine wunderbare Person. Ich habe sie in mein Herz geschlossen. Ebenso auch Troy, der beste Freund von Chase. Und wer weiß, wer weiß, bändeln die beiden vielleicht in einem der nächsten Bände an? Ich wünsche es mir!

Schreibstil
Der Schreibstil war absolut schön und gut zu lesen. Die Momente wurden einfühlsam beschrieben, jedes Detail und jede Situation konnte ich mir bildlich vorstellen. Ich war einfach mittendrin.

Das ehrliche Fazit
Ein Buch das aufzeigt, dass Liebe und Verlust nah beieinander liegen aber man das Licht nie aus den Augen lassen sollte, auch wenn es nur schwach leuchtet. Mein Jahreshighlight und das Highlight an Emotionen und wunderbaren Protagonisten.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Der schwarze Thron - Die Schwestern

Der Schwarze Thron - Die Schwestern / Die Königin
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Cover- und Titel
Das Cover zu „Der schwarze Thron“ liebe ich sehr. Ich mag die Cover der einzelnen Bände, sowie das Cover des Sammelbandes. Dieser ist in schwarz-weiß gehalten und wird von einer Krone ...

Cover- und Titel
Das Cover zu „Der schwarze Thron“ liebe ich sehr. Ich mag die Cover der einzelnen Bände, sowie das Cover des Sammelbandes. Dieser ist in schwarz-weiß gehalten und wird von einer Krone geziert. Auf dem Weiß trägt sie die Farbe Rosé-gold, auf dem Schwarzen die Farbe Gold. Es ist die Krone der angehenden Königin. Auf beiden Seiten der Krone kann man eine Mischung aus Nebel und Rauch erkennen, aus denen Vögel fliehen. Ich finde, dass das Cover mit der Geschichte harmoniert. Alles ist ganz wunderbar aufeinander abgestimmt und fällt einem durch den tollen Titel in goldener Schrift auf. Wer es nicht weiß, es ist ein Mix aus den Covern von Band 1 und Band 2, wobei beide Bände Weiß sind. Ein echter Hingucker!



Geschichte & Plot
Die Geschichte dreht sich um die drei Schwestern Katharine, Arsinoe und Mirabella. Eine von ihnen wird Königin aber nur wenn sie ihre beiden Schwestern tötet. Als ich den Klappentext das erste Mal las, war ich baff. Stellt euch mal vor, ihr habt zwei Schwestern und müsst beide töten, nur damit ihr den Thron besteigen könnt und Königin werdet. Wahnsinn, oder?

Die Geschichte wird aus der dritten Person geschildert und erzählt wird immer über die Schwester, dessen Ort als Überschrift genannt wird. Da wären einmal das Greavesdrake Haus (Katharine), Rolanth (Mirabella) und Wolfsquell (Arsinoe). Nach und nach lernen wir die Schwestern und ihre Gaben kennen, bekommen Einsicht in ihre Ängste und Hoffnungen aber auch in ihr Liebesleben. Nach und nach bekommen wir auch einen Einblick in ihre Lebensgeschichte und ihren Charakter, zweiteres geht in der Geschichte eher unter. Dazu aber später mehr. Die Orte an denen sie verweilen werden beschrieben und wir bekommen einen Einblick in die Welt, in der sie leben. Ihre Ersatzfamilie aber auch Freunde lernen wir kennen und selbst ihre Lebensgeschichten kommen ab und an zutage. Anfangs fand ich alles etwas verwirrend, fand nicht gleich hinein. Ich wusste nicht wer zu den Giftmischern (Katharine), den Elementarwandlern (Mirabella) und den Naturbegabten (Arsinoe) gehörte, denn es kamen einige Personen auf einen zu. Hier wäre eine Aufzählung aller Personen wirklich von Vorteil gewesen. Am Anfang der Geschichte wurde alles in Häppchen serviert, weshalb die Geschichte langsam vor sich hinplätscherte, was ich als gut empfand aber mit einer wirklich guten Handlung, die immer wieder den Spannungsbogen in die Hand nahm und für Überraschungen sorgte.

Protagonisten
Katharine ist die Giftmischerin und lebt im Greavedrakes Haus. Sie musste seit frühester Kindheit vergiftetes Essen zu sich nehmen, selbst Gifte herstellen und Gefangene mit ihren Giftmischungen in den Tod schicken. Sie gab einen sehr ängstlichen Charakter ab, Widerworte waren überhaupt nicht ihre Welt. Vieles ließ sie, ohne sich zu wehren, über sich ergehen. Ja und Amen. Was die Anderen sagten, stand an erster Stelle. Ihre Gabe war nur schwach ausgeprägt und dennoch hat sie in meinen Augen alles gut gemeistert, vor allem beim Beltanefest war ich sehr überrascht von ihr. Das hat ihr einen Pluspunkt bei mir eingebracht. Schade fand ich, dass sie wirklich wenig Kapitel zugesprochen bekam und in denen, wo sie wieder auftauchte, nicht aus sich herauskam und mehr die anderen Protagonisten agieren ließ. Sie hat einfach keinen Wandel durchgemacht und es gibt nichts, wo ich sagen würde, dass fand ich gut an ihr, dieses und jenes hätte mich überrascht. Ich hätte sehr gerne noch mehr von ihr gelesen, auch wenn es um das Thema Liebe geht.

Und vor allem fehlt ihr in Band 1 eines: Eine Entwicklung in der ganzen Zeit und etwas mehr Emotionalität, wenn es darum geht, ihre Schwestern töten zu müssen. Was fühlt sie dabei? Möchte sie das wirklich? Gibt es aus der Vergangenheit etwas, was als Erinnerung immer wieder aufkeimt? Etwas, was sie abhält, vielleicht sogar verbindet?

Mirabella ist die Elementarwandlerin und lebt in Rolanth. Sie kann die Elemente beeinflussen. Feuer ist ihr stärkstes Element, welches sie am besten beherrscht. Ich fand, dass Mirabella sehr im Mittelpunkt stand, auch weil sie die Unterstützung vom Tempel zugesichert bekam. Ansonsten fand ich ihren Charakter in Ordnung. Er war weder herausragend, noch langweilig, hielt aber auch keine Überraschungen bereit. Von ihr kam nichts, was mich zum Nachdenken gebracht hätte, bis auf die eine Erinnerung aus ihrer Kindheit. (Ich glaube das war Mirabella – sorry, wenn es nicht so war.) Das war der Moment wo ich eine Prise Salz vor die Füße bekam, um nachzudenken, mir ein Bild davon zu machen, wie vielleicht die Beziehung der drei Schwestern war. Mirabella war so die Mittelpunktprotagonistin, die aber trotzdem nichts versprühte, an dem ich hängen geblieben bin. Was das Belatanefest angeht, hat sie ihre Aufgabe sehr gut gemeistert, auch wenn es anders ausging als geplant. Begeistern konnte sie mich aber auch nicht. Auch hier fehlt die Entwicklung und es kommen dieselben Fragen wie bei Katharine auf.

Was fühlt sie bei dem Gedanken ihre Schwestern zu töten? Gab es etwas in ihrer Kindheit, was sie und ihre Schwestern verbunden hat? Stellt sie sich vielleicht gegen den Tempel?

Arsinoe ist die Naturbegabte und lebt in Wolfsquell. Ihre Eigenschaft sollte eigentlich damit verbunden sein, Wölfe oder Bären zu zähmen, mit der Natur eins zu sein, sie zu beherrschen, doch diese Seite hat sie nicht zeigen können. Hier kam ihre Freundin Jules beim Beltanefest zum Zuge. Es fehlte einfach und machte ihr Sein unrund. Stattdessen stand ihre Freundin Jules oft im Vordergrund und ich hatte das Gefühl, dass es gar nicht so wirklich um Arsinoe ging. Ich fand, dass Arsinoe eines der schwächsten Charaktere von den Dreien war. Erst als es zum Ende hin spannend und auch teils aufregend wurde, lernte ich sie besser kennen aber dann war es auch schon vorbei. Ich hoffe das der zweite Band mehr von ihr zeigt.



Das ehrliche Fazit

Eine ganz wunderbare und langsam anlaufende Geschichte, welche aber wenn es um die Protagonisten geht Schwäche zeigt.