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Veröffentlicht am 30.12.2017

Tu nichts Böses!

The Fourth Monkey - Geboren, um zu töten
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Cover:
Schlicht und trotzdem ausdrucksstark beschreibt dieses Cover wohl am besten. Auf dem matten, schwarz-weißen Hintergrund prangt groß der Buchtitel in auffallend roter Schrift. Um ihn noch mehr zu ...

Cover:
Schlicht und trotzdem ausdrucksstark beschreibt dieses Cover wohl am besten. Auf dem matten, schwarz-weißen Hintergrund prangt groß der Buchtitel in auffallend roter Schrift. Um ihn noch mehr zu betonen, ist er zusätzlich erhaben und in Hochglanz gestaltet. Über dem Titel befindet sich passend dazu ein Affe, der, genauso wie der Untertitel, komplett schwarz und ebenfalls glänzend ist.
Mir gefällt die Gestaltung des Covers sehr gut. Der Affe stellt auf simple Weise den Bezug zum Inhalt her und die Farben kann man als klassisch für Thriller bezeichnen. Meiner Meinung nach weiß man auf den ersten Blick mit was für einer Art Buch man es hier zu tun hat.

Inhalt:
Detective Sam Porter wird zu einem Unfall gerufen, was ihm zunächst äußerst merkwürdig erscheint – was hat die Mordkommission bei einem Unfall zu suchen? Doch als er das weiße Päckchen mit der schwarzen Kordel erblickt, ist ihm alles klar. Diese sind das Markenzeichen des Four Monkey Killers, kurz 4MK, den Porter nun seit bereits 5 Jahren jagt. Alles hat den Anschein, dass der Überfahrene der gesuchte Serienmörder ist. Doch das Päckchen mit dem Ohr bedeutet, dass er ein neues Opfer entführt hat, das immer noch gefangen gehalten wird.
Neben Porter, der nach einem schweren Schicksalsschlag gerade erst langsam in den Dienst zurückkehrt, lernen wir auch sein Team kennen. Dieses besteht aus Clair, Nash und Kloz (Kurzform von Klozkowski). Außerdem treffen Nash und Porter an dem Unfallort den jungen CSI-Beamten Watson, der ihnen so positiv auffällt, dass sie in kurzerhand in ihre Sonderkommission aufnehmen.
Im Laufe des Buches begleiten wird das Team dann bei den Ermittlungen, dabei spielt sich alles innerhalb von nur zwei Tagen ab. Die Kapitel sind aus Sicht von Porter geschrieben und haben alle einen Zeitstempel, sodass man die Ermittlungen quasi in Echtzeit mitverfolgt. Zusätzlich gibt es auch Kapitel aus der Sicht des Opfers, die die Spannung nur weiter anheizen, da man hautnah miterlebt, was es erleiden muss. Und weil das noch nicht genug ist, gibt es auch noch Kapitel die ein Tagebuch widergeben. Dieses Tagebuch gehört keinem geringeren als 4MK und so erfahren wir Stück für Stück wie er zu dem wurde was er heute ist und was seine Beweggründe hinter all den Taten sind. Da am Ende des Buches, der Showdown an zwei verschiedenen Orten stattfindet, begleiten wir die Geschehnisse dann noch abwechselnd aus Porters und aus Clairs Sicht.
Nachdem diesem eigentlichen Ende und Höhepunkt, gibt es dann noch ein Kapitel, was zwei Tage nach den Geschehnissen spielt. Dieses stellt dann auch das Ende des Buches dar und die letzten Worte deuten etwas an, was einen geradezu nach dem Folgeteil gieren lässt.

Fazit:
Zu diesem Buch fällt mir nichts anderes ein als einfach nur gelungen und es gehört zu meinen absoluten Highlights des Jahres! Dieser Thriller besitzt genau die richtige Mischung aus Brutalität, Psychospielchen und Spannung.
Bei einem so gerissenen Serienkiller, der fünf Jahre unentdeckt bleiben konnte, war mir sein Unfalltod von Anfang an suspekt und ich dachte eher an eine Inszenierung. Hier ist auch der einzige Punkt der mich etwas gestört hat: dass die erfahrenen Ermittler dies nicht ein einziges Mal in Erwägung gezogen haben. Ob ich mit dieser Vermutung nun aber richtig lag, müsst Ihr selbst herausfinden.
Der Spannungslevel ist konsequent hoch und immer wieder gibt es neue Erkenntnisse, die den Leser eiskalt erwischen und alle Vermutungen über den Haufen werfen. Wie die Ermittler, steht man vor einem Rätsel und immer wenn man denkt man würde langsam dahinter kommen, taucht ein Hinweis auf, der in die komplett andere Richtung deutet – einfach genial! Das alles wird dann noch von der großen Wendung der Story getoppt, die ich so nie hätte kommen sehen.
Besonders gelungen sind auch die Charaktere. Porter ist absoluter Sympathieträger, aber auch die anderen Personen haben alle ihren ganz eigenen Charakter, der von Anfang an deutlich wird und durch das ganze Buch erkennbar ist. Da es sich um den Auftakt einer Reihe handelt, finde ich dies besonders wichtig und ich freue mich schon jetzt auf mehr von diesem Team.
Was das Buch letztendlich zu einem Highlight für mich gemacht hat, sind die Tagebucheinträge. So lernt man den Täter noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen, kann hinter die Fassade blicken und zumindest versuchen nachzuvollziehen.
Für dieses Buch kann ich somit eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen. Mehr noch: ich lege jedem Thrillerfan nahe, dieses Buch zu lesen – Ihr verpasst sonst was!

Veröffentlicht am 19.12.2017

Gelungener Reihenauftakt

Die perfekte Gefährtin
1

Cover:
Das Cover ist sehr schlicht und schreit trotzdem förmlich nach Thriller. Das komplett schwarze Buch ziert nur ein Falter, der durch seine weiß-blaue Färbung fast schon durchscheinend bis leuchtend ...

Cover:
Das Cover ist sehr schlicht und schreit trotzdem förmlich nach Thriller. Das komplett schwarze Buch ziert nur ein Falter, der durch seine weiß-blaue Färbung fast schon durchscheinend bis leuchtend wirkt. Die Flügel des Falters sind beschädigt und rechts und links von dem Insekt sieht man Flecken, die ebenfalls zu leuchten scheinen. Dazu passt die blaue und weiße Schrift, die gewählt wurde um Autorenname und Buchtitel abzubilden, perfekt und unterstreicht das Gesamtbild.
Einen direkten Zusammenhang zwischen Cover und Inhalt kann ich nicht herstellen, interpretatorisch gibt es da aber doch einigen Spielraum, sodass es durchaus stimmig ist. Generell scheinen Schmetterlinge und Falter auf Thriller-Covern zurzeit aber angesagt zu sein, wie man bei entsprechender Suche recht schnell sehen kann.

Inhalt:
Luc Callanach beginnt als Detective Inspector seinen Dienst bei der Polizei in Schottland und schnell wird klar, dass er seine Tätigkeit bei Interpol in Frankreich nicht freiwillig aufgegeben hat. In dem Buch begleiten wir ihn bei seinem ersten Fall, den der verschwundenen Elaine Buxton, deren sterbliche Überreste in einer abgebrannten Waldhütte gefunden werden. Doch was weder er, noch sein Team ahnen können, ist, dass Elaine keineswegs tot ist und ihr Entführer ihren Tod nur vorgetäuscht hat.
Sie wurde entführt, um vom Täter zu seiner perfekten Gefährtin gemacht zu werden und dafür will er sie für sich allein. Während Callanach und sein Team also „nur“ nach einem Mörder suchen, wissen sie gar nichts von dem Wettlauf um die Zeit, in dem sie sich befinden. Und genau das ist es, was das Buch so spannend macht. Denn als Leser weiß man von Anfang an, dass Elaine keineswegs ermordet wurde. Außerdem ist auch der Täter dem Leser von Anfang an bekannt und einige Kapitel sogar aus seiner Sicht geschrieben. Diese sind teilweise sehr brutal, sodass auch sie das Spannungslevel hoch halten.
Neben Callanach und seinem Team, lernen wir auch noch seine Kollegin Ava kennen, die sich schnell zu seiner bis dahin einzigen Freundin entwickelt. Sie selbst arbeitet an einem Fall, bei dem es um ausgesetzte Neugeborene geht. Auch dahinter verbirgt sich mehr, als es zunächst scheint und auch wenn er im Klappentext keine Erwähnung findet, nimmt er im Buch doch einigen Platz ein.
Eine weitere Person die ich gerne erwähnen möchte, ist Detective Constable Tripp, der Callanach als einer der wenigen von Anfang an respektiert und angemessen behandelt hat. Immer wieder hat er im Buch in wichtigen Schlüsselmomenten eine Rolle gespielt und wurde schnell zum Sympathieträger.
Am Ende werden beide Fälle gelöst und der Leser bleibt auch hinsichtlich der privaten Aspekte mit keinen Fragen zurück. Dabei passieren immer wieder Dinge, die geschickte Wendungen und Überraschungsmomente beinhalten und so die Spannung stets oben halten.
Sprachlich ist das Buch einfach gehalten, was aber keineswegs negativ zu verstehen ist. Fields nutzt eine Sprache die sehr verständlich ist und ein flüssiges Lesen erlaubt. Die Schauplätze und Geschehnisse werden ideal beschrieben, sodass man sich alles bildlich vorstellen kann und mit den einzelnen Charakteren mitempfindet.

Fazit:
Bei „Die perfekte Gefährtin“ handelt sich um den Auftakt einer neuen Reihe um Luc Callanach. Dabei werden sicher auch Ava, Tripp und andere Charaktere des ersten Bandes weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Bei Thriller-Reihen ist es für mich immer wichtig, dass mir die Ermittler sympathisch sind, damit ich weitere Bücher lese. Denn ein Buch mit einem weniger sympathischen Charakter kann ich schon mal lesen, habe dann aber keine Lust mich mit dieser „Person“ weiter zu befassen. Wenn, wie hier, zusätzlich der Erzählstil und das Spannungslevel passen, verfolge ich eine solche Reihe gerne weiter.
Kleine Abzüge gibt es dafür, dass das Buch sehr vollgepackt war. Avas Fall nahm sehr viel Platz ein, obwohl er auf dem Klappentext nicht einmal Erwähnung findet. Zudem passieren auch im Privatleben der verschiedenen Charaktere sehr viele Sachen. Sieht man das als Grundlage für die folgenden Stories, wäre das nicht weiter schlimm, allerdings findet alles noch im ersten Teil eine Auflösung. Für meinen Geschmack war das etwas zu viel des Guten, hat der Spannung letztendlich aber nicht geschadet. Ich vermute, dass die Autorin damit einen besonders fulminanten Auftakt kreieren wollte und hoffe, dass die folgenden Bücher weniger vollgepackt sein werden. Da das aber der einzige Kritikpunkt ist, kann ich für das Buch eine klare Leseempfehlung aussprechen und sehe die Reihe als eine an, bei der es sich lohnt sie weiterzuverfolgen. Zudem ist dieser Punkt sehr subjektiv zu bewerten. In der Leserunde, in deren Rahmen ich das Buch vorabgelesen habe, gab es viele Stimmen, die das überhaupt nicht störend fanden.

Veröffentlicht am 19.10.2017

Erschreckend realistisch

BLACKOUT - Morgen ist es zu spät
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> https://blackndbeautiful.wordpress.com/2017/10/18/blackout-morgen-ist-es-zu-spaet/
Cover:
Der gesamte Buchumschlag ist tiefschwarz, mit roter und weißer Aufschrift. Das Titelbild wird großflächig vom ...

> https://blackndbeautiful.wordpress.com/2017/10/18/blackout-morgen-ist-es-zu-spaet/
Cover:
Der gesamte Buchumschlag ist tiefschwarz, mit roter und weißer Aufschrift. Das Titelbild wird großflächig vom Buchtitel in roter Schrift bedeckt und in dem „O“ findet sind ein Power-On/Off-Symbol. Dieser schlichten Gestaltung gelingt es auf subtile Weise einen Zusammenhang zum Inhalt herzustellen. Nicht nur durch das dargestellte Symbol, sondern auch durch die rote Schrift auf schwarzem Hintergrund – mich erinnert diese stark an eine Notbeleuchtung.
Im Buchladen würde ich „Blackout“ definitiv in die Hand nehmen und mich näher damit befassen. Somit erfüllt das Cover genau seine Aufgabe.

Inhalt:
Das Buch ist in Hauptkapitel in Form von Tagen unterteilt und innerhalb der Tage in Unterkapitel. Diese tragen jeweils den Titel des Ortes oder der Stadt in der sie spielen und helfen so der Orientierung des Lesers. Sie sind sehr kurz gehalten (im Schnitt circa 5 Seiten), sodass man schnell in das typische „Ein-Kapitel-geht-noch“-Muster verfällt. Die Handlung beginnt mit Tag 1, dem Tag des Stromausfalls. Man steigt in das Geschehen durch verschiedene Figuren an verschiedenen Schauplätzen ein und erlebt den Ausfall so quasi hautnah mit. Dabei handelt es sich um Schlüsselpersonen, die später an der Krisenlösung beteiligt sind und auf die man dementsprechend im Buch immer wieder trifft. Auch den Protagonisten Piero Manzano lernt man gleich zu Beginn kennen und begleitet ihn von dort an bei seiner Entdeckung des Hackerangriffs bis hin zu seinem Versuch die Behörden und Unternehmen darauf hinzuweisen. Als er endlich Gehör findet, beginnen die Ermittlungen und der Kampf gegen den unbekannten Gegner. Manzano wird als externer Berater für diese Ermittlungen herangezogen und während man diese als Leser an den verschiedenen Orten begleitet, werden nach und nach die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Vorfällen in den Städten deutlich und die verschiedenen Akteure treten in Kontakt zueinander.
Zwischen den Unterkapiteln der verschiedenen Orte, gibt aus auch wenige aus der „Kommandozentrale“. Diese Kapitel geben Einblicke in das Handeln der Verursacher der Ausfälle, sind aber sehr kurz gehalten, sodass sie nur sehr wenig verraten.
Im Laufe des Buches spitzt sich die Lage immer weiter zu und die Folgen der Ausfälle werden immer dramatischer, wobei es keine Aussicht auf eine Besserung oder Behebung zu geben scheint. Darauf wie sich die ganze Lage genau entwickelt und ob und wie die verschiedenen Ermittlern den Attentätern auf die Spur kommen, möchte ich nicht weiter eingehen, da das wichtige Schlüsselmomente spoilern würde.

Der Schreibstil von Marc Elsberg ist sehr angenehm und erlaubt ein flüssiges Lesen. Aufgrund der Thematik gibt es viele Fachbegriffe, er schafft es jedoch diese geschickt einzubinden und zu erklären, sodass man auch als Laie zu keinem Zeitpunkt ratlos oder überfordert ist oder gar der Lesefluss dadurch gestoppt werden würde. Trotz der Länge von 800 Seiten, wird das Level an Spannung durchweg aufrechterhalten. Die Spannung rührt vor allem daher, dass alles so unwahrscheinlich nachvollziehbar und vorstellbar ist. Durch die reale Existenz der Schauplätze und die gut recherchierten Fakten, kommt man als Leser mehr als nur einmal an den Punkt wo man sich ernsthaft frägt „Was wäre wenn…?“.

Fazit:
Zu Beginn erschien mir der Einstieg etwas lang und zu ausführlich. Beim Lesen habe ich aber schnell gemerkt, dass dies notwendig ist, um alle Akteure ausreichend vorzustellen und den Leser an diese heranzuführen, sodass man auch im Laufe des Buches den Überblick behält und die Handlung nachvollziehen kann.
Nach diesem kurzen Zweifel, der schnell aus dem Weg geräumt war, hat mich das Buch dann sofort gepackt. Man steigt direkt in das Geschehen ein, somit herrscht von Anfang an Spannung. Man will unbedingt wissen wie es weiter geht und die kurzen Kapitel verwandeln das Buch zu einem absoluten Page-Turner. Hätte ich in letzter Zeit nicht so wenig Zeit zum Lesen gehabt, ich hätte das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Man bekommt mehr als nur einen Anstoß sich Gedanken über die Welt zu machen in der wir leben und wie viele Dinge wir als selbstverständlich betrachten. Aufgrund dessen und mit dem Hintergrund, dass die Story von Blackout sehr realistisch ist und theoretisch so denkbar wäre kann ich hier eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Das Buch gehört zu meinen Lesehighlights von 2017!

Veröffentlicht am 07.07.2019

Die starken ersten 2/3 retten schwaches Ende

Die Unvollkommenen
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Die Unvollkommenen von Theresa Hannig stellt den zweiten Teil zu ihrem Debüt Die Optimierer dar, kann jedoch problemlos unabhängig davon gelesen werden.

Wer Die Optimierer gelesen hat, kennt Lila bereits, ...

Die Unvollkommenen von Theresa Hannig stellt den zweiten Teil zu ihrem Debüt Die Optimierer dar, kann jedoch problemlos unabhängig davon gelesen werden.

Wer Die Optimierer gelesen hat, kennt Lila bereits, die dort für Samson eine entscheidende Rolle gespielt hat. In Die Unvollkommenen ist sie dann selbst die Protagonistin und sieht sich nach fünf Jahren Verwahrung (=Gefängnis) einer völlig veränderten BEU gegenüber. Samson wird als eine Art Gott verehrt und die Vermischung von Robotern und Menschen ist deutlich vorangeschritten.
Wie der Klappentext schon verrät, will Lila etwas dagegen tun, doch Samson spürt sie auf, bevor sie wirklich zur Tat schreiten kann. Aber nicht nur er macht ihr ein Angebot und fordert so ihre Mithilfe ein. Mehrere Parteien sehen in Lila ihre einzige Chance um ihr Ziel zu erreichen und das ist auch einer meiner großen Kritikpunkte. Samson und eine weitere Person? Okay… aber dass dann wirklich jeder etwas von Lila wollte und sie für seine eigenen Zwecke einspannen oder benutzen wollte, war etwas too much. Dies passierte aber zum Glück erst im letzten Drittel des Buches, sodass es meinen Gesamteindruck nicht allzu sehr beeinflusst.
Generell konnte ich das auch schon bei Die Optimierer beobachten: der Anfang und Mittelteil haben mir extrem gut gefallen. Die Figuren wurden langsam aber stetig ausgebaut und haben Entwicklungen durchlebt. Die Story wurde so erzählt, dass genug Raum zum Rätseln blieb und vor allem hat Hannig mit ihrer Geschichte zum Nachdenken angeregt. Wie weit darf die Überwachung durch den Staat gehen, stellen Roboter in Zukunft eine Bedrohung dar, wie viel sollte man von sich Preis geben, was macht die Digitalisierung mit uns, und, und und…
Soweit, so gut – doch dann kommt das Ende. Plötzlich geht irgendwie alles ganz schnell und eine wichtige Szene jagt die nächste. Dabei verliert man als Leser leicht mal den Überblick und alles fühlt sich etwas gehetzt an. Als hätte die Autorin gemerkt, dass zum Ende ja noch einmal ein Knaller kommen muss, der gleichzeitig aber auch alle Stränge zusammenfügt. Mir persönlich ist das einfach zu viel des Guten. Natürlich habe ich nichts gegen Spannung und Action am Ende, aber halt einfach im passenden Maß. Bei einem Buch das, meiner Meinung nach, vor allem durch seine Thematik begeistert und eher subtil Spannung aufbaut, ist so ein vollgepacktes Ende dann weniger geeignet.
Da dies aber, wie gesagt, auch bei Teil eins schon so war, gehe ich davon aus, dass es einfach der Stil der Autorin ist und der muss ja nicht jedem gefallen. Geschmäcker sind nun mal verschieden.
Was mir jedoch sehr gut gefallen hat, ist der relativ lockere Zusammenhang zwischen beiden Büchern. Zum einen wird das Wichtigste wiederholt, sodass alles noch einmal aufgefrischt wird, beziehungsweise man als „Quereinsteiger“ die Infos bekommt die man zum Verständnis benötigt. Zum anderen spielt Die Unvollkommenen fünf Jahre nach Die Optimierer und was dazwischen passiert ist, fehlt auch wenn man den ersten Teil kennt. Dadurch wird generell sehr viel erklärt und wenig als gegeben vorausgesetzt. Man kann das Buch also problemlos eigenständig lesen. Lediglich manche Eigenwörter versteht man mit Vorkentnissen leichter, diese erklären sich aber auch über kurz oder lang aus dem Zusammenhang.
Die Unvollkommenen ist keine Action-geladene Dystopie die mit erschreckenden Zukunftsszenarien Spannung aufbauen will. Dennoch, oder gerade deswegen, begeistert mich auch dieses Buch wieder. Die Autorin spricht extrem viele wichtige Themen an, die man im Alltag gerne mal vergisst oder als selbstverständlich betrachtet. Das Buch führt sie einem wieder vor Augen und regt zum bewussten Nachdenken an.

Veröffentlicht am 21.06.2019

Was ist Wahn, was Wahrheit?

The Couple
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The Couple von Araminta Hall ist ein Thriller voll beklemmender, psychischer Spannungen, denn man weiß nie so recht was Wahrheit und was Wahn ist.

Das Buch ist in Ich-Perspektive aus der Sicht von Mike ...

The Couple von Araminta Hall ist ein Thriller voll beklemmender, psychischer Spannungen, denn man weiß nie so recht was Wahrheit und was Wahn ist.

Das Buch ist in Ich-Perspektive aus der Sicht von Mike geschrieben. Er befindet sich im Gefängnis und schreibt die Geschehnisse für seinen Anwalt auf. Der Leser weiß aber noch nicht warum er sich dort befindet, man kann sich also nur denken, dass etwas Schlimmes passiert sein muss. Alleine dadurch entsteh schon enorm viel Spannung, während man seinen Schilderungen folgt, um zu erfahren was geschehen ist. Dabei lernt man dann auch die Beziehung von Mike und Verity kennen. Zuallererst wird ihr Spiel, das sogenanne „Crave“, erklärt, das im ganzen Buch eine wichtige Rolle spielt. Denn Mike ist davon überzeugt, dass Verity den neuen Mann an ihrer Seite nicht wirklich liebt und alles nur wieder ein Spiel ist.
Und genau das ist der springende Punkt. Man begleitet nur Mike und seine Gedanken, somit kennen wir nur seine Interpretation der Dinge. Dabei weiß man nie, ob er einfach nur zum psychotischen Stalker geworden ist, der die Trennung nicht akzeptieren kann und will, oder ob Verity tatsächlich ein krankes Spiel mit ihm spielt.
Es gibt immer wieder Momente in denen sich Mike so „unnormal“ verhält, dass man sich sicher ist er bildet sich alles nur ein, nur um dann im nächsten Moment eine Szene zu verfolgen, die einem seine Interpretation als vollkommen logisch erscheinen lässt.
Auch gegen Ende des Buches weiß man immer noch nicht wem man glauben soll, als man dann auch Veritys Sicht der Dinge erfährt. Behauptet sie alles nur um sich zu schützen, oder wurde sie tatsächlich Opfer eines Stalkers?
Dieses Hin und Her hat die Autorin so gekonnt konstruiert, dass ich regelrech durch die Seiten geflogen bin. Man sucht hinter jedem Satz und Wort nach Hinweisen, nach der einen wichtigen Information, um endlich zu erfahren was die Wahrheit ist. Und genau das macht dieses Buch für mich so gelungen, denn es zeigt auf extreme Weise, dass man nie wirklich wissen kann, was die Wahrheit ist. Man kann sich lediglich dazu entscheiden einer Person zu glauben oder nicht. Letzendlich geht es einfach nur darum wer überzeugender ist. Ob dies dann auch die Wahrheit ist, weiß nur die Person selbst.
Ich kann für diesen Thriller nur eine klare Empfehlung aussprechen. Er kommt nahezu ohne Gewalt aus und ist dennoch, oder gerade deswegen, hochspannend.