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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2017

Zerrüttete Familie

Tiefe Schuld
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Das Buch:

In "Tiefe Schuld" von Manuela Obermeier geht es um den zweiten Fall der Münchner Kommissarin Toni Stieglitz. Im Wald wird eine Frauenleiche gefunden, deren Körper Merkmale jahrelanger Misshandlungen ...

Das Buch:

In "Tiefe Schuld" von Manuela Obermeier geht es um den zweiten Fall der Münchner Kommissarin Toni Stieglitz. Im Wald wird eine Frauenleiche gefunden, deren Körper Merkmale jahrelanger Misshandlungen aufweist. Für Toni scheint der Fall klar: der offensichtlich gewalttätige Ehemann muss der Täter sein - aber ist die Lösung wirklich so einfach?

Mein Eindruck:

Zu Beginn versprach das Buch sehr spannend zu werden, was sich leider im Laufe der Geschichte nicht bewahrheitete. Die Handlung und Spannungskurve nimmt leider sehr rapide ab, was vor allem daran liegt, dass mehr Toni's Privatleben im Fokus steht, als der eigentliche Fall.
Noch dazu ist mir Toni charakterlich alles andere als sympathisch und ich habe mich immer wieder gefragt "sowas soll Kommissarin sein?". Aufgrund ihrer eigenen Erfahrung mit häuslicher Gewalt verbeißt sie sich total in den Ehemann als Täter, was irgendwann einfach nur noch nervig ist - Objektivität = Fehlanzeige. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Vorgesetzter sowas wirklich dulden würde, bei allem Verständnis für ihre Vergangenheit. Auch die ständigen Alleingänge und das Abwehren jeglicher Hilfe waren sehr anstrengend. Toni wirkte auf mich eher wie ein trotziger Teenager, als wie eine erwachsene und beruflich erfolgreiche Frau.
Dass ich den ersten Teil nicht kenne, war kein Nachteil. Zwar gibt es einige Andeutungen, diese schaden dem Verständnis aber nicht.
Ansonsten lässt sich das Buch schnell und flüssig lesen, was vor allem an dem einfachen Schreibstil der Autorin liegt.

Mein Fazit:

Der Mordfall war vielversprechend und hatte Potenzial für eine tolle Story. Die charakterliche Darstellung von Toni und der Fokus auf ihr Privatleben haben dieses jedoch zunichtegemacht.

Veröffentlicht am 28.08.2017

Langatmig und langweilig

Projekt Orphan
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Das Buch:

"Projekt Orphan" von Gregg Hurwitz ist der zweite Teil der Orphan-Reihe, die sich um den ehemaligen Geheimagenten Even Smoak dreht. Während seiner Tätigkeit im Auftrag der US-Regierung hat er ...

Das Buch:

"Projekt Orphan" von Gregg Hurwitz ist der zweite Teil der Orphan-Reihe, die sich um den ehemaligen Geheimagenten Even Smoak dreht. Während seiner Tätigkeit im Auftrag der US-Regierung hat er als "Orphan X" zahlreiche Morde begangen und hilft nun als "Nowhere Man" denen, die alleine keinen Ausweg finden. Als er ein Mädchen vor skrupellosen Menschenhändlern retten will, gerät er selbst in Gefangenschaft. Evan bleibt nichts anderes übrig, als zuerst sich selbst zu befreien, bevor er dem Mädchen helfen kann.

Mein Eindruck:

Als ich mir durch Klappentext und Leseprobe einen ersten Eindruck verschafft hatte, war ich zuächst hellauf begeistert. Dieses Buch schien genau meinen Geschmack zu treffen. Umso größer war dann die Enttäuschung: keine Spur von Spannung.
Zu Beginn dachte ich mir das würde mit der Zeit noch werden. Bei fast 500 Seiten kann es ja durchaus sein, dass der Anfang ein wenig braucht bis alles Fahrt aufnimmt. Leider war dem nicht so. Die komplette Handlung ist langweilig, es kommt keine Spannung auf und zu 80% passiert quasi gar nichts (Es gibt sogar ein Kapitel, was nur aus einem Wort besteht.). Da wird x-mal beschrieben wie Evan von seinen Entführern betäubt und zum Schlaf gezwungen wird... wow. Auch sonst passiert nicht viel. Der Autor umschreibt seitenweise die Umgebung und das Pläneschmieden von Evan, anstatt einfach mal etwas geschehen zu lassen. Zwar gibt es mehrere Fluchtversuche, die wenigstens etwas spannender sind, die enden dann aber auch wieder alle nahezu gleich. Hinzu kommt noch, dass die Kämpfe in einem Ausmaß umschrieben werden, dass ich teilweise ganze Seiten nur überflog. Eine Aneinanderreihung von Fachbegriffen aus dem Kampfsport, die nur bei denjenigen Bilder im Kopf auslöst, die sich damit auskennen, stellt für mich beim besten Willen kein schönes Leseerlebnis dar.
So ausschweifend die Erzählungen während der ganzen Zeit sind, so abrupt ist dann auch das Ende. Der einzige Teil, der ein bisschen für Spannung sorgt, ist auf die letzten 80-100 Seiten gequetscht. Ich war froh als es vorbei war.
Zur Reihe selbst kann ich nur sagen, dass es nicht von Nachteil war den ersten Teil nicht zu kennen. Nach meinem ersten Eindruck war ich überzeugt ich würde mir diesen auch noch holen und die Reihe bis zum Ende verfolgen. Das hat sich nun aber erledigt, das eine Buch hat gereicht.

Mein Fazit:

Von einem Thriller erwarte ich Spannung und Nervenkitzel. Beides sucht man hier vergeblich. Auch sonst kann ich dem Buch nichts Positives abgewinnen.. das Cover ist ganz schick - das war's dann aber leider auch schon.

Veröffentlicht am 25.08.2017

Grausame Familiengeheimnisse

Palast der Finsternis
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Das Buch:

In "Palast der Finsternis" von Stefan Bachmann geht es um fünf Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren, die außerwählt wurden Teil einer geheimen Mission zu werden, für die sie nach Frankreich ...

Das Buch:

In "Palast der Finsternis" von Stefan Bachmann geht es um fünf Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren, die außerwählt wurden Teil einer geheimen Mission zu werden, für die sie nach Frankreich reisen. Im Mittelpunkt steht Anouk, aus deren Sicht wir die Handlung verfolgen. Zunächst scheint es so, als sollte die Gruppe einen geheimen, unterirdischen Palast aus zeiten der französischen Revolution erforschen, doch dann kommt alles anders...

Mein Eindruck:

Vorweg möchte ich sagen, dass es schwer ist einen Eindruck vom Buch zu vermitteln, ohne zu spoilern. Daher sind meine Formulierungen größtenteils sehr vage und oberflächlich.
Insgesamt ist das Buch sehr spannend und fesselnd, sodass man es ohne Probleme am Stück verschlingen kann. Zu Beginn kommen viele Fragen auf (Was hat es mit Anouks Familienverhältnissen auf sich? Was ist das für eine geheime Mission? Sind Anouks langsam aufkommende Zweifel begründet?) die im Laufe des Buches auch alle beantwortet werden, was ich sehr gut finde, da der Leser so nicht unbefriedigt zurück bleibt. Wie durch den Klappentext schon angekündigt, verbirgt sich in dem Palast etwas Böses und hinter jeder Tür lauern neue Gefahren. Welches Ausmaß diese haben, hätte ich mir vorher nicht ausmalen können. Bachmann gelingt es den Leser immer wieder zu überraschen und so die Spannung aufrecht zu erhalten. Dabei wirkt die Handlung in sich schlüssig und jederzeit nachvollziehbar. Allerdings sollte hier angemerkt werden, dass nicht alles was passiert auch wirklich realistisch ist, sondern in den Bereich Fantasy/Übernatürliches geht. Dennoch ergibt die Handlung im Rahmen des Buches Sinn.

Mein Fazit:

Das Buch kann ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Selbst bin ich eigentlich weniger der Fan von Fantasy und Übernatürlichem, hier hat es mich jedoch nicht gestört, weil es gekonnt umgesetzt war. Kleine Abzüge gibt es nur dafür, dass die Geschehnisse teilweise zu schnell waren, sodass man nicht ganz nachvollziehen konnte, was jetzt alles passiert ist. Ein paar erklärende Worte mehr hätten da schon geholfen. Außerdem war mir das Handeln der Figuren manchmal zu gegensätzlich. Einmal voller Angst und im nächsten Moment total rational, sodass ich fast vergas, dass es sich um Teenager handelt.

Veröffentlicht am 18.08.2017

David gegen Goliath

Oxen. Das erste Opfer
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Das Buch:

"Oxen. Das erste Opfer" ist der Auftakt einer neuen Trilogie von Jens Henrik Jensen, die sich um Niels Oxen dreht - ein hochdekorierter aber auch schwer traumatisierter Elitesoldat.
Oxen flüchtet ...

Das Buch:

"Oxen. Das erste Opfer" ist der Auftakt einer neuen Trilogie von Jens Henrik Jensen, die sich um Niels Oxen dreht - ein hochdekorierter aber auch schwer traumatisierter Elitesoldat.
Oxen flüchtet sich mit seinem Hund in die Einsamkeit der dänischen Wälder. Doch statt Ruhe findet er sich bald als Hauptverdächtiger in mitten einer Mordermittlung wieder. Ihm bleibt nichts anderes übrig als gemeinsam mit dem dänischen Geheimdienst "PET" an dem Fall zu arbeiten, insbesondere mit Margrethe Franck, um so seine Unschuld zu beweisen und den wahren Mörder zu finden. Doch nach und nach stellt sich heraus, dass sich hinter dem Mord etwas viel größeres verbirgt. Ein mächtiger Geheimbund, der scheinbar überall seine Finger im Spiel hat. Wem kann Oxen noch trauen?

Mein Eindruck:

Zu Beginn des Buches war ich skeptisch, ob mir das wirklich zusagen wird. Am Anfang ist die Story noch etwas wirr, da nicht ganz klar ist was die ersten Kapitel mit dem Rest der Handlung zu tun haben. Das wird zum Glück im Laufe des Buches aber alles immer deutlicher, sodass es in sich Sinn ergibt und man nach Beendigung des Buches nicht ratlos zurück bleibt. Natürlich bleiben trotzdem Fragen ungeklärt und das Ende ist offen, was bei einer Trilogie aber nicht anders zu erwarten war.
Generell ist der Schreibstil angenehm und erlaubt ein flüssiges Lesen, ohne komplizierte Schachtelsätze oder Ähnliches. Da die Story in Dänemark spielt, sind die Straßen- und Städtenamen dementsprechend dänisch und lassen sich nicht ganz so leicht lesen. Man versteht aber trotzdem wo man sich gerade befindet, somit stellt dies nichts Negatives dar.
Für meinen Geschmack war die Spannung durchweg vorhanden. Natürlich nimmt sie immer mal wieder zu und ab, das Level war aber durchweg konstant und es kam keine Langeweile auf - ich wollte ständig wissen wie es weiter geht.
Am Ende werden genug Fragen beantwortet, um mich als Leser nicht unbefriedigt zurück zu lassen, gleichzeitig bleibt aber auch genug offen, um die Neugierde auf die folgenden Teile zu wecken. Vor allem möchte man wissen, wie sich der Kampf von Oxen gegen den geheimen Bund "Danehof" entwickelt. Natürlich stellt sich auch die Frage, wem er noch vertrauen kann: Sind seine Mitstreiter vom "PET" involviert? Ist vielleicht sogar Margrethe Franck der Maulwurf? Wie weit reichen die Einflüsse des Geheimbundes?

Mein Fazit:

Thriller mit Geheimbund und Verschwörungstheorien wirken sehr schnell überzogen und unrealistisch. Jensen hat mit Oxen jedoch eine schlüssige und glaubhafte Story kreiert, der es nicht an Spannung mangelt. Ich bin gespannt wie es weiter geht und werde die Trilogie definitiv weiter verfolgen.
Einziger Kritikpunkt: der Einstieg war mir zu wirr. Zwar kann man am Anfang noch nicht alles wissen und bekommt manche Infos erst später, das ist klar. Hier war das für meinen Geschmack aber einfach zu undurchdringlich, als dass ich beim Lesen gemerkt haben könnte "okay, das löst sich später noch auf".

Veröffentlicht am 01.08.2017

Rasanter Zukunftsthriller

Die Lieferantin
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Das Buch:

"Die Lieferantin" von Zoë Beck spielt im London einer nicht all zu fernen Zukunft und es geht um Ellie Johnson, die mit ihrer App auf ganz neuen Wegen Drogen verkauft und damit den vorherrschenden ...

Das Buch:

"Die Lieferantin" von Zoë Beck spielt im London einer nicht all zu fernen Zukunft und es geht um Ellie Johnson, die mit ihrer App auf ganz neuen Wegen Drogen verkauft und damit den vorherrschenden Drogenbaronen das Geschäft vermießt. Durch eine Verkettung von Ereignissen und Missverständnissen rückt sie immer mehr in deren Fokus und es wird ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt. Wer wird am Ende gewinnen?

Mein Eindruck:

Ich hatte von dem Buch etwas ganz anderes erwartet - mehr den klassischen Drogenkrieg in dem sich die jeweiligen Parteien rücksichtslos bekämpfen. Dies passiert zwar auch, aber eben auf eine ganz spezielle Art und Weise, die schwer in Worte zu fassen ist, ohne zu spoilern.
Zudem befasst sich das Buch noch mit so vielem mehr. Dass die Autorin den Brexit aufgenommen hat und uns ein London zeigt wie es sein könnte, wenn die Radikalisierung weiter zunimmt, ist mehr als gelungen. Erschreckend finde ich vor allem, dass die dort beschriebenen Szenarien durchaus vorstellbar sind.
Die Story beschäftigt einen somit auf verschiedenen Ebenen und obwohl so viel passiert, fühlt man sich als Leser nie überfordert und kann immer folgen und trotz vorhandener Brutalität wirkt nichts überzogen.
Einzig die Zufälle, die zu der ganzen Story führen, haben mich ein wenig gestört, da mir das einfach zu viele waren. Der Autorin ist es aber trotzdem gelungen, einen spannenden Thriller zu schreiben, dessen Story in sich schlüssig ist.

Mein Fazit:

Ein absolut empfehlenswertes Buch, vor allem für diejenigen die Lust auf einen Thriller haben, der nicht dem Schema-F folgt!