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Veröffentlicht am 08.11.2019

Die Geschichte zweier Frauen

The Girl Before - Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.
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Dieser Thriller verwebt auf gekonnte Weise die Geschichten zweier Frauen, die sich nur auf den ersten Blick ähnlich zu sein scheinen und konstruiert gleichzeitig ein Netz aus Lügen und Halbwahrheiten das ...

Dieser Thriller verwebt auf gekonnte Weise die Geschichten zweier Frauen, die sich nur auf den ersten Blick ähnlich zu sein scheinen und konstruiert gleichzeitig ein Netz aus Lügen und Halbwahrheiten das bis zuletzt undurchsichtig bleibt.

Das Buch beginnt damit, dass wir Emma in der Ich-Perspektive begleiten. Sie ist die im Klappentext bereits erwähnte, verstorbene Vormieterin. Wir begleiten sie und ihren Freund Simon bei der Wohnungssuche und erfahren dabei einiges über ihre aktuelle Lebenssituation.
In Kapitel zwei gibt es dann einen Sprung in die Gegenwart zu Jane, unserer Protagonistin. Auch sie erzählt in der Ich-Perspektive und befindet sich auf Wohnungssuche.
Im Folgenden wechselt man mit beinahe jedem neuen Kapitel zwischen den beiden Frauen hin und her. So begleitet man sie quasi parallel dabei wie sie auf das Haus stoßen, es besichtigen und nach und nach von den absurden Vorschriften und Regeln erfahren, die mit dem Einzug einhergehen würden.
Durch diese parallele Erzählweise kann man gar nicht anders, als die beiden Frauen zu vergleichen und gegeneinander abzuwägen. Und genau so geht es dann weiter, als beide auf den Eigentümer des Hauses treffen und eine Beziehung mit ihm eingehen.
Dabei ist es als Leser besonders befremdlich die Treffen zu verfolgen, da er ein gewisses Programm abzuspielen scheint. Denn früher oder später unternimmt er mit den beiden Frauen immer das gleiche und schenkt ihnen sogar das gleiche Kleid und die gleiche Kette. So fragt man sich natürlich schnell, was es mit diesem Mann auf sich hat und ob er irgendwie in den Tod Emmas verwickelt war.
Die Handlung nimmt dabei langsam aber stetig an Fahrt auf, vor allem ab dem Moment ab dem Jane von Emma erfährt. Sie kann diese Geschichte einfach nicht ruhen lassen und fängt an Nachforschungen anzustellen. Dabei spricht sie mit Menschen, die in Emmas Leben eine Rolle gespielt haben, doch immer wenn sie die Wahrheit zu finden glaubt, kommen neue Geheimnisse ans Licht.
Besonders überzeugt hat mich dabei, dass jede der handelnden Personen ihre ganz eigenen Ziele zu verfolgen scheint. Man kann sich nie sicher sein wer die Wahrheit sagt und was die Absichten der Person sind. Dadurch entsteht beim Lesen eine ganz besondere Atmosphäre, in der man alles und jeden hinterfragt.
Vollends abgerundet hat die ganze Geschichte dann der Schluss. Es werden alle Erzählstränge und Geheimnisse aufgedeckt, sodass man nicht mit offenen Fragen zurückbleibt. Außerdem erfährt man von jeder Person was ihre eigentliche Intention war, was ich bei einem solchen Buch besonders wichtig finde. Hier kamen selbst ganz zum Schluss noch einige Überraschungen ans Licht, durch die man die Geschichte und manche Personen nachträglich ganz anders betrachtet.
Für mich ist dieses Buch perfekt für lange Lesenachmittage im Herbst. Einmal angefangen, will man es nämlich nicht mehr weglegen. Außerdem ist es auch perfekt für Leser, die es lieber unblutig mögen.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Ein Muss für Thrillerfans!

Brennende Narben
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Auch in seinem dritten Teil um Komissarin Mara Billinsky nimmt Leo Born uns wieder mit ein düsteres, böses und fesselndes Frankfurt. Der Wolf ist in der Stadt und jagt seine Feinde…

In bekannter Manier ...

Auch in seinem dritten Teil um Komissarin Mara Billinsky nimmt Leo Born uns wieder mit ein düsteres, böses und fesselndes Frankfurt. Der Wolf ist in der Stadt und jagt seine Feinde…

In bekannter Manier steigt Leo Born direkt voll in das Geschehen ein. Beide im Klappentext erwähnten Taten sind bereits nach den ersten vier Kapiteln geschehen und dabei ist ein Tatort erschreckender als der andere. Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und beschreibt brutale Szenen gekonnt, ohne übertrieben schocken zu wollen.
Dieses Bild setzt sich im gesamten Buch fort und somit ist klar, dieser Thriller ist nichts für schwache Nerven!
Diese Mal fällt es mir wirklich schwer etwas zum Inhalt zu sagen, ohne zu viel zu verraten. Ohne Details kann man es nur schwer beschreiben, diese Details wären aber bereits Spoiler. Daher muss ich mich leider sehr vage ausdrücken:
Das Team ermittelt parallel an dem Mordfall und dem Anschlag, wobei zunächst natürlich erst einmal Spuren gefunden werden müssen, die dann verfolgt werden. So startet das Buch mit klassischer Ermittlungsarbeit, in die mehr und mehr Licht kommt.
Zudem gibt es auch Kapitel aus Sicht des „Bösewichts“, die einem hier und da kleine Informationen geben, so dass sich langsam ein Gesamtbild ergibt. Auch hier sind die Informationen aber so rar, dass man sehr lange nicht alles durchschauen kann.
Daraus ergibt sich am Ende ein Thriller mit vielen Strängen die irgendwie miteinander in Verbindung stehen – das große WIE? bleibt jedoch lange offen und liefert so Spannung und die Möglichkeit zum Miträtseln bis zum Schluss.
Hinzu kommt noch Maras privater Kampf, endlich die Wahrheit über den Mord an ihrer Mutter herauszufinden. Wer die Protagonistin so sehr ins Herz geschlossen hat wie ich, bekommt hier einen Nebenstrang der mindestens genauso spannend ist wie die Hauptstory des Buches. Man fiebert mit Mara mit und wünscht es ihr so sehr, dass sie endlich einen Schritt weiterkommt.
Ich war von Teil eins ab ein riesen Fan von Borns Charakteren und der Reihe. Das hat Teil drei wieder bestätigt und nun heißt es bis Januar gedulden, denn dann kommt Teil vier.
Für Thrillerfans kann ich eine klare Empfehlung aussprechen. Wenn ihr es spannend und zuweilen auch brutal und schonungslos mögt, lest diese Bücher!
Dabei empfehle ich aber die korrekte Reihenfolge. Gerade Band drei stellt inhaltlich eine wichtige Verbindung zu den Vorgängern her.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Regt zum Miträtseln an

Mein Herz so schwarz
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Jenny Blackhursts Psychothriller überzeugen mich immer wieder, weil sie dabei erfrischend neue Ideen behandelt. An Mein Herz so schwarz gefiel mir besonders, dass dieses Mal keine Kinder involviert waren, ...

Jenny Blackhursts Psychothriller überzeugen mich immer wieder, weil sie dabei erfrischend neue Ideen behandelt. An Mein Herz so schwarz gefiel mir besonders, dass dieses Mal keine Kinder involviert waren, was langsam schon eine Art Standard in ihren Büchern zu werden schien.

Das Buch beginnt mit einem Prolog, in dem wir Evies Selbstmord hautnah miterleben. Sofort stellt sich natürlich die Frage, was die frischgebackene Braut zu dieser Tat getrieben hat und dann auch noch direkt am Abend ihrer Hochzeit.
Kapitel eins steigt dann nur minimal nach dem Sprung ein. Wir befinden uns immer noch am Abend der Hochzeit, allerdings ist die Polizei schon vor Ort und die Hochzeitsgesellschaft hat von dem schlimmen Vorfall erfahren. Das alles erleben wir aus der Sicht von Rebecca in Ich-Perspektive. Sie war die beste Freundin der Braut und der Sprung kam für sie nicht überraschend. Doch was hat es mit diesen Andeutungen auf sich?
Nach Kapitel drei gibt es dann einen erneuten Sprung zu einem Zeitpunkt einen Monat später. Der frisch verwitwete Ehemann Richard kommt natürlich nur schwer mit dem Schicksalsschlag zurecht. Da Rebecca auch mit ihm eine enge Freundschaft seit der Unizeit verbindet, kümmert sie sich um ihn. Das liegt aber auch daran, dass sie ein zunehmend schlechtes Gewissen plagt, denn sie weiß etwas über Evie und die Gründe für den Selbstmord, das sie keinem mitteilen kann.
Dabei kommen Stück für Stück doch einige Infos ans Licht – manchmal gewollt, manchmal auch, weil weder Richard noch die Polizei so recht an einen Selbstmord glauben wollen und beide ihre Ermittlungen an- und Vermutungen aufstellen.
Unterstützt wird das Ganze durch Zeitsprünge zurück in Evies Kindheit und Jugend. So bekommt man als Leser langsam aber sicher ein Bild von ihr und kann seine ganz eigenen Vermutungen anstellen. Zudem erfährt man auch mehr über Rebecca, als die Rückblenden dann die gemeinsame Studienzeit behandeln. Es zeichnet sich dabei mit der Zeit ein ziemlich eindeutiges Szenario ab, sodass man irgendwann zu wissen glaubt, was es mit der Tat auf sich hat. Dann tauchen aber wieder neue Informationen auf, die für Ungereimtheiten in der Theorie sorgen. So fragt man sich dauernd was hinter dem Selbstmord steckt und wie die ganzen Informationshappen, die man im Laufe der Geschichte aus allen Richtungen bekommt, in Zusammenhang stehen.
Erst ganz zum Schluss, wenn quasi alle Karten auf dem Tisch liegen, ist endgültig klar was passiert ist und wer wie darin verstrickt ist.
Durch diesen Aufbau hat Blackhurst einen Psychothriller geschaffen, der hochspannend ist. Man durchläuft regelrecht eine Achterbahn der Gefühle in Bezug auf die Charaktere. Mochte man eine Person gerade noch, kommt im nächsten Moment etwas ans Licht, durch die man sie komplett anders betrachtet. Man muss alles und jeden hinterfragen und die einzelnen Informationshappen sammeln und zu einem Gesamtbild zusammensetzen. Die Autorin nimmt den Leser dabei an die Hand, lässt aber auch genug Freiraum für eigene Gedanken und Ideen.
Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die gerne selbst miträtseln und nicht einfach nur stur von A nach B geführt werden wollen. Zudem kommt das Buch absolut unblutig aus und ist dabei durchgehend spannend.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Story tröstet über anstrengende Protagonisten hinweg

Der Präparator
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Der Präparator ist der Auftakt einer neuen Thriller-Reihe rund um die FBI-Psychologin Zoe Bentley und überzeugt mit viel Spannung und überraschenden Wendungen.

Gleich zu Beginn ist mir besonders positiv ...

Der Präparator ist der Auftakt einer neuen Thriller-Reihe rund um die FBI-Psychologin Zoe Bentley und überzeugt mit viel Spannung und überraschenden Wendungen.

Gleich zu Beginn ist mir besonders positiv aufgefallen, dass die Kapitel zusätzlich mit Ort- und Zeitangaben versehen sind, sodass man eine gute Orientierung hat. Vor allem bei Thrillern finde ich solche Infos immer spannend, da man die Ermittlungsfortschritte so viel besser einschätzen kann.
Beim Einstieg in die Geschichte geht man gleich in die Vollen, da man sich beim Täter befindet, der mit seinem aktuellen Opfer zu Gange ist. Dabei wird sofort deutlich, dass er extrem gestört und gefährlich sein muss.
Im Folgenden lernen wir dann Zoe und ihren Partner und somit ebenfalls Protagonist Tatum Gray kennen. Beide sind neu in der Einheit und sollen gemeinsam an dem Präparator-Fall arbeiten, beziehungsweise die örtliche Polizei beratend unterstützen.
Neben dem eigentlichen Fall gibt es auch immer wieder Rückblenden in Zoes Jugend. Als sie 14 war, gab es eine Mordserie in ihrer Heimatstadt, die sie bis „heute“ verfolgt. Natürlich stellt man sich ganz automatisch irgendwann die Frage, ob die beiden Fälle einen Zusammenhang haben und auch den Ermittlern, allen voran Zoe, kommt diese Idee.
Im Laufe der Geschichte entwickelt sich das Buch zu einem klassischen Thriller. Das Team ermittelt, deckt Informationen und Hinweise auf, muss Rückschläger verbuchen, etc.
Dies ist aber keineswegs negativ gemeint. Dabei ist die Spannung durchweg vorhanden und die Story hat genug Potenzial zum Miträtseln. Hier und da wird dann noch die ein oder andere überraschende Wendung eingebaut, sodass das Gesamtbild passt und überzeugt.
Einziger negativer Aspekt für mich war das Verhalten von Zoe und Tatum. Die beiden kommen vor allem am Anfang nur schwer miteinander aus. Die Gründe dafür sind jedoch absolut banal und wirken für meinen Geschmack sehr konstruiert. Zum Beispiel ist Zoe beleidigt, weil Tatum sie als Psychologin und nicht als FBI-Agentin bezeichnet. Fakt ist aber, dass Zoe keine ausgebildete FBI-Agentin ist, sondern eine zivile Beraterin. Wo ist also das Problem? Umgekehrt gab es Ähnliches auch bei Tatum. Insgesamt wirkte das alles so, als wollte der Autor mit aller Gewalt noch einen Reibungspunkt in seine Story einbauen, was ich absolut nicht nachvollziehen kann. Es ist doch nichts dabei, wenn sich zwei neue Kollegen auch einfach mal auf Anhieb gut verstehen.
Abgesehen davon hat mich das Buch wirklich sehr gut unterhalten und obwohl ich mit dem ersten Auftreten sofort wusste wer der Täter sein muss, war es durchgehend spannend. Man muss zwar auch klar sagen, dass es sich um einen absolut typischen Thriller handelt, Lesevergnügen liefert er aber trotzdem (oder gerade deswegen).

Veröffentlicht am 08.11.2019

Spannend, packend, überraschend

Das Weinen der Kinder
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Dieser Psychothriller steckt voller Überraschungen und Wendungen und liefert am Ende einen Täter, den man niemals hätte erraten können.

Das Buch beginnt mit einem Treffen zwischen einem Mann und einer ...

Dieser Psychothriller steckt voller Überraschungen und Wendungen und liefert am Ende einen Täter, den man niemals hätte erraten können.

Das Buch beginnt mit einem Treffen zwischen einem Mann und einer Frau. Schnell wird klar, der Mann will die Frau töten – aus Rache. Doch hat er wirklich die richtige erwischt?
Im Folgenden lernen wir dann zunächst Anke und ihre Lebensumstände kennen. Dabei begleiten wir sie bis zu dem Punkt an dem sie von der Stadt aufs Land zieht, um die Eröffnung des Museums zu retten. Wie der Klappentext schon verrät, gelingt ihr das nur durch die Bilder von Niels Sörensen, Bilder von weinenden Kindern.
Doch schon bevor die Bilder ausgestellt werden, geschehen einige komische Dinge. Der Autor erzählt vieles parallel, sodass man sich als Leser immer fragen muss, was wie in Zusammenhang steht. Dabei ist vieles am Ende unbedeutend, doch während dem Lesen scheint jede Kleinigkeit wichtig und genau das macht den Reiz des Buches für mich aus. Es gibt sehr viele Akteure, von jedem erfährt man ein bisschen was. Was man damit anfangen soll, tja, das überlässt Böhler dem Leser. So kommt es, dass man alles und jeden bis ins kleinste Detail analysiert. Man malt sich alle nur erdenklichen Möglichkeiten aus, will unbedingt herausfinden was es mit den Bildern und den damit in Zusammenhang stehenden Geschehnissen auf sich hat, nur um am Ende zu erfahren, dass man komplett falsch lag. Der Autor legt eine Menge falsche Fährten und ich bin wohl auf so gut wie jede reingefallen, was bei mir eigentlich eher selten passiert. Dass er das geschafft hat, sagt also schon einiges aus.
Mit seinen knackigen 350 Seiten, habe ich das Buch trotz wenig Zeit extrem schnell verschlungen. Man muss einfach wissen was hinter den Bildern steckt.
Ein absolut gelungenes Debüt, ich bin gespannt was noch kommt!