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Veröffentlicht am 08.11.2019

Menschliche Abgründe

Harz
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Dieser Thriller müsste ganz klar als Psychothriller bezeichnet werden. Selten wurden die psychischen Abgründe eines Menschen so greifbar dargestellt, wie hier.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass der ...

Dieser Thriller müsste ganz klar als Psychothriller bezeichnet werden. Selten wurden die psychischen Abgründe eines Menschen so greifbar dargestellt, wie hier.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass der Klappentext hier sehr irreführend ist und bei mir komplett falsche Erwartungen geweckt hat. Anhand der Beschreibung wirkt es, als würde Liv in Gefangenschaft leben und dürfte den Container nie verlassen. Außerdem hörte es sich für mich so an, als würde man die Geschichte ab dem Moment des angeblichen Todes begleiten.
Tatsächlich ist es aber so, dass wir viel mehr Livs komplettes Leben kennenlernen, inklusive ihrer Kindheit bevor sie angeblich starb. Zudem lebt sie keineswegs in Gefangenschaft. Sie kann den Container verlassen, muss jedoch aufpassen, dass sie nie jemand sieht.
Liv wächst mit ihren Eltern auf einem abgeschiedenen Hof auf, auf einem Teil einer Insel, der nur über eine schmale Landzunge zu erreichen ist. Sie kennt nur das Hofleben, die Schule hat sie nie besucht. Ihr Vater ist ein notorischer Sammler, der sich wirklich von gar nichts trennt und diese „Leidenschaft“ mit seiner Tochter teilt. Dadurch, dass sie nie etwas anderes kennengelernt hat, ist dieses Verhalten für sie natürlich völlig normal und richtig. Es erscheint für das kleine Mädchen absolut logisch, dass man all diese Dinge noch für irgendetwas benutzen kann.
Dieser Aspekt ist es, der das Buch für mich so gelungen macht. Zu Beginn war ich skeptisch, war nach gut 100 Seiten noch gar nicht so viel passiert. Doch je weiter man in dem Buch kam, desto tiefer tauchte man auch in die Psyche von Liv und ihrem Vater ein. Es war klar, dass sein Verhalten falsch war. Doch man erfährt die Hintergründe und so war seine krankhafte Verlustangst am Ende nachvollziehbar. Ähnlich verhielt es sich auch mit Liv. Man hatte fast schon das Gefühl sie richtig zu kennen, das Mädchen aufwachsen gesehen zu haben.
Dieses Buch liefert kaum actiongeladene Momente und wenn man es genau betrachtet, passiert generell nicht viel. Es befasst sich auf eine ganz besondere Art mit der Psyche zweier Menschen, die in ihrer eigenen Welt leben und für die diese Welt perfekt und richtig ist. Mit dem Buch erlaubt uns die Autorin einen Blick in diese Welt, die man zwar als falsch bezeichnet, aber doch verstehen kann.
Ich habe noch kein Buch gelesen, in dem diese Abgründe so greifbar und nachvollziehbar dargestellt wurden wie hier.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Eine weiterer gelungener Teil

R.I.P.
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Dieser Thriller begeistert nicht nur durch die Spannung, sondern beschäftigt sich gleichzeitig mit einem wichtigen Thema: Mobbing und was es aulösen kann.

Das Buch beginnt damit, dass eine Jugendliche ...

Dieser Thriller begeistert nicht nur durch die Spannung, sondern beschäftigt sich gleichzeitig mit einem wichtigen Thema: Mobbing und was es aulösen kann.

Das Buch beginnt damit, dass eine Jugendliche überfallen wird. Dabei kündigt der Täter sich ihr über Snapchat an und nutzt die App, um den Mord live an ihre Freunde zu übertragen.
Huldar und seine Kollegen nehmen die Ermittlungen auf und da es um Jugendliche geht, wird auch Freyja wieder um Hilfe gebeten. Doch schnell wird klar, dass das junge Mädchen nicht das einzige Opfer bleiben wird.
Daneben gibt es auch Kapitel aus der Sicht des Täters. Dieser wird jedoch immer nur als „Er“ bezeichnet, sodass auch der Leser keine näheren Infos zu seiner Identität bekommt. Man erfährt jedoch, dass es etwas großes geplant zu haben scheint und einen genauen Plan verfolgt.
Während den Ermittlungen kommt ans Licht, dass Mobbing eine entscheidende Rolle spielt. Doch sind die Opfer selbst Täter gewesen? Oder haben die Mobber die Grenze überschritten? In jedem Fall zeigt das Buch, was Mobbing mit einem Menschen anstellen kann, egal ob er direkt oder indirekt davon betroffen ist. Dabei will die Autorin nicht nur schocken, sondern zeigt wichtige Fakten auf, was ich sehr gelungen finde.
Ebenfalls gefällt mir, dass sehr viele falsche Fährten gelegt werden. Nahezu jedes Mal wenn jemand Neues auftaucht, könnte man sich denjenigen auch als Täter vorstellen. Es ist wirkt jeder verdächtig und so analysiert man beim Lesen jede Szene, sucht nach versteckten Hinweisen und versucht das Rätsel zu lösen. Doch als dann klar wird, wie alles zusammenhängt, musste ich einsehen, dass ich auf diese Idee niemals gekommen wäre.
Die Autorin führt die falsch gelegten Fährten geschickt zusammen und enthüllt alles in einem logischen, durchdachten und gleichermaßen überraschenden Ende.
Zu guter Letzt wären da noch die Protagonisten. Huldar und Freyja haben es mir einfach angetan. Er versucht verzweifelt eine zweite Chance bei ihm zu bekommen, doch sie macht es ihm alles andere als leicht. Das ist erfrischend anders, ist doch oft genau das Gegenteil der Fall und die Beziehungen ergeben sich viel zu schnell.
Ich freue mich schon jetzt auf Teil vier, klare Empfehlung!

Veröffentlicht am 08.11.2019

Der 4MK ist zurück

The Fourth Monkey - Das Mädchen im Eis
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Na, wer erinnert sich noch an den ersten Teil?
Geboren um zu töten war eines meiner absoluten Jahreshighlights in 2018, wenn nicht sogar DAS Highlight. Dementsprechend groß waren die Vorfreude auf die ...

Na, wer erinnert sich noch an den ersten Teil?
Geboren um zu töten war eines meiner absoluten Jahreshighlights in 2018, wenn nicht sogar DAS Highlight. Dementsprechend groß waren die Vorfreude auf die Fortsetzung, aber auch meine Erwartungen, die zum Glück nicht enttäuscht wurden.

ACHTUNG! Kann Spoiler zu Teil eins enthalten.

Nachdem Detective Sam Porter den 4MK-Killer hat laufen lassen, ist die Polizei von Chicago weiterhin auf der Suche nach ihm. Dementsprechend liegt die Vermutung nahe, dass der Mord an einem jungen Mädchen ihm zuzuschreiben ist. Vor allem, weil das Opfer seit drei Wochen vermisst wird, jedoch eingefroren in einem See gefunden wird, der schon seit Monaten vereist ist. Dann verschwindet noch in der Nacht des Fundes das nächste Opfer und weitere Leichen tauchen auf…
Man taucht von Beginn an voll in das Geschehen ein, der Autor gönnt dem Leser nicht eine Sekunde Ruhe. Dabei begleiten wir Porter und seinen Partner Nash zum Tatort und erleben so alles hautnah mit. Schnell wird klar, dass der Detective noch an seiner Begegnung mit 4MK zu knabbern hat und diese nicht spurlos an ihm vorbei gegangen ist. Dennoch, oder gerade deswegen, ist er als Einziger überzeugt davon, dass 4MK nicht der Täter ist.
Neben den Kapiteln der Ermittlung, gibt es auch Kapitel aus Sicht des Opfers, das sich aktuell in den Fängen des Killers befindet. Was dieser den Mädchen antut, ist wahrlich nichts für schwache Nerven. Generell gilt bei diesem Thriller, Finger weg, wer empfindlich ist.
Damit man bei diesen Wechseln nicht den Überblick verliert, bleibt Barker seinem Schema treu und kennzeichnet die Kapitel mit dem Namen der Person die man begleitet, sowie Tag und Uhrzeit. So weiß man immer ganz genau wo in der Geschichte man sich befindet. Und das ist auch wichtig, denn es passiert sehr viel. Die fast 700 Seiten müssen natürlich ihren Grund haben… Neben dem Fall mit den Mädchen, wird weiterhin auch nach 4MK gesucht und der Fall aus Teil eins somit weiterhin bearbeitet – mittlerweile jedoch vom FBI. Dementsprechend bildet dies einen weiteren Strang.
Nun mag das nach etwas viel klingen, das ist es tatsächlich auch. Barker erzählt diverse Stränge parallel und lässt einige Personen einfließen. Er schafft es aber, dass er den Leser damit kein einziges Mal überfordert. Es ist immer klar um was es gerade geht und die Zusammenhänge die nötig sind, sind ebenfalls zu erkennen.
Es ist schwer dieses Buch zu besprechen, da es so dick ist. Dadurch gibt es unheimlich viel zu sagen, was aber alles schon zu viel verraten wäre. Ich kann es jedem Thriller-Fan nur wärmstens ans Herz legen es zu lesen. Ich habe seit langem keine so spannenden Thriller mehr gelesen. Man muss die Bücher aber unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen, da sie enorm aufeinander aufbauen.
Dass Barker einen Thriller von fast 700 Seiten geschrieben hat, bei dem nicht eine Seite überflüssig erschien, sagt meiner Meinung nach alles.
Und dann kam auch noch dieses Ende, das einem eine Theorie vor die Füße klatscht, die man kaum glauben kann, alles mit dem Wissen, dass es nun heißt warten, warten, warten… Bitte Herr Barker, Beeilung mit Teil drei!

Veröffentlicht am 08.11.2019

Tolles Extra für Fans

Hogwarts-Schulbücher: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
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Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ist das dritte und letzte Buch der Hogwarts-Schulbücher. Besonders gefallen hat mir, dass es aufgemacht ist wie die Rohfassung einer Version für Muggel ...

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ist das dritte und letzte Buch der Hogwarts-Schulbücher. Besonders gefallen hat mir, dass es aufgemacht ist wie die Rohfassung einer Version für Muggel und dementsprechende Anmerkungen enthält, dass es sich natürlich um rein erfundene Wesen handelt.
Auch dieses Buch ist wieder liebevoll ausgearbeitet und man findet viele Tierwesen wieder, die man aus den Büchern und Filmen kennt. Dies ist aber auch der Punkt der mich etwas gestört hat: die Wesen die man nicht von Harry Potter oder den anderen Verfilmungen kennt, beziehungsweise die keine „gängigen“ Fabelwesen sind, kann man sich anhand der Beschreibung nur schwer vorstellen. So ist es zwar schön etwas mehr über die Zaubererwelt und ihre Bewohner zu erfahren, der bildhafte Aspekt geht aber etwas verloren.
Dennoch ist auch dieses Buch meiner Meinung nach ein Muss in jeder Harry Potter Sammlung.

Veröffentlicht am 08.11.2019

Eine gnadenlose Jagd

Dinge, die mir gehören
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Obwol in diesem Thriller viele Dinge recht früh durchschaubar sind, bleibt das Buch bis zum Schluss spannend. Vor allem das Ende beschäftigt einen sehr.

Das Buch beginnt damit, dass wir den Täter begleiten ...

Obwol in diesem Thriller viele Dinge recht früh durchschaubar sind, bleibt das Buch bis zum Schluss spannend. Vor allem das Ende beschäftigt einen sehr.

Das Buch beginnt damit, dass wir den Täter begleiten als er in Paul Simons Wohnung eindringt und die Gegenstände klaut, die Paul später an den Tatorten finden wird.
Im Folgenden erfährt man dann auch noch Einiges über die Motivation des Täters, das aber an dieser Stelle bereits zu viel verraten würde.
Natürlich lernen wir dann auch Paul und seine Kollegen kennen und begleiten sie zu den Tatorten, sowie bei den Ermittlungen, die eher schleppend voran gehen.
Das klingt jetzt zunächst alles nach nichts Besonderem, ein typischer Thriller eben. Dennoch war dieses Buch ein kleines Highlight für mich, weil der Täter so unglaublich raffiniert vorgeht und Paul Schritt für Schritt in seine Falle lockt. Dabei ist am beklemmendsten, dass Paul ihn genau durchschaut aber nichts dagegen tun kann. Ihm bleibt keine andere Wahl als sich in sein Schicksal zu fügen und zu hoffen, dass alles ein gutes Ende nimmt. Das ist dann auch der Grund wieso das Buch trotzdem enorm spannend bleibt, obwohl man schon recht früh erahnen kann wieso der Täter es auf Paul abgesehen hat und dies auch verhältnismäßig früh bestätigt wird.
Leider wird diese Rezension sehr kurz und ist hier auch schon fast zu Ende, denn es ist unglaublich schwer etwas zu diesem Buch zu sagen, ohne zu viel zu verraten.
Ich kann nur sagen, dass ich es enorm spannend fand und die Jagd genauso gnadenlos ist, wie der Klappentext es behauptet. Das alles findet seinen Abschluss dann in einem actionreichen Ende, das den Leser mit einem gelungenen Schockmoment zurücklässt.