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Veröffentlicht am 11.09.2021

Ein anderer Touch, der jedoch Schwächen hat

Like Gravity
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[Werbung unbezahlt | Rezensionsexemplar] [Vielen Dank an die bloggerjury und den Verlag Bastei Lübbe für die Bereitstellung]

Darum geht´s:

Dieses Buch von Julie Johnson aus dem LYX Verlag handelt von ...

[Werbung unbezahlt | Rezensionsexemplar] [Vielen Dank an die bloggerjury und den Verlag Bastei Lübbe für die Bereitstellung]

Darum geht´s:

Dieses Buch von Julie Johnson aus dem LYX Verlag handelt von einer Protagonistin, die als Kind eine Situation miterleben musste, die sie seitdem für ihr ganzes Leben geprägt hat. Am College begegnet sie dann einem Mann, der ihre Welt auf den Kopf stellt und sie langsam aus ihrem Schneckenhaus herauslockt. Ihr Leben wandelt sich langsam, doch sie fühlt sich zunehmend beobachtet…

Lesefazit:

Man merkt, dass das Buch 2013 erschienen ist, allein daran, dass es das klassische Schema erfüllt. Sie ist tollpatschig, klein, schwach und naiv, er ist der „overprotective“ Badboy, der auf einmal bekehrt wird.

Der Schreibstil ließ sich gut lesen und ich mochte es, dass etwas Spannung vorkam. Dabei war vor allem das Ende wirklich spannend. Die Handlungen bestanden hauptsächlich aus Party, College und der Vergangenheit, sodass darüber hinaus nicht viel rüberkam. Dadurch hat auch etwas die Charaktertiefe gelitten, aber es wäre sonst vielleicht auch zu viel gewesen.

Außerdem war es an manchen Stellen etwas zu langgezogen für meinen Geschmack. Die angedeuteten Aspekte waren recht offensichtlich, aber das hat mich nicht gestört, weil die meisten NA Bücher so sind. Eigentlich weiß man doch nahezu immer, worauf der Autor hinaus möchte.

Die Anziehung der Protagonisten war für mich nicht ganz nachvollziehbar am Anfang, gegen Ende hat es jedoch etwas mehr Sinn ergeben. Er hatte für sie viele Kosenamen, was mich etwas gestört hat, aber je nach subjektiver Wahrnehmung jedem anders ergehen kann – ich bin einfach kein Fan davon.

Des Weiteren war sie mir etwas zu zickig und kratzbürstig und an den falschen Stellen misstrauisch – so hat sie dem Protagonisten ein großes Misstrauen entgegengebracht, ohne dass er ihr einen Anlass dazu gegeben hat. Im Gegensatz dazu hat sie in offensichtlichen Situationen kein Misstrauen zum Ausdruck gebracht, sondern eher eine nicht nachvollziehbare Naivität.

Insgesamt gab es recht viele Szenen, in denen sich die Protagonistin für meinen Geschmack etwas zu naiv verhalten hat, wenn man ihre Vergangenheit bedenkt. Auch ihre Tollpatschigkeit war etwas übertrieben – sie ist zweimal im Buch hingefallen und beide Male aufs Gesicht. Nimmt man nicht seine Hände zum Schutz?

Der männliche Protagonist hatte schnell eine Charakterwandlung, was jedoch später erläutert wurde. Er war allerdings nicht ganz so present und hatte eher eine untergeordnete Rolle, in der er von Zeit zu Zeit als Retter in der Not in Erscheinung treten musste.

Innerhalb des Buchs gab es für mich einige Unklarheiten, was die zeitliche Abfolge anbelangt hat – irgendwie kam es manchmal nicht so ganz hin. Davon mal abgesehen ist die Hauptfrage in Bezug darauf folgende: Wie viel Altersabstand lag zwischen den Protagonisten? An einer Stelle wird dahingehend etwas gesagt, aber wenn das stimmt, wäre es zum einen sehr merkwürdig und irgendwie auch bedenklich und zum anderen würde ein Detail nicht ganz hinkommen, was gegen Ende des Buchs noch herauskommt.

Zusammenfassend war es ein gutes Buch für diejenigen, die das klassische NA Schema mögen. Allerdings war mir die Protagonistin zu naiv und tollpatschig. Zudem wurden einige Aspekte für meinen Geschmack nicht ausreichend behandelt, sodass Fragen bei mir offen geblieben sind. Dennoch muss ich dem Buch zugutehalten, dass es durch den Spannungsaspekt mal etwas Neues hereingebracht hat.

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Veröffentlicht am 19.08.2021

Eine gute Idee, mit einer schwachen Umsetzung

Play & Pretend
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[Werbung unbezahlt | Rezensionsexemplar] [Vielen Dank an penguinrandomhouse für die Bereitstellung]

Darum geht´s:

In diesem Buch von Nena Tramoutani aus dem Penguinverlag geht es um die dritte Mitbewohnerin ...

[Werbung unbezahlt | Rezensionsexemplar] [Vielen Dank an penguinrandomhouse für die Bereitstellung]

Darum geht´s:

In diesem Buch von Nena Tramoutani aus dem Penguinverlag geht es um die dritte Mitbewohnerin der WG. Nachdem ihre letzte Erfahrung mit einem Mann eher unschön geendet ist, ist sie nur wenig erfreut als sie bei einem Casting mit einem Mann vorspielen soll, der für sie kein Unbekannter ist. Aus anfänglicher Skepsis entsteht nach und nach Nähe – und das auch abseits der Bühne und den Proben. Doch nicht nur sie trägt ihre Probleme mit sich rum, auch er hat Dämonen, mit denen er lernen muss umzugehen. Werden die beiden es schaffen dennoch zueinanderzufinden?

Mein Lesefazit:

Dieses Buch konnte mich leider nicht abholen. An sich ist der Schreibstil der Autorin ganz gut, jedoch gab es viele Kapitel, die recht lang waren, was das Buch zäher gemacht hat, als es hätte sein müssen.

Den Schauspielaspekt mochte ich, vor allem hat mich das Ganze hier an "Die Wilden Hühner" erinnert, da es dasselbe Theaterstück war. An sich war das Proben und alles, was mit dem Schauspielen zu tun hatte, auch präsent, aber dennoch hat es mir da mimimal an etwas gefehlt, um ein wohliges Gefühl zu bekommen – es fehlte ein kleiner Funken.

Die Anziehung zwischen den Protagonisten war für mich leider nicht greifbar. Es war zwar irgendwie so, dass eine starke Anziehung vorhanden sein sollte, jedoch gab es irgendwie keine Grundlage dafür, die mir als Leser das Ganze ersichtlich gemacht hätte. Wenn man die beiden am Ende des Buches zusammen betrachtet, müsste man bei kritischer Betrachtung auch sagen, dass es viel Triggerpotenzial gibt, was in der Realität an dem Punkt, wo die beiden stehen, sicherlich nicht ratsam wäre.

Was mich allerdings am meisten an dem Buch unbefriedigt zurückgelassen hat, ist die Tatsache, dass die Autorin in einem Buch direkt zwei psychische Krankheiten unterbringen wollte. Grundsätzlich finde ich das super, die Gesellschaft dafür so sensibler zu machen. Leider war die Umsetzung meines Erachtens nicht optimal. Man hat gemerkt, dass die Buchlänge zu wenig Platz geboten hat. Die psychische Krankheit von ihm ist recht umfangreich und wurde dafür nur recht spärlich behandelt.

Die psychische Krankheit der Protagonistin ist zentraler gewesen, aber der Umgang hat für mich nicht gereicht. Es wurden nur offensichtliche Folgen des Ganzen genannt und es wurde nicht tiefer darauf eingegangen – es klang so, als sei abgesehen davon alles easy, wenn man damit durch´s Leben geht. Dem ist allerdings nicht so – selbst wenn jeder Mensch individuell ist und somit andere Auswirkungen auftreten können, gibt es dennoch Folgen, die evolutionärbedingt bei vielen Betroffenen auftreten sollten.

Zudem finde ich, dass wenn man ein psychologisches Krankheitsbild aufgreift, man auch immer einen Ausblick bzw. Möglichkeiten für betroffene Leser aufzeigen sollte – nicht im Nachwort (wobei ich das gut gelungen fand) – sondern auch schon im Buch, anhand der Protagonisten. Da war das Ende leider sehr dünn und hat keine Ansätze geliefert.

Alles in Allem eine gute Idee, die Umsetzung war in meinen Augen leider nicht gelungen. Man sollte psychische Themen ansprechen, diese dann aber auch so aufarbeiten, dass Betroffene daraus einen Vorteil ziehen können. Zwei psychische Krankheiten auf einmal war einfach zu viel – vor allem wenn man bedenkt, dass es gegebenenfalls fehlleitend sein kann, zu sagen, dass es einen anderen Menschen braucht, um zu heilen. Ein Aspekt, der mir noch aufgefallen ist, ist die Verwendung des Wortes "perfekt" – es wurde auffallend häufig verwendet – aber was im Leben ist schon perfekt?

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