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Veröffentlicht am 15.09.2016

Großartig erzähltes Hörbuch

Der Junge, der Träume schenkte
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Inhalt
New York in den 1920er Jahren: Christmas wandert mit seiner Mutter als Baby von Italien nach Amerika aus. Er träumt von einer eigenen Gang und zieht mit seinem Freund Santo durch die Straßen der ...

Inhalt
New York in den 1920er Jahren: Christmas wandert mit seiner Mutter als Baby von Italien nach Amerika aus. Er träumt von einer eigenen Gang und zieht mit seinem Freund Santo durch die Straßen der Lower East Side, die von Gewalt und Kriminalität beherrscht wird. Sein Leben verändert sich schlagartig als er der 13jährigen Ruth das Leben rettet …

Meinung
"Der Junge, der Träume schenkte" ist eine Geschichte in der es um Träume und um Hoffnung geht. Hoffnung auf ein besseres Leben und auch eine bessere Zukunft – trotz der Diskrepanzen zwischen Arm und Reich. Und auch um die Kunst des Geschichtenerzählens, denn keiner weiß sie besser zu erzählen als Natale oder besser gesagt: Christmas.

Doch Di Fulvio zeichnet ein anderes Bild, als man vielleicht vermuten würde. Es ist nicht das, was durch den Lebensweg eines Jungen verzaubert, sondern das des Amerika des frühen 20. Jahrhunderts, welches von Gewalt und Armut in New Yorks Lower East Side geprägt ist. In dieser wird geprügelt, gehasst aber auch geliebt. Es geht um Gangs und das Überleben in dieser rauen Gesellschaft.

Der Autor erschafft großartige Bilder, die der Sprecher Timmo Niesner mit Bravour umgesetzt hat. Er transportiert Emotionen gekonnt und fesselt an die Geschichte. Einzig das Übermaß an Gewalt und Brutalität und das etwas unrealistische Happy End hätte es für mich nicht gebraucht, weshalb ich einen Punkt abziehe.

Fazit
"Der Junge, der Träume schenkte" ist ein Hörbuch, welches mir spannende und unterhaltsame Stunden beschert hat. Gerne spreche ich eine Empfehlung aus. Insbesondere, da die Handlung durch Timmo Niesner großartig erzählt wird.

  • Charactere
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Recherche
  • Stimme
Veröffentlicht am 15.09.2016

Charmanter Liebesroman für Leib und Seele

Glück ist, wenn man trotzdem liebt
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Inhalt
Isabelle ist der Inbegriff eines Gewohnheitstiers. Sie arbeitet in einem Blumenladen, legt großen Wert darauf jeden Mittag eine Suppe in dem gegenüber liegenden asiatischen Restaurant zu essen und ...

Inhalt
Isabelle ist der Inbegriff eines Gewohnheitstiers. Sie arbeitet in einem Blumenladen, legt großen Wert darauf jeden Mittag eine Suppe in dem gegenüber liegenden asiatischen Restaurant zu essen und absolut heilig ist ihr das Anschauen ihrer geliebten Daily Soap. Doch nun bricht ihr Stück heile Welt auseinander und nichts ist so wie es vorher war. Ihr Job im Blumenladen ist in Gefahr, als die Umsatzzahlen rapide zurückgehen, die Soap wird abgesetzt und als wenn das nicht schon genug wäre, übernimmt auch noch der unsympathische Jens das Restaurant. Nicht nur, dass es bei ihm mittags keine Suppe mehr gibt, sorgt er auch sonst für gehöriges Chaos in Isabells geordnetem Leben.

Meine Meinung
Petra Hülsmann hat erneut geschafft mich zu begeistern. Nach "Hummeln im Herzen" ist dies mein zweites Buch von ihr, welches mir nicht minder gut gefallen hat. Ihre Protagonistin Isa war mir sofort sympathisch, auch wenn ich sie manchmal gerne gerüttelt hätte, damit sie mal aus ihrem bis ins letzte Detail geordnetem Leben ausbricht. Aber dann hätte es sicherlich so einige lustige Momente nicht gegeben, die mich so herrlich schmunzeln oder laut auflachen ließen.

Humorvoll, warmherzig und locker-leicht liest sich der Roman, der uns nach Hamburg entführt und große Lust macht mal wieder in die Hansestadt zu fahren. Liebevoll skizziert die Autorin ihre Protagonisten und ganz besonders gefreut hat mich, dass es sogar ein Wiedersehen mit dem Taxifahrer Knut gibt, der sich mittlerweile zu meiner Lieblingsfigur gemausert hat. Doch das ist nicht die einzige "Nebenfigur", die mich immer wieder zum Schmunzeln brachte. Nein, zu ungewohntem Ruhm kommt hier auch ein kulinarischer Genuss in Form des immer wieder erwähnten Schokomalheurs, welches man am liebsten sofort selber verspeisen möchte, wohlwissend, dass man damit eine Kalorienbombe zu sich nimmt.

Als Leser wird man sofort in die Geschichte hineingezogen und kann sich der Handlung nur schwer entziehen. Es ist eines dieser Bücher mit denen man sich einfach wohl fühlt, mit den Protagonisten Freud und Leid teilt und sich nach Beendigung des Romans nur ungern trennt. Wie es mit Isa und Jens weiter geht, würde ich sehr gerne wissen. Und so hoffe ich, dass ich in dem nächsten Roman von Petra Hülsmann nicht nur mehr über Knut, sondern vielleicht auch von den beiden lesen darf.

Fazit
"Glück ist wenn man trotzdem liebt" ist eine bezaubernde Liebesgeschichte, die Lust auf Hamburg und den Sommer macht. Gerne spreche ich eine Lese-Empfehlung aus

  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Gefühl
  • Schreibstil
Veröffentlicht am 15.09.2016

Der Zauber des Neuen in Großzerlitsch

Romeo und Romy
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Inhalt
Romy fristet ihr Dasein als Souffleuse, obwohl sie viel lieber selber auf der Bühne stehen würde, wo sie doch Schauspielerin ist. Nach einem harmlosen Flirt mit dem Hauptdarsteller Ben, der als ...

Inhalt
Romy fristet ihr Dasein als Souffleuse, obwohl sie viel lieber selber auf der Bühne stehen würde, wo sie doch Schauspielerin ist. Nach einem harmlosen Flirt mit dem Hauptdarsteller Ben, der als "Frischedoktor" in einem Werbespot zu kleiner Berühmtheit kam, wird sie gefeuert. Zur gleichen Zeit stirbt ihre geliebte Oma, die Romy ihr Erbe hinterlässt. Als Romy sich auf den Weg in das kleine Dorf macht, ahnt sie nicht, was der wahre Grund für den plötzlichen Tod ist und kann kaum glauben, was sich dahinter verbirgt. Denn es gibt nur noch zwei freie Plätze auf dem Friedhof und wer nicht früh genug stirbt, wird auf dem Friedhof des Nachbardorfs begraben. Und dort liegen nur Idioten, wie jeder in dem Dorf weiß. Romy stellt schnell fest, dass so mancher von den Alten versucht einen der zwei freien Plätze zu ergattern und sich ganz gerne vor ein Auto wirft oder ähnlich absurdes tut, nur um vorzeitig zu sterben und an richtiger Stelle die letzte Ruhe zu finden. Doch haben die Dorfbewohner die Rechnung ohne Romy gemacht, die ihnen nicht nur den Marsch bläst, sondern sie auch auf ihre ganz eigene Art von den Todesplänen ablenkt: denn sie will mit ihrer Hilfe aus der alten Scheune hinter dem geerbten Hof ein elisabethanisches Theater bauen und Romeo und Julia aufführen.

Meine Meinung
"Das Glücksbüro" und "Der Club der Traumtänzer" zählen zu meinen Lieblingsbüchern. In diesen verbindet der Autor Humor und Ernsthaftigkeit auf eine leicht bekömmliche Art, die mir aber dennoch immer wieder Tränen der Rührung in die Augen getrieben hat. Man kann "Romeo und Romy" nicht damit vergleichen, aber dennoch kam ich beim Lesen nicht umhin zunächst Enttäuschung zu empfinden und konnte kaum glauben, dass Andreas Izquierdo hinter diesem Buch stecken soll.

Die Geschichte liest sich wie ein Frauenroman mit den typischen Zutaten, die mich noch nie vom Hocker gehauen haben. Junge Frau steht vor dem Nichts. Beruf weg, Freund weg und nun ist auch noch der wichtigste Mensch in ihrem Leben verstorben – ihre über alles geliebte Oma. Sie zieht aufs Dorf, verlässt es wieder, versucht einen Neuanfang als Schauspielerin, scheitert, kehrt zurück und möchte nun in dem kleinen Dorf ein Theater bauen. Es soll nicht irgendeins sein – nein, es soll ein elisabethanisches, an Stratford-upon-Avon und Shakespeare erinnerndes, Theater werden. Und dies möchte sie mit den lebensmüden Alten errichten. Nun ja, klingt ein wenig seicht, was es zunächst auch ist.

Aber dann kommt irgendwann der Punkt, an dem der Autor mich doch noch gekriegt hat. Er kann es einfach. Schreiben, mitreißen und emotional berühren. Denn mit Romy hat er nicht nur eine sympathische Protagonistin geschaffen, sondern auch eine authentische Figur ins Leben gerufen. Sie ist gleichzeitig stark und schwach. Sie hat Zweifel und Angst, aber gleichzeitig auch Mut ungewöhnliche Wege zu gehen. Und ja ein wenig verrückt ist sie auch, denn wer denkt denn wirklich, dass der Plan ein Theater aus einer alten Scheune zu erbauen funktionieren kann?

Wollte ich den Roman anfangs noch zur Seite legen, bin ich nun froh, dass ich es nicht getan habe, denn nicht nur Romy sondern auch das kleine Dorf und seine Bewohner sind mir ans Herz gewachsen und ich wollte gar nicht mehr gehen.

Fazit
"Romeo und Romy" ist ein Buch über Freundschaft, Loyalität und über den Zauber des Neuen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten vergebe ich dennoch gerne 4 Sterne.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Die Liebe ist ein seltsames Spiel

Immer wieder du und ich
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Inhalt
Kate und Charlie kennen sich seit dem Kindesalter und eigentlich lieben die beiden sich auch. Aber wie so oft im Leben, ist es auch bei den beiden kompliziert. Denn irgendwie wollen sie nie so ...

Inhalt
Kate und Charlie kennen sich seit dem Kindesalter und eigentlich lieben die beiden sich auch. Aber wie so oft im Leben, ist es auch bei den beiden kompliziert. Denn irgendwie wollen sie nie so recht zueinander finden. Charlie heiratet Kates Cousine Becca und Kate den Ex-Freund von Becca. Trotz allem können Charlie und Kate einander nicht vergessen und auch ihre Wege kreuzen sich immer wieder auf Parties, Taufen oder Beerdigungen. Doch werden die beiden irgendwann doch noch zueinander finden oder ist es für die große Liebe schon zu spät?

Meine Meinung
"Immer wieder du und ich" ist ein Roman, der eigentlich alle Zutaten hat, um den Leser an eine schöne Liebesgeschichte zu fesseln. Wer kennt so etwas nicht aus anderen Büchern oder Filmen, dass die Protagonisten sich lieben und doch nicht zueinander finden? Und so habe ich es mir mit dem Buch gemütlich gemacht und gehofft, dass dieser ganz besondere Zauber, den man häufig auch als Leser spüren kann, auf mich überschwappt. Doch leider leider blieb er bis zum Ende hin aus und ich musste mehrmals den Roman zur Seite legen, weil ich mich immer wieder dabei ertappt habe, dass ich mit meiner Aufmerksamkeit ganz woanders war.

Sämtliche Protagonisten in der Geschichte bleiben auf Distanz und es ist mir bis zum Schluss nicht gelungen auch nur zu einem Zugang zu finden. Ihre Gefühls- und Gedankenwelt bleibt für den Leser im Verborgenen, was ich ganz besonders schade finde. Eigentlich war niemand dabei, den ich so richtig sympathisch fand. Über Kate konnte ich nur den Kopf schütteln. Ich hätte sie am liebsten gepackt und ihr gesagt, dass sie doch mal auf den Tisch hauen soll, wenn sie sich - insbesondere von Becca – alles gefallen lassen hat. Becca kann man eigentlich gar nicht mögen, weil sie wohl über Leichen gehen würde, um das zu kriegen, was sie haben will. Charlie blieb zunächst sehr blass, sodass ich mich fragte, was Kate an ihm überhaupt so liebt. Nur, dass er sich dann in eine Richtung entwickelt hat, die mir noch weniger gefiel.

Leider hat mich auch der Erzählstil nicht ganz überzeugt. Das Buch ist zwar flüssig geschrieben, hat aber einige Längen, die den Lesefluss erschweren. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn man ein paar Seiten weniger genommen und die Handlung gestrafft hätte. Eine schöne Idee sind die Einladungstexte, die jedes Kapitel einläuten und schon einen kleinen Einblick darauf geben, was in diesem folgen wird.

Alles in allem ist "Immer wieder du und ich" ein Buch, dass man lesen kann, aber nicht muss.

Fazit
"Immer wieder du und ich" ist eine Liebesgeschichte, die mich nicht restlos überzeugen konnte, was an der distanzierten Schreibweise und den distanzierten Protagonisten lag. Ich vergebe aber immer noch solide 3 Sterne.