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Veröffentlicht am 20.09.2019

Matthew Corbett als Verfechter der Wahrheit

MATTHEW CORBETT und die Hexe von Fount Royal - Band 2
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Der junge Gerichtsdiener Matthew Corbett ist überzeugt von der Unschuld der schönen Rachel Howarth, die von den meisten Einwohnern des Städtchens Fount Royal für eine Hexe gehalten wird. Auch der Richter ...

Der junge Gerichtsdiener Matthew Corbett ist überzeugt von der Unschuld der schönen Rachel Howarth, die von den meisten Einwohnern des Städtchens Fount Royal für eine Hexe gehalten wird. Auch der Richter Woodward befindet die Frau schließlich für schuldig und verurteilt sie zum Tod auf dem Scheiterhaufen. Matthew bleiben nur wenige Tage Zeit, um den wahren Übeltäter zu entlarven und die Urteilsvollstreckung zu verhindern. Er findet tatsächlich vielversprechende Hinweise. Aber dann wird das Städtchen von einem weiteren grausigen Mordfall erschüttert...

Ich fand den ersten Band zwar recht spannend, war aber nicht übermäßig begeistert und so hatte ich keine allzu hohen Erwartungen an Teil zwei. Doch – ich gebe es gerne zu – bin ich eines Besseren belehrt worden. Die Geschichte um die angebliche Hexe wird aus meiner Sicht zunehmend interessanter und hat einige überraschende Wendungen zu bieten. Der Schreibstil von Robert Mc Cammon bleibt weiterhin angenehm und originell und auch in diesem Band fand ich trotz der anhaltenden Spannung urkomische Szenen, bei denen ich mir ein Grinsen kaum verkneifen konnte. Der Titelheld ist mir inzwischen richtig sympathisch geworden und als ich am Ende des Buches angelangt bin, wurde ich fast schon etwas wehmütig. Die Chancen, dass ich irgendwann demnächst nach den weiteren Büchern der Reihe greife, ist also groß

Ähnlich wie Teil eins punktet auch dieses Buch mit einer toller Aufmachung. Das Cover ist ähnlich düster und geheimnisvoll, trägt zur Spannungserzeugung bei und macht neugierig auf den Inhalt.

Mein Fazit: Eine sehr gelungene Fortsetzung der Geschichte aus dem ersten Band, spannend und unterhaltsam, durchaus zu empfehlen!

Veröffentlicht am 10.09.2019

Harte Kost

Die Stadt der Blinden
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In einer namentlich nicht genannten Stadt bricht urplötzlich eine seltsame und zutiefst beängstigende Epidemie aus: Einer nach dem anderen werden fast alle Einwohner blind. Nur die Frau eines Arztes behält ...

In einer namentlich nicht genannten Stadt bricht urplötzlich eine seltsame und zutiefst beängstigende Epidemie aus: Einer nach dem anderen werden fast alle Einwohner blind. Nur die Frau eines Arztes behält ihr Augenlicht. Sie verschweigt dies jedoch, da sie nicht von ihrem Mann getrennt werden möchte. Die Blinden werden nämlich auf Befehl der Regierung in eine verlassene Irrenanstalt einquartiert, wo sich bald fürchterliche Szenen abspielen. Denn das schwere Unglück setzt den Menschen zu, macht sie hilflos und abhängig von Anderen, die noch sehen können und beraubt sie ihrer Würde. Manche gehen daran zugrunde, es gibt aber auch welche, die aus dieser schrecklichen Situation eigene Vorteile ziehen. Die Lage spitzt sich immer mehr zu, da stets neue Transporte mit Erblindeten kommen und der Platz bald nicht mehr ausreicht. Als dann noch die Versorgung mit Proviant unterbrochen wird, kommt es zu einem Aufstand...

Es ist definitiv keine leichte und unterhaltsame Urlaubslektüre, die uns der berühmte portugiesische Schriftsteller Jose Saramago mit diesem Roman bietet. Es ist eher ein Alptraum, der zumindest mich immer wieder schaudern ließ. Ich las trotzdem weiter, denn das Buch übt eine seltsame Kraft aus: Es ist wie ein Sog, der einen reinzieht und immer weiter lesen lässt, ungeachtet der Tatsache, dass der Inhalt schockiert und entsetzt. Die langen Sätze erlauben auch kaum, einen Zwischenstopp einzulegen. Es gibt keine kurzen Kapitel, die man sich einteilen kann. Ich hatte nicht zuletzt dadurch wie bei kaum einem anderen Buch das Gefühl, ich darf einfach nicht stoppen, ich muss in dieser entsetzlichen Geschichte drin bleiben, bis zum Ende. Das tat ich auch und ich stelle fest, es hat sich gelohnt. „Die Stadt der Blinden“ ist ein grandioser Roman, eine meisterhafte Studie des menschlichen Verhaltens in Angesicht einer schweren Krise. Einfühlsam und in einer Schreibart, die dem Leser unter die Haut geht, schildert der Autor, wie unterschiedlich die Menschen darauf reagieren. Während viele am Unglück zerbrechen, erweisen sich Andere als Überlebenskünstler. Manche mutieren zu wahren Monstern, die – obwohl selbst betroffen – die Not ihrer Nächsten ausnutzen, diese quälen und demütigen. Es stehen in diesem Roman Passagen, die nichts für Zartbeseitete sind und einen sprachlos vor Entsetzen machen. Und doch scheint Saramago den Glauben an den Menschen nicht verloren zu haben. Denn solange es Personen wie die Frau des Arztes gibt, die im Unglück über sich hinauswachsen, tapfer bleiben und anderen helfen, gibt es Hoffnung. Dies ist meines Erachtens die Botschaft, die in diesem Buch steckt. Solange wir zusammenhalten und handeln, über eigenes nicht das Wohl unserer Mitmenschen vergessen und den Machtmissbrauch von Seiten den Dritten nicht dulden, bewahren wir unsere Menschlichkeit, mögen die Zeiten noch so schwer sein.

Fazit: Wer sich von der Thematik nicht abschrecken lässt und sich an diesen nicht einfachen Roman traut, wird reichlich belohnt - „Die Stadt der Blinden“ ist ein beeindruckendes Buch und eine wichtige Lektion in Sachen Humanität, von mir eine klare Leseempfehlung!



Veröffentlicht am 10.09.2019

Historischer Krimi trifft sanften Grusel

MATTHEW CORBETT und die Hexe von Fount Royal - Band 1
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Wir schreiben das Jahr 1699. Der Richter Isaac Woodward kommt mit seinem jungen und scharfsinnigen Gerichtsdiener Matthew Corbett in die kleine Stadt Fount Royal, die erst vor wenigen Jahren in den amerikanischen ...

Wir schreiben das Jahr 1699. Der Richter Isaac Woodward kommt mit seinem jungen und scharfsinnigen Gerichtsdiener Matthew Corbett in die kleine Stadt Fount Royal, die erst vor wenigen Jahren in den amerikanischen Carolina-Kolonien gegründet wurde. In der Stadt geschehen seit einer Weile merkwürdige und erschreckende Dinge: ungeklärte Morde, Brände und seltsame Krankheiten, die die Bevölkerung dezimieren und viele zur Abreise bewegen. Die verbleibenden Einwohner, allen voran der Bürgermeister und Stadtgründer Mr. Bidwell, glauben die Ursache der Misere zu wissen: Sie geben die Schuld daran einer jungen Frau, die sie für eine Hexe halten. Woodward soll ihr einen Prozess machen und am besten schnell auf den Scheiterhaufen schicken – die meisten in der Stadt können dies kaum erwarten. Doch ist die schöne und kluge Rachel Howarth tatsächlich schuldig oder eher ein Opfer? Matthew, der sich von Rachel seltsam angezogen fühlt und an ihre Unschuld glaubt, geht der Sache auf den Grund und stößt dabei auf weitere rätselhafte und verstörende Sachen. In Fount Royal treibt das Böse tatsächlich ihr Unwesen und er will nun herausfinden, wer oder was dahinter steckt...

Ich habe mir dieses Buch aufgrund der vielen begeisterten Kritiken zugelegt. Der Klappentext hörte sich in der Tat sehr interessant an und auch das Cover fand ich sehr ansprechend. Geheimnisvoll und düster, regt es die Phantasie der Leser an, kündigt eine Gänsehaut-Atmosphäre an und macht neugierig auf den Inhalt.
Nun bin ich mit der Lektüre des Buches fertig und muss feststellen, dass es meine Erwartungen nicht ganz erfüllt hat. Ich habe mich auf den wohligen Schauer gefreut, ich wollte mich gruseln. Vielleicht bin ich inzwischen zu abgebrüht, weil ich etliche Thriller gelesen und geschaut habe, die öfters nichts für Zartbesaitete waren. Die Tatsache ist, beim Lesen der „Hexe von Fount Royal“ wollte sich die von mir erhoffte Stimmung nicht einstellen. Im Gegenteil: Manche Passagen haben mich zum Schmunzeln gebracht, weil sie meines Erachtens herrlich witzig geschrieben sind und viel Situationskomik enthalten. Ist das jetzt schlecht? Nein, ganz und gar nicht. Denn auch wenn mich der Roman in einer Hinsicht etwas enttäuscht hat, so hat er mich andererseits auch positiv überrascht. Die um die Wende zum 18. Jahrhundert in Carolina angesiedelte Geschichte ist tatsächlich spannend und enthält überraschende Wendungen. Der Autor schreibt flüssig und die von ihm erschaffenen Charaktere wirken oft sehr lebendig, so dass man sie sich mühelos vorstellen oder sogar in sie hineinversetzen kann. Ich konnte sehr gut die Neugier des cleveren Titelhelden Matthew Corbett nachvollziehen und begleitete ihn gerne bei seinen Ermittlungen, litt mit dem kranken Richter Woodward, empfand Mitgefühl für die arme Rachel und entwickelte eine Abneigung gegen den eitlen und egoistischen Mr. Bidwell. Das Buch punktet auch durch den von mir bereits erwähnten – zugegeben, oft recht derben – Humor und vermittelt am Rande interessante Informationen zum Leben der amerikanischen Pioniere.
Da der erste Band mit einer neuen und für Corbetts Ermittlung wichtigen Entdeckung endet, der er im Band zwei nachgehen will, ist man als Leser gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Ich jedenfalls freue mich auf die Fortsetzung

Mein Fazit: Auch wenn ich von dem Roman nicht restlos begeistert bin, so finde ich ihn durchaus unterhaltsam und kann ihn allen empfehlen, die eine Vorliebe für historische Krimis mit einem Hauch Gänsehaut haben.

Veröffentlicht am 28.08.2019

Die Kraft der Resilienz

Aufleben!
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Ich bin durch Zufall auf dieses kleine Buch gestoßen und bin richtig froh darüber! Die Autorin Monika Gruhl präsentiert darin zahlreiche Tipps und Anregungen, die uns Lesern helfen können, unsere Resilienz ...

Ich bin durch Zufall auf dieses kleine Buch gestoßen und bin richtig froh darüber! Die Autorin Monika Gruhl präsentiert darin zahlreiche Tipps und Anregungen, die uns Lesern helfen können, unsere Resilienz zu stärken und glücklicher, entspannter zu leben. Mit der Resilienz (der Begriff kommt von dem lateinischen Wort „resilire“: zurückspringen, abprallen) ist die innere Stärke und die Fähigkeit gemeint, Hindernisse und Widrigkeiten zu meistern, ohne daran zu zerbrechen. Der kurzen Anmerkung zum Buch entnahm ich, dass Monika Gruhl eine Expertin auf diesem Gebiet ist, sie gründete das „Resilienzzentrum Osnabrück“ und arbeitet als Trainerin und Coach. Der Leser kann von ihrer Erfahrung wirklich profitieren: Die Denkanstöße im Buch sind interessant und verständlich formuliert und die vorgeschlagenen Übungen erfordern keinen großen Aufwand und lassen sich wunderbar in den Alltag integrieren. Und das Wichtigste: Es funktioniert! Schon bei der Lektüre wurde ich entspannter und ausgeglichener und die Umsetzung so manches Tipps in die Praxis brachte tatsächlich positive Effekte mit sich. Ich bin begeistert!

Ein großes Lob verdient meines Erachtens auch die graphische Gestaltung des Buches, die ich sehr ansprechend und einfach nur liebevoll finde. Das Cover ist in seiner Schlichtheit sehr schön und der warme orangene Farbton vermittelt sofort ein positives Gefühl. Auch die bunt und kreativ gestalteten Seiten gefallen mir sehr. Es macht einfach Spaß, das Buch in die Hand zu nehmen, darin zu blättern, bei einer schönen Zeichnung oder einem interessanten Zitat zu verweilen... Definitiv von Vorteil ist auch das kleine Format – man kann es wunderbar in die kleinste Handtasche stecken. Ich hatte dieses Büchlein schon im Zug und in einer Arztpraxis dabei gehabt und statt mich zu ärgern, dass es mal wieder lange dauert, konnte ich genüsslich darin schmökern

Mein Fazit: Ein tolles Buch für alle, die für ihre innere Stärke etwas tun und mit mehr Freude und Gelassenheit durchs Leben gehen wollen! Kann ich nur empfehlen!



Veröffentlicht am 25.08.2019

Fesselnd!

Sag, es tut dir leid
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Kurz vor Weihnachten wird der Psychologe Joe O'Loughlin von der Polizei um Hilfe gebeten: In einem Bauernhaus wurde ein Ehepaar brutal ermordet und der Verdächtige leidet unter einer psychischen Störung, ...

Kurz vor Weihnachten wird der Psychologe Joe O'Loughlin von der Polizei um Hilfe gebeten: In einem Bauernhaus wurde ein Ehepaar brutal ermordet und der Verdächtige leidet unter einer psychischen Störung, was das Verhör und die Ermittlung erheblich erschwert. In derselben Nacht gibt es noch eine weitere Tote: In einem zugefrorenen See wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt. O'Loughlin vermutet eine Verbindung zu einem älteren Vermisstenfall, bei dem das spurlose Verschwinden von zwei 15-jährigen Mädchen untersucht wurde. Ist die Tote aus dem See tatsächlich eine der damals vermutlich entführten „Bingham Girls“? Hängen die drei Todesfälle zusammen? Was passierte vor drei Jahren mit Piper Hadley und Natasha Mc Bain? Es beginnt eine dramatische Suche nach Spuren und Beweisen, die dem Psychologen alles abverlangt...

Michael Robotham weiß genau, wie man gute Psychothriller schreibt. In diesem Buch stimmt einfach alles. Der Autor erzählt eine interessante und bewegende Story und nimmt den Leser gleich mit der ersten Seite, ja mit dem ersten Satz gefangen, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Es gibt überraschende Wendungen und die Spannung hält bis zum Schluss an. Der Plot ist perfekt durchdacht und die Charaktere vielschichtig und überzeugend. Mein persönlicher Favorit ist Joe O'Loughlin, den ich bereits aus anderen Büchern der Reihe kannte. Robotham hat mit ihm einen sehr interessanten Protagonisten erschaffen, der mich mit seiner Weisheit, Einfühlsamkeit für die Mitmenschen und seiner Energie, die er trotz der schweren Krankheit an den Tag legt, sehr beeindruckt.

Alles in allem eine packende Lektüre, bei der man als Thriller-Fan definitiv auf seine Kosten kommt. Von mir fünf Sterne!