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Veröffentlicht am 09.10.2022

Bester Band !

Feindesopfer
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In diesem Thriller ist einfach alles stimmig, der Autor hat sich selbst übertroffen.
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Zetterberg, ein Industriemagnat, der durch die Schließung eines seiner größten Werke tausende Menschen arbeitslos ...

In diesem Thriller ist einfach alles stimmig, der Autor hat sich selbst übertroffen.
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Zetterberg, ein Industriemagnat, der durch die Schließung eines seiner größten Werke tausende Menschen arbeitslos machte, wird tot in seiner Wohnung aufgefunden. Diesmal übernimmt nicht Jessica Niemi die Rolle der Hauptermittlerin, sondern ihr überaus talentierter Kollege Jusuf (der mein Herzbub ist, auch wenn er raucht wie ein Schlot). Während sich Jessica noch von den Schrecken der letzten Monate erholt, macht Jusuf eine Reise in Zetterbergs Vergangenheit… und deckt nach und nach auf, welch Grauen sich über die Jahre rund um Zetterberg und seine Firma entwickelt hat.
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Ich war erst etwas verdutzt, dass nicht wieder Niemi wieder die Protagonistin ist - aber Jusuf als Hauptermittler und Niemi als geheimnisvolles Ass im Ärmel gefällt mir noch besser. Denn so gerne ich Niemi habe, ihre psychischen Thematiken haben mich während des Lesens der vorigen Bände öfter durcheinander gebracht. In diesem Buch herrscht für mich das perfekte Gleichgewicht an knallharter Ermittlerarbeit (die Jusuf mit Bravour meistert), persönlichen Geschichten der einzelnen Figuren sowie Jessicas Aufarbeitung ihrer Vergangenheit.
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Die Handlung selbst ist spannend, verzweigt und erfordert scharfes Mitdenken. Dennoch gab es keinen Moment der Verwirrung, eher umgekehrt. Trotz der Komplexheit des Falles war mir in jeder Szene voll bewusst, wo was hingehört, was gerade passiert und wie was zusammenhängt. Das steigert die Lesemotivation ungemein, Buch war an einem Tag ausgelesen.
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Jusuf ist schon immer einer meiner Favoriten. Umso mehr freue ich mich, dass er ins Rampenlicht rückt, persönlich wie auch beruflich. Ein bisschen Badboy, dann doch wieder Softie, hart im nehmen, mit dennoch gutem Gespür. Harte Schale, weicher Kern.
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Fazit: Der bis jetzt beste Teil der Reihe, große Freude auf Band 4!

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Veröffentlicht am 25.09.2022

Fantasy Highlight!

Der dunkelste aller Zauber
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Ich bin immer wieder erstaunt, dass nicht nur umfangreiche mehrbändige Reihen mich vollkommen in ihren Bann ziehen, sondern auch Einzelbände. So wie dieser hier.
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Eine Welt, in der Bücher und Magie einen ...

Ich bin immer wieder erstaunt, dass nicht nur umfangreiche mehrbändige Reihen mich vollkommen in ihren Bann ziehen, sondern auch Einzelbände. So wie dieser hier.
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Eine Welt, in der Bücher und Magie einen besonderen Stellenwert haben. Wo das Böse stets präsent ist. Wo Bücher sich zu grauenhaften Monstern verwandeln, wenn man sie nicht richtig behandelt. Hier lebt Elisabeth als Bibliothekarin und hütet ihre Schätze. Bis das gefährlichste aller Bücher gestohlen wird und die großen Bibliotheken reihum in Flammen aufgehen. Irgendwie steht Elisabeth auf einmal im Brennpunkt. Ihre einzige Hilfe: Der kühle und zurückhaltende Zauberer Nathaniel mit seinem mysteriösen Diener Silas.
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Die Welt, die Margaret Rogerson geschaffen hat, pendelt irgendwo zwischen Steampunk und Mittelalter, mit einer guten Prise Fantasy. Schon nach den ersten Seiten fühlt man sich hier pudelwohl und zu Hause. So konnte ich gleich voll in die Geschichte eintauchen und wollte gar nicht mehr auftauchen. Viele liebevolle Details hauchen der Welt Leben ein, der Schreibstil ist angenehm zu lesen: Innerhalb eines Tages ausgelesen.
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Elisabeth und Nathaniel gefallen mir für sich gut, sind aber auch gemeinsam ein sehr sympathisches Team. Beide haben die nötige Portion Geheimnisse und eine verborgene Vergangenheit, so dass nicht nur die Hauptstory superspannend ist, sondern auch die Einzelschicksale der Figuren.
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Und wie gesagt: Dieser Einzelband steht zB einer Trilogie an Komplexität nichts nach. Ich fand es sogar sehr erfrischend, eine Story dieses Tiefgangs in einem Rutsch abzuschließen — das hinterlässt bei mir ein zufriedenes und wohliges Bauchgefühl.
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Die Handlung selbst ist abwechslungsreich und aufregend, aber auch düster und brutal sowie romantisch und gefühlvoll. Elisabeths und Nathaniels langsames Anfreunden, erschreckende Kampfszenen, Intrigen, Geheimnisse… alles hat seinen Platz.
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Fazit: Fantasy-Highlight und große Leseempfehlung!!

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Veröffentlicht am 05.06.2022

Hallo Denkanstoß!

Wenn Männer mir die Welt erklären
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„Gewalt hat keine Rasse und keine Klasse, keine Religion und keine Nationalität, aber sie hat ein Geschlecht.“
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In diesem Sinne Boys und Girls der Bücherwelt (und auch der Nicht-Bücherwelt, falls diese ...

„Gewalt hat keine Rasse und keine Klasse, keine Religion und keine Nationalität, aber sie hat ein Geschlecht.“
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In diesem Sinne Boys und Girls der Bücherwelt (und auch der Nicht-Bücherwelt, falls diese Zeilen euch erreichen): Lest dieses Buch.
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Ich will nicht viel vorneweg nehmen. Es geht um Gewalt, Mansplaining, die Wirkung des Einzelnen. Über den Tellerrand blicken. Gedanken über Virginia Woolf und Susan Sontag. Von beiden gibt es noch viel für mich zu lesen.
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Klar und direkt schreibt Rebecca Solnit ihre Gedanken nieder. Mit einem scharfen Blick für den Moment, aus einer ganz offenen Sichtweise, analysiert sie unsere Gesellschaft, den Umgang der Geschlechter miteinander. Zeigt auf, was als „normal“ angesehen wird, es aber ganz und gar nicht ist - wenn man sich Gedanken darüber macht.
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Ein Beispiel, was mir im Kopf geblieben ist: Am College-Gelände werden abends Frauen überfallen. Der Rat der Bildungsanstalt: „Frauen, bleibt abends daheim, um euch zu schützen.“ — Warum heißt es nicht: „Männer, einer von euch ist eine Gefahr. Bleibt vorsichtshalber daheim.“ ???
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In meinem Kopf gibt es viel zu denken. Lest selbst.
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Fazit: Eine Bereicherung für jeden. Unbedingt lesen, es ist eine kurze knackige 160 Seiten Lektüre, die das Blickfeld aber um Meilen erweitert.

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Veröffentlicht am 14.05.2022

Moderne Märchenzeit

Das Labyrinth des Fauns
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Wie sehr hab ich mich auf dieses Buch zum Film gefreut. Den Film habe ich vor Jahren gesehen, hatte mir damals einen fröhlichen Fantasyfilm erwartet. Falsch gedacht! Düster, bedrückend, ein Mix aus Fantasy, ...

Wie sehr hab ich mich auf dieses Buch zum Film gefreut. Den Film habe ich vor Jahren gesehen, hatte mir damals einen fröhlichen Fantasyfilm erwartet. Falsch gedacht! Düster, bedrückend, ein Mix aus Fantasy, Märchen und Historie für Erwachsene!
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Ebenso dieses Buch. Ich liebe es. Nach dem Tod ihres Vaters heiratet Ofelias Mutter einen hochrangigen Militär in Francos Spanien 1944. Dieser ist damit beauftragt, eine Rebellengruppe im Wald auszuschalten. Abgeschreckt von der rohen Gewalt und Gefühlskälte der Soldaten, wendet sich Ofelia ihren Geschichten zu… und trifft am Waldrand plötzlich einen Faun. Dieser stellt ihr 3 Aufgaben, die sie bewältigen muss, um ihren Platz als Prinzessin des unterirdischen Königreichs einzunehmen.
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Wir erleben dieses moderne Märchen aus zwei Perspektiven. Was sich in der Realität abspielt: Spione, Jagd nach Rebellen, das Verhalten von Ofelias Mutter, Mord, Tod. Und Ofelias Märchenwelt: Sie stellt sich den Aufgaben und trifft dabei auf allerlei wunderliche Gestalten.
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Aber auch Ofelia scheint im Zwiespalt, sie verarbeitet das Erlebte und ihre Angst in ihrer Fantasie. So ist die Märchenwelt nicht so bunt und fröhlich wie erwartet. Überall lautet Dunkelheit, Verrat, das Grauen.
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Bedrückend, aber irgendwie versprüht das Buch doch eine Leichtigkeit. Realität und Fantasie verschwimmen miteinander, man weiß nicht, was wahr und was falsch ist, was passiert und was nur erträumt ist.
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Cornelia Funke ist einfach eine meisterhafte Geschichtenerzählerin. Gefühlvoll, aber doch klar. Verzaubernd und gleichzeitig hart und echt. Mit wenigen Worten fängt sie die Stimmung einer Situation ein und schafft eine bildhafte Kulisse - egal ob man den Film kennt oder nicht.
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Fazit: Ein modernes Märchen für Erwachsene, das zum Nachdenken anregt. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 14.05.2022

Der beste Miss Marple bisher!

16 Uhr 50 ab Paddington
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Der vierte Miss Marple Krimi aus Agatha Christies Feder - und bis jetzt für mich der absolut beste! 
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Was macht ihn für mich diesmal so besonders?
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Der Tathergang ist einfach, aber unglaublich kreativ. ...

Der vierte Miss Marple Krimi aus Agatha Christies Feder - und bis jetzt für mich der absolut beste! 
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Was macht ihn für mich diesmal so besonders?
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Der Tathergang ist einfach, aber unglaublich kreativ. Hut ab dafür!
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Miss Marple ist in diesem Krimi so präsent wie noch nie zuvor. Und auch das erste Mal nicht allwissend, was sie für mich gleich noch sympathischer macht. Im Duo infernale mit ihrer hochverehrten Lucy rocken die beiden die Handlung, einfach unschlagbar die beiden.
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Die Story ist ebenso ein Traum. Ein altes Familienanwesen, viele Geschwister, noch mehr Geheimnisse und ein Erbe, das im Raum steht. Klassisches Setting, altbewährt und das zu Recht. Fand ich großartig.
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Vielleicht fehlte es diesem Buch etwas an Raffinesse. Die Lösung des Falls war nicht ganz so überraschend, wie bei vergangenen Fällen. Dem Lesevergnügen legte das aber keinen Stein in den Weg. Denn Miss Marple war der Wahnsinn.
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Ebenso wie die 4 Geschwister, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Trotz dieser Differenzen gaben sie jedoch eine homogene Truppe ab, hatten alle ihren Glanzmoment und machten die Geschichte für mich zu etwas Besonderem.
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Fazit: Der beste Miss Marple bisher. Von allem ein bisschen was, so dass man herrlich in den kurzen Roman eintauchen kann und sich durchwegs rundum wohl fühlt.

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