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Veröffentlicht am 14.04.2020

Eine lebendige Beschreibung des Lebens und Liebens der Frida Kahlo

Frida Kahlo und die Farben des Lebens
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Wie der Name schon sagt, handelt Caroline Bernards Roman von der beeindruckenden Malerin Frida Kahlo, ihrem Leben und ihrem Aufstieg zu einer brillanten Künstlerin.

Ich habe mir den Roman zeitgleich mit ...

Wie der Name schon sagt, handelt Caroline Bernards Roman von der beeindruckenden Malerin Frida Kahlo, ihrem Leben und ihrem Aufstieg zu einer brillanten Künstlerin.

Ich habe mir den Roman zeitgleich mit "Madame Piaf und das Lied der Liebe" gekauft, und war, nachdem ich den Edith-Piaf-Roman gelesen habe, zunächst etwas skeptisch, was das Lesevergnügen des Frida Kahlo Romans anbelangt.
Nachdem ich ihn nun gelesen habe, muss ich jedoch feststellen, dass beide Romane sehr unterschiedlich sind - und dieser hier mir sehr viel besser gefallen hat. Man darf die Buchreihe also nicht vorschnell verurteilen, denn zumindest der Roman über Frida Kahlo ist ein kleiner Diamant.

Durch den Roman habe ich die Künstlerin Frida Kahlo sehr viel besser kennengelernt. Ich wusste vorher nur wenig über ihr Leben, nun habe ich den Eindruck, als hätte ich nahezu die vollständige Biographie kennengelernt. Ein großer Fokus wird im Roman auf die Beziehung zu Diego Rivera gelegt, der als ihr Ehemann einen großen Stellenwert in ihrem Leben einnimmt. An der Beziehung der beiden finde ich sehr gelungen beschrieben, wie Diego Frida immer weiter zu fördern versucht, bis sie ihn schließlich in Punkto Bekanntheit überholt.

Toll ist ebenfalls, dass Fridas Motive hinter bestimmten Bildern zur Geltung kommen. Dadurch lernt man, neben der Biographie der Künstlerin selbst auch, Kunstwerke zu interpretieren und versteht, welche Erlebnisse und Erfahrungen Künstler darein einwirken lassen können. Dieser Teil hätte sogar noch ausführlicher sein können, denn er hat mich mehr interessiert als die Liebesgeschichte.

Auch die politischen Aktivitäten und die Bekanntschaft mit Leo Trotzki sind recht oberflächlich beschrieben worden, obwohl sie sehr interessant waren und ich gerne mehr darüber gelesen hätte.

Der Roman legt folglich einen besonderen Schwerpunkt auf Fridas Gefühlswelt, besonders ihre Gefühle gegenüber Diego und behandelt den Rest recht deskriptiv. Nichts desto trotz ist es ein schöner und unterhaltsamer Roman, der sich wunderbar flüssig lesen lässt, und der seinen Leserinnen und Lesern die Persönlichkeit Frida Kahlo näherbringt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 05.04.2020

Tolle Charakterentwicklung und viele Gefühle

Tage des Lichts
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Nachdem Ruth selbst die Ausreise nach England gelungen ist, kämpft sie mit allen Mitteln darum, dass ihre Familie ihr Folgen darf. In letzter Sekunde gelingt es ihr, die Visa zu beschaffen und rettet dadurch ...

Nachdem Ruth selbst die Ausreise nach England gelungen ist, kämpft sie mit allen Mitteln darum, dass ihre Familie ihr Folgen darf. In letzter Sekunde gelingt es ihr, die Visa zu beschaffen und rettet dadurch ihren Vater aus dem Konzentrationslager. Dennoch gestaltet sich ihr Leben danach nicht einfach. Zwar ist ihre Familie in Sicherheit, doch ihre englische Arbeitgeberin macht ihr das Leben schwer, wo sie nur kann. Als der Krieg ausbricht und auch England zum Ziel von Angriffen wird, hat Familie Meyer nur ein Ziel: So weit wie möglich weg von Deutschland - und nach Amerika.

Der zweite Band war so spannend, dass ich sofort den dritten Band gekauft habe, um die Geschichte von Ruth weiterlesen zu dürfen. Am dritten Band gefällt mir besonders gut, wie Ruth um ihre Familie kämpft und wie sie ihren Alltag in England meistert. Toll dargestellt werden ihre Empfindungen, wenn sie in England als Deutsche erkannt und teils misstrauisch behandelt wird - oder - wenn ihre Arbeitgeberin Olivia so sehr auf ihre jüdische Abstammung pocht.

Für mich war es äußerst interessant zu lesen, wie Ruth auch in einem anderen Land mit Antisemitismus - wenn auch in abgeschwächter Form - begegnet wird und wie sie darunter zu kämpfen hat.
Ruths Entwicklung in diesem Band ist wunderbar. Hat sie im zweiten Band durch all die furchtbaren Geschehnisse an Selbstvertrauen verloren, so baut sie es im dritten Band langsam wieder auf. Sie emanzipiert sich zunehmend und findet immer stärker zu ihrem alten Ich zurück. Eine Entwicklung, die toll zu beobachten ist. Besonders die Schlussszene ist dafür bezeichnend.

Abermals liest sich der Roman sehr flüssig und ist gut geschrieben. Ruths Gefühle werden hervorragend zur geltend gebracht - ich habe mich wirklich gefühlt, als stecke ich in ihrer Haut. Mir bleibt nur zu sagen, dass die echte Ruth Meyer, auf deren Tagebüchern der Roman beruht, eine starke und mutige Frau war.

Auch dieser Roman lohnt sich sehr zu lesen. Dafür kann man auch den ersten Band gut überstehen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2020

Nun wird es deutlich spannender

Zeit aus Glas
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Nach dem ersten Band, den ich vergleichsweise langweilig fand, hat mich der zweite Band der Seidenstadt-Saga positiv überrascht.

Die Progromnacht hat Familie Meyer erschüttert. Ihr Haus wurde zerstört, ...

Nach dem ersten Band, den ich vergleichsweise langweilig fand, hat mich der zweite Band der Seidenstadt-Saga positiv überrascht.

Die Progromnacht hat Familie Meyer erschüttert. Ihr Haus wurde zerstört, und sie sehen sich mit zunehmenden Verboten und Einschränkungen konfrontiert. Man entzieht ihnen die Staatsbürgerschaft, Ruth darf die Schule nicht weiter besuchen. Die Lage wird unerträglich, und Karl Meyer beschließt mit seiner Familie auszureisen. Doch eine Ausreise gestaltet sich als große Herausforderung, denn Visa für Palästina oder die Vereinigten Staaten sind schwer zu bekommen. Unterdessen versuchen Ruth und Ilse, ihr Leben so normal wie möglich weiterzuführen. Doch schließlich bewirbt sich Ruth für ein Arbeitsprogramm in England.

Ich muss sagen, dass ich nur weitergelesen habe, weil der Roman auf wahren Gegebenheiten und auf dem Tagebuch der realen Ruth Meyer beruht. Das hat mein Interesse dann doch wieder geweckt. Durch die Handlung des ersten Teils wäre es insoweit gestorben, als dass ich nicht weitergelesen hätte ...

Durch die zunehmend prekäre Lage gewinnt auch der zweite Roman an Fahrt und Spannung. Insgesamt fand ich den Roman sehr berührend. Ich konnte mich ausgezeichnet in die Familie hineinversetzen - und habe ununterbochen mitgefiebert, während die Familie ihre Ausreise vorbereiten wollte.

Die Charaktere verändern sich und werden vielschichtiger und spannender. Martha wird von der perfekten Ehefrau zu einer psychisch labilen, angsterfüllten Frau mit Selbstmordgedanken. Ruth leidet zunehmend unter der großen Last, die sie in der Familie trägt und Karl wird durch die Veränderungen zu einem alten, gebrechlichen Mann. Die Veränderungen sind absolut nachvollziehbar und toll dargestellt.

Weiterhin liest sich der ROman durch den Schreibstil der Autorin sehr flüssig und gut. Das Ende fand ich so spannend, dass ich mir sofort den nächsten Band gekauft habe.

Weiterlesen lohnt sich also! Der zweite Roman ist sehr viel besser im Vergleich zum ersten!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2020

Auf wahrer Geschichte beruhender Roman, der vielleicht etwas zu harmonisch ist

Jahre aus Seide
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Jahre aus Seide beschreibt die Geschichte der jüdischen Familie Meyer in Krefeld in der Zeit vor der Reichskristallnacht. Karl und Martha Meyer führen mit ihren beiden Töchtern Ruth und Ilse, ein harmonisches ...

Jahre aus Seide beschreibt die Geschichte der jüdischen Familie Meyer in Krefeld in der Zeit vor der Reichskristallnacht. Karl und Martha Meyer führen mit ihren beiden Töchtern Ruth und Ilse, ein harmonisches und priviligiertes Leben. Die Geschichte beschreibt die Entwicklungen in den 1920er und 1930er Jahren, einschließlich der Machtergreifung Hitlers und wie die Familie darauf reagiert.

Der Roman hat mir insgesamt nur mittelmäßig gut gefallen. Die Handlung ist zu friedlich, um wirklich spannend zu sein. Die Meyers leben bis zur Reichskristallnacht in dem Glauben, dass die Nazis nur ein vorübergehendes Phänomen ist, und dass ihnen nichts geschehen kann. Für einen Roman war mir das persönlich schlicht und einfach zu wenig Handlung. Gut beschrieben sind jedoch die Diskussionen und Reaktionen verschiedener jüdischer Familien auf die politische Lage in Deutschland - und wie sich die Reaktionen im Zeitverlauf verändern.

Die Charaktere sind durchwachsen. Ruth, die im Laufe der Reihe zur Hauptfigur aufgebaut wird, ist zu Beginn einfach zu perfekt. Sie weiß alles, sie kann alles (z.B. Schnittmuster aus Modezeitschriften mit sechs Jahren nachnähen), und man kann sie nicht mal als arrogant oder verwöhnt bezeichnen, denn sie ist zudem noch ein wirklich liebes Kind. Überperfekt - ein Charakter ohne jegliche Ecken und Kanten - und damit etwas anstrengend.

Versöhnt hat mich am Ende jedoch, dass es Familie Meyer wirklich gegeben hat. Sieht man den Roman eher biographisch, so schildert er das Leben der jüdischen Familie in sehr guter Weise - und kontrastiert natürlich enorm mit den Folgebänden. Da es im wahren Leben natürlich auch nicht immer hochspannend zugeht, sondern dass es auch dort einfach friedliche und harmonische Zeiten gibt, konnte ich mich zum Schluss mit der etwas trägen Handlung doch noch anfreunden. Weil die Figuren auf realen Personen beruhen, habe ich dann auch weitergelesen.

Der Roman ist flüssig geschrieben und lässt sich leicht und schnell lesen. Die Handlung ist nicht besonders spannend - man muss den Roman jedoch als Auftakt zu einer vierteiligen Reihe und keineswegs als Einzelstück sehen. Wer das Buch liest, sollte daran denken, dass die nachfolgenden Bände weitaus spannender und interessanter werden - und dass auch die Charaktere eine faszinierende Wandlung durchleben.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2020

Unterhaltsamer Klassiker voller Abenteuer

Huckleberry Finns Abenteuer
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Nach Tom Sawyers Abenteuern habe ich nun endlich auch das zweite Twain-Buch beendet. Huckleberry Finns Abenteuer und Fahrten hat mir sogar noch besser gefallen.

Die Handlung ist ebenso amüsant und unterhaltsam ...

Nach Tom Sawyers Abenteuern habe ich nun endlich auch das zweite Twain-Buch beendet. Huckleberry Finns Abenteuer und Fahrten hat mir sogar noch besser gefallen.

Die Handlung ist ebenso amüsant und unterhaltsam wie zuvor. Über die Streiche von Huck und Tom kann man nur lachen. Es ist zu schön, was die beiden sich immer wieder ausdenken und ließ mich beim Lesen immer wieder Schmunzeln. In meinen Augen ist hier auch mehr von Mark Twains berühmt-berüchtigtem Humor zu erkennen als in Tom Sawyer.

Die Persönlichkeiten der Hauptcharaktere werden noch deutlicher. Mir hat sehr gut gefallen, dass deutlich erkennbar wird, wie sehr Huck und Tom sich unterscheiden. Während Huck in schwierigen Verhältnissen aufwächst und vom Grunde her ums Überleben kämpft, sieht Tom in allem ein Abenteuer. Dadurch verkompliziert er zahlreiche Situationen, die Huck alleine wohl sicherer und schneller hätte lösen können. Dennoch ist er der Anführer - und Huck ordnet sich ihm unter. Im ersten Buch erschien es anders: Da buhlte Tom mehr um Hucks Aufmerksamkeit. Die Entwicklungen der zwei Charaktere fand ich insgesamt sehr spannend und ansprechend.

Zudem ist die Handlung sehr spannend. Es ist kaum vorhersehbar, welches Abenteuer als nächstes passiert. Zudem sind die Ansichten der Charaktere, insbesondere Hucks Gewissenskonflikt als er Jim hilft, sehr aussagekräftig und bezeichnend für die amerikanischen Südstaaten vor dem Bürgerkrieg. Viele tief verwurzelten Annahmen, Ansichten und Normen werden implizit gut dargestellt.

Die Sprache ist leicht zu verstehen, obwohl das Buch bereits älter ist. Insgesamt ein lesenswerter Klassiker, der voller Witz und Unterhaltung steckt!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere