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Veröffentlicht am 25.09.2018

Wer ist das Schaf und wer der Wolf?

Christine Bernard. Die Legende vom bösen Wolf
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„Christine Bernard – Die Legende vom Bösen Wolf“ von Michael E. Vieten ist ein Krimi, der im März 2016 im acabus Verlag erschienen ist.
Die honiggelben Augen des Wolfes auf dem Cover ziehen einen sofort ...

„Christine Bernard – Die Legende vom Bösen Wolf“ von Michael E. Vieten ist ein Krimi, der im März 2016 im acabus Verlag erschienen ist.
Die honiggelben Augen des Wolfes auf dem Cover ziehen einen sofort in den Bann und zusammen mit dem Titel wird die Erwartung auf einen spannenden Krimi geweckt und diese Erwartung erfüllt sich wie es besser nicht gehen kann.
In einem Wildpark im Hunsrück werden menschliche Überreste gefunden und das nicht einfach irgendwo. Ein Wolf trägt einen Arm im Maul. Und nicht lange danach wird eine zweite Leiche gefunden – auch sie versehen mit Fraßspuren. Kommissarin Christine Bernard stellt sich bei den Ermittlungen in diesem Fall nicht nur den Urängsten der Menschen vor dem Wolf sondern auch ihren eigenen.
Geschickt spielt der Autor mit dem Mythos Wolf und der Furcht des Menschen davor. Nur all zu leicht ist er bereit, dem Wolf die Schuld zu zuschieben. Doch war es wirklich ein vierbeiniges Raubtier? Wer ist das Schaf und wer der Wolf?

Mir gefällt außer dem Schreibstil des Autors besonders, dass hier mit Respekt und Wissen das Thema Wölfe eingebracht wird. Der Wolf wird als das gezeigt, was er ist, ein Raubtier, aber keine blutrünstige Bestie. Die Tierschützerin Rosi betreut die Wölfe im Tiergehege und man spürt ihre große Liebe zu den Tieren aber auch ihr Wissen über die Tiere. Christine Bernard ist im Beruf eine starke Frau, die sich aber auch traut, ihre Schwäche zu zeigen. Als sie eine Gefahr nur knapp übersteht, drängt es sie in die Arme ihres Lebensgefährten. Das ist so wunderbar menschlich. Ihr Umgang mit dem Wolf zeugt ebenfalls von Respekt. Sie unterschätzt die Tiere nicht.
Der Wildpark ist von der Schließung bedroht, hier soll ein Wohn- und Gewerbegebiet entstehen. Gegner und Freunde des Wolfes stehen sich gegenüber. Dieses Gegenüberstehen zeigt zwar die gegensätzlichen Ansätze, doch es bleibt dem Leser überlassen, auf welche Seite er sich stellt. Man hat nie das Gefühl, auf eine bestimmt Seite gezogen zu werden. Auch wenn die Toten nicht unbedingt als Sympathieträger dargestellt werden.
Die Personen sind liebevoll heraus gearbeitet und man spürt die echten Menschen. Die Aufklärung des Falles ist plausibel und birgt durchaus die eine oder andere Überraschung.
Einen Kritikpunkt hab ich aber dennoch. Bei der Aufklärung stoßen die Ermittler auf Drogen- und Mädchenhandel. Da fehlt mir die Weiterführung ein wenig. Es wäre schön, wenn es auch hier zu einer abschließenden Aufklärung gekommen wäre.
Ansonsten war das Buch ein rundum gelungener Krimi. Und ich danke dem Autor, dass ich mitlesen durfte.




Veröffentlicht am 15.03.2018

Rasiermesserscharfe Geschichte eines Killers

Killer City
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Killer City von Wolfgang Hohlbein ist ein Thriller, der faszinierender Weise die Lebensgeschichte eines Killers erzählt – wie er dazu wurde und wie er sein Leben meistert. Der Protagonist Thornhill, diesen ...

Killer City von Wolfgang Hohlbein ist ein Thriller, der faszinierender Weise die Lebensgeschichte eines Killers erzählt – wie er dazu wurde und wie er sein Leben meistert. Der Protagonist Thornhill, diesen Namen legt er sich zu als er im Krieg von einem Sterbenden das Geschenk des Wendigo erhält und annimmt, obwohl es sich um einen Indianer handelt. Für ihn ist nur die eigene Rasse die richtige und trotzdem verliebt er sich in eine „Gelbe“ und nimmt für ihren Tod Rache. Mehr als einmal wird ihm von Menschen anderer Hautfarbe geholfen und er gerät mehr als einmal in Gefahr. Spannend wie es nur Hohlbein kann, wird die Geschichte mit geschichtlichen Fakten angereichert, die exzellent recherchiert sind. Hier kommt auch der schwarze Humor von Hohlbein durch, ganz besonders als Thornhill auf Wild Bill Hickock trifft.
Der düstere Einband passt zu dem Inhalt und das Buch hält was die Inhaltsangabe verspricht. Ab und an hätte ich mir allerdings ein wenig Ruhe im Handlungsstrang gewünscht. Dass Thornhill bis zum Ende seine rassistischen Gedanken beibehält, fand ich schade, ist aber wohl der Zeit, in der die Geschichte spielt, geschuldet. Für Fans von Hohlbein ist es ein Muss und für diejenigen, die Thriller lieben und ein wenig Brutalität ist es genau das Richtige. Das Ende ist überraschend, hat mir aber sehr gefallen.
Das Buch macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

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  • Handlung
Veröffentlicht am 21.12.2017

Eiskalte Schauer und viel Spannung

Die perfekte Gefährtin
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Das Buch „ Die perfekte Gefährtin“ von Helen Fields ist im Dezember 2017 im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Es handelt sich um einen Thriller, der davon erzählt, dass ein Mann sich die perfekte Gefährtin ...

Das Buch „ Die perfekte Gefährtin“ von Helen Fields ist im Dezember 2017 im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Es handelt sich um einen Thriller, der davon erzählt, dass ein Mann sich die perfekte Gefährtin erschaffen will und dafür im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht. Natürlich ist ihm klar, dass die von ihm entführte Person von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet werden wird und er trägt dafür Sorge, dass niemand ihm auf die Schliche kommt, denn er hält sich nicht nur für intelligent, er ist es auch. Genie und Wahnsinn liegen ja bekanntlich dicht beieinander. Die Schilderungen jagen einem einen kalten Schauer nach dem anderen über den Rücken und ich habe schon mal kurze Lesepausen eingelegt.
Sein Gegenspieler ist Luc Callanagh, der von Interpol kommt, aber den Dienst dort aufgeben musste und den es nun nach Schottland verschlagen hat. Schottland ist seine eigene Wahl, zumal er zweisprachig aufgewachsen ist. Dennoch fühlt er sich zunächst fremd. Seine neuen Kollegen beäugen ihn misstrauisch und natürlich gibt es auch Anfangsschwierigkeiten, doch er lässt sich nicht unterkriegen. Weder von einem ihm unterstellten Kollegen, der seine Kompetenz in Frage stellt, noch von einem selbstherrlichen Profiler. Ihm zur Seite gestellt wird eine burschikose Polizistin namens Ava. Sie lässt sich von seinen „aufgerichteten“ Stacheln nicht unterkriegen. Beide sind so menschlich, dass man bei den Ermittlungen förmlich mitfiebert. Natürlich hat Ava ihren eigenen Fall zu lösen und der Autorin gelingt es mühelos, beide Handlungsstränge zusammen zu führen. Es hat Spaß gemacht alles zu verfolgen. Ich gebe zu, ich habe das Buch wirklich durchgesuchtet und als auch Ava in Schwierigkeiten gerät, habe ich mitgezittert und gebetet, dass ihr nichts passieren möge. Denn natürlich bleibt es nicht bei einem Opfer.
Der Täter sucht nach einer ebenbürtigen Partnerin und somit intelligenten Partnerin, die möglichst ihm gehorchen sollte. Dass er kein einfacher Mensch sein kann, ist klar und dass er eigentlich jemanden ganz bestimmtes im Auge hat, wird ebenfalls relativ schnell klar.
Warum Luc nach Schottland kam, wird ebenso aufgeklärt wie einiges andere und es war ein Vergnügen es mit zu verfolgen.
Ich hoffe, es wird noch weitere Bände mit Luc und Ava geben, ich würde sie auf jeden Fall lesen, denn der Autorin ist es gelungen, mich mit ihrem lebendigen Schreibstil restlos in den Bann zu schlagen. Das Titelbild passt wunderbar zum Inhalt, es ist im Ganzen ein echt gelungenes Werk.
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  • Spannung
  • Charaktere
  • Atmosphäre
  • Originalität
Veröffentlicht am 07.06.2022

Wenn Genie und Wahnsinn aufeinandertreffen, wird es teuflisch

Die Stille des Todes
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„Die Stille des Todes“ von Eva Garcia Sáenz ist ein Thriller der etwas ruhigeren Art und im Juni 2019 bei Fischer Scherz erschienen.
In der Stadt Vitoria wird in der Kathedrale ein totes nacktes Paar gefunden, ...

„Die Stille des Todes“ von Eva Garcia Sáenz ist ein Thriller der etwas ruhigeren Art und im Juni 2019 bei Fischer Scherz erschienen.
In der Stadt Vitoria wird in der Kathedrale ein totes nacktes Paar gefunden, die Hände jeweils auf der Wange des anderen. Sofort wird jeder an eine Verbrechensserie erinnert, die vor zwanzig Jahren für Entsetzen sorgte, doch der Mörder wurde gefasst und sitzt in strenger Einzelhaft oder etwa nicht? Inspector Ayala genannt Kraken wird mit den Ermittlungen betraut.
Mit diesem Buch ist der Autorin der Auftakt zu einer spannenden Krimiserie gelungen. Inspector Ayala ist ein Mann mit Ecken und Kanten und auf jeden Fall ein sehr guter Ermittler. Ihm zur Seite steht ein gutes Team, allen voran seine Kollegin Estibaliz, mit der ihn auch eine Freundschaft verbindet. Rückhalt findet er aber auch in seiner Familie. Der Schreibstil der Autorin führt ruhig aber spannend durch die Story, die Charaktere sind durchweg glaubhaft. Mir hat gefallen, dass sich die Geschichte langsam aufbaut, Häppchen für Häppchen. Jeder Charakter ist ein Unikat und man lernt etwas über Land und Leute. Trotz der grausamen Vorfälle spürt man die Schönheit des Baskenlandes. Ungewöhnlich fand ich die Erzählweise aus Sicht eines im Koma liegenden Inspectors, aber durchaus interessant. Das Ende ist auf jeden Fall glaubwürdig. Die zarte Liebesgeschichte zwischen Ayala und seiner Vorgesetzten, die sich hier anbahnt, das ist echt zauberhaft. Meine Lieblingsfigur war aber Ayalas Großvater, dicht gefolgt von Golden, der „Computerspezialistenoma“ – echt genial.
Nicht gefallen hat mir allerdings, dass ich schon nach der Hälfte des Buches den Täter kannte, auch wenn es dann noch einmal wirklich spannend wurde. Trotzdem war die zweite Hälfte des Buches für mich nur noch eine Bestätigung meiner Vermutung.
Nachdem ich das Nachwort der Autorin gelesen hatte, habe ich verstanden, warum dieser Thriller so ruhig und familiär ist. Es ist auf seine Art ein ganz persönliches Buch irgendwie. Wer einen spannenden Thriller mit Atmosphäre sucht, für den ist dieses Buch goldrichtig.

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Veröffentlicht am 05.01.2021

Wie weit darf Freundschaft gehen, das ist die Frage

Die treue Freundin
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„Die treue Freundin “ von Lisa Unger ist ein Thriller, der im Dezember 2020 bei Lübbe erschienen ist.
Rain Winter hat alles getan, um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen Sie lebt glücklich mit Mann ...

„Die treue Freundin “ von Lisa Unger ist ein Thriller, der im Dezember 2020 bei Lübbe erschienen ist.
Rain Winter hat alles getan, um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen Sie lebt glücklich mit Mann und Tochter als sie von einem Mord erfährt, bei dem das Opfer selbst ein Täter war. Ihre journalistische Neugier ist geweckt und als sie bei ihren Recherchen auf ein kleines rotes Kristallherz stößt, dass sie nur zu gut kennt, wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Als zwölfjährige entkam sie nur knapp einem brutalen Entführer. Sie beginnt weiter zu ermitteln, doch hat sie wirklich die Kraft, sich ihrem Trauma zu stellen?
Die Autorin zieht einen hinein einen Strudel aus Gewalt und Traumatischen Erlebnissen. Ist man am Anfang noch fasziniert und rätselt mit, so lässt die Spannung leider recht schnell nach, denn es wird bedauerlicherweise zu schnell zu viel verraten. Dafür erfährt der Leser einige Dinge, die von Interesse wären, bis zum Schluss nicht. Rain Winter hat Schreckliches erlebt, doch was genau ihren Freunden passiert ist, wird nicht näher ausgeführt. Hank wurde Psychiater, obwohl er immer noch traumatisiert ist. Was der Entführer ihm angetan hat, wird verschwiegen. Tess stirbt, aber auf welche Art und was ihr sonst noch passiert ist, keine Auskunft.
Rains Schuldgefühle, sie hat überlebt, werden gut herausgearbeitet. Auch in die Gefühlswelt von Hank kann man eintauchen und versteht ihn und seine Handlungsweise. Besonders gefallen hat mir die Schilderung seines Zusammentreffens mit dem Hund, es hat erkannt, dass der Hund nicht von Grund auf böse war. Nicht gefallen hat mir allerdings, dass der Hund Rain nicht finden kann als sie sich versteckt, denn das halte ich für nicht realistisch, Jede Figur ist gut beschrieben und wirkt so lebendig. Dennoch habe ich beim Lesen das Gefühl gehabt, es könnte kürzer gefasst werden. Einiges ist ein wenig zu langatmig geraten, dadurch kommt die Spannung zu kurz.
Für mich handelt es sich hier um einen Psychothriller und als solchen kann ich ihn auch empfehlen. Ich bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin.

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