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Veröffentlicht am 30.05.2018

kaum spannend, nicht fesselnd, recht langweilig

Zu nah
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Das 6 CD´s umfassende Hörbuch ist die Originalfassung mit einer Dauer von 445 Minuten (101 Tracks). Gelesen wird das Buch von Sabina Godec.

Da es sich um einen irischen Thriller handelt, bin ich mit offensichtlich ...

Das 6 CD´s umfassende Hörbuch ist die Originalfassung mit einer Dauer von 445 Minuten (101 Tracks). Gelesen wird das Buch von Sabina Godec.

Da es sich um einen irischen Thriller handelt, bin ich mit offensichtlich zu hohen Erwartungen ans Hören gegangen. Ich kenne irische Krimis und fand diese bisher immer höchst spannend und unterhaltend und die typisch irische Lebensart wurden in den Krimis immer gut mit in Szene gesetzt. Nicht so hier. Vor mir lagen also 445 unfesselnde, unspannende und un-unterhaltende Minuten.

Doch von vorne:
Frankie Sheehan ist Detective (weiblich) im Dubliner Police Department und durch ihren vorhergehenden Fall traumatisiert. Sie wird zu einem angenommenen Selbstmord gerufen, glaubt aber nicht daran sondern vermutet Mord. Bald darauf wird eine zweite Leiche gefunden: Amy, zu Tode gefoltert und noch dazu eine Bewohnerin aus Frankies Heimatort.

Die Suche nach dem Mörder beginnt. Frankie ermittelt gemeinsam mit ihrem Kollegen Baz. Dabei stoßen sie auf viele Charaktere, einige erscheinen sofort verdächtig, andere nicht. Die Ermittlung der beiden wird immer mal unterbrochen von Frankies "Flashbacks" des vorherigen Falls.

Bei dem ganzen kommt einfach keine Spannung auf. Die beiden ermitteln so plätschernd vor sich hin, Frankie kämpft immer wieder mit ihren Flashbacks, die einen aus der aktuellen Geschichte dann auch wirklich herausreißen und man wieder mühsam zurück finden muss und alles in allem ist es einfach eine echt lahme Geschichte. Keine Frage: die Idee ist gut und da hätte wirklich was richtig Spannendes bei rauskommen können... ist es aber nicht.

Es wird überhaupt kein Bezug auf Irland genommen, das kommt hier völlig zu kurz. Die Verdächtigen wirken gekünstelt, so als hätte man gern einen Spannungsbogen mit ihnen aufgebaut, es aber nicht hingekriegt. Frankie selbst, also ihr Charakter, geht mir persönlich furchtbar auf die Nerven. Sie ist eine unsympathische Person und ich mag sie einfach nicht. Wäre sie unsympathisch, aber genial, oder böse oder was weiß ich was... dann könnte ich damit gut leben. Aber so ist sie einfach nur unsympathisch - für mich zumindest.

Ich hatte streckenweise wirklich Mühe, am Ball zu bleiben, weil ich mich habe ganz leicht ablenken lassen, was mir sonst bei einem Hörbuch-Thriller nicht passiert. Ich musste mehrfach in den CD´s wieder ein Stück zurück springen, weil ich festgestellt habe: "ups... ich habe ja gar nicht mehr zugehört". Das ist für mich ein untrügliches Zeichen, dass ein Hörbuch mich langweilt. Und so war es hier. Leider.

Ich dachte am Anfang, dass mich die Story und der Aufbau an Cody McFadyens Smoky Barrett-Bücher erinnert. Aber nein, dieser Eindruck verfliegt schnell, da Smoky Barrett irre spannend und fesselnd ist, also das genau Gegenteil von Frankie Sheehan.

Ich gebe nur 2 Sterne: 0,5 für die Idee der Story an und für sich und 1,5 für die Sprecherin Sabina Godec, die ihre Stimme wirklich toll und passend eingesetzt hat.

Veröffentlicht am 06.04.2019

Ein absolutes Wohlfühl-Buch

Rosies wunderbarer Blumenladen
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Ein absolutes Wolfühlbuch... humorvoll, liebenswert, herzergreifend, traurig, fröhlich, magisch und einfach nur schön! Das ist "Rosies wunderbarer Blumenladen" von Ali McNamara.

Die Hauptprotagonistin ...

Ein absolutes Wolfühlbuch... humorvoll, liebenswert, herzergreifend, traurig, fröhlich, magisch und einfach nur schön! Das ist "Rosies wunderbarer Blumenladen" von Ali McNamara.

Die Hauptprotagonistin der Geschichte, die 30jährige Poppy, hat es in ihrem Leben nicht leicht, fasst nicht so richtig Fuß, bringt Dinge nicht zu Ende und ist eher eigenbrötlerisch unterwegs. Grund dafür ist ein traumatisches Erlebnis, welches sie in ihrer Jugend in dem Küstenstädtchen St. Felix in Cornwall erleben musste, wo sie oft die Ferien bei ihrer Großmutter Rosie verbrachte.

Da kommt es ihr überhaupt nicht richtig vor, dass ihr ihre Großmutter Rosie deren Blumenladen in eben diesem kleinen Örtchen vererbt. Ihrer Mutter zuliebe und weil sie gerade nichts anderes zu tun hat, macht sie sich auf nach St. Felix. Den Blumenladen will sie auf keinen Fall übernehmen sondern eher verkaufen. Doch es kommt - natürlich - alles ganz anders. In St. Felix trifft sie auf eine Menge nette Leute und (fast) alle heißen sie herzlich Willkommen und freuen sich über Poppy´s Auftauchen, weil sie nun davon ausgehen, dass Rosies Blumenladen, der allen sehr am Herzen zu liegen scheint, wieder eröffnet wird. Unter all diesen Leuten gibt es auch Jake, verwitweter Familienvater und ein echt netter Kerl, mit dem sie sich von Anfang an gut versteht. Kann da mehr draus werden?

Poppy entscheidet sich, den Blumenladen zu behalten und mit der Hilfe der Bewohner von St. Felix bringt sie ihn zusammen mit Amber (eine junge Frau aus den USA, die schnell zu ihrer Freundin wird) zum Laufen.

Und damit zieht auch ein bisschen Magie ein, in diese wirklich wunderschöne Liebesgeschichte... aber wie, warum und wozu verrate ich nicht . Das müsst ihr schon selber lesen.

Jedes neue Kapitel hat am Rand eine hübsche Blumengirlande. Ein kleines, aber wirklich entzückendes Extra in diesem schönen Buch.

Ich habe dieses Buch wirklich nur schwer aus der Hand legen können. Das ist so eine Geschichte, bei der ich sofort mitten im Geschehen und einfach mit dabei bin. Ali McNamara schreibt so bildlich, dass ich mir wirklich oft gewünscht habe, einfach in St. Felix zu sein bei all diesen tollen und liebenswerten Menschen. Ein absolutes Wohlfühlbuch, bei dem man sich einfach geborgen und eben rundum wohl fühlt... herzerwärmend sozusagen.

Es kommt wirklich selten vor, dass ich bei der Lektüre eines Buches weinen muss... aber dieses Buch hat es geschafft.

Ich kann es wirklich wärmsten empfehlen: lauter tolle Charaktere, wunderbare Beschreibungen, eine sympathische Geschichte voller Liebe, Trauer, Glück und Freundschaft und eben einfach NUR schön!

Veröffentlicht am 18.03.2019

Eine Reise in eine Welt voller Illusionen

Die Spiegelreisende
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Den von ELLE gezogenen Vergleich mit Harry Potter kann ich so nicht wirklich unterschreiben, dennoch bin ich völlig begeistert von dieser fantasievollen, bunten, ideenreichen Lesereise durch eine völlig ...

Den von ELLE gezogenen Vergleich mit Harry Potter kann ich so nicht wirklich unterschreiben, dennoch bin ich völlig begeistert von dieser fantasievollen, bunten, ideenreichen Lesereise durch eine völlig andere Welt.

Vor langer Zeit wurde die Erde in 21 Archen zerschlagen, die seither wie Inseln am Himmel schweben. Auf einer dieser Archen, Anima, lebt die junge Frau Ophelia. Sie hat zwei fabelhafte Gaben: sie kann durch Spiegel reisen und sie kann Gegenstände „lesen“. Berührt sie einen Gegenstand (kein Lebewesen, es müssen Gegenstände sein), nimmt sie dessen gesamte Vergangenheit wahr. Kann also lesen, wer mit diesem Gegenstand in Berührung gekommen ist, wo dieser Gegenstand schon überall war und so weiter.

Eines Tages beschließen die Matriarchinnen von Anima, dass Ophelia in eine andere „Familie“ einheiraten soll. Und zwar den Adligen Thorn, der weit weg auf der Arche Pol lebt. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als Thorn, der alles andere als liebenswürdig ist, auf dessen Arche zu begleiten. Es erwarten sie eine furchteinflößende neue Familie, eine unwirtliche Umgebung und Trugbilder ohne Ende. Und Thorn scheint sie ebenso wenig heiraten zu wollen, wie sie ihn.

Ophelia sieht sich verbotenerweise auf Pol ein wenig um und trifft einige halbseidene Gestalten. Hier scheint jeder gewaltbereit zu sein, alle Einwohner Pol´s hassen Thorn und er tut mit seiner mürrischen, dunklen und abweisenden Art sein Übriges, um dies weiterhin so aufrecht zu erhalten.

Die Umstände verlangen es, dass Ophelia mit Thorn´s Tante Berenilde und ihrer Tante Roseline zum Mondscheinpalast reisen muss. Verkleidet als stummer Page, damit nur ja niemand vor der Hochzeit herausfindet, dass sie Thorn´s Verlobte ist. Dort erlebt sie so einige seltsame und beängstigende Dinge, lernt diese neue Welt mit ihren vielen Illusionen und Trugbildern kennen und findet auch so etwas wie Freunde.

Als Leser wird man regelrecht hineingezogen in die Abenteuer von Ophelia, bangt und hofft mit ihr, stellt sich ein ums andere Mal die Frage, was es mit Thorn, mit Berenilde, mit allen Protagonisten so auf sich hat, sind diese vertrauenswürdig oder doch eher ganz schlechte, falsche Fuffziger? Ich möchte jetzt nicht zu viel von der Handlung verraten, da ich nichts spoilern möchte.

Mich persönlich hat dieses Buch völlig gefesselt. Diese fantasievollen Ideen und Welten und Wesen und Fähigkeiten, wie alles miteinander verknüpft ist oder zu sein scheint, wer sich plötzlich als Feind herausstellt und wer als Verbündeter. Nicht zu vergessen die verschiedenen Fähigkeiten, die die Einwohner der verschiedenen Archen haben. Ein ganz buntes Leseabenteuer, das in teils trister, teils extrem trügerischer Umgebung spielt… schwer zu beschreiben.

Empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahre (wobei es KEIN wirkliches Kinder- oder Jugendbuch ist, sondern durchaus ein Lesevergnügen auch für Erwachsene).

Das Cover gefällt mir allerdings überhaupt nicht. Es ist viel zu farblos und eintönig. Das Bild an und für sich wäre toll als Cover, aber es sollte anders dargestellt werden. So ist es eher langweilig. Und noch etwas muss ich zum Cover anmerken: die Schrift ist einfach stellenweise verschwunden! Obwohl das Buch nur von 2 Personen (meine Mutter und ich) gelesen wurde, hat das schon ausgereicht, um die Schrift – wie auch immer das passiert ist, da wir beide extrem sorgsam mit Büchern umgehen – „wegzuwasauchimmern“.

Nichtsdestotrotz: Band 2 der Spiegelreisenden-Saga erscheint am 14. Juli 2019 und Band 3 am 11. November 2019. Und eins ist sicher: ich werde sie beide kaufen!

Veröffentlicht am 15.03.2019

Beste Unterhaltung!

Die Todesfee der Grindlay Street
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Ein viktorianischer Krimi mit zwei unterschiedlichen und sehr unterhaltsamen Hauptdarstellern. Das ist GANZ kurzgefasst die Zusammenfassung dieses Buchs.

Gern erzähle ich euch ein bisschen genauer von ...

Ein viktorianischer Krimi mit zwei unterschiedlichen und sehr unterhaltsamen Hauptdarstellern. Das ist GANZ kurzgefasst die Zusammenfassung dieses Buchs.

Gern erzähle ich euch ein bisschen genauer von der Handlung.
Zuerst muss ich aber erwähnen, dass es sich hier um den dritten Teil dieser Krimiserie um die Inspectors Frey & McGray handelt und ich die beiden ersten Teile nicht kenne. Dieses Buch ist dennoch gut les- und verstehbar, da es sich um eine abgeschlossene Geschichte handelt. Nichtsdestotrotz habe ich mir das eine oder andere Mal gewünscht, die Vorgeschichten doch zu kennen. Einfach deswegen, weil die Charaktere mich neugierig gemacht haben.

Das ganze spielt in London bzw. Edinburgh im Jahr 1889. Nach der Londoner Theatervorführung von Macbeth taucht eine mit Blut geschriebene Botschaft auf und kündigt den gewaltsamen Tod einer Person in Edinburgh an, der nächsten Station der Theatergruppe, wo ebenfalls Macbeth aufgeführt werden soll. Die Inspectors Frey und McGray nehmen sich des Falls an, wobei sie mit unterschiedlichen Vorgehensweisen herangehen: der eine (Frey) eher nüchtern, der andere (McGray) dagegen überzeugt, dass hier ein übernatürliches Phänomen mit im Spiel ist.

Und da wären wir auch schon bei den beiden Hauptcharakteren: Frey und McGray. Die beiden sind so unterschiedlich und dennoch ähnlich. Frey ist ein etwas steifer, sprich vernünftiger Engländer und McGray sein doch recht derber und lockerer schottischer Kollege und sogar Vorgesetzter. Hier prallen zeitweise Welten aufeinander. Aber immer auf eine sehr unterhaltsame und humorvolle Art und Weise.

Ich habe beide ins Herz geschlossen... vor allem aber den polternden, kein Blatt vor den Mund nehmenden Schotten McGray. Wohlgemerkt: wir zeichnen das Jahr 1889... damals herrschte noch eine ganz andere Etikette und aus dieser bricht McGray gerne aus. Teilweise recht derb, aber immer mit Charme.

Der Fall an und für sich ist sehr interessant und man verdächtigt so nach und nach irgendwie jeden. Aber das mag ich persönlich an Krimis ganz gerne.

Was hier noch als Besonderheit zu erwähnen ist, sind die Protagonisten aus dem realen Leben. So spielen hier z.B. Bram Stoker (ihr wisst schon: Dracula), Sir Henry Irving und Dame Ellen Terry jeweils eine sehr gewichtige Rolle in dem Buch. Alles Personen aus dem echten Leben. Das macht es gleich nochmal eine Spur unterhaltsamer, finde ich.

Wer gern Krimis liest mit typisch englischem/schottischem Humor, einer tollen Handlung und unterhaltsamen Schreibweise, der wird "Die Todesfee der Grindlay Street" sicher mögen. Ich zumindest werde mir wohl mal Band 1 und 2 demnächst zulegen, um über die Hintergrundgeschichten von Frey und McGray ein bisschen mehr zu erfahren.

Veröffentlicht am 12.11.2018

Wie ein Märchen für Erwachsene

Die wundersame Mission des Harry Crane
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Der Buchtitel trifft hier wirklich voll und ganz zu: Die Mission von Harry Crane ist wirklich wundersam. Und wunderschön.

Harry's Ehefrau stirbt, was ihn völlig aus der Bahn wirft. Er geht in den Wald ...

Der Buchtitel trifft hier wirklich voll und ganz zu: Die Mission von Harry Crane ist wirklich wundersam. Und wunderschön.

Harry's Ehefrau stirbt, was ihn völlig aus der Bahn wirft. Er geht in den Wald (Wald bzw. Bäume haben für Harry eine ganz besondere Bedeutung) mit dem Vorsatz, seinem Leben ein Ende zu bereiten. Dies geht zum Glück schief und bei dem Versuch trifft Harry auf Amanda und deren Tochter Oriana. Oriana's Vater ist ebenfalls verstorben, worunter Oriana sehr leidet und sich in die Welt der Bücher und Märchen und Mythen flüchtet, worunter wiederum ihre Mutter Amanda sehr leidet.
Oriana und Harry haben einen besonderen Draht zueinander, der sich durch eine aufgrund eines besonderen Buches zum Leben erweckte Idee noch weiter verstärkt. Die Idee: die durch eine Klage wegen des Todes von Harry's Ehefrau zugesprochenen Millionen schnell wieder los werden! Nach "Grum-Art" (mehr verrate ich hier nicht).
Der Weg dahin gestaltet sich für Harry sehr intensiv: er schwankt zwischen Trauer, Verzweiflung, Freude, Liebe, Angst und erlebt dies alles mitten im Wald, denn er wohnt vorübergehend in einem Baumhaus.

Was Harry und Oriana dort so alles erleben, wie sich das auf ihre Beziehung und auf die Beziehung zu Amanda und dem Rest der kleinen Stadt auswirkt, ist von Jon Cohen in einem wirklich wunderschönen, liebevollen, unterhaltsamen und leicht zu lesendem Schreibstil zu Papier gebracht worden.

Es war nie sonderlich kitschig oder an den Haaren herbeizogen sondern immer einfach nur schön und wie ein Märchen für Erwachsene.
Die Charaktere in diesem Buch wachsen einem allesamt ans Herz. Sie sind wunderbar beschrieben und ich wurde richtiggehend Teil der Geschichte.

Ich kann "Die wunderbare Mission des Harry Crane" wärmsten Herzens allen Leserinnen und Lesern empfehlen, die gern auch mal märchenhafte, herzerwärmende, liebe- und phantasievolle Bücher lesen, die trotzdem nicht unrealistisch oder surreal sind.

Einfach ein von Anfang bis Ende wunderschönes Buch! seufz