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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2017

Guter historischer Frauenroman

Die steinerne Schlange
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Erster Satz

Quintus Severus Silvanus zügelte sein Pferd, als die Steinmauer des rätischen Limes vor ihm und seiner Reitertruppe auftauchte.

Meinung

Die junge Gerhild ist die Schwester des Stammesoberhauptes ...

Erster Satz

Quintus Severus Silvanus zügelte sein Pferd, als die Steinmauer des rätischen Limes vor ihm und seiner Reitertruppe auftauchte.

Meinung

Die junge Gerhild ist die Schwester des Stammesoberhauptes und führt ein unbeschwertes Leben im Dorf. Sie wird von allen geschätzt und geachtet, es wird auf ihre Worte gehört und sie ist eine Naturschönheit. Als ein römischer Statthalter sie für sich fordert muss sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, wenn sie nicht ein Leben als Sklavin führen will, denn ihre Brüder gehen auf die Forderungen des Römers ein. Doch so leicht gibt die junge Frau nicht auf.

Auf dem Cover ist eine junge Frau in römischer Kleidung zu sehen, die wohl die Protagonistin Gerhild darstellen soll. Im Hintergrund sieht man ein Tor der steinernen Schlange.
Der Schreibstil ist sehr schön, die Kapitel außergewöhnlich kurz, meist nur drei bis fünf Seiten lang. Diese fangen die Story jedoch perfekt ein. Aufgeteilt ist das Buch in neun Teile, die immer einen neuen Abschnitt Gerhilds Widerstandes beschreiben. Die Kapitel folgen meistens der Protagonistin, aus der Sicht eines Erzählers. Zwischendurch wechselt die Kapitelsicht zu einem der anderen Charaktere, wie zum Beispiel dem Antagonisten.
Gerhild ist eine tapfere, starke Frau die ihren eigenen Weg geht, auch wenn sie nicht weiß wie dieser aussieht, geschweige denn, wohin er sie führt. Sie hat ihren eigenen Kopf und den setzt sie auch durch. Für mich war sie etwas zu perfekt. Sie wurde als atemberaubend schön dargestellt, der keine andere Frau das Wasser reichen konnte und die jeder gerne besitzen würde. Auch war sie in allem gut, konnte Fährten lesen, mit Pfeil und Bogen umgehen und lernte überdies auch schnell den Umgang mit dem Schwert und Schild. Ein paar Ecken und Kanten hätte ich bei der Protagonistin gerne gesehen. So war jede Situation in der sie sich befand vorausschaubar.

Fazit

Mitreißend geschrieben, doch mit einer viel zu perfekten Protagonistin. Deshalb 4/5 Sternen

Veröffentlicht am 22.12.2016

Viel Spaß beim Lesen, jedoch fehlte der Spannungsbogen

Der Medicus von Heidelberg
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"Jeder Funke Leben, und sei er noch so schwach, ist es wert, um ihn zu kämpfen." S. 355

Erster Satz

Nach drei Tagen und Nächten verstummten die Schreie meiner Stiefmutter

Meinung

Als seine Stiefmutter ...

"Jeder Funke Leben, und sei er noch so schwach, ist es wert, um ihn zu kämpfen." S. 355

Erster Satz

Nach drei Tagen und Nächten verstummten die Schreie meiner Stiefmutter

Meinung

Als seine Stiefmutter schwanger im sterben liegt und sein Vater beschließt das Kind durch eine Schnittentbindung auf die Welt zu holen, steht für den jungen Lukas eins fest: Er möchte ein Medicus werden um anderen Menschen zu helfen. Nachdem er seinen Vater davon überzeugt zu studieren, macht er sich auf an die Baseler Universität. Dort angekommen muss Lukas jedoch feststellen, dass das Studium zum Medicus lang und schwierig ist und das die Welt ihm auch noch andere Steine in den Weg legt, bevor er sich einen waschechten Medicus nennen darf.

Der Medicus von Heidelberg kommt mit schlichtem grau-weißem Cover daher, einem Kraut neben dem Titel und einer Skizze Heidelbergs im unterem Bereich.
Die Geschichte wird aus der Sicht des Protagonisten erzählt, womit man viele Einblicke in seine Gedanken udn Gefühle erhält. Der Schreibstil ist flüssig, informativ und spannend. Das Buch lässt sich sehr gut lesen.
Die Geschichte spielt über einen längeren Zeitraum gezogen und ist in drei Abschnitte eingeteilt, die jeweils einen anderen Lebensabschnitt und -raum des Medicuses behandeln.
Für mich hätte die Story gerne etwas abwechslungsreicher sein können. Viel Zeit ist der Beziehung zwischen dem Protagonisten und der Prinzessin Odilie und seinem Studium und dessen Inhalt gewidmet, was sehr informativ ist.
Der Protagonist Lukas ist sehr gutgläubig und leicht zu überzeugen. Er lässt sich des öfteren zu dummen, unüberlegten Einfällen überreden und gelangt somit immer wieder in Schwierigkeiten. Nichts desto trotz oder gerade deshalb ist er sympathisch. Ihm zur Seite steht sein treuer Freund und Gefährte Schnapp. Als Welpe findet er den Rüden nach dem Baseler Beben und gewöhnt sich schnell an den Hund. Die beiden sind nicht zu trennen, was im Verlauf des Buches öfters bewiesen wird.

Fazit

Das Lesen hat viel Spaß bereitet, doch irgendwie fehlte mir in der Geschichte der Spannungsbogen, der mich dazu bringt das Buch nicht aus den Händen zu legen. Daher nur 4/5 Sternen

Veröffentlicht am 11.12.2016

Spannung, Romantik und gute Charaktere

Marco Polo: Bis ans Ende der Welt
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>>Manchmal scheint es, die große Geschichte, deren teil wir alle sind, schert sich nicht um uns. Die Geschichte schreibt sich selbst, und wir müssen unseren Platz in ihr finden.

>>Manchmal scheint es, die große Geschichte, deren teil wir alle sind, schert sich nicht um uns. Die Geschichte schreibt sich selbst, und wir müssen unseren Platz in ihr finden.<< S. 415

Erster Satz

Als Rustichello da Pisa im Herbst des Jahres 1298 einen neuen Zellennachbarn bekam, hatte er die Hoffnung, in seinem Leben noch etwas anderes als das Gefängnis zu sehen, längst aufgegeben.

Meinung

1298 in einem genuesischem Gefängnis: Der Gefangene Rustichello trifft auf den weit gereisten Marco Polo. Der Geschichtenschreiber und -erzähler lässt sich von dem venezianischem Kaufmannssohn tief in dessen Geschichte über seine Reise zum Khan ziehen und beschließt über den jungen Mitinsassen ein Buch zu schreiben. Eine unglaubliche Reise mit vielen Abenteuern wartet nur darauf in Rustichellos Vorstellung zu erblühen.

Das Cover ist schlicht. Man sieht eine Karnevalsmaske aus Venedig und ein Fernrohr, was wohl beides für Marco Polo und dessen Geschichte stehen soll. Als venezianischer Kaufmannssohn ohne Eltern aufgewachsen, reist er mit 15 Jahren in den fernen Osten, zusammen mit seinem gerade erst zurückgekehrten Vater und Onkel. Das Buch kommt mit sehr viel zusätzlichen Informationen, die ich mit Begeisterung empfangen habe. Es gibt eine Karte, einen Stammbaum Dschingis Kahns sowie ein Historikverzeichnis und ein Ortsverzeichnis. Die Geschichte rund um Marco Polo und Rustichello im Gefängnis ist sehr authentisch. Man spürt, dass die Gefangenen ausgezerrt sind und vieles durchlebt und mitgemacht haben. Die fantastischen Abenteuer Marco Polos werden grandios erzählt und kommen mit viel Spannung daher. Zum Ende hin lässt diese leider etwas nach, wie ich finde. Dafür merkt man, dass es dem Venezianer schwerer fällt seine Geschichte zu erzählen. Der Schreibstil ist sehr schön und die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Die Charaktere waren allesamt glaubwürdig, besonders mit dem jungen Marco Polo habe ich sehr mit gefiebert.

Fazit

Ein sehr gut recherchiertes Buch, mit Spannung, etwas Romantik und guten Charakteren. 4/5 Sterne

Veröffentlicht am 26.11.2016

Schöne Idee doch etwas mau in der Ausarbeitung

Die Magier Seiner Majestät
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>>Schon begann sie, etwas über den Preis der Macht zu lernen. Zumindestens in diesem moment war es ihr ein schwacher Trost, dass sie imstande war, ihn zu bezahlen.

>>Schon begann sie, etwas über den Preis der Macht zu lernen. Zumindestens in diesem moment war es ihr ein schwacher Trost, dass sie imstande war, ihn zu bezahlen.<< S. 428

Erster Satz

Die Zusammenkunft der Königlichen Sozietät Widernatürlicher Philosophen war in vollem Gange.

Meinung

Zacharias White ist der erste dunkelhäutige königliche Magier Englands, sein magisches Talent und sein früherer Meister sprechen für seine Stellung, seine thaumaturgischen Kollegen sehen das allerdings anders. Als nicht gebührtiger Engländer hat er mit sehr abschätzenden Anfeindungen zu kämpfen und muss desöfteren um sein Leben bangen. Als er bei einem Besuch einer Mädchenschule der eigensinnigen Prunella begegnet, zieht diese ihn eigenartigerweise in ihren Bann, obwohl er sonst nicht viel an Frauen interessiert ist. Nicht nur, dass sie magisch begabt ist, sie verfolgt auch starrköpfig ihren eigenen Zielen und bittet Zacharias um einen Gefallen, den er nicht ablehnen kann.

Das Cover ist ein einziger Hingucker, die Schnörkelein, London und die Uhr sind bezaubernd. Auch der blaue Hintergrund passt super zu den marmorfarbenden Aufdrucken.
Die Geschichte wird aus der Sicht eines Erzählers geschrieben. Dieser folgt den beiden Protagonisten auf ihren Abenteuer. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und lässt sich gut und spannend lesen.
Die Geschichte hatte mich sofort interessiert, allerdings war der Handlungsstrang des öfteren doch sehr verwirrend und machte einige Sprünge. Viele Geschehnisse passierten anscheinend berechenbar, wobei ich mir eher dachte: wie und warum?
Am Anfang waren auch so einige Begriffe für mich schwer zuzuordnen, dies legte sich jedoch schnell wieder. Allgemein verlief die Geschichte doch sehr schnell, an einigen Stellen hätte ich mir das Buch ausführlicher gewünscht.
Zacharias ist sehr schüchtern und ruhig. Auch ist er in den meisten Dingen, die er tut sehr unsicher. Er überlegt viel, ehe er zur Tat schreitet. Er ist ein Gentleman und in Sachen Damen sehr unwissend und unbeholfen.
Prunella dagegen ist das komplette Gegenteil. Sie ist vorlaut und nicht zurückhalten, redet gerne Mal ohne vorher nachzudenken und ist auch so eher un damenhaft. Sie spielt mit ihren Reizen und kostet ihre Macht voll aus, was auf andere sehr schockierend wirken kann.
Die Beiden passen so überhaupt nicht zusammen, auch wenn man sagt Gegensätze ziehen sich an. Diese Zwei Gegenpole sind doch schon sehr extrem, etwas weichere Charakterzüge hätten für die Geschichte vor allem Prunella besser getan.

Fazit

Schöne Idee doch etwas mau in der Ausarbeitung. Für zwischendurch ein gutes Buch, aber mehr auch nicht. 3/5 Sternen

Veröffentlicht am 09.11.2016

Bizarr, verrückt und zauberhaft

Dunkelsprung
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Der Zirkus war das beste an ihm,  das echteste, vor aller Augen und doch vor allen verborgen. S. 36

Erster Satz

Ein blauer Samtvorhang teilt sich, eine weißbehandschuhte nimmt unser Ticket entgegen.

Meinung

Nachdem ...

Der Zirkus war das beste an ihm,  das echteste, vor aller Augen und doch vor allen verborgen. S. 36

Erster Satz

Ein blauer Samtvorhang teilt sich, eine weißbehandschuhte nimmt unser Ticket entgegen.

Meinung

Nachdem er seine Flöhe in der Londoner Nachtkälte vergaß, weiß Julius einfach nicht mehr was er tun soll. Alle 34 seiner Flohfreunde sind tot, sogar Lazarus Dunkelsprung, der Albinofloh. Aus Versehen stürzt er dann auch noch bei Nacht von einer Brücke und träumt von der Begegnung mit einer Nixe. Ahnungslos rettet er sich ins Warme und bekommt die Nixe nicht mehr aus den Kopf. Selbst bei seiner Arbeit als Goldschmied schleicht sie sich immer wieder in sein Unterbewusstsein. Verzweifelt sucht der Flohdompteur und Goldschmied einen Detektiv auf, um heraus zu finden was es mit diesem Meereslebewesen auf sich hat. Dabei stößt er auf einen längst vergessenen Auftrag und stürzt sich ohne es zu wissen, zusammen mit der mysteriösen Elisabeth und seinen wiederauferstandenen Flöhen, in ein großes, magisches Abenteuer.

Das Cover ist sehr schön, zu sehen sind zwei Zirkuszelte und im Hintergrund London. Die Schrift hebt sich etwas vom Bild ab.
Das Buch ist in verschiedenen Abschnitten geteilt, welche sich immer einem Charakter mehr zu wenden. Die Kapitel sind aus der Sicht eines Erzählers geschrieben, der allen Hauptpersonen abwechselnd folgt. Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön und flüssig. Die abgedrehten und unnormalen Charaktere kommen durch die Schreibart sehr gut zur Geltung.
Zu Beginn war es etwas verwirrend, der Prolog verführt die Leser in die Zaubershow des Antagonisten, die zauberhaft, unwirklich und einfach nur faszinierend wirkt. Das erste Kapitel dagegen spielt nach der eigentlichen Geschichte und zeigt somit die Zukunft, ohne etwas zu verraten. Doch danach hat mich das Buch sofort in seinen Bann gezogen. Besonders die Charaktere waren ausschlaggebend dafür.
Jeder für sich war etwas Besonderes und herrlich schräg, viele ihrer Taten und Gedankengänge hat man am Anfang gar nicht richtig folgen können, da man anders reagiert hätte. Doch der Leser erhielt immer mehr Eindrücke und so konnte man die Charaktere besser nachvollziehen. Allesamt waren sie sehr ausgereift und jeder für sich ein Meisterwerk. Doch am meisten haben mich doch tatsächlich die Flöhe begeistert, ohne dass ich genau sagen kann warum. Vielleicht wegen ihren Liedern und Reimen zwischendurch, die einem mit Ohrwürmern zurück lassen.

Fazit

Ein sehr bizarres Abenteuer mit noch verrückteren Charakteren. Und klar eines meiner Favoriten, die ich dieses Jahr gelesen habe. 5/5 Sternen