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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2017

Grandioser Erfindergeist

Die letzten Tage der Nacht
1

Das Buch „Die letzten Tage der Nacht“ habe ich sehr gerne gelesen. Es ist gut und flüssig geschrieben. Ich fand es zu keinem Zeitpunkt langatmig. Ganz im Gegenteil, die Geschehnisse fanden oft innerhalb ...

Das Buch „Die letzten Tage der Nacht“ habe ich sehr gerne gelesen. Es ist gut und flüssig geschrieben. Ich fand es zu keinem Zeitpunkt langatmig. Ganz im Gegenteil, die Geschehnisse fanden oft innerhalb sehr kurzen Zeitsprüngen statt. Gerne hätte ich die jeweiligen Ereignisse noch intensiver umschrieben gehabt. Vieles was damals wohl passiert ist, wurde nur kurz angerissen.
Die Freundschaft zwischen Agnes und Paul fand ich teilweise sehr unrealistisch erzählt. Auch da hätte der Autor mehr draus machen können.

Während des Lesens hatte ich auch den Eindruck, dass den einzelnen Charakteren etwas Lebendiges fehlt. War es in der damaligen Zeit wirklich so, dieser extrem steife distanzierte Umgang?

Letztendlich fand ich diesen Roman aber doch sehr unterhaltsam, es war interessant die Protagonisten und Hauptakteure rund um die Glühbirne und den Strom kennenzulernen. Man nimmt vieles als selbstverständlich hin. Aber ganz klar-es waren grandiose tolle Erfindungen aus einer ganz besonderen Epoche der Geschichte. Vieles wird nur kurz "angekratzt und beschrieben". Deshalb finde ich gut, dass der Autor weitere Quellen und Werke benennt, bei denen man sich weiter informieren und mehr in die Tiefe gehen kann, was ich zu einem späteren Zeitpunkt sehr gerne auch tun werde.
Fazit: Für mich war es ein unterhaltsamer, spannender Roman und ich freue mich auf die Verfilmung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
  • Charaktere
  • Recherche
Veröffentlicht am 22.05.2020

Aussergewöhnlich

Ich bleibe hier
0

Es gibt Bücher, die wirken lange nach. Dieses ist so eines. Es handelt von Trina und ihrem Leben in einem Bergdorf in Südtirol. Hauptsächlich spielt es in der Zeit des Nazi-Regimes. Die Menschen ...

Es gibt Bücher, die wirken lange nach. Dieses ist so eines. Es handelt von Trina und ihrem Leben in einem Bergdorf in Südtirol. Hauptsächlich spielt es in der Zeit des Nazi-Regimes. Die Menschen sind vor die Wahl gestellt, auszuwandern nach Deutschland oder in Italien zu bleiben. Amtsprache ist italienisch, was den dort lebenden Menschen sehr schwer fällt, da fast niemand diese Sprache spricht. Die Kinder werden auf italienisch unterrichtet. Deutsch ist verboten. Es war eine sehr schwere Zeit. Aber die Familie von Trina bleibt. Sie trotzen allen Widrigkeiten, auch später, als sie aufgrund des Baus der Talsperre wegziehen sollen, bleiben und kämpfen sie bis zuletzt. Ich frage mich, warum es so schwer fällt, sich zu verändern, vieles in Kauf zu nehmen, ja regelrecht zu ertragen, nur um bleiben zu können. Wäre es nicht einfacher, einfach zu gehen und in Ruhe weiter zu leben ? Vor was haben die Menschen Angst, die ihre Heimat nicht aufgeben wollen. Ist die Angst vor dem Neuem und die Angst vor dem Verlust so stark ?
Die Geschichte ist sehr gut eingewoben in die Geschehnisse der damaligen Zeit.
Auch ist in der Erzählung der Verlust der Tochter ein großes Thema. Das Mädchen wurde über Nacht als Kind von der Tante mitgenommen. Trina, die Mutter, hat bis zu ihrem Tod gehofft, das Mädchen wieder zu sehen. Dieser Verlust, dieser Kindesentzug hat die Eltern den Rest ihres Lebens nicht mehr losgelassen. Wollten sie dehalb nicht weg ? Damit Marica, wieder zurückkehren kann eines Tages ?
Ein sehr berührendes Buch, erzählerisch großartig.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.05.2020

Gruselig und spannend

Wie man 13 wird und die Welt rettet
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Mein Sohn hat bereits die beiden vorherigen Bücher dieser Reihe gelesen. Auch dieser dritte Band hat ihm wieder super gefallen.
Der 13-jährige Markus hat an seinem Geburtstag erfahren, dass er ...

Mein Sohn hat bereits die beiden vorherigen Bücher dieser Reihe gelesen. Auch dieser dritte Band hat ihm wieder super gefallen.
Der 13-jährige Markus hat an seinem Geburtstag erfahren, dass er ein Halbvampir ist. Erst dachte er, das ist doch verrückt und kann nicht sein, aber dann merkt er nach und nach, dass er besondere Fähigkeiten hat. Zum Beispiel kann er Gedanken an andere senden. Auch kommen immer weitere Fähigkeiten hinzu.
Die Bücher sind sehr kurzweilig und spannend geschrieben. Mein Sohn, der eigentlich ausser den Greg-Büchern, die ja eher Comics sind, nicht so gerne liest, mag diese Reihe sehr. Er ist zwar momentan auch 13 Jahre alt, aber diese Buchreihe kann auch von Kids gelesen werden zwischen 10 und 15 Jahren. Es ist spannend, zeitweise etwas gruselig und lustig zugleich.
Das Buchcover fällt einem direkt ins Auge und ist gut gelungen.
Klare Leseempfehlung von meinem Sohn, v.a. auch an Kids die ansonsten nicht so gerne lesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.03.2020

Ein anderer Schorlau

Der freie Hund
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Ich bin ein Fan von Wolfgang Schorlau und habe alle seine Dengler-Bücher gelesen. Nein nicht nur gelesen, sondern verschlungen. Immer topp recherchiert, gut durchdacht, spannender Schreibstil ...

Ich bin ein Fan von Wolfgang Schorlau und habe alle seine Dengler-Bücher gelesen. Nein nicht nur gelesen, sondern verschlungen. Immer topp recherchiert, gut durchdacht, spannender Schreibstil und tiefgründige Themen, v.a. der Politthriller "Am zwölften Tag" hat mich noch lange beschäftigt. Da ich auch ein Fan der Venedig-Krimis von Donna Leon bin dachte ich- super Schorlau und Venedig, das hört sich interessant an.
Nun, dieser Krimi (ich würde ihn jetzt nicht unbedingt Politthriller nennen) ist ganz anders wie die Dengler-Reihe. Vielleicht ist das seinem Co-Autor geschuldet, dem gebürtigen Italiener Claudio Caiolo. Er liest sich ganz anders. Der Schreibstil ist auch flüssig, allerdings ist die Geschichte sehr sehr konstruiert. Man kann dieses Buch lesen, als netten Krimi zwischendurch, es kommt aber nicht mal ansatzweise an die Qualität der Dengler-Krimis heran. Wenn man da, so wie ich, Erwartungen an den Schreibstil, den intelligenten Plot und die Tiefgründigkeit hat, wird man enttäuscht. Ansonsten ist "Der freie Hund" ein netter Krimi für zwischendurch, gut zu lesen, vielleicht sogar während eines Aufenthalts in Venetien. Würde ich die anderen Bücher von Schorlau nicht kennen, hätte ich diesem Buch 4 Sterne gegeben. Da ich aber unweigerlich einen Vergleich ziehen muss und ich tatsächlich etwas enttäuscht bin, gibt es 3 Sterne.

Veröffentlicht am 11.03.2020

Schöne Geschichte

Der Sommer, in dem Einstein verschwand
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Dieser Roman ist tatsächlich mal was anderes. Der Schreibstil ist unterhaltsam und einfach erzählerisch sehr schön geschrieben.
Die Geschichte wird in den 1920 er Jahren erzählt. Einer der Hauptprotagonisten ...

Dieser Roman ist tatsächlich mal was anderes. Der Schreibstil ist unterhaltsam und einfach erzählerisch sehr schön geschrieben.
Die Geschichte wird in den 1920 er Jahren erzählt. Einer der Hauptprotagonisten ist Albert Einstein. Man lernt den Menschen Einstein näher kennen, seine gesellschaftliche Stellung und den Mut den er trotz der für ihn sehr schwierigen Zeit aufgebracht hat.
Einstein wird zur Weltausstellung eingeladen und soll dort einen Vortrag halten. Doch er verschwindet und nun wird es spannend...
Weiterhin spielen noch weitere Protagonisten aus Schweden eine Rolle, die während der Weltausstellung in Göteborg mit den weiteren Geschehnissen zu tun haben werden. Ellen, die sehr junge Praktikantin bei der Weltausstellungszeitung, Nils - ein Polizist und dann noch der Eselsjunge Otto. Jeder der dreien hat seine eigenen Erlebnisse. Gekonnt werden aber die Geschehnisse aller Beteiligten nach und nach miteinander verwoben.
Die Geschichte ist fiktiv, aber so gut beschrieben, dass man immer wieder mal denkt, ja so könnte es tatsächlich auch gewesen sein.
Historisch darf man ein bisschen in die damalige Zeit eintauchen, die so ganz anders war wie die heutige. Ein unterhaltsamer Roman, mit einer am Beginn noch nicht gleich zu erwartenden kriminalistischen Wendung.