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Veröffentlicht am 04.08.2026

Das umfassende Thema von Schuld

Nur eine weitere Geschichte
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In drei Teilen beschreibt die australische Autorin das Leben der Hauptfigur Suzy Hamilton, 40, zunächst erfolgreiche Journalistin und alleinerziehende Mutter in Sydney. Neben dem Hauptstrang um die Wellness-Bloggerin ...

In drei Teilen beschreibt die australische Autorin das Leben der Hauptfigur Suzy Hamilton, 40, zunächst erfolgreiche Journalistin und alleinerziehende Mutter in Sydney. Neben dem Hauptstrang um die Wellness-Bloggerin Tracey Doran, deren gefährlichen, verantwortungslosen Lügen über ihre Wunderheilung eines angeblichen Krebsleidens auf sozialen Medien und Selbstmord direkt nach Erscheinen von Suzys Enthüllungsgeschichte über sie, geht es auch um Suzys Alltag mit allen finanziellen, emotionalen, sexuellen und beruflichen Herausforderungen. Nicht nur sie wird geplagt von Schuldgefühlen, unwissentlich in Traceys Leben Schaden angerichtet zu haben, nein, auch Jan Doran, deren Mutter, kämpft mit der Schuldfrage, aus Überforderung in ihrem Krankenhausjob nicht rechtzeitig an Traceys unverantwortlichem Verhalten erfolgreich gerüttelt zu haben. Über den Vater Terry, auch ein notorischer Lügner, wird sein Einfluss auf die kindliche Entwicklung Traceys erörtert. Schließlich könnte auch Tracey selbst eine gewisse Schuld und Mitverantwortung treffen, sollte sie durch ihre erfundene Heilung ihrer vorgetäuschten Krebserkrankung anderen Menschen geschadet haben. Eine weitere Geschichte über Tracey Doran mit ihren positiven Lebensdaten soll die belastenden Schuldgefühle aller Beteiligten schließlich dämpfen. Ein kritischer Blick wird nicht nur auf den prestigeträchtigen Journalismus unter Verarbeitung anonymer Informationen und Gerüchten geworfen, angeschnitten werden auch Missbrauch in der katholischen Kirche, Homosexualität, dissoziales verbales Verhalten auf sozialen Medien.
Der reflektierte, respektvolle Schreibstil erschafft lebensnahe Personen in verschiedenen, auch sehr stressigen Alltagssituationen und Beziehungen. 4*

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Veröffentlicht am 01.08.2026

Über die Macht der kleinen Gesten – zum Nachdenken!

Die Glückslieferanten
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Das Cover und die vier Kapitelanfänge sind typisch japanisch designt – ehr ansprechend. Alle Kurzgeschichten handeln von letzten, aufmunternden Botschaften Verstorbener an die mal alten, jungen, mal männlichen ...

Das Cover und die vier Kapitelanfänge sind typisch japanisch designt – ehr ansprechend. Alle Kurzgeschichten handeln von letzten, aufmunternden Botschaften Verstorbener an die mal alten, jungen, mal männlichen bzw. weiblichen Hinterbliebenen. Ihre Inhalte und die jeweilige Wirkung auf ihre Empfänger führen zu Momenten der Überraschung, der liebevollen Erinnerung, der nachträglichen Dankbarkeit und sogar zur Lebensumstellung. Die junge Nanahoshi, die jeweils den titelgebenden Himmellieferservice von Briefen bzw. Päckchen übernimmt, ist die einfühlsame Hauptperson in diesem ruhig dahin gleitenden Werk.
Für das eigene Leben könnte man vielleicht gewisse Gedanken übernehmen, was letzte Kontaktmomente in hoffentlich ausgeglichenem Ambiente betrifft. Selbst nach dem Tod kann man etwas Positives, unerwartetes Glück, sogar Lebensveränderndes durch die Macht von Worten bzw. Aktionen bewirken.

Eine Trost spendende, ernste Thematik! 3,5*

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Veröffentlicht am 31.07.2026

Ein Familienroman mit liebenswerten, sanften Außenseitern

Leonard und Paul
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Das Cover zeigt einen gezeichneten Mondfisch, der ohne Schwanzflosse wie ein riesiger, schwimmender Kopf aussieht. Im Text findet sich unscheinbar eine aufklärende Stelle, an der Peter seinen Sohn Paul ...

Das Cover zeigt einen gezeichneten Mondfisch, der ohne Schwanzflosse wie ein riesiger, schwimmender Kopf aussieht. Im Text findet sich unscheinbar eine aufklärende Stelle, an der Peter seinen Sohn Paul als Helens Mondfisch bezeichnet. Wie dieser seltene Fisch tritt der erwachsene Sohn als sanfter, introvertierter Außenseiter auf, immer um Korrektheit im Umgang mit anderen bemüht, freundlich, geduldig, stets sehr überlegt reagierend. Mit sehr ähnlichem Naturell ausgestattet ist sein einziger Freund Leonard, lange in einer partnerschaftlichen Mutter-Sohn-Beziehung lebend. Keine lauten, dramatischen Komplikationen im rational und pragmatisch ausgerichteten Leben der Beiden überfrachten hier den ruhigen, geordneten Alltag voller warmherziger zwischenmenschlicher Abläufe. Eine Reihe von originellen Veränderungen wie z.B. Damenbekanntschaft oder Wettbewerbsgewinn, die das Leben der zwei Hauptfiguren um die 30 nach und nach bereichern, sorgen für weniger Zurückgezogenheit, Unsicherheit und mehr Mut zur privaten und beruflichen Öffnung. Ebenso lebendig und liebenswürdig werden auch die Nebenfiguren vorgestellt, alles ummantelt mit feinem Humor in einfühlsamem Schreibstil. 5*

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Veröffentlicht am 29.07.2026

Realistische Auseinandersetzung um sexuelle Übergriffe am Arbeitsplatz

Service
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Das Setting ist hier angesiedelt in der Nobel-Restaurant-Szene in Dublin um das Jahr 2000. Während der Buchtitel so harmlos, bescheiden daherkommt, wendet es sich doch sehr authentisch dem tief ernsten ...

Das Setting ist hier angesiedelt in der Nobel-Restaurant-Szene in Dublin um das Jahr 2000. Während der Buchtitel so harmlos, bescheiden daherkommt, wendet es sich doch sehr authentisch dem tief ernsten Problem von Vergewaltigung zu. Das harte Tagesgeschäft in der Stargastronomie mit dem dortigen rauen Ton in der Küche, den Hierarchien zwischen Köchen, Management, Barkeepern und Service wird lebendig vorgestellt. Besonders die jungen, attraktiven Servicekräfte, meist Studentinnen, sind sexuellen Anzüglichkeiten auch von Gästen ausgesetzt, von ihnen akzeptiert in Erwartung eines lukrativen Trinkgeldes. Jede prall ausgebuchte Restaurantwoche endet dort mit ausgelassenen Feiern voller Alkohol, Drogen und mehr. In dieser männerdominierten Welt kommt nach zehn Jahren der 2-Sterne-Chefkoch Daniel Costello vor Gericht. Die Anklage lautet auf sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Klägerin ist eine ehemalige Service-Kraft. In Rückschauen geht es um seinen beruflichen Ehrgeiz, seine Liebe zum Kochen und zu seiner Familie, sein Aufwachsen in Armut. Auch dessen Ehefrau Julie kommt zu Wort, versucht sie doch, zunächst fest hinter ihrem Mann zu stehen, jedoch mit zunehmenden Zweifeln bezüglich seiner Unschuld. Eine weitere Erzählperspektive bietet das Opfer Hannah Blake aus dem Service, deren ansprechende Optik der Hauptgrund für ihre Anstellung ist. Die Ausarbeitung dieser Figuren, die Einblicke in ihre Gedanken ist gelungen. Diese Ich-Erzählungen aus drei abwechselnden Perspektiven berichten nachvollziehbar rund um den Prozess, auch über die Folgen von gesellschaftlicher Ausgrenzung. Auf das erschreckende Bild über sexuelle Übergriffe, auf das damit einhergehende Trauma und auf die zeitlich zähe Rechtsprechung in Irland wird im Nachwort der Autorin nochmals kurz hingewiesen.
Ein aufrüttelndes Buch zum Nachdenken!

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Veröffentlicht am 27.07.2026

Diese Liebesgeschichte wirkt sehr überzeugend.

Nebelhorn-Echos
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Über drei Zeitzonen erstreckt sich diese queere Liebesgeschichte: 2003 sind Hussam und Wassim 15-jährige Nachbarsjungen in Damaskus, die ihre nicht erlaubte Sexualität entdecken. 2014 lebt Hussam in Vancover ...

Über drei Zeitzonen erstreckt sich diese queere Liebesgeschichte: 2003 sind Hussam und Wassim 15-jährige Nachbarsjungen in Damaskus, die ihre nicht erlaubte Sexualität entdecken. 2014 lebt Hussam in Vancover seine sexuelle Freiheit aus, jedoch verfolgt von seiner traumatisierten Vergangenheit. Währenddessen verbleibt Wassim in Damaskus, versteckt sich in geisterhaftem Haus, immer fluchtbereit vor gesellschaftlichen wie politischen Zwängen während des syrischen Bürgerkriegs. Deren erneuter Kontakt in 2017 überrascht mit offenem Ende.
Ist der Erzählstil um Hussam in Vancover lebendiger, offener durch die Beschreibung des freieren und luxuriöseren Lebensstils mit Club- und Partyszenerien voller Drogen, wirkt der Schreibstil, das Leben von Wassim und Kalilas Geist in Damaskus beschreibend, eher melancholisch, schwermütig, verzweifelt. Einblicke in die stark beschnittene weibliche Gesellschaft werden nicht moralisierend dargestellt. Themen wie die Schrecken des Krieges und die zweifelhafte Politik Syriens werden nur angerissen.
Der Buchtitel Nebelhörner-Echos stellt eine passende Metapher dar für die Sicherheit und Geborgenheit suchenden Hauptfiguren, die wie Schiffe die rettende Hafeneinfahrt bei dichtem Nebel suchen.

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