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Veröffentlicht am 14.07.2026

Als Jüdin im Exil in New York, am East River

Ein Fenster am East River
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Dieser Roman spielt hauptsächlich in der Zeit von 1943 bis 1944 in New York mit Vorgeschichten in Brüssel und Prag. Der anfänglichen Beschreibung von Fremdartigkeit der „Neuen Welt“ für die Hauptfigur, ...

Dieser Roman spielt hauptsächlich in der Zeit von 1943 bis 1944 in New York mit Vorgeschichten in Brüssel und Prag. Der anfänglichen Beschreibung von Fremdartigkeit der „Neuen Welt“ für die Hauptfigur, der jungen Tschechin Anna Martinek,, und der harten Lebens- und Erwerbsbedingungen in manchem Slumviertel werden Szenen voller quirliger Lebensfreude beigemischt. Ernste Inhalte wie die Verfolgung durch die Nationalsozialisten oder die europaweiten Kriegshandlungen entzünden sich auch an der Person des Jürgen Niederode, einem bekannten deutschen Violinvirtuosen. In Brüssel noch als Annas verliebte Bekanntschaft beschrieben, entpuppt er sich im plötzlich besetzten Prag als Vertrauensmann, der sie als Jüdin in die rettende Schweiz schleust. Jahre später, vom Geheimdienst irrtümlich als Verräter eingestuft, konzertiert er erfolgreich in den USA und outet sich der verheirateten Anna gegenüber als eitler Egoist, voller Herrschsucht, Engstirnigkeit getarnt als Liebe. Als männlicher Gegenpart spielt Annas Ehemann Tom Sörensen, als Arzt gegen das Leid in der Welt ankämpfend, eine ausgleichende Rolle, achtet er doch auch Annas emanzipatorische Freiheiten. Neben einer Liebesgeschichte findet sich neben Gesellschaftskritik wie z.B. Rassismus-Fragen auch ein politisches Statement, gepaart mit der Hoffnung auf eine bessere Welt nach Kriegsende.
Ein interessanter Roman einer jüdischen Exilantin!

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Veröffentlicht am 11.07.2026

Norwegen unter deutscher Besatzung – Interessant!

Die Unwürdigen
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Vor besonderer historischer Kriegskulisse des 2. Weltkriegs geht es um den von Armut, Hunger und sonstiger Not geprägten Arbeiteralltag in einem Vorort von Oslo. Im Mittelpunkt steht eine clevere Fünfer-Bande, ...

Vor besonderer historischer Kriegskulisse des 2. Weltkriegs geht es um den von Armut, Hunger und sonstiger Not geprägten Arbeiteralltag in einem Vorort von Oslo. Im Mittelpunkt steht eine clevere Fünfer-Bande, die schnell erwachsen werden muss, denn nach dem Verlust ihrer Väter versorge sie ihre mehrköpfigen Familien meist durch riskante Diebstähle und suspekten Schwarzmarkthandel. Ohne regelmäßigen Schulbesuch, ohne Interesse am Politischen, erhält besonders Carl Erling vom norwegischen Widerstand später Kenntnis, arbeitet er doch für die Besatzer. Nicht alle Bandenmitglieder überleben in Freiheit aufgrund dramatischer Fehler. Sie bilden untereinander sogar eine vertrauensvolle Ersatzfamilie für jüngere Geschwister. Figuren und riskante Ereignisse in der Gummifabrik, auf Dachböden und in Kellern oder in verlassenen Villen, auf dem Schwarzmarkt sind detailliert und spannend in Szene gesetzt. Erst nach Kriegsende erfahren sie vom Widerstand ihrer Väter oder vom Verlust ihres Eigentums nach sicherer Rückkehr aus Schweden. Wie stark die verschworene Gemeinschaft war und auch ihre dramatischen Einzelschicksale, wird eindrücklich erzählt.
Insgesamt ein warmherziges Banden-Porträt in einer leidgeprüften, norwegischen Arbeiterschicht in Kriegs-und Nachkriegszeiten.

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Veröffentlicht am 09.07.2026

Als Frau machtlos ausgeliefert.

Nachtblaue Blumen
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Undatierte, handschriftliche Aufzeichnungen einer unbekannten, jungen Cabaret-Tänzerin um 1890 bilden hier eigentlich keinen Roman. Zufällig entdeckt in der Bibliothek des berühmten Neurologen Jean-Martin ...

Undatierte, handschriftliche Aufzeichnungen einer unbekannten, jungen Cabaret-Tänzerin um 1890 bilden hier eigentlich keinen Roman. Zufällig entdeckt in der Bibliothek des berühmten Neurologen Jean-Martin Charcot an der Sorbonne in Paris geben sie dennoch einen lebhaften Eindruck wieder von der Situation von Frauen, die eigenwillig in ihrem Handeln und Denken den Herren nicht gefielen. Über die eigentlich gesunde Ich-Erzählerin, 16 und Waise, die nur partout nicht mehr tanzen will, erfährt man mehr über den Arbeitgeber, ihren Patron, und das kleine Cabaret Le Voltage. Funktionierte man nicht so, wie allgemein erwünscht, wurde Frauen dann einfach eine Erkrankung des Geistes, Hysterie, angedichtet und in die Nervenheilanstalt der Salpêtrière weggesperrt. Im Dialog mit ihrer Freundin Cléo, einer geschickten Kleptomanin, kommt auch deren Leben an der Seite des erfolgreichen Magiers Damien zur Sprache. Sie schafft es schließlich wie auch die Tänzerin Jane Avril, sich aus dieser Anstalt zu entfernen. Bei Vorführungen in dieser Klinik vor internationalem Publikum dienten die Tänzerin wie auch Cléo als Fallbeispiele, schauspielerisch gut dargestellt. Auch Sigmund Freud mag die Hypnose-Therapie mit Traumdeutung ebenso in Frage gestellt haben wie französische Mitstreiter, die den hypnotischen Zustand bei Patientinnen nur durch Suggestion hervorgebracht sahen. Vor versammeltem, männlichem Publikum im Auditorium präsentiert zu werden, in Katalepsie zu erstarren, zu tanzen, zu krampfen etc. gilt als Privileg und schürt Konkurrenzdenken unter den nur teils vermeintlich kranken, aber sicher eingesperrten Frauen. All diese unsortierten, historischen Aufzeichnungen geben sehr interessante Aufschlüsse über das vorgetäuschte Wissen der Mediziner wieder, die mit der Psyche der ihnen ausgelieferten Frauen herum experimentierten.
Ein informativ gut aufbereitetes Werk, in einfühlsame Atmosphäre aus dem Französischen übertragen zwischen Fiktion und Historie.

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Veröffentlicht am 09.07.2026

Ein Liebesroman mit intensiven Gesprächen und komplizierten zwischenmenschlichen Beziehungen

Herz König
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Das simple Cover ist wenig beeindruckend, passt es doch nicht zum Buchtitel, eher in etwa zum traurigen Romanende. Der Buchtitel nimmt Bezug auf geliebte Kartenspiele der studentischen Viererclique. Die ...

Das simple Cover ist wenig beeindruckend, passt es doch nicht zum Buchtitel, eher in etwa zum traurigen Romanende. Der Buchtitel nimmt Bezug auf geliebte Kartenspiele der studentischen Viererclique. Die Karte Herz König symbolisiert tiefe Emotionen, Liebe, Loyalität und einen gutmütigen Charakter, personifiziert zunächst in der Romanfigur von Sam, dem Geliebten, in drei großen Zeitsprüngen.
Zunächst beschreibt die Hauptfigur als hoch verschuldete Literaturstudentin ihre wild- amouröse Studienzeit zwischen den Studenten Sam und Yash. Von ihnen wird sie eher als die gerissene Charaktere Jordan Baker statt Daisy Buchanan von F. Scott Fitzgeralt`s fiktionaler Novelle The Great Gatsby aus 1925 wahrgenommen. Neben Semestern angefüllt mit Kartenspielen und literarisch angehauchten Dialogen zwischen Sam, Yash, Ivan und Jordan in universitärem Ambiente folgen Freundschafts-, Liebesbekundungen und Beleidigendes ihr gegenüber. Eine folgenreiche Liebesbeziehung mit Yash beendet schließlich Jordans Parisaufenthalt.
Im zweiten Teil trifft Jordan nach 21 erfolgreichen Jahren als Autorin erneut auf Yash, der ihre Familie auf der Durchreise besucht.
Der dritte Teil beginnt mit Jordans letzter Vortragsreise in intellektueller Atmosphäre rund um Literatur, Liebe, Sex und Hoffnung, bevor ihr Sohn Jack krank wird. Daraufhin folgen die letzten Tage von Yash im Krankenhaus, an Krebs erkrankt. In bemerkenswerten Rück- und Vorblenden geht es nicht nur um Verabschiedung und Offenbarung ihres ewig gehüteten Geheimnisses. Auch die Entscheidung zu ihrem Lebensentwurf zwischen verschieden starken emotionalen Männerbekanntschaften steht auf dem Prüfstand.
Insgesamt eine authentisch wirkende Liebesgeschichte in literarisch anspruchsvollem Stil.

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Veröffentlicht am 08.07.2026

Ein hoffnungsvoller Weg aus finanzieller und mitmenschlicher Misere

Tunnel
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In drei Teilen geht es realitätsnah und gesellschaftskritisch um die Suche nach einem Weg, eigene Träume und Ziele aus Einsamkeit und Armut zu erreichen. Menschen wie die allein erziehende, mutige Mascha ...

In drei Teilen geht es realitätsnah und gesellschaftskritisch um die Suche nach einem Weg, eigene Träume und Ziele aus Einsamkeit und Armut zu erreichen. Menschen wie die allein erziehende, mutige Mascha Heerdmann mit 9-jähriger Tochter Tinka kämpfen mit Tunnelblick um Geborgenheit, um 2. Chancen, auch um Abenteuer. Die Tragik hinter ihren unzumutbaren Lebensbedingungen ist sprachlich klar formuliert. Auch das deutsche Sozialsystem mit regelmäßigen Pflichtbesuchen beim Arbeitsamt wird als demütigend, abschreckend beschrieben, ebenso Maschas bedrückende, Kräfte zehrende Arbeit im Seniorenheim. Mit den dortigen Bewohnern und dem Tröster Enders sehnen sich alle nach mitmenschlicher Wärme in einer hilfsbereiten Gemeinschaft. Erzählt wird aus der Perspektive von vier Figuren. Auch mit Tomsonov, einem älteren Heimbewohner, werden Gefühle wie Verlorenheit und Vernachlässigung, Traurigkeit und Überforderung skizziert und so eine eindringliche, düstere Atmosphäre mittels intensiver Sprache erschaffen.
Menschen wie Mascha und Tomsonov wollen ihrem unerfüllten Leben über einen dunklen, tunnelartigen, gefährlichen Ausweg entfliehen und benötigen dafür unsere Mithilfe!

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