Schwierige Themen wie Suizid und Homosexualität
Von dem, der bleibtEin Trauma aus 1998 wird autobiographisch aufgearbeitet und erst Jahrzehnte später in Romanform schriftlich verarbeitet. Der emotionale Weg des Autors bei der Schmerz- und Schuldbewältigung wird thematisiert ...
Ein Trauma aus 1998 wird autobiographisch aufgearbeitet und erst Jahrzehnte später in Romanform schriftlich verarbeitet. Der emotionale Weg des Autors bei der Schmerz- und Schuldbewältigung wird thematisiert wie auch die Behandlung von Homosexualität und Suizid in der Gesellschaft, in einem katholischen Italien, im familiären, dörflichen Rahmen. Der lange zurückliegende Selbstmord seines Lebensgefährten durch Erhängen in seiner Wohnung veranlassen den Autoren als Hinterbliebenen, sein Leben und Leiden danach in fragmentarischen Erinnerungsschleifen zu rekapitulieren, voller bedrückender Hilflosigkeit, in dem verzweifelten Versuch, selbst auf dem langen Weg durch Selbsthilfegruppen oder psychotherapeutische Institutionen irgendeine Linderung mit positivem Blick in die Zukunft zu verspüren. Dieser Pfad entlang wechselnden Scham- und Schuldgefühlen, neben Trauer aber auch Wut, ist voller ewig unbeantworteten Fragen nach der eigenen Rolle in dieser Tragik, jedoch final neuen Sinn in einer weiteren homosexuellen Beziehung findend.
Diese Ich-Erzählung wirkt sehr authentisch, tief berührend über wichtige Inhalte, über die kaum jemand spricht, in schonungsloser bis zu intimer Offenheit.
Vielleicht vermag dieses Buch ein Begleiter durch eine solch dunkle, wirre Lebenserfahrung sein, ohne natürlich Heilung versprechen zu können. 4*