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Veröffentlicht am 19.06.2021

Interessant: Marion Crawford, die Gouvernante der englischen Königin Elisabeth II. im Zentrum der königlichen Windsor-Familie.

Teatime mit Lilibet
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Die junge, schottische Lehrerin Marion Crawford, CRAWFIE genannt, wird 1932 mit 22 Jahren als Gouvernante für die noch kleine Prinzessin Elisabeth angestellt. Da das Leben im Schloss krass mit dem wirklichen, ...

Die junge, schottische Lehrerin Marion Crawford, CRAWFIE genannt, wird 1932 mit 22 Jahren als Gouvernante für die noch kleine Prinzessin Elisabeth angestellt. Da das Leben im Schloss krass mit dem wirklichen, kargen Leben der britischen Bevölkerung kollidiert, möchte sie als überzeugte Sozialistin den Blick für die Realität bei den Prinzessinnen Elisabeth und Margaret öffnen, indem sie z.B. zusammen in der U-Bahn fahren, bei Woolworth Weihnachtseinkäufe machen, ins öffentliche Schwimmbad gehen etc., genannt ‘Operation Normal‘. Eigentlich will ‚CRAWFIE‘ in den Slums von Edinburgh unterrichten, doch durch die erzieherische Arbeit bei den Royals kann sie mehr bewirken.
Elisabeth wird als sehr fantasievolles und liebenswertes Kind dargestellt, das in einem goldenen Käfig aufwächst, liebevoll von ihr wie eine Mutter umsorgt für 16 Jahre.
Gleichzeitig erfährt man im Buch, was sich gleichzeitig im allgemeinen Weltgeschehen ereignet: Aufstände in Spanien zur Zeit Francos, Hitlers Weg an die Macht bis zum Ende des 2. Weltkriegs, das Verbünden der Engländer mit den Amerikanern. Dazu kommt die Abdankung von Eduard VIII., der Glamour der Krönung von George VI..
Wendy Holden stützt sich auf die Autobiographie von Marion Crawford ‚The little Prinzess‘ und gewährt uns dabei einen perfekten Zugang zu diesem Milieu.

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Veröffentlicht am 25.05.2021

Tragische Geschichte um Demenz, Drogen und Obdachlosigkeit in Berlin!

Tödliches Vergessen
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Hauptkommissar Breschnow, gerade aus der REHA zurück wegen Alkoholentzug, ermittelt zusammen mit Delego in Berlin rund um die Hasenheide, denn dort wird eine ältere Frau tot aufgefunden. Seltsamerweise ...

Hauptkommissar Breschnow, gerade aus der REHA zurück wegen Alkoholentzug, ermittelt zusammen mit Delego in Berlin rund um die Hasenheide, denn dort wird eine ältere Frau tot aufgefunden. Seltsamerweise findet sich auf der Haut der Innenhand ein Psalm sowie ein aufgespannter blauer Regenschirm über ihrem Kopf. Nur drei Tage später wird auf dem Tempelhofer Feld ein hagerer, älterer Obdachloser ebenfalls mit einem blauen Schirm sowie einer Bibel in seinen Armen tot aufgefunden, ebenso ohne Papiere und hilfreiche Hinweise am Tatort. Weitere Personen werden schwer verletzt im naheliegenden Krankenhaus eingeliefert und eine ältere Obdachlose verschwindet sogar. In einer Obdachlosenunterkunft werden sie fündig. Mühsam entschlüsseln sie die Fakten zu den verschiedenen Opfern, die sich aus besseren Zeiten kannten.
Der typische Berliner Dialekt im Obdachlosenmilieu und bei der jüngeren Generation bringt ein spezielles Ambiente hinein, für den Leser stets verständlich.
Diese tragische Geschichte um Demenz, Drogen und Obdachlosigkeit speziell in Berlin geht unter die Haut, da sehr detailliert das Leben der Betroffenen sukzessive entblättert wird.
Sehr gerne hätte ich in einem Endkapitel gelesen,
1. dass Zofias Flucht aus Deutschland vereitelt würde durch Festnahme und Kalle Wischowski ebenso voll zur Rechenschaft gezogen würde mit seiner langen Liste an diversen Straftaten.
2. dass eindeutig geklärt würde, wer lt. Testament von Frau Antes die namentlich nicht benannte Person ist, die mit einem Drittel als Begünstigte über ein anonymes Treuhandkonto bedacht wird: Annette Riesing, die Krankenschwester oder Zofia, die polnische Arbeitskollegin von Jan aus der Obdachlosenunterkunft. Beide sind Frau Antes leibliche Töchter und hätten somit ein triftiges Mordmotiv.
3. dass die Notarin von 4 Begünstigten im Gespräch mit den Kommissaren spricht, aber im Testament 3 Begünstigte zu je einem Drittel Erbanteil aufgeführt werden.

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Veröffentlicht am 01.08.2026

Über die Macht der kleinen Gesten – zum Nachdenken!

Die Glückslieferanten
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Das Cover und die vier Kapitelanfänge sind typisch japanisch designt – ehr ansprechend. Alle Kurzgeschichten handeln von letzten, aufmunternden Botschaften Verstorbener an die mal alten, jungen, mal männlichen ...

Das Cover und die vier Kapitelanfänge sind typisch japanisch designt – ehr ansprechend. Alle Kurzgeschichten handeln von letzten, aufmunternden Botschaften Verstorbener an die mal alten, jungen, mal männlichen bzw. weiblichen Hinterbliebenen. Ihre Inhalte und die jeweilige Wirkung auf ihre Empfänger führen zu Momenten der Überraschung, der liebevollen Erinnerung, der nachträglichen Dankbarkeit und sogar zur Lebensumstellung. Die junge Nanahoshi, die jeweils den titelgebenden Himmellieferservice von Briefen bzw. Päckchen übernimmt, ist die einfühlsame Hauptperson in diesem ruhig dahin gleitenden Werk.
Für das eigene Leben könnte man vielleicht gewisse Gedanken übernehmen, was letzte Kontaktmomente in hoffentlich ausgeglichenem Ambiente betrifft. Selbst nach dem Tod kann man etwas Positives, unerwartetes Glück, sogar Lebensveränderndes durch die Macht von Worten bzw. Aktionen bewirken.

Eine Trost spendende, ernste Thematik! 3,5*

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Veröffentlicht am 24.07.2026

Ein durchaus liebenswerter "Ermittler" mit Behinderung!

Kalmann und der schlafende Berg
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Die Szenerien spielen hauptsächlich im rauen Norden Islands. Kalmann Óðinsson, der selbsternannte Sheriff in dem Dorf Raufarhöfn mit Stern und Cowboyhut, der unter Vormundschaft seiner Mutter stehende ...

Die Szenerien spielen hauptsächlich im rauen Norden Islands. Kalmann Óðinsson, der selbsternannte Sheriff in dem Dorf Raufarhöfn mit Stern und Cowboyhut, der unter Vormundschaft seiner Mutter stehende 34-Jährige Held mit Down-Syndrom, lebt in Akureyri bei der berufstätigen Mutter nach dem Versterben des Großvater, seiner vertrauten Vaterfigur. Mit der Einladung Kalmanns durch seinen leiblichen, amerikanischen Vater verlagert sich die Handlung kurz in die USA, verknüpft mit dem historischen Datum des 6. Januar 2021, der Erstürmung des Capitols in Washington, und seiner Festnahme durch das FBI. Thematisch damit verknüpft sind der Kalte Krieg mit dem Großvater als russischem Spion auf deren schwarzer Liste, mit der Corona-Pandemie und Grundwasserverschmutzung rund um den Berg Heiðarfjall, dem Standort der ehemaligen amerikanischen Radarstation H2. Kalmanns bei Zeiten spannungsgeladenes Verhältnis zur Mutter, seiner Trauer um den verstorbenen Großvater wechselt allmählich über zu Noé, seinem besten Freund. Mit ihm einher geht der Genrebruch zum Krimi, denn eine zunächst lose Behauptung von Mord an seinem geliebten Großvater steht im Raum. Bei weiteren Aktionen stolpert Kalmann in manch missliche bis unwahrscheinliche, ihn überfordernde Situation. Der raffinierte Plot rund um den Misty Mountain wirkt unrealistisch und thematisch überladen. Aufgrund Kalmanns geistiger und emotionaler Beschränktheit driftet sein Charakterbild vom geradlinig strukturiert denkenden Forest Gump, unerschrocken und selbstbewusst, hin zu einer hilflos ausgelieferten Person, überfordert in dieser Spionage-Verschwörung. Die Beschreibungen der rauen Naturschönheiten mit Grönlandhai oder Seewolf und Tourismusspots Nordislands wie Arctic Henge gefallen. 3/5*

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Veröffentlicht am 07.07.2026

Tod und Leben in Corona-Zeiten – mal anders!

Sie und der Wald
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In Zeiten des Corona-Lockdowns in Kanada verbringen zwei Familien in zwei Häusern am Fullerton-See nahe Montreal mehrere Monate, vor strengen staatlichen Maßnahmen fliehend. – mit fünf Kindern zwischen ...

In Zeiten des Corona-Lockdowns in Kanada verbringen zwei Familien in zwei Häusern am Fullerton-See nahe Montreal mehrere Monate, vor strengen staatlichen Maßnahmen fliehend. – mit fünf Kindern zwischen 3 und 9 Jahren, in engen Räumen, in fast unberührter Natur, mit Unterrichtung in Eigenregie. Wie lockere Tagebucheinträge der Ich-Erzählerin Anaïs reihen sich Erinnerungen aus ihrer Kindheit an Episoden der Gegenwart lose und wirr aneinander. Informativ sind dabei auch Beiträge zu internationalen Berühmtheiten, aber mehr noch zu Historie, Fauna, Flora dieser Gegend. Ohne Internet, dafür mit interessanten Anwohnern im Tal beschenkt lebt das Buch von persönlichen Schilderungen in liebevollem, poetischem Schreibstil. Die Erzählerin erlebt man als Mutter, Liebende und Künstlerin, angefüllt von Erschöpfung, Überforderung in Enge, Chaos und existenzieller Verunsicherung in diesem Zufluchtsort. Neben der Hingabe zu ihren Kindern und ihrem Ehemann verspürt man auch ihren Wunsch nach Ungebundenheit, denke man nur an den japanischen Maler oder den rätselhaften Waldmenschen. Mit dem zufällig gefundenen Grabstein von Jeanne d’Arc Morency (J.A.M.) und der vorbei schwebenden weißen Frau treten traumhafte Elemente ins Blickfeld. Auch wenn die Struktur weniger der eines Romans entspricht, die Kapitel thematisch bunt angesiedelt sind, versprüht das Buch eine reizvolle, ansprechende Atmosphäre beim Lesen. 3,5*

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