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Veröffentlicht am 17.09.2022

Abwechslungsreiche 3-Länder-Küche!

Casa Zarrella
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Jana Ina Zarrella, mittlerweile nicht mehr nur „die Frau von“, zeigt in diesem Buch, was bei ihr in der Familie so auf den Tisch kommt. Und das ist vor allem bunt und abwechslungsreich, aber natürlich ...

Jana Ina Zarrella, mittlerweile nicht mehr nur „die Frau von“, zeigt in diesem Buch, was bei ihr in der Familie so auf den Tisch kommt. Und das ist vor allem bunt und abwechslungsreich, aber natürlich auch geprägt von ihrer Herkunft - Brasilien - der von Giovanni - Italien - sowie ihrem heutigen Heimatland - Deutschland. Johann Lafer, den sie vor einiger Zeit in einer TV-Show kennenlernte, hatte die Idee zu dieser Rezeptsammlung und stand ihr von Beginn an mit Rat und Tat zur Seite. Daher landeten im Endprodukt auch viele Tipps vom Profi. Aus den drei Länderküchen finden sich Rezepte zum Frühstück, Mittag- und Abendessen, für Zwischendurch und auch für besondere Anlässe wieder.

Wer beim Aufschlagen des Buches erwartet, direkt auf die ersten Rezepte zu stoßen, wird hier überrascht. Nach dem Inhaltsverzeichnis und dem - übrigens sehr authentischen - Vorwort der beiden Mitwirkenden füllen die nächsten 30 Seiten diverse Erfahrungen aus der eigenen Küche und eine Vielzahl an Tipps und Tricks, die dazu inspirieren, sich als Leser:in über den eigenen Umgang und Verzehr von Lebensmitteln bewusst zu werden. So geht es u.A. um einzelne Zutaten und deren Mehrwert für die Gesundheit, um das Einbinden der Kinder mit in den Prozess des Kochens, um unverzichtbare Utensilien und ein cleveres Zeitmanagement. Auch ein Wochenplan zum Ausfüllen ist inkludiert, den ich in der Form allerdings eher unpraktisch finde, denn in Bücher zu schreiben, die nicht dafür ausgelegt sind, ist für mich persönlich ein No-Go. Viel sinnvoller wäre eine Online-Datei zum Herunterladen gewesen, die man dann beliebig oft ausdrucken kann. Aber die Idee an sich, zum Planen und bewussten Nachdenken über Gerichte motivieren, finde ich super.
Nach sehr viel - aber durchaus gelungener - Theorie geht es ab Seite 43 mit der Praxis los. Begonnen wird mit Rezepten fürs Frühstück und Snacks, wobei auch an die Brotbox gedacht wird. Als ehemalige Schülerin und jetzt Studentin war und bin ich andauernd auf der Suche nach neuen Snacks zum Mitnehmen, da das Käsebrot doch recht schnell eintönig wird. Die darauf folgenden Suppen und Salate sind teils etwas außergewöhnlicher, was ich aber ebenso spannend finde. Süßkartoffeln, Meeresfrüchte oder Burrata - damit kocht man nicht jeden Tag. Apropos, so viel zur nächsten Kategorie. Hier findet man nämlich genau das: einfache und gute Rezepte für den Alltag. Und zum Teil auch nur für die Zubereitung einzelner Komponenten. Gefällt mir gut, denn dann kann man auch mal beliebig kombinieren. Genauso genial finde ich die 3-Varianten-Rezepte. Da ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei. Süßes darf natürlich auch nicht fehlen. Und auch hier gibt es einiges an kreativen Leckereien zu bestaunen und nachzumachen. Die letzte Kategorie „Wenn Zarrellas feiern“ ist mir als einzige etwas willkürlich erschienen, was die Rezeptauswahl anbelangt. Aber da das eine sehr individuelle Sache ist, möchte ich da gar nicht viel kritisieren.
Vielleicht noch kurz zur Gestaltung und den Bildern: sehr appetitlich und professionell. Es wurde auch nicht zu viel ausgeschmückt, sondern der Fokus auf die Rezepte gelegt. Das macht es ästhetisch und zu einem hübschen Geschenk.

Fazit: Eine kulturelle Vielfalt an Rezepten zu unterschiedlichen Anlässen und Tageszeiten. Als Extra bekommt man Tipps & Tricks - auch vom Profi Johann Lafer - mit an die Hand. Klare Empfehlung - auch als Geschenk.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 11.09.2022

Eine abenteuerliche Reise durch eine fantastische Welt.

Emily Seymour, Band 1: Totenbeschwörung für Anfänger (Bezaubernde Romantasy voller Spannung und Humor)
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Emily Seymour ist noch nie eine Person gewesen, die die Aufmerksamkeit aller auf sich zog. Weder kleidete sie sich auffällig, noch besaß sie in irgendeiner Weise nützliche Fähigkeiten - magisch oder nicht. ...

Emily Seymour ist noch nie eine Person gewesen, die die Aufmerksamkeit aller auf sich zog. Weder kleidete sie sich auffällig, noch besaß sie in irgendeiner Weise nützliche Fähigkeiten - magisch oder nicht. Wenn überhaupt war sie tollpatschig. Aber das war ihr nur Recht, denn die Angelegenheiten ihrer Familie kümmerten sie sowieso nicht. Bis zu jenem Morgen, an dem Ashton Goodwin bei ihnen in der Haustür stand. Auf einmal wollte sie Teil des Ganzen sein. Und unversehens passierte ihr auch genau das - obgleich es ihr dann lieb war oder nicht. Und ebenso wenig konnte sie etwas ausrichten gegen das, was von nun an ihre Welt auf den Kopf stellte. Sie konnte nur versuchen, das Beste aus der Situation zu machen, so verzwickt sie auch war. Doch da hatte sie noch nicht die leiseste Ahnung von dem, was noch auf sie zukommen würde…und die gesamte magische Welt erschüttern würde.

Das Cover. Die Farben. Die Details. Der Buchschnitt. Muss ich noch mehr sagen? Ich glaube nicht. Schon Monate vor dem Erscheinen hat mich die Aufmachung dieses Buches wie magisch angezogen. Und da mich auch der Klappentext überzeugt hat, ist „Emily Seymour“ sofort auf meine Wunschliste gewandert. Entsprechend hoch waren auch die Erwartungen, als ich es dann endlich druckfrisch in den Händen hielt und mit dem Lesen beginnen konnte. Aber ich wurde nicht enttäuscht. Bereits beim Aufschlagen fielen mir die Karten von den verschiedenen Schauplätzen ins Auge. Und etwas weiter hinten wartete noch eine weitere illustrative Überraschung, aber ich finde, die soll es auch für euch bleiben, daher verrate ich das mal nicht. Optisch könnte mir das Buch also wirklich nicht besser gefallen. Ob der Inhalt mithalten konnte? OH JA! Dem Klappentext nach habe ich eine sehr humorvolle Story erwartet, und dem wurde sie auch gerecht. Allerdings habe daher ich angenommen, dass sich alles eher auf einer oberflächlichen Ebene abspielen würde. Das war zu Beginn auch der Fall, da es die Charaktere nicht anders hergaben. Im Verlauf bröckelten die Fassaden jedoch und dahinter kamen feine und emphatische Züge zum Vorschein. Sie begannen, einander zu verstehen - oder es zumindest zu versuchen. Andere brachen völlig und erwiesen sich als völlig andere Menschen. Eine sehr spannende Entwicklung, die ich erst glaubte vorhergesehen zu haben, aber dann war dem doch nicht so. Am Ende des Buches wartet ein kleiner Twist, der mein Herz für Happy Ends zwar kurzzeitig erschüttert hat, aber dennoch sehr clever gewählt ist, denn so wird es unerwartet nochmal richtig spannend und macht neugierig auf die Fortsetzung. Apropos Spannung: die war zwar nicht konstant da, kam aber immer dann auf, wenn die Story drohte etwas vor sich hin zu plätschern.
Wenn ich überhaupt etwas kritisieren kann, dann vielleicht die ständigen Streitereien zwischen den Protagonisten, die ich persönlich ein wenig ermüdend fand. Aber sie sind schließlich noch nahezu Jugendliche, darum schreibe ich das diesem Aspekt zu. Außerdem hat es die Liebesgeschichte echter und purer wirken lassen, und nicht überzogen oder überstürzt. Das fand ich sehr angenehm.
Die Welt und ihren Aufbau fand ich auch super interessant und hat mich definitiv überzeugen können. Es fühlte sich ein bisschen an wie ein Upgrade von „Magic Girls“. Eine Hexen-Reihe, die ich als Kind sehr geliebt habe. Das Lesen hatte also sogar etwas Nostalgisches. Okay, ich höre schon auf…ihr solltet verstanden haben, dass es mir gefallen hat.

Fazit: Eine Urban Fantasy, wie sie nicht besser sein könnte. Mit einer interessanten Zwischenwelt, einer guten Portion Spannung und coolen Charakteren. Über die Aufmachung müssen wir offensichtlich nicht sprechen. Ein Must-Read für alle Fans von YA Romantasy und ein Muss für eigentlich jedes Bücherregal.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.08.2022

Ein Kinderbuch mit Tiefgang.

Agnes und der Traumschlüssel
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Nach einer unschönen Zeit wagen die elfjährige Agnes und ihre Mutter einen Neuanfang in einem kleinen finnischen Ort mit dem verwunschenen Namen Harmala. Dort findet sich neben einem Job und einer Schule ...

Nach einer unschönen Zeit wagen die elfjährige Agnes und ihre Mutter einen Neuanfang in einem kleinen finnischen Ort mit dem verwunschenen Namen Harmala. Dort findet sich neben einem Job und einer Schule auch ein alter Friedhof, den Agnes eines Tages erkundet. Nichtsahnend, was die Entdeckung eines kleinen Grabsteins dort nach sich ziehen würde…doch in Muffin - der natürlich eigentlich nicht so heißt - findet sie einen Freund und Komplizen, der sich gemeinsam mit ihr den bisher ungelösten Rätseln von Harmala stellt. Und so wird dieser Sommer zu einem der spannendsten, den Agnes je erlebt hat und vermutlich auch je erleben wird.

Das blumige Cover bildet den perfekten Rahmen für dieses magische Sommer-Abenteuer in Finnland. Und auch das Abbild des Mädchens passt gut zu den Figuren der Geschichte…aber weshalb, das müsst ihr beim Lesen selbst herausfinden.
Das Setting hatte mich bereits in der Leseprobe total in seinen Bann gezogen und auch im Nachhinein muss ich sagen, ist mir das besonders positiv in Erinnerung geblieben. Ich selbst war leider noch nie in Finnland, aber meine dennoch sagen zu können, dass die Autorin hier einen Ort geschaffen hat, den es in der dortigen Weite durchaus geben könnte. Nur vielleicht ohne die Mysterien, derer sich Agnes und Muffin annehmen. Die beiden Hauptfiguren sind unterdessen ein schöner Beweis dafür, dass man manchmal Freunde findet, ohne sie explizit zu suchen. Und das, obwohl man gerade erst an einen fremden Ort gezogen ist. Die Freundschaft zwischen den beiden hat mich an eine meiner eigenen aus Kindertagen erinnert. Aufrichtiges, bedingungsloses Interesse und Dasein füreinander, trotz der Tatsache, dass man aus unterschiedlichen Lebenswelten stammt. Auch die anderen Beziehungen, die sich im Laufe der Handlung offenbaren, bestehen auf einer sehr emotionalen Ebene. Wahrscheinlich, weil die Charaktere für sich schon so viel Tiefgang hatten. Und dank des unglaublich einfühlsamen Schreibstils. Das, und die unerwarteten Geschehnisse haben dieses Buch für mich zu einem ganz besonderen gemacht. Ich war und bin berührt und verzaubert von dieser Idee und dankbar, dass ich gedanklich nach Harmala reisen durfte und Agnes sowie ihre Mitmenschen kennenlernen durfte. Am Liebsten würde ich auf der Stelle selbst dorthin ziehen und mich mit Agnes und Muffin anfreunden, hihi.

Fazit: Eine wunderschöne Geschichte im sommerlichen Setting eines finnischen Ortes, an den man sofort selbst reisen möchte. Dennoch mit überraschend viel Tiefgang und herzergreifenden Szenen. Für mich definitiv ein Must-Read, auch über das Kindesalter hinaus.

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Veröffentlicht am 03.07.2022

Ein spannendes Setting, wundervolle Charaktere und ganz viel Hoffnung.

Yadriel und Julian. Cemetery Boys
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Yadriel entstammt einer geheimen Familie von Brujx, in welcher jedes Mitglied mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet ist. Traditionellerweise sind die Frauen in der Lage, Kranke & Schwache zu heilen, ...

Yadriel entstammt einer geheimen Familie von Brujx, in welcher jedes Mitglied mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet ist. Traditionellerweise sind die Frauen in der Lage, Kranke & Schwache zu heilen, während es den Männern möglich ist, die Geister von Toten sicher ins Jenseits zu befördern. Doch Yadriel passt nicht in diese Muster. Sein Outing als transsexueller und schwuler Junge war denkbar schwer und dauert auch nach wie vor an, denn seine Familienmitglieder wollen ihn nicht als Brujo in ihre Gemeinschaft aufnehmen. Er fühlt sich verstoßen und möchte dabei nichts weiter, als dazuzugehören. So ist es Schicksal, als er versehentlich einen unbekannten Geist zum Leben erweckt und in diesem - nebst seiner besten Freundin Maritza - einen besonderen Weggefährten findet. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach den Umständen, die zu seinem Tod geführt haben. Und vielleicht ist es auch eine Reise, auf der Yadriel endlich seine Unsicherheiten überwindet.

Wow. Ich bin noch ein wenig sprachlos, weil mich die Geschichte wirklich sehr gefesselt hat. Dabei muss ich gestehen, dass ich mir das Buch gar nicht unbedingt gekauft hätte, hätte ich nicht die Möglichkeit bekommen, es vorab zu lesen. Denn die Thematik fand ich zwar unglaublich spannend, jedoch lag sie weit entfernt von dem, was meiner Lese-Komfortzone entspricht. Umso dankbarer bin ich jetzt, Yadriel und Julian kennengelernt haben zu dürfen. Und all’ die anderen Charaktere, die mir in den letzten Tagen so sehr ans Herz gewachsen sind, und mich zugleich manchmal in den Wahnsinn getrieben haben. Maritza mit ihrer Unverfrorenheit und einer Selbstsicherheit, die ich mir selbst wünschen würde. Sie verkörpert für mich das Konzept einer starken und unabhängigen Frau, die für sich einzustehen weiß. Davon brauchen wir auch heute noch viele mehr. Manchmal wirkte sie jedoch auch ein wenig unsensibel, aber auf eine Art und Weise, wie man sie ihr nicht übel nehmen konnte. Yadriel mit seinem unerschütterlichen Sinn für das Gute in jedem Menschen, allerdings auch einer Naivität, die zuweilen leicht frustrierend war. Dann aber überraschte er wieder mit seinem Mut und seinem Ehrgeiz. Und schließlich Julian mit seiner unbändigen Energie und seinem Optimismus, zugleich aber auch einer erschreckend emotionalen Seite und einer Sturheit, die ihn hin und wieder einnahm. Was ich damit sagen möchte: die Figuren trugen in sich bereits eine solche Vielfalt, wie sie in der Handlung weitergetragen wurde. Es wurde nicht das gesamte queere Schema abgedeckt - was auch kaum innerhalb eines Buches möglich gewesen wäre - aber es sind doch einige wichtige Dinge zur Sprache gekommen. Allen voran das Gefühl, nicht einmal von der eigenen Familie als das akzeptiert zu werden, was man ist. Unsicherheiten, die sich im Alltag auftun. Angestarrt zu werden. Für nicht genug gehalten zu werden. Sich verstecken zu wollen. Das alles wurde durch die Hauptfigur so gut zum Ausdruck gebracht, dass man sich unheimlich gut in die Situation hinein fühlen konnte. Ich habe viel gelernt, gelacht, geweint, und wieder einmal verstanden: Liebe, Freundschaft und Vergebung gibt es in allen Kulturen, Sprachen und Lebensformen. Und es ist immer gleich erfüllend. Wir sollten wieder öfter nach links und rechts schauen. Einander wahrnehmen und unsere Unterschiedlichkeit wertschätzen. Denn das macht uns schließlich aus.
Das für mich persönlich Wichtigste, das ich aus diesem Buch jedoch mitgenommen habe, ist ein Gefühl der Hoffnung, das auch in den schwierigsten Zeiten da sein kann.
Es fühlt sich absolut falsch an, an dieser Stelle noch Kritik am Geschriebenen zu äußern, aber da es mir mehrfach aufgefallen ist, komme ich nicht ganz drumherum. Ich hatte zwischendurch immer mal wieder Schwierigkeiten, den Dialogen richtig zu folgen. Manchmal war es, als würden ein paar Sätze fehlen, was meinen Lesefluss kurzzeitig gestört hat. Aber das kann natürlich auch durch die Übersetzung passiert sein. Außerdem ist das Meckern auf hohem Niveau, denn das Buch hat mich ehrlich begeistert!
Bonuspunkt: das Exemplar war signiert UND hatte ein passendes Lesezeichen und sogar eine Rezeptkarte beiliegen. Ich bin ausgeflippt, als ich das gesehen habe…danke an Vorablesen, den Dragonfly Verlag und den Autor, für diese gelungene Überraschung!

Fazit: Eine Geschichte über innige Freundschaft, die Tat der Vergebung, und Liebe - im wahrsten Sinne des Wortes - über den Tod hinaus. Ganz nebenbei wird außerdem wichtige Aufklärung betrieben und man erfährt Spannendes über die Traditionen des Dia de Muertos. Mal eine ganz andere Romantasy und für mich definitiv ein Lese-Highlight!

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Veröffentlicht am 01.06.2022

Herzensempfehlung für eine leichte, unterhaltsame Lektüre

Wie man sich einen Lord angelt
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Seitdem sowohl ihre Mutter als auch später ihr Vater gestorben waren, musste Kitty sich als älteste der fünf Talbot-Schwestern um das Wohl der Familie sorgen. „Sorgen“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn ...

Seitdem sowohl ihre Mutter als auch später ihr Vater gestorben waren, musste Kitty sich als älteste der fünf Talbot-Schwestern um das Wohl der Familie sorgen. „Sorgen“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn statt einem zufriedenstellenden Erbe, hatten sie ihnen lediglich ein sanierungsbedürftiges Haus auf dem Land und obendrauf noch einen Berg von Schulden hinterlassen. Und Ehe Kitty sich versah, war auch ihr Verlobter verschwunden und damit auch die Sicherheit für ihre Zukunft. Doch sie wäre nicht Kitty Talbot, wenn sie nicht schon einen Einfall hätte, mit dem sie sich und ihre Schwestern aus der Misere würde retten können…also auf nach London, und in die Welt der Reichen. Wenn sie eines besaß, dann Charme und jede Menge Mut. Ob ihr diese Eigenschaften allerdings nützlich oder hinderlich waren, das würde sich erst zeigen…

Bevor ich meine Meinung zum Buch schreibe, muss ich mich erst einmal outen: ich habe bisher weder eines der Werke von Jane Austen gesehen, NOCH die Serie Bridgerton geschaut. Dies werde ich allerdings so bald wie möglich nachholen müssen. Denn wenn ich mich dank diverser wundervoller Zeitreiseromane schon vorher in das London der Regency-Zeit verliebt hatte, so bin ich diesem Setting nun vollends verfallen.
Der super leichte und lockere Schreibstil hat mich schnell in die Handlung gebracht und nach einer Weile bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Ich hatte bei einigen Geschichten in der Vergangenheit das Gefühl, ich würde auf etwas Bestimmtes warten, und konnte das Lesen an sich nicht wirklich genießen. Hierbei war es anders. Ich habe mich durchweg gut unterhalten gefühlt, die ein oder andere Sache über damalige Gepflogenheiten dazugelernt und die Charaktere so spannend gefunden, dass ich selbst nach dem dritten oder vierten Ball noch Freude daran hatte, die Schilderungen von jenen zu lesen. Möglicherweise hat das die auktoriale Erzählperspektive bewirkt. Man hatte stets einen guten Überblick über das gesamte Geschehen und war fast dazu geneigt, den Figuren aufgrunddessen Ratschläge geben zu wollen. Das war mal etwas ganz Neues, hat allerdings eine Menge Spaß gemacht.
Kitty fand ich als Protagonistin sehr erfrischend, da sie charakterlich das genaue Gegenteil von mir ist. Alles was sie sagte und tat, sprach zudem gegen jegliche Regeln und Sitten der Adelsgesellschaft. Aber genau die Rolle des bunten Hundes machte sie in meinen Augen zu einer besonderen Figur, deren Weg zum Glück ich gerne begleitet habe.
Für mein Romantikherz hätten es ein weeeenig mehr süße Szenen sein können, aber Kitsch wäre in Anbetracht der Londoner Gesellschaft und der Protagonisten vermutlich gar nicht so passend gewesen.

Noch kurz zur Cover- und Umschlaggestaltung: traumhaft schön! Sie hätte treffender nicht sein können. Einzig die Klappe am Umschlag fand ich während des Lesens etwas unpraktisch, allerdings verleiht sie dem Buch einen edlen Touch.

Fazit: Ein absolutes Herzensbuch für mich, weil es viele schöne Werte vermittelt, und vor allem unglaublich unterhaltsam ist. Ich hatte wunderbare Lesestunden im London des 19. Jahrhunderts und wäre liebend gerne länger geblieben!

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